Richtig stillen anlegen

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Nach der Geburt ist es wichtig das Baby an der Brust zu säugen. Die Muttermilch ist unheimlich nährstoffreich und fördert das Wachstum des Kindes. Zudem wird beim Säugen die Mutter-Kind Bindung aufgebaut.Trotzdem: Das Stillen eines Kindes kann und muss erst erlernt werden. Übrigens auch vom Baby. Deshalb ist es praktisch, sich von einer Hebamme verschiedene Stillpositionen zeigen zu lassen. Damit auch der Körper der Mutter optimal mit allen Nährstoffen versorgt ist und er sich nach der Geburt schnell wieder erholen kann, ist es wichtig auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Im Video erklärt Hebamme Iris Edenhofer, welche Nahrungsmittel besonders viel Kraft spenden und ob man sein Essverhalten während der Stillzeit verändern muss.

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Welche Nahrungsmittel sind beim Stillen wertvoll?

In erster Linie soll man essen was einem schmeckt und was man gut verträgt. Verzichten soll man auf Lebensmittel, auf die man nicht sehr gut reagiert oder sogar eine Unverträglichkeit vorhanden ist. Wichtig in dieser Zeit ist vorallem, dass man viel Obt und Gemüse zu sich nimmt. Jedoch darf man das alles nicht zu streng nehmen. Grundsätzlich gibt es keinen Zusammengang von Baby’s Verhalten und Entwicklung und der Ernährung. Alkohl ist hierbei jedoch immer noch schädlich für das Kind. Stillen kann nur ein halbes Jahr Spaß machen wenn man sich abwechlslungsreich Ernähren kann und auch mal zur Schokolade greifen darf.

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Es ist faszinierend, was der weibliche Körper alles so kann: Zuerst sorgt er dafür, dass sich Ihr Kind schon im Mutterleib unter idealen Bedingungen entwickelt. Und nun, nach der Geburt, stellt Ihr Körper die perfekte Nahrung für Ihren Nachwuchs zur Verfügung – nämlich Muttermilch! Sie ist die ideale Nahrung für Babys, denn sie enthält nicht nur viele Nährstoffe, die das Kind für seine Entwicklung braucht. Muttermilch schützt den Nachwuchs auch vor schädlichen Keimen und stärkt das Immunsystem.

Was sich viele Mütter oft in der Stillzeit fragen: Hat meine Ernährung Auswirkungen auf die Muttermilch? Darf ich in der Stillzeit alles essen? Was soll man als Mutter essen, damit das Kind optimal mit Nährstoffen versorgt wird? Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Ernährung in der Stillzeit achten sollten.

+++ Mehr auf netdoktor.at zum Thema: Stillen: Vorteile für Mutter und Kind +++

Was sollte ich essen?

Prinzipiell dürfen Mütter in der Stillzeit alles essen, was Ihnen gut tut. Blähende Gemüsesorten wie Kohl, Zwiebel oder Knoblauch sind beim Stillen also erlaubt. Dennoch gilt: Alles was Sie essen oder trinken, bekommt auch Ihr Baby über die Muttermilch. Falls Ihr Baby auf ein bestimmtes Lebensmittel empfindlich reagiert, sollten Sie diese von Ihrem Speiseplan streichen.

Jede Mutter muss selbst herausfinden, was das Kind verträgt und was nicht. Prinzipiell sollten Sie während dem Stillen auf eine ausgewogene Ernährung achten und Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen. Essen Sie Vollkornprodukte, frisches, unbehandeltes Obst, viel Gemüse und vor allem Lebensmittel, die reich an Kalzium und Eisen sind. Vorsichtig sollten Sie hingegen bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie rohem Fisch, Fleisch oder Speisen mit rohen Eiern sein.

+++ Mehr zum Thema: Finger weg von rohem Hühnerfleisch +++

Kann ich Lebensmittelallergien vorbeugen?

Wenn Sie selbst eine nachgewiesene Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel haben, sollten Sie Ihre Ernährung während der Stillzeit unbedingt mit Ihrem Kinderarzt abklären. Er kann Ihnen zeigen, wie Sie einer allergischen Reaktion in der Stillzeit über Ihre Ernährung am besten vorbeugen. Laut Experten hat es keinerlei Auswirkung, wenn sich Mütter ohne eigene Allergien dem Kind zuliebe allergenarm (also z.B. glutenfrei) ernähren. Das beste Mittel wenden Sie ohnehin schon an: Stillen senkt nämlich allgemein das Risiko für das Baby, eine Allergie zu entwickeln.

+++ Mehr zum Thema: Allergieprävention beim Baby +++

Was und wie viel soll ich trinken?

Für eine gesunde Ernährung ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Etwa zwei Liter pro Tag sollten es schon sein, am besten in Form von Wasser, ungesüßten Tees oder gespritzten Fruchtsäfte. Ihr Körper benötigt Flüssigkeit, um zu funktionieren und Milch für Ihr Baby zu produzieren. Wichtig: Kaffee ist in der Stillzeit erlaubt, allerdings sollten es nicht mehr als drei Tassen pro Tag sein.

Auch Schwarztee darf in Maßen getrunken werden. Auf Alkohol sollten Sie hingegen ganz verzichten. Alkoholische Getränke sind nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit ungesund für das Baby. Er kann der Entwicklung Ihres Kindes erheblich schaden.

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Darf ich mich vegan ernähren?

Wer sich als Mutter vegan ernähren möchte, sollte unbedingt vorher mit seinem Kinderarzt sprechen und eventuell eine Ernährungsberatung zu Rate ziehen. In vielen Fällen müssen Veganerinnen nämlich zusätzliche Vitaminpräparate oder verstärkt bestimmte Lebensmittel einnehmen, da zum Beispiel das Vitamin B12 nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Vitamin B12 ist für Mutter und Kind deshalb so wichtig, da es an vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Auch Vegetarierinnen und Menschen, die sich eher einseitig ernähren, sollten sich bei ihrem Arzt über mögliche Mangelerscheinung umfassend informieren.

+++ Mehr auf netdoktor.at zum Thema: Vegane und vegetarische Ernährung – Wie man Mängel vermeidet +++

Darf ich eine Diät machen?

Generell gilt: Wer in der Schwangerschaft mehrere Kilos zugelegt hat, darf auch schon in der Stillzeit mit langsamem Abnehmen beginnen. Eine schrittweise Gewichtsreduktion durch gesunde Ernährung und moderate Bewegung ist also erlaubt. Übertreiben sollten Sie es hingegen nicht. Das bedeutet: kein Radikaldiäten und kein Fasten. Das ist nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Kind ungesund. Durch das Stillen bzw. die Muttermilch-Produktion werden die Fettpölsterchen, die sich während der Schwangerschaft angesammelt haben, oft von ganz alleine wieder abgebaut.

+++ Mehr zum Thema: Fitness nach der Geburt +++

Soll ich in der Stillzeit mehr essen?

Frauen, die voll stillen, brauchen in den ersten vier Monaten etwa 300 bis 500 Kalorien mehr pro Tag. Sie müssen deswegen aber jetzt nicht mit dem Kalorienzählen anfangen. Achten Sie einfach auf Ihr Hungergefühl und lassen Sie sich davon leiten.

Aber Achtung: Die zusätzlichen Kalorien sind kein Freibrief für hemmungsloses Naschen. Zwar liefern Schoko, Kekse und Co. schnell Energie, die nötigen Nährstoffe für Ihr Kind nur leider nicht. Übergewicht sollten Sie in jedem Fall vermeiden – auch Ihrer Gesundheit zu liebe.

