Sankt martin noten

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Der 1904 erschienene Liederschatz für katholische Vereinigungen aller Art führt 20 Strophen an. Gebräuchlich sind jedoch nur die ersten vier Strophen, die üblicherweise in modernen Liederbüchern ausgewiesen werden. In älteren Liederbüchern taucht das Lied vom Heiligen Martin ohnehin nicht so oft auf. Weder Ludwig Erk noch Magnus Böhme präsentieren Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind im Deutschen Lederhort. Auch in den anderen Standardwerken findet sich das Lied eher selten.

Dennoch erfreut sich Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind heute großer Beliebtheit und Bekanntheit, was nicht zuletzt an seiner Verbreitung in Kindergärten liegt. Es wurde zu einem Kinderlied, das in der beginnenden Winterzeit nicht fehlen darf und oft als musikalischer Hintergrund zu Aufführungen verwendet wird.

Erzählt wird die Geschichte vom Heiligen Martin, der als Martin von Tours um 316/317 in der römischen Provinz Pannonia prima geboren wurde und am 8. November 397 in Candes bei Tours in Frankreich starb.

Laut Überlieferung begegnete Martin an einem kalten Wintertag am Stadttor von Amiens einem armen und unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und einem Militärmantel trug auch Martin nichts bei sich. Doch in seiner Barmherzigkeit nahm er sein Schwert, teilte seinen Mantel und gab eine Hälfte dem Armen.

In der folgenden Nacht soll ihm dann im Traum Jesus Christus erschienen sein, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler geschenkt hatte. Für Martin von Tours war dies ein Glaubenserlebnis, das an die Bibelstelle im Evangelium von Matthäus 25, 35–40 erinnert: „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Fortan war Martin von Tours ein gläubiger Christ, der sein Leben Gott widmete, was in seiner damaligen Lebensphase allerdings nicht einfach war.

Martin von Tours‘ Lebensweg

Martin von Tours wurde 316 oder 317 in Savaria, damals in der römischen Provinz Pannonia prima gelegen, heute Szombathely in Ungarn, geboren. Seine Jugend verbrachte er jedoch in Pavia, der Heimat seines Vaters.

Martin kam schon sehr früh mit dem Christentum in Berührung und wurde in die Gruppe der Taufbewerber aufgenommen, als er zehn Jahre alt war. Sein Vater hatte jedoch eigene Vorstellungen zur die Zukunft seines Sohnes. Martin sollte Offizier werden, wie sein Vater. Als Sohn eines Offiziers war er ohnehin zum Militärdienst verpflichtet.

Martin folgte dem Wunsch seines Vaters und trat widerwillig in den Militärdienst ein. Doch während seiner Dienstzeit vertiefte sich sein Glaube und er verweigerte schließlich die Teilnahme an weiteren Kriegshandlungen und beantragte seine Entlassung aus dem Militärdienst. Diese wurde ihm jedoch erst nach Ableistung der vollen 25 Dienstjahre gewährt. Damals war Martin von Tours 40 Jahre alt.

Bereits vier Jahre zuvor war er 351 von Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, getauft worden. Dieser unterrichtete Martin auch nach seinem Militärdienst.

361 errichtete Martin von Tours mit der Abtei de Ligugé das erste Kloster des Abendlandes in Ligugé. 375 erbaute er das Kloster Marmoutier in der Nähe von Tours. Später folgten weitere Klöster und Einrichtungen.

Martin erlangte recht schnell große Bekanntheit und wurde am 4. Juli 372 zum Bischof von Tours geweiht. Doch er weigerte sich dem Komfort des Stadtlebens und wohnte weiterhin in einfachen Hütten vor der Stadt.

Heute ist Martin von Tours einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche, der auch in der evangelischen Kirche verehrt wird.

Mehr noch als mit seinen Bauwerken machte sich Martin mit der Christianisierung der Landbevölkerung verdient, indem er Pfarreien einrichtete, die den Menschen den Glauben nahebrachten und religiöse Ansprechpartner bildeten.

Während seiner Stationierung als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens soll sich die legendäre Mantelteilung zugetragen haben. Später entstanden weitere Legenden, von denen die meisten wohl erfunden sind. Doch die Legende vom geteilten Mantel hielt sich beharrlich und wurde Stoff mancher Geschichte. Auch die ersten vier Strophen von Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind erzählen davon. Nach der vierten Strophe erfolgt ein Bruch und es wird von Martins Traum erzählt, in dem ihm Jesus Christus erschien.

Weniger bekannte Strophen

Die weiteren, weniger bekannten, 12 Strophen, die im Liederschatz für katholische Vereinigungen aller Art angeführt sind, schmücken insbesondere Martins religiösen Weg weiter aus:

Sankt Martin bald sein Ziel erreicht
und schnell von seinem Rößlein steigt;
ermüdet legt er sich zur Ruh‘;
die Augen fallen ihm gleich zu.

Im Traum schaut er ein glänzend Licht
und eine milde Stimme spricht:
Hab Dank, du braver Rittersmann,
für das, was du an mir getan!

Sankt Martin ganz verwundert denkt:
Was hab ich heut‘ den weggeschenkt?
Ich hatte weder Geld noch Brot
zu lindern eines Armen Not.

Da naht sich wie die Sonne klar,
umringt von einer Engelschar,
mit Martins Mantel angetan,
der Heiland dem erstaunten Mann.

