Rauchen im auto

Rauchverbot: Bundesländer wollen Rauchen im Auto verbieten

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Düsseldorf. Seit 2007 darf in deutschen Gaststätten nicht mehr geraucht werden, so schreibt es zumindest das Nichtraucherschutzgesetz vor. Ausnahmen gibt es nur in Lokalen die kein Essen anbieten oder einen abgetrennten Raucherbereich haben. Immer noch erlaubt ist die Zigarette bei privaten Autofahrten.

Das will die Regierung in Nordrhein-Westfalen jetzt ändern und am 20. September eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen, die das Rauchen in Autos verbietet – zumindest in denen Minderjährige oder Schwangere sitzen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf am Mittwoch mit.

Anschließend werde der Vorschlag in den zuständigen Ausschüssen der Länderkammer beraten. Bereits im März hatten alle nordrhein-westfälischen Landtagsfraktionen außer der AfD in einem gemeinsamen Antrag ein solches Rauchverbot gefordert .

Mitfahrer können sich den Gefahren des Passivrauchens nicht entziehen

„Es ist unverantwortlich, wenn Menschen in Gegenwart von Kindern oder Schwangeren in Autos rauchen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Ungeborene Kinder und Minderjährige können sich hier nicht den Gefahren entziehen, die mit dem Passivrauchen einhergehen.“

Zu den Risiken gehörten Schädigungen der Lunge, ein erhöhtes Krebsrisiko und Wachstumsstörungen. Der Staat habe eine besondere Schutzpflicht für diejenigen, die sich nicht selbst schützen könnten, sagte Laumann.

Gesundheitsminister und Mediziner fordern bundesweite Regelung

Es brauche eine bundesweite Regelung, betonte der Gesundheitsminister. „Es wäre wenig zielführend, wenn ich mich als Autofahrer zunächst mit 16 verschiedenen Gesetzen der Bundesländer auseinandersetzen muss, bevor ich mich mit meinem Auto über Ländergrenzen hinwegbewege.“

Bereits im Oktober 2018 forderte die Gesundheitsminister aller Bundesländer ein Rauchverbot in Autos mit Kindern. Im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz baten sie die Bundesregierung, ein deutschlandweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen mit Minderjährigen und Schwangeren einzuführen.

Die Gesundheitsministerinnen aus Bremen und Niedersachsen hatten ebenfalls im April für ein Rauchverbot in Autos geworben. Auch aus medizinischer Sicht sei ein Zigarettenverbot im Auto erforderlich, da das Passivrauchen im geschlossenen Fahrzeug nachweislich Herz und Kreislauf belasten kann. Gerade Kinder die Tabakrauch ausgesetzt werden, hätten ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko, an Asthma, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken.

Vergleichbare Rauchverbote gibt es nach Ministeriumsangaben unter anderem schon in Österreich, Italien, Frankreich, England und Griechenland. (dpa/mir)

Wie oft sind Ihnen in jüngster Zeit im Straßenverkehr Autos aufgefallen, in denen geraucht wurde, während hinten drin Kinder saßen? Sie erinnern sich nicht? Geht mir genauso.

Dennoch wird dieser Kombination jetzt von Gesetzes wegen der Kampf angesagt. Am Freitag steht im Bundesrat eine Gesetzesinitiative auf dem Programm, die das Rauchen in Pkw verbieten will, wenn Kinder oder Schwangere an Bord sind.

Rauchfreie Umgebungen für Kinder und Ungeborene sind natürlich zweifelsohne wünschenswert. Aber sind sie nicht auch nahezu durchgängig üblich? Hat sich wirklich irgendwo noch nicht herumgesprochen, dass Nikotinqualm ausgesprochen gesundheitsschädlich ist? Wo also soll sich der entsprechende Nutzen dieser Gesetzgebungsanstrengung niederschlagen?

Wer so denkt und fragt, dem kommt das Gesetzesvorhaben, das auch von Berlin unterstützt wird, wie eine überflüssige Anstrengung vor. Fast ist man geneigt, die entsprechenden Mitwirkenden aufzurufen, sich dafür doch bitte in ihrer Freizeit zu engagieren.

Das Rauchverbot für Pkw ist – das gehört zur Wahrheit dazu – keine Erfindung aus Deutschland. Es gibt das bereits in mehreren Ländern, darunter Griechenland, Italien oder auch Österreich, und mancherorts sind Geldstrafen von bis zu 5000 Euro möglich. Das mag in den Ohren von Haushältern verlockend klingen. Aber das allein ist ja auch kein Grund für irgendwas.

Was ist mit Cabrios?

Nun muss man gar nicht erst die Frage bemühen, wer denn bei welchen Gelegenheiten dieses Verbot kontrollieren soll. Oder was mit Cabriofahrern ist. Oder was mit Schwangeren, die selbst rauchen. Oder ob Verkehrskontrolleure lernen müssen nachzuweisen, dass eine Frau schwanger ist und nicht nur eine Wampe hat. Das könnte alles höchst schwierig werden.

