Rote scheide kleinkind

Fachwissen

Vulvaveränderungen im Kindes- und Jugendalter

Volker Pelzer u. Ursula Holthusen

aus korasion Nr. 1, Februar 2001

Ungefähr 3 % der Patientinnen in der gynäkologischen Sprechstunde sind Mädchen und Jugendliche im Alter unter 16 Jahren. Bei ihnen stellen Entzündungen im Genitalbereich die häufigsten Erkrankungen dar. Etwa die Hälfte der jungen Patientinnen klagt über Beschwerden im Sinne einer Vulvovaginitis. Obwohl diese Entzündungen bis zur Aufnahme sexueller Kontakte wahrscheinlich bis auf wenige Ausnahmen im Zusammenhang mit Chlamydien-Infektionen auf das äußere Genitale beschränkt bleiben, ist eine Untersuchung nebst der Behandlung notwendig. Nur so können verschiedene Störungen differentialdiagnostisch ausgeschlossen bzw. Komplikationen vermieden werden. Die Kinder- und Jugendgynäkologie setzt u.a. umfassende Kenntnisse der Entwicklungsphysiologie des Mädchens voraus und verlangt vom Arzt viel Geduld und Einfühlungsvermögen in die kindliche Vorstellungswelt und die elterlichen Sorgen und Ängste sowohl bei der Anamneseerhebung, der Inspektion und in besonderem Maße bei der sich nicht unbedingt anschließenden “invasiven ”gynäkologischen Untersuchung. Bei vielen Fragestellungen ist eine ultrasonographische Beurteilung des inneren Genitale ausreichend.

Entzündungen

Auch wenn die Vulvovaginitis mit ihren Kardinalsymptomen: Ausfluss, Rötung, Schwellung, Brennen und Schmerzen primär meist im Vordergrund steht, heißt das nicht, dass grundsätzlich eine rein infektiöse Genese vorliegt: Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für eine Vulvovaginitis im Kindes- und Jugendalter. Wir sprechen einerseits von endogenen Ursachen, so z.B. bei hormonellen Einflüssen und anatomischen Veränderungen. Vor allem kommen Fehlbildungen des Introitus vaginae, verschiedene Hymenalanomalien und Veränderungen im Bereich der Harnröhrenmündung in Frage. Demgegenüber sprechen wir bei erregerbedingten Entzündungen oder mechanischen Faktoren wie beispielsweise bei Fremdkörpern sowie bei Verletzungen, hygienischen Fehlern oder durch enge Wäsche bedingten Faktoren von exogenen Ursachen. Dies erklärt, dass insbesondere bei der Abklärung einer genitalen Entzündung im Kindes- und Jugendalter immer eine besonders genaue, gegebenenfalls kolposkopische Inspektion des äußeren Genitale einschließlich Introitus vaginae, Perineum und Afterregion notwendig ist. Verschmutzungen, Kratzeffekte, Kleidereinschnürungen, Zeichen einer Östrogenisierung und anatomische Besonderheiten weisen schon oft den weiteren Weg. So findet man klassischerweise bei Kindern mit Eingeweideparasiten neben Kratzspuren am After eine perivulväre, perineale und perianale Entzündungsmanschette. Erschreckend sind oft die massiven Hautveränderungen, die durch verschiedene Keime, insbesondere durch hämolysierende Streptokokken, verursacht werden. Sie lassen leicht fälschlicherweise an einen sexuellen Missbrauch oder an eine primäre Haut- erkrankung denken.

Varianten des Hymens

Immer wieder werden Mädchen mit der Verdachtsdiagnose “Scheidenaplasie” vorgestellt. Die Eltern sind meist zutiefst verunsichert, und die Familien haben oft einen regelrechten Leidensweg hinter sich. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen nur um Normvarianten der Hymenalöffnung, d.h. die zentrale Öffnung ist nach ventral verlagert und entzieht sich so zunächst dem Blick. Der Introitus der Scheide lässt sich am besten einsehen, wenn man mit dem Zeige- und dem Mittelfinger der linken Hand die großen Labien in ihrem dorsalen Drittel behutsam spreizt und dann mit einer leichten Auswärtsdrehung nach hinten zieht. Lässt man das Kind jetzt einen Luftballon aufblasen, so setzt sich der intraabdominale Druck auf die Scheide fort, der Hymen bläht sich nach außen, und die Öffnung entfaltet sich. Eine echte Hymenalatresie ist eher selten. Sie sollte schon unmittelbar nach der Geburt aufgrund des fehlenden Schleimabgangs auffallen. Wird hierauf nicht vom Arzt oder der Kinderkrankenschwester geachtet, kann es zunächst zum Muko- und in der Pubertät zum Hämatokolpos kommen. Bei aufsteigendem Rückstau bis in die Eileiter können dann auch erhebliche tubare Störungen resultieren.

Anomalien im Bereich der Harnröhrenmündung

Die Beachtung der in Tab.2 aufgeführten Symptome/Befunde lässt alle anatomisch erkennbaren Störungen im Bereich der Vulva deutlich werden. Besonders die genaue Inspektion der Harnröhrenmündung und des Scheideneingangs ist wichtig: Meatus- oder distale Urethrastenosen, Meatusfehlanlagen und hymenale Anlagestörungen können der Grund für einen urethrovaginalen Reflux (UVR) sein, der dann zu rezidivierenden Vulvovaginitiden führt. Pompino konnte klinisch und experimentell zeigen, dass der UVR bei der differentialdiagnostischen Abklärung von Genitalentzündungen gerade bei Mädchen im Alter von drei bis acht Jahren eine entscheidende Rolle spielt (4,9). Paraurethralzysten, die den Skene-Drüsen zuzuordnen sind, bewirken leicht eine starke Verziehung der Harnröhrenmündung und damit ebenfalls einen urethrovaginalen Reflux.

Gynatresien

Angeborene Störungen des Müller-Gangsystems sind nicht selten. Hierbei finden sich relativ häufig kombinierte Störungen, und die Übergänge zwischen den einzelnen Ausprägungsgraden sind fließend. Bei einer Hymenalatresie muss die Vagina selbstverständlich möglichst bald nach der Diagnose eröffnet werden, da ein kompletter, membranartiger Verschluss der Scheide vorliegt. Neben zyklisch auftretenden Bauchschmerzen ab der Pubertät ohne Regelblutungen, den Molimina menstrualia, kommt es sonst zur Ausbildung eines Unterbauchtumors, der im Extremfall bis unter den Nabel reichen kann. Der sich darstellende Hämatokolpos wölbt sich als dunkelblauer bis bräunlicher, glatter Tumor aus der Scheide hervor. Selbstverständlich lässt sich dieser Tumor auch ultrasonographisch sehr gut als großes echoleeres Areal im medianen kleinen Becken darstellen.

