Rückbildung nach schwangerschaft

Rückbildungsgymnastik (Wochenbettgymnastik) / Rückbildungskurs

Zur Rückbildungsgymnastik gehören Übungen, die vor allem die Muskulatur des Beckenbodens, des Rückens und des Bauchs nach der Geburt wieder kräftigen und straffen. Durch Schwangerschaft und Geburt werden diese Muskelpartien stark beansprucht, gedehnt und dadurch geschwächt. Mögliche Folgen davon sind unter anderem Rückenbeschwerden, Inkontinenz, Scheiden- oder Gebärmuttersenkung. Ein gesunder und kräftiger Beckenboden hingegen unterstützt die gesamte Rücken- und Bauchmuskulatur, die inneren Organe und auch die Atmung.
In der ersten Zeit nach der Geburt braucht der Körper zunächst Schonung und Ruhe. Je nach körperlicher Verfassung können Frauen aber bereits in den Tagen nach der Geburt beginnen, die Tiefenmuskulatur im Bauch und Beckenboden durch leichte Übungen anzuregen. Dabei geht es nicht um Krafttraining. Vielmehr soll durch sanfte Bewegung die Muskulatur wieder aktiviert werden. Dies ist mit speziellen Atemübungen und leichtem Anspannen der Beckenbodenmuskulatur möglich. Physiotherapeutische Fachkräfte und Hebammen können Ihnen hilfreiche Tipps und Bewegungsanregungen geben.

Sechs bis acht Wochen nach der Geburt, wenn mögliche Verletzungen an Damm oder Scheide abgeheilt sind, können Sie mit einem sogenannten Rückbildungskurs beginnen. Rückbildungskurse zeigen, wie die genannten Muskelgruppen gezielt trainiert werden können. Sie werden in der Regel von (freiberuflichen) Hebammen, in Geburtshäusern und Kliniken oder von privaten Trägern angeboten.

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Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen (10 Stunden), wenn der Kurs spätestens vier Monate nach der Geburt begonnen und spätestens neun Monate nach der Geburt beendet wird. Sind Sie privat versichert, können Sie erfragen, ob Ihre Kasse die Kosten übernimmt. Bei den meisten Rückbildungskursen können die Babys mitgebracht werden.
Regelmäßige Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens sind auch über die Zeit der Rückbildung hinaus hilfreich. Und auch wenn Sie in der ersten Zeit nach der Geburt keine Rückbildungsgymnastik gemacht haben, ist es für ein wirksames Training nie zu spät. Am besten eignet sich ein Bewegungsangebot, in dem die Muskulatur des Beckenbodens, der Bauch- und Rückenmuskeln im Mittelpunkt steht, zum Beispiel Beckenbodengymnastik, Yoga oder Pilates.

ENDLICH! Das Baby ist da! – Doch insbesondere der Bauch und der Beckenboden sind nach der Geburt und der monatelangen Belastung durch die Schwangerschaft deutlich geschwächt. Mithilfe gezielter Rückbildungsgymnastik kann der Körper wieder zurück zur alten Form finden. Und das gute Körpergefühl stellt sich ganz nebenbei auch wieder ein.

Warum Rückbildung wichtig ist

Kennst Du das auch? Springen, Lachen, Niesen oder Husten werden für den Beckenboden und die Bauchmuskulatur nach der Geburt oft zur Belastungsprobe. Plötzlich und unerwartet verlieren viele Frauen in den genannten Situationen Harn. Das offenbart uns, wie extrem beansprucht und geschwächt unser Beckenboden durch die vergangenen Monate der Schwangerschaft ist. Und oftmals trifft uns diese Erkenntnis völlig überraschend.

Doch dieses Problem ist viel verbreiteter als wir denken, denn im Gegensatz zur Gebärmutter, die sich nach der Schwangerschaft alleine auf ihre ursprüngliche Form zurückzieht, braucht die Beckenboden- und Bauchmuskulatur aktive Unterstützung. Umso wichtiger ist, dass diese Muskelgruppen zuerst im Fokus stehen, wenn es darum geht zurück zur alten Form zu gelangen.

5 gute Gründe für die Rückbildungsgymnastik

Es gibt viele gute Gründe, Rückbildungsgymnastik regelmäßig in den Tagesablauf einzubauen. Und das nicht erst, wenn es spürbare Schwierigkeiten beim Lachen oder Niesen gibt. Hier seien nur einige Wichtige genannt:

  1. Um die beanspruchten Muskeln im Beckenboden wieder zu trainieren.
  2. Um die Rückbildung der Gebärmutter zu unterstützen.
  3. Um den durchs Stillen und Heben belasteten Rücken zu stärken.
  4. Um Schmerzen im Rücken oder in den Schultern zu lindern.
  5. Und last but not least: um beim Sex wieder mehr zu spüren.

Wann kannst du mit Rückbildungsgymnastik anfangen?

Der geeignete Starttermin ist von der individuellen körperlichen Regeneration nach der Geburt abhängig und kann daher von Frau zu Frau stark variieren. Wenn Du auch vor und während der Schwangerschaft sportlich aktiv warst und die Geburt komplikationslos verlaufen ist, kannst Du im frühen Wochenbett, also 1-2 Wochen nach der Geburt des Babys mit den ersten Rückbildungsübungen zur Wahrnehmung des Beckenbodens anfangen. Mit der aktiven Rückbildung startest Du 6-8 Wochen nach der Entbindung, wenn sich der Beckenboden schon etwas stabilisiert hat. Bei Frauen mit einer Kaiserschnitt-Geburt solltest Du 1-2 Wochen länger warten – die Wunde muss gut verheilt sein und die Narbe darf nicht mehr schmerzen. Vorab ist immer ein Gespräch mit dem Gynäkologen sinnvoll.

