Rauchverbot auto deutschland

Rauchen im Auto ist in Deutschland zwar nicht verboten, es gibt aber Situationen, da kann die Kippe durchaus teuer werden. Auch die Ablenkungsgefahr durch Zigaretten ist nicht zu unterschätzen. Folgende Regeln sollten Sie beachten.

  • Die Bundesländer wollen das Rauchen im Auto verbieten.

  • Entsprechender Gesetzesentwurf wurde beim Bundestag eingebracht.

  • Geplantes Bußgeld bis zu 3000 Euro

Rauchen im Auto ist aktuell in Deutschland nicht verboten. Wenn Sie allerdings eine Zigarette aus dem Auto werfen, verschmutzen Sie die Umwelt und müssen folglich mit einer Geldstrafe rechnen. Hier wird ein Verwarnungsgeld von 20 bis 50 Euro fällig.

Diese leichtsinnige Handlung kann aber auch schlimmere Folgen haben: Bei schneller Fahrt kann es passieren, dass die Zigarette einem Motorradfahrer durch den Fahrtwind direkt vor das Visier geweht wird. Wenn dieser erschrickt, stürzt und sich verletzt, macht sich der leichtsinnige Raucher der fahrlässigen Körperverletzung schuldig.

Achtung: Herunterfallende Zigarette

Während eines heißen Sommers können durch achtlos aus dem fahrenden Auto geworfene Zigaretten im schlimmsten Fall sogar Waldbrände verursacht werden. In diesem Fall handelt es sich um eine Straftat, die eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nach sich ziehen kann.
Gefährlich wird es auch, wenn dem rauchenden Autofahrer selbst die Zigarette herunterfällt. Bückt er sich danach, vernachlässigt er seine Aufmerksamkeit im Straßenverkehr und kann somit einen Unfall verursachen. Ein derartiges Verhalten können Versicherungen als „grob fahrlässig“ werten und den Raucher an den Unfallkosten beteiligen.

In Deutschland erlaubt, im Ausland teils verboten

In Deutschland gibt es aus rechtlicher Sicht kein Verbot für das Rauchen am Steuer. Diese Freiheit hat jeder Fahrer. Das gilt selbst dann, wenn Kinder mit an Bord sind. In Österreich, Frankreich oder Griechenland hingegen gibt es Rauchverbote am Steuer in verschiedenen Ausprägungen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jeder Verkehrsteilnehmer ist dazu angehalten, sich voll und ganz auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, denn Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr kann drastische Folgen haben. Und eine Zigarette am Steuer kann entscheidend ablenken. Außerdem schadet das Rauchen nicht nur der Gesundheit des Fahrzeugführers, sondern auch der seiner Mitfahrer. In diesem Sinne bitten wir Sie: Nehmen Sie als Raucher Rücksicht auf Ihre Mitfahrer, insbesondere auf Kinder.

Text: Juristische Zentrale

Rauchverbot im Auto

Über das, was Autos an Schadstoffen in die Umwelt entlassen, wird überall heftig diskutiert und vor allem heftigst reglementiert. Aber Regelungen, was Autofahrer im Fahrzeug zum Beispiel durchs Rauchen an Schadstoffen freisetzen dürfen, gibt es im Europa nur wenige. In einigen europäischen Ländern gelten allerdings erste Rauchverbote in Autos (siehe unten). Nun wollen auch in Deutschland immer mehr Bundesländer ein Rauchverbot in Autos durchsetzen. Allerdings kein Generelles, sondern ersteinmal nur für den Fall, wenn Minderjährige oder Schwangere im Fahrzeug sind.

Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein kündigten dazu nun eine Initiative im Bundesrat an. Bereits im Oktober 2018 hatten sich die Gesundheitsminister der Länder für ein Rauchverbot stark gemacht. Allerdings scheinen die Probleme bei der Umsetzung und Kontrolle aktuell noch nicht lösbar.

Erste europäische Länder machen Ernst

Wie der ÖAMTC mitteilt, trat in Österreich zum 1. Mai 2019 ein neues Rauchverbot in Pkw in Kraft. Das Rauchverbot greift dann, wenn sich mindestens eine Person unter 18 Jahren im Fahrzeug befindet. Für Verstöße ist laut österreichischem Gesundheitsministerium eine Strafe von 50 Euro vorgesehen, der ÖAMTC spricht von bis zu 1.000 Euro Strafe im Wiederholungsfall. Im Mai soll nur kontrolliert und gegebenenfalls abgemaht werden, ab Juni werden dann Strafen verhängt.

In anderen europäischen Ländern hingegen gibt es solche Rauchverbote bereits schon länger.

