Riecht urin anders wenn man schwanger ist

15. April 2014

Es ist 8.40 Uhr. Thomas steht plötzlich neben mir und fragt mich: „Sag mal ist es Dir unangenehm, wenn ich Dir sage, dass Du müffelst?“ Pam! Das ist genau die Art von Frage, die eine Frau gerne früh am Morgen hören möchte. Ich schlucke und weiß nicht so Recht, was ich antworten soll. Natürlich ist es mir unangenehm, wenn ich stinke! Aber da ich möchte, dass wir uns immer die Wahrheit sagen, soll er solche Dinge auch aussprechen dürfen.

„Ich glaube, das liegt an der Schwangerschaft“, antworte ich unwirsch. „Ja sag es mir ruhig, denn ich merke es noch nicht einmal!“ Uff, wie peinlich. Wir sind jetzt zwar schon acht Jahre zusammen und wissen auch wie wir morgens nach dem Aufstehen – also in echt – aussehen, aber zu stinken, ohne es zu merken, ist echt blöd.

Für Thomas ist die Situation mindestens genauso unangenehm wie für mich. Er schlufft hinter mir her und denkt (so wie er schaut), dass ich wegen seiner Frage sauer bin. Ich versichere ihm, dass es völlig in Ordnung ist, mir so etwas zu sagen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich nicht müffeln will.

Ich befrage erst einmal das Internet – nach wenigen Klicks die Bestätigung. Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann einerseits dazu führen, dass Schwangere mehr Körperflüssigkeiten ausscheiden. Dass sie mehr schwitzen. Andererseits ist es nicht unüblich, dass Schwangere intensiver/ anders riechen. Sehr nett ausgedrückt. Ich bin also nicht die einzige müffelnde Schwangere. So weit so gut, doch was kann ich dagegen machen?

Bislang duschte ich jeden Tag einmal. Eigentlich schon viel zu viel für die empfindliche Haut, die durch das tägliche, heiße Duschen und Einseifen belastet und ausgetrocknet wird (siehe „Zu häufig Duschen schadet der Haut“). Aber ich mag mich nicht an das Waschbecken stellen und mich umständlich mit einem Waschlappen reinigen. Dann lieber kurz unter das fließende Wasser und dabei das tolle Gefühl von wärmenden Wasserstrahlen auf der Haut genießen.

Doch einmal duschen und meine bisherige Körperhygiene reichen offensichtlich nicht mehr aus, zumindest im Moment nicht. Ich entschließe, mich von nun an in der zweiten Tageshälfte auf die Waschlappen-Methode zurück zu greifen (ausschließlich mit warmen Wasser). Außerdem entferne ich meine Haare jetzt noch akribischer, denn die Hautbakterien, die den Schweißgeruch überhaupt entstehen lassen, tummeln sich am Liebsten in Achselhaaren.

17. April 2014

Ich wechselte kurzerhand die Deo Marke, was nicht ganz einfach war, denn seit Jahren benutzte ich ein und dasselbe Produkt. Ich begab mich also auf die Suche nach einem neuen, wohlriechenden und wirksamen Deo, doch in der Drogerie wartete ein komplettes Regal auf mich. Das Durchlesen der Inhaltsstoffe und Beschreibungen dauerte eine halbe Ewigkeit, für die ich mein quengelndes Mädchen mit einem Obstriegel bestechen musste. Schließlich köderte mich das Balsam Deo von Seba Med: „Es bindet Geruchsstoffe und hemmt geruchsbildende Hautbakterien, ohne die natürliche Schweißbildung zu unterdrücken.“

Das Deo riecht super und in Kombination mit dem zweifachen, täglichen Waschen hilft es mir ungemein gegen die unangenehmen Schweißgerüche.

Meine Waffen gegen üble Gerüche 🙂

An Schweißgeruch in der ersten Schwangerschaft kann ich mich nicht erinnern, dafür an einen veränderten Geruch im Intimbereich. Ich wusch mich damals intensiver, um den Geruch loszuwerden, doch durch die übertriebene Hygiene mit normalem Duschgel, zerstörte ich die natürlich vorhandenen Bakterien in meiner Scheidenflora. So fing ich mir einen Infekt ein. Seitdem verwende ich nur noch spezielle Intim-Waschlotionen für den Intimbereich. Außerdem verzichte ich auf synthetische Unterwäsche, da diese Geruchsbildung fördert.

Diese Intimhygienevorkehrungen setzte ich bis zum heutigen Tage fort. Jetzt in der zweiten Schwangerschaft benutze ich zusätzlich Slipeinlagen ohne Duftstoffe und mit „Cotton Extract“, denn vor allem in den ersten Wochen nach der Befruchtung hatte ich vermehrten Ausfluss (übrigens ein Schwangerschaftsanzeichen) und dementsprechend Angst vor erneuten Gerüchen. Doch die Kombination aus Intim-Waschlotion, Unterwäsche mit natürlichen Fasern und Slipeinlagen sorgt dafür, dass ich auch „untenrum“ nicht müffele.

Den ultimativen Tipp gegen Schweißgeruch – Wechselduschen – habe ich Weichei erst wenige Male angewendet. Es heißt sie bringen nicht nur den „Kreislauf in Schwung, sondern eine kalte Dusche am Schluss sorge auch dafür, dass sich die Poren – auch die der Schweißdrüsen – zusammenziehen“ (siehe „Was gegen Schweißgeruch hilft“). Das klingt zwar einleuchtend, aber noch bin ich nicht tapfer genug, den Hebel bei jedem Duschgang auf eiskalt zu stellen. Brrrrr.

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Übelriechender Urin / Stinkender Urin – Ursachen, Symptome und Hausmittel

Bei übelriechendem Urin handelt es sich meist um einen deutlichen Hinweis auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Denn im Normalfall riecht frischer Harn neutral und hat eine klare, leicht gelbe Farbe. Tritt ein unangenehmer Geruch auf, handelt es sich in vielen Fällen um einen Harnwegsinfekt oder eine Störung des Stoffwechsels wie eine Diabetes-Erkrankung. In selteneren Fällen kann eine vererbte Störung des Aminosäurestoffwechsels vorliegen, welche umgangssprachlich als „Ahornsirupkrankheit“ bezeichnet wird.

Eine Geruchsveränderung kann auch durch bestimmte Lebensmittel wie z.B. Spargel, Knoblauch oder Kaffee entstehen, ebenso wie durch Medikamente oder nach übermäßigem Alkoholkonsum. Um eine ernste Erkrankung ausschließen zu können, sollte bei übelriechendem Harn immer vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Wird beispielsweise eine Blasenentzündung während einer Schwangerschaft nicht frühzeitig behandelt, kann dies zu ernsthaften Folgen wie z.B. vorzeitigen Wehen führen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Beim Urin (auch „Harn“ genannt) handelt es sich um ein flüssiges Ausscheidungsprodukt, welches in den Nieren gebildet und anschließend über die ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und -röhre) ausgeschieden wird. Die Entleerung der Harnblase („Miktion“ oder auch „Wasserlassen“) dient dabei vor allem der Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, zudem wird der Körper von Stoffwechselabbauprodukten (zum Beispiel Harnstoff, Harnsäure), Medikamentenresten und anderen giftigen Stoffe „gereinigt“, indem diese mit dem Urin ausgeschwemmt werden.

Der Urin wird in den Nieren gebildet und gelangt von dort über die Harnleiter in die Blase. (Bild: nerthuz/fotolia.com)

Je nach Flüssigkeitsaufnahme werden von den Nieren täglich etwa 1,5 bis zwei Liter Harn gebildet, wobei bei jeder Miktion normalerweise circa 200 bis 400 Milliliter abgegeben werden. Der Urin besteht zu 95 Prozent aus Wasser, der übrige Teil setzt sich aus Elektrolyten und Harnstoff sowie in unterschiedlichen Anteilen unter anderem aus Vitaminen, organischen Säuren (z.B. Zitronen- und Oxalsäure), Kreatinin und Harnsäure zusammen.

Harnbeschaffenheit: Was Geruch und Farbe verraten

Im Normalfall hat der Urin eine klare, leicht gelbe Farbe, welche durch Stoffwechselprodukte (Urochrome) wie beispielsweise Porphyrine oder Bilirubin entsteht. Je nach Aufkommen der Urochrome bzw. mit der Nahrung aufgenommener Substanzen, kann der Urin jedoch auch eine ganz andere Färbung haben. Beispiele sind hier intensiv gelb (hypotoner Urin), rot-bräunlich, schwarz oder grün. Ebenso kann er weiß oder farblos bzw. durchsichtig (z.B. bei Diabetes) erscheinen. Natürlicherweise riecht frischer Urin neutral. Der typisch beißend-stechende ammoniakartige Geruch entsteht erst nach längerer Zeit durch die bakterielle Zersetzung.