Mit Rückbildung zurück zur starken Körpermitte

Bei der Rückbildung sollte der Fokus insbesondere auf den Körperpartien liegen, die während der Schwangerschaft und Geburt besonders belastet wurden – also Beckenboden, Bauch und Rücken. Primäres Ziel ist, dabei insbesondere die Körpermitte zu stabilisieren. Welche Übungen helfen, erfährst Du unter fachlicher Anleitung entweder schon in der Klinik, bei Deiner Hebamme oder in einem Rückbildungskurs. Dabei kann Dich Dein Baby zum Kurs begleiten. Es gibt aber auch Angebote allein für Mamas. Diese haben den Vorteil, dass Du Dich bei der Übungsausführung ganz auf Dich und Deinen Körper konzentrieren kannst.

Grundsätzlich:

  • Versuche täglich 10 Minuten für Rückbildungsübungen einzuplanen.
  • Suche Dir einen ruhigen Platz/Ort für die Übungen.
  • Integriere passende Übungen so gut es geht in Deinen Alltag, z.B. in der Schlange beim Supermarkt, wenn Du an einer Ampel stehst oder Dir die Zähne putzt.

Wenn Du auch außerhalb des Rückbildungskurses täglich etwas für Deine Fitness tun möchtest, findest Du hier ein tolles Rückbildungs-Video. Hier wird Dir genau erklärt, worauf Du bei der Rückbildung achten musst und wie Du nach der Geburt schnell wieder fit wirst.

Fit nach der Schwangerschaft in Sportkursen

Liebst Du Bewegung im Freien und mit Gleichgesinnten, ist der klassische LAUFMAMALAUF-Kinderwagenkurs in der freien Natur der perfekte Einstieg für Dich. Hier kannst Du den nächsten Schritt in Richtung Fitness und Wohlbefinden nach der Rückbildung tun. Wir kräftigen die geschwächte Muskulatur, achten auf beckenboden- und rückengerechte Übungsausführung, dehnen verspannte Muskelpartien und bringen Dich mit Cardio-Einheiten zum Schwitzen und die Schwangerschaftspfunde zum Schmelzen. Beim gemeinsamen Café-Besuch im Anschluss an die Kursstunde hast Du Gelegenheit, Dich mit den anderen Müttern und Deiner Trainerin über alle Fragen rund ums Baby und den Alltag als Mutter auszutauschen.

Neugierig? Hier kannst Du Deinen Kurs finden und Dich für eine kostenlose Probestunde im Kinderwagenkurs anmelden. Wir freuen uns auf Dich!

Nach der Schwangerschaft

Die ersten Stunden nach der Geburt sind besonders durch überwältigende Emotionen geprägt. Die frischgebackene Mutter kann ihr Baby endlich in Empfang nehmen. Den ersten Kontakt haben sie meist noch im Kreißsaal. Dann steht für die Mutter eine kurze Ruhephase an, während ihr Nachwuchs den Gesundheitscheck, das Bad und Anziehen noch abhaken muss.

Der Gesundheitscheck nach der Geburt

Die Hebamme prüft das Baby zunächst im APGAR-Test insgesamt dreimal: In der ersten, fünften und zehnten Lebensminute. Atmung, Herzschlag, Muskel- und Bewegungsfunktionen, Reflexe und gesunde Hautfarbe werden kontrolliert.

Nun kann sich die kleine Familie erstmal etwas kennenlernen. Dann aber steht für das Baby der nächste Check an. IN der als U1 bekannten Früherkennungs-Untersuchung werden Gesichtsmerkmale und Körperproportionen gesichtet, sowie die Schädelnähte am Kopf überprüft. Brust, Bauch und Wirbelsäule werden abgetastet und Finger und Zehen gezählt. Nun folgt noch ein Check der Geschlechtsorgane und des Darmausgangs, bevor die Messungen von Kopfumfang die Untersuchung abschließen. In den Babypass werden noch Gewicht und Größe vermerkt. Beim Baden und Anziehen hilft der Vater gerne und schon kann es zurück zur Mutter gehen. Noch schnell ein Namensschildchen ums Handgelenk, damit es nicht verwechselt werden kann.

Das erste Stillen

Die Hebamme zeigt der Mutter noch die besten Stillpositionen und wie das Baby am besten dabei liegen kann. Nun hat die Familie ein bisschen Zeit für sich.

Wochenbett

Mit dem Begriff Wochenbett ist die erste Zeit nach der Geburt gemeint. Hier stellen sich für die junge Mama einige körperliche und seelische Umstellungen ein.

Zunächst wird es extrem ungewohnt sein, kein Baby mehr im Bauch zu tragen. Nach der Geburt beginnen die natürlichen Rückbildungsprozesse. Die Gebärmutter zieht sich wieder zusammen und hat nach bereits sechs bis acht Wochen ihre ursprüngliche Form erreicht.

Nachwehen entstehen häufig, wenn das Baby an der Brust trinkt. Durch das Saugen werden zwei Hormone im Frauenkörper ausgeschüttet. Prolaktin ist dabei für die Milchbildung zuständig. Oxytocin lässt die Milch fließen, löste aber wie bei der Geburt Wehen aus.

Der Effekt der Nachwehen wird bald deutlich bemerkbar: die Gebärmutter wird wie ein nasser Schwamm zusammengedrückt und fördert den Wochenfluss. Dieser besteht meist aus Schleimhautresten und Blut. Meist ist er nach vier bis sechs Wochen vorüber.

Die Muskulatur, besonders die Bauchmuskulatur, ist während der Schwangerschaft enorm strapaziert worden. Diese sollten mindestens 6 Wochen nach der Geburt nicht bewusst belastet werden. Der Rückbildungsprozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Hier kann eine elastische Bauchbinde ein gutes Gefühl geben. Eine vollständige Schließung der Muskeln ist etwa erst nach einem halben Jahr passiert.

Um den Beckenboden zu trainieren sollten spezielle Übungen angewandt werden. Die meisten Frauen kennen diese bereits von Geburtsvorbereitungskurse. Diese Übungen sind wichtig, um mögliche Inkontinenz zu verhindern und auch das sexuelle Erleben wird dadurch enorm beeinflusst.

