Respektvoller umgang mit kindern

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Wir beklagen uns oft, dass Kinder uns zu wenig Respekt zeigen. Dabei wäre es so einfach: Wenn wir mit Kindern auf Augenhöhe kommunizieren, imitieren sie uns und behandeln uns ebenfalls mit Respekt. 12 Alltagsbeispiele, die zeigen, wie Kinder Respekt lernen.

Dieser Text erschien in gekürzter Form im Magazin wir eltern

Stellen wir uns folgende Situation vor. Eine Mutter kocht Spaghetti für ihre Familie. Als das warme Essen auf dem Tisch steht, geht sie ins Kinderzimmer, setzt sich auf den Boden, berührt ihr Kind sanft am Handgelenk und sagt: “Darf ich Dich kurz von Deinem Spiel unterbrechen?” das Kind schaut kurz hoch und antwortet: “Einen Moment bitte, Mama.” Die Mutter wartet geduldig, bis das Kind fertig ist und zu ihr hochschaut: “Jetzt kannst Du reden, Mama.” Erleichtert antwortet die Mutter: “Das Essen ist fertig, kommst Du mit zum Tisch?” Fröhlich marschiert die Familie in die Küche.

Und wie sieht es im Alltag aus? Oder zumindest bei uns: “Das Essen ist fertig! Alle an Tiiisch!” ruft die Mutter aus der Küche. Und wenn nach zwei Minuten nicht alle da sind, wird sie gerne lauter. Die Spaghetti werden schliesslich kalt.

Ihr seht, worauf ich hinaus will. Uns Erwachsenen fehlt eine Kultur des Respekts für Kinder. Gleichzeitig beklagen wir uns aber, dass die Kinder uns nicht respektieren. Wie können wir Dinge von unseren kleinen Kindern erwarten, die wir selbst nicht können?

Mama Poule für Deine Pinnwand ; -)

Hilfe, mein Kind ist frech! Oder warum Kinder uns unterbrechen.

In Simone Davies’ sehr gutem Buch The Montessori Toddler las ich davon, wie Kinder lernen können andere nicht zu unterbrechen: In vielen Kinderhäuser gilt die Abmachung, dass wenn die Lehrperson gerade beschäftigt ist, ein Kind sie aber dringend braucht, es einfach seine Hand auf die Schulter der Lehrperson legen kann (s.161). So weiss die Lehrperson, dass das Kind sie braucht und wendet sich ihm möglichst schnell zu.

Davies empfiehlt dieses Prinzip auch zu Hause anzuwenden. Wir können unsere Reaktion auch verstärken, in dem wir unsere Hand auf die Hand des wartenden Kindes legen und mit den Augen signalisieren: “Ich bin gleich bei Dir.”

Hab ich bei uns natürlich versucht. Und bin damit kläglich gescheitert. Gerade abends, wenn mein Mann oder ich endlich zu Hause sind und ein Paar Worte wechseln wollen, werden wir ständig unterbrochen. Denn die Kinder wollen ebenfalls ihre Themen loswerden.

Lange Zeit nervte ich mich. Dann wurde mir aber klar: Meine Kinder können ganz einfach nicht anders. Ganz einfach weil sie es von uns nie lernen durften. Beziehungsweise nicht vorgelebt bekommen. Denn Wenn das Abendessen fertig sind, rufe ich sie in die Küche. Obwohl sie gerade ein Buch liest. Und wenn sie mit ihren Stofftieren spielt, wir aber gleich den Bus verpassen, rufe ich auch zu ihnen: Zieht euch bitte an, wir müssen jetzt looos! Obwohl ihre Stofftiere für sie genauso wichtig sind, wie mein Mann für mich.

Seht ihr? Ich unterbreche sie andauernd. Erwarte aber, dass sie geduldig warten können, bis mein Mann und ich fertig gesprochen haben.

Wie Kinder Respekt lernen

Maria Montessori sah Kinder nicht als unvollkommene Wesen, die wir mit Wissen abfüllen müssen, sondern als vollwertige und eigenständige Persönlichkeiten mit enormem Potenzial. Entsprechend schenken Montessori-Pädagogen Kindern genauso viel Respekt wie Erwachsenen. Davon können wir uns ein grosses Stück abschneiden: Statt uns zu beklagen, dass Kinder (oder später Jugendliche) uns zu wenig Respekt zeigen, können wir anfangen ihnen gegenüber respektvoll zu sein. Denn es ist logisch: Wenn wir mit Kindern von Anfang an auf Augenhöhe kommunizieren, imitieren sie uns und behandeln uns ebenfalls mit Respekt.

Also versuche ich das “Respektvolle” bei uns zu Hause zu kultivieren. Doch wo genau zeigt sich Respekt zu Kindern im Alltag? Ich habe etwas recherchiert und gesammelt. Hier kommen zwölf Anregungen wie Kinder Respekt lernen.

Wie Kinder Respekt lernen: 12 Alltagssituationen

  1. Statt aus dem Flur zu rufen, können wir unsere Kinder am Handgelenk berühren und fragen: “Darf ich Dich kurz unterbrechen, liebe Simona?” Und nach einem „Ja“ fragen, ob sie nun mit raus kommen mag oder ob sie noch ein paar Minuten zum fertig spielen braucht.
  2. Wenn sie uns ausreden lassen, können wir dies auch wertschätzen und sagen: „Vielen Dank, dass Du gewartet hast. Das bedeutet mir sehr viel. Jetzt bin ich ganz für dich da.“
  3. Statt Kinder mit Strafen oder Belohnungen zu manipulieren, können wir auf intrinsische Motivation setzen. Diese ist stärker als externe Anreize.
  4. Statt über ausgeschüttete Milch zu schimpfen, können wir sagen: „Macht nichts! Sowas kann passieren.“ Und dem Kind einen Lumpen reichen. Genauso wie wenn es einem Besuch passieren würde.
  5. Statt ein Kleinkind einfach hochzunehmen, können wir es vorher fragen: „Ist es ok für Dich, wenn ich Dich jetzt hochnehme?“
  6. Statt ein Baby auf den Wickeltisch zu legen, können wir es fragen: „Wir gehen jetzt Deine Windel wechseln, ist das okay?“ Und wenn die Antwort ein eindeutiges „Nein!“ ist, können wir zusammen eine Lösung suchen.
  7. Wenn wir einen Fehler machen und z.B. unseren Kindern etwas unterstellen, können wir uns bei ihnen dafür entschuldigen.
  8. Wenn ein Kellner unseren Kindern auf den Kopf tätschelt, können wir ihn bitten, das nicht zu tun. Genauso wie er es bei einem Erwachsenen auch unterlassen würde.
  9. Bevor wir auf Nachbarskinder aufpassen, können wir sie zuerst fragen: „Kommst Du mit uns auf den Spielplatz, während Deine Mama einkaufen geht?“ Und uns erst nach einem „Ja!“ von der Mutter verabschieden.
  10. Statt sie „formen“ oder „belehren“ zu wollen, können wir unseren Kindern vertrauen, dass sie es selber am besten wissen.
  11. Wenn wir einem Kind etwas schenken, können wir uns still und leise an seiner Reaktion freuen. Und das “Und wie sagt man?” einfach lassen.
  12. Wir können Schreibaby oder Trotzkind, beleidigte Leberwurst oder Dramaqueen ersatzlos aus unserem Wortschatz streichen. Stattdessen kleiner Mensch oder Baby oder Kleinkind oder ihre wunderbaren Vornamen sagen.

Realistische Erwartungen und warum es ok ist, wenn meine Kinder mich unterbrechen

Bei all dem Kinder-Respekt-vorleben kann ich nicht von einer Vierjährigen erwarten, das sofort zu lernen und umzusetzen. Genauso wie ich es von einem 6-Monate altem Baby nicht erwarten kann, dass es doch bitte mal aufstehe und laufe. Auch wenn ich mir noch so fest Respekt von meinen Kindern wünsche, so kann ich es nicht erzwingen. Ich könnte sie zwar “dressieren”, mich nicht zu unterbrechen, aber sie würden das nicht aus Wertschätzung zu mir tun. Ich kann Respekt nur vorleben.

Und das heisst, ein Mal mehr an mir selbst arbeiten. Mich selbst respektieren und auf meine Bedürfnisse achten. Auf Augenhöhe mit unseren Verwandten und Nachbarn reden. Meinen Kindern respektvollen Umgang in unserer Familie vorleben. Oder auch so praktische Dinge wie: Den Tag so zu planen, dass wir immer einen Puffer von 15 Minuten haben, um zu kochen oder um das Haus zu verlassen. Natürlich geht das nicht immer. Dann erkläre ich das meinen Kindern.

Um bei den anfangs erwähnten Spaghetti zu bleiben: Ich esse sie lieber kalt, zeige dafür meiner Tochter, was Respekt bedeutet.

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    “Ihr Kind zu respektieren, heisst einen kleinen Abstand einzuhalten und darauf zu verzichten, das Kind in seiner Erfahrung der Begegnung mit seinem Leben zu stören.” schreibt Magda Gerben im Buch Ein guter Start ins Leben: Ein Leitfaden für die erste Zeit mit ihrem Baby (gefunden bei Eltern vom Mars). Und genau von diesem respektvollen, kleinen Abstand und davon was es heisst, unseren Kindern zu folgen und sie zu beobachten – oder um es in Worten Montessoris zu sagen “Follow the child” – handelt der nächste Artikel. Verpasse ihn nicht und abonniere rasch unsere Sonntagspost, das kostenlose Newsletter von chezmamapoule.com: Hier abonnieren.

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      • Respekt kannst du nicht erziehen – Respekt yourself

        Mir fällt gerade in modernen und fortschrittlichen Familien auf, dass Kinder einen ziemlich respektlosen Ton ihren Eltern oder anderen Erwachsenen gegenüber haben. Ich weiß nicht ob das so eine moderne Art ist, wenn Kinder zu den Erwachsenen „ du Arschloch“ oder gar schlimmeres sagen.

