Reggio emilia kindergarten

Reggio Emilia Philosophy

1. The Image of the Child: Children are competent and capable learners

Children are viewed as active and valuable members of the wider community who are capable members of society. Each child has the natural ability to question, interpret and understand the world around them. The educational focus is on the individual strengths and needs of the child and children are always encouraged to explore, have opinions and provide suggestions.

2. The Environment as the Third Teacher

An integral element of the Reggio Emilia Approach is the physical environment and immediate surrounds. Driving this approach is the belief that if children are given beautiful and stimulating materials to work with, and allowed to work in an environment that is well organised and maintained, then they will in turn maintain and respect their own (and the broader) environment.

3. It Takes a Village to Raise a Child

Reggio Emilia was inspired by the Italian’s strong emphasis on the importance of family and community and the belief it ‘takes a village to raise a child’. At every Nido Early School, educators work closely with families and the community in order to provide the best possible education and care for every child. Families are encouraged to take an active role in the education process. Constant communication between the families, educators, children and other families are fundamental to this approach and creates a rich social environment for everyone involved.

4. Documentation: this is used to capture every child’s learning and determine future direction of programs

Educators capture individual children’s learning journeys using a variety of means including work samples, transcripts (where we capture the ‘voice of the child’) and photographs. These are clearly displayed within the centre and in individual portfolios, allowing families to share the process and experience with their children. Documentation also allows educators to plan ongoing meaningful learning experiences for all children.

5. The 100 Languages of Children

We believe children have the right to express their ideas, thoughts, emotions and learning in a variety of ways. Educators offer a variety of rich opportunities for children to express themselves through art, dramatic play, music, dance along with the ‘typical’ ways of communicating such as re-telling, creating stories, discussions and negotiations.

What is Reggio Emilia?

The Reggio Emilia philosophy and approach to early childhood education has developed and continues to evolve as a result of over 40 years’ experience within a system of municipal infant-toddler centres and preschools in Reggio Emilia, Italy. Parents, who started the schools in the 1940s, continue to participate to ensure the schools reflect the values of the community. From the beginning, the late Loris Malaguzzi, leader, philosopher and innovator in education, who was then a young teacher, guided and directed the energies of those parents and several teachers. Through many years of work with them, he developed an education based on relationship, which has become widely known and valued. The Reggio Emilia approach is built upon a solid foundation of connected philosophical principles and extensive experience. Educators in Reggio Emilia have been inspired by many early childhood psychologists and philosophers, such as Dewey, Piaget, Vygotsky, Gardner and Bruner.

Please understand that we are not referring to an early childhood method or set curriculum, but rather a deep knowledge in theory and community-constructed values that have been and are continuously being translated into high quality early childhood practices. As a result, educational theory and practice in Reggio Emilia is strongly connected. To learn more about fundamental principles of the Reggio approach, read Lella Gandini’s article, “Fundamentals of the Reggio Emilia Approach to Early Childhood Education,” published in the November 1993 issue of Young Children or Lella’s chapter in Next Steps Toward Teaching the Reggio Way: Accepting the Challenge to Change, edited by Joanne Hendrick.

The Reggio educators’ intention in sharing their experience with educators around the world is to encourage others to understand their own values regarding childhood, education and community. Reggio educators hope to promote dialogue among educators, so that they will come to understand their own identity as a school community. Through this process, educators can then ensure that the learning and relationships of children, teachers and parents within their school community reflect their shared values.

from www.reggioalliance.org

Reggio Kindergarten

1. Bedeutung und Entwicklung der Reggio Pädagogik

Hinter den Reggio Kindergärten verbirgt sich eine pädagogische Konzeption, die sozusagen aus der Not heraus entstanden ist. Im Konkreten kam es in den Jahren nach 1945, also nach dem zweiten Weltkrieg, in der norditalienischen Stadt Reggio nell‘Emilia zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Bezug auf Kinderbetreuungsangebote. So gab es immer mehr berufstätige Mütter, die eine adäquate Betreuung für ihre Kinder suchten. Daraus entstand der Grundgedanke, dass kindliche Erziehung eine gesellschaftliche Verantwortung sei: Geboren war der Grundgedanke der Reggio Pädagogik.