Zeit lassen

Gönne Dir und Deiner neuen Familie Zeit, um das Geburtserlebnis zu verarbeiten. Plant euch alle zusammen ein bis zwei Wochen Zeit ein, um richtig zu Hause anzukommen. So könnt ihr euch langsam in den Babyalltag einfinden und entspannt kennenlernen. Bei anfänglichen Problemen kann die Hebamme eine sehr wertvolle Hilfe sein. Frage sie, wenn du Fragen hast, Tipps brauchst oder ein Stimmungstief erlebst. Habe keine Angst darüber zu reden: So wie es dir geht, ging es schon vielen Frauen. Mutter und Baby können sich innerhalb von acht Wochen wunderbar aneinander gewöhnen – so lang ist die Wochenbettzeit gesetzlich geregelt.

Die meisten Frauen erleben um den dritten Wochenbetttag den „Baby-Blues“. Im Normalfall pendelt sich der Hormonhaushalt und damit die Stimmung wieder ein. Setze dich also nicht unter Druck. Der Baby-Blues wird meist von ständigem Weinen begleitet und die Gedanken drehen sich um Elternsein. Plötzlich ist man ängstlich, gereizt, konzentrationslos oder erschöpft. Und egal was man tut, schlafen kann man auch nicht. Oft hauen diese Gefühle einfach ohne Vorwarnung rein. Und das obwohl man gestern noch vor Stolz und Glück platzen konnte.

Der Baby-Blues ist aber nur eine Phase und verschwindet, sobald die Hormone ihren Platz wiedergefunden haben. Fast jede zweite Frau leidet nach der Geburt früher oder später unter einer depressiven Verstimmung. Dies hat aber nichts damit zu tun, sein Kind nicht zu lieben oder gar eine Rabenmutter zu sein. Es ist ganz natürlich und der Körper erlebt die Umstellung auf die neue Lebenssituation. Mache dir bewusst, welche enormen Leistungen dein Körper gerade vollbracht hat.

Was man gegen den Baby-Blues alles tun kann, erfahrt ihr in diesen 6 hilfreichen Tipps.

Die Abschlussuntersuchung

Nach etwa sechs bis acht Wochen nach der Schwangerschaft steht der erste Frauenarzt-Termin an. Hier fragt die Ärztin oder der Arzt ausführlich nach Beschwerden während des Wochenbetts. Stillprobleme, Stimmungsschwankungen oder Überlastung können hier Themen werden. Auch da Frauen hier bereits wieder schwanger werden können, wird Verhütung eine Rolle spielen.

Blutdruck, Gewicht, Hämoglobin- und alle Blutwerte werden überprüft. Zucker und Eiweiß werden durch eine Urinprobe ermittelt. Die vaginale Untersuchung ist auf Scheide, Gebärmutter und Dammbereich ausgelegt. Hier muss sichergestellt werden, dass alle Narben gut verwachsen. Falls nötig, kann der Frauenarzt eine Salbe zur Heilung verschreiben. Für die regelmäßige Krebsvorsorge wird ein Abstrich des Muttermunds genommen.

Sind Muttermund, Gebärmuttergröße und Eierstöcke unauffällig und gut zurückgebildet, vermerkt der Gynäkologe dies im Mutterpass. Der Mutterpass wird dann bis zur nächsten Geburt nicht mehr gebraucht.

Unangenehme Veränderungen

Neben der wundervollen Zeit, die Du mit deinem Baby verbringen wirst, stellen sich auch ein paar unangenehme Veränderungen ein. Oft leiden Mütter noch unter Rückenschmerzen, Hämorrhoiden und geschwollenen Knöcheln. Auch Haarausfall und Hautprobleme können auftreten. Sobald sich der Hormonhaushalt normalisiert, sollten die meisten Beschwerden aber wieder zurückgehen.

In der Zeit direkt nach der Geburt verlierst du vermutlich recht schnell Gewicht. Der Körper scheidet überflüssige Wassereinlagerungen aus und die Blutmenge wird reduziert. Danach aber, schwinden die zusätzlichen Fett-Kilos nur langsam. Der Körper nutzt diese Depots als Energie-Vorrat beim Stillen.

Falls Du noch andere Probleme haben solltest, wie zum Beispiel Schmerzen an der Naht oder eine Verletzung der Geburt nicht verheilt oder sich der Sex unangenehm anfühlt, sprich mit dem Frauenarzt oder der Hebamme. Du musst nicht still leiden. Meist gibt es umfangreiche Therapiemöglichkeiten und eine schnelle Hilfe.

Nach der Schwangerschaft wieder fit werden

Ungerechterweise kämpfen Mütter nach der Schwangerschaft nicht nur mit dem Babyalltag und schlaflosen Nächten, sondern auch mit Gewichtsproblemen. Um den Nährstoffhaushalt ausreichend zu versorgen, ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung Pflicht. Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Jod und Co. sollten dabei nicht zu kurz kommen. Auch ein aufkommender Eisenmangel in der Schwangerschaft ist nicht selten. Um wieder in Schwung zu kommen brauchst du viel Obst, Gemüse und eine kalorienarme Ernährung. Vermeide also fettige Speisen.

In der Stillzeit sollte keine Hungerkur durchgeführt werden. Wenn Du die Kalorienzufuhr zu stark einschränkst, werden nötige Nährstoffe zur Bildung der Muttermilch aus mütterlichen Reserven herausgezogen. So bleibt zwar die Milchqualität konstant, aber der Frauenkörper leidet dann schnell unter einem Mangel. Vermeide Light-Produkte und führe Proteine und vollwertige Lebensmittel zu.

Nach der Schwangerschaft werden Fettreserven an Po und Hüfte meist erst nach einer Stillperiode von 4 Monaten mobilisiert. Lass dir also Zeit, um deinen Körper wieder völlig in Schwung zu bringen, sonst besteht die Gefahr der Überlastung.

Noch schwieriger als die Ernährungsumstellung ist die Sportmotivation. Die sanfte Rückbildungsgymnastik bietet den idealen Einstieg ins neue Sportprogramm. Weiterhin hat sie den Vorteil, den Beckenboden und die Bauchmuskulatur, die bei der Geburt extrem gefordert waren, zu trainieren. Eine erfahrene Hebamme oder ein Physiotherapeut zeigt dir die passenden Übungen.