        In einigen Fällen kommt es mir so ‚bewusst-modern‘ oder ‚hipp‘ vor. Manchmal habe ich eher den Eindruck, dass Eltern eher völlig verunsichert sind und es ihnen peinlich und unangenehm ist.
        In diesem Zusammenhang bemerke ich auch, dass viele Kinder völlig über emotional auf die Alltagsangelegenheiten reagieren.

        • Da werden Türen geschmissen, wenn Eltern zu ‚normalen Dingen’ nein sagen.
        • Es fliegen Gegenstände durch die Luft.
        • Sie schreien über die Maßen oder sind länger als wenige Minuten beleidigt.
        • Sie laufen überall nur noch mit Kopfhörern umher.
        • Die Kleinsten schreien und toben wegen sogenannten Kleinigkeiten.

        Für mich ist das ein Zeichen, dass dieser „ Emotions-Körper“ der Kinder sich übermäßig aufgeplustert hat.
        Der „Emotions-Körper“ ist für mich die Summe aller verletzten und verletzenden Verhaltensweisen. Wenn der „Emotions-Körper“ die Überhand nimmt, dann wird er ein Selbstläufer und nährt sich aus sich selbst heraus. Er gibt sich selbst immer wieder Nahrung.

        Das bedeutet, dass es den Kindern unter Umständen nicht gut geht. Ihr Verhalten bringt es durch durch diese ‚über-emotionale Art‘ zum Ausdruck. Damit ecken sie dann links und rechts an, das wiederum füttert in direktem Maß diese „Emotionalität“ und die ‚angefutterte‘ Energie macht sich wieder selbstständig. Ein Kreislauf entsteht.
        Stell dir vor du pustest einen Luftballon mit all deinem Unwohlsein auf, und lässt ihn dann los. Dann sprudelt und spritzt er wild durch den Raum, eckt überall an, und lädt sich durch die Reaktion der Mitmenschen wieder erneut auf. (an der Stelle hinkt das Beispiel ein klein wenig)

        Was tun? Wie kannst du in anderer Weise beginnen darüber nachzudenken?

        Früher hat man sich Respekt verschafft und man hat das unter Umständen mit ganz klaren körperlichen Sanktionen getan. Es stand außer Frage, wer das Sagen hat. Zu einem Erwachsenen „du Arschloch“ zu sagen, war unvorstellbar. Es war im selben Moment nicht gestattet den eigenen Gefühlen über die Maßen Ausdruck zu geben.
        Das hat sich in ganz verschiedenen Verhaltenskodizes gezeigt.

        „Wenn das Brot spricht, dann schweigen die Krümmel.“

        Kennst du diesen Satz, der uns unmissverständlich sagt, dass die Kinder zu schweigen haben, wenn die Erwachsenen sprechen. Sätze dieser Art tragen wir alle in unseren Zellen und dann ist es auch kein Wunder, wenn wir in der heutigen Zeit schon mal ins Rudern geraten, wenn wir mit den Kindern in einer anderen Art zusammenleben wollen und gerade damit beschäftigt sind andere Wertvorstellungen zu erkennen und dann auch leben zu wollen.

        Früher hat man den ‚gebührenden“ Respekt gefordert und hat ihn dann durch Schläge oder das Verdeutlichen von gewissen Abhängigkeiten klar gemacht. Punkt!
        Heute nun, haben sich unsere Ideen von Erziehung und Lernen sehr stark geändert. Respekt erziehen zu wollen funktioniert nicht mehr so recht, da man den großen Hebel der körperlichen Strafen nicht mehr hat.

        Wie in vielen anderen Bereichen der Erziehung bleibt zum Thema Respekt hier derzeit das Vorleben und das ist gar nicht so einfach, weil ich ja unter Umständen selbst nicht gelernt habe, wie ich respektiert werde, bzw. wie ich mich und meine eigenen Bedürfnisse respektieren kann.

        Dann sind wir wieder an dem Punkt angelangt, der uns verdeutlicht , dass Erziehung im Umbruch ist und wir mit dem einen Fuß noch in den alten Herangehensweisen stehen und mit dem anderen Fuß gerne ein neues Land betreten möchten und dazwischen ist ein klein wenig Niemandsland.

        Dieses Niemandsland müssen wir erkennen und lieben lernen.

        Denn im neuen Paradigma ist da niemand mehr, der uns sagt, wie wir es zu machen haben und was da richtig und falsch ist. All die Informationsflut zum Thema Erziehung können wir nur unter einem einzigen Aspekt filtern. Dieser Aspekt lautet:
        Ist das meine Wahrheit? Räsoniert das mit mir? Ist das ein Ansatz, der sich für mich gut anfühlt?
        Und dann, gestärkt durch diesen inneren Seismographen, kann ich ein Schritt Neuland betreten und mich immer wieder mutig aufmachen.

        Ich bin also und das ist das Neue hier, jeden Tag gefragt meine Bedürfnisse zu erkennen. In dem Fall vielleicht, dass ich nicht will, dass mein Sohn „du Arschloch“ zu mir sagt. Dann einen authentischen Weg zu finden, der ziemlich klar und unmissverständlich zum Ausdruck bringt, dass ich mich so sehr selbst respektiere und es damit nicht zulassen kann, dass mein Sohn mich in dieser Art tituliert. Das ist ein völlig anderer Ansatz. Mit Erziehung hat das nichts zu tun.

        Es hat viel mehr mit dem Respekt zu tun, den ich mit selbst zu lernen gebe. Es geht vielmehr darum, dass mein Kind kapieren muss, dass ich es bin, die sich bis in jede Zelle hinein selbst respektiert.
        Da sind mir meine Kinder durch die täglichen Herausforderungen schon recht hilfreich. Sind sie respektlos? Nein. Sie helfen mir heraus zu finden, wer ich bin und wie ich das am kraftvollsten zum Ausdruck bringen kann.

        Bezogen auf Respektlosigkeit bedeutet es, dass ich mir vorgenommen habe, es nicht mehr zuzulassen , dass mich jemand respektlos behandelt und dies insbesondere von meinem Kind.
        In dieser Weise lernen sie etwas zum Thema -Respekt-

        Respect yourself.

        Am So 22 Mai 2016 findet das nächste Tagesseminar, hier im Kraftort Köttingermühle statt. Die Teilnehmerinnen sprechen von einer Art Miniwellness für Körper, Geist und Seele. Das Alter deiner Kinder spielt keine Rolle. Die Themen geben dir die Möglichkeit dich und deine persönlichen Fragestellungen darin zu finden. Info findet du hier.

        Tagged with → A Wort • authentischer Ausdruck • bedürfnisorientiert • Bedürfnisse • egoistisch • Emotionen • Emotions-Körper • Erziehung • Gehorsamkeit • Geist • Kindergarten • Körper • Köttingermühle • Kraftausdrücke • Lernen • Miniwellness • Niemandsland • peinlich • respect yourself • Respekt • Respektsperson • Schimpfwörter • Seele • Strafe • Tadel • Tagesseminar • ungehorsam

        Kinderpsychiater sieht mangelnden Respekt als Alarmzeichen

        Michael Winterhoff: Psyche heutiger Kinder oft unterentwickelt

        Moderation: Nana Brink

        Kleinkinder spielen in einer Kinderkrippe. (AP)

        Viele Kinder und Jugendliche sind nach Einschätzung des Psychiaters Michael Winterhoff in ihrer geistigen Entwicklung auf dem Stand eines Kleinkindes stehengeblieben. Grund dafür sei unter anderem ein partnerschaftliches Erziehungsmodell, so dass den Kindern oft der Respekt vor Erwachsenen fehle. Viele Eltern ließen sich von ihren Kindern permanent steuern und bestimmen, so dass diese nicht zwischen Gegenständen und Menschen unterscheiden könnten.