+++ Mehr auf netdoktor.at zum Thema: Stillen & Ernährung +++

Tipps & Infos

Stillen ist der natürlichste und gesündeste Weg, dein Baby zu ernähren. Es schützt die Gesundheit deines Babys und bietet viele Vorteile für dich und dein Kind. Außerdem stellt es eine ganz besondere Nähe und Innigkeit zwischen euch her und fördert die unvergleichbare Bindung, die deinem Kind Sicherheit und Wohlbefinden vermittelt und so einen wichtigen Grundstein für sein ganzes Leben legt.

Das erste intuitive Stillen

Im Idealfall bekommst du dein Baby direkt nach der Geburt auf die Brust gelegt und in der ersten Stunde nach der Geburt solltest du versuchen, es anzulegen. Gerade am Anfang empfiehlt es sich, halb liegend zu stillen. Es vereinfacht das Anlegen und ist viel bequemer. Lege dein Neugeborenes in der Bauchlage auf deinen Oberkörper, es liebt direkten Hautkontakt. Ideal ist, wenn dein Baby ganz nackt ist oder – falls es zu kalt ist – zumindest nackte Füße hat. Damit kann
es seine angeborenen Steig- und Spreizreflexe nutzen und auf deinem Körper Halt finden. So kann dein Baby selbst aktiv werden: Es bewegt seinen Kopf in alle Richtungen und sucht deine Brust. Dieses Phänomen wird auch “Breast Crawl” genannt. Hat es die Brustwarze gefunden, hebt es den Kopf, öffnet seinen Mund weit und kann selbständig oder mit etwas Hilfe von dir „andocken“.

Die erste Milch, die du für dein Baby produzierst, ist das wertvolle Kolostrum, eine Art goldgelbe Vormilch. Es ist die optimale Nahrung für dein Kind in den ersten Stunden und Tagen. Sie hilft, den ersten Stuhl deines Babys, das sogenannte Kindspech oder Mekonium, auszuscheiden. Das Kolostrum wird in kleinen Mengen gebildet, etwa 30 bis 40 Milliliter innerhalb der ersten 24 Stunden. Einige Tropfen sind anfangs ausreichend, da der Magen deines Neugeborenen nur etwa so groß wie eine Haselnuss ist.

Vorteile des Stillens

Stillen schützt die Gesundheit und bietet Vorteile für dich und dein Kind. Durch die Nähe beim Stillen zwischen dich und deinem Baby entsteht eine unvergleichbare Bindung, die ihm Sicherheit und Wohlbefinden vermittelt.

Das Beste für dein Baby: Die Muttermilch …

… ist leicht verdaulich
… enthält unverzichtbare Vitamine, Proteine, Fette und Antikörper, die dein Kind für seine körperliche und geistige Entwicklung benötigt
… enthält Immunstoffe und reduziert das Allergierisiko
… beugt chronischen und ernsthaften Krankheiten vor, wie z. B. Neurodermitis, Morbus Crohn oder Rheumatismus

Auch dir tut es gut! Stillen …
… fördert die schnelle Rückbildung der Gebärmutter
… unterstützt das Abnehmen: Pro Tag verbrennst du 500 Kilokalorien beim Stillen.
… senkt das Risiko von Brust-, Eierstockkrebs, Osteoporose und Diabetes
… wirkt beruhigend auf die Psyche: Stillende Mütter leiden seltener unter nachgeburtlichen Ängsten.

So natürlich das Stillen auch ist: Es ist trotzdem Übungssache und erfordert Geduld. Du und dein Baby müsst euch erst einmal an die neue Situation gewöhnen und die ein oder andere Startschwierigkeit gehört meistens dazu. Lass dich davon nicht entmutigen und gib euch Zeit! Mit ein paar Tipps und einer guten Begleitung werdet ihr mögliche Herausforderungen sicher schnell meistern und könnt die Stillzeit danach umso mehr genießen.

Eine gute Unterstützung ist wichtig

In Deutschland hast du Anspruch auf eine Hebamme, die dich in der Schwangerschaft und während des Wochenbettes betreut. Diese Begleitung zahlt die Krankenkasse. Viele Mütter suchen sich bereits in der Schwangerschaft eine Hebamme oder Stillberaterin. Durch Bücher, Zeitschriften, Filme oder einen Geburtsvorbereitungskurs kannst du dich auf dein neues Leben mit Kind vorbereiten. Ein Gespräch mit einer Still- und Laktationsberaterin schon in
der Schwangerschaft kann sehr hilfreich sein, um Anfangsschwierigkeiten beim Stillen vorzubeugen. Finde heraus, ob es in deinem Wohnort Stillgruppen gibt, diese werden meist von Krankenhäusern, Hebammen oder Stillberaterinnen organisiert. Der Austausch mit anderen Müttern, das Beobachten der Neugeborenen an der Brust und Tipps aus der Praxis können dir helfen und dich motivieren, falls du beim Stillen Startschwierigkeiten hast.

Leichterer Stillstart durch richtiges Anlegen

  1. Vorbereitung
    Dein Baby liegt eng an deinem Körper und seine Nase zeigt zu deiner Brustwarze. Berühre seine Lippen oder den Bereich über der Oberlippe mit deiner Brustwarze, um den Suchreflex zu stimulieren. Wenn es seinen Mund weit öffnet, führe es an deine Brustwarze. Berühre dein Baby dabei möglichst nicht am Kopf, das könnte es irritieren.
  2. Trinken
    Überprüfe vorsichtig, ob dein Baby korrekt „angedockt“ hat: Die Ober- und die Unterlippe sollten aufgestülpt sein, es sollte mit Pausbäckchen trinken und keinesfalls Grübchen haben. Hörst du Schmatzgeräusche oder hast anhaltende Schmerzen, unterbrich das Stillen kurz und probiere es erneut.
  3. Lösen
    Dein Baby löst sich normalerweise selbständig von der Brust, wenn es genug getrunken hat. Sollte es noch lange an der Brust nuckeln, ohne zu trinken, schieb deinen kleinen Finger vorsichtig von der Seite in seinen Mundwinkel, um den Saugvorgang zu stoppen.

Finde deine Lieblingsstillpositionen

So einzigartig die Erfahrung des Stillens sein kann, so anstrengend kann es manchmal auch sein. Gerade in der ersten Zeit verbringst du sehr viel Zeit damit. Umso wichtiger ist es, dass du eine gute Position für dich und dein Baby findest, damit du keine Schmerzen hast und dich nicht verspannst und dein Baby richtig saugen kann. Lass dir bei den ersten Anlegeversuchen von der Hebamme, Kinderkrankenschwester oder Stillberaterin helfen. Sie können dir verschiedene
Stillpositionen für euch zeigen. Nach einem Kaiserschnitt könnte sich zum Beispiel das Stillen in zurückgelehnter Position besonders gut eignen, damit du deine Narbe nicht unnötig belastest.

Achte bei der Wahl deiner Stillposition auf deine Umgebung. Nachts ist das Stillen im Liegen eine echte Hilfe, so kannst du währenddessen ein wenig weiterdösen. Achte darauf, dass dein Baby sicher in deinem Bett liegt und zusätzlich mit einem Stillkissen im Rücken gesichert ist. Bist du unterwegs und möchtest nicht auf ein unterstützendes Stillkissen verzichten, benutze ein kleines, kompaktes, das du problemlos in die Wickeltasche stecken kannst. Lass dich bei der Wahl eurer Lieblingsposition von deinem Instinkt leiten. Wenn es sich für dich schön anfühlt, spürt das auch dein Baby und ihr beide könnt euch entspannen. Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was gut funktioniert!