Urin gilt generell als wichtiger Indikator für verschiedene Erkrankungen. Dementsprechend stellt die Urinuntersuchung (Harnanalytik) eine der ältesten medizinischen Methoden dar, durch welche unter anderem Nieren- und Harnwegserkrankungen, Diabetes oder Lebererkrankungen erkannt werden können. Neben optischen Auffälligkeiten wie Blut im Urin oder einer Trübung spielen die Farbe und der Geruch des Harns bei der Diagnosestellung eine wichtige Rolle. So kann beispielsweise dunkler Urin auf eine kranke Leber oder streng riechender Harn auf eine Stoffwechselstörung hindeuten.

Geruch und Farbe des Urins spielen in der medizinischen Diagnostik eine wichtige Rolle. (Bild: Björn Wylezich/fotolia.com)

Ursachen von übelriechendem Urin

Im Normalfall riecht der Urin beim Wasserlassen unauffällig. Erst wenn der Harnstoff nach einiger Zeit durch Bakterien in Ammoniak umgewandelt wird, entsteht der strenge, typisch stechend-beißende Gestank. Dementsprechend ist dieser normalerweise ein Hinweis auf mangelnde Sauberkeit und Hygiene, wie man es zum Beispiel von Toiletten an Autobahnrastplätzen oder länger nicht geputzten Badezimmern kennt.

In anderem Fällen kommt es vor, dass der Harn bereits beim Urinieren einen merkwürdigen, unangenehmen Geruch hat, zum Beispiel nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel (wie z.B. Spargel) sowie bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder einer bakteriellen Infektion. Bei Neugeborenen kann ein auffälliger Geruch des Harns auf eine angeborene Störung des Fettstoff- oder Aminosäurestoffwechsels hinweisen. Dementsprechend sollte jegliche Abweichung beachtet und umgehend ärztlich abgeklärt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Stinkender Urin nach Spargel

Häufig kommt es nach dem Verzehr von bestimmten Medikamenten (wie z.B. Penicillin) oder Lebensmitteln zu einer vorübergehenden Veränderung des Uringeruchs. Diese ist dementsprechend im Normalfall ungefährlich ist und erfordert keine ärztliche Behandlung.

Zu den „Klassikern“ zählen hier vor allem Zwiebeln, Knoblauch, Kaffee und Spargel. Bei letzterem entsteht der unangenehm-beißend, teilweise kohlartige Geruch beispielsweise aufgrund eines Enzyms, welches die im Spargel enthaltene Asparagusinsäure in schwefelhaltige Stoffe zersetzt. Dies betrifft jedoch nicht jeden gleichermaßen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 1987 konnte zeigen, dass lediglich 43 Prozent der Probanden über das entsprechende Enzym verfügten und dadurch von stinkendem Urin nach dem Genuss von Spargel betroffen waren.

Fest steht: Die Gene sind entscheidend, dass nicht jeder Spargel im Urin riechen kann. Denn die Fähigkeit zum Abbau von Asparagusinsäure wird vererbt. „Duftet“ es folglich bei beiden Elternteilen streng, nachdem sie das „königliche Gemüse“ gegessen haben, sind auch die Kinder in jedem Fall betroffen, bei nur einem Elternteil sinkt die Chance auf 50 Prozent.

Bei einigen Menschen führt der Verzehr von Spargel dazu, dass es beim Wasserlassen unangenehm riecht. (Bild: karepa/fotolia.com)

Übel riechender Urin durch Entzündung

Oft entsteht der üble Geruch im Zuge einer Harnwegsinfektion, womit eine Entzündung der ableitenden Harnwege gemeint ist, welche meist durch Bakterien entsteht. Unterschieden wird zwischen zwei Formen: Bei der unteren Harnwegsinfektion handelt es sich um einen Harnröhreninfekt bzw. eine Blasenentzündung (Zystitis). Bei einem oberen Infekt liegt hingegen eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) vor.

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Infektion mit dem natürlich vorkommenden Darmbakterium Escherichia coli (E.-coli, Kolibakterien), welches über die Harnröhre in den Harntrakt gelangt und dort eine Entzündung hervorruft. Seltener sind Pilze oder Viren verantwortlich, ebenso kann es sich um eine so genannte hämatogene Infektion handeln, bei welcher der Erreger über das Blut weiter verbreitet wird.

Frauen erkranken insgesamt weit aus häufiger an einem Harnwegsinfekt, da sie eine deutlich kürzere Harnröhre haben. Zudem liegt die Harnröhrenöffnung näher am After als bei Männern, wodurch Darmbakterien leichter in die Harnröhre gelangen. Dementsprechend kommen bei Frauen verschiedene Ursachen in Frage, wie zum Beispiel das Abwischen nach dem Stuhlgang oder Abtrocknen nach dem Baden bzw. Duschen vom After Richtung Vagina oder ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr im direkten Anschluss an Anal- oder Oralverkehr.

Weitere Risikofaktoren sind beschichtete Kondome, ein Diaphragma und falsche Intim-Hygiene, da die schützende Vaginal-Schleimhaut durch Intimsprays oder desinfizierende Lotionen schnell angegriffen wird und Erreger somit leichter eindringen und einen Infekt verursachen können.

Frauen mit einem sehr aktiven Sexualleben sind generell anfälliger für eine Blasenentzündung, da die Scheiden-, Harnröhren- und Blasenwände eng beieinander liegen und durch häufigen sexuellen Kontakt mechanisch stark gereizt werden. In der Folge kommt es zu einer Schwächung des Abwehrsystems, wodurch wiederum die Erreger entsprechend schneller in die Harnwege gelangen („Honeymoon Zystitis“).

Eine vergrößerte Prostata erhöht das Risiko für eine Infektion in den Harnwegen. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Eine Fehlbildung der Harnwege, Blasen- bzw. Nierensteine, Tumore oder ein Dauerblasenkatheter können einen Infekt begünstigen. Weiterhin sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Diabetes mellitus stärker gefährdet, ebenso wie ältere Männer, die unter einer vergrößerten Prostata (Prostatahyperplasie) leiden.

Beschwerden bei Harnwegsinfekt

Abhängig davon, wie schwer der Infekt ist und welche Strukturen betroffen sind, können im Einzelfall ganz unterschiedliche Symptome auftreten. Zum Teil verspüren Frauen außer einem unangenehmen Gefühl beim Wasserlassen gar keine weiteren Einschränkungen.

Typische erste Anzeichen sind ein ungewöhnlich häufiger Harndrang, Beschwerden beim Wasserlassen (starkes Brennen, krampfartige Schmerzen), unangenehm riechender Urin, ein abgeschwächter Harnstrahl sowie Unterbauchschmerzen. Das häufige Wasserlassen ist dabei in einigen Fällen so stark ausgeprägt, dass Betroffene von dem Harndrang regelrecht überrascht werden und es zum Einnässen kommt, sofern nicht rechtzeitig eine Toilette erreicht wird.

Weitere Anzeichen sind Trübungen bzw. dunkler Urin, auch Blut im Urin ist bei einem Harnwegsinfekt möglich. Handelt es sich dabei um eine Nierenbeckenentzündung, verläuft der Infekt meist besonders schwer, indem zusätzlich Fieber, Schüttelfrost, massive Bauchschmerzen oder Flankenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie ein allgemeines „Grippe-Gefühl“ auftreten.

Bei Männern mit einer gleichzeitig bestehenden Prostataentzündung kann es zu Blut im Sperma, sexueller Lustlosigkeit, Erektions- und Ejakulationsstörungen kommen.

In der Schwangerschaft sollte unangenehm riechender Urin besonders ernst genommen werden. Denn eine unbehandelte Blasenentzündung kann in diesem Fall schnell zu einem großen Problem werden. (Bild: nd3000/fotolia.com)

Stinkender Urin in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann es schnell zu übelriechendem Urin kommen, denn in dieser Zeit besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Harnwegsinfekt. Hintergrund ist, dass die Muskeln des Harnleiters aufgrund der hormonellen Umstellung entspannt werden, wodurch sich der Fluss des Urins von den Nieren zur Blase verlangsamt und Keime leichter als sonst aufsteigen können.

Achtung: Kommt es in der Schwangerschaft zu einem solchen Infekt, gilt besondere Vorsicht. Denn bleibt eine rechtzeitige Behandlung aus, können schnell die Nieren mitbetroffen sein, wodurch es wiederum im Ernstfall zu Früh- oder Fehlgeburten kommen kann.

Ursache Diabetes mellitus

Eine weitere typische Ursache für unangenehm riechenden Harn ist die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, die zu den weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten zählt. Dabei werden unter dem Begriff „Diabetes“ verschiedene Krankheitsbilder subsumiert, die als gemeinsames Merkmal einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel aufweisen.

Generell wird bei der so genannten Zuckerkrankheit zwischen einem Diabetes vom Typ I und Typ II unterschieden. Hinzu kommt die Sonderform „Schwangerschaftsdiabetes“ (Gestationsdiabetes), welche sich bei circa 5% der werdenden Mütter etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche entwickelt, normalerweise nach der Geburt aber von selbst wieder verschwindet.