Reggio Pädagogik versteht sich selbst weniger als erzieherisches Modell sondern vielmehr als Philosophie einer partnerschaftlichen Erziehungsarbeit, die auf der Kooperation von Erziehern, Eltern, Kindern und Gesellschaft basiert. Sie alle werden als kompetent angesehen und in die kindliche Erziehung mit eingebunden. Dabei geht man davon aus, dass Kinder von Natur aus wissbegierig sind. Dieser Lernwunsch prägt demnach den Kindergartenalltag in überdimensionalem Ausmaß, wobei hier die kindliche Kreativität eine besondere Würdigung erfährt. Die im Kindergarten tätigen Pädagogen hingegen sollen lediglich unterstützend und begleitend auf den frühkindlichen Bildungsprozess einwirken.

Mittlerweile ist die Reggio Pädagogik weit über die Grenzen Norditaliens hinaus bekannt und etabliert, handelt es sich doch um ein klar positives Erziehungsbild, welches auf Kooperation basiert. Viele kirchlichen und kommunalen Kinderbetreuungsinstitutionen greifen die Reggio Pädagogik als wegweisend auf.

2. Menschenbild von Reggio-Kindergärten

Hinter den Kindergarten nach Reggio Pädagogik steht eine positive Weltanschauung, welche auch ein positives Bild des Kindes zeichnet. So wird dieses als eigenständige Persönlichkeit geachtet, welches wertzuschätzen und an seiner eigenen Bildung zu beteiligen ist-. Dabei geht man davon aus, dass nicht nur die Erzieher pädagogisch kompetent sind, sondern auch die Kinder und ihre Eltern. Genau aus diesem Grund sind alle drei gleichermaßen in den Bildungsprozess integriert und haben gleichermaßen Einflussmöglichkeit.

Zusammengefasst kennzeichnet die Reggio Pädagogik also ein humanistisches Menschenbild, welches stark demokratisch geprägt ist und insgesamt einem positiven Erziehungsverständnis folgt.

3. Pädagogisches Konzept der Reggio Kindergärten

Das Grundkonzept der Reggio Pädagogik ist eine eindeutig positive Gesamtausrichtung der Erziehung, bei der der Fokus weg von den Schwächen gerückt wird und stattdessen die Stärken im Zentrum stehen, deren Instrumentalisierung auf positive Art die Bildung vorantreibt. Entsprechend dominiert ein grundsätzlicher Optimismus.

Jegliche pädagogische Arbeit steht im Dienste der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder, deren Sinne komplex entfaltet werden sollen. Wissen und Kreativität werden gezielt gefördert, vor allem da künstlerische Aspekte einen hohen Stellenwert innerhalb der Reggio Pädagogik einnehmen. Sie werden in einer engen Verknüpfung mit der Wahrnehmung verortet.

Auch wenn die Erziehung nach Reggio Pädagogik als kooperative kindliche Bildung verschiedener Beteiligten, also den Kindern, Eltern, Erziehern und externen Institutionen und Organisationen, angesehen wird, geht es im Kern um die individuelle Entfaltung und Selbstverwirklichung der Kinder mit einem größtmöglichen Entscheidungsspielraum für diese.

Jenseits dieser grundsätzlichen Reggio Gedanken sind derartige pädagogische Ideen zumeist in Institutionen eingeordnet, die noch anderweitigen konzeptionellen Schwerpunkten wie beispielsweise Religionspädagogik folgen.

4. Zielgruppe der Reggio Pädagogik

Das positive und optimistische erzieherische Verständnis der Reggio Pädagogik ist grundsätzlich für alle Familien gleichermaßen geeignet. Selbstverständlich sollte man sich als Eltern mit einem demokratischen Erziehungsstil und größtmöglicher Eigenverantwortung der Kinder identifizieren können. Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass Druck und Macht im Reggio Kindergarten eher fehl am Platz sind. Stattdessen ist die Bereitschaft, sich aktiv in das Kindergartengeschehen einzubringen und partnerschaftlich mit Erziehern und dem Kind an dessen Bildung arbeiten wollen, von größter Wichtigkeit.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, so kann ein Reggio Kindergarten für alle Kinder vom Krippen- bis ins Hortalter, also von Geburt bis einschließlich der nachschulischen Betreuung, erschlossen werden.

5. Tagesablauf in Reggio Einrichtungen

Betrachtet man den Tagesablauf der Reggio Institutionen, so wird schnell der enge Zusammenhang zur offenen Gruppenarbeit heutiger Kindergärten deutlich:

Gruppen- und Funktionsräume

In Reggio Kindergärten wird vorrangig nach dem Prinzip der Gruppen- und Funktionsräume gearbeitet. Dies bedeutet, dass alle Kinder einer Stammgruppe zugeordnet sind, die jedoch nur zum Beginn und zum Abschluss des Kindergartenmorgens aufgesucht wird. Anschließend können die Kinder sich frei im Kindergarten bewegen. Dabei agieren die verschiedenen Räumlichkeiten als Funktionsräume, in denen die Kinder unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen können. Esszimmer, Entspannungszimmer oder Sportzimmer seien als Beispiele genannt. Ein besonders hoher Stellenwert kommt dabei den Kreativzimmern zu, da Kreativität im Reggio-Rahmen als besonders wichtig erachtet wird. Ein kreatives Atelier darf entsprechend in keinem Reggio Kindergarten fehlen.