Um die Rückbildungskurse zu unterstützen kannst Du dir zu Hause Videos anschauen und die Übungen zu Hause durchführen. Lange Spaziergänge mit Kinderwagen bieten sich sowohl für das Ausdauertraining als auch für eine ruhige Zeit mit deinem Nachwuchs an.

Auch Fitnessstudios haben sich bereits auf die Mutter-Bedürfnisse eingestellt. Bei Mutter-Kind-Kursen kannst du Sport machen, ohne einen Babysitter zu brauchen. Außerdem wird dein Kind dabei auch Spaß haben, wenn es die unterhaltsamen Verrenkungen der Mutter mit ansieht. Die Mutter-Kind-Kurse haben aber noch einen weiteren Vorteil: Du triffst andere frischgebackene Mütter. Durch einen Austausch kannst Du viel lernen und niemand wird Dich besser verstehen als die, die in der gleichen Situation sind.

Möchtest du lieber allein Sport machen bieten viele Studios inzwischen sogar Kinderbetreuung während den Kursen oder während Deinem Gerätetraining an. Wird Dein Baby unruhig, bist Du ja trotzdem in der Nähe.

Wichtige Aspekte nach der Schwangerschaft

Niemals darfst Du vergessen, dass Du erst etwas unglaublich Großes geleistet hast. Setze dich also nicht unter Druck, direkt nach der Geburt wieder in Form zu kommen. Nimm dir lieber etwas Zeit dafür und ziehe es langsam durch.

Neben der richtigen Ernährung und Bewegung ist ausreichend Schlaf ebenso wichtig. Selten sind Babys über zwei Stunden am Stück wach. Jedoch brauchen sie rund um die Uhr regelmäßige Betreuung. Damit die Mutter auch genug Schlaf bekommt, ist die väterliche Unterstützung notwendig. Ab dem sechsten Monat schaffen es bereits viele Babys in der Nacht sechs bis acht Stunden durchzuschlafen. Dann wird die Zeit für Mütter auch wieder etwas entspannter.

Während der Schwangerschaft haben Frauen oft ein klares Hautbild und volles Haar. Nach der Schwangerschaft kann das allerdings schlagartig verschwinden. Haarausfall und Hautunreinheiten können oft durch die veränderte Hormonlage auftreten. Der stressige Babyalltag begünstigt dann noch Augenringe und Blässe. Damit Du dich wieder wohler fühlst, gönne Dir eine Sitzung bei der Kosmetikerin oder beim Friseur. Es hört sich nach wenig an, aber Du wirst dich entspannter fühlen und Dich mehr wohlfühlen.

Setze dich besonders wegen deines Bauchs nicht unter Druck. Es ist völlig normal, dass der Bauch noch aussieht als wärest Du immer noch im 6. Monat schwanger. Durch soziale Medien wird oft ein falsches Bild von Müttern vermittelt, die zwei Wochen nach der Geburt bereits wieder einen flacheren Bauch als vorher haben. Dies ist übrigens überhaupt nicht gesund! Rückbildungsgymnastik und Ausschwemmen von Wasser sind absolut empfehlenswertere Alternativen.

„Halten, halten, meine Damen“, schallt es durch den Raum. „Halten“, und zwar den Liegestütz oder – bäuchlings auf der Yogamatte – die Kobrastellung. Anderswo sitzen zehn Frauen im Kreis, stellen sich vor, sie säßen mit bloßem Hintern auf einer Wiese und würden Gras rupfen. Hier schweben Frauen auf Poolnudeln durchs Schwimmbecken, da hopsen welche auf einem Riesentrampolin, dort massieren sie sich gegenseitig mit Noppenbällen, und dort rollen sie ihre Babys auf Pezzibällen hin und her.

Was haben alle diese Frauen quer durch Deutschland gemeinsam? Sie haben vor einigen Wochen ein Kind bekommen und besuchen jetzt einen sogenannten Rückbildungsgymnastikkurs. „Dessen Ziel ist im Wesentlichen, negative schwangerschafts- und geburtsbedingte Folgeerscheinungen zu reduzieren“, sagt Heike Hesterberg, Hebamme, Hebammentrainerin und Referentin an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Der Beckenboden ist traumatisiert

Im Wesentlichen am Beckenboden. Denn dieser Boden – der mehr ein Netz ist aus Muskeln, die sich in drei Schichten längs und quer und übereinanderspannen zwischen Schambein, Kreuzbein und Hüftknochen -, dieser Boden hat sich bereits in der Schwangerschaft durch Hormone gelockert; er ist vom Baby gedehnt worden, wenn das Köpfchen sehr groß war oder die Austreibungsphase lang; die Muskeln wurden durch Dammschnitt, Zange oder Kaiserschnitt verletzt, oft auch die Nerven. Der Beckenboden einer jungen Mutter ist traumatisiert, sagen die Mediziner: wund, geschwollen, taub. Und schlaff. Dann hält er dem Druck nicht stand, sondern gibt nach: Blase, Gebärmutter, Darm drücken nach unten; Stuhl oder Blähungen entweichen, ohne es zu sollen. Senkung und Inkontinenz heißt dann die Diagnose.

Der Zusammenhang ist bei Frauenärzten, Hebammen und Krankengymnastinnen anerkannt, die Daten sind allerdings vage. „Zwischen fünf und 25 Prozent aller Frauen sind betroffen“, sagt Nikola Bauer vom Verbund Hebammenforschung der Fachhochschule Osnabrück, „je nach Methode und Zusammensetzung der Umfrage und je nach der Definition der Beschwerden.“ „30 bis 50 Prozent der Frauen zumindest vorübergehend während der Schwangerschaft und danach“, sagt der Chefarzt der Braunschweiger Frauenklinik, Heiko Franz.

