Röteln im gesicht

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Bei Ringelröteln (Erythema infectiosum) handelt es sich um eine Viruserkrankung, die in erster Linie bei Kindern auftritt. Sie ist hochansteckend und wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Typisches Symptom ist ein roter Hautausschlag, der in erster Linie im Gesicht, aber auch an den Armen, den Beinen und am Rumpf auftreten kann. Ringelröteln nehmen in der Regel einen harmlosen Verlauf und heilen nach einigen Wochen von selbst wieder aus. Bei Erwachsenen, insbesondere bei schwangeren Frauen, sind aber auch Komplikationen möglich.

Ringelröteln – Was ist das?

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 hervorgerufen und sind auf der ganzen Welt verbreitet. Genauso wie Masern, Mumps, Windpocken und Röteln gehören sie zu den typischen Kinderkrankheiten. Ringelröteln werden oft mit normalen Röteln verwechselt, tatsächlich handelt es sich bei ihnen jedoch um eine eigenständige Infektionskrankheit.

Ringelröteln sind ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt per Tröpfcheninfektion – also beispielsweise beim Husten oder Niesen. Wie lange es nach der Ansteckung dauert, bis die ersten Symptome auftreten (Inkubationszeit), ist unterschiedlich: Meist liegt der Zeitraum zwischen vier Tagen und zwei Wochen. Der Infizierte ist bereits während der Inkubationszeit ansteckend, sobald die ersten Symptome auftreten, ist die Ansteckungsgefahr nur noch gering.

Wer einmal an Ringelröteln erkrankt ist, ist danach für den Rest seines Lebens gegen die Krankheit immun. Da die hervorgerufenen Symptome meist nur sehr schwach ausfallen, wissen viele Betroffene allerdings gar nicht, dass sie erkrankt sind. Man schätzt, dass in Deutschland etwa die Hälfte der Bevölkerung gegen Ringelröteln immun ist.

Roter Hautauschlag als typisches Symptom

Bei Ringelröteln machen sich zunächst häufig Symptome bemerkbar, die denen einer Erkältung ähneln: So kann es zu Abgeschlagenheit, Fieber sowie zu Gliederschmerzen kommen. Das charakteristischste Symptom, ein roter Hautausschlag, tritt nur bei etwa jedem fünften Erkrankten auf.

Typischerweise bildet sich der Hautausschlag vor allem im Gesicht aus: Auf der rechten und linken Wange entstehen große rote Flecken. Das Kinn, die Lippen und die Nase bleiben dagegen meist von dem Hautausschlag verschont. Neben dem Gesicht kann der Ausschlag auch an den Armen, den Beinen sowie am Rumpf auftreten. Häufig haben die Flecken hier ein typisches ringförmiges Muster: Sie weisen einen roten Rand und eine hellere Innenfläche auf.

Wie stark der Hautausschlag ausfällt und ob er mit Juckreiz einhergeht oder nicht, ist unterschiedlich. Gleiches gilt für die Dauer der Hautrötungen: Meist klingen die Symptome bereits nach einigen Tagen wieder ab, teilweise können sie aber auch mehrere Wochen anhalten. Oft ist die Haut durch den Ausschlag schuppig und bedarf einer besonders intensiven Pflege.

Ringelröteln bei Erwachsenen

Ringelröteln gelten als harmlose Kinderkrankheit, die meist ohne Folgen wieder abklingt. Auch für Erwachsenen sind Ringelröteln in der Regel nicht gefährlich. Mit zunehmendem Alter können allerdings heftigere Symptome auftreten. So kann es bei Erwachsenen zu Schwellungen und Entzündungen der Hand- und Fingergelenke sowie der Knie und Fußknöchel kommen.

Bei Personen, die an einer Blutarmut oder einer Immunschwäche leiden – etwa Leukämie-Kranke sowie Personen mit einem transplantierten Organ – können Komplikationen auftreten. Denn ihnen bereitet der Mangel an roten Blutkörperchen, der durch das Ringelröteln-Virus ausgelöst werden kann, mehr Probleme als Gesunden.

Besonders gefährlich können Ringelröteln während der Schwangerschaft werden: In etwa 20 Prozent der Fälle gehen die Viren auf das ungeborene Kind über und dieses kann in der Folge eine Blutarmut entwickeln. Im schlimmsten Fall kann durch das Virus eine Fehlgeburt ausgelöst werden.

Ringelröteln diagnostizieren

Ringelröteln werden bei Kindern und Erwachsenen meist nur bemerkt, wenn der typische rote Hautausschlag auftritt. Fehlt dieser, bleibt die Erkrankung in der Regel unentdeckt. Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind einen ungewöhnlichen Hautausschlag entdecken, kann ein Arzt meist bereits durch eine kurze Untersuchung feststellen, ob es sich um Ringelröteln handelt oder nicht.

Sicher diagnostiziert werden können Ringelröteln durch einen Bluttest: Bei einer Infektion bilden sich im Blut nämlich spezielle Antikörper, die etwa zehn Tage nach Beginn der Erkrankung im Blut nachweisbar sind. Bei Kindern ist ein solcher Bluttest in der Regel nicht nötig – meist wird er nur bei schwangeren Frauen durchgeführt, da die Viren für sie eine besondere Gefahr darstellen.