Gruppenzusammenkunft, Freispiel und Projektarbeit

Im Alltag des Reggio Kindergartens wechselt das Aktivitätenprofil der Kinder zwischen Geschehnissen in der Gruppe, freiem Spiel und der Projektarbeit. Während der Morgen üblicherweise durch einen gemeinsamen Kreis ein- und ausgeleitet wird, dürfen die Kinder sich im Morgenverlauf frei für verschiedene Funktionsräume entscheiden und dort beschäftigen. In diesen Zeitraum sind allerdings auch gezielte Projekte zu verorten, die zumeist mit Kurscharakter inszeniert werden und die auf den situativen Interessensbereichen der Kinder basieren.

Funktion der Erzieherin

Der Reggio Kindergarten spricht den Kindern die Kompetenz zu, für sich selbst adäquate Entscheidungen über eine sinnvolle Beschäftigung zu treffen. Externe Angebote der Erzieherinnen finden folglich lediglich im Rahmen situativ entwickelter Ideen der Kinder statt. Stattdessen nehmen die Pädagogen den Part ein, die Spielbereiche der Kinder zurückhaltend zu beobachten und Spielaktivitäten passiv zu begleiten.

Bezugspädagogik

Im Reggio Kindergarten sind die Empfindungen der betreuten Kinder von großer Wichtigkeit, so dass auf deren Würdigung und Achtung besonders großen Wert gelegt wird. Im Resultat wird versucht, den Kindern einen sanften Einstieg in den Kindergarten zu ermöglichen. Deshalb setzt man auf das Prinzip der Bezugspädagogik, was bedeutet, dass jedes Kind bereits aber der Eingewöhnungszeit von einer festen Erzieherin betreut wird, die Ansprechpartnerin für alle Belange dieses Kindes ist.

Elterneinbindung

Ein großer Unterschied, der den Tagesablauf der Reggio Kindergärten gegenüber dem anderer Einrichtungen mit offener Gruppenarbeit abgrenzt, ist die starke Einbindung der Eltern in das gesamte pädagogische Geschehen. So finden in regelmäßigen Abständen Entwicklungsgespräche statt, in der sich alle an der Erziehung beteiligten Personen über die Bildungsfortschritte des Kindes austauschen. Auch die Mitwirkung von Eltern im Kindergartenalltag kann als charakteristisch bezeichnet werden.

Gemeinwesenbezug

Da der Reggio Kindergarten aus der Idee entstanden ist, das „Problems Kinderbetreuung“ zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu deklarieren, zeigen derartige Einrichtungen einen starken Bezug zum Gemeinwesen. Im Kindergartenalltag sind deshalb immer wieder Aspekte integriert, die eine Verbindung zu externen Institutionen und Organisationen erkennen lassen.

6. Vorteile des Reggio Kindergartens

  • trotz der prinzipiell offenen Gruppenarbeit gehören die Kinder Stammgruppen an, in denen ihr Kindergartenmorgen startet und endet
  • Kindern wird im Reggio Kindergarten keine Spielidee von Außen eingebracht, sondern sie selbst entscheiden über die inhaltliche Fülle ihres Morgens
  • das Prinzip der Bezugserzieherin kommt gerade zurückhaltenden Kindern zugute
  • Reggio Kindergärten folgen keinem vorgegebenen Tagesablauf, wodurch viel Raum für die kindliche Spontanität bleibt
  • die enge Zusammenarbeit mit den Eltern wirkt sich als kooperatives Modell positiv auf den Erziehungserfolg aus
  • Reggio Kindergärten haben durch ihren Gemeinwesenfokus eine große Öffentlichkeitswirkung
  • einzelne Spielbereiche erfahren im Reggio Kindergarten eine größere Ausarbeitung als in der Einrichtung mit reiner Stammgruppenarbeit, beispielsweise wird aus der Puppenecke ein komplexer Rollenspielraum