Erkenne, wenn dein Baby Hunger hat

Es macht das Stillen für dich angenehmer und einfacher, wenn du die frühen Hungerzeichen deines Babys erkennst, also rechtzeitig
merkst, dass dein Kind gleich trinken möchte. Beobachte dafür vor allem sein Mund- und Zungenspiel: Wenn es saugen möchte, streckt es die Zunge heraus und leckt sich die Lippen. Es schmatzt, saugt an der Hand, bewegt Finger, Arme und Beine. Weint dein Baby, ist das bereits ein spätes Hungerzeichen.

Stille, wann immer dein Baby trinken will
Wenn du nach etwa zwei Wochen reife Muttermilch bildest, kann dein Baby schon größere Milchmengen verdauen – etwa 500 Milliliter am Tag, nach drei Monaten sind es 750 Milliliter. Anfangs muss dein Baby häufig gestillt werden: etwa acht- bis zwölfmal oder öfter pro Tag. Stille, wann immer es Hunger hat. Es kann sein, dass es sich besonders abends in kurzen Abständen mehrmals hintereinander meldet. Man nennt dieses intensive Stillbedürfnis Clusterfeeding und es ist ganz normal bei Babys. Bei vielen Kindern werden die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten von allein länger, wenn sie älter werden.

Denk auch an deine Ernährung!
Damit du die Stillzeit gesund und zufrieden genießen kannst, solltest du vitamin- und nährstoffreich essen. Viele Ernährungstipps, vor allem bestimmte Nahrungsverbote, sind längst überholt. Tatsächlich gilt: Was dir gut bekommt und bereits in der Schwangerschaft geschmeckt hat, kannst du auch weiterhin essen. Wichtig ist, dass du dich regelmäßig, ausgewogen und vielseitig ernährst.

Erkenne, ob dein Baby wirklich satt ist

Die Windeln verraten dir, ob dein Baby genügend Flüssigkeit und Kalorien zu sich nimmt. Ab dem 5. oder 6. Tag: sechs oder mehr nasse Windeln,
zwei oder mehr volle Windeln

Dein Baby trinkt immer mit einem bestimmten Saugmuster. Anfangs saugt es kurz und schnell. In der aktiven Stillphase saugt es mit großen, tiefen Saugbewegungen und langsam. Am Ende nuckelt es kurz und zittrig, um die besonders cremige Milch auszumassieren.

Ist dein Kind satt, lässt es die Brust von allein los.

Du kannst dein Kind ohne Zufüttern bis zu sechs Monate ausschließlich stillen, solange dein Kind gut gedeiht. Nach etwa einem halben Jahr ist dein Kind bereit für erste Beikost. Allgemein wird empfohlen, auch neben der festen Nahrung bis zum zweiten Geburtstag oder darüber hinaus zu stillen – so lange, wie es dir und deinem Baby Freude bereitet.

Wir wünschen euch eine tolle und harmonische Stillzeit!
Qualifizierte Hebammen und Stillberaterinnen findest du beim Deutschen HebammenVerband & Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen.

Download Themenblatt “Erste Schritte beim Stillen” (PDF)

So geht das Anlegen

Machen Sie es sich möglichst bequem; achten Sie darauf, dass Sie eine Armlehne auf der Seite haben, oder zumindest ein dickes Kissen, mit dem Sie bequem Ihren Arm abstützen können. Am besten erhöhen Sie die Position Ihrer Füsse ein wenig, z. B. mit einem kleinen Fussschemel. Führen Sie auf jeden Fall immer das Baby zur Brust und nicht die Brust zum Baby.

Das Baby liegt bei der klassischen Wiegehaltung mit dem Köpfchen in Ihrer Armbeuge. Es sollte die Brustwarze erreichen können, ohne dass es sein Köpfchen drehen muss, denn mit gedrehtem Hals kann man schlecht schlucken! Ausserdem müsste das Baby so mehr Kraft aufwenden, um die Brustwarze festzuhalten, die dadurch leichter wund wird. Das Baby sollte mit seinem Bauch Ihren Bauch berühren. Ohr, Schulter und Becken des Kindes liegen dabei in einer Linie. Vielleicht finden Sie es auch bequem, wenn Ihr Kind auf einem Kissen auf Ihrem Schoss liegt, sodass Sie nicht sein Gewicht halten müssen. Wechseln Sie mehrmals täglich die Stillposition. Dadurch wird die Brust gleichmässig geleert und eine einseitige Belastung der Brustwarzen mit Wundwerden vermieden.

Jetzt können sie, falls nötig, den Suchreflex durch Berührung der Ihnen zugewandten Wange oder den Saugreflex durch Berührung der Unterlippe auslösen. Sie selbst können Ihre Brust führen, indem Sie mit einer Hand unter die Brust greifen und den Daumen oben hinter den Warzenbereich legen. Ihr Baby sollte einen möglichst grossen Teil des Warzenhofes mit einsaugen. Das schützt die Brustwarzen vor Wundwerden, und regt erst noch den Milchfluss an. Es schiebt seinen Unterkiefer vor, senkt den Zungengrund nach hinten und baut durch Verschliessen der Mundhöhle ein kleines Vakuum auf. Mit seiner Zunge drückt es die Brustwarze an seinen weichen Gaumen, und die Milch beginnt zu fliessen. Ihr Baby ist richtig angelegt, wenn seine Lippen sichtbar nach aussen gestülpt sind. So hat es einen guten Saugabschluss. Der Kaumuskel, die Schläfen und Ohren werden sichtbar bewegt und die Schluckgeräusche sind hörbar. Das Baby soll der Brust sehr nah sein, aber noch gut atmen können. Auch wenn sein Näschen zugedrückt zu werden scheint, erkennen Sie an den regelmässigen Sauggeräuschen, dass es noch genug Luft bekommt. Sehen Sie sich dazu das instruktive Video am Ende dieser Seite an!

Die Brustwarzen dürfen beim Stillen eigentlich nicht schmerzen. Schmerzen beim Stillen signalisieren meist, dass das Kind nicht richtig „angedockt“ ist! Ursache könnte z.B. auch ein verkürztes Zungenbändchen sein. Nur für einen kurzen Moment direkt nach dem Anlegen darf die Brust infolge des starken Saugreizes schmerzen (sog. Ansaugschmerz). Dies ist insbesondere in den ersten Tagen ein Zeichen, dass Ihr Baby richtig saugt und nicht nur nuckelt.

Wenn eine Brust leer getrunken ist oder nur noch zum Nuckeln, aber nicht zum Trinken benutzt wird, können Sie Ihr Baby von der Brust lösen, indem Sie einen Finger zwischen Brust und den Mundwinkel Ihres Babys schieben. Sie können es jetzt hochnehmen, ein Görpsli machen lassen und wieder an derselben Brust (wenn sie noch nicht leer ist) oder an der anderen Seite anlegen. Manche Mütter wickeln ihr Baby zwischen zwischendurch und finden, dass das Kind dann besser an der zweiten Brust saugt.

Nach einem Kaiserschnitt kann das Stillen sehr schmerzhaft sein, weil das Baby auf die Wunde drückt. Probieren Sie es mit einem Kissen auf der Wunde. Auch der Rückengriff oder die Seitenlage und die Rückenlage sind empfehlenswerte Stillhaltungen.

Häufige Frage

Soll ich mein Baby immer nur an einer oder an beiden Seiten anlegen?

Video

Das korrekte Anlegen – Ihr Baby weiss, wie es geht!

Ein Informations- und Schulungs-Film von ARDO in Kooperation mit dem Deutschen Hebammenverband e.V.