Vom Typ I-Diabetes sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. Die Ursache liegt hier meist in einer schweren Schädigung der Bauchspeicheldrüse, wodurch das lebenswichtige Hormon Insulin nicht mehr ausreichend produziert werden kann. Dementsprechend muss in diesen Fällen das notwendige Insulin durch Spritzen verabreicht werden, was – wie die Nahrungsaufnahme auch – gemäß eines genauen Zeitplans erfolgen muss, um den Körper ständig mit ausreichend Energie zu versorgen.

Unangenehm riechender Harn kann auf die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus hindeuten. Von dieser sind immer häufiger auch schon Kinder betroffen. (Bild: S.Kobold/fotolia.com)

Der Typ I Diabetes betrifft jedoch nur etwa 5% aller Fälle. Die häufigste Form ist die Typ-II-Variante, welche über 90 Prozent der Diabetes-Erkrankungen in Deutschland ausmacht. Von dieser sind im Unterschied zur juvenilen (jugendlichen) Zuckerkrankheit vorrangig ältere Menschen betroffen („Altersdiabetes“), doch auch immer mehr Kinder leiden an Typ-2-Diabetes.

Der Typ II entsteht zum einen durch ein vermindertes Ansprechen der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz). Möglich sind weiterhin erbliche Veranlagung, eine gestörte Insulinausschüttung und eine gestörte Produktion bestimmter Darmhormone. Zudem tritt der Typ II zumeist in Kombination mit Bluthochdruck, Übergewicht (vor allem am Bauch) und Fettstoffwechselstörungen auf. Diese körperlichen Veränderungen werden unter der Bezeichnung “metabolisches Syndrom“ (auch “Wohlstandssyndrom”) zusammengefasst.

Die Symptome hängen bei Diabetes davon ab, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet, wobei zu Beginn bei beiden Formen meist nur geringfügige oder teilweise sogar gar keine Beschwerden auftreten. Typisch sind zum Beispiel starker Durst, Kopfschmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit, häufiges Wasserlassen und übel riechender Urin. Weiterhin können Übelkeit und Erbrechen, Heißhunger auf Süßes, starker Juckreiz oder Sehstörungen wie beispielsweise Augenflimmern auftreten.

Gerade der Typ-II verläuft oft lange ohne eindeutige Symptome, sodass er erst spät erkannt wird. Dadurch drohen in vielen Fällen gesundheitliche Spätfolgen wie schlecht heilende Wunden und geschwollene Füße („diabetischer Fuß“), Erkrankungen der Netzhaut („diabetische Retinopathie“), Nervenschädigungen oder sogar ein Herzinfarkt.

Beim Typ I treten die Symptome hingegen in den meisten Fällen sehr viel früher auf, wobei es vor allem zu Gewichtsverlust, Unwohlsein, starkem Durst und verstärktem Wasserlassen kommt. Möglich ist auch, dass sich infolge extrem hoher Blutzuckerwerte ein so genanntes „diabetisches Koma“ (Coma diabeticum) mit Bewusstseinsverlust einstellt.

Ahornsirupkrankheit

In sehr seltenen Fällen kann die so genannte „Ahornsirupkrankheit“ der Auslöser für unangenehm reichenden Urin sein. Diese wird auch als „Verzweigtkettenkrankheit“ oder „Leuzinose“ bezeichnet. Es handelt sich um eine angeborene, nicht geschlechtsbezogen (autosomal) und rezessiv vererbte Störung im Aminosäurestoffwechsel, wodurch die Eiweißbausteine (Aminosäuren) Leucin, Isoleucin und Valin nicht mehr entsprechend abgebaut werden können. In der Folge kommt es zu einer Anhäufung dieser Aminosäuren und einigen Abbauprodukten in sämtlichen Organen und Körperflüssigkeiten. Eins der Abbauprodukte erinnert in seinem Geruch an Ahornsirup bzw. Maggi-Würze.

Bei der Leuzinose erinnert der süßlich-würzige Geruch des Urins an Ahornsirup. Daher wird die seltene Erkrankung auch “Ahornsirupkrankheit” genannt. (Bild: eskay lim/fotolia.com)

Die häufigste Form der Erkrankung tritt bereits in den ersten Lebenstagen auf und äußert sich vor allem durch Erbrechen, Trinkschwäche, Lethargie, einen unangenehm süßlich-würzigen Uringeruch, Versteifung des Nackens und Atemprobleme, die bis zu Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen führen können. Dementsprechend ist eine frühe Erkennung und Behandlung der Erkrankung besonders wichtig. Unbehandelt kann die Ahornsirupkrankheit zu einer schweren Übersäuerung des Körpers (Ketoazidose) mit Herz- Kreislaufversagen bzw. Atemstillstand führen und damit unter Umständen tödlich enden.

Neben der „klassischen“ Variante zeigen sich die Symptome bei der so genannten intermediären Form der Leuzinose erst im Säuglingsalter. Typisch sind hier vor allem wiederkehrendes Erbrechen, Wachstumsstörungen, eine Verzögerung der psychomotorischen Entwicklung sowie verschiedene Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie).

Die „intermittierende“ Verlaufsform tritt erst im Alter von 12 bis 24 Monaten auf. Bei dieser sind die Betroffenen oft zunächst völlig unauffällig und weisen keine körperlichen, geistigen oder neurologischen Defizite auf. Dies ändert sich jedoch im Falle außergewöhnlicher Stoffwechselbelastungen (Fieber, Impfungen, Operationen etc.), durch welche die Patienten Symptome wie Ataxie, Bewusstseinsstörungen, Koma oder eine Ketoazidose entwickeln, welche unbehandelt tödlich verlaufen kann.

Behandlung bei übelriechendem Urin durch Harnwegsinfekt

Ist ein Harnwegsinfekt die Ursache, erfolgt die Therapie in Abhängigkeit davon, wie und wodurch dieser entstanden ist. Liegt ein bakterieller Infekt ohne weitere Risikofaktoren vor („unkomplizierter Harnwegsinfekt“), reicht normalerweise ein Antibiotikum aus. Treten sehr starke Schmerzen auf, kann der Arzt parallel schmerzlindernde oder krampflösende Mittel verschreiben. Oft wirkt schon Wärme (z.B. Wärmflasche, Körnerkissen) sehr wohltuend. Wichtig ist es, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (mindestens zwei bis drei Liter am Tag), um die Harnwege entsprechend zu spülen und trotz der Beschwerden regelmäßig die Blase zu entleeren.

Handelt es sich um einen komplizierten bzw. chronischen Infekt, kann in manchen Fällen auch eine längere Antibiotika-Therapie notwendig sein. Bestehen weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel Diabetes, eine Prostatavergrößerung oder ein Blasenstein, müssen diese nach Möglichkeit (zum Beispiel durch einen operativen Eingriff) beseitigt werden, um eine chronische Infektion zu verhindern.

Tritt der Harnwegsinfekt während einer Schwangerschaft auf, muss die Behandlung so schnell wie möglich erfolgen. Denn bei Nicht-Behandlung steigt das Risiko für eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), durch welche es wiederum zu vorzeitigen Wehen und im schlimmsten Fall zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen kann. Dementsprechend sollte bei ersten Symptomen wie einem Brennen oder Stechen beim Wasserlassen, einem nicht nachlassenden Harndrang oder übelriechendem Harn umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Zur Behandlung kommen in der Schwangerschaft jedoch nur bestimmte Antibiotika wie z.B. Pivmecillinam in Frage, um sicher zu stellen, dass die Gesundheit des ungeborenen Kindes nicht beeinträchtigt wird.

Behandlung bei Diabetes

Die Therapie eines Diabetes mellitus hängt davon ab, welche Form der Erkrankung vorliegt. Generell sollten die Behandlungsziele im jeweiligen Fall individuell zwischen Patient und Arzt vereinbart und regelmäßig überprüft werden. Da beim Typ-1-Diabetes ein absoluter Insulinmangel vorliegt, müssen Betroffene das lebenswichtige Hormon ihr Leben lang spritzen. Hier stehen zum einen Normalinsulin sowie zum anderen sogenannte „Insulinanaloga“ zur Verfügung, bei denen einige Aminosäuren ausgetauscht werden.

Bei einem Typ II sind die Therapiemöglichkeiten komplexer. Da diesem Typ oft Übergewicht bzw. Adipositas (Fettleibigkeit) in Verbindung mit Bewegungsmangel zugrunde liegt, sind eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung von elementarer Bedeutung, um das zentrale Ziel der Gewichtsabnahme zu erreichen. Tritt durch diese Maßnahmen keine Besserung ein, kommen blutzuckersenkende Medikamente bzw. später auch Insulin zum Einsatz.