7. Nachteile des Reggio Kindergartens

  • oft ist nicht genug Personal vorhanden, um alle Räume personell qualitativ sicher abzudecken
  • der spontane Tagesablauf kann schüchterne Kinder überfordern
  • die Wahlmöglichkeit führt dazu, dass die meisten Kinder immer nur in ihrem bevorzugten Bereich spielen und andere Bereiche dadurch vernachlässigen
  • die Spielauswahl folgt zumeist dem Stärkenprinzip – Schwächen werden nur selten angegangen
  • für die situative Arbeit elementare Beobachtungsphasen scheitern an der dünnen Personaldecke
  • für Kinder mit Behinderungen oder Wahrnehmungsstörungen ist Reggio kein geeignetes pädagogisches Konzept

8. Trägerschaft und Kosten bei Reggio Institutionen

Ursprünglich handelte es sich bei der Reggio Pädagogik um eine betreuungsspezifische „Notfallmaßnahme“, die initiiert wurde, um einem aufkommenden Betreuungsnotstand zu begegnen. Daraus entwickelte sich zeitweise eine Art Reggio Bewegung, die allerdings aufgrund moderner Erkenntnisse, die ohnehin eine würdevolle und von Achtung geprägte, positive Erziehung in den Vordergrund rückt und mittlerweile die offene Gruppenarbeit favorisiert, wieder abgemildert wurde.

Nichtsdestotrotz gibt es auch heute noch vereinzelte kommunale und kirchliche Einrichtungen, die in Gänze diesem Konzept folgen. In der Regel sind jedoch einzelne Bausteine der Reggio Konzeption in allen modernen Kindertageseinrichtungen integriert.

Daraus resultierend sind die Kosten, die für eine Betreuung nach Reggio Pädagogik anfallen, identisch mit denen der meisten Betreuungsinstitutionen und variieren je nach Alter des Kindes sowie der Stundenzahl notwendiger Betreuungsleistungen. Ab 100 Euro ist ein halbtäglicher Regelplatz zu buchen, Krippen- und Tagesbetreuungen kosten entsprechend mehr.

9. Schulsysteme mit Reggio Anteilen

Echte Reggio Schulen, die dem klassischen Prinzip dieser Pädagogik folgen, sucht man in Deutschland zumeist vergeblich. Stattdessen muss man sich nach einem adäquaten Ersatz umsehen, der zumindest in den wesentlichen Elementen den positiven Anteil dieser Erziehungsidee aufgreift. Üblicherweise ist dies in den meisten Regelschulen der Fall, die dann häufig mit Wahlfächern, Arbeitsgemeinschaften und Praktika arbeiten.

Kindergarten: Welche Vor- und Nachteile bieten die Konzepte? II

Nach der italienischen Ärztin Maria Montessori trägt jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich. Aufgrund ihrer Beobachtungen an behinderten und verhaltensauffälligen Kindern kam sie zu der Auffassung, dass sich Kinder, wenn ihnen eine so genannte vorbereitete Umgebung mit bestimmten Arbeitsmaterialen zur Verfügung stehen, allein, frei und spontan entwickeln können. Montessori entwickelte diese Spielmaterialien, die die Kinder zum Forschen anregen sollen, selbst. Der Erzieher soll die Kinder bei eigenständigem Lernen unterstützen, aber möglichst wenig eingreifen. Es gilt der Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Fehler sollen selbst erkannt und korrigiert werden dürfen, Erwachsene sind Begleiter, die lernen müssen, sich überflüssig zu machen und zu beobachten statt einzugreifen. In Stillzeiten und gemeinsamen Mahlzeiten sollen die Kinder soziale Kompetenzen und ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl vermittelt bekommen. Oftmals entstehen Montessori-Kindergärten aus Elterninitiativen, so dass die Elternarbeit sehr stark gefordert wird. Gebühren, Betreuungszeiten und Essensangebote sind sehr unterschiedlich. Seit etwa vier Jahren ist der Begriff „Montessori-Kindergarten“ geschützt und die Einrichtungen durch diverse Dachverbände kontrolliert. Die Erzieher müssen eine spezielle Zusatzausbildung absolvieren und das Spielmaterial von Maria Montessori muss vorhanden sein.