6 simple steps to a good breastfeeding latch

How to help your baby latch on the breast

1: Check your latching position

Before you start, and whichever breastfeeding position you choose, make sure your baby’s head, neck and spine are aligned, not twisted. His chin should be up, not dropped towards his chest. Make sure you feel comfortable too – you could use pillows or cushions to support your back, arms or baby.1

2: Encourage your baby to open his mouth

Hold your baby close, your nipple level with his nose. Touch your nipple gently against his upper lip to encourage him to open his mouth wide. The wider his mouth is, the easier it will be to get a good latch on.1

3: Bring your baby to your breast

Once your baby has opened his mouth wide and has brought his tongue over his bottom gum, bring him on to your breast, aiming your nipple towards the top of his mouth. Your baby’s chin should be the first thing that touches your breast. He should take a large portion of your areola into his mouth, with his bottom lip and jaw covering more of the underneath of the areola.1 It’s OK if you see part of your areola isn’t inside his mouth – we all have different-sized areolae and different-sized babies! Some mums find that gently shaping their breast at the same time as bringing their baby on to feed helps. Experiment and see what works.

4: Keep your baby close during latch on

Remember mums all have different breast shapes and nipple positions, so you may not always have that ‘textbook’ latch. Whenever possible, keep your baby close to you, with his chin in contact with your breast. Newborn baby’s noses are turned up so they can breathe easily while attached to the breast, and can learn to coordinate sucking and breathing with ease.1,2

5: Look and listen

As your baby feeds, your nipple will be against the roof of his mouth, cupped gently by his tongue underneath. The latch should not feel uncomfortable – it should be more of a tugging sensation. Watch your baby – at first he’ll do short, rapid sucks to stimulate your milk flow (let-down reflex). Once milk starts flowing, he’ll suck more slowly and deeply with some pauses, which may indicate he’s taking in milk – a good sign! You should see his jaw moving, and may also hear sucking and swallowing as he feeds. These are all good signs, but it’s also important to check your baby is producing plenty of wet and dirty nappies and gaining weight as expected.2,3

6: How to break your baby’s latch on the breast

If your baby’s latch is shallow or painful, or he starts chomping on your nipple or brushing the end of it with his tongue, remove him from your breast and try again. Ease your clean finger gently inside the corner of his mouth to break his suction if you need to.

Erstes Stillen nach der Geburt

Baby in Hautkontakt nach der Geburt

Das erste Stillen nach der Geburt sollte möglichst ungestört und innerhalb der ersten Stunde stattfinden: Das sind ideale Bedingungen für einen gelungenen Stillstart. Die Milchbildung kommt durch das frühe erste Anlegen schneller in Gang und auch das Stillverhalten des Babys wird auf diese Weise optimal gefördert.

In den vergangenen Jahrzehnten war es üblich, die Neugeborenen direkt nach der Geburt von der Mutter wegzunehmen, um es zu untersuchen, baden, anziehen und ins Kinderbett zu legen. Auch heute gibt es noch einige Geburtseinrichtungen, in denen diese veralteten Routinen praktiziert werden, welche das Stillen beeinträchtigen. Heute wissen wir, dass Hautkontakt direkt nach der Geburt hilft, die Körperfunktionen des Neugeborenen außerhalb des Mutterleibs zu stabilisieren. Dieser direkte Hautkontakt löst außerdem hormonelle Veränderungen in der Mutter aus, die die Milchbildung sowie die Mutter-Kind-Bindung fördern und somit den Grundstein für einen erfolgreichen Stillstart legen. Neugeborene, die mit der Mutter in Hautkontakt bleiben, weinen im Gegensatz zu Babys, die in ein separates Bettchen gelegt werden, außerdem kaum.

Nackte Haut und direkter Körperkontakt fördern das Stillverhalten. In einer zurückgelehnten Stillposition kann das Baby eigenständig die Brust finden und andocken. (© Kati Molin)

Heute wird das Neugeborene nach einer natürlichen Geburt in vielen Krankenhäusern direkt auf den Bauch der Mutter gelegt, dort sanft abgetrocknet und mit Tüchern zugedeckt, um es vor Wärmeverlust zu schützen. Idealerweise haben Mutter und Kind 1-2 Stunden ungestörte Zeit, um sich in Ruhe kennenzulernen. Das Neugeborene ruht sich nach der Geburt zunächst etwa eine halbe Stunde lang aus und ist anschließend ganz aufmerksam. Unter idealen Bedingungen bewegt es sich selbstständig zur Brust, nimmt die Brustwarze nach durchschnittlich 50 Minuten in den Mund und fängt an zu saugen. Das nennt man im englischsprachigen Raum „breastcrawl“. Auf Youtube werden verschiedene Aufnahmen über das so genannte „breastcrawl“ gezeigt.

Medizinische Interventionen unter der Geburt (Medikamente, Infusionen, Kaiserschnitt, usw.) und eine Separation des Babys von der Mutter (z.B. um das Baby abzutrocknen, zu wiegen und zu messen) verhindern jedoch diese natürlichen Abläufe (siehe auch Warum das Stillen häufig nicht klappt). Außerdem sind im modernen Klinikalltag ungestörte Ruhe und ausreichend Zeit selten vorhanden, um dem Neugeborenen die eigenständige Suche nach der Brust zu ermöglichen. Idealerweise kann die Mutter eine Geburtseinrichtung wählen, in der direkter, ungestörter Hautkontakt und erstes Stillen nach der Geburt praktiziert wird. Falls das Personal der Mutter das Baby wegnehmen will, dann kann sie oder ihr Begleiter die Hebamme oder die Ärztin bitten, das Baby bei der Mutter zu lassen, um sich in Ruhe kennenlernen und das erste Mal stillen zu dürfen. Auch während der medizinischen Untersuchung oder beim Nähen des Dammschnitts kann das Baby auf dem Bauch der Mutter liegen bleiben. Wiegen, Messen und Medikamentengabe können später durchgeführt werden. Etwa zwei Stunden nach der Geburt fallen die meisten Kinder in einen tiefen Schlaf.

Erster, zaghafter Stillversuch nach einer schwierigeren Geburt – auch die bloße Berührung der Brustwarze ist schon hilfreich (© Wong Yu Liang)

Wenn der natürliche Suchreflex der Kinder durch medizinische Interventionen gestört wurde, kann die Mutter ihrem Baby helfen die Brust zu finden. Am besten wird hierzu gewartet, bis das Baby nach der ersten Verschnaufpause nach der Geburt wieder wach und aktiv ist und mit dem Kopf „nickende“ Suchbewegungen ausführt. Mit Unterstützung der Hebamme oder Angehöriger kann die Mutter eine angenehme Position finden und das Baby an die Brust nehmen. Wenn das Baby den Mund weit öffnet, kann die Mutter ihm helfen, an der Brust anzudocken (siehe auch: Das korrekte Anlegen). Selbst wenn effektives Stillen nicht möglich sein sollte, hilft die Berührung der Brustwarze durch die Lippen des Babys die Milchbildung in Gang zu bringen. Erstes Stillen innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt wirkt sich sehr positiv auf die Milchbildung in den nächsten Tagen und das Stillverhalten des Babys aus.