Ringelröteln behandeln

Wie bei den meisten Viruserkrankungen gibt es auch bei Ringelröteln keine Therapie gegen die Krankheitserreger an sich. Eine symptomatische Behandlung ist möglich, in vielen Fällen aufgrund des milden Krankheitsverlaufes aber nicht nötig.

Bei hohem Fieber können fiebersenkende Schmerzmittel hilfreich sein. Kindern sollten allerdings keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure verabreicht werden, da ansonsten das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auftreten kann. Tritt durch den Hautausschlag ein starker Juckreiz auf, können Sie die Beschwerden durch eine entsprechende Salbe aus der Apotheke, beispielsweise eine Zink-Lotion, lindern.

Im Gegensatz zu vielen anderen typischen Kinderkrankheiten gibt es gegen Ringelröteln bislang noch keine Impfung. Sie können der Erkrankung nur vorbeugen, indem Sie den Kontakt mit Infizierten meiden. Schwangere Frauen, die keine Antikörper gegen das Ringelröteln-Virus im Blut haben, sollten als Vorsichtsmaßnahme den Kontakt zu Kindern allgemein möglichst meiden.

Aktualisiert: 13.03.2018 – Autor: Kathrin Mehner

Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Was sind Ringelröteln?

Bei Ringelröteln (auch als „Ohrfeigenkrankheit bekannt) handelt es sich um eine gutartig verlaufende Virusinfektion, die vorwiegend bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter, manchmal aber auch bei Erwachsenen auftritt. Eine Häufung von Ringelröteln-Epidemien kann man vor allem in den Winter- und Frühjahrsmonaten feststellen.

Die Erkrankung tritt meist bei Kindern zwischen fünf und 15 Jahren auf, aber auch andere Altersgruppen können betroffen sein. Gerade Eltern und Personen, die mit Kindern in Kontakt stehen, tragen ein besonders hohes Risiko, an Ringelröteln zu erkranken.

Ursachen

Ringelröteln werden durch das sogenannte Parvovirus B 19 verursacht. Die Erreger werden über eine Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch übertragen.
Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Ringelröteln können etwa 1 bis 2 Wochen vergehen. In den meisten Fällen macht sich eine Erkrankung mit dem B-19-Virus mit einem für Ringelröteln typischen Hautausschlag bemerkbar.

Symptome & Krankheitsbild

Das Krankheitsbild bei Ringelröteln ist in erster Linie durch einen typischen Hautausschlag charakterisiert. In der Regel wird zunächst das Gesicht davon befallen. Es bildet sich eine schmetterlingsförmige, großfleckige Hautrötung auf Wangen und Nase. Spannungsgefühl und Juckreiz auf der Haut können dabei auftreten. Nach 1 bis 2 Tagen sind auch auf den Armen und Beinen rote Flecken sichtbar.
Mit der Zeit verwandeln sich die Flecken in blassrote Ringeln, die nach einer Weile wieder verschwinden können. Bei Sonneneinstrahlung, Hitze, Stress oder körperlicher Belastung kann der Ausschlag wiederholt auftreten. In manchen Fällen ist bei Kindern auch überhaupt kein Hautausschlag zu erkennen.
Bei Ringelröteln treten häufig folgende Symptome auf:

  • Fieber
  • Kältegefühl
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen

Nicht immer ist der Ausschlag deutlich zu erkennen. Dann werden Ringelröteln nicht selten als grippaler Infekt fehldiagnostiziert. Oft erscheint der Ausschlag auch ohne vorherige Symptome. Er sollte dann beobachtet werden, denn er lässt sich auch leicht mit einer allergischen Hauterscheinung verwechseln. Nach durchgemachten Ringelröteln ist die Haut oft sehr schuppig und benötigt ca. 4 Wochen lang vermehrte Hautpflege.

Auswirkungen

Ringelröteln verlaufen in der Regel ohne Komplikationen. Manche Betroffene (Kinder seltener als Erwachsene) leiden unter schweren Gelenkschmerzen, die erst nach mehreren Wochen abklingen. Eine große Gefahr besteht allerdings für schwangere Frauen, die gegen das Virus nicht immun sind. Ähnlich wie bei dem Rötelnvirus kann es bei einer Ansteckung mit dem B-19-Virus zu schweren Schädigungen des Embryos bis hin zur Todgeburt kommen. Die Gefährdung ist dabei in den ersten 12 Schwangerschaftswochen am größten. Im mittleren Teil der Schwangerschaft lösen diese Viren häufig Fehlgeburten aus. Für Kinder jedoch bedeutet die Erkrankung im Allgemeinen keine Gefahr. Bei Personen, die an bestimmten Bluterkrankungen (z.B. Thalassämie, Sichelzellenanämie) leiden, kann es nach der Infektion mit Ringelröteln zu einer Verstärkung der Blutarmut (Anämie) kommen. Dies macht sich durch einen erhöhten Herzschlag, Abgeschlagenheit und Blässe bemerkbar.