Im Falle eines Diabetes müssen Blutdruck, Blutzucker- und Blutfettwerte regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Wichtig ist vor allem, dass sich Betroffene bewusst machen, dass der Erfolg der Therapie maßgeblich vom eigenen Handeln bestimmt wird. Diabetes ist zwar nicht heilbar, doch eine umfangreiche Diabetiker-Schulung kann helfen, durch Tipps und Informationen zu entsprechender Ernährung, Diät, Bewegung und Medikamenten, die Lebensqualität und Lebenserwartung der Patienten beträchtlich zu erhöhen. Dementsprechend sollten die individuell abgestimmten Therapiemaßnahmen fest und dauerhaft in den Alltag integriert und verantwortungsvoll umgesetzt werden. Weiterhin müssen Blutzucker- und Blutfettwerte sowie der Blutdruck kontinuierlich durch den behandelnden Arzt überwacht werden.

Therapie Ahornsirupkrankheit

Bei der akuten Therapie der Leuzinose steht die Senkung der Konzentrationen der schädigenden Aminosäuren im Mittelpunkt, zudem muss die Bildung der giftigen Abbauprodukte vermieden werden. Um dies zu erreichen, wird normalerweise die Eiweißzufuhr durch die Nahrung für maximal zwei Tage gestoppt, parallel erfolgt die Gabe energiereicher Stoffe wie Traubenzucker. In den meisten Fällen sind künstliche Ernährung (über Infusion) sowie teilweise eine Blutwäsche (Dialyseverfahren) notwendig, um die Aminosäure Leucin und dessen giftige Abbauprodukte zu senken.

Da die drei Eiweißbausteine Leucin, Isoleucin und Valin bei der Ahornsirupkrankheit (englisch „Maple syrup urine disease”) nicht richtig abgebaut werden können, gleichzeitig aber lebenswichtig sind, müssen diese dem Körper trotz Krankheit in einer ausreichenden Menge zugeführt werden. Die Langzeit- bzw. Dauerbehandlung besteht daher in einer eiweißarmen Diät sowie der gezielten und ergänzenden Aufnahme spezieller leucin-, isoleucin- sowie valinfreien Aminosäurengemische, welche mit Spurenelementen, Vitaminen und Salzen angereichert werden.

Die notwendige Diät bedeutet dabei für die Patienten einen Verzicht auf besonders eiweißreiche Lebensmittel wie beispielsweise Milch bzw. Milchprodukte (Quark, Käse, Joghurt etc.), Fleisch, Eier und Nüsse. Stattdessen sollte der Speiseplan vorwiegend aus Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis sowie eiweißreduzierten Backwaren, Nudeln etc. bestehen.

Naturheilkunde bei unangenehm riechendem Harn

Riecht der Urin unangenehm, muss nicht in jedem Fall eine medikamentöse Therapie erfolgen. Stattdessen kann die Naturheilkunde oft eine wirkungsvolle Alternative bzw. Unterstützung bieten, um die Beschwerden zu lindern. Häufig deutet stinkender Harn auf einen dehydrierten Zustand des Körpers hin, ebenso können größere Mengen von Knoblauch, Fisch, Zwiebeln, Spargel, Alkohol und Eiern für den ungewöhnlich schlechten Geruch verantwortlich sein. Dementsprechend hilft es oft schon, so viel Wasser wie möglich zu trinken (mindestens zwei bis drei Liter am Tag), um die Harnwege zu reinigen und den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Sind Lebensmittel wie Knoblauch oder Fisch für den unangenehmen Urin-Geruch verantwortlich, hilft es meist schon, viel Wasser zu trinken. (Bild: sebra/fotolia.com)

Liegt ein Harnwegsinfekt vor, eignen sich neben Wasser und ungesüßtem Tee besonders spezielle Blasen- und Nierentees mit Extrakten von Heilpflanzen wie Brennessel, Birke oder Wacholder, durch welche die Urinproduktion angeregt wird. Ein Aufguss aus Bärentraubenblättern (Arctostaphylos uva-ursi) wirkt desinfizierend und antibakteriell. Cranberrysaft aus dem Reformhaus oder der Apotheke kann hilfreich sein, da dieser die Anzahl der Bakterien im Blasenbereich reduzieren und ein Festsetzen neuer Bakterien verhindern kann.

Homöopathie bei unkompliziertem Harnwegsinfekt

Handelt es sich um einen „unkomplizierten Infekt“ ohne weitere Risikofaktoren wie z.B. einen Blasenstein oder ein Prostataleiden, kann die Homöopathie helfen. Je nach dem, welche Beschwerden bestehen, kommen hier ganz unterschiedliche Mittel zum Einsatz. Bei starkem Harndrang im Liegen oder Stehen und häufigem Wasserlassen hat sich zum Beispiel Belladonna bewährt. Treten parallel zum ständigen Harndrang starke brennende und/oder stechende Schmerzen beim Urinieren auf, eignen sich Cantharis vesicatoria („spanische Fliege“) und Apis mellifica.

Bei einem eher dumpfen Schmerz und großen Mengen hellem Urin ohne einem Gefühl der Erleichterung, kann Ackerschachtelhalm (Equisteum arvense) helfen. Im Falle starker Beschwerden am Ende der Blasenentleerung sowie bei chronischen Infekten der ableitenden Harnwege empfehlen Experten Sarsaparilla.

Wichtig: Welches Mittel im Einzelfall das richtige ist, sollte ebenso wie die individuelle Dosierung und Einnahmedauer immer im Vorfeld mit einem Heilpraktiker, Apotheker oder naturheilkundlich ausgerichteten Arzt besprochen werden.

Bewährte Hausmittel gegen stinkenden Urin

Für die natürliche Behandlung eines Harnwegsinfekts bieten sich eine Reihe weiterer Hausmittel gegen Blasenentzündung an. Häufig wirkt bereits eine einfache Wärmflasche sehr wohltuend, die je nach schmerzendem Bereich zum Beispiel auf dem Bauch, zwischen den Beinen oder am unteren Rücken platziert wird und so direkt hilft, die Verkrampfungen in Unterleib und Blase zu lösen.

Wärme wirkt bei einer Blasenentzündung sehr wohltuend. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Ein Umschlag mit dem sogenannten Schwedenbitter (Schwedenkräutern) wirkt ebenso entspannend auf die Muskeln der Blase und kann daher den Heilungsprozess positiv beeinflussen.

Schwedenkräuter-Umschlag gegen Blasenentzündung

Sie benötigen:

  • Fertig gemischte Schwedenkräuter aus der Apotheke oder eine selbst angesetzte Mischung
  • Fettsalbe (z.B. Ringelblumensalbe)
  • Watte bzw. Küchenpapier
  • ein Stück Plastikfolie (Frischhaltefolie, Stück Müllbeutel o.ä.)
  • ein dickeres Baumwolltuch

Um Hautreizungen zu verhindern, wird zunächst die Region um das Schambein gut mit der Salbe eingecremt. Dann wird das Küchenkrepp bzw. die Watte mit den Kräutern getränkt und auf die betroffene Stelle aufgelegt. Zum Schutz der Kleidung und Bettwäsche kann bei Bedarf ein Stück Plastikfolie darüber gelegt werden. Dieses dient außerdem dazu, dass sich die Feuchtigkeit länger in der Watte hält. Am Schluss wird das Ganze mit einem warmen Tuch bedeckt und der Umschlag für etwa 2 – 4 Stunden auf dem schmerzenden Bereich gelassen. Wird dieser wieder abgenommen, sollte die Haut zur Beruhigung eingepudert werden.

Wichtig: Treten dennoch Reizungen auf, hilft es meist schon, wenn eine Weile pausiert und beim nächsten Durchgang die Auflagenzeit verkürzt wird.

Zu den Heilpflanzen, die wirkungsvoll bei einem Harnwegsinfekt eingesetzt werden können, zählen unter anderem Birkenblätter, Bärentraubenblätter, Goldrutenkraut und Hauhechelwurzel. Ein Tee aus diesen Kräutern unterstützt das Ausspülen von Krankheitserregern, wirkt entkrampfend und entzündungshemmend.

