Ringelröteln symptome BEI erwachsenen

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Ringelröteln – Kinderkrankheit, die auch Erwachsene treffen kann

Ringelröteln sind im Allgemeinen harmlos. Schwierig wird es nur, wenn schwangere Frauen an Ringelröteln erkranken. Hier drohen bleibende Schäden für das Kind. Das wichtigste Kennzeichen der Ringelröteln ist der Hautausschlag, der im Gesicht, an den Armen und am ganzen Körper auftreten kann. Er kann aber auch nur schwach ausgeprägt sein oder gänzlich fehlen. Die Ringelröteln dauern ungefähr 1 bis 2 Wochen an. Sie machen sich durch girlandenförmigen Hautausschlag, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Hautblässe und erhöhten Puls bemerkbar. Die Körpertemperatur ist entweder nicht oder nur gering erhöht.

Problem der Identifizierung

Es müssen allerdings nicht alle Symptome gemeinsam auftreten. Unter Umständen sind sie nur sehr schwach oder fehlen völlig. Dadurch entsteht das Problem, dass die Ringelröteln nicht immer rechtzeitig erkannt werden. Für schwangere Frauen kann dies gefährlich werden, denn es drohen ernsthafte Schäden für das Kind. Entgegen der landläufigen Meinung kommt es aber nicht zu Missbildungen oder Behinderungen, sondern zu einer Blutarmut, die das Herz des Kindes angreifen kann. Hier droht im schlimmsten Falle eine Früh- oder eine Fehlgeburt. Damit es nicht so weit kommt, müssen schwangere Frauen, bei denen der Verdacht auf eine Ringelrötelerkrankung besteht, engmaschig überwacht werden.

Ringelröteln – Infektion

Nach der Infektion mit dem Ringelrötel-Virus dauert es ungefähr 2 Wochen, bis sich erste Symptome bemerkbar machen. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektionen, Niesen, Husten oder Händeschütteln übertragen. Auch auf der Haut und auf einigen Gegenständen kann der Erreger der Ringelröteln eine zeitlang überleben. Sichere Vorbeugungsmaßnahmen oder eine Impfung gegen die Ringelröteln gibt es noch nicht. Es wird aber an einer Impfung gearbeitet. Um einer Infektionsgefahr weitgehend aus dem Wege gehen zu können, ist es empfehlenswert, den Kontakt mit Personen, die bereits infiziert sind oder die infiziert sein können, zu vermeiden. Dies gilt vor allem für Schwangere.

Lebenslange Immunisierung durch überstandene Infektion

Keine Gefahr besteht, wenn eine Person bereits einmal an Ringelröteln erkrankt war. Eine überstandene Infektion zieht eine lebenslange Immunisierung gegen eine erneute Erkrankung nach sich. Zwei Drittel aller Frauen, die sich im gebährfähigen Alter befinden, sind bereits immun, da sie die Ringelröteln als Kind hatten. Um eine Gefährdung komplett ausschließen zu können, muss hierüber Klarheit herrschen. Das Problem besteht darin, dass eine Ringelrötelinfektion unter Umständen unbemerkt verlaufen kann.

Die Symptome richtig deuten lernen

Vereinzelt treten nur so unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit auf, die auch Hinweis auf eine andere Erkrankung sein können. Bei Erwachsenen kann es außerdem zu Symptomen kommen, die denen eines Gelenkrheumatismus ähneln. Um hier eine eindeutige Klärung herbeizuführen, ist eine genaue Differentialdiagnostik notwendig. Der für die Ringelröteln typische Hautausschlag breitet sich in der Regel girlandenförmig über die Wangen und die Stirn aus. Darüber hinaus können die Hände, die Arme und weitere Körperteile betroffen sein. Nach einigen Tagen verschwindet der Hautausschlag meistens wieder. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass er noch einmal aufflammt.

In der Schwangerschaft besteht das Problem, dass das Ringelrötel-Virus von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann. Besteht der Verdacht auf eine Ringelrötel-Erkrankung, sind wöchentliche Ultraschall-Untersuchungen angezeigt. So können Veränderungen sofort erkannt und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Durch die Ringelröteln kann es beim Kind zu einer Blutarmut mit weiteren Folgen kommen. Um bleibende Schäden zu verhindern, muss das Kind bereits im Mutterleib mit Blutkonserven versorgt werden. Dazu ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.

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Ringelröteln (Erythema infectiosum): durch das Parvo-Virus B19 ausgelöste, eher seltene Infektionskrankheit, die v. a. Kindergartenkinder betrifft.

Ringelröteln sind meist harmlos, bei Infektionen in der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass das Ungeborene geschädigt wird. Ringelröteln kommen v. a. bei Kindern im Alter von 3–8 Jahren vor; Säuglinge und Erwachsene sind normalerweise nicht betroffen, eine Ansteckung ist jedoch möglich. Nach der Infektion besteht vermutlich eine lebenslange Immunität.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

  • Meist Erkältungszeichen, z. B. leichtes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, aber auch Durchfall und Übelkeit
  • Juckender Hautausschlag mit flächiger Rötung beider Wangen („schmetterlingsförmig“). Ausbreitung oft in einem girlandenförmigen Muster auf den übrigen Körper, v. a. auf die Streckseiten der Arme und Beine
  • Gelenkschmerzen
  • Entzündung der Rachenschleimhaut.

Inkubationszeit. 4–18 Tage bis zum Auftreten des Hautausschlages.

Zeitraum der Ansteckung. 7 Tage vor Ausbruch der Erkrankung und bis zu 7 Tage danach.

Am nächsten Tag zum Kinderarzt, wenn

  • Sie bei Ihrem Kind einen auf Ringelröteln verdächtigen Hautausschlag beobachten.

Am nächsten Tag zum Frauenarzt, wenn

  • Sie schwanger sind und Kontakt mit einem an Ringelröteln erkrankten Kind hatten.

Krankheitsentstehung

Ringröteln treten alle 4–5 Jahre in kleinen Epidemien vom Spätwinter bis zum Frühsommer auf.

Die Übertragung des Parvo-Virus B19 erfolgt wahrscheinlich über eine Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch. Über die oberen Atemwege oder die Augenbindehaut dringen die Viren in den Blutkreislauf des Gesunden ein. Auch durch den direkten Kontakt mit dem Sekret beim Händeschütteln, Küssen oder bei der Benutzung desselben Essbestecks oder Geschirrs besteht die Gefahr, dass sich der Gesunde ansteckt, ebenso bei einer Bluttransfusion. Das Virus befällt v. a. die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark.