Diagnose

Eine Erkrankung an Ringelröteln lässt sich anhand des charakteristischen Hautausschlags meist zweifellos erkennen. Es bildet sich eine schmetterlingsförmige, großfleckige Hautrötung auf Wangen und Nase. Spannungsgefühl und Juckreiz auf der Haut können dabei auftreten. Nach 1 bis 2 Tagen sind auch auf den Armen und Beinen rote Flecken sichtbar, die sich laufend ändern können. Mit der Zeit verwandeln sich die Flecken in blassrote Ringeln, die nach einer Weile wieder verschwinden können. Bei Sonneneinstrahlung, Hitze, Stress oder körperlicher Belastung kann der Ausschlag wiederholt auftreten. Fall nötig, kann der Arzt mittels einer Blutuntersuchung zusätzlich bestimmen, ob es sich bei dem Kind um eine Erkrankung mit Ringelröteln handelt.
In manchen Fällen wird die Krankheit aber überhaupt nicht entdeckt. Auch wenn diese Kinder keine der typischen Symptome aufweisen, tragen sie dennoch das Virus in sich und stellen somit auch eine Ansteckungsgefahr für andere dar.

Therapie

In der Regel ist eine Behandlung nicht notwendig. Bei fieberhaften Temperaturen können fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden, wie Wadenwickel oder Zäpfchen (Paracetamol).
Den auslösenden Virus muß der menschliche Körper selbst bekämpfen. Lediglich die Haut benötigt meist nach der Erkrankung mehr Pflege, weil sie rauh und schuppig sein kann. Diese Pflege kann durch Ölbäder und fett/feuchte Lotionen erfolgen.

Wichtiger Hinweis

Wer sich einmal mit dem Parvovirus B 19 infiziert hat, ist gegen eine Neuinfektion geschützt. Denn man erlangt nach der Infektion mit dem Parvovirus B19 lebenslange Immunität.
Allerdings wird die Krankheit manchmal überhaupt nicht entdeckt. Auch wenn diese Kinder keine der typischen Symptome aufweisen, tragen sie dennoch das Virus in sich und stellen somit auch eine Ansteckungsgefahr für andere dar.

Vorsorge

Einer Ringelröteln-Infektion kann man nicht vorbeugen. Ringelröteln treten epidemisch in Kindergärten und Schulen auf. Eine Schwangere sollte sich deshalb vor solchen Einrichtungen fernhalten, falls dort Ringelröteln auftreten. Dies gilt vor allem für schwangere Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und Tagesmütter!
Über eine Blutuntersuchung kann eine Schwangere außerdem nachprüfen lassen, ob sie schützende Antikörper gegen das Parvovirus B 19 besitzt. Eine Schutzimpfung gegen diese Viruserkrankung gibt es derzeit nicht.

Ringelröteln (Erythema infectiosum) bei Kindern

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Sprungmarken im Text

  • Was sind Ringeröteln?
  • Wie werden Ringelröteln übertragen?
  • Wie sind die Symptome?
  • Welche Besonderheiten sind zu erwähnen?
  • Welche Komplikationen kann es geben?
  • Wie ist die Therapie?
  • Was können Sie vorbeugend tun?

Die Ringelröteln sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Viruserkrankung von vor allem Klein- und Schulkindern. Neben allgemeinen Krankheitssymptomen kommt es zu einem girlandenförmigen Ausschlag.

Was sind Ringeröteln?

Ringelröteln sind eine Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird (Parvo-Viren). Im Winter und im Frühjahr treten Ringelröteln gehäuft auf. Regelrechte Epidemien können an Schulen und in Kindergärten vorkommen. Die Infektion ist am charakteristischen Hautausschlag auf Wangen und Nase in Form eines Schmetterlings erkennbar.

Vor allem Kinder im Schulalter zwischen fünf und 15 Jahren sind von dieser Erkrankung betroffen, aber auch andere Altersgruppen können sich anstecken. Eltern kleinerer Kinder und Personen, die mit Kindern arbeiten, tragen ein besonders großes Risiko, an Ringelröteln zu erkranken. Wer einmal an Ringelröteln erkrankt ist, besitzt lebenslangen Schutz gegen die Krankheit.

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Wie werden Ringelröteln übertragen?

Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen 13 bis 18 Tage (Inkubationszeit).
Die Krankheit ist bereits einige Tage vor Beginn des Hautausschlags bis zu dessen Ende ansteckend.

Die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung ist kurz und dauert ungefähr eine Woche, der Hautausschlag erscheint nach ca. 14 bis 18 Tagen. Mit dem Ablassen des Ausschlags besteht keine Infektionsgefahr mehr.

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Wie sind die Symptome?

Zunächst kommt es über einen Zeitraum von ca. 6 Tagen zur Vermehrung des Virus, bei einigen Kindern kann sich das als ein leichter Husten oder Schnupfen, Brechreiz oder Muskelschmerzen bemerkbar machen, meist ist diese Phase aber symptomlos. Es folgt leichtes Fieber und der typische Hautausschlag.

Im Gesicht beginnend kommt es zu einer schmetterlingsförmigen Rötung von Wangen und Nasenwurzel, das Kind sieht aus „wie geohrfeigt“. Nach einem bis vier Tagen breitet sich der Ausschlag auf Arme, Beine und den gesamten Körper aus. Der Hautausschlag erscheint girlandenartig und kann in seiner Ausprägung stark schwanken. Dauer und Intensität des Ausschlags sind sehr unterschiedlich. Er kann wenige Tage bis zu mehreren Wochen andauern (wenn auch sehr selten). Weiters treten häufig Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen auf.