Rezept für Nieren- und Blasentee

  • 30 g Bärentraubenblätter
  • 15 g Birkenblätter
  • 15 g Goldrutenkraut
  • 15 g Hauhechelwurzel
  • 250 ml Wasser

Das Wasser zum Kochen bringen. Die Kräuter mischen, zwei Teelöffel davon in eine Tasse geben und mit dem kochenden Wasser überbrühen. Den Aufguss 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Im Bereich der Hydrotherapie gilt bei übelriechendem Urin infolge einer Blasenentzündung ein ansteigendes Sitzbad als hilfreiches Verfahren. Schüssler Salze sind ebenfalls gut zur Behandlung eines akuten Harnwegsinfekts geeignet. Hier kommen unter anderem die Salze Nr.3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 9 (Natrium phosphoricum) zum Einsatz. (nr)

Quellen anzeigen Autoren: Dipl. Sozialwiss. Nina Reese, Barbara Schindewolf-Lensch Quellen:

  • Günther H. Jacobi: Praxis der Männergesundheit: Prävention, Schulmedizinische Fakten, Ganzheitlicher Zugang, Thieme, 2003
  • Norbert Enders: Bewährte Anwendung der homöopathischen Arznei: Band 1: Diagnosen und Beschwerden, Karl F. Haug, 2012
  • Richard Hautmann, ‎Jürgen E. Gschwend: Urologie, Springer, 2014
  • Josefine Neuendorf: Das Urinsediment: Mikroskopie, Präanalytik, Auswertung und Befundung, 2015
  • Hans-Ulrich Comberg: Allgemeinmedizin: 39 Tabellen, Thieme, 2004
  • Rudolf Hänsel, Otto Sticher: Pharmakognosie – Phytopharmazie, Springer, 2006

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Körpergeruch und Hängebauch: Worüber im Wochenbett niemand spricht

Wochenbett. Ein Begriff, der vielen nicht wirklich etwas sagt. Klar, damit ist grob die Zeit nach der Geburt gemeint. Aber wem fällt wirklich mehr ein als die drei zentralen Themen Rückbildung, Wochenfluss und Milcheinschuss? Und dabei gibt es da so Einiges, mit dem die frisch gebackene Mama auf einmal konfrontiert wird…

Tanz der Organe im Hängebauch

Die Rückbildung wurde oben bereits schon vorsichtig angedeutet. Zehn Monate lang hat sich der Körper von „nicht schwanger“ auf „schwanger“ umgestellt. Die Organe sind in dieser Zeit immer höher gewandert und haben dem kleinen Erdenbürger Platz gemacht. Der Bauch ist immer größer und fester geworden. Und dann plötzlich von einer auf die andere Sekunde ist alles leer und hängt gefühlt endlos an einem herunter! Genauso so überraschend und extrem ist es tatsächlich. Kind da, Bauch leer.

Schon klar, so muss es ja sein, aber dieses Gefühl, das lässt sich nur schwer beschreiben. Jede Mama weiß, wovon ich gerade schreibe. Und auch in den weiteren Tagen und Wochen danach fühlt sich der eigene Körper so fremd an. Das erste Stillen sorgt außerdem dafür, dass die Rückbildung angetrieben wird. Während das Kind also an der Brustwarze hängt, krampfen die Organe und wandern im Wochenbett Zentimeter für Zentimeter wieder hinunter. Kleiner Tipp: Miederhöschen stützen anfangs super den Bauch!

Still-BH und Stilleinlagen: Eine Never EndingStory

Vor der Geburt überlegt man viel und lange, wie es mit Baby denn sein wird. Man denkt an Windeln, schreiende Babys, lange Nächte und vielleicht auch ans Stillen. Aber an Still-BHs? Wohl eher nicht. Mit denen muss man sich nach der Geburt erst einmal anfreunden. Denn ganz deutlich gesagt: So lange du stillst, trägst du einen Still-BH. Tag und Nacht!

25 Tipps, wie dein Kind besser schläft (kostenloser Download)

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Vorbei die warmen Sommernächte, in denen man etwas super Bequemes (oder vielleicht auch nichts) anhat. Ab sofort drückt es im Bett um die Brust herum. Das Gemeine ist, dass anfangs die Brust auch noch eine ganz andere Größe hat, als einige Wochen nach der Geburt. Und so ist man neben Wochenbett, winzigem Baby und dem Haushalt auch noch damit beschäftigt, online einen passenden (und vielleicht auch noch schönen) Still-BH zu finden. Es macht Sinn, sich am besten schon vor der Geburt mit einigen Exemplaren in verschiedenen Größen ausstatten. Was wirklich sitzt und sich gut anfühlt, weiß Frau eh erst später. Und gut sitzende Still-BHs sind das A und O beim Stillen (Stichwort Milchstau).

Da wären wir dann übrigens schon beim Thema Stilleinlagen. Alle sprechen immer von dem vielen Müll, der durch Wegwerf-Windeln produziert wird. Stimmt ja auch, aber als Windelfrei-Mama ist das gefühlt nichts im Vergleich zu dem, der durch Stilleinlagen verursacht wird. Denn ganz ehrlich: Als werdende Mama hat man keine Ahnung, wie viele von den Einlagen man später wirklich braucht. Unzählige. Vor allem nach dem Milcheinschuss muss man die Dinger gefühlt alle 20 Minuten austauschen. Und ganz ehrlich: Wirklich günstig sind Still-Einlagen auch nicht, außer man entscheidet sich für die wiederverwendbare, also waschbare Variante.

Liebe Hormone, danke für den neuen Körpergeruch!

Ein leerer Bauch, der wie ein Hefeteig herunterhängt, drückende Still-BHs und die Abhängigkeit von Stilleinlagen – all das ist schon wirklich unangenehm oder nervig. Aber was mir vor der Geburt keiner gesagt hat und wovon ich wirklich keine Ahnung hatte: Als Mama stinkst du erst einmal.

Das hört sich jetzt ziemlich extrem an, stimmt aber in vielen Fällen. Nach der Geburt bist du immer noch voll mit den Schwangerschaftshormonen und bekommst als frisch gebackene Mama eine neue Ladung an Hormonen dazu. Dein Baby soll seine Mama sofort finden und erkennen können. Und da Neugeborene nicht gut sehen können, funktioniert das am besten eben immer noch über den Riechsinn. Was nichts anderes bedeuten soll, als dass Mama riecht. Ganz natürlich. Für das Baby. Manchmal ziemlich extrem.

Unglaublich aber wahr: Fast immer riecht nur die Mama sich selbst. Die anderen merken angeblich nichts vom neuen Körpergeruch! Woran das liegt, wüsste ich auch gerne. Eine Erklärung (die Sinn ergibt) habe ich dazu noch nicht gefunden. Sicher ist aber: Im Wochenbett kann Frau sich selbst meistens weniger gut riechen.

Zum Glück geht das irgendwann vorbei. Und Ablenkung hat man mit seinem Baby genug.

Foto: privat

Hier schreibt Kruemelina, Journalistin und Gründerin des Krümel Blogs. Woher die Namen der beiden stammen? Von dem Spitznamen ihres Sohnes! Der heißt Krümel, seitdem ihn seine Eltern das erste Mal im Ultraschall gesehen haben.

Was erwartet eine werdende Mama im Wochenbett?

Das sogenannte Wochenbett oder Kindbett ist definiert ab Geburt der Plazenta bis ca. 6 Wochen danach. In dieser Zeit durchläuft Ihr Körper, Ihre Psyche, aber auch Ihre Beziehung zu Ihrem Kind und Ihrem Partner enorme Veränderungen. Im Wochenbett produziert der Körper andere Hormone als in der Schwangerschaft. Einerseits beeinflussen die Hormone ihre Gefühle zum Kind, die Milchproduktion, aber auch die Rückbildung. Diese Hormonumstellung kann zu einem Wechselbad der Gefühle führen und macht den Schlaf oberflächlicher, um das Kind nachts wahrzunehmen.

In diesen 6 Wochen bildet sich Ihre Gebärmutter von ca. 1,5 kg Gewicht am Ende der der Schwangerschaft, wieder auf Birnengrösse mit rund 50 – 70 g Gewicht zurück. Nachwehen, die nicht von allen Frauen gleich stark empfunden werden, dienen dieser Rückbildung. Auch der Wochenfluss verändert sich in den ersten 3-4 Wochen von menstruationsstark, blutig bis ausflussartig, gelblich. Anschliessend baut sich die Gebärmutterschleimhaut neu auf.

Ihr Kind lernt trinken, seine Verdauung kommt in Gang und es lernt seine Eltern und seine Welt auf eine ganz neue Art kennen. Auch Sie brauchen Zeit um Ihr Kind kennen zu lernen und mit all den neuen Aufgaben vertraut zu werden. Nach ca. 6 Wochen endet zwar das medizinische Wochenbett, doch dies bedeutet nicht, dass Ihr Körper, Ihre Psyche und Ihr Alltag bereits in einem neuen Gleichgewicht sind. Bis die neue Familie Tag und Nacht ein eingespieltes Team ist und die körperlichen Veränderungen fast nicht mehr zu sehen sind, kann es mindestens 9-12 Monate gehen!

Falls Sie stillen, beginnt die milchbildende Hormonproduktion mit dem Ausstossen der Plazenta und wird durch das Saugen des Kindes und den Körperkontakt gleich nach der Geburt (dem sogenannten Bonding) gefördert. Die milchproduzierende Brust verändert sich vor allem in den ersten 3-4 Tagen stark. Durch den Milcheinschuss wird die Brust grösser, wärmer und fester. Diese Brustveränderung kann schmerzhaft sein und es ist für die meisten Frauen ungewohnt, so grosse Brüste zu haben. Sinnvoll ist es, Still-BHs erst nach dem Milcheinschuss zu kaufen.