Aber auch bei komplexeren Normvarianten wie beispielsweise dem Hymen altus, dem längsverlaufenden Hymenalseptum oder ähnlichen Fehlanlagen ist eine präpubertäre Operationsindikation gegeben. Nur so können dem Mädchen späterhin die Probleme beim Versuch, einen Tampon zu benutzen, erspart bleiben. Noch schlimmere Konsequenzen für die sexuelle Entwicklung kann der erste – dann frustrane – Kohabitationsversuch haben. Längs- oder Quersepten kommen durch einen unvollständigen Verschluss der Müller-Gänge zustande. Solche Septen fallen gewöhnlich erst bei der Menarche oder ebenfalls erst aufgrund von Kohabitationsbeschwerden auf. Vaginalsepten können ebenfalls das Bild der Molimina menstrualia oder zyklisch zunehmende Unterbauchschmerzen zeigen, wenn eine Atresie einer der beiden Vaginalanlagen in Kombination mit einem Uterus duplex vorliegt. Eine echte Scheidenaplasie, twa im Rahmen eines Mayer-Rokitansky-Küster-Syndroms (MRK-Syndroms), ist mit einer Häufigkeit von 1 : 5 000 eher selten (6).In diesen Fällen erkennt man im Bereich des Scheideneingangs häufig die Mündungen der Müller-Gänge. Die Diagnose wird letztlich ultrasonographisch und durch eine Chromosomenanalyse oder laparoskopisch gestellt.

Ein Sonderfall der “Scheidenaplasie” ist die Labiensynechie. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Verklebung der kleinen Schamlippen, die meist im Gefolge einer Vulvovaginitis auftritt. Typisch ist eine pergamentfarbene Linie zwischen den verklebten kleinen Labien. Der gesamte Scheideneingang kann bis auf eine winzige ventrale Öffnung für den Urin verschlossen sein. Infolge der Labiensynechie kommt es zum urethrovaginalen Reflux. Der Urin kann schlecht aus der Scheide ablaufen, da die Synechie wie ein Staudamm wirkt. Typischerweise berichten die Kinder auf Befragen über ein Nachträufeln von Urin nach dem Toilettengang.

Die Behandlung bei Labiensynechien ist einfach und sehr effektiv. Mehrfach täglich wird lokal Östrogencreme auf die Synechie aufgetragen, die sich dann bereits nach wenigen Tagen zu öffnen beginnt; nach ca. 10 bis 14 Tagen ist die Lösung meist komplett. Eine mechanische Lösung ist obsolet und muss wegen der resultierenden narbigen Synechien als fehlerhaft angesehen werden. Die nichtnarbige Labiensynechie tritt nur in der hormonellen Ruhephase auf und löst sich meist spontan mit Einsetzen der Pubertät.

Tumoröse Veränderungen

Tumoröse Veränderungen im Bereich der Vulva gehören in der kindergynäkologischen Sprechstunde eher zu den seltenen Befunden (2,3). Im Zeitraum von 6 Jahren wurden in unserer Sprechstunde 4 % der Kinder wegen des Verdachts auf einen Tumor vorgestellt, der sich dann auch in den meisten Fällen bestätigte. Überwiegend handelt es sich um gutartige Geschwülste wie z.B. Zysten. Hierzu gehören insbesondere solche Zysten, die vom embryonalen Gewebe abstammen. Sie gehen aus den nephrischen und paranephrischen Gängen hervor und finden sich überwiegend im Bereich der großen und kleinen Labien. Seltener findet man auch Epithelzysten der Vulva und Zysten, die auf dem Boden eines persistierenden Processus vaginalis (Nuck-Kanal) entstehen. Eine solche Zyste, die auch als Hydrocele feminae bezeichnet wird, kann im Gegensatz zur Leistenhernie nicht reponiert werden. Die genannten Zysten imponieren meist als prall-elastische, schmerzlose Tumoren, die über einen längeren Zeitraum unverändert bestehen und nur selten einer unmittelbaren operativen Therapie zugeführt werden müssen. Retentionszysten, ausgehend von Schweiß- und Talgdrüsen (ohne Prädilektionsstellen), sind im Vergleich von eher teigiger Konsistenz und gehen häufig mit Entzündungszeichen im paratumorösen Bereich einher. Zu ihnen gehören auch die Zysten der Bartholini-Drüse, die vorwiegend erst nach der Pubertät entstehen und bei denen im allgemeinen nur bei Infektion (Abszess) und bei stärkerer Größenzunahme zu behandeln ist.

Auch alle übrigen Tumoren der Vulva, die bei der erwachsenen Frau bekannt sind, sind – wenn auch nur sehr selten – im Kindes- und Jugendalter zu beobachten. Als Besonderheit sei der Hymenalpolyp des Neugeborenen genannt. Diese Anhängsel findet man bei etwa 6 % der Mädchen; sie bilden sich in den allermeisten Fällen spontan zurück (7). Erwähnenswert sind noch die Hämangiome im Bereich der Vulva, die bevorzugt an den großen Schamlippen auftreten und sehr unterschiedliche Ausmaße erreichen können. Aufmerksamkeit verdienen sie besonders deshalb, weil sie als Symptom verschiedener Syndrome beobachtet werden, so im Zusammenhang mit dem Kasabach-Merritt-Syndrom, dem Marfucci-Syndrom, dem Blue-rubber-bleb-Naevus-Syndrom und der generalisierten Hämangiomatose sowie dem v.Hippel-Lindau-Syndrom.

Die Therapie besteht heute bei zunächst abwartender Haltung insbesondere in der Laserkoagulation. Eine regelmäßige Beobachtung ist wegen der möglichen, wenn auch seltenen malignen Entartung immer geboten. Selten findet sich bei einer Polythelie eine Mamma aberrata im Bereich der Vulva, da die Milchleiste bekanntermaßen bis in diese Region reicht. Die Entstehung eines Fibroadenoms ist möglich (1). Auch Pigmentnaevi im Bereich der Vulva werden bereits bei sehr jungen Mädchen beobachtet. Diese müssen, insbesondere wenn es sich um sog. graphitfarbene Pigmentnaevi handelt, in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden (5). Maligne Tumoren sind glücklicherweise seltene Ereignisse, die aber leider häufig erst sehr spät erkannt werden (8). An erster Stelle steht das embryonale Rhabdomyosarkom oder Sarcoma botryoides, welches v.a. in den ersten beiden Lebensjahren, höchstens bis zum 5. Lebensjahr auftritt. Dieser Tumor ist bei Mädchen der häufigste maligne Urogenitaltumor unter den malignen Genitaltumoren überhaupt (1). Charakteristisch ist neben einer starken Wachstumsneigung auch die sehr hohe Rezidivneigung. Die Behandlung umfasst neben der Operation die kombinierte Radio-Polychemotherapie (5).