Manche Kinder verspüren einen starken Juckreiz, andere sind beschwerdefrei. Einige Kinder bekommen überhaupt keinen Hautausschlag. Manchmal begleiten Fieber, Gelenkschmerzen und geschwollene Lymphknoten die Krankheit. Die Krankheit verläuft in der Regel leicht. Für Kinder ist sie harmlos.

Manchmal wird die Krankheit überhaupt nicht entdeckt. In diesen Fällen zeigen Kinder keine der genannten Symptome. Da sie den Virus trotzdem in sich tragen, können sie auch andere anstecken.

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Welche Besonderheiten sind zu erwähnen?

Bei Schwangeren mit einer Ringelröteln-Infektion werden zur Erkennung einer Gefährdung des Kindes Ultraschall-Untersuchungen sowie eine Blutabnahme durchgeführt. In seltenen Fällen (Patienten mit Blutarmut) kann es zu einer schwerwiegenden Störung der Bildung der roten Blutkörperchen kommen.

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Welche Komplikationen kann es geben?

Bei erkrankten Kindern sind kaum Komplikationen bekannt. Schwangere, die zuvor keine Ringelröteln hatten, sind hochgradig gefährdet. Das Virus kann den Fetus infizieren, die Blutbildung beim Ungeborenen beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Totgeburt führen. Eine mögliche Infektion lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen.

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Wie ist die Therapie?

Ringelröteln bedürfen im allgemeinen keiner Behandlung, Antibiotika sind unwirksam. Kühle Umschläge und juckreizstillende Mittel lindern den Juckreiz.

Bei einer Infektion des ungeborenen Kindes während der Schwangerschaft kann über eine Punktion der Nabelschnurgefäße durch die Bauchdecke der Mutter das Blut des Kindes ausgetauscht werden.

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Was können Sie vorbeugend tun?

Gegen Ringelröteln lässt sich nicht vorbeugen, es gibt keine Impfung. Erkrankte Kinder sollten bis zum Ende der Infektion von anderen Kindern und von Schwangeren isoliert werden, damit das Risiko einer Virenübertragung vermindert wird. Ansteckungsgefahr besteht bis zum Abblassen des Ausschlags.

Röteln – oft ohne sicht­bare Merk­male

Röteln sind sehr ansteckend, denn sie werden von einem Virus ausgelöst, das von Mensch zu Mensch über Tröpfchen weitergegeben wird. Auch wenn Röteln als klassische Kinderkrankheit gelten, können auch Jugendliche und Erwachsene daran erkranken. Je älter der Infizierte ist, umso höher sind die Risiken, dass Komplikationen entstehen. Besondere Vorsicht gilt für Frauen in der Schwangerschaft, da das Röteln-Virus das ungeborene Kind ernsthaft gefährden kann. Aufgrund des hohen Risikoprofils gehören Röteln zu den meldepflichtigen Erkrankungen.

Röteln – Daten und Fakten

Das Rötelnvirus, in der Fachterminologie Rubella-Virus genannt, ist weltweit verbreitet. Aufgrund des hohen Risikos einer Erkrankung gerade für junge Frauen wurde 1974 in der BRD und 1990 auch in den neuen Bundesländern die Rötelnimpfung eingeführt. Dadurch ist die Zahl der Erkrankungen deutlich zurückgegangen. Allerdings konnte das Ziel der WHO, die Röteln in Europa bis zum Jahr 2010 zu eliminieren, nicht erreicht werden. In Deutschland besteht nach wie vor ein Infektionsrisiko. Schutz bietet die zweifache Impfung, die in Kombination mit einer Impfung gegen Masern und Mumps erfolgt. Auch wer bereits einmal an Röteln erkrankt war, ist gegen das Virus und damit eine Neuerkrankung immun.

Wie funktioniert die Ansteckung?

Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen und zwar über Tröpfchen, die sich über die Luft verteilen. Das bedeutet, dass bei jedem Husten, Niesen oder Sprechen Ansteckungsgefahr droht.

Zwischen der Infizierung mit dem Virus und dem Ausbruch der ersten Symptome liegen zwei bis drei Wochen. Allerdings sind Röteln bereits zuvor ansteckend. Und zwar eine Woche bevor der typische Hautausschlag auftritt. Ansteckungsgefahr besteht auch, wenn keine sichtbaren Krankheitszeichen auftreten, was in etwa bei der Hälfte der Kinder, die sich infizieren, der Fall ist.

Wer ist besonders gefährdet?

Die meisten Menschen erkranken bereits als Kinder an Röteln, da das Virus hoch ansteckend ist. Infizieren sich Jugendliche oder Erwachsenen, kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen führen. Besonders risikoreich ist eine Infektion während der Schwangerschaft. Denn wenn die werdende Mutter keine schützenden Antikörper hat, die in Folge einer Impfung oder durchgemachten Erkrankung entstehen, können Röteln das ungeborene Kind ernsthaft schädigen.

Welche Beschwerden verursachen Röteln?