        Nana Brink: Haben Sie es noch im Ohr, das Lied von Herbert Grönemeyer „Kinder an die Macht“? Da heißt es so schön: „Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun. Sie sind die wahren Anarchisten, lieben das Chaos, räumen ab, kennen keine Rechte, keine Pflichten.“ In den Ohren des Bonner Kinder- und Jugendpsychiaters Michael Winterhoff klingen diese Zeilen wie eine Katastrophe. Seit 20 Jahren praktiziert Winterhoff und stellt fest: Kinder sind grundsätzlich respektloser geworden und ihre Psyche ist gestört. Ich begrüße jetzt Michael Winterhoff bei uns am Telefon. Schönen guten Morgen!
        Michael Winterhoff: Ja, guten Morgen!
        Brink: Sie sagen, die heutigen Kinder haben sich verändert, und zwar zu ihrem Nachteil. Wie ticken denn unsere Kinder heute?
        Winterhoff: Na ja, ich stelle fest, dass seit 15 Jahren die Kinder sich gravierend verändert haben. Das sehen Sie in der Praxis. Nehmen Sie die Begrüßungssituation. Vor 15 Jahren war es so, dass ein Kind sich ab dem dritten Lebensjahr zu den Eltern gestellt hatte und hat angemessen zu den Eltern gegrüßt. Heute ist es so, dass die Kinder bis zum zwölften Lebensjahr, dass die am Boden spielen, mit Kleinkinderspielzeug eher, dass sie die gar nicht ausfindig machen. Und wenn Sie die Eltern nach den Kindern befragen, dann blicken die bestenfalls kurz auf, spielen weiter, eine Begrüßung ist gar nicht möglich. Ältere Kinder bleiben sitzen, während die Eltern stehen und freundlich begrüßen, wirken eher abweisend und lassen zu 60 Prozent meine dargebotene Hand in der Luft stehen, also gravierende Veränderungen.
        Das heißt, man muss feststellen, ich stelle fest, dass Kinder sich nicht mehr auf den Erwachsenen einstellen, zumindest die, die zu mir kommen, und dass eine gewisse Respektlosigkeit vorliegt.
        Brink: Ist denn das so schlimm, wenn Kinder nicht grüßen?
        Winterhoff: Ja, ich könnte Ihnen ja viele andere Situationen noch darstellen. Ich muss sagen, vor zwölf Jahren war deutlich, dass die erlernten Kriterien zur diagnostischen Feststellung zur Therapie nicht mehr funktionierten. Also auch, wenn Sie einen Intelligenztest anwenden, dann müssten Sie als Ergebnis ein gleichbleibendes Niveau haben bei einem Test mit elf Untertests. Und heute stellen Sie fest, dass das Fieberkurven ergibt. Das heißt, das ist nicht nur in der Begrüßungssituation so, sondern das ist in allen Anforderungssituationen so.
        Brink: Sie haben das Wort Respektlosigkeit genannt. Warum ist das denn Ihrer Erfahrung nach so schlimm, wenn Kinder respektlos sind?
        Winterhoff: Ja, das Schwierige ist ja etwas anders. Das Schwierige ist ja, dass etwas nicht zusammenpasst. Zu mir kommen nur engagierte Eltern, die sind alle beziehungsfähig, die haben bewusst ihre Kinder, die haben ihre Kinder von klein auf erzogen, und obwohl diese optimalen Bedingungen vorliegen, ich arbeite überwiegend mit kompletten Familien, die Kinder haben oft Geschwisterkinder, ein Elternteil ist nachmittags anwesend, suchen diese Eltern meine Praxis auf und haben respektlose Kinder. Also kann die Respektlosigkeit dieser Kinder nicht zusammenhängen mit einer fehlenden Erziehung. Nein, sie hängt zusammen mit einer fehlenden Entwicklung.
        Brink: Was haben Kinder heute für ein Verhältnis dann zu ihren Eltern, wenn Sie das feststellen?
        Winterhoff: Na ja, ich stelle fest, dass eben immer mehr Kinder aufgrund von den Eltern nicht bewussten Beziehungsstörungen im frühkindlichen Narzissmus verbleiben, das ist normalerweise eine Durchgangsphase gewesen im Alter von zehn bis 16 Monate. In dem Alter hat kein Kind Respekt, und tragischerweise ist es auch nicht beziehungsfähig.
        Brink: Sie behaupten ja, es wachse eine Generation heran, deren Psyche unterentwickelt sei, was sich zum Beispiel an der Respektlosigkeit festmacht, die Sie geschildert haben. Und diese Kinder entwickeln sich zu kleinen Tyrannen. Wie kommen Sie zu dieser These?
        Winterhoff: Ja, das ist natürlich eine Frage von Diagnostik. Ich bin Kinderpsychiater, tiefenpsychologisch orientiert. Und von daher, wenn Sie die Verhaltensweisen, die diese Kinder an den Tag legen, zuordnen den natürlichen Entwicklungsphasen, sind wir in diesem Bereich stehend. Das heißt noch einmal gesagt, in diesem Alter ist jedes Kind respektlos. Das heißt, Sie haben einen Zehnjährigen, einen 15-Jährigen vor sich, der aber den psychischen Reifegrad eines Kleinkindes hat.
        Brink: Wir sprechen mit dem Bonner Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff über die heutigen Kinder, die immer respektloser werden und deren Psyche Schaden genommen hat. Sie sagen ja, es liegt auch daran, dass sich das Eltern-Kind-Verhältnis, man kann ja eigentlich dann sagen, fast auf den Kopf gestellt hat, wenn dieser Respekt, der wichtig ist für die Psyche des Kindes, nicht mehr funktioniert?
        Winterhoff: Ja, das ist aber den Eltern, das ist allen Erwachsenen nicht bewusst. Das heißt, wir sind alle davon betroffen. Aus meiner Sicht verkraften wir diese Gesellschaft nicht, den technischen Fortschritt nicht, den Wohlstand nicht, und vor allen Dinge leben wir ja jetzt in einer nicht mehr positiv zukunftsweisenden Gesellschaft. Und unbewusst wird das Kind zur Kompensation genutzt. Das heißt, die Konzepte, Kinder als Partner zu sehen, die ja Anfang der 90er aufkamen und leider heute auch in Institutionen wie Kindergarten und Grundschule vorliegen, und damit wird ja in diesen Bereichen eklatant gegen neurologische Gesetze verstoßen, die weitere Beziehungsstörung, die Projektion, dass Erwachsene geliebt werden wollen, und die aktuelle Beziehungsstörung der Symbiose resultieren aus einer Kompensation der nicht zu verkraftenden Gesellschaft. Das heißt, es geht überhaupt nicht um Schuld, sondern es geht darum, auch mit dem Buch bewusst zu machen, dass jeder von uns in einer dieser Beziehungsstörungen sein könnte und damit das Kind keine Chance hat auf eine gesunde Entwicklung.
        Brink: Sie haben ein Buch dazu geschrieben, wir haben es erwähnt, „Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder die Abschaffung der Kindheit“. Das heißt, wenn ich Ihren Thesen folge, dann ist dieses Missverhältnis zwischen Eltern und Kindern auch schlecht für die Kinder, weil sie ihre Kindheit verlieren dadurch?
        Winterhoff: Weil sie sie gar nicht leben können. Sie bleiben also auf der frühesten Stufe stehen. Frühkindlicher Narzissmus bedeutet, dass das Kind noch nicht einmal unterscheiden kann zwischen Gegenstand und Mensch. Sie müssen das ja so sehen, das Gehirn ist angelegt, aber die Entdeckung, wie man nachher Gegenstände sieht oder einen Menschen sieht, hat ja etwas mit Erfahrung zu tun. Und im Rahmen der psychischen Verschmelzung der Symbiose verhalten sich heute Eltern oft wie Gegenstände, das heißt sie lassen sich von den kleinen Kindern, ohne dass es ihnen bewusst wäre, permanent steuern und bestimmen. Und damit ist es noch nicht einmal möglich diesen Kindern festzustellen, dass Menschen Menschen sind.
        Brink: Also wenn ich Ihnen so zuhöre, dann wird mir ein bisschen gruselig zumute. Das ist ja eine Entwicklung, die dann Heerscharen von tyrannischen Kindern hinterlässt. Können wir das überhaupt umkehren? Und wenn ja, müssen wir da nicht bei den Eltern anfangen?
        Winterhoff: Ja nicht nur bei den Eltern, wir müssten in der Gesamtgesellschaft anfangen. Wir müssten dringend die Konzepte im Kindergarten und Grundschule überprüfen. Wir müssen sehen, dass die Kinder eine Chance bekommen auf Nachreifung. Dann könnten wir diesen Prozess unterbrechen. Das heißt, wir müssen dringend anhalten, wir müssen dringend Analysen machen. Und das ist auch mein Anliegen, letztendlich mit diesen Hypothesen nach außen zu treten, um damit auch verschiedenen Fachgruppen die Möglichkeit zu geben, entsprechende Konzepte zu entwickeln.
        Brink: Herr Dr. Winterhoff, jetzt geben Sie uns doch mal ein Beispiel. Was kann man denn tun zum Beispiel im Kindergarten, also wo das mit drei Jahren irgendwie anfängt, was können die denn tun, die überforderten Erzieher?
        Winterhoff: Sie müssen zunächst einmal sehen, dass ja in vielen Kindergarten heute partnerschaftliche Konzepte vorherrschen und dass die Vorstellung vorherrscht, dass Kinder eine Persönlichkeit haben in dem Alter.
        Brink: Also so eine Nach-68er-antiautoritäre-Erziehung?
        Winterhoff: Ja, das ist letztendlich aus dem modernen Denken erwachsen. Es gibt ja, wenn es um Menschenführung geht, zwei Denksysteme, das moderne Denken und das traditionelle Denken. Und je kleiner Kinder sind, desto mehr ist eher ein traditionelleres Denken erforderlich. Und das moderne Denken müsste dann mit beginnendem Jugendalter stärker eintreten. Und heute geht man eben davon aus, dass diese Kinder schon Persönlichkeiten haben. Man hat eben in weiten Bereichen offene Situationen, offene Gruppen. Die Kinder können frei entscheiden, was sie machen und finden in dem Erzieher und auch in dem Grundschullehrer zunehmend kein Gegenüber mehr.
        Brink: Das heißt ganz konkret, wenn ich mir das jetzt im Kindergarten vorstelle, heißt das feste Essenszeiten, Begrüßung der Erzieher schon für Dreijährige als Respektperson?
        Winterhoff: Nein, so nicht. Es ist so, dass die Abläufe immer gleich sein müssen. Das Gehirn kann nur lernen mit immer gleichen Durchgängen. Wenn Sie jetzt ein ganz kleines Kind nehmen, brauchen Sie in der Badewanne an einer Stelle die Seife, an der anderen die Quietschente und an der anderen einen Waschlappen. Und das dürfen Sie bei kleinen Kindern noch nicht mal verstellen, ansonsten sind die irritiert. Oder wenn ein kleines Kind draußen durch ein Viertel geht, dann muss es das Mäuerchen sein und der Hauseingang. Das heißt, kleine Kinder brauchen immer gleiche Abläufe und nur dann können sie lernen. Das heißt, es gibt Sicherheit, diese Gleichheit. Und diesem Gesetz zum Beispiel entspricht man heute in diesem Bereich nicht, sondern ich habe permanent eine Wechselhaftigkeit und damit kann das Gehirn nicht lernen.
        Brink: Vielen Dank, Michael Winterhoff. Er ist Kinder- und Jugendpsychiater. Und wir sprachen mit ihm über die heutigen Kinder, die zu kleinen Tyrannen heranwachsen. Und wenn Sie die Thesen von Herrn Winterhoff noch mal nachlesen wollen, dann können Sie das tun in seinem Buch „Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder die Abschaffung der Kindheit“. Schönen Dank für das Gespräch!
        Winterhoff: Ja, Danke auch!

        Gibt es eine einheitliche Definition von Respekt?