Die meisten Infektionen machen aber kaum oder gar keine Beschwerden und bleiben unbemerkt. Schon unmittelbar nach der Ansteckung kann die Erkrankung weiter übertragen werden. Mit Auftreten des Ausschlags ist die Ansteckungsfähigkeit so gut wie vorüber.

Klinik

Im unspezifischen Anfangsstadium zeigen sich allenfalls erkältungsähnliche Symptome.

Treten Krankheitszeichen auf, so am ehesten der charakteristische Hautausschlag. Er ist nach 2–5 Tagen zu sehen. Der Ausschlag verblasst nach 7–10 Tagen, selten hält er für Monate an. Bei weniger als 10 % der Kinder kommt es vorübergehend zu Gelenkentzündungen, die sich durch Schmerzen an den kleinen Gelenken zeigen; die Gelenkentzündungen sind aber harmlos und hinterlassen keine Folgeschäden.

Verlauf

Wird die Infektion klinisch manifest, lässt sich ihr Verlauf in zwei Phasen einteilen, zwischen denen oft eine Pause von rund einer Woche liegt:

  • Phase 1 (Prodomal- oder Vorphase, Dauer 2–4 Tage): In dieser Phase bekommt das Kind einen leuchtend roten Ausschlag auf den Wangen ähnlich wie ein Sonnenbrand. Außerdem zeigt es eine markante Blässe um den Mund und leichtes Fieber.
  • Phase 2 (Exanthemphase, Dauer 1–4 Tage): charakteristischer Hausausschlag (Exanthem) auf Schultern, Oberarmen, Oberkörper und in einigen Fällen auch auf den Oberschenkeln. Er verblasst nach und nach. Fußsohlen und die Handinnenflächen sind meist nicht betroffen.

Komplikationen

Häufige aber letztlich harmlose Komplikation ist ein Anhalten des Ausschlags über Wochen bis Monate. Die Intensität des Ausschlags schwankt, manchmal scheint er auch verheilt zu sein, um bei Sonnenlichtexposition, Hitze, Stress oder körperlicher Belastung wieder aufzutreten.

Ernste Komplikationen bei Ringelröteln betreffen v. a. Kinder mit bestimmten Formen einer Blutarmut, wie etwa der Sichelzellanämie. Dies liegt daran, dass das Virus die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark befällt. Letztere können dann nicht mehr rasch genug gebildet werden. Als Folge verschlimmert sich die Blutarmut, die sich durch einen erhöhten Herzschlag, Abgeschlagenheit und Blässe bemerkbar macht.

Gefährlicher sind die Ringelröteln für Ungeborene: Da die Erkrankung eher selten ist, haben nur rund die Hälfte aller Schwangeren die Erkrankung durchgemacht. Eine Impfung gibt es nicht – schätzungsweise 50 % aller Schwangeren sind somit ungeschützt. Bei einer Infektion in der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass sich das Ungeborene ansteckt und eine Blutarmut bekommt, die letztendlich zur Fehl- oder Totgeburt führt. Die Gefährdung ist in den ersten 12 Schwangerschaftswochen am größten, in der Mitte der Schwangerschaft löst das Parvovirus B19 häufig Fehlgeburten aus.

Schwangere mit Ringelröteln werden daher wöchentlich vom Gynäkologen mittels Ultraschall untersucht, damit bei einer Blutarmut des Ungeborenen noch vor der Geburt eine Bluttransfusion durchgeführt werden kann.

Eine Ringelröteln-Erkrankung lässt sich anhand des charakteristischen Hautausschlags meistens zweifellos erkennen. Ein Arztbesuch dient deshalb oft nur zur Sicherung der Diagnose. Falls nötig, lässt der Arzt durch eine Blutuntersuchung zusätzlich bestimmen, ob es sich um eine Ringelröteln-Infektion handelt.

Eine Behandlung der Ringelröteln ist nicht möglich. Der Körper muss das auslösende Virus selbst bekämpfen. Bei Fieber empfehlen sich Wadenwickel oder fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Kindes. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker!

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie als Eltern tun können

  • Bettruhe und Schonung: Die meisten Kinder mit Ringröteln sind nur wenig beeinträchtigt. Bei Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen empfiehlt sich jedoch Bettruhe und Schonung.
  • Gegen den Juckreiz: Juckt der Hautausschlag sehr, helfen kühle Waschungen – zumindest zeitweise. Gleichzeitig wirken sie gut gegen Fieber. Frei verkäufliche Lotionen aus der Apotheke verschaffen Linderung.

Prävention

Derzeit gibt es noch keine Impfung gegen Ringröteln; es befindet sich zwar ein Impfstoff in der Entwicklung, allerdings wird er in naher Zukunft nicht zur Verfügung stehen.

Vor allem in Kindergärten und Schulen treten Ringelröteln epidemisch auf. Eine Meidung des Erregers ist schwierig, da die Ansteckungsgefahr meist schon vorüber ist, wenn der Ausschlag beim Erkrankten sichtbar wird. Ist bekannt, dass in einer Gemeinschaftseinrichtung Ringelröteln aufgetreten sind, sollten Schwangere diese Orte meiden. Das gilt aber auch für die schwangeren Mitarbeiterinnen einer solchen Einrichtung sowie für schwangere Verwandte oder Tagesmütter! Wichtig ist eine gute Handhygiene, v. a. für Schwangere, die in der Familie oder im Beruf mit kleinen Kindern zu tun haben.

Bei Schwangeren sind möglicherweise Blutuntersuchungen nötig, die zum einen feststellen, ob eine Empfänglichkeit besteht, und zum anderen eine eventuelle Ansteckung nachweisen.

Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Beschreibung“, „Symptome und Beschwerden“, „Wann zum Arzt“, „Die Erkrankung“, „Ihr Apotheker empfiehlt“, „Ärztliche Behandlung“ und „Prävention“: Dagmar Fernholz | zuletzt geändert am 07.10.2019 um 09:11 Uhr

Ringelröteln

Man schätzt, dass etwa ein Drittel der Infektionen bei Kindern zu keiner oder nur zu einer sehr milden Erkrankung führt, oder es tritt lediglich der Hautausschlag ohne weitere Symptome auf. Eine zumindest leichte, vorübergehende Anämie besteht allerdings immer, doch wird sie mehrheitlich nicht wahrgenommen.
Bei Erwachsenen verlaufen Ringelröteln im Allgemeinen schwerer als bei Kindern. Die Inkubationszeit beträgt fünf bis zehn Tage. Typische Krankheitszeichen sind:

  • Zunächst Fieber, das meist nicht hoch ist und nur kurz andauert, sowie Muskel- und Kopfschmerzen, Frösteln und andere erkältungsähnliche Symptome.
  • Nach zwei bis fünf Tagen erscheint der charakteristische Hautausschlag. Er beginnt mit einer kompakten, schmetterlingsförmigen Rötung und Schwellung beider Wangen (gelegentlich als „Ohrfeigengesicht“ bezeichnet), begleitet von Juckreiz, Brennen und Spannungsgefühl. Lippen und Kinn bleiben typischerweise frei.
    Kurz danach greift der Ausschlag auf Rumpf, Arme, Beine und Gesäss über, wo rötliche, manchmal juckende Flecken und Papeln (kleine Erhebungen) entstehen, die allmählich die Form von Ringen oder Girlanden annehmen. Diese verblassen innerhalb von fünf Tagen, können aber während einem Vierteljahr vorübergehend wieder in Erscheinung treten, besonders bei Hitze, körperlicher oder psychischer Belastung. Nach Verschwinden des Ausschlags ist die Haut bisweilen schuppig und rau.
  • Gelenkschmerzen sind häufig, hauptsächlich an Fingergelenken und Knie. Sie klingen in der Regel bald ab, vereinzelt dauern sie jedoch bis zu zwei Monate an.
  • Das Allgemeinbefinden ist bei Kindern gewöhnlich wenig reduziert.

Sie kommen hauptsächlich bei vorbestehenden anderen Krankheiten oder Immunschwäche vor, ansonsten sind sie selten.

  • Arthritis: schmerzhafte Arthritisschübe treten vor allem bei Erwachsen auf und können sich während Monaten oder sogar Jahren wiederholen.
  • Leberentzündung (Hepatitis), Hirnhaut- oder Hirnentzündung (Meningitis oder Enzephalitis), Herzmuskelentzündung.
  • Chronische und/oder schwere Anämie: Ein Risiko für rezidivierende (wiederkehrende) Anämie und für sog. aplastische Krisen besteht bei Personen mit bereits vorher bestehenden Blutkrankheiten. Aplastische Krise bedeutet Blutarmut mit sehr stark eingeschränkter oder völlig ausbleibender Bildung von roten Blutkörperchen. Gefährliche Verläufe mit schwerwiegenden Folgen wurden bei Immunsupprimierten beobachtet.
  • Fehlgeburt, fetale Erkrankungen: Nach Erstinfektion im ersten oder zweiten Drittel der Schwangerschaft kommt es bisweilen zur Übertragung der Viren auf das ungeborene Kind und später zur Anämie (Blutarmut) und Herzinsuffizienz. Folge kann dann eine Fehlgeburt (Abort) sein oder – bei Überleben des Fetus – ein sog. Hydrops fetalis, eine Flüssigkeitsansammlung in Geweben und Körperhöhlen. Das Risiko ist zwischen der 13. und 24. Woche am höchsten.

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln: Anfangs Symptome wie bei Grippe

In der Regel treten jedoch zuerst Fieber und grippeähnliche Zeichen wie Kopf- und Gelenkschmerzen auf. Häufig leidet der Nachwuchs auch unter Durchfall und Übelkeit. Nach zwei bis fünf Tagen bildet sich der charakteristische Ausschlag, das Exanthem. Es unterscheidet sich übrigens deutlich von den kleinen roten Pünktchen der Röteln. Erst, wenn das Fieber verschwindet, entsteht bei vielen Kindern das Exanthem – aber ebenfalls nicht bei allen. „Sie bekommen hochrote Wangen, es bilden sich die typischen großflächigen, girlandenförmigen Flecken, die sich bis auf die Arme, Beine und den Rumpf ziehen“, sagt Kinderarzt Kahl.

Ansteckungsgefahr bei Ausschlag meist vorüber

Da sich der Ausschlag von der Nase her flügelförmig ausbreitet, wird er auch Schmetterlingsexanthem genannt. Vom ersten Fieber bis zum Abklingen der roten Flecken vergehen etwa zwei bis drei, manchmal bis zu sieben Wochen. Bis dahin lässt sich für den kleinen Patienten nicht viel tun. „Ringelröteln sind nicht therapierbar. Aber wir können mit Medikamenten das Fieber senken und die Schmerzen lindern“, erklärt Kahl.

Sobald der Ausschlag ausbricht, ist die Krankheit praktisch nicht mehr ansteckend. Bis dahin können allerdings Anhusten, Händeschütteln oder andere Kontakte die Viren vom einen zum anderen transportieren. Wer nicht immun ist, wie die meisten Kleinkinder, steckt sich an. „Für die Kinder sind Ringelröteln meist harmlos, nur selten kommt es zu Folgeerkrankungen am Herzen, an der Leber oder auch an den Gelenken“, sagt Kahl.

Ringelröteln bei Blutarmut und für Schwangere gefährlich

Gefährlich können die Viren allerdings werden, wenn jemand an bestimmten Formen von Blutarmut leidet. „Da der Erreger die Bildung der roten Blutkörperchen hemmt, verschlimmert er die Blutarmut“, so Kinderarzt Kahl.

Diese Eigenschaft der Viren, im fremden Organismus die Blutbildung zu stören, macht ihn in seltenen Fällen für Schwangere gefährlich. „Eine Infektion verursacht zwar keine Fehlbildungen oder Spätschäden, kann aber zu einer Fehlgeburt führen. Das Risiko ist allerdings sehr gering“, erklärt Dr. med. Regina Rasenack, Fachärztin für Pränataldiagnostik und ehemals Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik Freiburg.

Ungeborenem drohen Schäden

Da die Krankheit bei Erwachsenen oft unbemerkt bleibt, wird sie häufig erst beim Ungeborenen erkannt. Ist das Virus auf das Kind übergegangen, kann die gestörte Blutbildung schwere Schäden verursachen. „Im Doppler-Ultraschall erkennt der Arzt dann eine schwere Blutarmut. Sie kann zum sogenannten Hydrops fetalis führen – gefährlichen Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut und in den Organen“, erklärt Rasenack. Eine Therapie ist möglich, allerdings erst ab der 20. Schwangerschaftswoche: Über eine Kanüle in der Nabelschnurvene erhält das Kind dann Bluttransfusionen.