Durch die neu gewonnenen Platzverhältnisse in ihrem Bauch braucht Ihre Verdauung einige Tage, bis sie wieder richtig in Gang kommt. Es ist sinnvoll, sich genügend zu bewegen, viel zu trinken und die Verdauung eventuell mit Leinsamen oder Dörrfrüchten zu unterstützen. Vermehrtes Schwitzen im Wochenbett ist normal und auch hormonell bedingt. Normalerweise spricht nichts dagegen, dass Sie schon kurz nach der Geburt aufstehen und herumlaufen. Bewegung so früh wie möglich nach der Geburt ist sehr wichtig, weil Sie dann schneller wieder fit werden. Alle Körperfunktionen, wie z.B. von Blase und Darm, normalisieren sich dann rascher.

Sogar wenn Sie einen Kaiserschnitt hatten, sollten Sie sich schon wenige Stunden nach der Operation etwas bewegen. Das regt Ihren Blutkreislauf an verhindert die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Ihren Beinen oder Ihrer Lunge.

Die erste Zeit ist auch geprägt durch ein neues Körperbild. Viele Frauen beschreiben ein ungewohntes und unsicheres Körpergefühl und fehlenden Halt durch die aufgelockerte Beckenboden- und Bauchmuskulatur. Das Kind ist nicht mehr im Bauch und trotzdem sind die Zeichen der Schwangerschaft noch nicht ganz verschwunden. Mit der entsprechenden Rückbildungsgymnastik zur Straffung Ihrer Bauchmuskeln haben Sie bald wieder den gewohnten Halt, und können in der Schwangerschaft zugelegte Kilos reduzieren. Vergessen Sie nicht, dass Kind, Plazenta und Fruchtwasser zusammen durchschnittlich 6 kg wiegen, obgleich Sie selbst zwischen 7 und 15 kg zugenommen haben. Ausserdem haben Sie während der Schwangerschaft wahrscheinlich nicht so viel Sport getrieben. Ausserdem wird Ihnen das Stillen enorm viel Energie abverlangen. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn es einige Monate dauert, bis die Pölsterli wieder verschwinden.

Ihr Kind kann das Licht der Welt im Spital, im Geburtshaus oder zu Hause erblicken. Nach einer unkomplizierten Geburt können Sie sogar wenige Stunden später das Spital wieder verlassen. Sie haben aber natürlich genauso gut die Möglichkeit, noch einige Tage zu bleiben und sich versorgen zu lassen.

Es gibt unterschiedliche Angebote zur Betreuung im Wochenbett. In den ersten Wochen nach einem Aufenthalt in einer Klinik, einem Geburtshaus sowie nach einer ambulanten oder Hausgeburt ist es sinnvoll, dass eine Hebamme zu Ihnen nach Hause kommt. Diese Hausbesuche werden von Ihrer Krankenkasse bis zum 56. Tag nach der Geburt bezahlt. Kümmern Sie sich wenn möglich bereits in der Schwangerschaft um eine Nachsorge-Hebamme. Fachpersonal zur Wochenbettbetreuung und Begleitung zu Hause in der Zeit nach der Geburt finden Sie z.B. über www.wochenbettbetreuung.ch.

Zu Hause treten oft Fragen auf, die für Sie im Spital noch nicht relevant waren. Auch wenn alles komplikationslos verläuft, kann es hilfreich sein, wenn die Hebamme am 2. oder 3. Tag zuhause vorbeischaut. Sie kontrolliert unter anderem das Gewicht des Babys, die Nabelheilung und beantwortet Fragen. Ausserdem beobachtet sie die Rückbildung Ihrer Gebärmutter und ob es Anzeichen für einer Wochenbettinfektion gibt. Sie kontrolliert Ihre Brust und das Stillen. Zusätzlich kann die Hebamme Sie bei Stillschwierigkeiten unterstützen.

Häufige Frage zum Thema

Hilfe – ich bin nicht mehr ganz dicht! Gibt sich das von alleine wieder?

Unwillkürlicher Harnverlust bei Anspannung, also z.B. beim Heben, Niesen, Husten, aber auch beim Lachen, ist in den Wochen und Monaten nach der Geburt ganz normal. Vor allem, wenn Sie stillen, ist eine leichte Inkontinenz (Blasenschwäche) nicht aussergewöhnlich, weil auch die Muskulatur der Harnwege…

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Wissen

Nach der Geburt mit einem guten Gefühl nach Hause

Newsticker

Thrombose nach der Schwangerschaft: Frauen haben laut einer neuen Studie noch über 12 Wochen nach der Entbindung ein signifikant erhöhtes Thromboserisiko, doppelt so lange als bisher angenommen. Die gesteigerte Blutgerinnung, zu der es auch bei gesunden Frauen in der Schwangerschaft kommt, ist ein Schutzmechanismus gegen zu hohe Blutverluste unter der Geburt. Der Nachteil ist eine erhöhte Neigung zu Thromben (Blutgerinnseln), die neben tiefen Venenthrombosen auch die (seltene) Gefahr von Schlaganfällen und Herzinfarkten birgt. Nach der Geburt normalisiert sich das Gerinnungssystem erst langsam wieder. Gefährdete Frauen sollten daher länger antithrombotisch behandelt werden. (swissmom Newsticker, 6.3.14)

Letzte Aktualisierung : 17-03-19, swissmom-Hebammenteam

© privat

Schweißattacken, Hämorrhoiden, Wochenfluss – im Gespräch räumt Jana Friedrich, seit 18 Jahren Hebamme, mit manchem Tabuthema rund um die Schwangerschaft auf. Und sie verrät, warum Frauen keine Angst vor den Geburtsschmerzen haben müssen.

Redaktion: Sie sind nicht nur Hebamme, sondern auch Mutter von zwei Kindern. Gibt es etwas, was Sie vor Ihrer Schwangerschaft gerne genauer gewusst hätten?

Jana Friedrich: Ich hätte gerne mehr Positives über die Geburt gehört. Mir sagte man immer: „Die Geburt wird schmerzhaft, aber da musst du durch“. Dass eine Frau aus den Schmerzen auch unglaublich viel Kraft ziehen kann, erzählte mir hingegen niemand.

Wie kann ich mir das vorstellen, dass Schmerzen Kraft geben?

Der Schmerz bringt die Frau in eine akute Stresssituation. Ihr Körper schüttet dann nicht nur Adrenalin aus, sondern auch die Glückshormone Oxytocin und Endorphin. Vor allem, wenn sie es schafft, sich zwischen den Wehen zu entspannen. Endorphin ist eine Art körpereigene Droge, die unsere Schmerztoleranz steigert. Hält man das Kind dann in seinen Armen, ist man nicht nur unglaublich glücklich, es geschafft zu haben, sondern auch verdammt stolz – nicht nur auf sich, sondern auch auf seinen Körper.

Vorsicht vor zu starkem Pressen auf der Toilette

Gibt es heutzutage eigentlich noch Themen, über die Schwangere nicht reden?

Kaum. Selbst über etwas so Intimes wie Inkontinenz wird mittlerweile recht offen gesprochen. Worüber jedoch ungern geredet wird, sind Hämorrhoiden – und mit denen haben Schwangere tatsächlich häufig zu kämpfen.

Warum das?

Durch die Schwangerschaftshormone ist der weibliche Körper auf „weit und weich“ eingestellt. Das betrifft nicht nur Haut, Bindegewebe und Beckenboden, sondern auch die Gefäße im Enddarmbereich. In der Regel sind die Hämorrhoiden nicht so stark ausgeprägt und bilden sich von alleine wieder zurück. Einige Frauen entwickeln die Schwellungen auch erst beim aktiven Pressen während der Geburt. Unangenehm sind sie allerdings in jedem Fall. Sie fühlen sich an, als wäre da immer noch ein bisschen Stuhlgang im After.

Wie kann ich dem vorbeugen?

Zu viel Druck gehört zu den Hauptursachen für Hämorrhoiden. Ich sollte also immer entspannt auf Toilette gehen, nicht zu viel pressen und Verstopfungen vermeiden. Das heißt ausreichend trinken und ballaststoffreich essen. Auch Bewegung regt die Darmtätigkeit auf natürliche Weise an. Was selten angesprochen wird, ist, dass viele Frauen sich auch im Wochenbett körperlich unwohl fühlen.

Weil Sie über die Schwangerschaft hinweg zugenommen haben?

Der Bauch sieht tatsächlich noch einige Zeit richtig schwanger aus und auch der Schlafmangel macht sich in Augenringen bemerkbar. Aus den Zeitschriften sind wir adrette, glücklich lächelnde Mütter gewöhnt. Da gibt es schon eine gewisse Diskrepanz. Während der Schwangerschaft lagert sich im Gewebe aber auch Flüssigkeit ab und die wird im Wochenbett rausgeschwitzt. Das ist ein natürlicher Vorgang und vollkommen normal. Dazu läuft die Milch und auch der Wochenfluss ist oft noch recht stark.