In einem gemeinsamen Bonding-Tuch können Mutter und Baby den ganzen Tag in Hautkontakt bleiben (© Hoppediz)

Wenn das erste Stillen nach der Geburt innerhalb der ersten 1–2 Stunden nicht möglich war, dann sollte dies so schnell wie möglich nachgeholt werden, sobald die Mutter und das Baby dazu in der Lage sind – auch wenn sie dazu geweckt werden müssen. Optimalerweise können Mutter und Baby den ganzen Tag – auch beim Schlafen und Ausruhen – in direktem Hautkontakt verbringen, unterstützt durch Decken und Tragetücher (siehe auch den Artikel Durch Tragetücher die Milchbildung fördern). Dies wirkt sich sehr positiv auf das Stillen aus. Spätestens 4 bis 6 Stunden nach der Geburt sollte das erste effektive Stillen stattgefunden haben, damit die Milchbildung frühzeitig in Gang kommt. Falls das Baby noch nicht in der Lage ist, effektiv zu stillen, dann sollte die Mutter spätestens nach 4-6 Stunden ihr Kolostrum per Hand gewinnen und dem Baby per Löffel geben (siehe den Artikel Abpumpen, Aufbewahren und Füttern von Muttermilch). Anschließend sollte alle 2-3 Stunden gestillt werden, auch nachts sollte möglichst keine Stillpause über 4 Stunden eingelegt werden. Frühes und häufiges Stillen / Entleeren der Brust in den ersten Tagen nach der Geburt sind die beste Voraussetzung dafür, dass die Milchbildung gut in Gang kommt. Ansonsten erhöht sich das Risiko, dass das Baby mit Säuglingsmilch zugefüttert werden muss.

Das so genannte „Breastcrawl“ kann nicht nur direkt nach der Geburt stattfinden. Auch anschließend kann das Baby die Gelegenheit bekommen, die Brustwarze eigenständig zu finden. Dazu nimmt die Mutter eine zurückgelehnte Position ein. Sowohl die Mutter als auch das Baby sollten möglichst nackt sein, um den direkten Hautkontakt zu ermöglichen (das Baby kann die Windel anbehalten). Die eigenständige Suche und das eigenständige Andocken an der Brust unterstützen das effektive Stillen und mindern die Gefahr von falschem Anlegen und wunden Brustwarzen (siehe auch das Laid-Back-Nursing).

Quellenangaben für diesen Beitrag

  • Guóth-Gumberger M, Hormann E: Einfühlsame Begleitung durch alle Phasen der Stillzeit. GU, 2014
  • Lawrence RA, Lawrence RM: Breastfeeding. A guide für the medical profession. Elsevier Mosby, 2005, 6. Aufl.
  • persönliche Erfahrungen und Austausch

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Stillen nach Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt können Sie Ihr Baby genauso stillen wie nach einer normalen Geburt. Manchmal braucht es zu Beginn ein wenig Geduld und etwas mehr Unterstützung.

Stillen und Narkose

Wurde der Kaiserschnitt mit einer regionalen Betäubung (PDA) durchgeführt, steht dem frühen Stillen nichts im Weg. Ein früher Hautkontakt von Mutter und Kind und das Saugen an der Brust regen die Milchbildung an und begünstigen damit den Stillbeginn. Geht es Mutter und Kind gut, ist es in vielen Krankenhäusern deshalb üblich, der Mutter das Baby nach dem Kaiserschnitt sofort auf die nackte Brust zu legen – noch während die Wunde versorgt wird.

Sobald Sie Ihr Baby im Arm haben, können Sie also mit dem Stillen beginnen. Das gilt auch nach einer Vollnarkose, sobald Sie aufgewacht und orientiert sind. Die Konzentration des Narkosemittels im Blut ist dann bereits so niedrig, dass es dem Kind nicht schadet.

Die Hebamme kann Sie dabei unterstützen, eine angenehme Stillposition zu finden, bei der die Wunde nicht belastet wird. Ein Kissen kann die Naht schützen. Helfen kann auch, beim Stillen die Beine anzuziehen. Das entlastet die Narbe. Manche Mütter stillen lieber seitlich im Liegen.

Hautkontakt tut gut

Durch das frühe Stillen erhält das Baby nicht nur die wertvolle Vormilch (Kolostrum), sondern auch viel Nähe und Hautkontakt. Das hilft beim Ankommen in der Welt, gibt Geborgenheit und unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Besonders Frauen, die einen Notkaiserschnitt erlebt haben, kann die Nähe beim Stillen helfen, den Eingriff seelisch zu verarbeiten. Wie bei einer normalen Geburt führen die Nähe und das Stillen bei der Mutter zur Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das Glücks- und Liebesgefühle auslöst und die Heilung und Rückbildung der Gebärmutter fördert.

Wenn zunächst nicht gestillt werden kann

Kann das Kind innerhalb der ersten sechs Stunden nach der Geburt nicht angelegt werden, weil Mutter oder Kind medizinisch behandelt werden müssen und deshalb zunächst getrennt werden, ist es ideal, wenn die Mutter die wertvolle Vormilch mit der Hand aus der Brust ausstreicht und sie dem Kind gegeben wird. Bleiben Mutter und Kind auch über diese ersten Stunden hinaus getrennt, kann die Muttermilch von Anfang an regelmäßig ausgestrichen oder abgepumpt werden, um die Milchbildung anzuregen.

Während vaginal, dass heißt durch die Scheide geborene Kinder in den ersten Stunden nach der Geburt meist sehr wach und aufmerksam sind, sind Neugeborene nach einem Kaiserschnitt manchmal erschöpft und schläfrig. Auch ihr Saugverhalten kann vermindert sein. Hier braucht die Mutter Geduld und Unterstützung. Wenn der Saugreflex des Kindes schwach ist, kann die Muttermilch auch zunächst abgepumpt und dem Kind gegeben werden.

Späterer Milcheinschuss

Der eigentliche Milcheinschuss findet nach einem Kaiserschnitt oft etwas verzögert statt, im Durchschnitt etwa drei Tage nach der Geburt. Man nimmt an, dass dies mit der veränderten Hormonausschüttung zusammenhängt. Aber auch Kaiserschnittkinder brauchen in den ersten Tagen gewöhnlich kein Zufüttern, die Vormilch aus der Brust reicht ihnen aus. Stillen nach Bedarf ist nach einem Kaiserschnitt besonders wichtig, damit die Milchbildung gut in Gang kommt.

Gibt es nach einem Kaiserschnitt Probleme mit dem Stillen, hängen sie in den wenigsten Fällen allein mit dem Kaiserschnitt zusammen. Die Krankenhausroutinen (vor allem früher Haut-zu-Haut-Kontakt), die Unterstützung durch das Krankenhauspersonal und die grundsätzliche Einstellung der Mutter und ihres Partners zum Stillen spielen für den „Stillerfolg“ die größere Rolle. Ist der Beginn erst einmal geschafft, stillen per Kaiserschnitt entbundene Mütter im Durchschnitt genauso lang wie alle anderen Mütter.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.01.2016

Ran an die Brust: Anlegen noch im Gebärsaal! 

Es gibt kaum etwas Natürlicheres, als sein Baby gleich nach der Geburt noch im Gebärsaal anzulegen. Dann ist das Neugeborene normalerweise hellwach und der Saug- und Suchreflex besonders stark ausgeprägt. Sobald es sich von den Strapazen der Geburt erholt hat, beginnt es ganz von selbst, saugende Bewegungen mit dem Mund zu machen. Das ist bei manchen Babys schon wenige Minuten nach der Geburt der Fall, andere brauchen etwas länger dazu und lecken zunächst mehr als sie saugen.

Da es heutzutage im Gebärsaal normalerweise sehr ruhig zugeht, haben Sie Zeit genug, sich nach den Bedürfnissen Ihres Babys zu richten. Es sucht auf seine ganz persönliche Weise die natürlichste Nahrungsquelle, Ihre Brust. Sie werden sicher nie diesen grossartigen Moment vergessen, wenn das kleine Bündel Mensch, gerade erst auf der Welt, sich seine erste Mahlzeit holt.