Bluttest bringt Aufschluss

Um sicherzugehen, dass sie sich nicht mehr anstecken können, gibt es für Frauen die Möglichkeit eines Bluttests. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür jedoch nur dann, wenn es im Umkreis der Frau einen Fall von Ringelröteln gab. Werden die spezifischen Antikörper gefunden, ist die Frau immun, und es besteht keine Gefahr. Für Frauen, die nicht immun sind, hat der Test nur wenig Nutzen, da es keine hundertprozentige Vorbeugung gibt. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als besonders auf Hygiene zu achten und sich, wenn möglich, von erkrankten Kindern fernzuhalten. Infiziert sich eine Frau in der Schwangerschaft, prüft der Arzt einmal in der Woche im Ultraschall, wie es dem Ungeborenen geht. Hat es nach zehn Wochen keine Symptome gezeigt, besteht kein Grund zur Sorge mehr.

„Ringelröteln sind fast immer harmlos“, sagt Rasenack. „Wer nicht schwanger ist, braucht sich von kranken Kindern nicht unbedingt fern zu halten.“

Ringel­rö­teln – Gefahr für Schwan­gere

Mit Röteln haben Ringelröteln außer dem Namen nichts gemein. Die beiden Krankheiten werden von unterschiedlichen Viren ausgelöst. Ansteckungsgefahr besteht für Menschen, die noch nicht an Ringelröteln erkrankt sind. Wer die Infektion überstanden hat, ist ein Leben lang geschützt und erkrankt nicht noch einmal.

So schnell breiten sich die Viren aus

Beim Niesen, Husten oder Sprechen werden die Viren über feinste Speicheltröpfchen in der Luft freigesetzt und an andere Menschen übertragen. Auch an Händen, Gegenstände wie Türklinken oder Spielzeug bleiben die Erreger haften und wandern schnell auf einen neuen Wirt. Die Ansteckung geht also sehr schnell. In Kindergärten und Schulen häufen sich die Krankheitsfälle im späten Winter bis zum Frühsommer.

Eine Übertragung der Erreger über das Blut ist ebenfalls möglich.

Wichtig zu wissen:

Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) vergehen etwa sieben bis 21 Tage. Die Ansteckungsgefahr ist in den Tagen, bevor der Hautausschlag auftritt, am höchsten, wenn der Erkrankte noch nichts von seiner Erkrankung bemerkt. Sobald der Hautauschlag auftritt, ist die Ansteckungsgefahr vorüber. Auch wenn die Ringelröteln ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen, sind Erwachsene und Kinder trotzdem ansteckend.

Wie zeigt sich eine Ringelröteln-Infektion?

Ringelröteln verlaufen häufig ohne Krankheitszeichen. Bei den meisten Erwachsenen und Kindern zeigen sich klassische Grippesymptome wie leichtes Fieber mit einer Schwellung der Lymphknoten. Nur jeder fünfte bis sechste Erkrankte entwickelt den typischen Hautausschlag: Dann entsteht etwa zwei Wochen nach der Ansteckung eine Rötung, die sich schmetterlingsförmig auf Wangen und Nasenrücken ausbreitet. Wenig später sind ringelförmige rote Flecken auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß sichtbar. Der Ausschlag verblasst nach sieben bis 10 Tagen.

Wie erkennt der Arzt die Ringelröteln?

Der Arzt erkennt eine Ringelröteln-Infektion nur durch den typischen Hautausschlag. In anderen Fällen kann der Arzt die Diagnose nur durch den Nachweis von Antikörpern im Blut sichern.

Komplikationen sind selten

Meist heilen die Ringelröteln von selbst, ohne Komplikationen. Bei jungen Frauen und Mädchen entstehen manchmal Gelenkbeschwerden oder Gelenkentzündungen. Gefährlich ist die Infektion für Menschen mit einer Abwehrschwäche oder bestimmten Blutkrankheiten – die Erreger können eine lebensbedrohliche Blutarmut hervorrufen.

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen geben die Ringelröteln-Erreger an ihr ungeborenes Kind weiter, auch wenn die Infektion unbemerkt verläuft. Die Viren gelangen über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes und befallen blutbildende Zellen – die Folge ist eine Blutarmut beim ungeborenen Kind.

Durch ein geringes Blutvolumen gelangt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in andere Hohlräume des kindlichen Körpers (Hydrops fetalis) – Brustkorb und Bauch schwellen an. Die Blutarmut schädigt außerdem das Herz des Kindes. Im schlimmsten Fall droht eine Fehl- oder Frühgeburt, besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten.

Schnelle Behandlung ist lebensrettend

Wenn eine schwangere Frau an Ringelröteln erkrankt, wird das ungeborene Kind einmal wöchentlich durch einen Ultraschall untersucht. Erkennen die Ärzte einen „Hydrops fetalis“, benötigt das Kind noch im Mutterleib eine Blutkonserve. Dabei wird die Nabelschnur des Kindes an eine Infusion angeschlossen. Dieser Eingriff kann nur in einem Krankenhaus oder spezialisierten Zentrum vorgenommen werden und wird per Ultraschall überwacht.

Ringelröteln behandeln – das können Sie selbst tun

Ringelröteln benötigen keine Therapie, da die Infektion in der Regel harmlos verläuft. Bei Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen sollten Erwachsene und Kinder jedoch Bettruhe einhalten.

Es ist schwer, sich vor Ringelröteln zu schützen, denn die Ansteckungsgefahr ist am größten, bevor die Krankheitszeichen überhaupt auftreten. Gegen Ringelröteln gibt es – anders als bei Röteln – keine Impfung. Da Ringelröteln über Tröpfchen in der Luft und über Hände übertragen werden, können einfache Hygiene-Maßnahmen das Ansteckungsrisiko senken:

  • Meiden Sie den Kontakt mit Menschen, die sich angesteckt haben!
  • Waschen Sie sich häufig die Hände mit Wasser und Seife!
  • Halten Sie Ihre ungewaschenen Hände von Mund, Augen und Nase fern!
  • Informieren Sie das Schul- und Kindergartenpersonal über die Ringelrötelinfektion Ihres Kindes!
  • Schwangere, die bisher nicht an Ringelröteln erkrankt sind, sollten bei Auftreten von Ringelröteln in Kindergärten und Schulen diese Einrichtung nicht betreten. Einige Bundesländer empfehlen ein allgemeines Beschäftigungsverbot für Schwangere in Kindergärten, wenn kein Schutz vor Ringelröteln besteht.
  • Lassen Sie vor einer geplanten Schwangerschaft testen, ob ein Immunschutz gegen Ringelröteln bei Ihnen besteht, insbesondere wenn Sie Kontakt zu Schul- und Kindergartenkindern haben.