        Es ist schwierig, etwas so Abstraktes wie Respekt klar zu definieren. Dennoch gibt es Ansätze, wie Respekt aussehen könnte und sollte. Leider zeigt sich jedoch in der Realität nicht immer ein respektvoller Umgang, wie er denn gewünscht ist.

        Was sollte ich in der Familie ändern, damit ein respektvoller Umgang gelingt?

        Ganz wichtig ist, dass Sie selbst als Vorbild handeln. Kinder orientieren sich weitaus mehr an den Dingen, die ihnen vorgelebt werden als an abstrakten Regeln.

        Was kann ich in der Kita tun, wenn sich ein Kind respektlos verhält?

        Hier helfen klare Strukturen. Zudem sollten Sie bei schweren Fällen stets ein Elterngespräch suchen, um zu analysieren, inwieweit das elterliche Zuhause zu Problemen beiträgt und herauszubekommen, ob sich gemeinsame Lösungen finden lassen.

        Respekt ist etwas, das in unserer modernen Gesellschaft leider eine nicht mehr allzu große Rolle zu spielen scheint.
        Häufig fordern Erwachsene mehr Respekt von Kindern, allerdings sollte dabei bedacht werden, dass Respekt kein Alter kennt.

        Ein respektvoller Umgang miteinander wird sich nur dann erreichen lassen, wenn wir selbst Respekt gegenüber anderen Menschen aufbringen und auch bereit sind, eine konträre Meinung hinzunehmen.

        In unserem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, wie sich ein respektvoller Umgang in der Familie am besten realisieren lässt und warum jeder Mensch daran arbeiten sollte, die Bedeutung des Wortes für sich selbst zu erkennen.

        1. Respekt – was sich hinter dem Begriff verbirgt

        Artikel 1 des Grundgesetzes:

        Schon in unserer Verfassung steht direkt zu Beginn der entscheidende Satz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und ihr Schutz sowie ihre Achtung die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt sei.
        Gehen wir also einen Schritt weiter und beziehen diese Verpflichtung zur Achtung auf jeden einzelnen Menschen.

        Respekt ist so viel mehr als nur ein Wort. Sowohl in der Familie als auch in der Schule oder auf der Arbeit kommt es tagtäglich zu Konflikten und Reibereien, bei denen scheinbar keine Regeln gelten.

        Ein respektvoller Umgang setzt jedoch genau da an. Nur wer bereit ist, Regeln zu beachten, kann von seinem Gegenüber verlangen, sich an eben diese zu halten.
        Dies gilt gleichermaßen für die Schüler-Lehrer-Beziehung als auch für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

        Teils zeigt sich bereits in der Kita, dass der Respekt unter Kindern leidet, da Kinder zu Hause nicht gelernt haben, Dinge zu teilen oder eine von Regeln geprägte Kommunikation keine Rolle zu spielen scheint.

        Respekt erstreckt sich auf nahezu alle Lebensbereiche und zeichnet sich vor allem dadurch aus, zu akzeptieren, dass andere Menschen anders leben. Insbesondere gilt die für die folgenden Bereiche:

        • die sexuelle Identität
        • den eigenen Glauben
        • die Achtung der Würde eines anderen

        Ein respektvoller Umgang bedeutet, höflich zu sein, andere aussprechen zu lassen, tolerant zu sein und die eigene Meinung nicht als unumstößlich darzustellen.

        In einer Gesellschaft ist es elementar, dass das Miteinander funktioniert und genau dort sollte sich jeder Einzelne angesprochen fühlen. Wenn niemand damit beginnt, sein Verhalten zu ändern, so ändert sich auch der andere nicht.

        Einen interessanten Vortrag darüber, wie ein respektvoller Umgang miteinander aussehen könnte, sehen Sie in diesem YouTube-Video:

        2. Das eigene Verhalten ändern – so lässt sich ein respektvoller Umgang in der Familie erreichen

        Schätzen Sie, was Sie aneinander haben.

        Es ist nicht immer leicht, respektvoll miteinander umzugehen. Dies gilt ganz besonders für die engste Familie.
        Wer tagtäglich die Marotten eines anderen ertragen muss, kann schnell an seine Grenzen geraten. Allerdings ist es gerade hier umso wichtiger, einen respektvollen Umgang zu erreichen.
        Denn wie sollen Kinder sich in der Kita, in der Schule oder später in der Ausbildung oder in der Universität respektvoll verhalten, wenn die Grundlagen nicht innerhalb der eigenen Familie vermittelt worden sind?

        Der Kern eines von Respekt geprägten Umgangs liegt darin, selbst respektvoll zu sein. Seien Sie Kindern stets ein Vorbild und das Miteinander wird sich ganz automatisch zum Positiven entwickeln.

        Konkret helfen die folgenden Verhaltensweisen dabei, einen respektvollen Umgang in der Familie hinzubekommen:

        • Reden Sie miteinander. Offene Kommunikation ist der Schlüssel zu einem respektvollen Umgang. Dies beinhaltet vor allem aktives Zuhören, welches nur gelingen kann, wenn jeder in der Lage ist, seine Ausführungen ohne Unterbrechungen darzustellen.
        • Bestrafen Sie Ihre Kinder nicht, sondern versuchen Sie, sich Autorität durch Ihre Handlungen zu verschaffen. Konsequenz ist hier der beste Weg.
        • Bleiben Sie offen und halten Sie sich nicht stur an einer Meinung fest. Es muss nicht immer die richtige sein.
        • Jeder Mensch macht Fehler. Akzeptieren Sie diese, denn auch Sie haben welche, ganz gleich, wie Sie sich selbst einschätzen.

        Tipp: Im Rahmen der Führung von Mitarbeitern zeugt es übrigens von Stärke, eigene Schwächen einzuräumen. Übertragen Sie dies auch auf die eigene Familie.

        3. Tipps für einen respektvollen Umgang in der Kita oder der Schule

        Achten Sie auf Spiele, den den Zusammenhalt fördern.

        Im Kindergarten oder in der Schule eignen sich vor allem Rollenspiele, damit Kinder lernen, respektvoll miteinander umzugehen.
        Dabei können sie sich in die Lage anderer versetzen und merken auf diese Weise, wie sie selbst gerne behandelt würden und welches Verhalten angemessen ist.

        Für Erzieher, Lehrer oder auch Eltern gilt daher der Grundsatz, dass Schreien und Ausrasten tabu sind. Auf diese Weise zeigen Sie lediglich ihre Überforderung.
        Arbeiten Sie stattdessen mit Regeln, die in jedem Fall einzuhalten sind. Zeigen Sie Kindern, dass Sie enttäuscht sind, wenn sich ein Kind respektlos verhält und sprechen Sie dies direkt an.

        Zudem müssen Kinder lernen, dass ein respektloses Verhalten keinerlei Vorteile bringt. Es macht also keinen Sinn, so lange zu schreien oder zu stören, bis das gewünschte Ergebnis (Süßigkeiten an der Kasse zu erhalten, ein Spielzeug in der Kindergartengruppe zu bekommen oder eine Aufgabe in der Schule nicht machen zu müssen) eintritt.
        Ganz im Gegenteil gilt hier die Devise, dass ein Kind auf diesem Weg absolut nichts erreicht, ganz gleich, wie lange es es auf diese Art und Weise versucht.
        Auf der anderen Seite sollten Sie nicht mit lobenden Worten sparen, wenn der Umgang angemessen ist.

        Tipp: Bitte und Danke sind mehr als nur Floskeln, sondern zeugen von einem von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang miteinander.

        4. Weiterführende Literatur für Eltern

        Mit Respekt und Liebe erziehen: Warum Bestrafung bei Kindern nicht hilft … und was Sie stattdessen tun sollten

        • 256 Seiten – 09.05.2016 (Veröffentlichungsdatum) – mvg Verlag (Herausgeber)

        19,99 EUR Bei Amazon kaufen Liebe & Respekt in der Familie: Der Respekt, den sich Eltern wünschen – Die Liebe, die Kinder brauchen

        • 256 Seiten – 02.09.2014 (Veröffentlichungsdatum) – Gerth Medien GmbH (Herausgeber)

        14,99 EUR Bei Amazon kaufen Grenzen, Nähe, Respekt: Auf dem Weg zur kompetenten Eltern-Kind-Beziehung

        • 96 Seiten – 01.08.2009 (Veröffentlichungsdatum) – Rowohlt Taschenbuch (Herausgeber)

        10,00 EUR Bei Amazon kaufen (44 Bewertungen, Durchschnitt: 4,30 von 5)
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        Respekt vor dem Kind – Erziehung mit Wertschätzung

        Ein respektvoller Umgang miteinander bildet eine wichtige Grundlage für ein wertschätzendes Miteinander innerhalb der Familie. Kinder wollen angenommen sein und in ihren Bedürfnissen anerkannt und beachtet werden. Eine respektvolle Beziehung beinhaltet außerdem, dass Sie die Möglichkeiten wie auch Fähigkeiten Ihres Kindes erkennen und schätzen. Ihr Kind erhält so die beste Grundlage, um seine Intelligenz nicht nur auf der mentalen, sondern ebenso auf sozialer und emotionaler Ebene zu entwickeln.

        Respekt – gelebte Wertschätzung

        Respekt ist eine Form der Wertschätzung gegenüber einer Person, die Achtung deren Andersartigkeit und die Bereitschaft, diese Andersartigkeit anzuerkennen. Ein respektvoller Umgang geht über die Akzeptanz hinaus. Er bedeutet in Bezug auf Kinder, dass sie in ihren Eigenarten anerkannt und geliebt werden, auch wenn sie nicht den Erwartungen der Eltern entsprechen. Damit Ihr Kind die Bedeutung von Respekt erkennt und sich selbst respektvoll verhält, ist Ihre Vorbildfunktion wichtig. Zwar lässt sich Respekt vor den Eltern auch durch Autorität und Strafen realisieren, allerdings lernt Ihr Kind dann, dass es sich nur dann Respekt verschaffen kann, wenn es „stärker“ als sein Gegenüber ist. Das kann im Laufe seiner Entwicklung dazu führen, dass es Gewalt benutzt, um sich vor anderen Respekt zu verschaffen.

