Quaddeln nach baden im meer

Zerkarien: Diesen Hautausschlag holen Sie sich beim Baden im See

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Wasser ohne Chlor, Bäume statt Betonplatten – und ab und zu flattert eine Ente vorbei. Baden im See kann so viel schöner sein als im Freibad. Doch mit steigenden Temperaturen lauert dort auch ein Gesundheitsrisiko: der sogenannte Badeausschlag (Dermatitis).

Oft merken Betroffene gar nicht, dass sie sich den unangenehm juckenden Hautausschlag beim Baden zugezogen haben. Viele glauben, nur von einer Mücke oder einem anderen Insekt gestochen worden zu sein. Tatsächlich verursachen aber Larven von Saugwürmern, Zerkarien genannt, den Juckreiz.

Die ausgewachsenen Würmer nisten sich als Parasiten in den inneren Organen von Wasservögeln ein. Über sie gelangen die Larven in den See. Wer dort schwimmt, ahnt meist nicht, dass gerade mikroskopisch kleine Larven versuchen, sich in die Haut zu bohren.

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Dabei kann es zu einer allergischen Reaktion kommen: Es bilden sich rote Flecken, die laut dem Brandenburger Gesundheitsministerium nach 24 Stunden einen Durchmesser von etwa einem halben Zentimeter erreichen können. In den Tagen danach bilden sich juckende Quaddeln, die erst nach zehn bis 18 Tagen abklingen.

Besonders sensible Menschen leiden bei der Badedermatitis manchmal auch unter Übelkeit, Fieber und Erbrechen. Auch Schockzustände können auftreten. Das Gesundheitsministerium rät, in diesem Fall einen Notarzt zu verständigen.

Sonnencreme kann helfen

Die Behörden sind nicht verpflichtet, die Badegewässer auf Zerkarien zu untersuchen. Ob die Larven in einem See vermehrt zu finden sind oder nicht, sagt nichts über die Wasserqualität aus.

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Besonders häufig treten die Larven im Hochsommer auf, wenn die Temperaturen lange über 20 Grad bleiben. Zerkarien finden sich vor allem in Gewässern, an denen viele Wildvögel leben. Die Larven halten sich vor allem an der Wasseroberfläche auf.

Wer sich schützen will, sollte Uferzonen und schilfreiche Bereiche meiden. Vor dem Baden hilft auch ein Griff zur wasserabweisenden Sonnencreme. Sie erschwert den Larven das Eindringen in die Haut. Nach dem Schwimmen hilft das schnelle und gründliche Trocknen der Haut und das Wechseln von Badeanzug oder -hose.

Sollten sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen rote Flecken oder Quaddeln bilden, können entzündungshemmende oder juckreizstillende Cremes erst einmal Linderung verschaffen. Anschließend sollte ein Arzt aufgesucht und das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Egal, wie sehr es juckt – die Quaddeln sollten nicht aufgekratzt werden, weil es dann zu Sekundärinfektionen kommen kann.

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Wer danach wieder schwimmen geht und erneut befallen wird, muss mit einer verstärkten Hautreaktion rechnen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

Angst um sein Leben muss aber niemand haben. Die Hautkrankheit ist seit Langem bekannt und verläuft in der Regel unkompliziert. Tödlich endet das Ganze nur für die Larven. Sie können sich nicht zu Würmern entwickeln, weil der Mensch dafür nicht der richtige Wirt ist. Die Larven sterben in der Haut ab.

Badedermatitis: So entsteht sie, so schützen Sie sich vor ihr

Wenn sich nach dem Schwimmen im Badesee stark juckende Pusteln auf der Haut bilden, kann dahinter eine Badedermatitis stecken. Wie diese entsteht und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Saugwürmer leben nicht nur in tropischen Gewässern, sondern auch in deutschen Badeseen. Als Larve werden sie als Zerkarien bezeichnet. Der mit dem bloßen Auge nicht zu erkennende Parasit befällt normalerweise Wasservögel, gelegentlich bohrt er sich aber auch in die Haut von Menschen. Bei ihnen kann er die sogenannte Badedermatitis (Zerkariendermatitis) auslösen.