Ansteckung vermeiden:

Husten und Niesen Sie in ein Taschentuch, das nach dem Gebrauch direkt entsorgt wird. Anschließend gründlich Hände waschen. So können Sie verhindern, dass sich andere Erwachsene und Kinder anstecken.

Ringelröteln nur für Risikopatienten und Schwangere gefährlich

GesundheitInfektionKindergartenKindergesundheitRingelrötelnSchwangerschaft

Ringelröteln (Erythema infectiosum) sind eine Viruserkrankung (Parvovirus B19) mit einem charakteristischen Hautausschlag, der in der Regel für Kinder völlig harmlos verläuft. Für Kinder mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und manche Erwachsene kann das Virus jedoch unter Umständen gefährlich werden. Infiziert sich z.B. eine werdende Mutter mit dem Parvovirus kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Bei immungeschwächten Kindern kann der Erreger in seltenen Fällen Gelenk-, Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen auslösen. „Das Virus verbreitet sich durch Speicheltröpfchen beim Niesen, Sprechen, Husten und Händeschütteln. Es kann aber auch durch Schmierinfektionen mit Blut übertragen werden. Selbst im Urin sind die Viren anfangs nachzuweisen.

Hautausschlag bei Ringelröteln – Bild: Wikipedia

Das Tückische bei Ringelröteln ist, dass sie vor Auftreten des Ausschlags ansteckend sind. Bei einem Ausbruch im Umfeld sollten Familienmitglieder deshalb besonders auf gründliche Händehygiene achten und Schwangere sowie Risikopatienten meiden. Eine andere Vorsorge ist nicht möglich“, mahnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen kann das Parvovirus B19 beispielsweise einen lang anhaltenden Schub triggern. Bei Patienten mit Bluterkrankungen besteht die Gefahr einer Blutarmut, da das Virus Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen zerstört.

Meist erkranken Vorschul- und Schulkinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren im Winter und Frühjahr an Ringelröteln. „Zu Beginn können Ringelröteln einer Erkältung ähneln – mit Halsschmerzen, leicht erhöhter Temperatur, Magenverstimmung, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Juckreiz. Nach ein paar Tagen zeigt sich ein Ausschlag auf den Wangen mit intensiver Rötung und leichter Schwellung, der den Bereich des Mundes ausspart, sodass das Ekzem der Form eines Schmetterlings ähnelt. Die Haut spannt, juckt eventuell und fühlt sich leicht erhitzt an. Nach ein bis zwei Tagen breiten sich rote Flecken insbesondere an den Streckseiten der Arme und Beine aus, die sich in blassrote Ringe verwandeln – daher der Name“, beschreibt Dr. Fegeler die Krankheit. Um Ringelröteln von anderen Krankheiten abzugrenzen, die ebenfalls mit einem Hautausschlag verbunden sind wie Scharlach, Masern, Windpocken oder Röteln sollten Eltern bei den ersten Anzeichen zu ihrem Kinder- und Jugendarzt.

Ringelröteln bedürfen keiner medikamentösen Behandlung. Aber die Haut des Kindes braucht ca. vier bis sechs Wochen eine besondere Pflege, da sie durch den Ausschlag austrocknet und schuppig wird.

Ringelröteln in der Schwangerschaft: Übertragung / Ansteckung

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Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Bei Ringelröteln (Erythema infectiosum) handelt es sich um eine häufige Viruserkrankung mit Hautausschlag, die durch das Parvovirus B19 hervorgerufen wird. Die Erkrankung tritt alle 4-5 Jahre in kleinen Epidemien auf, insbesondere im Winter und im Frühjahr. Am häufigsten sind Kinder im Vorschulalter betroffen. Es können aber Menschen aller Altersgruppen erkranken. Es ist eine harmlose Erkrankung, die allerdings für Schwangere ein Risiko darstellen kann.

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt ca. 14 Tage. Bis zum Ausbruch des Hautausschlages kann die Krankheit auf andere übertragen werden.

Die Erkrankung wird auch die „fünfte Krankheit“ genannt, da sie die fünfte in einer Reihe von Kinderkrankheiten ist, die sich durch einen ähnlichen Hautausschlag kennzeichnen. Die anderen vier Kinderkrankheiten sind Masern, Röteln, Scharlach und Dreitagefieber.

Infektion bei Schwangeren

Es kommt vor, dass sich schwangere Frauen mit dem Parvovirus B19 infizieren. Die Infektion kann während der Schwangerschaft auf das Ungeborene übertragen werden, und es kann zu schweren Schädigungen des Fötus kommen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann die Prognose für das Ungeborene verbessern. Daher sollte auf mögliche Infektionen bei schwangeren Frauen geachtet werden. In diesem Artikel erfahren Sie mehr: Infektion mit dem Parvovirus während der Schwangerschaft.

Symptome

Ringelröteln verlaufen in den meisten Fällen ohne eine Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes und ohne Fieber. Ihr milder Verlauf kann in einigen Fällen von leichten Erkältungssymptomen begleitet sein. Sie machen sich insbesondere durch den charakteristischen Hautausschlag erkennbar, der ihnen zur englischen Bezeichnung „slapped cheak disease“ (Ohrfeigenkrankheit) verhalf.

Ringelröteln verlaufen oft in zwei Phasen, aber nicht bei allen Patienten treten diese Phasen oder Symptome auf. Die erste Phase (Prodromalphase) beginnt etwa eine Woche nach der Infektion und dauert zwei bis drei Tage. Symptome können Kopfschmerzen (20 %), Fieber (20 %), Halsschmerzen (15 %), Juckreiz (15 %), Husten (10 %), Bauchschmerzen (10 %) oder Gelenkschmerzen (10 %) sein. Diese Symptome treten häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern auf, dies gilt insbesondere für Gelenkschmerzen (bis zu 50 %). Die häufigsten Gelenkbeschwerden treten in Händen, Hand- und Kniegelenken sowie im Knöchel auf. Auf die erste Phase folgt ein krankheitsfreier Zeitraum von sieben bis zehn Tagen, danach kommt es zu dem typischen Hautausschlag, der wiederum in drei Phasen verläuft:

  • Phase 1: leuchtend roter Ausschlag auf den Wangen, markante Blässe um den Mund und leichtes Fieber. Der Ausschlag ähnelt einer Ohrfeige.
  • Phase 2: dauert ein bis vier Tage und kennzeichnet sich durch punktuellen Hautausschlag auf den Schultern, Oberarmen, dem Oberkörper und manchmal auf den Oberschenkeln. Der Ausschlag verblasst nach und nach und bildet ein gitterartiges Muster (Marmorierung der Haut). Handflächen und Fußsohlen sind meist nicht betroffen.
  • Phase 3: Der Ausschlag kann über Wochen, manchmal Monate, immer wieder auftreten. Mögliche Ursachen können körperliche Aktivitäten oder eine Reizung oder Überhitzung der Haut durch Baden oder Sonne sein.
  • Der Ausschlag juckt meist, insbesondere bei Erwachsenen.