Und wie gut Mutter und Kind aufeinander abgestimmt sind! Sein erstaunlich kräftiges Saugen gibt den entscheidenden Anstoss zur Ausschüttung von zwei wichtigen Hormonen im Körper der Mutter: Prolaktin zur Milchbildung und Oxytozin zum Milchtransport. Dadurch kommt die Milchproduktion (der Milchfluss) früher und problemloser in Gang. Der manchmal schmerzhafte Milcheinschuss am zweiten bis vierten Tag ist dann weniger unangenehm. Das Hormon Oxytozin wirkt aber nicht nur auf die Milchkanälchen, sondern ist auch ganz wichtig für die Ausstossung der Plazenta (die Nachgeburt) und später für die gute Rückbildung der Gebärmutter – was sich leider andererseits für einige Tage in etwas schmerzhaften Kontraktionen bemerkbar machen kann, besonders stark, wenn dies nicht Ihr erstes Kind ist. Und Oxytocin, das weiss man heute, hat auch eine bedeutende Wirkung auf Ihren Gemütszustand. Es erzeugt eine Gefühl von Liebe, Entspannung und Zufriedenheit und verstärkt die Mutter-Kind-Bindung.

Aber auch Ihrem Baby tut die erste Muttermilch mehr als gut: Die Vormilch ist reich an Eiweiss, schützenden Antikörpern und Vitaminen, aber noch relativ arm an Kalorien. Deshalb erreichen Neugeborene meist erst nach zwei bis drei Tagen wieder ihr Geburtsgewicht – aber das verkraften sie bestens!

Übrigens: Auch nach einer Kaiserschnittgeburt können Sie Ihr Baby möglichst bald schon anlegen, wenn Sie keine Vollnarkose gehabt haben.

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Später baden | 26.01.2019

Die Vorteile des Stillens für Baby und Mutter sind unbestritten. Jetzt haben US-Forscher herausgefunden, wie auf einfache Weise die Zahl der gestillten Kinder erhöht werden könnte, nämlich durch Aufschub des ersten Bades. Untersucht wurde das Stillverhalten von etwa 1000 Mutter-Kind-Paaren. Die eine Hälfte der Babys wurde sehr bald nach der Geburt gebadet, die andere erst 12 Stunden später. Letztere wurden um 15% häufiger gestillt. Dazu trägt der vertraute Geruch (Fruchtwasser riecht ähnlich wie die Brust) und der enge Hautkontakt bei. Gebadete Neugeborene sind dagegen nach dem Bad erschöpft, etwas abgekühlt und weniger entspannt. In Europa ist dieses Vorgehen aber nicht neu: In vielen Spitälern werden die Neugeborenen seit vielen Jahren nicht mehr gebadet, nur die Käseschmiere wird etwas abgerubbelt oder eingerieben. Das erste Bad findet Tage später mit der Nachsorgehebamme zu Hause statt.

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH

Wie oft soll ich stillen?

Wie wichtig ist das sogenannte Kolostrum?

Am besten gelingt der Still-Start, wenn das Baby direkt nach der Geburt Gelegenheit bekommt, zu trinken. Die Vormilch, das sogenannte Kolostrum, ist reich an Eiweiß, Antikörpern und weißen Blutkörperchen. „Es wirkt ähnlich wie eine erste Schutzimpfung: Es hilft, das Kind vor Infektionen zu schützen“, sagt Gresens. Das Kolostrum wird bereits während der Schwangerschaft gebildet und ist etwa bis zum dritten, vierten Tag nach der Geburt vorhanden.

„Es ist leicht verdaulich und ideal an den Magen des Kindes angepasst“, sagt Gresens. Es hat eine abführende Wirkung, dadurch wird das Kindspech schneller ausgeschieden. Das trägt dazu bei, das Risiko einer Neugeborenengelbsucht zu verringern. Die Hebamme rät deshalb sogar Frauen, die nicht stillen möchten, das Kolostrum auszustreichen und dem Baby mit einem Löffel oder einer Pipette zu geben.

Wann schießt die Milch ein?

Der sogenannte Milcheinschuss findet in der Regel zwei bis fünf Tage nach der Geburt statt, die Durchblutung der Brüste nimmt dann stark zu. „Die Brüste fühlen sich wärmer und voller an“, sagt Gresens. Für Neugeborene ist es schwieriger, an einer prallen Brust zu trinken – sie können die Brustwarze nicht so gut fassen. Deshalb rät die Stillberaterin, das Baby von Geburt an möglichst häufig anzulegen. Das stabilisiert auch seine Blutzuckerwerte und hilft, die Gewichtsabnahme nach der Geburt zu verringern. Außerdem hat es Vorteile für die Mutter: „Die Milchproduktion wird angeregt und die Beschwerden beim Milcheinschuss sind weniger ausgeprägt.“

Wie oft soll man anfangs stillen?

Ideal ist, wenn das Baby am Anfang mindestens acht bis zwölf Mal in 24 Stunden an der Brust trinkt. „Der Magen eines Neugeborenen ist sehr klein“, sagt Gresens. Am ersten Lebenstag passe gerade einmal eine kirschgroße Menge hinein. Nach einem Monat hat der Magen ein Fassungsvermögen von etwa 80 bis 150 ml. „Deshalb wollen Säuglinge sehr oft trinken.“ Hinzu komme, dass jede Frau unterschiedlich viel Milch in ihren Brüsten speichern kann. Ist für das Kind pro Stilleinheit weniger Milch vorhanden, muss es auch öfter trinken.

Außerdem verändert sich die Milchmenge im Laufe des Tages. „Oft kann sich das Baby nachts und am Vormittag mehr Milch holen, die Stillpausen sind länger“, sagt Gresens. Im Laufe des Tages nimmt die Milchmenge in den Brüsten allmählich ab. Dadurch kann es spätnachmittags oder abends zum so genannten „Clusterfeeding“ kommen. Die Kinder trinken mehrmals in der Stunde oder bleiben sogar über mehrere Stunden an der Brust. Damit „bestellen“ sie mehr Milch und regen die Milchproduktion an.

Pause zwischen den Stilleinheiten machen?

Früher gab es die Theorie, dass sich „alte“ und „frische“ Milch im Verdauungstrakt des Babys mischen, wenn die Stillabstände zu kurz sind und es dadurch zu Blähungen kommt. „Das ist überholt und traf ohnehin nur auf die schwer verdaulichen Säuglingsnahrungen in früheren Zeiten zu“, sagt Gresens. Zu häufiges Anlegen gebe es nicht. Es sei wichtig, die Zeichen des Kindes kennenzulernen und richtig zu deuten. „Schreien ist kein typisches Hungerzeichen“, sagt Gresens. Die Anzeichen sind diskreter: Über die Lippen lecken, Schmatzgeräusche, die Hand zum Mund führen. Wenn das Baby gut gedeiht und Mutter und Kind zufrieden sind, sollte man sich über die Abstände keine Gedanken machen, sondern ganz nach Bedarf des Kindes stillen.

Wann pendelt sich beim Stillen ein Rhythmus ein?

„Der Rhythmus kommt vom Kind“, sagt Gresens. Dabei gebe es eine große Variationsbreite. „Man kann sein Kind nicht in einen Vierstundenrhythmus zwingen“, warnt sie. Je nachdem, wie groß der Magen eines Babys ist und wie viel Milch die Mutter in ihren Brüsten speichern kann, sind die Stillabstände länger oder kürzer.