Eine 2. Gruppe maligner Tumoren bilden die dysontogenetischen Adeno- karzinome, die aus mesonephrogenem (Gartner-Gang) oder aus paramesonephrogenem Gewebe (Residuen des Müller-Gangsystems) hervorgehen. In der überwiegenden Zahl sind Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr betroffen. Der Verlauf ist meistens infaust. Klinisch stehen bei beiden malignen Tumoren intermittierende Blutungen, therapieresistente Ulzerationen, Fluor und der Abgang von traubenförmigem oder bröckligem Material im Vordergrund. Im weitesten Sinne zählen auch Hyperplasien der kleinen Schamlippen zu den Vulvatumoren. Die Vergrößerung kann sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch imponieren. Häufig kommt es erst während der Pubertät zur Manifestation. Diskutiert werden als Auslöser mechanische Reize oder auch chronische Entzündungen. Die Ursache ist jedoch sicherlich eine Anlagestörung im Sinne einer Normvariante. Hinsichtlich der Indikation zur Resektion sollte man sich möglichst zurückhaltend verhalten, da das Bild sich nach der Pubertät mit der Ausbildung der großen, dann voluminöseren Labien deutlich verändert. Ganz abgesehen davon kann es bei nicht korrekt durchgeführter Reduktionsplastik zu Narbenstrikturen mit konsekutivem urethrovaginalen Reflux kommen.

Androgenisierungszeichen

Durch vermehrte prä- oder postpartale Androgeneinwirkung kann es zu einer verschieden stark ausgeprägten Virilisierung des äußeren Genitale kommen. Der Ausprägungsgrad des Pseudohermaphroditismus femininus hängt vom Zeitpunkt der Hormoneinwirkung ab (10). Bis zur 14. SSW kann es zu einer ausgeprägten Maskulinisierung des äußeren Genitale bis hin zur skrotalen Umwandlung der großen Labien und zum Verschluss der Vagina bzw. des Sinus urogenitalis kommen. Hingegen beschränkt sich die Virilisierung bei Störungen in der fortgeschritteneren Schwangerschaft weitestgehend auf eine Klitorishypertrophie. Prader hat die verschiedenen Ausprägungsgrade in 5 Stadien unterteilt (11). Neben einem männlichen Behaarungstyp findet man Übergänge von der Klitorishypertrophie bis hin zur Phallusbildung. Auch die Urethra ist bis hin zur Hypospadie fehlangelegt. Ursächlich kommt in erster Linie das angeborene oder erworbene adrenogenitale Syndrom (AGS) in Frage. Aber auch das Cushing-Syndrom, adrenale oder ovarielle androgenbildende Tumoren und Gonadendysgenesien müssen bedacht werden.

Zur Größe der Klitoris im Kindes- und Jugendalter gibt es nur wenige verlässliche Untersuchungen. Sane und Pescovitz haben 1992 die Ergebnisse ihrer Untersuchungen an 80 normal entwickelten, gesunden Mädchen im Vergleich zu Mädchen mit gestörter sexueller Entwicklung veröffentlicht. Gemessen wurde der größte sagittale sowie der größte transversale Durchmesser der Klitoris nach vorsichtigem Zurückstreifen des Präputiums. Das Produkt der Messungen bildete den Klitorisindex in mm2: Der Index war z.B. bei Mädchen mit angeborener Nebennierenhyperplasie um den Faktor 10 höher als bei altersentsprechend normal entwickelten Mädchen (Tab.3)(12).

Sexueller Missbrauch

Abschließend soll noch kurz auf den sexuellen Missbrauch von Kindern eingegangen werden, dies nicht zuletzt deshalb, weil der Lokalbefund sehr häufig im Stich lässt. Das heißt: Ein unauffälliges äußeres Genitale beim Kind schließt keineswegs einen sexuellen Missbrauch aus! Oft werden die Kinder mit organspezifischen Beschwerden vorgestellt, so z.B. Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen, Obstipation, nächtlichem Einnässen und vielen anderen Symptomen. Ursächlich kommen selbstverständlich zahlreiche Faktoren in Frage, aber bei der gründlichen Inspektion der Vulva und des Analbereichs muss auch auf Zeichen eines sexuellen Missbrauchs geachtet werden. Hierzu gehören neben Blutungen insbesondere Hämatome, Schwellungen und Lazerationen. Ein weiter Scheideneingang und eine Hymenalweite > 0,5 cm in der Ruhephase bzw. >1 cm in der Pubertät sind ebenfalls verdächtig. Findet man bei der Untersuchung eines Mädchens oder einer Heranwachsenden Condylomata acuminata oder eine Herpes- genitalis-Infektion, liegt der dringende Verdacht auf einen Missbrauch auf der Hand.

In solchen Fällen muss auch der anale Dilatationsreflex überprüft werden, da gerade jüngere Kinder häufig anal missbraucht werden. Beim positiven Dilatationsreflex öffnet sich der Anus nach dem Spreizen der Gesäßbacken spontan, und der Analkanal und die rektale Schleimhaut bleiben bis zu einer Minute lang sichtbar. Der Dilatationsreflex gilt auch als positiv, wenn alternierende Kontraktionen und Relaxationen des Sphincter ani ohne Dilatation auftreten. Bei chronischem Missbrauch kann der Sphincter schon bei minimaler Teilung der Gesäßbacken klaffen, oder der Anus kann länger als eine Minute 0,5-2 cm geöffnet bleiben. Zudem findet man Fissuren, Narben und Pigmentveränderungen sowie eine ausgeprägte Venenzeichnung (“Hämorrhoiden”) im Analbereich.

Zusammenfassung

Alle Veränderungen der Vulva, die aus der Erwachsenengynäkologie bekannt sind, können auch im Kindes- und Jugendalter auftreten. Neben malignen und dysplastischen Erkrankungen, die in diesen Altersstufen sehr selten auftreten, bilden insbesondere echte und vermeintliche Fehlbildungen einen Schwerpunkt. In diesen Fällen sind Früherkennung und zeitgerechte Therapie entscheidend wichtig. Eine gestörte Pubertätsentwicklung oder hormonelle Dysfunktionen werden häufig primär im äußeren Genitalbereich deutlich. Entzündungen verursachen meist frühzeitig erhebliche Hautveränderungen, wohingegen der sexuelle Missbrauch nur selten aufgrund organischer Manifestationen nachzuweisen ist.

Schlussbemerkung

Vulvaveränderungen bei Mädchen und Jugendlichen sind überwiegend entzündlicher Genese. Hierauf konnte in diesem Rahmen nur kurz eingegangen werden. Beachtet werden sollte jedoch immer, dass der Vulvovaginitis nicht selten anatomische Störungen zugrunde liegen. Die Hauptursache sind aber sicherlich hygienische Fehler. Sowohl bei den Vulvovaginitiden als auch bei vielen anderen der geschilderten Erkrankungen weist die genaue Inspektion des äußeren Genitale beim Mädchen den weiteren Weg und macht zahlreiche belastende und teuere Eingriffe überflüssig.