Bei Beschwerden und Symptomen muss man klar unterscheiden, wer infiziert ist:

Beschwerden bei Kindern

Bei Kindern verläuft rund die Hälfte der Infektionen ganz ohne sichtbare Merkmale. Zu Beginn kündigen sich Röteln durch erkältungsähnliche Beschwerden an: Die Temperatur ist erhöht und die Atemwege leicht entzündet. Erst mit einigen Tagen Verzögerung zeigt sich der typische Hautausschlag, der sich vom Gesicht aus über den ganzen Körper ausbreitet. Diese kleinen hellroten Flecken verschwinden meist nach ein bis drei Tagen. Oft schwellen auch die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren an, was ziemlich schmerzhaft sein kann. Nach etwa einer Woche klingen die Beschwerden meist vollständig ab.

Beschwerden bei Jugendlichen und Erwachsenen

Jugendliche und Erwachsene müssen bei einer Rötelninfektion mit Komplikationen rechnen. Vor allem junge Frauen leiden oft unter geschwollenen und schmerzhaften Gelenken. Unabhängig vom Geschlecht kann eine Röteln-Infektion zu Bronchitis oder einer Mittelohrentzündung führen, in einigen Fällen auch zu einer Entzündung des Gehirns, des Herzmuskels oder der Herzbeutel.

Risiken für Schwangere

Ein ernstzunehmendes Risiko ist die sogenannte Rötelnembryopathie. Dieses Fachwort steht dafür, dass das Rötelnvirus über die Plazenta von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind übertragen wird und schwerwiegende Schäden anrichten kann. Betroffen sind davon häufig Innenohr, Herz, Auge und seltener Organe wie Gehirn, Leber und Milz. Die Folgen können Behinderung, Frühgeburt oder Fehlgeburt sein.

Röteln sicher erkennen

Bei Verdacht auf Röteln sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Erkrankung unter Umständen mit schweren Komplikationen einhergehen kann. Anhaltspunkte für die Diagnose liefern der typische Hautausschlag (der allerdings nicht auftreten muss) und die Schwellung der Lymphknoten. Allerdings können beide Symptome auch auf ganz andere Erkrankungen hinweisen. Daher nimmt der Arzt in der Regel einen Bluttest vor, durch den sich die Antiköper gegen das Röteln-Virus nachweisen lassen.

Was bedeutet Meldepflicht?

Zum Schutz vor Masseninfektionen besteht in Deutschland eine Meldepflicht für Röteln. Krankheitsverdacht und die tatsächliche Erkrankung müssen unter Angabe des Namens des Betroffenen spätestens 24 Stunden nach Kenntnisnahme an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Auch die Leitung einer öffentlichen Einrichtung muss das Gesundheitsamt darüber informieren, wenn in der Einrichtung ein Verdacht auf Röteln besteht.

Wie werden Röteln behandelt?

Eine spezifische Therapie gibt es nicht. Nur die Beschwerden wie das Fieber können gemildert werden. Am wirksamsten beim Gesundwerden helfen Bettruhe und viel Trinken.

Wie kann ich vorbeugen?

Wirksame Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Röteln existieren nicht. Allein die Impfung kann prophylaktisch vor einer Infektion schützen.

Gibt es eine Impfung gegen Röteln?

Ja, eine Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Die Impfung erfolgt mit einem sogenannten MMR-Kombinationsimpfstoff, der neben Röteln auch vor Masern und Mumps schützt. Eine Impfung bleibt aber immer auch eine individuelle Entscheidung, bei der Kontraindikationen beachtet werden müssen.

Doppelter Röteln-Schutz durch Impfung

Impfen gegen Röteln schützt einen selbst vor einer Infektion. Gleichzeitig schützt man die Menschen um sich herum, da man dank des Impfschutzes nicht mehr zum Überträger des Röteln-Virus wird.

Wer sollte laut STIKO wann geimpft werden?

  • Für Kinder wird von der STIKO der Aufbau eines Impfschutzes in zwei Schritten empfohlen: Die erste Impfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Impfung frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen. Aus epidemiologischer Sicht ist die Schuleingangsuntersuchung der späteste Zeitpunkt, für die zweite MMR-Impfung. Sollte auch dieser Termin versäumt worden sein, kann die zweite MMR-Impfung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden.
  • Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen sollte laut STIKO die Impfung so schnell wie möglich mit zwei Impfdosen nachgeholt werden.
  • Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter sollten vor Beginn der ersten Schwangerschaft zweimal geimpft sein. Eine Impfung gegen Röteln während der Schwangerschaft ist nicht mehr möglich. Zwischen Impfung und Schwangerschaft sollte mindestens ein Monat liegen.
  • Ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus, die im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten und dort Kontakt zu Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern haben.

Ringelröteln: Symptome, Bilder & Behandlung

Letzte Änderung: 02.12.2019
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin
Geprüft von Dr. Sandra Overmann • Kinderärztin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Fieber, Unwohlsein, juckender Ausschlag: Diese Symptome sind typisch für Ringelröteln. Doch meist verläuft die Viruserkrankung unbemerkt. Gefährlich ist sie nur in der Schwangerschaft und bei bestimmten Vorerkrankungen.