        Verantwortung als Zeichen des Respektes

        Ein wichtiger Aspekt des respektvollen Umgangs mit dem Kind betrifft auch die Anerkennung seiner Kompetenzen. Nehmen Sie Ihr Kind mit in die Verantwortung. Indem Sie ihm altersgerechte Aufgaben geben, achten Sie seine Fähigkeiten. Bei Kleinkindern reichen ganz kleine Aufgaben wie das Besteck zum Tisch zu tragen bereits aus. Je älter das Kind wird, umso größer wird auch die Verantwortung, die Sie ihm übertragen können. Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu, ohne es zu überfordern. Dabei achten Sie seine Fähigkeiten ebenso wie seine Grenzen – ein Zeichen des Respektes.

        Das STEP-Konzept

        Das systematische Training für Eltern und Pädagogen (STEP) ist ein ganzheitliches pädagogisches Konzept, das Eltern dabei unterstützt, ein kooperatives und entspanntes Zusammenleben in der Familie zu erreichen. Gerade dann, wenn es Probleme im Umgang miteinander gibt, kann das auf der Individualpsychologie und der Humanistischen Psychologie basierende Konzept präventiv wirken und bei Erziehungsproblemen den Umschwung bringen. Eltern lernen einen wertschätzenden, respektvollen Umgang mit dem Kind und für sich selbst mehr Gelassenheit im Leben und in Erziehungsfragen. Eltern lernen dabei

        • Ihrem Kind besser zuzuhören, um seine Bedürfnisse zu erkennen
        • Sich verlässlich zu verhalten
        • Ihr Kind zu ermutigen und ihm etwas zuzutrauen
        • Machtkämpfe durch respektvolles Verhalten zu ersetzen
        • Positive Energie auszustrahlen
        • Ein angstfreies (Erziehungs)klima zu schaffen

        Dem Kind wird ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt, seine sozialen Fähigkeiten werden gefördert und es wird in die Mitverantwortung genommen. All dies sind wichtige Voraussetzungen für Respekt und Wertschätzung innerhalb des Familiensystems und damit dem Kind die idealen Bedingungen zu schaffen, um sich frei zu entwickeln.

        Ihr Lieben, letzte Woche war ich auf einen tollen Vortrag. Es ging um das Thema Respekt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Themen aus der Arbeitswelt sich direkt auf das Familienleben übertragen lassen. Das Thema respektvoller Umgang ist ebenfalls so ein Thema.

        Respekt im Berufsleben

        Wenn das Thema im Zusammenhang mit Führung und Personalarbeit in Verbindung gebracht wird, dann geht es natürlich darum, sein jeweiliges Gegenüber wert zu schätzen. Ein Beispiel, das jedem von Euch bekannt ist wäre der Umstand, dass jeder Mitarbeiter den Geschäftsführer genauso begrüßt, wie die Dame, die abends die Büros sauber macht. Wie häufig stellen wir in unserem Berufsleben fest, dass gar kein respektvoller Umgang herrscht? Wo der einzelne Mensch gar nicht beachtet wird und somit niemals Wertschätzung erlangen kann.

        Es ist erwiesen, dass Menschen denen gegenüber einem längeren Zeitraum keine Wertschätzung entgegengebracht wurde, krank werden. Nicht nur psychisch, häufig sogar auch physisch. Ich spreche hier noch gar nicht von Mobbing, das ist noch mal ein besonderes Thema, dem ich mich sicherlich irgendwann auch mal widmen werde.

        Respektvoller Umgang in der Familie

        Was mich aber ganz nachhaltig an dem Vortrag berührt hat, ist die Erkenntnis, wie wichtig ein respektvoller Umgang in der Familie ist. Und damit meine ich nicht (allein), dass Mama und Papa respektvoll miteinander umgehen. Sondern in gleicher Art und Weise die Eltern gegenüber den Kindern. Ja, Ihr habt richtig gelesen, die Eltern gegenüber den Kindern. Nicht nur die Kinder gegenüber den Eltern. Leider wird das allzu häufig vergessen. Meistens fördern wir Eltern Respekt ein, besser wäre es, er käme ganz natürlich zum Vorschein.

        Auch ich bin keine Heilige und so gibt es Situationen, in denen mein Respekt den Kindern gegenüber sicherlich auch zu wünschen Übrig lässt. Ich könnte mir vorstellen, dass folgender Vorfall auch bei Euch zu Hause vorkommen könnte und sich nicht jeder von uns darüber im Klaren ist, welche Auswirkungen er auf unsere Kinder hätte.

        Stellt Euch vor, Ihr seit selbst im Badezimmer, als die Kinder gerade ins Bett gehen. Wie ist der Himmel will, stellen wir zufällig fest, dass Zahnbürste des Sohnes total trocken ist. Sie hat mindestens 10 Stunden sein Wasser gesehen. Es ist also offensichtlich, dass unser Kind heute Abend nicht die Zähne geputzt hat. Aber statt zu ihm zu gehen, und ihn aufzufordern Zähne zu putzen, ruft man aus dem Badezimmer heraus, „sag mal, hast Du heute Abend schon Zähne geputzt?“ Die Antwort lautet natürlich JAAAA. Wenn das Kind dann und Bad gerufen wird und ihm die trockene Bürste vor die Nase gehalten bin, verhalte ich mich ausgesprochen respektlos. Das Schlimme an der Sache ist, dass wir uns in dem Moment häufig gar nicht bewusst sind, was wir das tun oder sagen. Und um ehrlich zu sein, fallen mir auch noch andere Episoden dieser Art ein. Euch auch?

        Wirkung des respektlosen Umgangs

        Was lernt mein Kind aus dieser Lektion? Ich bin der festen Überzeugung bin, rein gar nichts. Das Kinder vergessen, Zähne zu putzen, ist ganz normal. Unsere Aufgabe als Eltern ist es, sie freundlich daran zu erinnern. Das sie hingegen, auf frischer Tat ertappt, diesen Umstand nicht zugeben werden, ist in der Situation ebenso normal. Dass sie mit vermeintlichen „beweisen“ als Lügner hingestellt werden, ist weder liebevoll noch sinnvoll. Das Kind wird erniedrigt, es erfährt keine liebevolle Zuwendung, fühlt sich sicherlich schrecklich und wird dann vielleicht noch geschimpft und gemaßregelt. Wir Eltern spielen uns groß und die kleine, verletzte Seele sieht in dem Moment niemand. Kein guter Plan.

        Nach diesem Vortrag habe ich mir also fest vorgenommen, es nicht mehr dazu kommen zu lassen! Ich möchte achtsamer in solchen Situationen reagieren und genau angucken, was wirklich wichtig ist und was nicht.

        Halten wir alle künftig doch bitte einen Moment inne und überlegen uns, wie unser Handeln auf unser Gegenüber, vor allem, wenn es klein ist.

        Ich bin mir sicher, wer diese Übung verinnerlicht, wertschätzt künftig nicht nur seine Kinder, sondern auch seinen Partner, sein berufliches Umfeld, die Nachbarn Freunde Familie auf ganz natürliche Art und Weise. Lasst uns in diesem Sinne alle achtsamer miteinander umgehen. Das würde unserer Welt bestimmt gut tun.

        In diesem Sinne wünsche ich Euch in alle Richtungen einen respektvollen Umgang.

        Alles Liebe, Eure Giulia

        Wie du dir wirklich Respekt verschaffst

        „R-E-S-P-E-C-T find out what it means to me“ …

        Aretha Franklin pflanzte uns einst den Ohrwurm in den Kopf, Kinder verlangen voneinander „hab ma Respekt, man!“ und jeder (groß, klein, alt, jung, breitschultrig oder zartgliedrig) wünscht sich einen respektvollen Umgang. Respekt ist in unserer Gesellschaft ein hoher Wert!

        Manch einer meint, man (also Kinder) müsse Respekt vor dem Alter (also vor Erwachsenen) haben.

        Oder muss man sich Respekt verdienen?

        Mangelnder Respekt

        Der mangelnde Respekt von Kindern und Jugendlichen wird immer wieder beklagt. Früher, ja früher da hatten die Kinder noch Respekt vor Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen.

        Aber seit einigen Generationen ist es so, dass eine Autoritätsperson nicht automatisch von Kindern respektiert wird. Ich würde sagen, zum Glück ist das so. Das ist eine gesunde Entwicklung in unserer Geschichte. Denn, nein, früher war nicht alles besser! Das, was Kinder früher den älteren Generationen entgegenbrachten war Angst und nicht Respekt.

        Kinder wollen gesehen und verstanden werden. Sie wollen sich mit uns verbinden und verbünden. Wenn sie sich verstanden und akzeptiert fühlen, werden sie dir auch respektvoll begegnen. Nach dem Motto: wie es den Wald hineinschallt, so schallt es auch hinaus. Das ist auf jeden Fall meine Erfahrung. Das heißt nicht, dass sie immer alles ganz brav und gehorsam machen, was ich sage!

        Und da geht es jetzt los: was heißt Respekt denn überhaupt? Was heißt es für dich ganz konkret?

        Für mich scheint es eine Art Überbegriff für verschiedene Werte zu sein. Und manchmal habe ich den Eindruck, dass Respekt nur ein anderes Wort für Gehorsam ist. Kinder sollen die Klappe halten und das machen, was Erwachsene sagen.

        Mir persönlich geht es beim Begriff Respekt um Wertschätzung, um Unvoreingenommenheit, um Anerkennung.