Inkontinenz und Senkungen vorbeugen

Also müssen die Frauen ihre Beckenböden wieder straffen. Beckenbodenmuskeltraining beugt Inkontinenz und Senkungen vor und kann Symptome bessern, das wurde durch eine große australische Übersichtsstudie vor zwei Jahren eindeutig bestätigt. Leider sagen die Forscher nichts über die Art des Beckenbodenmuskeltrainings. Auch die Krankenkassen haben keine genauen Vorstellungen vom Inhalt dieser Kurse, die sie ihren Versicherten nahelegen und bezahlen. „Wer Hebamme ist oder wer als Krankengymnastin einen entsprechenden Antrag gestellt hat, kann Rückbildungsgymnastik anbieten“, lautet die immer gleiche Antwort von DAK bis Techniker Krankenkasse. Ein spezielles Zertifikat werde nicht verlangt, ob und wie es in der Ausbildung gelehrt wurde – verständlicherweise kurz und knapp, weil es um Geburtshilfe geht und nicht um Sportdidaktik – und wann diese Ausbildung absolviert wurde, sei unerheblich.

Ohne Verhütung kann man in der Stillzeit theoretisch fast sofort wieder schwanger werden. Da man nach der Geburt meist alle Hände voll zu tun hat, macht es Sinn sich schon etwas vorher mit der Verhütungsfrage zu beschäftigen. Denn dieses Thema tritt mit der Geburt des Kindes unausweichlich und unmittelbar wieder in das Leben der Eltern.
In diesem Artikel gehe ich zunächst etwas grundsätzlicher auf das Thema „Erster Sex nach der Geburt“ ein und stelle danach einige Verhütungsmethoden vor, die sich vor allem für die Stillzeit eignen.

Sex – in der Wochenbettzeit tabu?

Ab wann ist Sex wieder erlaubt? Das werde ich bei meinen Wochenbettbesuchen oft gefragt. Obwohl jeder Kulturkreis andere Begründungen vorweist, gleichen sich die Antworten auf diese Frage sehr. Vier bis acht Wochen Enthaltsamkeit geben die meisten Religionen vor. Die westliche Medizin – also unsere Götter in Weiß – spricht von Infektionsgefahr und rät zumindest zur Kondombenutzung.
Denn acht Wochen ohne Sex geht für viele Paare an der Realität wohl einfach vorbei. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es mit Kondom und wenn keine Geburtsverletzungen bestehen, fast sofort wieder geht. Wieso mit Kondom, dazu später mehr.

Das erste Mal nach der Geburt

Wann Paare nach der Geburt wieder Lust auf Sex haben, ist natürlich sehr unterschiedlich. Manche mögen schon nach wenigen Tagen, andere brauchen Monate, um sich einander sexuell wieder zu nähern. Die Anstrengungen der ersten Zeit, der Schlafmangel, das neue Wesen, das die stillende Frau auch körperlich sehr beansprucht. Das alles verhindert oftmals das Aufkommen der nötigen Intimität und Lust. Wegen der körperlichen Veränderungen sind viele Frauen obendrein mit ihrer Sexualität unsicherer als sonst. Manche Männer sind völlig fasziniert vom ungewohnten Umfang des Stillbusens, andere sind abgeschreckt, wenn beim Orgasmus mal der Milchfluss ausgelöst wird. Manche Männer sind zu rabiat und wieder andere haben Angst etwas kaputt zu machen. In der Stillzeit kann manchmal die Scheide, hormonell bedingt, ungewohnt trocken sein. All das ist normal und jedes Paar wird seinen eigenen Weg finden müssen, mit diesen neuen Begebenheiten umzugehen. Wie immer hilft reden und ausprobieren. Die Regeln macht ihr!

Der Wochenfluss

Der Wochenfluss besteht aus Blut und Wundsekret aus der Wundfläche der Gebärmutter, an der während der Schwangerschaft die Plazenta saß. Er fließt anfangs stark, dann abnehmend für etwa vier Wochen. Manche Paare finden den Wochenfluss ekelig. Tatsache ist, dass er zwar nicht infektiös ist, dafür aber einen perfekten Nährboden für Keime darstellt. Man sollte also zumindest Kondome zur Verhütung benutzen solange der Wochenfluss noch da ist und möglichst auch auf Oralverkehr verzichten.

Geburtsverletzungen

Es versteht sich von selbst, dass Geburtsverletzungen, wie z.B. ein Dammriss, erst abgeheilt sein sollten bevor der erste Geschlechtsverkehr nach der Geburt wieder stattfindet. Um den Damm bei der Heilung zu unterstützen empfehle ich übrigens das Regenerations-Spray von Motherlove. Es kann direkt nach der Geburt angewendet werden und wirkt sofort heilend, entspannend und erfrischend. Die meisten Verletzungen sind bereits nach circa fünf Tagen zumindest oberflächlich verklebt. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie nach fünf Wochen wieder komplett verheilt. Die verbleibenden Narben können sich noch bis zu zwei Jahre lang verändern, wobei die Haut wieder an Sensibilität gewinnt. Also, so lange die Wunde noch wehtut, ist der reine Geschlechtsverkehr natürlich ein No-Go. Danach kann man sich schön langsam wieder rantasten.
Acht Wochen nach der Geburt ist dann auch der nächste Vorsorgetermin bzw. in diesem Fall auch Nachsorgetermin beim Gynäkologen geplant. Er schaut ob alle Rückbildungsprozesse abgeschlossen sind und natürlich auch nach der Wunde bzw. Narbe. Bei diesem Besuch sollte auch ein Gespräch über die Verhütung während der Stillzeit stattfinden.

Stillen verhütet, oder?

Es heißt: „Wenn man alle vier Stunden stillt, wird das Stillhormon Prolaktin so umfangreich produziert, dass es nicht zu einem Eisprung kommt und man nicht schwanger werden kann.“ – soweit die Theorie. In der Praxis gibt es viele Geschwisterkinder, deren Geburtstage ungeplanter Weise weniger als ein Jahr auseinander liegen.
Wann genau der erste Eisprung nach der Geburt stattfindet, variiert von Frau zu Frau. Bei stillenden Müttern kann er bis zu sechs Monate auf sich warten lassen. Aber genau so gut kann er schon nach vier Wochen erfolgen. Wenn das Kind zum Beispiel länger als die oben genannten vier Stunden schläft, kann die daraus resultierende Hormonschwankung bereits ausreichen, um einen Eisprung zu ermöglichen. Und da die Menstruation erst circa zwei Wochen danach einsetzt, kann man längst wieder fruchtbar sein, ohne es auch nur zu ahnen. Auf das Stillen als einzige Verhütungsmethode sollte man sich also nicht verlassen, es sei denn man plant Kinder mit geringen Altersabständen.