© iStock Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln sind eine ansteckende Kinderkrankheit, die insbesondere zwischen Juni und November auftritt. Der Erreger ist das Parvovirus B19, das zum Beispiel beim Sprechen und Husten von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

Anders als der Name nahelegt, handelt es sich bei Ringelröteln nicht um eine Form von Röteln: Röteln werden durch das Rubellavirus ausgelöst, Ringelröteln durch das Parvovirus B19. Gegen Röteln kann man sich impfen lassen, gegen Ringelröteln nicht.

Gemein ist den beiden Erkrankungen aber, dass man sie zu den Kinderkrankheiten zählt. Ringelröteln betreffen vor allem Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren. Typische Anzeichen sind Fieber, geschwollene Lymphknoten und ein charakteristischer Hautausschlag auf den Wangen und später auf Schultern, Armen und Beinen. Meist klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab.

Erwachsene bekommen die Infektion häufig stärker zu spüren. Ringelröteln kommen bei Erwachsenen aber insgesamt deutlich seltener vor als bei Kindern. Denn wer einmal an Ringelröteln erkrankt war, ist lebenslang gegen das Parvovirus B19 geschützt.

Vereinfacht formuliert merkt sich das Immunsystem bei der ersten Infektion, durch welche Erreger diese verursacht wurde. Kommt der Körper erneut mit den Viren in Kontakt, können die Antikörper deren Ausbreitung im Körper verhindern. In Deutschland sind fast 80 von 100 Erwachsenen in der Bevölkerung gegen das Virus immun.

Gerötete und juckende Wangen sind ein typisches Ringelröteln-Symtom. Der Hautausschlag tritt jedoch nur bei einem Teil der Erkrankten auf. (Quelle: Wikimedia Commons, Kardelen Yangın, CC BY-SA 4.0)

Ringelröteln: Ansteckung & Inkubationszeit

Ansteckend sind Ringelröteln vom siebten bis 13. Tag nach der Infektion, also noch bevor der typische, girlandenförmige Hautausschlag erscheint. Das erklärt auch, warum sich Ringelröteln gerade bei Kindern so schnell ausbreiten können: Da die infizierten Kinder die Erkrankung zunächst nicht bemerken, gehen sie in den Kindergarten oder in die Schule und stecken dort viele andere Kinder an.

Die Ansteckung geschieht über eine sogenannte Tröpfcheninfektion: Die Viren gelangen über feine Speicheltröpfchen von Mensch zu Mensch, etwa beim Niesen oder Husten. Manchmal werden sie auch über eine Zwischenstation – Hände, Oberflächen, Türklinken, Spielzeug – übertragen.

Video: Viren und Bakterien – die wichtigsten Unterschiede

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Ringelröteln: Symptome & Verlauf

Die meisten Menschen, die sich mit Ringelröteln anstecken, bemerken keinerlei Symptome. Ringelröteln bleiben deshalb oft unerkannt.

Wenn Symptome auftreten, geschieht dies meist erst 4 bis 14 Tage nach der Ansteckung. Die symptomatische Phase verläuft bei vielen Betroffenen in zwei Phasen:

  • Zunächst treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen auf, die für etwa zwei bis drei Tage anhalten. Anschließend kommt eine symptomfreie Zeit von etwa einer Woche.
  • Dann tritt der für Ringelröteln charakteristische Ausschlag auf.

Ein weiteres häufiges Symptom der Ringelröteln sind Gelenkschmerzen. Etwa die Hälfte aller erwachsenen Patienten und 20 von 100 erkrankten Kindern verspüren im Verlauf der Erkrankung Schmerzen in den Finger-, Hand-, Knie- und/oder Sprunggelenken. Meist klingen die Schmerzen nach etwa drei Wochen wieder ab.

Komplikationen

Wenn ein Mensch zum Beispiel an einer sogenannten hämolytischen Blutarmut erkrankt ist, können Ringelröteln bei ihm zu einem drastischen Mangel an roten Blutkörperchen führen. Denn durch die hämolytische Anämie baut der Körper mehr Blutkörperchen ab, als er neue bildet. Und Ringelröteln beeinträchtigen die Blutbildung zusätzlich.

Bei Menschen mit Abwehrschwäche (z.B. AIDS) können im Verlauf einer Infektion mit Ringelröteln anhaltende Blutarmut und chronische Gelenkentzündungen auftreten.

Ringelröteln-Ausschlag: Wie sieht er aus?

Bei einem Teil der Erkrankten zeigt sich etwa zwei Wochen nach der Ansteckung der für Ringelröteln typische Hautausschlag. Betroffen ist zunächst das Gesicht: Auf den Wangen und der Stirn bilden sich girlandenförmig geschwungene rote Flecken, die manchmal mit Juckreiz einhergehen.

Die symmetrische Form des Ausschlags ähnelt einem Schmetterling und könnte anfangs noch mit Masern verwechselt werden (Quelle: Wikimedia Commons, Sandyjameslord, CC BY-SA 4.0)

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Wenig später breitet sich der Ausschlag auf den Schultern, Armen und Beinen aus. Im Verlauf der Erkrankung können die Flecken ihre Form verändern.

Der Hautausschlag kann sich auf dem gesamten Körper ausbreiten.