Wann welche Brust anbieten?

„Generell ist wichtig, dass die erste Brust gut zu Ende getrunken wird“, sagt Gresens. Denn je leerer die Brust wird, desto mehr steigt der Fettgehalt der Milch. „Das Kind sollte auch die sättigende Milch bekommen.“ Frauen, die weniger Milch haben, sollten immer beide Seiten anbieten. Wie lange ein Kind für eine Brust braucht, ist unterschiedlich. „Manche sind nach zehn Minuten fertig, andere brauchen eine halbe Stunde.“ Solange das Baby aktiv saugt und Schluckgeräusche zu hören sind, sollte die Mutter es nicht von der Brust nehmen. Die zweite Brust kann es anschließend noch trinken, muss es aber nicht.

Was, wenn das Kind plötzlich viel weniger oder mehr trinkt?

„Wenn es sich unauffällig entwickelt und die Gewichtszunahme stimmt, gibt es keinen Grund zur Sorge“, sagt Gresens. Bei Wachstumsschüben oder wenn Säuglinge mit einem Infekt kämpfen, melden sie sich oft häufiger. „Auch nach Stress oder einer vorübergehenden Trennung von der Mutter ist das Stillbedürfnis ausgeprägter.“ Bei wärmeren Temperaturen wollen Babys ebenfalls häufiger an die Brust. „Sie trinken dann oft kürzer und nehmen dadurch vor allem die wasserhaltigere Milch auf.“ Deshalb muss kein Wasser oder Tee zusätzlich gegeben werden, solange das Kind voll gestillt wird.

Woran merkt man, dass das Baby satt wird?

Der Kinderarzt und die Hebamme kontrollieren das Gewicht des Babys regelmäßig. Daneben gibt es einige Dinge, die die Eltern selbst beobachten können. So ist es normal, in den ersten Wochen wenigstens sechs Mal am Tag die feuchte Windel wechseln zu müssen. „Der Urin sollte farb- und geruchlos sein“, so Gresens. In den ersten vier Lebenswochen haben Babys oft mehrmals täglich Stuhlgang. „Danach kann es auch nur alle paar Tage sein“, sagt Gresens. Ein gutes Zeichen ist, wenn das Baby nach dem Stillen entspannt ist, die Fäustchen gelöst sind und es eine Weile zufrieden ist.

Was tun, wenn das Baby nicht gut zunimmt?

Eine zu geringe Gewichtszunahme kann verschiedene Ursachen haben. Sind Sie beunruhigt, wenden Sie sich an den Kinderarzt oder die Hebamme. Bei zu wenig Milch sollte durch eine Stillberatung die Ursache geklärt werden. Es gibt Möglichkeiten, die Milchproduktion anzuregen. „Wichtig ist, dass die Brüste gut geleert werden, denn dann wird die neue Milch am schnellsten produziert“, sagt Gresens. Trinkt das Baby nicht effektiv genug, kann die Mutter mit einer elektrischen Pumpe nach dem Stillen die restliche Milch abpumpen. „Die Mutter kann sich vom Arzt ein Rezept für eine gute Miet-Milchpumpe ausstellen lassen“, sagt Gresens. Das Abpumpen mit einer Handpumpe ist nicht immer effektiv genug.

Manche Babys schlafen an der Brust ein, sobald die Milch nicht mehr richtig sprudelt, obwohl der Stillvorgang noch nicht beendet ist. „Dann sollte man das Kind wecken und vorsichtig die Brust etwas zusammendrücken, so dass ein Tropfen Milch ins Mündchen fließt, und es zum Weitertrinken motiviert wird“, sagt Gresens. Wissenschaftliche Belege, dass bestimmte Nahrungsmittel die Milchproduktion anregen, gebe es nicht, sagt die Hebamme. Sie rät zu einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender Flüssigkeitsversorgung, genügend Schlaf und viel Kuscheln mit dem Baby.

Wie ändert sich das Stillen in der Beikost-Zeit?

Spätestens in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres machen Babys erste Erfahrungen mit anderen Lebensmitteln. Die Muttermilch enthält weiterhin wichtige Nährstoffe und Antikörper. „Erst langsam steigert sich die Menge an anderem Essen. Das Stillen verliert nach und nach seine Bedeutung als Nahrungsaufnahme, bleibt aber weiterhin wichtig, um die seelischen Bedürfnisse des Kindes nach Nähe und Geborgenheit zu erfüllen“, sagt die Hebamme. Das Baby kann erst die Brust oder Flasche bekommen und anschließend die Beikost oder umgekehrt.

Manche Kinder sind eher bereit, neue Nahrung zu probieren, wenn ihr Hunger nicht allzu groß ist. Möchte die Mutter eine Stillmahlzeit zügig ersetzen, sollte sie zuerst Beikost geben. Will sie nicht parallel mit der Beikosteinführung abstillen, kann sie die Brust weiterhin oft anbieten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen?

„Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht. Jede Mutter kann und sollte das selbst entscheiden“, so die Stillberaterin. „Wenn die Mutter gerne stillt, kann sie es auch ihrem Kind überlassen.“ Wenn möglich, sollten Babys mindestens vier bis sechs Monate ausschließlich gestillt werden. „Abstillen ist ein langsamer Prozess, kein Akt, der an einem Tag durchgeführt werden sollte“, sagt Gresens. Je allmählicher es verlaufe, desto besser könne sich der Körper des Kindes an andere Nahrung gewöhnen. „Und auch für die Mutter ist es angenehmer, wenn die Milchproduktion nach und nach eingestellt wird.“

Der Stillrhythmus: Wie viele Stillmahlzeiten?

Stillen ist weit mehr als Ernährung: Es stillt den Durst, lindert Schmerzen, verbessert das Wohlbefinden, senkt den Blutdruck, intensiviert die Atmung, reguliert die Körpertemperatur, spendet Trost und erleichtert das Einschlafen. Gerade die durch das Saugen an der Brust erfüllten emotionalen Bedürfnisse halten sich verständlicherweise nicht an einen festen Zeitplan. Sie können Ihr Kind nicht verwöhnen, indem Sie sich feinfühlig und zuverlässig um es kümmern! Das heisst nicht, dass Sie es jedes Mal stillen müssen, wenn es unzufrieden ist. Natürlich können Sie es auch durch Tragen und Körperkontakt beruhigen. Mit der Zeit lernen Sie Ihr Kind immer besser kennen und wissen, was es braucht.

Am besten stillen Sie Ihr Baby „nach Bedarf“ (auch „ad libitum“ genannt). Das bedeutet, dass Sie es jedes Mal an Ihre Brust legen, wenn es gestillt werden möchte. Sie erkennen das daran, dass es eine angespannte Körperhaltung einnimmt, trotzdem unruhig wird, mit dem Mund sucht, die Händchen ballt, am Finger saugt, sein Köpfchen hin und her dreht, wimmert oder schmatzt.

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Schreien = Hunger?

Warten Sie nicht solange, bis Ihr Baby schreit! Schreien ist eher ein spätes Hungersignal und praktisch das letzte Zeichen, mit dem es Sie darauf aufmerksam machen möchte, gestillt zu werden. In diesem Fall musste es vermutlich schon eine Weile Hunger oder Durst leiden, wird vielfach nicht mehr einfach anzulegen sein und muss zuerst beruhigt werden. Ausserdem lernt es dadurch, dass es schreien muss, um gestillt zu werden und wird aufhören, sein Bedürfnis auf subtile Weise zu äussern.