Literatur

  1. Bässler R (1973):
    Pathologie der weiblichen Genital- und Mammatumoren in Kindesalter und Adoleszenz. Gynäkologie 6: 49;
  2. Eckler E (1992):
    Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane.
    In: Opitz H, Schmitz F (Hrsg.): Handbuch der Kinderheilkunde,
    Bd VIII/2. Springer, Berlin-Heidelberg-New York-Tokio
  3. Günther H (1985):
    Neubildungen. In: Heinz M (Hrsg.): Gynäkologie im Kindes- und Jugendalter. VEB Thieme, Leipzig;
  4. Hoffmann D, Pompino H-J (1982):
    Meatusanomalien bei Mädchen als Ursache für urethro-vaginalen Reflux und Vulvovaginitis. I.Europäisches Symposium für Kinder- und Jugendgynäkologie. Wissenschaftliche Information, Bd. 1 Milupa;
  5. Hiersche H-D (1987):
    Genitaltumoren. In: Huber A, Hiersche H-D (Hrsg.): Praxis der Gynäkologie im Kindes- und Jugendalter, 2. Aufl., Thieme, Stuttgart;
  6. Kühn W, Rummel HH (1986):
    Gutartige Tumoren im Bereich des äußeren Genitale.
    In: Zander J,Baltzer J (Hrsg.): Erkrankungen der Vulva.
    Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore;
  7. Nelon WE (1964):
    Textbook of Pediatrics.Saunders, Philadelphia-London;
  8. Petersen EE (1992):
    Erkrankungen der Vulva. Differentialdiagnose im Bild. Thieme,Stuttgart-New York;
  9. Pompino H-J (1988):
    Diagnostik und Therapie weiblicher urogenitaler Erkrankungen im Kindesalter.
  10. Rosenfield RL,Lucky AW,Allen TD (1980):
    The diagnosis and management of intersex. Current problems in pediatrics. Yearbook Medical Publishers,Chicago;
  11. Prader A, Harnack GA von (1971):
    Schwierigkeiten der Geschlechtszuordnung bei der Geburt. Gynäkologe 4:194;
  12. Sane K,Pescovitz OH (1992):
    The clitorial index: A determination of clitorial size in normal girls and in girls with abnormal sexual development. J Pediatr 120:26.

Anschrift für die Verfasser:

Prof.Dr.med.Volker PelzerSt.-Marien-Hospital Robert-Koch-Straße 153115 Bonn-Venusberg

Scheidenentzündung im Kleinkindesalter, Genitalhygiene

Die Scheidenentzündung im Kleinkindesalter

Die Scheidenentzündung im Kleinkindesalter
Die von Ihnen beschriebenen Symptome sind die typischen Anzeichen für eine Scheidenentzündung (Vaginitis). Weitere Symptome könnten Unterleibsschmerzen, weißlicher Ausfluss und häufigeres, Wasserlassen mit Brennen im Scheidenbereich sein. Diese Entzündungen kommen im Kleinkindesalter recht häufig vor. Das noch unreife Genitale der kleinen Mädchen hat weit weniger immunologische Abwehrmöglichkeiten, als die hormonell gereifte Scheide der erwachsenen Frau. Zudem bringt die Windelsituation zusätzliche Hygieneprobleme.

Fischartiger Geruch bei kleinen Kindern
Normalerweise ist Urin geruchslos. Kommen dagegen Keime ins Spiel, zersetzt sich der Urin. Da im Bereich des Genitales und in der Windelregion ständig Hautkeime aber natürlich auch Stuhlkeime vorkommen, findet die Zersetzung von Urinresten dort auch öfters statt. Der Harnstoff des Urins wird durch die Enzyme der Bakterien zu Ammoniak abgebaut. Dieser Ammoniak erzeugt nicht nur den oft beißenden fischartigen Geruch, sondern greift auch massiv die (vom Urin aufgeweichte) Scheiden-, Harnwegs- und Windelregion an.

Vorbeugung von kindlichen Scheidenentzündungen
Im Kleinkindesalter ist es wichtig eine sorgsame Genitalhyhiene zu betreiben und die Kinder in der Sauberkeitsphase auch von Anfang an damit vertraut zu machen. Merke: der beste Keimschutz im Genitalbereich ist Trockenheit und frische Luft. Verwenden Sie daher ausreichend große Windeln (bessere Belüftung), wechseln Sie die Windeln, sobald sie naß sind. Reinigen Sie die Scheide behutsam durch Abtupfen mit einer milden Kamillelösung, vermeiden Sie starkes Reiben. Praktisch ist es auch das Genitale kurz abzuduschen, oder den Sie machen ein Kamille-Sitzbad. Eine wesentliche Voraussetzung ist natürlich auch eine gute Durchblutung des Unterleibs, d.h. jetzt im Herbst ausreichend warme Hosen anziehen und für stets warme und trockene Füße sorgen.

Hygienetipps in der Sauberkeitsphase
In der Praxis stelle ich häufig fest, dass die Tipps für eine konsequente Genitalgygiene entscheidend zur Vorbeugung weiterer Unterleibsinfektionen sind. Setzen sich kleine Mädchen zum Wasserlassen auf die Toilette bildet sich in der Scheide ein kleiner Urin-See, der sich aufgrund des Jungfernhäutchens nur schlecht nach außen entleert. Innerhalb einer Stunde werden auch kleine Mengen von Urin in der Scheide (wie schon gesagt) bakteriell zu Ammoniak umgebaut. Es fischelt. Die Mädchen sollten daher auf der Toilettenschüssel in der Skifahrerhocke sitzen. Dabei wird der Oberkörper nach vorne gebeugt und der Po angehoben. So wird verhindert, dass sich Urin hinter dem Jungfernhäutchen in der Scheide sammelt. Sie können den Kindern dazu ein interessantes Buch vor die Füße legen und zur Unterstützung einen Toilettensitzverkleinerer verwenden. Wichtig ist auch am Ende des Wasserlassens die Scheide äußerlich mit einem trockenen weichen Papier abzutupfen. Feuchte Unterhosen sollten regelmäßig gewechselt werden, um eine weitere Schwächung der lokalen Immunabwehr zu vermeiden.

Lichen sclerosus – eine chronische Hauterkrankung im Genitalbereich

Bei der Lichen sclerosus handelt es sich um die häufigste nicht infektiöse Hauterkrankung der Vulva.

Der Lichen sclerosus (LS) ist eine chronisch entzündliche, gutartige Hauterkrankung, die nicht durch Infektionen oder allergische Prozesse hervorgerufen wird. Sie tritt überwiegend in der Anogenitalregion auf und betrifft meist Frauen. Es handelt sich dabei um die häufigste entzündliche Hauterkrankung der Vulva, die nicht durch Allergien oder Infektionen hervorgerufen wird. Leider wird die Erkrankung oft über einen langen Zeitraum fehlgedeutet. Unbehandelt kann ein Fortschreiten der Entzündung zu Vernarbungen, Verklebungen sowie Schrumpfung von Hautarealen führen. Auch ist das Risiko für bösartige Veränderungen erhöht. Es ist wichtig, dass Lichen sclerosus früh erkannt und behandelt wird, da die eingetretenen Hautveränderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Der Erkrankungsname leitet sich von Flechten ab, die auf der Rinde von Bäumen wachsen, da die Lichen sclerosus im fortgeschrittenen Krankheitsstadium durch weißlich, derbe, leicht erhabene Flecken gekennzeichnet ist. Die genaue Ursache der Erkrankung ist bislang nicht bekannt. Es besteht der Verdacht, dass eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt, da es Hinweise auf eine überschießende Immunreaktion im Gewebe gibt.