Eine Parvovirusinfektion kann aber auch ganz ohne Symptome oder Krankheitsanzeichen bei Kindern und Erwachsenen auftreten.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Ansteckung erfolgt wie bei einer Erkältung von Mensch zu Mensch durch Husten (Tröpfcheninfektion) oder Kontakt von Hand zu Hand. Die Krankheit ist nur in der Woche vor dem Hautausschlag ansteckend. Bricht der Hautausschlag aus, ist die Person nicht mehr ansteckend.

Die Erkrankung muss nicht behandelt werden. Sie geht nach einigen Tagen von selbst vorüber und birgt kein Risiko für Komplikationen. Eine Ausnahme bilden schwangere Frauen (siehe unten).

Den Patienten wird empfohlen sich zu schonen, da die Abwehrkräfte herabgesetzt sind. Ringelröteln sind nur ansteckend, bevor der Hautausschlag ausbricht.

Kindergarten/Tagesmutter

Kinder mit Ausschlag können in den Kindergarten/zur Tagesmutter gehen, wenn sie fieberfrei sind.

In der Schwangerschaft

Die Infektion mit dem Parvovirus kann bei manchen Schwangeren zu schweren gesundheitlichen Problemen für den Fötus führen. Sind Sie schwanger und vermuten Sie, dass Sie sich mit dem Parvovirus infiziert haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine schwangere Frau mit einer Parvovirusinfektion kann die Krankheit auf den Fötus übertragen. Obwohl die meisten schwangeren Frauen mit einer Parvovirusinfektion ein normales, gesundes Kind gebären, besteht ein geringes Risiko, dass das ungeborene Kind eine Schädigung erleiden kann. In einigen Fällen ist eine Therapie möglich (siehe Artikel: Infektion mit dem Parvovirus während der Schwangerschaft).

Der Arzt kann über ein Blutbild der schwangeren Frau Antikörper gegen das Parvovirus nachweisen. Durch den Test, gegebenenfalls zusammen mit einem zweiten Test etwa zwei bis drei Wochen später, kann nachgewiesen werden, ob Sie sich vor kurzem mit dem Parvovirus infiziert haben.

Weiterführende Informationen

  • Masern
  • Röteln
  • Scharlach
  • Dreitagefieber
  • Fieberkrämpfe
  • Erythema infectiosum – Informationen für ärztliches Personal

Illustrationen

RingelrötelnRingelrötelnRingelröteln

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Symptome, Bilder, InkubationszeitRöteln

Ausschlag einer Röteln-Infektion (Foto: PornpipatS | )

Röteln (med. Rubella) sind eine virale Infektionskrankheit, die zu den Kinderkrankheiten zählt. Gefährlich ist sie vor allem für Schwangere. Gegen Röteln ist eine Impfung verfügbar.

Lesezeit: 4 Minuten

    Alles Wichtige zu Röteln:

  • ▷︎ Was sind Röteln?
  • ▷︎ Symptome
  • ▷︎ Bilder
  • ▷︎ Inkubationszeit
  • ▷︎ Was tun? Zu welchem Arzt?

Was sind Röteln?

Röteln (auch Rubella) gehören zu den Kinderkrankheiten. Die hochinfektiöse virale Infektion wird durch das Rötelnvirus ausgelöst und führt zu Hautflecken und Fieber. In Deutschland sind Röteln inzwischen durch die gute Durchimpfung der Bevölkerung eher selten. Die Erkrankung ist in Deutschland inzwischen meldepflichtig und es werden zwischen 100 und 200 Fällen pro Jahr registriert.

Gefährlich sind Röteln vor allem für Schwangere, weil sie Fehlgeburten und Missbildungen des Kindes auslösen können. Bei älteren Menschen können Röteln bleibende Gelenkschäden verursachen. Komplikationen wie Hirnentzündungen und Blutbildveränderungen sind glücklicherweise eher selten.

Röteln Symptome

Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – beträgt bei Röteln etwa zwei bis drei Wochen. Etwa 50 Prozent der Röteln-Infektionen verlaufen symptomlos oder mit milder Symptomatik, die nicht spezifisch ist.

Bei den symptomhaften Patienten bildet sich der charakteristische Ausschlag – ausgehend vom Kopf über den ganzen Körper. Der Ausschlag ist kleinfleckig und meist von Lymphknotenschwellungen (Nacken- und Halslymphknoten) begleitet. Nach 3-5 Tagen verblasst der Ausschlag wieder.

Begleitsymptomatik

Kinderkrankheiten: Typischer Ausschlag bei Scharlach, Windpocken, Röteln und Masern
(Abb.: Tkachenko Olha | )

Folgende Symptome können begleitend zu einer Röteln-Infektion auftreten:

Die typischen Anzeichen von Rubella

Hautausschlag (rote, leicht erhabene Flecken)

Fieber oder erhöhte Temperatur

Kopfschmerzen

Gliederschmerzen

geschwollene Lymphknoten

Bindehautentzündung

meist kein oder nur geringer Juckreiz

Krankheitsgefühl

bei Erwachsenen Gelenkschmerzen

Husten

Schnupfen

Halsschmerzen

Röteln Bilder

Röteln: Ausschlag am Arm (Foto: PornpipatS | )Röteln – Hautausschlag an den Beinen (Foto: PornpipatS | )Hautausschlag einer Röteln-Infektion (Foto: PornpipatS | )Ausschlag einer Röteln-Infektion (Foto: PornpipatS | )Röteln-Ausschalg am Bein (Foto: PornpipatS | )Röteln (Foto: PornpipatS | ) Röteln / Rubella (Foto: PornpipatS | ) Röteln-Hautausschlag am Bein (Foto: Weerapon Nantawisit | ) Röteln (Foto: Weerapon Nantawisit | )

Inkubationszeit und Ansteckung

Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten von ersten Symptomen – beträgt bei Röteln zwei bis drei Wochen. Infizierte sind bereits etwa eine Woche vor dem Auftreten des Hautausschlages infektiös. Erst rund 10 Tage nach dem Auftreten des Ausschlags endet die Ansteckungsgefahr.3

Impfung

MMR Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (Foto: Sherry Yates Young | )

Gegen die Röteln ist eine Schutzimpfung verfügbar. Sie wird in der Regel im Rahmen einer vierfach-Impfung – der sogenannten MMRV-Impfung, die gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (M-Mumps, M-Mumps, R-Röteln, V-Varizellen) immunisiert, verabreicht. Die Impfung gehört zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Schutzimpfungen.1 2

Die Immunisierung gegen Röteln soll vor allem ungeborene Kinder schützen. Während eine Rötelninfektion bei den allermeisten Kindern problem- und folgenlos verläuft, birgt sie für ungeborenes Leben eine große Gefahr. Rund 100 Babys werden jährlich schwer geschädigt geboren, weil sie sich bereits im Mutterleib mit Röteln infiziert haben.