Seht, spricht er zu den Engeln dann,
seht dieser brave Reitersmann
hat heut mit aller Freude mir
geschenkt den halben Mantel hier.

Wer bist Du? fragt Sankt Martin schnell,
da wird’s in seiner Seele hell,
er sieht’s, es ist der Herr der Welt,
der mit der Hand den Mantel hält.

Und huldvoll schaut er Martin an
und spricht: Was heute du getan
am Bettler, der am Wege saß,
ich nahm’s für mich, an mir geschah’s.

Nimm freudig nun auch an den Lohn,
der dir bestimmt auf Erden schon:
Du sollst mein treuer Diener sein
als Bischof in der Kirche mein.

Sankt Martin ist dann aufgewacht
und hat sich gar nicht lang bedacht,
schon bald die Taufe er empfing
und dann zu lehren aus er ging.

Und die ihn hören, folgen gern
und dienen fortan Gott dem Herrn;
die Kirch in neuem Glanz erblüht,
wohin Sankt Martin immer zieht.

Sankt Martin war ein Wundermann,
der allzeit Gutes nur getan,
drum ging er auch ins Himmelreich
bei seinem Tode ein sogleich.

Nun feiern alle, groß und klein,
heut mit Gesang bei Fackelschein
sein Fest in Lust und Fröhlichkeit
nach frommem Brauch aus alter Zeit.

Köln (kath.net/pek) „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ oder „Ich geh mit meiner Laterne“ – diese und andere Liedtexte kennt man seit Kindestagen. Bis heute klingen sie in den Ohren nach und werden auch heute noch von den Kindern am Martinstag gesungen. Als Kinderlieder gedacht, zeichnen sie sehr genau das Leben des Heiligen nach und machen ihn so greifbar.
Texte der schönsten und bekanntesten Lieder über den Heiligen Sankt Martin gibt es hier:
Sankt Martin
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

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Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee, da saß ein armer Mann,
hat Kleider nicht, hat Lumpen an:
„Oh helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!“
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zieht die Zügel an,
sein Ross steht still beim braven Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil
hinweg mit seinem Mantelteil.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin legt sich müd zur Ruh,
da tritt im Traum der Herr hinzu.
Er trägt des Mantels Stück als Kleid,
sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin sieht ihn staunend an,
der Herr zeigt ihm die Wege an.
Er fährt in seine Kirch’ ihn ein
und Martin will sein Jünger sein.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin wurde Priester gar
und dient fromm an dem Altar.
Das ziert ihn wohl bis an das Grab,
zuletzt trug er den Bischofstab.
Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin, o du Gottesmann,
nun höre unser Flehen an.
O bitt für uns in dieser Zeit
und führe uns zur Seligkeit.
Lieder wie diese stellen die Nächstenliebe und Barmherzigkeit des Heiligen heraus. Von ihm lernen Kinder das Teilen mit anderen Kindern.
Martinslied
Wenn die dunkle Zeit beginnt,
wenn des Jahres Kraft verrinnt,
wenn die Sonne müde lacht
und der Mond die Nacht bewacht,
dann kommt Martins großes Fest,
das die Kinder singen lässt:
Refrain
Du Sankt Martin, heil’ger Mann,
zünde unsre Lichter an
tief im Herzen; nicht nur Kerzen
sollen bringen helles Licht,
tief im Herzen; nicht nur Kerzen
sollen bringen helles Licht!
Wenn der Herold zieht voran
und die Kinder folgen dann
mit Laternen und Gesang
auf dem weiten, frohen Gang
durch die Gassen unsrer Stadt,
sie ein Kleid aus Lichtern hat.
(Refrain)
Wenn Sankt Martin zu uns eilt
und den Mantel freudig teilt
mit dem Bettler vor dem Tor,
ja, da stellen wir uns vor,
auch dem andern gut zu sein,
wie es fiel Sankt Martin ein.
(Refrain)
Martin war ein frommer Mann
Martin, Martin,
Martin war ein frommer Mann.
zündet viele Lichter an,
dass er oben sehen kann,
was er unten hat getan.
Martin, Martin,
Martin ritt durch dunklen Wald,
Wind, der wehte bitterkalt.
Saß am Weg ein Bettler alt,
wäre gar erfroren bald.
Martin, Martin,
Martin hält und unverweilt
seinen Mantel mit ihm teilt.
Ohne Dank er weiter eilt.
Bettlers Not war nun geheilt.
Daneben gibt es weltliche Tendenzen, die den Martinstag von seiner Wurzel – dem heiligen Martin von Tours – trennen und den Blick auf das Licht in der Dunkelheit selbst legen, so etwa die folgenden beiden Lieder:
Laterne, Laterne
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne, brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht.
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne, wenn es dunkel ist, wenn es dunkel ist, ja dann seht ihr erst wie schön das ist.
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne, geh nicht aus mein Licht, geh nicht aus mein Licht, denn ich will es sehen, dein Angesicht.
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne, und dein heller Schein, und dein heller Schein, ja der soll für immer bei uns sein.
Ich geh mit meiner Laterne
Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten,
leuchten wir.
Ein Lichtermeer zu Martins Ehr!
rabimmel- rabammel-rabum
Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten,
leuchten wir.
Laternenlicht, verlösch mir nicht!
rabimmel- rabammel-rabum
Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten,
leuchten wir.
Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus.
rabimmel- rabammel-rabum
Traditioneller Martinsumzug im Bistum Augsburg: ´St. Martin, St. Martin ritt durch Schnee und Wind´

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