Die Vor- und Nachteile

– Die Kinder können sich frei entfalten, da sie sich ihre Beschäftigung selbst suchen und steuern können
– Ansonsten entsprechen die Vor- und Nachteile denen der Eltern-Initiative

Waldkindergärten

Die ersten Waldkindergärten entstanden vor etwa 25 Jahren in Dänemark. In Deutschland sind sie meistens als freie Eltern-Initiativen gegründet. Oftmals haben die Waldkindergärten keine eigenen Räumlichkeiten, sondern nutzen einen Bauwagen oder ein Art Schuppen, da sich das Leben der Kinder im Freien abspielt. Bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter draußen, erfahren die Kinder die Natur sehr unmittelbar. Sie sind ständig aktiv und lernen Verantwortungsbewusstsein vor jedem Wachstum und Leben. Häufig werden die Kinder weniger krank, da sie die meiste Zeit des Tages an der frischen Luft sind. Die Gruppen sind ähnlich groß, wie bei den klassischen Eltern-Initiativen, Essen bringen ebenfalls die Eltern mit. Die Betreuungszeiten sind geringer als in herkömmlichen Einrichtungen. Dies kann aber von Waldkindergarten zu Waldkindergarten variieren.

Die Vorteile

– Die Kinder suchen sich ihre Spielsachen in der Natur – das fördert die Kreativität
– Die Kinder sind vom Alltagsstress der Stadt geschützt
– Die Gesundheit der Kinder wird gestärkt

Die Nachteile

– Für das Bringen und Abholen der Kinder ist ein Auto notwendig, da die Anfahrtswege häufig weiter als bei örtlichen Kindergärten sind
– Die begrenzte Betreuungszeit von drei Stunden im Winter schließt Familien mit einem höheren Betreuungsbedarf von vorneherein aus
– Fingerfertigkeiten beim Basteln werden nicht geübt

Waldorfkindergärten

Grundprinzip der Waldorfpädagogik nach Gründer Rudolf Steiner ist die Nachahmung. Allein durch das positive Vorleben der Erwachsenen lernen die Kinder, wie sie sich zu verhalten haben. Kernelemente der Erziehung sind feste Rhythmen im Tagesablauf, im Wochenablauf und ein starker Bezug zu den Jahreszeiten. Das Spielzeug in Waldorfkindergärten besteht hauptsächlich aus Naturmaterialien wie Holz, Steinen, Muscheln und Tannenzapfen und einfachen Stoffpuppen. Die Gruppen bestehen meistens aus etwa 20 Kindern bei zwei Erziehern. Die Räumlichkeiten sind dem ganzheitlichen Anspruch Steiners entsprechend mit qualitativ hochwertigen Naturmaterialien eingerichtet. Hintergrund der Waldorfpädagogik ist die Anthroposophie – eine weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung, die den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen betrachten will – mit der die Eltern zumindest einverstanden sein müssen. Dies wird bei einem eingehenden Aufnahmegespräch geprüft. Die aktive Mitarbeit ist auch in diesem Kindergarten gefordert, wobei für die pädagogischen Fragen ausschließlich die extra ausgebildeten Erzieher zuständig sind.

– Die Kinder sind sehr behütet und wachsen in einem christlichen Umfeld auf
– Durch das Spiel mit Naturmaterialien werden Kreativität und Fantasie gefördert
– Die musische Förderung ist sehr groß

– Der Kindergarten ist sehr teuer und elitär
– die Eltern müssen sich mit der anthroposophischen Weltanschauung auseinandersetzen
– die Erzieher prägen die Kinder sehr stark

Reggio-Pädagogik

Der Kindergarten soll ein Ort sein, wo Kinder forschen, hinterfragen und Dinge prüfen können. Das ist der Grundsatz der Reggio-Pädagogik, die von Pädagoge und Psychologe Lors Malaguzzi aus der Not heraus entwickelt wurde. Der Leiter kommunaler Krippen und Kindergärten engagierte sich in der Nachkriegszeit gemeinsam mit Eltern für den Aufbau privater Schulen und Betreuungseinrichtungen für unterernährte Kriegskinder. Das Erziehungskonzept, das in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia ab den späten 60er Jahren entwickelt und ausgebaut wurde, versteht Erziehung als Gemeinschaftsaufgabe. Wenn die Kinder beispielsweise ein Baumhaus bauen mochten, halfen Schreiner und Eltern, besorgten Holz und bauten gemeinsam mit den Kindern das Baumhaus. Interessierten sich die Kinder dafür, wie Brot gebacken wird, kam der Bäcker und erklärte es ihnen und backte Brot mit ihnen. Wie kleine Wissenschaftler dürfen Kinder in Reggio-Kindergärten ihre Welt entdecken, eignen sich Wissen und Können durch Neugier und Experimentierfreude selbst an. Das Konzept experimenteller Pädagogik fand und findet weltweit Anerkennung. Es hat in Deutschland viele Versuche gegeben, das Modell Reggio zu importieren, doch dies erwies sich als recht schwierig, da die Reggio-Pädagogik weniger eine Technik ist, die erlernt und angewendet werden kann, sondern eher eine Philosophie über den Weg der Kinder in die Welt. Das Modell Reggio kann nicht von einem Erzieher allein realisiert werden. Es muss außerdem von den Eltern, von Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und so weiter mitgetragen werden. So kommt es, dass in Kindertagesstätten Elemente der Reggio-Pädagogik zu finden sind (wie etwa Spiegelzelte, Spiele mit Licht und Schatten oder kleine Projekte), wesentliche Grundlagen für eine konstruktive und systematische Begleitung der Kinder auf ihren Wegen aber häufig fehlen.