© Herzogfotografie

Hebammenblog

Jana Friedrich ist nicht nur Hebamme, sondern auch fleißige Bloggerin. In ihrem Hebammenblog teilt sie ihre Erfahrungen aus dem Kreißsaal und gibt Schwangeren nützliche Tipps für den Alltag. Außerdem betreibt Friedrich einen kleinen Online-Shop. Ihr Sortiment reicht von der Milchpumpe bis hin zur Brustwarzensalbe.

Der Wochenfluss kann ein Nährboden für Keime sein

Was ist der Wochenfluss genau?

Das Wundsekret der Gebärmutter, an der während der Schwangerschaft die Plazenta saß. In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Ausfluss sehr blutig, wird dann bräunlich-gelb, bis er schließlich wieder so weiß ist, wie wir ihn üblicherweise kennen. Bis der Scheidenausfluss wieder normal aussieht, kann es jedoch einige Wochen dauern.

Ist das Sekret infektiös?

Nein. Aber ein guter Nährboden für Keime. Frauen sollten ihre Vorlagen daher alle zwei bis drei Stunden wechseln. Wenn sie mögen, können sie hinterher auch mit ein bisschen lauwarmem Wasser spülen. Ansonsten ist der Wochenfluss nicht schlimm, selbst Sex können sie währenddessen haben – wenn sie mögen.

Apropos Sex: Fühlt der sich nach der Entbindung anders an?

Viele Frauen befürchten tatsächlich, dass ihre Vagina durch die Geburt weiter geworden ist und sie nun weniger spüren. Das ist jedoch bei den wenigsten der Fall. Verrückterweise fühlt sich die Vagina oft sogar enger an. Das liegt auch an der Hormonumstellung, die bei einigen Frauen dazu führt, dass die Scheide trocken wird. Der Beckenboden ist zwar nach der Geburt sehr weich, festigt sich aber schnell wieder. Das passiert größtenteils von alleine, einfach durch normale Bewegungen. Wie jeder Muskel kann aber auch der Beckenboden gezielt trainiert werden.

Information: Mehr über Jana Friedrich und ihren Hebammenblog erfahren Sie in unserer Serie Gebloggt.

Das sagt dein Urin über deine Gesundheit aus

Das Urinieren gehört zu den natürlichsten Tätigkeiten des Alltags. Es kann jedoch nicht schaden dem Klogang ab und an etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Denn was wir am stillen Örtchen hinterlassen sagt einiges über unsere Gesundheit aus.

1. Schwangerschaft

Der Grund warum wir bei Verdacht auf eine Schwangerschaft auf einen Teststreifen pinkeln, liegt in der veränderten hormonellen Konzentration im Urin begraben. Nach der Befruchtung wird das Peptidhormon hCG, welches für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist, von einem Teil der Plazenta gebildet und ist ab diesem Zeitpunkt im Urin nachweisbar.

Manche Frauen bemerken im Anfangsstadium der Schwangerschaft auch einen kräftigen, beinahe penetranten Geruch des Harns.

Ist die Schwangerschaft bereits fortgeschritten, müssen Frauen mit verstärktem Harndrang rechnen. Das liegt zum einen daran, dass die Nieren intensiver arbeiten müssen, um die Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels und von Gift­stoffen aus dem Körper zu bewältigen. Andererseits drückt der wachsende Fetus aber einer gewissen Größe auch auf die Blase.

2. Infektion

Es brennt beim Wasserlassen? Dann ab zum Arzt! Schmerzen beim Urinieren können auf einen Harnwegsinfektion hindeuten und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Auch häufiges Urinieren – bei wenig Harnfluss – kann ein Indikator für Infektionskrankheiten der ableitenden Harnwege sein. Weitere Symptome eines Harnwegsinfekt sind eitrige oder blutige Beimengung im Urin und verminderter Harnfluss. Bei akuten Nierenbeckenentzündung stehen Flankenschmerz und Fieber im Vordergrund, Übelkeit und Brechreiz können ebenfalls vorkommen.

3. Erkrankung

Blut im Urin kann auf eine ganze Reihe von Krankheiten hindeuten. Nierensteine, eine Stoßverletzung (beispielsweise durch langes Laufen auf hartem Untergrund), eine Blasenentzündung, eine Nierenentzündung oder ein Tumor können sich dadurch bemerkbar machen.

Süßlicher Geruch kann wiederum ein Anzeichen von Diabetes sein, das der Körper Glucose nicht gänzlich verarbeiten kann und ausscheidet.

4. Ernährung

Karotten, rote Rüben, Kürbis, Süßkartoffeln, Blaubeeren – bestimmte Nahrungsmittel weisen eine sehr starke farbliche Pigmentierung auf, die sich auch in einer Veränderung des Urins erkennbar macht. Eine leicht pinke, gelbliche oder orange Verfärbung des Harns muss also nicht zwingen ein Alarmsignal sein. Der durch Spargel verursachte, sehr penetrante Geruch des Urins hat wiederum mit der im Gemüse enthaltenen Asparaginsäure zu tun, die an sich geruchsneutral ist, durch einen Abbauprozess im Körper jedoch in eine schwefelhaltige Verbindung umgewandelt wird, die zu dem markanten Geruch führt.

5. Dehydration

Der Harn ist auch ein aussagekräftiger Indikator, wenn es darum geht den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu bestimmen. Dabei ist vor allem die Farbe des Urins ausschlaggebend. Es gilt: Je heller und klarer der Urin, desto besser ist der Organismus mit Flüssigkeit versorgt. Dunkelgelber, bräunlicher, trüber Urin (typisch für Morgenurin) kann hingegen auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Ob man genug trinkt, kann man zudem daran erkennen, wie oft man die Toilette aufsuchen muss. Etwa einmal pro Stunde ist hierfür eine gute Messlatte. Auch ein besonders strenger, intensiver Geruch des Harn kann auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten.

Hitzewallungen in der Schwangerschaft

Etwas mehr als gewöhnlich während der Schwangerschaft zu schwitzen, ist ganz normal. Ebenso können Hitzewallungen und Schweißausbrüche in der Schwangerschaft auftreten.

Sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche normal in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft erhöhen sich die Hormonzufuhr und Durchblutung im Körper, was zu einer Erhöhung der Körpertemperatur und mehr abkühlendem Schwitzen in der Schwangerschaft führt. Manche Frauen leiden auch unter Schweißausbrüchen nach der Schwangerschaft, wenn der Körper überflüssige Stoffe ausscheidet und den Körper wieder in sein herkömmliches Hormongleichgewicht bringt.

Nachtschweiß in der frühen Schwangerschaft

Nachtschweiß und plötzliche Schweißausbrüche können ein frühes Zeichen für Schwangerschaft sein, allerdings können diese auch von anderen Faktoren hervorgerufen werden. Der Teil des Gehirns, der die Körpertemperatur reguliert, wird von Veränderungen der Hormone beeinflusst, was zu vermehrtem Schwitzen in der Schwangerschaft führt. Nachtschweiß und Schweißausbrüche in der Schwangerschaft werden oftmals weniger während der 9 Monate Schwangerschaft, könnten jedoch kurz vor der Geburt aufgrund weiterer hormoneller Veränderungen wieder vermehrt auftreten.

Übermässiges Schwitzen in der Schwangerschaft reduzieren

Dieses sind einige Tipps, um übermäßiges Schwitzen in der Schwangerschaft in den Griff zu bekommen:

  • Dusche oder bade dich regelmäßig.
  • Benutze ein Antitranspirant täglich. Rexona Maximum Protection ist eine gute Möglichkeit, um übermäßiges Schwitzen in der Schwangerschaft anzugehen. Antitranspirante können ohne Beschwerden während der Schwangerschaft benutzt werden, allerdings berichten manche Frauen von überempfindlicher Haut, man könnte also ein besonders hautpflegendes Produkt in Erwägung ziehen.
  • Trage weite Kleidung aus natürlichen, atmungsaktiven Stoffen, um Schwitzen in der Schwangerschaft vorzubeugen. Baumwollunterwäsche ist besonders zu empfehlen, da sie der Haut genügend Luft zum Atmen lässt.
  • Nicht nur aufgrund des Schweißes sollten Alkohol, Koffein, scharfes Essen und Rauchen während der Schwangerschaft vermieden werden, da sie unter anderem zu übermäßigem Schwitzen führen.
  • Nimm genügend Flüssigkeit zu dir und habe immer eine Flasche Wasser bereit, um dich abzukühlen.
  • Falls nächtliche Schweißausbrüche in der Schwangerschaft auftreten, achte darauf, dass dein Schlafzimmer kühl und gut durchlüftet ist, oder benutze eventuell leichtere Bettwäsche oder eine dünnere Decke.
  • Falls übermäßiges Schwitzen mit Fieber einhergeht, Herzrasen oder anderen Symptomen, sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Blutungen in der Schwangerschaft: die wichtigsten Infos im Überblick

Welche Ursachen kann eine Blutung in der Schwangerschaft haben? Häufig stecken harmlose Ursachen wie Hormonschwankungen oder kleine Verletzungen dahinter. Eine Blutung in der Schwangerschaft kann aber auch auf eine Fehlgeburt oder andere Komplikationen zurückzuführen sein.
Wann zum Arzt? Bei einmaliger, leichter Blutung in den nächsten Tagen; bei immer wiederkehrenden leichten Blutungen am nächsten Tag; bei schmerzhaften oder starken sowie von Fieber begleiteten Blutungen sofort.