Badedermatitis: Das sind die Symptome

Den ersten Hautkontakt mit Zerkarien bemerken Schwimmer meist gar nicht. Die Immunabwehr tötet die Eindringlinge schnell ab. Daraus resultiert jedoch eine Sensibilisierung, die bei einem zweiten Kontakt einen Hautausschlag, teilweise am ganzen Körper, verursacht. Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet. Der Ausschlag ist laut Umweltbundesamt zwar wegen des starken Juckreizes sehr unangenehm, aber in der Regel harmlos. Wenn die Quaddeln aufgekratzt werden, kann es allerdings zu Infektionen kommen.

Zu den Symptomen einer Badedermatitis zählen:

  • Die Haut prickelt, brennt und juckt (direkt nach dem Baden oder einige Tage später). Die Hautreaktion ist vergleichbar mit jener bei einem Mückenstich.
  • Kleine, rote Flecken treten innerhalb von zwölf Stunden nach dem Baden auf.
  • Bläschen und Quaddeln bilden sich an den Folgetagen.
  • Übelkeit, Fieber und Erbrechen können bei hypersensiblen Personen auftreten – in diesem Fall sollte ein Notarzt gerufen werden, rät das Umweltministerium des Landes Brandenburg.

Behandlung: Das kann bei einer Badedermatitis helfen

Die Hautveränderungen sind zu Beginn sehr unangenehm, heilen aber nach spätestens 20 Tagen ab. In der akuten Phase helfen juckreiz- und entzündungshemmende Salben, Gele oder Lotionen. Auch kalte Kompressen können eine Linderung bieten. Bei sehr starkem Juckreiz können orale Antihistaminika eingenommen werden. Betroffene sollten sich an einen Arzt oder Apotheker wenden.

An den betroffenen Hautstellen sollte nicht gekratzt werden, da sie sich andernfalls leicht infizieren können.

Zerkarien befinden sich meistens an der Wasseroberfläche

Zerkarien kommen in praktisch allen Regionen Deutschlands vor, wenn die Bedingungen für eine Vermehrung günstig sind, erklärt das Umweltbundesamt auf Anfrage von t-online.de. Die ersten Zerkarien können laut Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg im Frühsommer auftreten. Lang anhaltendes Sommerwetter mit Wassertemperaturen über 20 Grad fördern die Entwicklung der Larven. Je nach Wetterlage gibt es dementsprechend Badesaisons, in denen viele Zerkarien auftreten, aber auch welche mit wenigen.

Zur Verbreitung der Zerkarien trägt auch die Häufigkeit von Wasservögeln (Endwirt) und Wasserschnecken (Zwischenwirt) bei, heißt es aus dem Umweltbundesamt. Denn das Leben der Erreger der Badedermatitis folgt einem Zyklus: Die Parasiten befallen zunächst Wasservögel. Die Wurmeier gelangen dann durch den Vogelkot ins Wasser. Dort infizieren sie wiederum Schnecken, in denen sich die Zerkarien entwickeln. Sie werden ins Wasser ausgeschieden und suchen sich ihren Weg, um wiederum Wasservögel zu befallen.

Zerkarien können im Wasser zwei bis drei Tage überleben. Üblicherweise halten sie sich an der Wasseroberfläche auf.

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Zerkariendermatitis: So schützen Sie sich

Um sich vor einer Zerkariendermatitis zu schützen, raten das Umweltbundesamt und das Ministerium für Umwelt des Landes Brandenburg:

  • Meiden Sie flache Uferbereiche und schilfreiche Bereiche, da sich dort die Schnecken aufhalten, aus denen die Zerkarien freigesetzt werden. Gehen Sie, wenn möglich, lieber über Stege ins Wasser.
  • Tragen Sie wasserabweisende Sonnencreme auf. Diese erschwert das Eindringen der Zerkarien.
  • Füttern Sie keine Wasservögel im Badestellenbereich.
  • Duschen Sie nach dem Baden, rubbeln Sie sich mit einem Badetuch gut ab, um noch nicht in die Haut eingedrungene Zerkarien zu entfernen, und wechseln Sie Ihre Badekleidung.
  • Achten Sie auf Informations- und Warntafeln vor Ort.