Berliner-Modell

Das Berliner Modell ist kein eigenes Kindergartenkonzept, es gliedert den Verlauf der Eingewöhnung in mehrere Abschnitte. Die Eltern sind länger in der Einrichtung, so dass das Kind einen sehr weichen Übergang in die Kindergartenzeit bekommt. Vor der Aufnahme in den Kindergarten steht in der Regel ein ausführliches Aufnahmegespräch, in dem der Erzieher über Ernährung, Schlafgewohnheiten und Spielverhalten des Kindes informiert wird. In der dreitägigen Grundphase wird das Kind in die Einrichtung begleitet und die Erzieher nehmen Kontakt zu ihm auf. Am vierten Tag verlässt das Elternteil die Einrichtung das erste Mal für eine halbe Stunde. Die folgende Reaktion des Kindes entscheidet über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Die Eingewöhnungszeit kann bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen. Das Kind lernt dabei den Bezugserzieher als Bindungsperson kennen. Dadurch entsteht ein sehr enger persönlicher Kontakt, der das Sicherheitsempfinden gerade kleinerer Kinder fördert. Ist diese Bindungsperson krank, im Urlaub oder anderweitig nicht anwesend, kann diese enge Bindung zu Unsicherheiten führen. Studien haben belegt, dass Kinder, die nach diesem Modell eingewöhnt werden, weniger krank sind.

Worauf Eltern noch achten sollten

Unabhängig von den pädagogischen Konzepten muss der Kindergarten auch zu den Eltern passen. Deshalb sollten sie bei der Suche nach den richtigen Einrichtungen auch noch folgende Dinge beachten:

– Wohnort- oder Arbeitsplatznähe: Wie weit ist der Kindergarten entfernt, kann das Kind ab einem gewissen Alter auch mit dem Lauf- oder Fahrrad fahren oder muss immer der Buggy oder der Bus genommen werden? Oder soll der Kindergarten so nah sein, dass das Kind den Weg zu Fuß schafft?
– Öffnungszeiten: Stimmen die Öffnungszeiten des Kindergartens mit den Arbeitszeiten der Eltern überein? Gibt es einen Notdienst in den Ferien? Ist das überhaupt notwendig oder arbeitet sowieso nur ein Elternteil?
– Elternmitarbeit: Wie viel Zeit wollen oder können die Eltern in die Mitarbeit investieren?
– Kontakt zu anderen Eltern: Wie groß ist der Wunsch nach einem Kindergarten, in dem die Eltern viel Zeit mit anderen Eltern verbringen und somit schnellen Anschluss finden?
– Kosten: Welcher Betrag muss monatlich aufgewendet werden für Grundbetreuung, Zukaufstunden, Ernährung, Ausflüge und so weiter?

Die Reggio-Pädagogik. Entstehung, Prinzipien und Umsetzung

Inhaltsverzeichnis

1. Die Entstehung des Ansatzes

2. Die Didaktischen Prinzipien der Reggio-Pädagogik

3. Das Bild vom Kind

4. Der Bildungsanspruch der Reggio-Pädagogik

5. Die Rolle der Erzieherin in der Reggio-Pädagogik

6. Die Auswirkung des Ansatzes auf die Gestaltung und Organisation der Einrichtung

7. Die Funktion des Ansatzes im gesellschaftlichen Ganzen

8. Das Fazit

9. Die Kritik

10. Quellenverzeichnis

1. Die Entstehung des Ansatzes

Zwischen 1919 und 1929 kam es in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia zur Gründung verschiedener Kommunaler Kindergärten. In dieser Zeit befanden sich die meisten Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. 1962 bis 1973 entwickelte sich die eigentliche Reggio- Pädagogik.

Loris Malaguzzi, war ab 1950 in der psychologisch- pädagogischen Beratungsstelle in Reggio Emilia als Pädagoge angestellt. Er übernahm 1963 die Leitung sämtlicher kommunalen Institutionen für Kinder von null bis sechs Jahren.