Verhütungsmethoden, die sich für die Stillzeit eignen

Nach dem 40 Wochen lang nicht verhütet werden musste, ist es spätestens im Wochenbett an der Zeit wieder über Verhütungsmethoden nach zu denken. Folgende Möglichkeiten – eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit – stehen in der Stillzeit zur Verfügung. Ich habe für jede Methode auch den Pearl-Index angegeben. Er berechnet die Wirksamkeit von Empfängnisverhütung. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode. Manchmal ist eine Spannbreite angegeben. Einige Methoden sind theoretisch sehr sicher, es gibt aber viele Anwendungsfehler. (Die Erklärung für einige der aufgeführten Methoden findet Ihr als Wikipedia-Links in den jeweiligen Überschriften.)

Barieremethoden

Nur Barieremethoden bieten auch Schutz vor Geschlechtskrankheiten – konsequente Anwendung vorausgesetzt.

Kondom
  • Vorteil: Es kann immer und ohne viel Vorbereitung angewendet werden. Keine Hormone.
  • Nachteil: Es kommt erstaunlich häufig zu Anwendungsfehlern.
  • Wichtig für die Stillzeit: Für das Stillen muss nichts weiter beachtet werden.
  • Kostenpunkt: 0,20 bis 0,60 € pro Kondom – je nach Packungsgröße, latexfreie Kondome kosten ca. 1,20 € pro Stück.
  • Pearl-Index: 2-14
Diaphragma und Portiokappe
  • Vorteil: Keine Hormone. Kann steht’s ohne viel Vorbereitung angewendet werden.
  • Nachteil: Erfordert einiges an Übung.
  • Wichtig für die Stillzeit: Die Größe wird drei Monate nach der Geburt vom Gynäkologen neu ausgemessen.
  • Kostenpunkt: 25-50,- €
  • Pearl-Index Diaphragma: 1-20
  • Pearl-Index Portiokappe: 6
Hormonelle Methoden

Hierbei bitte immer noch mal gründlich vom Gynäkologen beraten lassen.

Minipille
  • Vorteil: Keine „Unterbrechung“ beim Sex. Nur ein Mal pro Tag an Verhütung denken.
  • Nachteil: Sie muss täglich zur selben Zeit eingenommen werden. Bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden ist die Wirksamkeit nicht mehr gegeben und es muss ein zusätzliches Verhütungsmittel angewendet werden. Wie bei den meisten Medikamenten, kann es bei der Einnahme der Minipille zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen u.a. Gewichtsveränderungen, Kopfschmerzen, Depressionen, abgeschwächte Libido und Abgeschlagenheit.
  • Wichtig für die Stillzeit: Die Minipille enthält eine sehr geringe Dosis Gestagen aber kein Östrogen. Sie ist daher stillverträglich.
  • Kostenpunkt: 6,- bis 17,- € pro Monat
  • Pearl- Index: 0,5-3
Spirale
  • Vorteil: Nach der einmaligen Prozedur des Legens hat man quasi ein „rundum sorglos Packet“ und kann das Thema Verhütung für die nächsten fünf Jahre gedanklich abhaken.
  • Nachteil: In den ersten vier Monaten nach dem Einlegen der Spirale besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Menstruationsbeschwerden und verstärkte Regelblutungen können vorkommen. Extrem selten wird beim Legen der Spirale die Gebärmutter durchstoßen. Einige Frauen haben ein bleibendes Fremdkörpergefühl, mit dem sie nicht zurecht kommen.
  • Wichtig für die Stillzeit: Sechs bis acht Wochen nach der Geburt, wenn die Rückbildungsvorgänge abgeschlossen sind, ist es möglich sich die Spirale einsetzten zu lassen.
  • Kostenpunkt: ca. 170,- €
  • Pearl-Index: 0,9-3
Hormonspirale
  • Vorteil: Extrem hohe Wirksamkeit und wie bei der Kupferspirale eine andauernde Verhütung für die nächsten fünf Jahre.
  • Nachteil: Die Hormone werden zwar viel besser vertragen als bei der Pille, da sie lokal, also direkt in die Gebärmutter, abgegeben werden. Aber auch hier kann es zu unregelmäßigen bis hin zu ausbleibenden Regelblutungen kommen. Zahlreiche Frauen haben das allerdings schon als Vorteil benannt. 😉
  • Kostenpunkt: Einmalig ca. 300,- € (hält aber auch fünf Jahre)
  • Pearl-Index: 0,16
Natürliche Methoden

Natürliche Verhütungsmethoden kosten kein Geld. Sie sind in der Stillzeit, vor allem für Frauen, die noch keine Erfahrungen mit diesen Methoden gesammelt haben, eher ungeeignet, da nicht vorhersehbar ist wann sich der Zyklus wieder einpendelt. Für Frauen, die bereits Erfahrung mit diesen Methoden haben und für die eine erneute Schwangerschaft nicht grundsätzlich ein Problem darstellt, sind sie eine gute Alternative.

Temperaturmethode
  • Vorteil: Keine chemischen, oder mechanischen Produkte im Einsatz.
  • Nachteil: Während der fruchtbaren Tage muss entweder Enthaltsamkeit geübt, oder eine zusätzliche Verhütungsmethode angewendet werden. Die Temperaturmethode erfordert vor allem eine gewisse Selbstdisziplin und Kontinuität in der Umsetzung. Darüber hinaus kann die Temperatur durch Krankheit (Fieber), Schlafmangel oder auch Stress beeinflusst werden.
  • Wichtig für die Stillzeit: In mindestens den ersten drei Zyklen ist die Temperaturmethode noch zu unzuverlässig. Temperaturschwankungen können durch Schlafmangel und Stress noch leichter entstehen.
  • Pearl-Index: 0,8-3
Billingsmethode
  • Vorteil: Keine chemischen, oder mechanischen Produkte im Einsatz.
  • Nachteil: Die hier notwendige Selbstuntersuchung erfordert viel Übung und Erfahrung, so dass die Methode anfangs als extrem unsicher eingestuft wird. Bei dieser Methode müssen circa neun Tage im Monat mit zusätzlichen Verhütungsmitteln abgedeckt werden.
  • Wichtig für die Stillzeit: Durch veränderte Hormonlage schwierig, bis nicht ausführbar.
  • Pearl-Index: 5-15
Symptothermale Methode

Die symptothermale Methode kombiniert die Temperatur- und die Billings-Methode.