        Ich möchte die Würde von Kindern achten, indem ich ihnen zugestehe, dass sie als Person den gleichen Wert wie Erwachsene haben. Das bedeutet wiederrum, dass ich ihr Verhalten und ihre Aussagen so ernst nehme wie ich es eben bei Erwachsenen mache. Das klingt eigentlich ganz simpel, ist mir aber noch in wenigen Kitas und Schulen begegnet. Man ist vielleicht nett zu den Kindern (selbst das oft nicht), aber man ist ganz klar oben und die Kinder sind unten.

        Eine persönliche Autorität entwickeln

        Verlange nicht von Kindern, dass sie dich per se (per Rolle) respektieren.

        Kinder sind Teamplayer und wollen sich mit uns verbinden und uns respektieren. Wenn sie merken, dass du sie siehst, dich für sie interessierst, eine Beziehung zu ihnen aufbaust, für sei einstehst und ihnen im Kontakt deutlich machst was dir wichtig ist, dann respektieren sie dich.

        Ein Beispiel

        Wenn es also eine Situation gibt, wo ein Kind, nennen wir ihn Matze*, dich zum Beispiel nachäfft/sich lustig über dich macht (was ich persönlich mega nervig und respektlos finde). Dann kannst du so reagieren: „So, – wenn du so frech bist, gehst du jetzt raus, bekommst einen Eintrag und ich werde demnächst darüber mit deinen Eltern sprechen!“. Kann man machen. Du hast dann deine Macht ausgeübt, hast den Konflikt mit deiner autoritären Rolle „gelöst“. Möglicherweise hast du ab jetzt Ruhe und Matze macht das nicht mehr.

        Hat er nun Respekt? Ich meine, wir sollten das viel besser mit Angst beschreiben: Angst vor einem Eintrag ins Klassenbuch, einem Verweis oder vor Strafen seiner Eltern (wie Playstation- und Fernsehverbot o.ä.). Oder er hat einfach keinen Bock auf Hofdienst beispielsweise oder auf eine andere disziplinarische Maßnahme, die Matze über sich ergehen lassen muss, wenn er frech zu einer Autoritätsperson ist.

        Matze hat aber keinen Respekt vor DIR!!

        Kläre die Situation auf Beziehungsebene.

        Dafür musst du dich selbst einbringen, persönlich und authentisch.

        Wie würdest du reagieren, wenn sich jemand aus deinem Freundeskreis bei einem Abendessen über dich lustig macht? Oder dein Partner? Raus schicken, Eintrag ins Freundebuch, Eltern anrufen? 😉

        Ich gehe hin zu dem Kind (in der Situation oder danach in Ruhe) und sage ihm dass ich nicht möchte, dass er das macht!! Ich positioniere mich klar und eindeutig! Und ich sage ihm, warum ich es nicht möchte: Ich bin beispielsweise verletzt und gekränkt oder einfach nur genervt. Vielleicht finde ich es sogar eigentlich lustig, wenn Matze mich imitiert, aber die Situation passt einfach nicht, weil ich gerade in Ruhe was erklären und voran kommen möchte.

        Jede*r hat verschiedene Grenzen. Wenn ich immer höre „Kinder brauchen Grenzen“ kann ich nur immer wieder sagen: Ja, aber eben keine Pauschalgrenzen. Sie müssen die wichtige Erfahrung machen, meine Grenze kennen zu lernen, denn sie wollen mich kennen lernen. Und damit unser „Zusammensein“ funktioniert, müssen sie ein Gespür für meine Grenzen entwickeln. Das tun sie, indem sie diese übertreten und ich dann deutlich mache „hier ist meine Grenze, da will ich nicht, dass du darüber latschst. Ich möchte nicht dass du mich nachäffst!“

        Für mich bedeutet es aber auch, dass ich die Grenzen der Kinder kennenlerne und nicht übertrete, indem ich meine Macht ausnutze! Matze lernt mich kennen, er lernt dass ich das nicht möchte, weil es mich kränkt und nervt. Und er lernt, dass ich ihn respektiere, weil ich ihm nicht auf Machtebene Strafen aufbrumme.

        Matze ist der Klassenclown, der Joko und Klaas der Gruppe und manchmal passiert es trotzdem, dass er mich nachahmt, nicht weil er mich ärgern will, einfach weil er es lustig findet. Aber es ärgert mich trotzdem. Mittlerweile reicht aber ein Blick oder ein „das hatten wir besprochen“ und es fällt ihm wieder ein und er entschuldigt sich. Das zeigt mir, dass er mich anerkennt und wertschätzt.

        „Respektlose Kinder“ … All I´m asking is for a little respect …

        Vielleicht denken einige jetzt: „Ja, ok, mag sein. Das klappt vielleicht mit manchen Kindern, aber was ist mit einem Kind, das sich einen Scheiß darum kümmert, dass ich ihm von meinen Gefühlen erzähle oder dass ich mich klar positioniere?“

        Ja, das kenne ich auch!

        Das sind wahrscheinlich auch die Kinder, denen deine Strafen und Konsequenzen pupsegal sind und die noch eine Schippe drauf legen werden. Du hast ihnen ja den Machtkampf angesagt.

        Kinder, denen von Erwachsenen nie – nicht zu Hause, nicht in der Schule – Respekt entgegengebracht wird, denen fällt es schwerer und es wird länger dauern, bis du sie davon überzeugst, dass sie dir wirklich wichtig sind und du sie respektierst. Und dann wird es nochmal dauern, bis sie dieses Verhalten in sich verankern. Es wird dauern bis sozusagen der Pegel über 0 steigt und sie dann anfangen können dir mit Respekt zu begegnen.

        Du musst ihnen einen großen Respektvorschuss geben und in dieser Phase wahrscheinlich immer wieder „respektloses“ Agieren und Verhalten einstecken.

        Echte Wertschätzung bedeutet für mich, dass ich den Wert (je)des Menschen schätze – unabhängig davon, ob er mich schätzt und anerkennt.

        Bleib am Ball!

        Hab im Blick, dass dieses herausfordernde Kind (wahrscheinlich aufgrund seines herausfordernden Verhaltens) an sehr wenigen Stellen selbst respektvoll behandelt wird. Vielleicht bist du die/der einzige, die/der das tut. Noch besser ist es natürlich, wenn ihr im Team diese Haltung einnehmt, einübt und vielleicht sogar das gesamte Umfeld miteinbezieht.

        Hab(t) Geduld.

        Dieses Kind braucht das Gefühl von Geborgenheit, Verständnis, Angenommen sein. Möglicherweise sind das nicht die Begriffe, die dir zuerst in den Sinn kommen, wenn du an dieses Kind denkst. Man hat meistens das Gefühl, dass diese Kinder ganz bestimmt nicht so eine Weichspüler-Nummer wollen, sondern eher eine harte Hand brauchen. Darum geht es nicht. Es geht wirklich um das absolute Grundbedürfnis eines jeden Menschen geliebt und akzeptiert zu sein – so wie man ist.

        Konzentrier dich auf die Begabungen und Talente, denn oft fallen uns nur all die nervenden Situationen auf und wir haben gar keinen Blick mehr für das Kind und all seine besonderen Seiten, die es auf jeden Fall hat!!!!!!! Nimm dir Zeit und trag zusammen, was das Kind gut kann. Schreib es dir auf. Was macht das Kind aus? Wer ist dieser Mensch? Versuche zu verstehen, was es denkt und fühlt. Unabhängig davon, was du selbst denkst. Das Kind darf so sein wie es ist und es ist ok so wie es ist, es geht um diese Grundhaltung. Verbring viel Zeit mit dem Kind.

        Das bedeutet auch, dass du vielleicht aus deiner Komfortzone raus musst, ich bin zum Beispiel nicht sonderlich sportlich, aber indem ich mit Kindern gekickt habe, konnte ich Kontakt aufbauen. Ich kann auch kein Schach, oder finde Sammelkarten nicht spannend, ich lese auch privat nicht die Bravo oder gucke DSDS, oder finde Violetta gut, aber es hat mir schon den Weg zu einer Beziehung geebnet und gehört für mich zum Beziehungsaufbau, dass ich mich dafür interessiere, was das Kind interessiert.

        Signalisiere dem Kind: du bist ok, so wie du bist! Und ICH respektiere DICH! Ich verspreche dir, irgendwann wirst du es im Verhalten des Kindes merken! Und es wird respektvoll mit dir und anderen umgehen. Ich wünsche dir viel Gelingen auf diesem Weg, wo du manchmal nur in kleinen Tippel-Schritten voran kommst, aber, wo du auf jeden Fall kinderwärts unterwegs bist.

        Falls dir zwischendurch mal der Geduldsfaden reißt, schreib mir. Oder hör dir eine Runde Aretha´s Song an :)!

        So vermitteln Eltern die richtigen Werte

        Wenn das eigene Kind ein anderes geschlagen, gelogen oder gestohlen hat, beunruhigt das Eltern. Sie fürchten, dass sie bei der Erziehung versagen, dass es ihnen nicht gelingt, die richtigen Werte zu vermitteln. Wie aber funktioniert das und welche Werte sind besonders wichtig? Wir geben Tipps.

        In unserer Gesellschaft ist eine Vielzahl von Werten gefragt. Teilweise solche, die miteinander konkurrieren. So werden im Berufsleben häufig ganz andere Werte verlangt als in der Familie. Macht es insofern überhaupt Sinn, Kindern bestimmte Ideale menschlichen Verhaltens zu vermitteln? Auf jeden Fall! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder, in deren Familie bestimmte Werte gelten, glücklicher sind. Sie erleben mehr Herzlichkeit in ihrem Leben, sind bei Problemen und Misserfolgen belastbarer und haben meistens auch eine optimistischere Haltung.