Zwischen- und Schmierblutungen in der Schwangerschaft: Die häufigsten Ursachen

Die meisten Zwischenblutungen in der Schwangerschaft treten im ersten und zweiten Drittel auf; sie sind oft harmlos für Mutter und Kind.

Unterschiedliche Ursachen können zu solchen Zwischen- oder Schmierblutungen führen:

  • Hormonelle Schwankungen: In der Frühschwangerschaft arbeitet der Körper noch daran, sich auf die Schwangerschaft einzustellen. Dabei treten häufig Hormonschwankungen auf, die besonders um den Zeitraum der früheren Regelblutung zu Schmierblutungen führen können. Schwangere sollten diese Blutungen vom Arzt abklären lassen. Gegebenenfalls verschreibt dieser ihnen das sogenannte Progesteron, ein Gelbkörperhormon. Dieses wirkt sich ausgleichend auf den Hormonhaushalt aus.
  • Kleine Verletzungen an Muttermund, Gebärmutterhals oder Scheide (Kontaktblutung): Diese Mikroverletzungen werden beispielsweise durch eine gynäkologische Untersuchung oder Geschlechtsverkehr ausgelöst. In der Schwangerschaft entstehen dadurch schneller Blutungen, weil das Gewebe in dieser Zeit stärker durchblutet ist. In der Regel hören solche Zwischenblutungen von alleine wieder auf – dennoch sollten Schwangere die Ursache abklären lassen.
  • Einnistungsblutung: Zum Zeitpunkt der sogenannten Einnistungsblutung wissen viele Frauen noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Sie findet etwa drei bis vier Wochen nach der letzten Regelblutung statt und signalisiert die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut. Bei der Einnistung können kleine Blutgefäße verletzt werden – so entsteht die leichte Blutung, die ein bis zwei Tage andauern kann.

Zusätzlich können Vaginalinfektionen oder Zervixpolypen zu Blutungen in der Frühschwangerschaft führen. Beides ist ungefährlich für das Kind, Infektionen sollten jedoch behandelt werden, um einer frühzeitigen Wehentätigkeit vorzubeugen.

Frühschwangerschaft: Welche Komplikationen können zu Blutungen führen?

Ist die Blutung auf eine der obenstehenden Ursachen zurückzuführen, handelt es sich in der Regel um eine leichte und schmerzlose Blutung. Dauert die Zwischenblutung nicht länger als zwei bis drei Minuten an und ist schmerzlos, reicht es, in den nächsten Tagen einen Arzt aufzusuchen. Tritt die Blutung immer wieder auf, sollte der Arzt spätestens am nächsten Tag aufgesucht werden. Treten starke Blutungen auf, gehen Blutpfropfen ab oder kommen starke Krämpfe oder Fieber dazu, sollte die Schwangere sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Denn neben den häufig harmlosen Auslösern von Zwischenblutungen können in der Frühschwangerschaft auch Komplikationen hinter den Zwischenblutungen stecken.

  • Fehlgeburt: Statistisch gesehen endet mindestens jede dritte Schwangerschaft in einer Fehlgeburt – aber: Ein Großteil davon findet statt, bevor die betroffene Frau überhaupt weiß, dass sie schwanger ist. Der Schwangerschaftsabgang wird dann meist als stärkere und eventuell schmerzhafte Regelblutung empfunden. Doch auch in den folgenden Wochen kann es noch zu einer Fehlgeburt kommen. Nach der zwölften Schwangerschaftswoche nimmt die Wahrscheinlichkeit deutlich ab.
  • Blasenmole: Diese sehr seltene Komplikation (sie tritt im Schnitt bei einer von 3.000 Schwangerschaften auf) wird durch eine Fehlbefruchtung der Eizelle verursacht – diese enthält dann keine Erbsubstanz. Von einer Blasenmole spricht man, wenn die sogenannten Zotten (Gewebsausstülpungen) des Mutterkuchens zu kleinen Bläschen degenerieren. In der Folge kann (bei 2-3 Prozent der Blasenmolen) eine bösartige Wucherung entstehen, das sogenannte Chorionkarzinom. Diese Krebsart ist sehr gut heilbar. Typische Anzeichen einer Blasenmole sind ein sehr schnell wachsender Bauch, starke Übelkeit und schaumige Blutungen.
  • Eileiterschwangerschaft: Bei der sogenannten extra-uterinen Schwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterschleimhaut ein, meist in einem der beiden Eileiter. Die Eileiterschwangerschaft ist potenziell lebensbedrohlich, weil es durch das Heranreifen der Eizelle schließlich zu einem Riss des Eileiters mit starken inneren Blutungen kommen kann. Typische Beschwerden bei einer Eileiterschwangerschaft sind neben Schmierblutungen starke einseitige Unterleibsschmerzen etwa 8-14 Tage nach Ausbleiben der Regelblutung. Wenn es bereits zu Blutungen in den Bauchraum gekommen ist, können Schockanzeichen wie kalter Schweiß, sinkender Blutdruck und schneller Puls dazukommen. Schwangerschaft & Geburt Ist ein Kaiserschnitt sicherer als eine natürliche Geburt?

Blutungen durch Komplikationen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Auch im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel können „harmlose“ Blutungen auftreten, etwa eine Kontaktblutung.

Zu Ende der Schwangerschaft kann eine Schmierblutung oder ein blutiger Schleimpfropf den Geburtsbeginn ankündigen (Zeichnungsblutung). Doch da Zwischenblutungen in der Spätschwangerschaft (letztes Schwangerschaftsdrittel) seltener sind, sollten sie jetzt besonders ernstgenommen werden, denn es können schwerwiegende Komplikationen dahinterstecken.

  • Ein dem Gebärmutterausgang vorgelagerter Mutterkuchen (Plazenta praevia): Diese Komplikation tritt etwa bei einer von 200 Schwangerschaften auf. Dabei verdeckt die Plazenta, die sich normalerweise weit entfernt vom Gebärmutterausgang in der Gebärmutter befindet, diesen teilweise oder komplett. Der „Ausgang“ ist für das Baby damit versperrt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es zu starken Blutungen kommen, die für Mutter und Kind potenziell lebensbedrohlich werden können. In vielen Fällen ist eine natürliche Geburt bei einer Plazenta praevia nicht möglich. Bei einigen Frauen, bei denen eine Plazenta praevia diagnostiziert wurde, bildet diese sich bis zum Entbindungstermin allerdings wieder zurück. Typisch sind schmerzlose, hellrote Blutungen.
  • Vorzeitige Plazentalösung: Bei der vorzeitigen Plazentalösung (z.B. nach einem Unfall oder heftigen Schlag auf den Bauch) löst sich der Mutterkuchen teilweise oder vollständig von der Gebärmutterwand, bevor das Kind geboren ist. Die Plazenta löst sich normalerweise einige Minuten nach der Geburt aus der Gebärmutterwand und wird als „Nachgeburt“ ausgestoßen. Löst sie sich schon vor der Geburt von der Gebärmutter, wird das Kind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – dann besteht akute Lebensgefahr. Bei der Mutter geht es um einen lebensbedrohlichen Blutverlust. Die Therapie ist in der Regel ein sofortiger Kaiserschnitt. Typische Symptome sind plötzliche, starke Schmerzen und ein brettharter Bauch. Bei drei von vier Frauen kommt es zu vaginalen Blutungen. Bei entsprechenden Anzeichen sollte sofort ein Notarzt gerufen werden; bis zu dessen Eintreffen sollte die Schwangere sich hinlegen.

Was tun bei Blutungen in der Schwangerschaft?

Je nach Ursache der Blutung entscheidet der Arzt, welche Behandlung sinnvoll ist. Gerade in der Frühschwangerschaft handelt es sich meist um für Mutter und Kind ungefährliche Blutungen – dennoch ist es dann sinnvoll, sich zu schonen und Stress zu meiden. In der Regel werden betroffene Frauen für einige Tage krankgeschrieben, gegebenenfalls verschreibt der Arzt Progesteron, um den Körper bei der „Umstellung“ des Hormonhaushalts zu unterstützen.

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