  • Vorteil: Erhöhte Sicherheit durch Beobachtung mehrerer Faktoren.
  • Nachteil: Erfordert gutes Körpergefühl, Beobachtungsgabe und Erfahrung.
  • Wichtig für die Stillzeit: Kommt erst in Frage, wenn sich der Zyklus wieder eingependelt hat. Frühestens nach drei Monaten.
  • Pearl-Index: 0,26–2,2
LAM (Lactational Amenorrhea Method)

Die LAM-Methode erklärt Anne Zietmann auf Ihrem Blog sehr gut.

  • Vorteil: Absolut natürliche Methode, keine Einnahme von Hormonen, keine Fremdkörper.
  • Nachteil: Funktioniert nur in den ersten sechs Monaten. Man muss für die LAM-Methode wirklich sehr diszipliniert sein.
  • Wichtig für die Stillzeit: Gerade in der ersten Zeit mit Baby im Wochenbett sind die Frauen oft ausgesprochen erschöpft. Da kann es leicht passieren, dass der empfohlene Stillrythmus von vier Stunden überschritten wird, wenn das Kind zum Beispiel mal länger schläft. Nicht alle Frauen bringen die Kraft auf, sich für diesen Fall auch in der Nacht einen Wecker zu stellen, um zu stillen. Viele sind sicher einfach nur dankbar für jede Extraportion Schlaf.
  • Pearl-Index: 2 (Wenn wirklich alle 6 LAM-Regeln befolgt werden.)
Sterilisation
  • Vorteil: Nie mehr über Verhütung nachdenken müssen.
  • Nachteil: Eine sehr drastische, weil in der Regel endgültige Maßnahme ist die Sterilisation von Mann oder Frau.
  • Wichtig für die Stillzeit: Bei dieser Maßnahme sollte die Familienplanung abgeschlossen sein. Die Überlegungen dazu sollten bereits vor der Geburt oder lange nach der oft emotionalen Wochenbettzeit angestellt worden sein.
  • Pearl-Index: Versagen bei Sterilisation des Mannes: 1/400 ,Versagen bei Sterilisation der Frau: 1/10.000

Kostenübernahme für Einkommensschwache

Bisher ist mir leider nur aus Berlin bekannt, dass eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei niedrigem Einkommen möglich ist. Hierfür wendet man sich an das Zentrum für Familienplanung.

Gut ist was gefällt

Welche Methode in der Stillzeit nun die Richtige ist, findet am besten jeder für sich selbst heraus. Manches kann man auch einfach mal ausprobieren. Weitere Infos zu Verhütungsmethoden – auch für Einsteiger – gibt’s bei Pro Familia.

Wochenbett-Depression & Stimmungsschwankungen

Eine Wochenbettdepression kann sehr belastend sein. thingamajiggs/fotolia.com

Viele Mütter erleben während der ersten Wochen nach der Geburt den „Baby Blues“. Wenn sich die Symptome verschlimmern und unbehandelt bleiben, kann sich daraus eine postnatale Depression entwickeln. In Deutschland sind nach neueren Untersuchungen jährlich etwa 10-20 % aller jungen Mütter davon betroffen (Grässer 2015).

1. Was ist eine postnatale Depression?

Die postnatale Depression, auch Wochenbettdepression genannt, ist eine Erkrankung, die in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auftritt.

Unter postnataler Depression werden Stimmungsschwankungen nach der Geburt verstanden, die sich in unterschiedlicher Weise äußern können. Bei einigen kann das mit einem „Heultag“ erledigt sein, andere verbleiben einige Tage oder noch länger in einem allgemeinen Zustand von Traurigkeit.

2. Ursachen für eine Wochenbett-Depression

Die Wochenbett-Depression könnte durch hormonelle, psychologische, physiologische Faktoren verursacht werden. Der Hormonspiegel, vor allem Östrogen und Progesteron, sinkt ganz plötzlich nach der Geburt ab. Gleichzeitig produziert der Körper das Hormon Prolaktin, welches die Milchbildung auslöst.

Oft sind die „Blues-Tage“ (Heultage) durch eine Kombination von mehreren Faktoren ausgelöst wie Hormonumstellung, Erschöpfung durch Wehen und Geburt, die emotionalen Höhen und Tiefen bei der Geburt und die neue Rolle als Mutter.

Wenn sich diese Symptome jedoch verstärken und länger als vier Wochen anhalten, leidet die Mutter vielleicht an einer postnatalen Depression. Lebt die Mutter isoliert von anderen Menschen bzw. vermeidet sie den Kontakt mit Freunden und Familie, steigt das Risiko einer Wochenbett-Depression.

3. Symptome bei einer postnatalen Depression

Die postnatale Depression kann viele Symptome haben. Typische Anzeichen bei einer Wochenbett-Depression sind z.B. Weinen, Reizbarkeit, Traurigkeit, ständige Übermüdung und Schlaflosigkeit.

Mit den oben genannten Stimmungsschwankungen können weitere Symptome wie Schuldgefühle, Ängste, Appetitverlust, Panikattacken sowie körperliche Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern einhergehen. Viele Mütter fühlen sich unverstanden und nicht fähig, mit dem Baby umzugehen.

4. Behandlung

Die Versuche die Depression zu unterdrücken oder zu verstecken, macht meist alles nur schlimmer. Die Mutter sollte sich in einem solchem Fall unbedingt Unterstützung bei Freunden und Familie holen oder auch professionelle Hilfe beim Arzt annehmen. In diesem Fall ist es wichtig, offen über die Schwierigkeiten, Probleme und Ängste zu sprechen, sei es mit dem Partner, dem Arzt oder mit der Hebamme.