Man könnte auch ganz grundsätzlich finden, dass der Staat nur dort Verbote erlassen sollte, wo sie unvermeidbar sind. Und nicht auch schon dort, wo Anstand, Vernunft und Verantwortungsgefühl Anlass genug geben (sollten), sich auch ohne gesetzgeberischen Druck so zu verhalten, wie ein Gesetzgeber es sich wünschen würde.

Wer Kinder umfassend vor den Folgen des Passivrauchens schützen will, der kann sich ohnehin nicht mit Autos begnügen. Wie lange sitzt so ein Mensch schon mit einem Kind an Bord im Auto? Viel länger halten Menschen sich doch in Wohnungen und Häuser auf. Dann muss man da ran.

Tabakwerbung wird auch nicht verboten

Und wenn man schon dabei ist, kann man das Rauchen auch gleich ganz verbieten. Ist doch ohnehin für den Einzelnen ausschließlich schädlich – und für die Gemeinschaft ein enormer Kostenfaktor. Stattdessen bekommt Deutschland auf Druck der geneigten Lobby bis dato nicht mal ein Tabakwerbeverbot geregelt. Aber dem Einzelnen ins Auto regieren – das soll gehen?

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Schutz vor Passivrauchen Länder wollen Rauchen im Auto mit Kindern verbieten

Zum Schluss noch eine andere Frage: Wie oft haben Sie in jüngster Zeit Kinderwagen oder gar schwangere Frauen gesehen, die an mehrspurigen Straßen entlang unterwegs waren? Zu Hauptverkehrszeiten? Bei Stau und ohne Wind? So mitten im Auspufffeinstaubriesel also? Sollte man hier vielleicht auch mal mit einem Verbot ran?

Rauchen im Auto soll verboten werden. © dpa

Rauchen schadet. Das ist bekannt. Deshalb wollen es einige Bundesländer mit einer Gesetzesinitiative verbieten, wenn Kinder und Schwangere im Auto sitzen.

Wer auf der Rückbank im Auto sitzt, ist Zigarettenrauch schutzlos ausgeliefert. Wenn es nach dem Willen mehrerer Bundesländer geht, gehören vollgequalmte Autos aber schon bald der Vergangenheit an. „Gerade Kinder tragen eine Reihe gesundheitlicher Folgen vom Passivrauchen davon“, sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann. Für die SPD-Politikerin ist klar, dass Jugendliche vor dem schädlichen Qualm geschützt werden müssen.


Eine entsprechende Gesetzesinitiative wollen Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein am Freitag in den Bundesrat einbringen. „Der Bund muss endlich handeln und die entsprechenden Regelungen umsetzen“, fordert Ministerin Reimann. Geändert werden soll das Nichtraucherschutzgesetz. Wenn Schwangere und Kinder im Auto sitzen, sollen Zigaretten tabu sein. Bei Verstößen würden dann Bußgelder von 500 bis 3000 Euro drohen.

Rauchen im Auto nicht hinnehmbar

Für den Ulmer Lungenfacharzt Michael Barczok ist das Rauchen im Auto immer besonders problematisch und sollte grundsätzlich unterbleiben. „Sind Dritte betroffen, die gar noch an einer Atemwegserkrankung leiden oder aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung besonders gefährdet sind, ist dies nicht hinnehmbar“, sagt Barczok als Sprecher für den Bundesverband der Pneumologen. Es sei bekannt, dass beim Rauchen in geschlossenen Räumen hohe Mengen an Luftschadstoffen – insbesondere Feinstaub und giftige Stickoxide – freigesetzt würden. Und im Auto gebe es trotz Lüftung hohe Belastungsspitzen.

„In verbranntem Tabak sind rund 90 nachgewiesene toxische oder krebserregende Substanzen enthalten“, heißt es auch in der Begründung der Länderinitiative. Die Konzentration dieser Giftstoffe sei im abgegebenen Rauch sogar höher als im aktiv inhalierten. Passivrauchen ist demnach noch schädlicher als aktives Rauchen durch den Filter.

Gesundheitliche Folgen bei Kindern

Die Länder verweisen auf Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, nach denen bei Kindern eine Reihe von gesundheitlichen Folgen beobachtet werden – ein gesteigertes Risiko für den plötzlichen Kindstod gehört dazu. Nach Schätzungen des Forschungsinstituts sind rund eine Millionen Minderjährige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt.

Schon im vergangenen Oktober hatten sich die Gesundheitsminister der Länder für ein bundesweites Rauchverbot in Autos ausgesprochen, in denen Minderjährige und Schwangere mitfahren. Weil der Bund den Forderungen der Gesundheitsministerkonferenz laut Carola Reimann nicht nachgekommen ist, machen die Länder jetzt Druck. „Ich hoffe sehr, dass sich weitere Bundesländer unserer Forderung anschließen“, sagte Reimann mit Blick auf die Sitzung der Länderkammer am Freitag.