Betroffen sind überwiegend weibliche Personen – die Erkrankung kann sich aber auch bei Männern entwickeln. Ein Lichen sclerosus kann in jedem Lebensalter auftreten. Nach Schätzungen liegen die Erkrankungszahlen zwischen 0,1 Prozent bei Mädchen vor der Pubertät und 3 Prozent bei Frauen im Alter über 80 Jahren. Bei Betroffenen treten mitunter weitere entzündliche Erkrankungen auf, wie u.a. Psoriasis, entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen. Die Hautveränderungen sind meist auf die Anogenitalregion beschränkt. Selten sind auch andere Körperstellen betroffen, wie beispielsweise die Achselhöhlen oder die Innenseite der Handgelenke.

Juckreiz und Brennen sind typische Symptome

Der Lichen sclerosus geht häufig mit einem längerfristigen Juckreiz einher und kann auch ein Brennen verursachen. Im Frühstadium tritt die Erkrankung oft als braunrotes Ekzem in Erscheinung. Auch können weißlich, glänzende Hautareale auftreten. Problematisch sind Verletzungen der Hautoberfläche, die durch Kratzen oder auftretende Risse verursacht werden und zu quälenden Wundschmerzen führen können. Im späten Stadium kann es zur Narbenbildung oder Hautschrumpfung kommen, die in ausgeprägten Fällen zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie auch beim Absetzen von Harn- oder Kot führen können. Nicht abheilende Hautveränderungen mit einer unregelmäßigen Oberfläche und Knötchenbildung sollten sorgfältig beobachtet und abgeklärt werden, da ein Risiko für eine bösartige Veränderung besteht.

Verwechselungsgefahr mit Pilzinfektionen

Weil auch viele andere Erkrankungen mit hartnäckigem Juckreiz einhergehen, kann der Lichen sclerosus mit anderen Krankheitsbildern verwechselt werden. Häufig besteht zunächst ein Verdacht auf Pilzinfektionen. Doch auch Psoriasis, allergische Reaktionen sowie unter anderem Ekzeme gehen mit ähnlichen Symptomen einher. Das kann dazu führen, dass Betroffen oft lange auf die richtige Diagnose warten.

Die Erkrankung sollte am besten von einem erfahrenen Dermatologen, Gynäkologen bzw. Proktologen beurteilt und behandelt werden. Sie vermögen meist anhand der Symptome die Diagnose bzw. zumindest eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Eine gesicherte Diagnose ist nur durch eine Biopsie möglich, wobei man hier bei Kindern sehr zurückhaltend vorgeht.

Gute Behandlungserfolge bei richtiger Therapie

Der Lichen sclerosus kann mit kortikoid-haltigen Salben behandelt werden, welche insbesondere im Genitalbereich den störenden Juckreiz lindern und die Entzündungen abklingen lassen können. Werden diese regelmäßig auf den betroffenen Stellen angewendet, verschwinden beim Großteil der Betroffenen die Beschwerden. Durch eine frühe und konsequente Therapie können langwierige und komplikationsreiche Erkrankungsverläufe vermieden werden.

Führt das Auftragen der Kortison-Cremes nicht zum Erfolg, kann der behandelnde Mediziner das Kortison auch direkt in die Haut der betroffenen Gebiete spritzen. Versuchsweise können auch Salben angewendet werden, die das Immunsystem ein Stück weit unterdrücken. Starke Hautveränderungen können einen operativen Eingriff notwendig machen.

Bei einem Teil der Betroffenen sind die therapeutischen Maßnahmen nicht ausreichend wirksam, was chronische, langsam voranschreitende Erkrankungsverläufe zur Folge haben kann. Langfristige Erkrankungsverläufe können einen erheblichen Leidensdruck bei Betroffen erzeugen, das Sexualleben beeinträchtigen und eine enorme psychische Belastung darstellen. In einigen Fällen hat sich eine Psychotherapie zur Verarbeitung der Erkrankung als effektiv erwiesen. Auch der Austausch mit gleichfalls betroffen Menschen kann ein guter Weg zur Krankheitsbewältigung sein.

Eine Informationsplattform und Anlaufstelle bietet der ursprünglich in der Schweiz ansässige Verein Lichen sclerosus (www.lichensclerosus.ch), der inzwischen europaweit aktiv ist.

Grundsätzlich handelt es sich beim Lichen sclerosus um eine gutartige Erkrankung. Betroffene haben jedoch ein erhöhtes Risiko, einen Hautkrebs zu entwickeln. Daher sind regelmäßige medizinische Kontrollen wichtig, um mögliche bösartige Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.

Schamlippenverklebung

Bei der kinderärztlichen Kontrolluntersuchung eines kleinen Mädchens, am häufigsten im zweiten bis vierten Lebensjahr, fällt gar nicht so selten auf, dass die kleinen Schamlippen verklebt sind. Der Scheideneingang ist dann ganz oder teilweise verschlossen. An der Verklebungsstelle kann man einen feinen weissen Strich erkennen. Diese sogenannte Labiensynechie (oder Vulvasynechie ) ist meist ein vorübergehendes Problem und in den allermeisten Fällen völlig harmlos und sehr gut zu behandeln.

Ursache ist meist ein Hormonmangel

Dahinter steckt keine Fehlbildung der äusseren Geschlechtsorgane, sondern ein Hormonmangel während der hormonellen Ruhephase vor der Pubertät. In dieser Zeit produzieren die Eierstöcke noch keine Östrogene, die bei erwachsenen Frauen dafür sorgen, dass die Haut im Bereich der Schamlippen gut durchblutet und damit geschützter ist. Bei kleinen Mädchen oder bei Frauen in der Menopause ist der Einfluss der weiblichen Geschlechtsorgane nicht stark genug, deshalb ist die Haut im Intimbereich anfälliger für winzige Verletzungen und Entzündungen. An diesen Stellen kann es dazu kommen, dass die Schamlippen an ihren Rändern miteinander verkleben.

Andererseits kann selten aber auch mangelnde Hygiene, eine generelle Hauterkrankung, Entzündung durch Madenwürmer oder sogar sexueller Missbrauch hinter einer Schamlippenverklebung stecken. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin.

Urin tröpfelt nach

Eine stärkere Labiensynechie kann durchaus Probleme machen. Zum Beispiel kann es für die Eltern so aussehen, als ob das Kind nicht mehr trocken ist bzw. wieder einnässt. Tatsächlich aber tröpfelt bei den Mädchen nach dem Toilettengang immer ein bisschen Urin nach. Durch die Verklebung hat sich eine Art Reservoir gebildet, in dem sich der Urin sammelt. Auch weicht der Urinstrahl nach einer Seite ab. Das ist an sich noch nicht problematisch, kann aber im schlimmsten Fall Infektionen der Scheide und der Harnwege bis hin zu Nierenentzündungen zur Folge haben, weshalb die Schamlippenverklebung behandelt werden sollte.