Loris Malaguzzi gilt als bekanntester Vertreter der Reggio- Pädagogik.

Mit seinen Gedanken und Ansätzen gestaltete er die Reggio- Pädagogik und setzte sie in den Kindergärten praktisch um.

Einem breiten Publikum wurde die Reggio- Pädagogik mit ihren Zielen und Ideen auf einem großen pädagogischen Kongress im Jahr 1990 vorgestellt.

1991 zeichnete die Zeitschrift Newsweek die reggianischen Kindergärten als beste vorschulische Einrichtung der Welt aus.

Vrg 1: Gartinger, Silvia/ Janssen, Rolf (2014) S. 294

2. Die Didaktischen Prinzipien der Reggio-Pädagogik

Die Projektarbeit spielt in der Reggio- Pädagogik eine wesentliche Rolle.

Das Kind sammelt Erfahrungen, die durch das aktive Sich- Auseinandersetzen mit seiner Umwelt entstehen. Diese Erfahrungen werden wiederum als Erkenntnis in die Auseinandersetzung mit der Umwelt eingebracht.

Projekte entstehen aus den unterschiedlichsten Anlässen und sind fester Bestandteil des Alltags.

Es gibt nicht nur Projekte sondern auch andere Aktivitäten, in denen die Kinder sich entdecken, entfalten und weiterentwickeln können. Diese Aktivitäten wären zum Beispiel Spielhandlungen und / oder Gemeinschaftshandlungen.

Vrg. 2 Gartinge, Silvia/ Jannsen, Rolf (2014) S. 297

3. Das Bild vom Kind

In ihrer pädagogischen Arbeit wird jede Erzieherin von dem Bild, das sie sich vom Kind macht, bewusst oder unbewusst beeinflusst.

Die Reggianer erkannten diese Wirkung von Anfang an, dies führte zu einem intensiven Austausch über das Bild des Kindes. Ziel dieser Diskussion war es, der eigenen Person sowie der Öffentlichkeit das der pädagogischen Praxis zugrunde liegende Bild vom Kind klar und deutlich zu machen.

Das Ergebnis dieser Diskussion zeigte ein ganz neues Bild vom Kind auf, diese Vorstellung unterschied sich in vielen Aspekten von den damaligen Kinderbildern.

– Das Kind besitzt eine eigene Identität und Kultur, ist ein vollwertiges menschliches Wesen.
– Die Möglichkeiten über die das Kind verfügt werden in der Regel nicht ausgeschöpft.
– Das Kind will die eigenen Optionen entwickeln und zum Ausdruck bringen.
– Das Kind gestaltet aktiv sein Wissen.
– Das Kind entdeckt und forscht.
– Das Kind ist ein soziales Individuum.
– Das Kind kann sich auf differenzierte Art und Weise ausdrücken.
– Das Kind kennt andere Zeiten, denn es nimmt diese anders wahr.

Diese pädagogische Praxis sollte so gestaltet werden, dass die Kinder die Möglichkeit erhalten, sich auf vielfältiger Weise auszudrücken. Den Erzieherinnen und Erzieher wird dadurch die Chance gegeben das Bild von Jeweiligen Kind zu korrigieren. Das ebnet den Weg zu einem immer besseren Verständnis des Kindes.

Vgl. (Brockschneider, Franz-Josef, S. 29, Kindergarten heute)

Durch das Gedicht „Die hundert Sprachen des Kindes“ (Loris Malaguzzi) wird das in der Reggio – Pädagogik bestehende Bild vom Kind besonders deutlich.

Die hundert Sprachen des Kindes

Ein Kind ist aus hundert gemacht.

Ein Kind hat Hundert sprachen Hundert Hände Hundert Gedanken Hundert Weisen zu denken, zu spielen und zu sprechen.

Immer hundert Weisen zuzuhören zu staunen und zu lieben hundert Weisen zu singen und zu verstehen hundert Welten zu entdecken hundert Welten zu erfinden hundert Welten zu träumen.

Ein Kind hat hundert Sprachen doch es werden ihm neunundneunzig geraubt. Die Schule und die Umwelttrennen ihm den Kopf vom Körper. Sie bringen ihm bei ohne Hände zu denken ohne Kopf zu handeln ohne Vergnügen zu verstehen ohne sprechen zuzuhören zu lieben und zu staunen nur Ostern und Weihnachten zu lieben und zu staunen.