Diese Krankheiten lauern außerdem im Freibad und am Badesee.

Badedermatitis: Starker Hautausschlag kann nach dem Bad im See folgen

Badedermatitis: Beim Baden im See droht ein juckender Hautausschlag
Bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen gibt es nichts schöneres, als sich beim Baden abzukühlen. Wer in einem See schwimmen geht, sollte vorsichtig sein, denn in manchen Gewässern treten vermehrt Zerkarien auf. Diese kleinen Larven können beim Menschen einen juckenden Hautausschlag auslösen.

Hautausschlag durch winzige Larven
Wer derzeit in Badeseen für Abkühlung sorgt, läuft Gefahr sich eine Badedermatitis (Zerkariendermatitis) einzufangen. Dieser juckende Hautausschlag wird durch Zerkarien ausgelöst. Dabei handelt es sich um Larven kleiner Saugwürmer (Trematoden), die in Mitteleuropa normalerweise in den inneren Organen von Wassergeflügel leben. Mit dem Vogelkot gelangen sie ins Wasser, wo sie im Uferbereich die dort lebenden Schnecken („Zwischenwirt“) infizieren. Um sich zu schützen, sollten unter anderem bestimmte Gewässerbereiche gemieden werden.

Wer im Sommer im Badesee für Abkühlung sorgt, kann sich einen juckenden Hautausschlag zuziehen. In manchen Badegewässern sind Zerkarien verbreitet. Diese winzigen Larven können beim Menschen eine Badedermatitis auslösen. (Bild: Brocreative/fotolia.com)
Erreger können nicht mit bloßem Auge wahrgenommen werden
Wenn nach dem Badeausflug die Haut juckt und sich rote Quaddeln bilden, denken viele schnell an mögliche Insektenstiche.

Doch die Ursache für den Hautausschlag können auch Zerkarien sein. Die Erreger der Badedermatitis können mit dem bloßen Auge nicht wahrgenommen werden.

Es handelt sich dabei um mikroskopisch kleine Larven, die gelegentlich in Badegewässern, insbesondere mit einem hohen Besatz an Enten und Wasservögeln, während der Badesaison auftreten können.

Vor allem im Hochsommer bei lang anhaltendem Sommerwetter mit Wassertemperaturen über 20 Grad kann es zu einem „Ausschwärmen“ der Larven kommen, berichtet das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg in einem Informationsblatt.

Zerkarien halten sich überwiegend an der Wasseroberfläche auf. Ob die Larven in einem See vermehrt zu finden sind oder nicht, sagt nichts über die Wasserqualität aus. Laut EU-Recht sind die Behörden nicht verpflichtet, Badegewässer auf Zerkarien zu untersuchen.

Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet
Wenn sich Zerkarien in die Haut des Menschen bohren, sterben sie kurze Zeit später ab, können aber eine Dermatitis auslösen.

„Die Zerkarien- oder Badedermatitis ist eine seit langem bekannte und in der Regel unkompliziert verlaufende Hauterkrankung, die gewöhnlich auch wieder folgenlos abklingt“, schreiben die Experten.

Anfangs kommt es zu einer mückenstichartigen Lokalreaktion der Haut. Es kann zu allergischen Reaktionen kommen, unter anderem zur Bildung von roten Flecken, die nach 24 Stunden einen Durchmesser von etwa einem halben Zentimeter erreichen können.

An den Folgetagen bilden sich juckende Quaddeln, die erst nach zehn bis 18 Tagen abklingen. „Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet“, heißt es in dem Informationsblatt.

„Falls Beschwerden nach dem Baden, wie Hautreizungen oder Quaddeln auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht und das zuständige Gesundheitsamt unterrichtet werden“, so die Experten.

Bei besonders sensiblen Personen können Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Fieber und mitunter auch Schockzustände auftreten.

Dann muss laut dem Brandenburger Gesundheitsministerium ein Notarzt gerufen werden.

Das Verschlucken von Zerkarien führt übrigens nicht zu einer Erkrankung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls nicht möglich.