Wie löst man die Verklebung am besten?

Auf keinen Fall dürfen die Schamlippen forciert und eigenmächtig geöffnet werden! Eine erneute Verklebung und sogar Vernarbung wäre die Folge. Eine erbsgrosse Menge niedrig dosierter östrogenhaltiger Creme (Estriolsalbe), die einen Monat lang täglich mit einem Wattestäbchen auf die Verklebungsnaht aufgetragen wird, löst die Verklebung dagegen fast immer ganz sanft innerhalb kurzer Zeit. Auch Cortison-Salbe wird eingesetzt, wenn die Östrogensalbe Nebenwirkungen zeigt. Nur in Ausnahmefällen ist es nötig, die Verklebung mit einer Sonde zu öffnen.

Wirksame Vorbeugung

Wenn die Schamlippen nach einiger Zeit erneut verkleben, ist möglicherweise eine übertriebene Intimhygiene der Grund. Feuchttücher oder Einmal-Waschlappen sind nicht angebracht, weil zu aggressiv für die empfindliche Haut. Klares Wasser reicht zur Reinigung der Genitalregion aus. Zur Vorbeugung einer erneuten Verklebung kann etwas Vaseline angewendet werden, die mit sanftem Druck vorsichtig von vorne oben nach hinten unten aufgetragen wird.

Letzte Aktualisierung : 23-01-20, BH

Babypflege

Die Haut eines Babys ist in vielerlei Hinsicht empfindlicher, als die eines Erwachsenen. (Dmitry Naumov / )

Babys Haut

Die Haut eines Babys ist sehr viel empfindlicher als die eines Erwachsenen. Alle Hautschichten sind dünner und der natürliche Säureschutzmantel ist noch nicht vollständig ausgebildet, wodurch Babyhaut insgesamt sehr sensibel auf physikalische und chemische Reize reagiert. Auch die Hautfeuchtigkeit unterscheidet sich von der eines Erwachsenen – Babys neigen häufig zur Ausbildung einer eher trockenen Haut.

Im Mutterleib schwimmt das Baby im Fruchtwasser und schützt seine Haut mit der sogenannten Käseschmiere. Nach der Geburt ist es plötzlich einer mehr oder weniger trockenen Luft ausgesetzt – die Haut muss sich an diese veränderten Bedingungen nach und nach anpassen. Auch der Hormonhaushalt des Babys stellt sich nach der Geburt um, was sich ebenfalls auf die Haut auswirken kann. In den ersten Lebenswochen werden Sie daher an der Haut Ihres Babys eventuell verschiedene Veränderungen bemerken, die zum Großteil völlig normal und nicht behandlungsbedürftig sind. So kann das Baby kurz nach der Geburt etwa eine eher trockene Haut entwickeln, die am ganzen Körper zu leichter Schuppenbildung neigt. Dies ist völlig normal, da sich Reste der Käseschmiere abschilfern und die Haut auf diese Weise auf die veränderten Umgebungsbedingungen reagiert. Einige Babys neigen zudem zur Ausbildung kleiner Pickel, vor allem im Gesicht (Neugeborenenakne), die meist nach etwa vier Wochen wieder verschwinden. Auch dies ist normal und Ausdruck der veränderten Hormonsituation.

Diese und ähnliche Hauterscheinungen kommen und gehen meist von alleine ohne spezielle Behandlung. Generell gilt aber: Wenn Sie Veränderungen an der Haut Ihres Babys bemerken und sich unsicher sind, fragen Sie jederzeit Ihren Kinderarzt oder auch Ihre Hebamme um Rat. Experimentieren Sie nicht selbst mit Pflege- oder Medizinprodukten, um die Haut Ihres Babys nicht zusätzlich zu belasten.

Die Körperpflege des Babys

Bei der Körperpflege des Babys und der Auswahl der passenden Pflegeprodukte muss auf die besonderen Bedürfnisse der sensiblen Babyhaut Rücksicht genommen werden. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, was dabei zu beachten ist.

Im Allgemeinen gilt: Je jünger das Baby, umso empfindlicher ist seine Haut und umso weniger Pflegeprodukte benötigt es. Sie sollten daher sowohl zur Reinigung als auch zur Pflege der Haut generell so wenige Produkte wie möglich verwenden.

Reinigung der Haut

Wasser ist in der Regel völlig ausreichend, um die Haut Ihres Babys zu reinigen. Eventuelle Creme- oder Schmutzreste können zusätzlich mit einem milden Hautöl und einem weichen Baumwolltuch entfernt werden. Auf Seifen sollten Sie beim Waschen und Baden Ihres Babys aber auf jeden Fall verzichten, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht anzugreifen.

++ Mehr zum Thema: Das Baby baden ++

Körpercreme

Im Allgemeinen benötigen Babys nicht nach jedem Bad bzw. jeder Körperwäsche Körpercreme oder -lotion. Häufiges Eincremen kann die natürliche Rückfettung der Haut beeinträchtigen. Neigt Ihr Baby über längere Zeit zu sehr trockener Haut, sprechen Sie am besten mit Ihrem Kinderarzt, welche Produkte für Ihr Baby am besten geeignet sind.

Gesichts- bzw. Fettcreme

Ebenso wie für den Körper gilt auch für den Gesichtsbereich: Häufiges Eincremen schadet der Haut Ihres Babys mehr, als es nützt. Lediglich bei sehr kalten Temperaturen sollten Sie das Gesicht Ihres Babys mit einer abdeckenden Fettcreme speziell für Babys schützen, da die Haut des Babys viel empfindlicher auf Kälte reagiert. Sie wird leicht rissig und spröde und es kann schneller zu Erfrierungen kommen.

Feuchttücher

Die Haut im Windelbereich wird meist besonders stark beansprucht. Harn und Stuhl sowie Wärme und Reibung in der Windel können die empfindliche Babyhaut angreifen und reizen. Auch in diesem Bereich eignet sich zur Reinigung am besten ein weiches Baumwoll- oder Vliestuch oder ein Einmalwaschlappen, die Sie mit warmem Wasser befeuchten. Eingetrocknete Creme- oder Stuhlreste können zusätzlich mit etwas mildem Babyhautöl entfernt werden. Feuchttücher können die Haut Ihres Babys zusätzlich austrocknen und sollten vor allem bei bereits gereizter und roter Haut nicht verwendet werden. Beim Kauf von fertigen Feuchttüchern sollten Sie generell darauf achten, dass diese nicht parfümiert sind, keine synthetischen Duft- oder Riechstoffe sowie Weichmacher oder Konservierungsstoffe enthalten.

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Heilsalbe

Ist die Haut im Windelbereich stark gereizt, gerötet oder wund, sollten Sie einige Tage eine spezielle Wund- bzw. Heilsalbe auf die betroffenen Stellen auftragen. Diese Salben enthalten oft Zink und sind in der Apotheke erhältlich. Rötungen und kleine Wunden entstehen außer im Windelbereich häufig auch an anderen Stellen des Körpers, an denen Haut auf Haut aufliegt. Dies ist etwa in den Armbeugen, unter den Achseln, in den Leisten oder in den Kniekehlen der Fall. Sehen Sie sich diese und andere Regionen, an denen Ihr Baby kleine Hautfalten hat, regelmäßig an, um gerötete Stellen frühzeitig zu erkennen.