Um das zu verhindern, sollte vor einer Schwangerschaft geprüft werden, ob die künftige Mutter entweder eine Rötelninfektion durchgemacht hat oder eine Schutzimpfung erhalten hat. Gegebenenfalls kann nachgeimpft werden.

Was tun? Zu welchem Arzt?

Wer den Verdacht hat, dass er – oder sein Kind – unter Röteln leidet, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Der Kinderarzt sind die richtigen Anlaufstationen. Rufen Sie die Praxis aber bitte vorab an! Röteln sich hoch-infektiös und die Praxis muss die Gelegenheit haben, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Ansteckung anderer Patienten zu verhindern.

Behandlung

Röteln können nur symptomlindernd therapiert werden. Es kommen fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz. Ein Arztbesuch ist trotzdem wichtig, um auf eventuelle Komplikationen zeitnah und fachgerecht reagieren zu können.

In den allermeisten Fällen heilen Röteln komplikationslos und folgenlos aus.

  • ▷︎ Was sind Röteln?
  • ▷︎ Symptome
  • ▷︎ Bilder
  • ▷︎ Inkubationszeit
  • ▷︎ Was tun? Zu welchem Arzt?

Quellen

  • Impfkalender der Ständigen Impfkommission (PDF)
  • Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (PDF)
  • Czumbel, I., Quinten, C., Lopalco, P. et al. Management and control of communicable diseases in schools and other child care settings: systematic review on the incubation period and period of infectiousness. BMC Infect Dis 18, 199 (2018) PMID: 29716545 | PMCID: PMC5930806 | DOI: 10.1186/s12879-018-3095-8
  • Spiess, Heinz, Ulrich Heininger, and Wolfgang Jilg. „38 Röteln.“ In Impfkompendium. 7., Vollständig überarbeitete Und Erweiterte Auflage ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2012.
  • Uhl, Bernhard. „13.1 Röteln.“ In Gynäkologie Und Geburtshilfe Compact. 5., Unveränderte Auflage ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2013.
  • ICD-10: B06 Röteln (Rubella, Rubeola)

Sebastian Fiebiger
Medizinjournalist

Sebastian () arbeitet seit Jahren für medizinische Onlinemedien. Er engagiert sich ehrenamtlich in BOINC-Projekten zur Krebsforschung. Sebastian ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Berlin.

Röteln (Rubella) bei Kindern

Röteln sind eigentlich eine klassische „Kinderkrankheit“, denn in erster Linie bekommen sie Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren. Sie ist zum Glück sehr selten geworden. Man kann das ganze Jahr über Röteln bekommen, am häufigsten treten sie aber im Frühjahr auf.
Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Röteln meldepflichtig, aber nur wenn sie bei Schwangeren auftreten, daher gibt es keine verlässlichen Zahlen, wie verbreitet diese Krankheit tatsächlich ist. Während sie für kleine Kinder verhältnismäßig ungefährlich sind, können Röteln vor allem in der frühen Schwangerschaft dem Fötus sehr schaden oder zu einer Fehlgeburt führen. Auch im zweiten Trimester besteht immer noch ein Risiko von Missbildungen und Herzschäden beim Ungeborenen.

Wie ansteckend sind Röteln?

Röteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Husten oder Niesen. Anschließend nisten sich die Viren in den Schleimhäuten der oberen Atemwege (Hals-Rachen-Raum) ein und vermehren sich dort. Nach etwa zwei bis drei Wochen Inkubationszeit treten die ersten Symptome auf. Doch schon eine Woche vor den Symptomen und bis eine Woche nach deren Verschwinden kann man andere mit Röteln anstecken.

Woran erkenne ich Röteln ?

Röteln sind manchmal schwer zu erkennen. Etwa die Hälfte aller Infektionen verläuft asymptomatisch, das heißt ohne auffällige Krankheitszeichen. Am einfachsten zu erkennen ist der Ausschlag (siehe oben) mit roten Flecken, die leicht erhaben sein können aber nicht müssen. Wenn der Ausschlag auftritt (etwa bei 50% der Fälle), dann breitet er sich hinter den Ohren über das Gesicht und von dort über den ganzen Körper aus.
Vorher könnte Ihr Kind Kopf- und/oder Gliederschmerzen haben, Fieber bekommen und die Lymphknoten am Hinterkopf, in Nacken und an den Ohren können anschwellen. Auch ein leichter Husten oder eine Bindehautentzündung können auf Röteln hinweisen.
Je jünger der Patient ist, desto seltener gibt es Komplikationen bei dieser Krankheit. Mit zunehmendem Alter kann die Rötelninfektion eine Ohrentzündung, Herzprobleme, eine Verringerung der Blutblättchen, Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall eine Hirnentzündung nach sich ziehen.

Wie werden Röteln diagnostiziert?

Die Feststellung, ob ein Kind Röteln hat oder nicht, ist nicht immer leicht. Ähnliche rote Schwellungen und Flecken weisen auch Kinder mit anderen Viruserkrankungen auf. Ein erfahrener Kinderarzt wird Röteln aber niemals mit Masern oder Scharlach verwechseln!
Im Bedarfsfall (zum Beispiel wenn das Kind eine Schwangere angesteckt haben könnte) wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin eine Blutuntersuchung machen, doch selbst die ist nicht immer eindeutig. Die Antikörper im Blut könnten schon von einer früheren Erkrankung vorhanden sein und es gibt ähnliche Erreger, bei denen ähnliche Antikörper gebildet werden. Bei Schwangeren kann das Rötelnvirus mithilfe einer Zellkultur bestimmt werden oder durch eine Amniozentese.

Kann man Röteln behandeln?

Gegen das Rötelnvirus selber kann man nichts machen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin kann Ihrem Kind aber etwas gegen die Symptome verschreiben, beispielsweise Fieberzäpfchen oder einen Hustensaft.