Stillen, wenn das Baby Hunger hat

Stillen nach Bedarf hat viele Vorteile: Es verbessert die Gewichtszunahme Ihres Kindes, reduziert die Schreiphasen, regt bei Ihnen die Milchproduktion gut an, unterstützt die Kommunikation und die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind.

Stillen nach Bedarf kennt keine zeitlichen Grenzen und richtet sich ganz nach dem individuellen Bedürfnis Ihres Kindes. Anfangs braucht ein Stillkind ungefähr 8-12 Mahlzeiten in 24 Stunden, später können es auch weniger sein. Es gibt Säuglinge, die sehr kräftig saugen und in kurzer Zeit viel Milch trinken. Dadurch sind sie eine Weile satt. Andere Babys nuckeln lange und genüsslich oder melden sich bereits nach kurzer Zeit wieder. Besonders abends möchten viele Stillkinder sehr oft und lange an der Brust saugen (sog. Clusterfeeding). Das bedeutet nicht, dass Sie zu wenig Milch haben – vermutlich kann sich Ihr Kind durch das Saugen besser beruhigen.

Sie dürfen Ihr Kind so oft anlegen, wie Sie möchten und müssen sich dabei nicht nach der Uhr richten. Muttermilch ist schnell verdaut und die Grösse des kindlichen Magens ist noch sehr klein. Die früher verbreitete Annahme, dass verdaute und unverdaute Muttermilch im kindlichen Magen zu Koliken führt, konnte wissenschaftlich nie bestätigt werden.

Gibt es einen Stillrhythmus?

Es lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen darüber treffen, wie oft ein Säugling gestillt werden sollte, da jedes Baby seinen eigenen Rhythmus entwickelt, und sich die Milchproduktion der Mutter entsprechend darauf einstellt. Aber gestillte Babys verlangen in der Regel häufiger zu trinken als „Schoppenkinder“, da Muttermilch schneller und leichter absorbiert und verdaut wird als Fertigmilchprodukte.

In den ersten Tagen, wenn die Neugeborenen Kolostrum zu sich nehmen, schlafen sie aber nicht selten mehrere Stunden zwischen den Mahlzeiten durch. Um den dritten Tag herum kommt dann oft eine Phase, in der Sie das Baby sehr viel häufiger anlegen müssen. Sobald dann die reife Muttermilch produziert wird, können Sie ca. alle 2 – 3 Stunden stillen. Der Stillrhythmus reguliert sich durch Angebot und Nachfrage in der Regel optimal und gestillte Kinder können auch durch häufiges Anlegen nicht überfüttert werden. Und wenn die Milchbildung gut in Gang gekommen ist, nach etwa vier Wochen, kommen die meisten Babys mit 6 – 8 Mahlzeiten (einschliesslich der Nachtmahlzeit) zurecht.

Manchmal braucht das Baby mehr Milch

Alle paar Wochen (typischerweise in der dritten bis vierten Lebenswoche und im dritten bis vierten Lebensmonat) kann es zu einer Veränderung des Stillrhythmus kommen. Ihr Baby scheint dann auf einmal nicht mehr satt zu werden und Sie sorgen sich, ob die Milchmenge noch ausreicht. Vermutlich hat es einen Wachstumsschub. Wenn Sie Ihr Kind eine Zeitlang häufiger anlegen, wird über das Saugen an der Brust die Prolaktinausschüttung angeregt. Dadurch können Sie die Milchproduktion ankurbeln.

Auch nachts stillen?

Die Nachtmahlzeit ist noch eine Weile wichtig für die Entspannung der Brust und als Anregung zur Milchbildung. Trotzdem kann es ganz schön anstrengend werden, wenn Sie Ihr Baby zweimal in der Nacht anlegen müssen. Viele Babys können aber im Alter von drei Monaten die Zeit von Mitternacht bis ca. 6 Uhr morgens durchschlafen.

Welche Babys feste Trinkzeiten brauchen

Für das Stillen nach Bedarf gibt es allerdings eine Ausnahme: Saugschwache, schläfrige Babys (z.B. mit einer Neugeborenen-Gelbsucht) sind oft kaum zum Trinken zu ermuntern und schlafen während des Stillens sehr schnell ein. Dasselbe gilt für Babys, die mit einem niedrigen Geburtsgewicht oder zu früh geboren wurden. In diesem Fall dürfen Sie nicht nach Bedarf füttern, denn dann bekommt Ihr Baby zu wenig Milch. Wecken Sie Ihr Kind regelmässig zum Trinken auf! Häufige und kleine Mahlzeiten sind sinnvoller als lange Pausen und grosse Portionen. Die Beobachtung der Ausscheidung (ca. 5-6 nasse Windeln pro Tag und weicher Stuhlgang) bringt zusammen mit einer regelmässigen Gewichtskontrolle bei der Mütter- und Väterberatung in diesen Fällen die Gewissheit, ob ein Kind genügend Milch erhält.

Manche Mütter brauchen einen gewissen Rhythmus, um sich wohl zu fühlen und/oder ihren Tagesablauf zu gestalten. Viele Kinder lassen sich mit der Zeit auch an einen solchen gewöhnen. Es ist aber auch völlig in Ordnung, weiterhin nach Bedarf zu stillen und Ihrem Kind zu überlassen, wann es trinken/saugen möchte.

Häufige Fragen zum Thema

Darf man ein Baby zum Stillen wecken?

In besonderen Situationen kann es notwendig sein, Kinder zum Stillen zu wecken. Das ist der Fall, wenn Kinder nicht genügend an Gewicht zunehmen. Auch bei Neugeborenen mit Gelbsucht (erhöhte Bilirubinwerte) muss auf regelmässiges Stillen geachtet werden, denn ein Mangel an Flüssigkeit und Nahrung…

vollständige Antwort lesen Ich stille momentan fast jede Stunde. Ist das zu oft?

Starre Regeln für den Stillrhythmus, also wie oft Sie Ihr Baby pro Tag stillen, gibt es eigentlich nicht. Es wird immer Phasen geben, in denen ein Stillkind auch einmal jede Stunde angelegt werden muss, weil es schon wieder Hunger, Durst oder vielleicht auch Schmerzen hat. Vielleicht befindet es…

vollständige Antwort lesen Stimmt es, dass Frauen mit kleinen Brüsten nicht genügend Milch produzieren können?

Kleine Brüste geben nicht genug Milch – das ist ganz falsch. Es ist völlig egal, wie gross der Busen ist: Entscheidend ist die Menge an Drüsengewebe. Das kann bei einer Frau mit grossen Brüsten durchaus kleiner sein als bei einer mit kleinen oder mittleren Brüsten. Die Brust ist kein Milchreservoir…

vollständige Antwort lesen Wie lange dauert es nach dem Stillen, bis sich wieder genügend Muttermilch in der Brust bildet?

Das lässt sich pauschal nicht so einfach sagen, denn die Brust ist kein Reservoir für Milch, sondern eine Produktionsstätte. Schon kurze Zeit nach dem letzten Anlegen (z. B. schon nach 15 Minuten) könnten Sie erneut anlegen und es würde auch wieder recht viel produziert. Deshalb können…

vollständige Antwort lesen Mein Baby schläft beim Stillen immer ein. Was kann ich dagegen tun?

Es kann sein, dass Ihr Kind nicht richtig angelegt ist und die Brustwarze nicht gut zu fassen bekommt. Wegen der dann nur spärlich fliessenden Milch legt es ein Nickerchen ein.

Überprüfen Sie immer wieder, ob Ihr Baby korrekt angelegt ist: Es muss möglichst viel Brustgewebe erfassen und so liegen,…

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Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH / BF / SL / CMA

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