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© Flickr Typisch für Ringelröteln ist ein ring- beziehungsweise girlandenförmiger Hautausschlag. Quelle: Flicker, csaveanu. CC BY-NC-ND 2.0 ×

Von anderen Kinderkrankheiten lässt sich der für Ringelröteln typische Ausschlag vor allem durch sein Verteilungsmuster abgrenzen:

Die meisten Kinderkrankheiten verursachen Hautausschlag. Die Grafiken zeigen, welcher Ausschlag für Masern, Scharlach und Röteln typisch ist …

× … und welche Formen des Ausschlags für Windpocken, Ringelröteln und Dreitagefieber charakteristisch sind. ×

Meist verblassen die Rötungen nach etwa ein bis zwei Wochen. Der Ausschlag kann aber innerhalb der nächsten Wochen erneut auftreten. Manchmal verstärkt er sich durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht oder ein heißes Bad.

Bei Erwachsenen rufen die Ringelröteln-Erreger oft stärkere Beschwerden hervor als bei Kindern. Zudem führt die Infektion bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern zu einer Gelenkentzündung (Arthritis), meist in den Händen, Knien sowie im Knöchel. In der Regel klingt diese innerhalb von drei Wochen von selbst wieder ab. Nur wenige Betroffene verspüren noch Monate oder Jahre nach der Erkrankung Schmerzen in den Gelenken.

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Frauen, die beruflich oder familiär Kontakt mit Kindern haben, sollten zu Beginn der Schwangerschaft durch eine Blutuntersuchung abklären, ob sie immun gegen Ringelröteln sind. Wenn nicht, sollten sie versuchen, sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung mit dem Parvovirus B19 zu schützen.

Denn: In der Schwangerschaft können Ringelröteln eine Gefahr für das ungeborene Baby darstellen. Bei Schwangeren, die in ihrer Kindheit noch nicht die Ringelröteln durchgemacht haben, besteht das Risiko, dass die Erreger über die Plazenta auf das Baby übertragen werden. Dazu kommt es in etwa 30 von 100 Fällen.

Auch wenn die Betroffene selbst möglicherweise nichts von der Infektion bemerkt, kann der Erreger die blutbildenden Zellen des ungeborenen Kindes schädigen und bei ihm eine Blutarmut hervorrufen. Diese kann lebensbedrohliche Folgen haben, unter anderem

  • eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) sowie
  • einen sogenannten Hydrops fetalis: Flüssigkeit tritt aus den Blutgefäßen in verschiedene Körperhöhlen aus und sammelt sich dort.

Bei etwa einem Viertel der Schwangeren, die sich mit Ringelröteln anstecken, entwickelt das ungeborene Kind einen Hydrops fetalis. Besonders hoch ist das Risiko dafür zwischen der 13. und 20. Schwangerschaftswoche. In etwa 70 von 100 Fällen führt ein Hydrops fetalis zum Tod des Kindes.

Auch in der Schwangerschaft bleibt eine Ringelröteln-Infektion meist unbemerkt. Wenn eine Schwangere vermutet, dass sie sich mit Ringelröteln angesteckt haben könnte, sollte sie diesen Verdacht jedoch unbedingt frühzeitig von einem Arzt abklären lassen.

Wenn die Ansteckung gerade erst stattgefunden hat, lassen sich die Erreger noch nicht durch einen Antikörper-Test nachweisen. In diesem frühen Stadium der Infektion kann der Arzt die Viren aber im Fruchtwasser nachweisen, mithilfe der sogenannten PCR-Methode. Dieses Diagnoseverfahren ist ab der 16. Schwangerschaftswoche möglich.

Stellt sich dabei heraus, dass die Patientin infiziert ist, wird der Arzt die Gesundheit des ungeborenen Kindes genau überwachen. Durch engmaschige Ultraschalluntersuchungen kann er überprüfen, ob die Infektion die kindliche Entwicklung beeinträchtigt.

Bildet sich beim Kind ein Hydrops fetalis, kann der Arzt dem Kind über die Nabelschnur eine Infusion mit roten Blutkörperchen verabreichen. Im besten Fall kann diese Maßnahme eine Totgeburt verhindern.

Ringelröteln: Diagnose

Wenn Hautausschlag den Verdacht auf Ringelröteln erweckt hat, muss der Arzt zunächst andere Kinderkrankheiten als Ursache ausschließen. Dazu schaut er sich den Ausschlag genau an und befragt den Patienten nach seinen sonstigen Beschwerden.

Etwa zwei Wochen nach der Infektion lassen sich Ringelröteln auch durch eine Blutuntersuchung feststellen. Erst dann bildet der Körper spezifische Antikörper gegen das Parvovirus B19.

Die Antikörper sind noch Jahre nach einer Ringelröteln-Infektion nachweisbar. Wichtig ist dieser Nachweis zum Beispiel bei Frauen, die schwanger werden möchten und nicht wissen, ob sie schon einmal Ringelröteln hatten. Da bei ihnen nicht klar ist, ob sie gegen Ringelröteln immun sind, sollten sie dies vor der Schwangerschaft mittels der Antikörper-Bestimmung prüfen lassen.