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Welche Pflegeprodukte brauche ich für mein Baby?

Babypflegeprodukte sollten die Haut des Babys optimal schützen und dürfen sie gleichzeitig nicht belasten. Verwenden Sie ausschließlich hochwertige Produkte, die speziell für Babys entwickelt wurden. Bei der Auswahl der Produkte sollten Sie Folgendes beachten:

  • Die Produkte sollten aus so wenigen Inhaltsstoffen wie möglich bestehen, um Reizungen weitestgehend vorzubeugen.
  • Verwenden Sie so wenige unterschiedliche Produkte wie möglich und wechseln Sie die Produkte nicht zu häufig.
  • Die Produkte sollten keine Duft- und Konservierungsstoffe, Weichmacher oder Farbstoffe enthalten.
  • Auch auf tierische Inhaltsstoffe (z.B. Bienenwachs) sollten Sie eher verzichten, da diese Allergien auslösen können.
  • Achten Sie darauf, dass Produkte für Säuglinge und Kleinkinder keine ätherischen Öle (z.B. Menthol, Eukalyptus, Pfefferminzöl, Kampfer) enthalten. Diese können zu Reizung der Bronchien, Atemnot und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Sie dürfen weder zur Pflege noch zum therapeutischen Einsatz (z.B. in Husten- und Nasentropfen oder Salben) verwendet werden!

Pflege besonders sensibler Körperstellen

Ohren und Nase

Zur Reinigung der Ohren oder einer verstopften Nase sollten Sie niemals Wattestäbchen verwenden! Dies kann sehr schnell zu Verletzungen führen. Zur Reinigung der Ohren ist es völlig ausreichend, das äußere Ohr bzw. die Ohrmuschel mit einem feuchten Baumwolltuch abzuwischen, der Gehörgang muss nicht bzw. sollte nicht gereinigt werden. Ist die Nase Ihres Babys verstopft, können Nasentropfen aus isotoner Kochsalzlösung Abhilfe schaffen; dies sollten Sie aber mit Ihrem Kinderarzt absprechen. Eine stark verklebte Nase können Sie eventuell zusätzlich mit einer zusammengerollten Ecke eines Papiertaschentuches vorsichtig zu reinigen versuchen.

Geschlechtsorgane

Bei der Reinigung der Geschlechtsorgane ist besondere Vorsicht geboten. Bei Mädchen gilt: Die Scheide darf immer nur äußerlich gereinigt werden, die Schamlippen sollten nicht gespreizt werden. Das Scheidensekret dient zur Aufrechterhaltung der natürlichen Scheidenflora und sollte unangetastet bleiben. Ist etwas Stuhl in die Scheide geraten, sollte dieser vollständig entfernt werden, indem die Scheide sehr vorsichtig von vorne nach hinten abgewischt wird. Bei Buben darf der Penis ebenfalls nur äußerlich gereinigt werden. Die Vorhaut ist im ersten Lebensjahr mit dem Penis verklebt und darf nicht zurückgezogen werden! Dies kann zu Einrissen und nachfolgenden Entzündungen oder einer Vorhautverengung führen.

Finger- und Zehennägel

In den ersten sechs bis acht Wochen sollten Sie Ihrem Baby nicht die Nägel schneiden. Die Nägel der Babys sind zu diesem Zeitpunkt sehr weich und können – falls ein Stück absteht – ganz vorsichtig abgezogen werden. Für ältere Babys empfiehlt sich die Anwendung einer speziellen Babynagelschere mit abgerundeter Spitze, mit der die Verletzungsgefahr sehr gering ist. Ist Ihr Baby sehr unruhig, dann schneiden Sie ihm die Nägel, wenn es schläft.

Nabelpflege bei Neugeborenen

Die Nabelschnur wird nach dem Durchtrennen bei der Geburt mit einer kleinen Plastikklemme abgeklemmt. Der kurze verbleibende Rest ist zu diesem Zeitpunkt noch fest mit dem Bauch des Babys verbunden, im Laufe von etwa zehn Tagen trocknet er immer mehr aus und fällt schließlich ab. Solange der Nabelschnurrest nicht abgefallen ist, sollten Sie darauf achten, dass er immer so sauber und trocken wie möglich gehalten wird. Eventuelle Absonderungen werden nur mit etwas Wasser vorsichtig abgetupft, ansonsten sind keine speziellen Pflegemaßnahmen notwendig. Achten Sie darauf, dass der Nabelschnurrest nicht von der Windel bedeckt wird, damit keine feuchte Kammer entsteht, in der er sich entzünden könnte. Mit dem ersten Bad Ihres Babys müssen Sie warten, bis der Nabel abgefallen und vollständig verheilt ist.

Zähne putzen

Schon der erste sichtbare Zahn Ihres Babys sollte regelmäßig geputzt werden. In der ersten Zeit eignen sich dafür am besten ein Wattestäbchen oder eine spezielle Babyzahnbürste mit Gummiüberzug und klares Wasser. Solange das Baby nicht verlässlich ausspucken kann – dies ist oft erst um den zweiten Geburtstag der Fall –, sollten Sie auf Zahnpasta verzichten. Klares Wasser reicht bis dahin zur Reinigung der Zähne völlig aus.

Um die Zähne Ihres Babys zusätzlich vor Karies zu schützen, wird ab dem ersten Zahn oft die einmal tägliche Einnahme einer Fluortablette empfohlen. Ihr Kinderarzt kann Sie diesbezüglich beraten.

++ Mehr zum Thema: Tipps rund um das Thema Wickeln ++

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr
Redaktionelle Bearbeitung:
Philip Pfleger, Helga Quirgst MSc

Aktualisiert am: 29.01.2014 | 15:11

Laue B: Babypflege Schritt für Schritt. Gräfe und Unzer Verlag, München; 1. Auflage 2012
Jahn-Zöhrens U: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr. Hrsg.: Deutscher Hebammenverband e.V.; Trias Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart; 2. Auflage 2011
Langanki D: Babypflege: Alles, was Eltern wissen müssen – Schritt für Schritt. Elsevier, München; 2. Auflage 2011
Edenhofer I et al.: Das Neugeborene in der Hebammenpraxis. Hrsg.: Deutscher Hebammenverband e.V.; Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart; 2. Auflage 2010
Sonntag K: Mein Baby ist da. Trias Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart, 2010

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ÖSTROGEN-EXTERNA
BEI LABIENSYNECHIE IM KINDESALTER?