        Zehn wichtige Werte für Kinder

        Wayne Dosick, Religionswissenschaftler, Psychologe und Autor des Buches „Kinder brauchen Werte. 10 Lebensregeln, die Kindern Halt und Orientierung geben“, hat eine Liste an Werten erstellt, die Eltern ihren Kindern unbedingt mitgeben sollten:

        • Respekt
        • Wahrhaftigkeit
        • Fairness
        • Verantwortungsbewusstsein
        • Mitgefühl
        • Dankbarkeit
        • Freundschaft
        • Friedfertigkeit
        • Streben nach persönlicher Reife
        • die Fähigkeit, an etwas zu glauben

        Für Dosick sind das zeitlose Werte, die das Leben der Kinder genauso wie den Umgang der Menschen miteinander erleichtern werden. Einige dieser Werte finden sich auch in den Vorstellungen der Kinder selbst wieder. So wurden im Rahmen des „Geolino-Unicef-Kinderwertemonitor 2014“ Kinder zwischen sechs und 14 Jahren befragt, welche Werte für sie besonders wichtig sind.

        Besonders häufig nannten sie Familie und Freunde. Aber auch Vertrauen, Zuverlässigkeit, Geborgenheit und Ehrlichkeit stehen bei ihnen hoch im Kurs.

        Kleinkinder müssen Mitgefühl erst lernen

        Die moralische Entwicklung vom affektbestimmten Kleinkind zum verantwortungsbewussten Erwachsenen ist ein langer Prozess, der sich über mehrere Stufen zieht: So sind Werte wie Fairness, Respekt vor anderen und deren Eigentum, Wahrhaftigkeit, Friedfertigkeit oder Mitgefühl im Kindergartenalter noch nicht ausgeprägt. Konflikte werden hier noch sehr oft handgreiflich ausgetragen, es wird viel geschwindelt und wenn man etwas haben will, wird selten Rücksicht darauf genommen, dass das „Objekt der Begierde“ jemand anderem gehört.

        Es braucht ein ausgeprägtes Gewissen, damit das Kleinkind diese unerwünschten Verhaltensweisen nach und nach ablegt. Das unterstützen Eltern am besten, indem sie die Fähigkeit ihres Kindes zur Empathie stärken. Ein mitfühlendes Kind wird schon bald versuchen, so zu handeln, dass es keinem anderen absichtlich Schaden zufügt.

        Um das Mitgefühl der Kleinen zu stärken, empfehlen Experten Eltern die Methode der Induktion: Dabei sollen Kleinkinder mithilfe ihrer Eltern entdecken, dass andere die gleichen Gefühle empfinden wie sie selbst.

        Eltern bewerkstelligen das durch eine übertriebene Reaktion auf das negative Verhalten ihrer Kinder. Haut das Kind seiner Mutter beispielsweise auf den Arm, würde diese sich mit betrübtem und traurigem Blick den Arm halten und dabei „Aua, aua! Das tut weh!“ rufen. Nach kurzer Zeit wird das Kind einen ähnlichen Blick aufsetzen und im besten Falle beginnen, die Mutter zu trösten und zu streicheln. Die eigenen Gefühle werden so für das Kind sichtbar und nachfühlbar und allmählich begreift es, dass bestimmte Verhaltensweisen negativ besetzte Reaktionen beim anderen zur Folge haben. Hierbei sollten Eltern ihrem Kind ihre Gefühle nur in übertriebener Form darstellen, sie sollten sie allerdings nicht versuchen zu erklären oder dem Kind sogar Schuldgefühle bereiten.

        Ähnlich gehen auch viele Kindergärten bei der Vermittlung von Werten vor: Dort werden bestimmte Programme – am bekanntesten das Projekt „Faustlos“ – eingesetzt, in denen die soziale Kompetenz der Kids zum Beispiel mithilfe von Handpuppen erhöht werden soll. In Schulen geschieht das unter anderem in Form von Streitschlichter-Programmen und in Sportvereinen durch die Richtlinien des „Fair Play“.

        Grundschule: Wie du mir, so ich dir!

        Bis zu Beginn des Grundschulalters haben Kinder normalerweise schon viele Wertvorstellungen verinnerlicht. Trotzdem sind Eigenschaften wie Fairness und Hilfsbereitschaft in diesem Alter oft noch wenig ausgeprägt. Nachgeben oder freiwillig mit weniger als der andere zufrieden sein, sind Verhaltensweisen, die man in dieser Altersgruppe selten beobachtet. Stattdessen bestimmt meistens der Sinn für ausgleichende Gerechtigkeit das Verhalten der Kids: Geht es darum, Süßigkeiten miteinander zu teilen, muss aufs Milligramm genau abgewogen werden. Und wenn beim Spielen nur ein Bobby Car zur Verfügung steht, muss sich jedes der Kinder auf die Sekunde genau gleich lang mit dem „Auto“ beschäftigen dürfen. Ansonsten ist Streit vorprogrammiert.

        Um auch diese Phase zu überwinden, raten Kinderpsychologen den Eltern dazu, an eine höhere Motivation zu appellieren: Muss der siebenjährige Bruder beim Aufräumen oder im Haushalt mehr helfen als die vierjährige Schwester, obwohl er das nicht einsieht, könnten Eltern das zum Beispiel so erklären: „Ich möchte, dass du das machst, weil du nun mal der große Bruder bist!“ Oder: „Deine Schwester ist jünger als du, deshalb kannst du ihr ruhig etwas mehr helfen. In unserer Familien helfen wir uns nämlich gegenseitig.“

        Auf diese Weise geht es für das Kind nicht mehr nur um die spezielle Arbeit, die getan werden muss, sondern um übergeordnete Werte wie Verantwortungsbewusstsein oder Hilfsbereitschaft.

        Im späteren Grundschulalter lassen sich die meisten Dinge bereits mit einfachen Worten erklären: So können Eltern mit ihren Kindern schon über die Gefühle anderer sprechen oder die Folgen von bestimmtem negativen Verhalten wie Faulheit, Unhöflichkeit oder fehlender Hilfsbereitschaft aufzeigen.

        Natürlich werden Werte auch durch das gute Beispiel der Eltern vermittelt: Der Umgang miteinander – auch wenn es zu Streit kommt – sollte respektvoll und fair sein und auch Gespräche über Dritte sollten nicht herablassend oder beleidigend auf das Kind wirken. Zudem kann soziales und ehrenamtliches Engagement der Eltern als wunderbares Vorbild für Kinder dienen. In Sportvereinen, im Konfirmandenunterricht oder beispielsweise bei den Pfadfindern haben Kinder die Möglichkeit sich dann auch selbst für einen guten Zweck einzusetzen.

        Elternkonkurrenz durch Internet und Fernsehen

        Entwicklungsforscher gehen davon aus, dass die moralische Entwicklung und damit die Wertevermittlung etwa mit Beginn der Pubertät abgeschlossen ist. Ab diesem Zeitpunkt geht es darum, dass die Kinder das Gelernte nicht wieder vergessen. Ein Unterfangen, das wegen des immer größeren Einflusses von Clique und Schulklasse, aber auch Fernsehen, Computer, Smartphone und Internet, nicht leicht ist. Während Eltern an die Friedfertigkeit ihrer Kinder appellieren, wird Gewalt durch Computerspiele oder Horrorfilme verharmlost.

        An dieser Stelle ist Medienerziehung gefragt: Zweifellos ist es schwer für Eltern, immer zu wissen, was sich ihre pubertierenden Kinder im Fernsehen oder im Internet anschauen. Jedoch sollten sie ihre Kinder nicht gänzlich den Medien überlassen. Sie sollten kontrollieren, dass der Fernseh- und Internetkonsum nicht ins Unermessliche steigt und zudem Interesse an den Sendungen und Spielen ihrer Kinder zeigen. Sind sie mit den Inhalten nicht einverstanden, können sie mit den Kindern darüber sprechen und auch über deren Beweggründe, sich so etwas anzuschauen, mit ihnen diskutieren.

        • Zehn verblüffende Fähigkeiten: Was Erwachsene von Kindern lernen können
        • Sieben Grundbedürfnisse: Das brauchen Kinder, um glücklich zu sein
        • Erziehungstipps: So wird Ihr Kind sozial kompetent

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        5 Wege dein Kind zu einem respektvollen Menschen zu erziehen

        Manieren sind mehr als nur „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Sich zu benehmen heißt, Respekt vor seinem Gegenüber auszudrücken und sich der Situation angemessen zu verhalten. 5 Tipps, wie du deinem Kind kindgerecht und nachhaltig Manieren vermitteln kannst.

        1. Empathie: Das A und O

        Empathie bringt uns Menschen dazu, anderen zu helfen und freundlich zu anderen zu sein. Daher ist die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und zu verstehen, wie z.B. dass das andere Kind leidet, wenn es ausgeschlossen wird, die Voraussetzung für angemessenes Verhalten. Das fängt im Kinderspiel an und geht im Erwachsenenalter unter Kollegen und im Privatleben weiter: Wer sich in die Position des anderen hineinversetzen kann, kann entsprechend handeln und Konflikte entschärfen.

        Ein Kind mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen entschuldigt sich leichter als ein Kind, dem seine Schuld gegenüber einem anderen nicht bewusst ist. Wer spürt, wie es den anderen geht und sich für das Befinden seines Umfeldes interessiert, erntet meist ebenso ehrliche Zuneigung und Anteilnahme an seiner eigenen Person. Beziehungen werden intensiver und echte Freundschaften entstehen.

        Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, ist nicht nur genetisch bedingt, sondern auch Erziehungssache: Dein Kind übernimmt, welchen Stellenwert du Gefühlen gibst. Sprichst du häufig über deine Empfindungen, lernt das Kind seine Beobachtung einzuordnen.