ADAC gegen Gesetz

Der ADAC verweist darauf, dass das Auto ein nicht-öffentlicher Raum sei, in dem die Insassen selbstverantwortlich handeln sollten. „Dabei versteht sich von selbst, dass man nicht raucht, wenn Kinder im Auto sind“, sagte Sprecherin Alexandra Kruse. Für den Automobilclub ist fraglich, ob ein Gesetz die Situation verbessern würde. „Wir zweifeln daran, weil es sehr schwierig ist, den Sachverhalt wirkungsvoll zu kontrollieren“, sagte Kruse.

Bedenken zur Umsetzbarkeit entgegnet das Gesundheitsministerium in Hannover, dass sich ein solches Verbot leichter kontrollieren lasse als etwa beim Telefonieren mit dem Handy. Bei Verkehrskontrollen seien die Zigarette und der Qualm deutlich sichtbar und der Geruch beim Öffnen der Autos wahrnehmbar.

Polizei kann nicht kontrollieren

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) widerspricht: Die notwendigen Kontrollen seien aufgrund des eklatanten Personalmangels nicht ausreichend zu leisten, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. Rauchen sei zwar ein erhöhtes Unfallrisiko, für ihn reiche aber prinzipiell ein Verweis auf die Straßenverkehrsordnung. Darin sei von einem Verhalten die Rede, das niemanden anderen schädige und gefährde.

Die Schwierigkeit, in einem eher privaten Bereich durch gesetzliche Regelungen Verhaltensänderungen zu erzwingen, sieht auch der Lungenexperte Barczok. Auf der anderen Seite bezeichnet er es als Körperverletzung, wenn etwa vor Kindern geraucht wird. „Würde man dem Begriff der Körperverletzung dafür gelten lassen, bräuchte man kein spezielles Gesetz, sondern müsste sich nur auf die geltende Regelung berufen“, meint der Facharzt. (dpa)

Kinder an Bord – Rauchen im Auto soll verboten werden | BR24

Florian Herrmann, Chef der Staatskanzlei und bayerischer Bundesratsminister, hält es für absurd, dass es überhaupt ein Gesetz braucht. „Denn jeder normale Mensch muss eigentlich einsehen, dass das Rauchen im Auto, wenn Kinder drinsitzen, absolut gesundheitsschädlich ist. Aber es sind immer noch zu viele, die offenbar nicht so weit denken und deshalb muss sich der Staat an die Seite der Kinder stellen.“ Deshalb unterstütze Bayern den Gesetzentwurf, sagt der CSU-Politiker.

Bußgeld: 500 bis 3.000 Euro

Darüber muss nun der Bundestag abstimmen. Der Gesetzentwurf der Länder sieht Folgendes vor: Wer im Auto raucht, wenn Kinder oder Schwangere dabei sind, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 500 bis 3.000 Euro rechnen. Gerade in Autos seien Minderjährige und ungeborene Kinder den Gefahren einer gesundheitlichen Schädigung besonders ausgesetzt, steht im Gesetzentwurf. Nirgendwo sonst sei die Schadstoffkonzentration in der Luft so hoch und damit das Passivrauchen so gesundheitsschädigend wie als Mitfahrer.

Schadstoffkonzentration: Im Auto höher als in verrauchter Bar

Die Länder verweisen auf Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums. Danach ist die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünfmal so hoch wie in einer verrauchten Bar. Bei Kindern kann eine Reihe von gesundheitlichen Folgen beobachtet werden. Dazu gehört unter anderem ein gesteigertes Risiko für den plötzlichen Kindstod. Staaten wie Großbritannien, Italien, Griechenland, Österreich und Frankreich haben bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Minderjährige mitfahren.

Umsetzung: Kritiker halten Verbot für schwer kontrollierbar

Die Bundesärztekammer bezeichnet die Initiative als überfällig. Der ADAC dagegen hält ein solches Verbot für schwer kontrollierbar. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann ist da anderer Meinung, es sei leicht zu erkennen, wenn jemand im Beisein von Kindern im Auto raucht. Außerdem hoffe er, dass allein die jetzt stattfindende Diskussion darüber einige vom Rauchen im Auto abhält.

Fünf Bundesländer planen eine Verschärfung des Nichtraucherschutzgesetzes: Rauchen im Auto soll verboten werden, sobald Minderjährige und Schwangere mitfahren. Ein Verstoß könnte Raucher bald teuer zu stehen kommen.

Hier soll es das Rauchverbot bald geben

Nordrhein-Westfalen startete die Initiative zur Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes. Dem Vorstoß schlossen sich Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. Der Grund: Der Innenraum eines Autos gleiche nach nur wenigen Minuten einer stark verrauchten Gaststätte.

Nicht durch den Filter

Und die Konzentration der giftigen Substanzen sei im Passivrauch um ein Vielfaches höher, als im eingeatmeten Rauch. Sie werden nicht erst durch den Filter der Zigarette gezogen, so das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Hohe Geldbußen

Wenn es nach diesen fünf Bundesländern geht, warten bald saftige Bußgelder auf die Raucher: Wer sich mit Minderjährigen und Schwangeren beim Rauchen im Auto erwischen lässt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 500 bis 3000 Euro rechnen.

Was die Polizei im Cuxland und ein Lungenfacharzt von dem möglichen Verbot halten, lest ihr am Samstag in der NORDSEE-ZEITUNG.

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