Sie sagen ihm, dass die Welt bereits entdeckt ist und von hundert Sprachen rauben sie ihm neunundneunzig.

Sie sagen ihm, dass das Spielen und die Arbeit die Wirklichkeit und die Phantasie die Wissenschaft und die Vorstellungskraft der Himmel und die Erde die Vernunft und der Traum Dinge sind, die nicht zusammen gehören. Sie sagen also, dass es die hundert Sprachen nicht gibt. Das Kind sagt: „Aber es gibt sie doch.“

( Gartinger Silvia, jannsen Rolf 2014, S. 295)

4. Der Bildungsanspruch der Reggio-Pädagogik

„Im „Regolamento“, der Satzung in Reggio Emilia, werden die Ziele der Einrichtungen beschrieben, die auch die Ziele der Reggio – Pädagogik darstellen Darin heißt es“:

(Gartinger Silvia, Jannsen Rolf 2014, S. 296)

„Die Krippe und der Kindergarten tragen zur ganzheitlichen Entwicklung der Kinder bei, indem sie ihre intellektuellen, sozialen und affektiven Fähigkeiten unterstützen. Auch auf diese Weise wird den Kindern eine reiche und harmonische Erfahrung ihres Lebens ermöglicht.“

(Dreier, Annette 2010, S. 57, zitiert nach Gartinger Silvia, Jannsen Rolf 2014, S.296)

Zentrale Ziele der Reggio – Pädagogik sind:

– Die Freude am Lernen
– Identitätsaufbau
– Die Entfaltung der Persönlichkeit
– Die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten und Begabungen
– Verantwortungsbewusstsein
– Sozialkompetenzen

Auch das Lernen sollen die Kinder lernen. Sie sollen eine Vorstellung davon bekommen, wie Wissen entsteht und wie es gebraucht werden kann.

Festgefahrenes Wissen wird nicht vermittelt, sondern die Kinder erarbeiten

sich dies in Kooperation mit den Erwachsenen selbst.

Die Gemeinschaft nimmt in der Reggio – Pädagogik eine wichtige Rolle ein.

Autonomie, Solidarität, Kritikfähigkeit, Urteilskraft, Kooperation, soziales Verhalten, Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen mit und ohne Beeinträchtigung sollen in der Auseinandersetzung mit anderen in einer Gruppe erworben werden.

Ein besonderes Auge wird auf die Freiheit und Individualität der Kinder und der Pädagogen geworfen. Es soll ein Wir- Gefühl entstehen. Doch dass kann nur dann geschehen, wenn das Kind sein Ich und seine eigene Persönlichkeit entwickeln kann und darf. Ernorm wichtig sind auch die Rechte der Kinder. Wer über Rechte verfügt, besitzt einen anderen Status. Kinder beleben und steuern den Prozess der Erziehung, sie sind nicht Gegenstand von Erziehung.

Die Reggio- Pädagogik ist nicht kopierbar. Sie muss mit all ihren Zielen für die die jeweiligen Institutionen individuell konzipiert und angepasst werden.

Vgl. (Silvia, Jannsen Rolf 2014, S.296)

5. Die Rolle der Erzieherin in der Reggio-Pädagogik

Vorweg ist zu erwähnen, dass Malaguzzi nicht von der „Rolle der Erzieherin“ spricht sondern allgemein von der „Rolle der Erwachsenen“.

Alle Erwachsenen sind am Bildungsprozess des Kindes beteiligt, die Eltern wie auch die Erzieher/innen. Deshalb ist der Aufbau einer stabilen Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen wichtig um eine emotionale Sicherheit zu bieten.

Denn nur durch einen emotionalen Schutz können Lernprozesse in Gang gesetzt und die Talente der Kinder erkannt und gefördert werden.

Die Erwachsenen gestalten Projekte, Materialien und dergleichen.

Durch dieses gemeinsame Schaffen wird eine positive Grundstimmung kreiert. Bildung und Erziehung wird zur Aufgabe aller Beteiligten, den Erzieherinnern den Kindern und deren Eltern. In diesem Punkt ist es besonders sinnvoll, wenn die Erwachsenen die Haltung und Hintergründe der Reggio Pädagogik verstehen und unterstützen.

Folgende Aspekte sollten bei der Fachkraft an primärer Stelle stehen:

Freude, Engagement, Achtung, Neugierde, Offenheit, Geduld, Einfühlungsvermögen, Wertschätzung und Zurückhaltung.

Die Fachkraft muss sich mit dem was sie tut wohlfühlen und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren.

Die Rolle der Fachkraft:

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