        Frage dein Kind, wie sein Tag im Kindergarten war und gehe genauer auf seine Empfindungen ein: „Als Lena dir den Teddy weggenommen hat, wie hast du dich gefühlt?“ So lernt dein Kind, seine Empfindungen zu benennen und das Spektrum der Bezeichnungen wird von nur „gut/schlecht“ zu „enttäuscht“, „begeistert“, „traurig“ usw. erweitert. Das wiederum kann das Kind auch an anderen Menschen beobachten und beschreiben: „Lena war wütend, weil sie nicht mitspielen durfte.“

        Kleinkind

        Emotionale Intelligenz fördern und verstehen

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        2. Lebe deinem Kind gutes Benehmen vor

        Wenn dein Kind einen höflichen und freundlichen Umgang daheim erlebt, wird es sich auch unterwegs danach richten. Gewöhne dich daran, immer „Bitte“ zu sagen, wenn du dein Kind nach etwas fragst und bedanke dich ebenso bei ihm. Grundsätzlich gilt: Der Ton macht die Musik. Auch wenn es manchmal schwer fällt – bemühe dich um einen ruhigen, freundlichen Tonfall, auch unter Erwachsenen. Lehrer berichten, dass sie den schrillen, ungeduldigen oder fordernden Tonfall eines Kindes meist bei den Eltern wiedererkennen.

        Von klein auf ahmen wir nach, was wir um uns herum sehen und hören – das beginnt schon bei Säuglingen. Sei dir also bewusst, was du deinem Kind vorlebst, denn es wird dir folgen.

        3. Lobe dein Kind, wenn es sich gut verhält

        Manche Dinge lernt man nicht über Nacht, das ist einfach so. Dem Nachfolgenden die Tür aufzuhalten, sich zu entschuldigen, wenn man jemanden anrempelt usw. sind keine Dinge, die Kinder automatisch machen. Weise dein Kind freundlich darauf hin, irgendwann wird es diese Verhaltensweisen übernehmen. „Hast du dich bei der Oma schon für das schöne Kuscheltier bedankt?“ Selbst Erwachsene vergessen im Eifer des Gefechts manchmal, was sich gehört, daher hat dein Kind ein Lob verdient, wenn es sich gut verhalten hat.

        4. Vermittel klar, welches Verhalten angemessen ist

        Wenn du dein Kind mit lauter Stimme schimpfst, dass es seinen kleinen Bruder angeschrien hat, statt vernünftig zu sprechen, ist die Botschaft missverständlich. Wie soll es sich verhalten, wenn du genauso schreist?

        Natürlich ist es nicht möglich, sich permanent unter Kontrolle zu haben und da steigt man als Eltern auch einmal in den lauten Streit mit ein, um sich Gehör zu verschaffen. Nachhaltig verändern wird sich das Verhalten deines Kindes aber erst, wenn du ihm freundlich und bestimmt erklärst, warum dieses Verhalten nicht richtig war und wie es besser geht: „Wenn du deinen Bruder anschreist, fängt er an zu weinen und wird dir die Puppe erst recht nicht zurückgeben. Frage ihn doch einmal freundlich, ob ihr euch abwechseln könnt.“

        Auch hier gilt: Die Praxis zählt mehr als die Theorie.

        Knigge & Co

        Tischmanieren für Kleinkindern? Diese Regeln sind auch bei Kleinen schon sinnvoll

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        5. Vermittel gute Manieren ohne Druck

        Wenn du dein Kind dazu anhältst, „Bitte“ zu sagen, tun das im Rahmen eines freundlichen Ratschlags, nicht als Bedingung, damit es dieses oder jenes bekommt. Wenn es nur mit dem „Zauberwort“ kriegt, was es möchte, entwickelt es schon von Anfang an eine Abneigung dagegen. „Bitte“ und „Danke“ und sonstige gute Angewohnheiten nehmen durch konstantes Vorleben einen festen Platz bei deinem Kind ein.

        Wer weiß, ob sich bei Euch demnächst nicht eine ähnliche Situation ergibt. Für den Fall seid ihr dann bestens vorbereitet!

        Manchmal kann allzu freches Verhalten eben ungeahnte Folgen haben!
        Foto: iStock

        Sohnemann Aaron Havisham hat einen YouTube-Kanal, der sein ganzer Stolz ist und mit dem er sogarein bisschen Geld verdient. Als seine Mutter ihn dann mehrmals darauf hinweist, dass er doch bitte auch an seine Hausaufgaben denken soll, reagiert Aaron seiner Mutter gegenüber total frech. Das Resultat: Der Streit eskaliert!

        Er will sich nichts von ihr sagen lassen

        Aarons letzte Worte an diesem Tag: „Du kannst mich nicht kontrollieren, ich bin schon alt genug. Ich verdiene jetzt mein eigenes Geld!“ Klar, dass sich seine Mutter das nicht gefallen lassen wollte. Welche Mutter und welcher Vater würde das schon tun? Also schrieb Aarons Mutter ihrem Sohn einen Brief und legte diesen am nächsten Tag in sein fast leeres Zimmer:

        Twitter/evankirstel

        „Lieber Aaron, da Du scheinbar vergessen hast, dass Du erst 13 bist und dass ich die Erwachsene bin, und dass Du nicht kontrolliert wirst, denke ich, Du brauchst eine Lektion in Sachen Unabhängigkeit. Außerdem hast Du mir ins Gesicht geknallt, dass Du jetzt Dein eigenes Geld verdienen würdest. Darum wird es für Dich ganz einfach sein, all die Dinge zurückzukaufen, die ich Dir in der Vergangenheit besorgt habe. Wenn Du also Deine Lampe/Glühbirnen oder den Internetzugang zurück möchtest, dann musst Du ab jetzt Deinen Anteil daran bezahlen.

        Miete – 375 €

        Strom – 100 €

        Internet – 18 €

        Essen – 130 €

        Zusätzlich wirst Du den Müll rausbringen müssen, montags, mittwochs und freitags. An diesen Tagen muss zusätzlich Staub gesaugt werden. Du wirst Dein Badezimmer sauber halten müssen, indem Du es wöchentlich reinigst, dein eigenes Essen zubereiten und Dein Zeug selbst wegräumen. Wenn Du das nicht machst, werde ich dir eine Reinigungsgebühr von 26 € berechnen, für jeden Tag, an dem Du es nicht selbst tust.

        Falls Du Dich entscheidest, dass Du lieber wieder mein Kind sein möchtest, anstatt mein Mitbewohner, dann können wir neu verhandeln.

        In Liebe, Mama“.

        Huiii! Der dürfte gesessen haben! Die Aktion seiner Mutter bewirkte bei Aaron zunächst, dass er sich komplett stur stellte. Schließlich hat er sich aber bei seiner Mutter entschuldigt und ist gerade dabei, sich alles zurückzuverdienen.

        Wir denken, dass Aaron seiner Mutter gegenüber in Zukunft sicherlich etwas respektvoller sein wird. Denn so etwas will er ganz bestimmt noch einmal erleben!

        ww3

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        Respekt

        Ein Demonstrant fordert Respekt gegenüber Minderheiten. Zwei Basketball- mannschaften zeigen sich gegenseitig ihren Respekt.

        Respekt ist das Aufschauen zu einer Person. Diese muss nicht unbedingt größer sein als man selbst. Das heißt, Respekt gibt es nicht nur gegenüber Erwachsenen. Auch Kinder verdienen Respekt. Respekt hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit Achtung. Das Gegenteil von Respekt ist Mißachtung oder Respektlosigkeit.

        Respekt kann man im Gespräch mit anderen Menschen zeigen. Zum Beispiel wenn man vom anderen ganz viel wissen will. Wenn man sich für dessen Erklärungen interessiert oder seine Erfahrung. Dann zeigt man Respekt. Man kann nicht nur Menschen respektieren, sondern auch bestimmte Leistungen.

        Wenn man beispielsweise am Strand eine schöne Sandburg sieht, zeigt man Respekt vor der Mühe des Erbauers, wenn man sie nicht zerstört. Oder wenn man zu einem Theaterstück oder Sportwettkampf Beifall klatscht, zeigt man, dass man die Leistung respektiert. Auch besondere Gebräuche kann man respektieren. Wenn man eine Kirche betritt, so verhält man sich aus Respekt vor den gläubigen Menschen leise. Das macht man auch, wenn man selbst einen anderen oder keinen Glauben hat.

        Viele Schulen haben das Thema Respekt in ihre Hausordnung aufgenommen. Früher wurden die Kinder eher dazu erzogen, sich gut in eine Gemeinschaft einzufügen. Heute sollen sie auch an ihre eigenen Rechte denken. Das kann zu respektlosem Verhalten führen, das einen Schulbetrieb durcheinander bringt. Die Schulen fragen sich, wie man da ein Gleichgewicht hinbekommt.

        Kann man nur Menschen respektieren?

        Nicht nur Menschen können respektiert werden, sondern alles Leben auf unserer Erde. Bei Respekt gegenüber Tieren und Pflanzen ist das aber ein wenig anders.

        Den Tieren in der Natur sollte man zurückhaltend begegnen. Man kann genau beobachten, wie sie sich in ihrem Lebensraum bewegen, ernähren und verhalten. Dabei sollte man sie nicht stören. Daraus kann man ganz viel lernen. Ihr Leben ist besonders schwer, da sie zu jeder Jahreszeit ihr Leben und Überleben organisieren müssen. Das erzeugt beim Betrachter Respekt.

        Auch Pflanzen zerstört man nicht mutwillig. Zum Beispiel giftige Pilze haben ihren wichtigen Platz in der Natur und man muss sie nicht kaputt treten. Seltene Blumen können wir in der Natur genießen und müssen sie nicht pflücken. So können auch die Insekten sie als Nahrung nutzen und für die Verbreitung der Pollen sorgen. Wer so achtsam mit der Natur umgeht, verdient sich damit den Respekt anderer.

        • Aus Respekt vor den wissenschaflichen Leistungen von Alessandro Volta wurde eine elektrische Maßeinheit nach ihm benannt.

        • Mit einer Verbeugung zeigen Künstler den Respekt vor ihrem Publikum, das auch aus Respekt applaudiert.

        • Der militärische Gruß drückt Respekt aus …

        • … genauso wie das Heben des Hutes.


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        Grundwissen kindgerecht, alles leicht verständlich und gut für Referate in der Schule. Mehr Wissenswertes über „Respekt“ haben die Blinde Kuh und Frag Finn.


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