Schwere Wochenbettdepressionen sollten sogar professionell, medikamentös und mitunter auch in einer Klinik behandelt werden.

Einfache Erschöpfungszustände und die Müdigkeit nach der Geburt können durch Vitamingaben gemildert werden.

Körperliche Bewegung und Yoga können beruhigend sein und zudem Kraft geben.

Hilfe im Haushalt sowie emotionale Unterstützung von Familie, Partner und Freunden sind für das Wohlbefinden der Mutter sehr wichtig.

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Hormonelle Umstellung

Zu den körperlichen Umstellungen nach der Geburt gehören auch hormonelle Veränderungen. Wenn sich die Plazenta abgelöst hat, kommt es zu einem schnellen Abfall der in der Plazenta gebildeten Schwangerschaftshormone. Dies löst die Rückbildungsvorgänge im Körper aus. Unter anderem werden Wasseransammlungen ausgeschwemmt, die sich während der Schwangerschaft im Gewebe gebildet haben.

Auch das Stillen bewirkt eine Veränderung des Hormonhaushalts. Es erhöht die Produktion der Hormone Prolaktin und Oxytocin. Sie sind für die Milchbildung und den Milchfluss verantwortlich. Ein hoher Prolaktinspiegel verhindert zudem den Eisprung. Das gilt allerdings nur, wenn die Frau voll stillt, das heißt mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden. Deshalb setzt die Periode meist erst nach dem Abstillen wieder ein. Bei nicht stillenden Frauen beginnt der Menstruationszyklus etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt.

Die Hormonumstellungen nach der Geburt führen bei vielen Frauen vorübergehend zu Stimmungsschwankungen, dem sogenannten Wochenbett- oder Baby Blues. Wenn sie länger stillen und dadurch die Eierstöcke gehemmt sind, können körperliche Beschwerden wie Schweißausbrüche, Müdigkeit und eine trockene Scheide auftreten – ähnlich den Beschwerden in den Wechseljahren. Viele Frauen haben unabhängig vom Stillen noch Wochen nach der Entbindung Verdauungsbeschwerden und/oder Haarausfall.

Stimmungsschwankungen . 16 Monate nach Geburt

Antwort:

Liebe Kat,
Ihnen fehlen Antworten auf Ihre Fragen! Und das macht in der Tat „wahnsinnig!“
Sie sitzen zuhause und versorgen ein Kind. Das ist ein ehrenvoller Beruf, aber alle anderen gehen wieder Ihrem Tagesgeschäft nach!
Und dann ist da noch eine Schwangerschaft, die nicht so gelaufen ist, wie frau es sich erträumt.
Vielleicht kann Ihnen diese Geschichte von Emily Perl Kingsley (Übersetzung A. Kühme) die Situation etwas verdeutlichen:
„Ich werde oft gefragt, wie es ist, eine behindertes Kind großzuziehen, um Menschen, die diese einzigartige Erfahrung nie gemacht haben, verstehen zu helfen, und um sich dieses Gefühl vorstellen zu können.
Es ist wie folgt….
Wenn man ein Baby erwartet ist das, als ob man eine wundervolle Reise nach Italien plant. Man deckt sich mit Reiseprospekten und Büchern über Italien ein und plant die wunderbare Reise. Man freut sich aufs Kolosseum, Michelangelos David, eine Gondelfahrt in Venedig und man lernt vielleicht noch ein paar nützliche ‚Brocken‘ Italienisch. Es ist alles so aufregend.
Nach Monaten ungeduldiger Erwartung, kommt endlich der langersehnte Tag. Man packt die Koffer und los geht’s. Einige Stunden später landet das Flugzeug.
Der Flugbegleiter kommt und sagt: „Willkommen in Holland“. „Holland ?!? Was meinen Sie mit Holland ?!? Ich habe eine Reise nach Italien gebucht! Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, nach Italien zu fahren!“
Aber der Flugplan wurde geändert. Du bist in Holland gelandet und da musst du jetzt bleiben.
Wichtig ist, man hat dich nicht in ein schreckliches, dreckiges, von Hunger, Seuchen und Krankheiten geplagtes Land gebracht. Es ist nur anders als Italien.
So, was du jetzt brauchst sind neue Bücher und Reiseprospekte und du musst eine neue Sprache lernen und du triffst andere Menschen, welche du in Italien nie getroffen hättest.
Es ist nur ein anderer Ort, langsamer als Italien, nicht so auffallend wie Italien. Aber nach einer gewissen Zeit an diesem Ort und wenn du dich vom Schrecken erholt hast, schaust du dich um und siehst, dass Holland Windmühlen hat … Holland hat auch Tulpen. Holland hat sogar Rembrandts.
Aber alle, die du kennst, sind sehr damit beschäftigt von Italien zu kommen oder nach Italien zu gehen. Und für den Rest deines Lebens sagst du dir: „Ja, Italien, dorthin hätte ich auch reisen sollen, dorthin habe ich meine Reise geplant.“
Und der Schmerz darüber wird nie und nimmer vergehen, denn der Verlust dieses Traumes ist schwerwiegend.
Aber… wenn du dein Leben damit verbringst dem verlorenen Traum der Reise nach Italien nachzutrauern, wirst du nie frei sein, die speziellen und wundervollen Dinge Hollands genießen zu können.“
Diese Geschichte wurde für Mütter mit behinderten Kindern geschrieben. Ich bin aber der Meinung, dass man sie auch exakt auf Mütter nach Notkaiserschnitt oder besonderen, z.B. Frühgeburten übertragen kann. Auch da ist ein Traum geplatzt und die verlorene Situation ist nie wieder zu ändern, nachzuholen etc.
Bitte wenden Sie sich an die Schwangerschaftskonfliktberatung (ja, auch nach der Entbindung!) der Diakonie, Pro Familia, Donum vitae oder dem Sozialdienst der Kath. Frauen. Dort steht geschultes Personal zur Verfügung, welches sich Zeit für Ihr Anliegen nimmt, Raum für Ihre Fragen und Ihre Gedanken schafft! Und das eröffnet manchmal völlig neue Blickwinkel.
Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 21.04.2015

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