  • Italien: In Italien gilt das Rauchverbot im Pkw dann, wenn Schwangere oder Minderjährige mitfahren. Die Höhe der Strafe ist vom Alter des Kindes abhängig: 500 bis 5.000 Euro, wenn Kinder unter 12 Jahren und Schwangere an Bord sind, 250 bis 2.500 Euro bei Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren.
  • Frankreich: In Frankreich ist das Rauchen in Kraftfahrzeugen in Gegenwart von Kindern unter achtzehn Jahren verboten und wird mit 68 Euro Strafe geahndet.
  • England und Wales: Hier ist das Rauchen im Pkw verboten, wenn Personen unter 18 Jahren im Fahrzeug sind. Verstöße kosten 50 Pfund Strafe (umgerechnet etwa 56 Euro). Eine Ausnahme gilt für Cabrios mit offenem Verdeck.
  • Schottland: In Schottland darf in Auto nicht mehr geraucht werden, wenn Personen unter 18 Jahren an Bord sind. Das Rauchverbot gilt sowohl für den Fahrer als auch für sämtliche Mitreisende, unabhängig davon, ob Fenster oder ein Schiebedach geöffnet sind. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe von 100 Pfund (ca. 114 Euro) rechnen. E-Zigaretten sind nicht betroffen.
  • Irland: In Irland ist das Rauchen im Fahrzeug untersagt, wenn Kinder unter 18 Jahren mitfahren. Verstöße werden mit einer Strafe ab 100 Euro geahndet. Missachtet der Fahrer ein entsprechendes Haltesignal der Polizei, kann die Strafe auf bis zu 1.000 Euro angehoben werden.
  • Griechenland: Das Rauchverbot gilt, wenn Kinder unter 12 Jahren mitfahren. Die Regelung gilt in privaten Pkws, in Taxen sowie in öffentlichen Bussen. Es droht eine Strafe von bis zu 1.500 Euro. Wird in einem öffentlichen Verkehrsmittel geraucht (Fahrer oder Passagier), droht dem Fahrer eine Strafe in Höhe von bis zu 3.000 Euro sowie ein Fahrverbot von einem Monat, wenn Kinder unter 12 Jahren im Fahrzeug anwesend sind.
  • Zypern: In Zypern gilt das Rauchverbot, wenn Minderjährige unter 16 Jahren mitfahren. Bei einem Verstoß werden Strafen bis 85 Euro fällig.

Außerhalb Europas bestehen Rauchverbote in Pkws bei Anwesenheit von Kindern u.a. in einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten, kanadischen Provinzen sowie in Australien und Südafrika.

In Deutschland wird schon lange über ein Rauchverbot in Autos diskutiert. Eine gesetzliche Regelung zum Rauchverbot am Steuer gibt es in Deutschland trotzdem nicht.

Fazit

Dass heutzutage Kinder und Schwangere, sofern diese nicht selbst schon oder immer noch rauchen, nur per Gesetz vor Rauch im Auto geschützt werden müssen, ist ein echtes Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Dass es die Politik jedoch nicht schafft solch ein offensichtlich notwendiges Gesetz durchzubringen, ist ein noch viel Größerers.

Uli Baumann, Marcel Sommer 19.09.2019

Zigarette aus, wenn Schwangere oder Kinder im Auto sind – dafür machen sich mehrere Bundesländer stark. Die Vertreter der Länder wollen das Nichtraucherschutzgesetz ändern und haben einen Gesetzentwurf im Bundesrat eingebracht.

Die Länder wollen dem Beispiel anderer EU-Staaten folgen und Rauchen im Auto bei Verkehrskontrollen stärker überprüfen.

Der Gesetzentwurf wird jetzt über die Bundesregierung dem Bundestag zugeleitet. Das Parlament muss dann entscheiden, ob es den Vorschlag der Länderkammer aufgreifen will. Das kann aber noch Monate dauern.

Bußgelder von 500 bis 3.000 Euro?

Bei einem Verstoß gegen das Rauchverbot soll ein Bußgeld von 500 bis 3.000 Euro fällig werden. Das alles, um die Folgen von Passiv-Rauchen für Minderjährige beziehungsweise Ungeborene einzudämmen.

Die Bundesärztekammer sagt, der Vorstoß sei längst überfällig. Für einige Unbelehrbare sei das Rauchen noch immer Ausdruck von Freiheit und Individualität. Der Staat müsse bei fehlender Einsicht der Bürger eingreifen.

Polizeigewerkschaft: zu wenig Personal

Die Gewerkschaft der Polizei ist der Ansicht, dass es nicht genug Personal gibt, um die nötigen Kontrollen durchzuführen. Und der Automobilclub ADAC bezweifelt, dass das Verbot überhaupt in der Praxis kontrollierbar ist.

Ein ADAC-Sprecher sagt, rauchen im Beisein von Minderjährigen müsse gesellschaftlich geächtet werden. Die Sensibilität dafür sei in Deutschland aber schon jetzt sehr hoch.

Die Verbotsbefürworter verweisen auf Staaten wie Italien, Österreich und Frankreich, in denen das schon gängige Praxis ist. Aber wie gut funktioniert das dort wirklich? Hören Sie mal rein:

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.