Ringelröteln: Therapie

Wie bei vielen Viruserkrankungen steht bisher kein Medikament zur Verfügung, das die Ringelrötelnviren gezielt abtötet. Bei Ringelröteln ist jedoch meist ohnehin keine Behandlung notwendig. Die Beschwerden klingen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.

Gegen die einzelnen Beschwerden helfen zum Beispiel fiebersenkende Schmerzmittel wie Paracetamol und Cremes, die den Juckreiz lindern. Bei länger anhaltendem Fieber, Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen ist Bettruhe ratsam.

Ringelröteln vorbeugen

Ringelröteln sind ansteckend, bevor der Betroffene die Erkrankung bemerkt. Somit lässt sich einer Ansteckung nur bedingt vorbeugen. Eine Impfung gegen das Parvovirus B19 gibt es nicht.

Da Ringelröteln in der Regel keine Komplikationen verursachen, müssen Sie nur dann gezielt vorbeugen, wenn Sie zu einer bestimmten Risikogruppe zählen: Eine Ringelröteln-Infektion während der Schwangerschaft kann zum Beispiel das Ungeborene gefährden. Daher ist es wichtig, bei infizierten Müttern regelmäßige Untersuchungen durchzuführen, um das Risiko für das ungeborene Kind zu minimieren.

Quellen

Online-Informationen des medizinischen Online-Nachschlagewerks Deximed: www.deximed.de (Abrufdatum 17.6.2019)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum 17.6.2019)

Ringelröteln. Online-Informationen des medizinischen Online-Nachschlagewerks AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 8.2.2019)

Hof, H., Dörries, R.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2019

Hahn, J. M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2018

Kerbl, R., et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2015

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Ringelröteln (Erythema infectiosum)“:

  • Sonstige Virusinfektionen, die durch Haut- und Schleimhautläsionen gekennzeichnet sind, anderenorts nicht klassifiziert

Onmeda-Lesetipps:

  • Kinderkrankheiten: Welche gibt es? Wie erkennt man sie?
  • Scharlach: Symptome & Behandlung
  • Impfempfehlungen im Überblick

Letzte inhaltliche Prüfung: 26.08.2019
Letzte Änderung: 02.12.2019

Kinderkrankheiten: Ringelröteln

Ringelröteln gehören wie Windpocken, Masern, Scharlach und Röteln zu den klassischen Kinderkrankheiten. Manchmal verlaufen sie jedoch unerkannt oder werden zunächst mit anderen Hautausschlägen verwechselt. Ringelröteln sind keine Variante der Röteln, sondern eine eigenständige Viruserkrankungen, aber für Schwangere gleichermaßen gefährlich.

Am Anfang wirken Ringelröteln wie eine Erkältung mit Halsschmerzen und leicht erhöhter Temperatur. Auch Magenverstimmung, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Juckreiz sind häufige Symptome. Laut Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zeigt sich ein paar Tagen nach der Ansteckung mit dem Erreger ein charakteristischer Ausschlag auf den Wangen.

Schmetterling im Gesicht und Ringe auf den Armen

Der Ausschlag ist intensiv rot und leicht geschwollen. Der Mund bleibt dabei frei, so dass das Ekzem wie ein Schmetterling geformt ist. Die Haut spannt und fühlt sich warm an, das Kind hat Juckreiz. Nach ein bis zwei Tagen breiten sich rote Flecken vor allem an den Streckseiten der Arme und Beine aus, die dann die Form von blassroten Ringen annehmen. Medikamente sind nicht nötig, aber die Haut des Kindes muss etwa vier bis sechs Wochen besonders gepflegt werden.

Ausschlag vom Kinderarzt abklären lassen

Um Ringelröteln von anderen Krankheiten abzugrenzen, die ebenfalls mit einem Hautausschlag verbunden sind wie Scharlach, Masern, Windpocken oder Röteln rät Fegeler Eltern, bei den ersten Anzeichen mit dem Kind zum Arzt zu gehen. In der Regel ist die Viruserkrankung für Kinder harmlos. Nur wenn sie ein geschwächtes Immunsystem haben, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass sie als Folge von Ringelröteln Gelenk-, Herzmuskel- oder Hirnhautentzündungen bekommen.

So werden Ringelröteln übertragen

Vor allem Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren stecken sich in der kalten Jahreszeit mit Ringelröteln an. Übertragen wird der Erreger, das Parvovirus B19, durch Speicheltropfen beim Niesen, Sprechen, Husten und Händeschütteln. Auch durch Schmierinfektionen mit Blut ist eine Weitergabe möglich. Selbst im Urin sind die Viren anfangs nachzuweisen. Schon bevor sich der Ausschlag zeigt, ist die Krankheit ansteckend.

Gefährlich in der Schwangerschaft

Gründliche Händehygiene ist daher das A und O, wenn ein Fall in einer Familie auftritt. Schwangere und andere Risikopatienten sollten den Kontakt zu Infizierten vermeiden. Fängt sich eine Frau während der Schwangerschaft das Parvovirus B19 ein, kann es in die Blutbahn des Ungeborenen gelangen und eine Fehlgeburt auslösen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

  • Service für Eltern: Kinderarzt-Suche
  • Kinderkrankheiten: Röteln sind eine Gefahr für das ungeborene Kind
  • Übersicht mit Tabelle: Wie lange besteht Ansteckungsgefahr?

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