Bei einem gerade 1 Jahr alten Mädchen wurde vom Kinderarzt eine „Verklebung” der Schamlippen festgestellt und eine Therapie mit Östrogensalbe und mechanischer Erweiterung über dem Vaginalbereich verordnet, da das Mädchen sonst später nicht auf normalem Weg Kinder bekommen könnte. Eigentlich bin ich der Meinung, dass in der Pubertät durch hormonelle Veränderungen die entscheidende Bildung der Schamlippen im Genitale erfolgt. (…) Das Thema scheint in der Kinderarztpraxis hoch aktuell und häufig zu sein und wird von Eltern im Internet viel diskutiert. Was ist von einem solchen Eingriff bei einem so kleinen Mädchen zu halten?

Dr. med. U. RÖPKE (Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin)
D-37441 Bad Sachsa
Interessenkonflikt: keiner

Synechien der kleinen Schamlippen sind bei Mädchen vor der Pubertät häufig: In einer Prävalenzstudie werden bei insgesamt 1,8% der bis zu 12 Jahre alten Mädchen Adhäsionen beschrieben, am häufigsten im zweiten Lebensjahr. Keines der betroffenen Kinder ist älter als 4 Jahre.1 In einer anderen Studie haben sogar 21,3% der bis zu 7 Jahre alten Mädchen Synechien.2 Man nimmt an, dass chronische Reizung oder Entzündungen der Vulva (z.B. bei Windeldermatitis) zu Hautabschilferungen an den kleinen Schamlippen führen, die dann im Rahmen der Wundheilung anhaften.3 Die Adhäsionen können die kleinen Labien ganz oder teilweise verschließen.2 Oft bleibt nur eine kleine Öffnung, durch die der Urin ablaufen kann.4 Es wird vermutet, dass auch die niedrigen Östrogenspiegel im Kindesalter Synechien begünstigen.1 Vereinzelt werden sie aber auch nach Beginn der Pubertät beobachtet.4,5 Wir finden allerdings nur einen historischen Bericht, in dem die Adhäsion als Geburtshindernis beschrieben wird.6
Labiensynechien machen oftmals keine Beschwerden.7 Sie können aber Entzündungen des Genitale oder der Harnwege begünstigen. Infolge einer Abflussbehinderung kann sich Urin sammeln und zu unkontrolliertem Urinabgang oder bei vollständigem Verschluss der Labien zu Harnverhalt führen.8
Therapieempfehlungen in Form von Leitlinien finden wir nicht. Nach Ansicht vieler Autoren müssen beschwerdefreie Mädchen nicht behandelt werden.3,4,8-12 da sich innerhalb eines Jahres knapp 80%, mit Beginn der Pubertät praktisch alle Adhäsionen spontan lösen sollen.8 Bei Symptomen wird vielfach in erster Linie die Off-label-Therapie mit Östrogenexterna in Betracht gezogen.3,4,7,12 Die Datenlage dafür ist allerdings dürftig, und randomisierte Studien fehlen. In einer kleinen kontrollierten Studie9 mit insgesamt 30 Mädchen im Alter von 2 Monaten bis 2 Jahren, die alle einen fast vollständigen Verschluss der kleinen Labien, aber nur zum Teil Beschwerden haben, wird nach vier Wochen lokaler Östrogenanwendung bei 88% (22/25) eine Wiedereröffnung erzielt. In der Kontrollgruppe (n = 5), die über den gleichen Zeitraum mit wirkstofffreien Externa behandelt wird, bleiben die Synechien unverändert bestehen.9
In einer retrospektiven Vergleichsstudie10 von Östrogenexterna und lokalem Betamethason, dessen Anwendung bei Kindern unter einem Jahr oder unter Okklusivbedingungen (Windeln) zumindest laut Fachinformation von SODERM13 kontraindiziert und das insgesamt noch schlechter untersucht ist, werden hingegen mit beiden Therapieformen ähnlich unbefriedigende Ergebnisse erzielt: Nur bei jeweils etwa 15% der 4 bis 20 Monate alten Mädchen (n = 103) ist die durchschnittlich vierwöchige Therapie erfolgreich.10 In unkontrollierten, zumeist kleinen Anwendungsbeobachtungen4,5,14 von bis zu drei Monaten Dauer, in denen Mädchen mit und ohne Beschwerden bis zu einem Alter von 14 Jahren mit Östrogenexterna behandelt werden, liegen die Erfolgsraten zwischen 79% und 100%. In einer dieser Untersuchungen werden bei einigen Mädchen die letzten Adhäsionen nach erfolgter Östrogentherapie allerdings manuell getrennt.5 In einer größeren retrospektiven Studie, in der die ein bis sieben Jahre alten Mädchen (n = 262) alle unter Beschwerden leiden und vergleichsweise kurz (10 bis 14 Tage) behandelt werden, führt die Östrogenanwendung nur bei 46% zum Erfolg.12
Bei bis zu 40% der Mädchen werden nach Östrogenanwendung Rezidive beschrieben,4 die nach den Autoren einer Übersicht wie die Erstmanifestation behandelt werden sollen.3 Störwirkungen der Therapie umfassen vor allem Reizungen und Hyperpigmentierung der Vulva, seltener auch Brustwachstum und vaginale Blutung. Die unerwünschten Wirkungen sollen nach Therapieende reversibel sein.4,7,11
Sofern überhaupt beschrieben,9,12,14 werden in den Studien vor allem konjugierte Östrogene verwendet,12,14 die z.B. in den USA als Vaginalcreme (PREMARIN Cream) zur Behandlung von Beschwerden der Menopause erhältlich, als lokale Zubereitung in Deutschland aber nicht auf dem Markt sind.* Inwieweit die Studienergebnisse auf die hierzulande erhältlichen Estradiol- (LINOLADIOL N) bzw. Estriol-haltigen (OVESTIN u.a.) Externa übertragbar sind, ist unklar, da entsprechende Untersuchungen fehlen. Keines der Östrogenexterna ist zur Behandlung von Labiensynechien bei Mädchen zugelassen.

* In einer älteren Studie9 wurde Dienestrol angewendet, das ebenfalls nicht im Handel erhältlich und aufgrund seiner chemischen Nähe zu dem als kanzerogen und teratogen bekannten Diethylstilbestrol (vgl. a-t 1997; Nr. 2: 22) ohnehin obsolet ist.

Chirurgische Trennungsverfahren, die manuell oder instrumentell erfolgen können, werden vor allem bei starken Beschwerden, Harnverhalt oder nach Versagen einer konservativen Therapie in Betracht gezogen.3,7 Auch sie können zu Rezidiven führen.4

∎ Labiensynechien sind im Kindesalter häufig, oft asymptomatisch und erfordern dann keine Therapie. Spätestens mit Beginn der Pubertät sollen sich die meisten Adhäsionen von selbst lösen.
∎ Wenn Beschwerden auftreten und ein Off-label-Therapieversuch mit Östrogenexterna erwogen wird, sollten die Eltern über die unzureichende Datenlage, mögliche Störwirkungen und die fehlenden Langzeiterfahrungen aufgeklärt werden.
∎ Chirurgische Therapieverfahren bleiben vor allem Komplikationen wie z.B. Harnverhalt oder anhaltenden Beschwerden nach Versagen einer konservativen Therapie vorbehalten.

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