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Die sicherste Vorbeugung ist eine Impfung. Von der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut wird empfohlen, zwischen dem vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat des Kindes eine MMR-Impfung machen zu lassen. Diese beinhaltet einen kombinierten Impfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln und neuerdings auch Windpocken. Eine Zweitimpfung sollte frühestens nach einem Monat, spätestens aber vor dem zweiten Geburtstag des Kindes erfolgen.
Wenn Sie oder Ihr Kind ungeimpft sind oder keine Zweitimpfung hatten, sollten Sie die Impfung nach Kontakt mit einer an Röteln erkrankten Person möglichst schnell nachholen, um einer Erkrankung vorzubeugen.
Röteln bei Schwangeren
Kinderkrankheiten und ihre Impfungen

Kinderkrankheiten: Warum Röteln extrem gefährlich sein können

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Röteln sind harmlos und äußerst gefährlich zugleich. Harmlos, wenn sich ein Kind damit ansteckt, unheilvoll dagegen, wenn eine Schwangere daran erkrankt: Ihr Ungeborenes kann schwerste Schäden davontragen.

Das Rötelnvirus wurde erst vor 50 Jahren identifiziert. Die Entwicklung einer Impfung dauerte sieben Jahre.

Mittlerweile tendiert die Häufigkeit der früher am meisten gefürchteten Infektion in der Schwangerschaft gegen null. „Die Wildviruszirkulation in Deutschland ist in den letzten fünf bis sechs Jahren fast zum Erliegen gekommen“, stellt die angesehene Stuttgarter Mikrobiologin Gisela Enders im Fachmagazin „Frauenarzt“ erfreut fest.

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Die Röteln sind eine Kinderkrankheit, die das Prädikat „harmlos“ tatsächlich verdienen. Bei jedem dritten Kind, das sich mit Röteln anstreckt, tritt die Infektion sogar unbemerkt auf, völlig ohne Symptome. Bei den übrigen Kindern kommt es höchstens zu ein wenig Fieber. Auch der Ausschlag ist schnell vorbei und vergessen.

Katastrophale Folgen für das ungeborene Baby

Der Sinn der Impfung liegt deshalb nicht darin, Kindern die harmlose Krankheit zu ersparen. Vielmehr soll damit eine andere Gruppe von Patienten geschützt werden, für die eine Ansteckung keineswegs harmlos ist, sondern katastrophale Folgen haben kann: die ungeborenen Babys nämlich.

Die Rötelnerkrankung einer schwangeren Frau gehört noch immer zu den größten Gefahren für das Ungeborene: Die gesundheitlichen Folgen reichen von Hirnschäden, geistiger Behinderung, Blindheit und Taubheit bis hin zu Herzfehlern und Knochenveränderungen. Manchmal führt die Infektion auch zu Fehl- oder Totgeburten. Werden Frauen schwanger, ohne gegen die Röteln geschützt zu sein, beginnt ein überaus riskantes Spiel.

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Berthold Koletzko, Kinderarzt an der Universitätskinderklinik München und Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, sagt: „Begegnet die Mutter jetzt einem rötelnkranken Kind oder Erwachsenen, oder bringt ihr eigenes Kind aus Kindergarten oder Schule die Röteln mit nach Hause, können die sonst so harmlosen Viren in den heranreifenden Organen des Ungeborenen verheerende Schäden anrichten.“

Erste drei Monate der Schwangerschaft besonders riskant

Das Risiko einer Schädigung des Babys im Mutterleib ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft besonders groß. Bei einer späteren Ansteckung treten kaum noch Schäden auf, da die Organentwicklung nach dem vierten Monat weitestgehend abgeschlossen ist.

Die größte bisher bekannt gewordene Röteln-Epidemie ereignete sich in den USA in den Jahren 1964 und 1965. Die Krankheitswelle hatte etwa 11.000 Fehlgeburten zur Folge, und rund 20.000 Babys kamen mit dem „kongenitalen“ (angeborenen) Rötelnsyndrom zur Welt, berichtet Susanne Modrow, Mikrobiologin an der Universität Regensburg.

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Der aus abgeschwächten Viren hergestellte Lebendimpfstoff wurde erst danach, im Jahr 1969, zum ersten Mal erfolgreich eingesetzt. „Seine konsequente Anwendung führte 2004 zur Eliminierung der Röteln in den USA“, so Modrow. Europa ist noch nicht so weit, Röteln kommen hier weiterhin vor, besonders häufig in Polen und in Rumänien.

Strategie zur Bekämpfung mehrmals geändert

Die Strategie zur Bekämpfung der Röteln wurde bereits mehrmals geändert. Bis zum Jahr 1980 empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) die Rötelnimpfung ausschließlich für junge Mädchen vor der Pubertät. Die früh erworbene Immunität sollte die geimpften Mädchen bereits vor Eintritt einer möglichen Schwangerschaft schützen.

Die Rechnung ging jedoch nicht auf: Teenager gehen nur selten zum Arzt; von einer allgemeinen Impfung konnte deshalb nicht die Rede sein. Heute empfiehlt die Stiko die Impfung von allen Babys und Kleinkindern. Im Alter von elf bis 14 Monaten soll das erste Mal geimpft werden, bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sollte dann die zweite Impfung folgen.

Ganz zufrieden sind die Experten aber immer noch nicht. Die Durchimpfungsrate reiche nämlich noch nicht in alle Altersstufen. Unter den heute 15-Jährigen ist jeder dritte nicht vollständig gegen Röteln geimpft. Besser steht es bei den 2003 bis 2004 geborenen Kindern: 96,1 Prozent von ihnen haben bis zum Zeitpunkt der Einschulung die erste Impfung erhalten. Die zweite Impfung erfolgte jedoch nur bei 91,2 Prozent.

Erfreulich hohe Herdenimmunität

Die generelle Impfempfehlung hat immerhin zu einer erfreulich hohen sogenannten Herdenimmunität geführt: Durch die Impfung sind bereits so viele Menschen gegen die Röteln immun, dass sich das Virus nur noch selten weit ausbreitet. Akute Röteln sind eine Rarität geworden. Für Sorglosigkeit gibt es leider dennoch keinen Anlass.

„Aufgrund unserer Erhebungen ist davon auszugehen, dass in Deutschland zurzeit etwa zehn Prozent der jungen Frauen zwischen 15 und 20 Jahren über keinen Röteln-Antikörper-Schutz verfügen“, sagt Enders. In Zukunft solle mehr darauf geachtet werden, dass diese Altersgruppe vor Eintritt einer Schwangerschaft zweimal gegen Röteln geimpft werde.

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