Uferbereiche meiden
Um sich zu schützen, sollte man Uferzonen und schilfreiche Bereiche, in denen Wasserschnecken überwiegend auftreten, meiden. Zudem sollte auf Informations- oder Warntafeln vor Ort geachtet werden.

Das Auftragen von wasserabweisenden Sonnencremes oder Vaseline erschwert das Eindringen der Zerkarien.

Nach dem Baden sollte man sich abduschen, den Körper gründlich trocken und die Badekleidung wechseln.

Treten dennoch Beschwerden auf, können entzündungs- und juckreizstillender Präparate zur Behandlung des juckenden Hautausschlags beitragen.

„Um generell die Konzentration von Zerkarien im Wasser zu verringern, sollten im Umfeld von Badestellen keine Enten gefüttert werden“, empfiehlt der Naturschutzbund (NABU) Schleswig-Holstein auf seiner Webseite.

„Je mehr Futter, desto mehr Enten, mehr Kot und mehr Zerkarien.“ (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Badedermatitis (Zerkariendermatitis)

Das Auftreten von Zerkarien steht in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität der Badeseen. (TommL / iStockphoto)

Bei der Badedermatitis handelt es sich um einen juckenden Hautausschlag, der durch Zerkarien (Larven der Saugwürmer) ausgelöst wird. Diese dringen durch die Haut ein, wo sie schon nach kurzer Zeit absterben.

Kurzfassung:

  • Es kommt zu Juckreiz nach dem Baden in Naturgewässern.
  • Verursacht wird die Badedermatitis durch die Larven des Saugwurms, die über die Haut eindringen, wo sie schon nach kurzer Zeit absterben.
  • Die Beschwerden werden symptomatisch behandelt.
  • Vorbeugen: Trocknen Sie sich nach dem Baden gut ab und wechseln Sie die Badekleidung.

Wie entsteht die Badedermatitis?

Die Hauterscheinungen werden durch die Larven des Saugwurms (Trematoden) verursacht, die sich versehentlich den Menschen als Zwischenwirt ausgesucht haben. Über den Kot von wurmbefallenen Wasservögeln, vor allem Enten, gelangen Wurmeier ins Wasser. Aus ihnen schlüpfen kleine Larven, die normalerweise eine bestimmte Süßwasserschnecke befallen.

In der Schnecke vermehren sie sich und werden nach wenigen Wochen wieder ins flache Wasser abgegeben. Die neue Generation Larven (Zerkarien) macht sich nun wieder auf die Suche nach Enten, deren Haut sie durchdringen und in deren Darm sie sich zu erwachsenen Würmern entwickeln.

Zerkarien kommen vor allem bei Temperaturen über 24 Grad Celsius vor. Sie können die Haut des Menschen durchdringen, wo sie aber nach kurzer Zeit absterben. Beim ersten Kontakt mit den Larven entsteht nur eine geringe Hautreaktion.

Erst beim zweiten Mal – wenn das Immunsystem den Eindringling erkennt – kommt es zu einer stärkeren Abwehrreaktion mit den typischen Beschwerden. Das Auftreten von Zerkarien steht in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität der Badeseen.

Welche Beschwerden verursacht eine Badedermatitis?

Nach dem Eindringen der Larven setzt ein Prickeln oder leichtes Jucken ein. An den betroffenen Stellen erscheinen gerötete Flecken. Diese Primärsymptome treten auch bei Erstbefall auf. Bei sensibilisierten Personen dagegen zeigt sich nach zehn bis 25 Stunden die eigentliche Dermatitis: Begleitet von sehr heftigem Juckreiz, viel intensiver als z.B. bei einem Mückenstich, bilden sich an den Eindringstellen gerötete, geschwollene Quaddeln.

Die Quaddeln gehen nach Abklingen des Juckreizes in kleine, derbe Erhebungen über und heilen dann nach weiteren zehn bis 20 Tagen ohne Folgen ab. Verlauf und Intensität der Hauterscheinungen sind individuell verschieden. Bei sehr empfindlichen, hypersensibilisierten Allergikern können Fieber und Schockzustände auftreten. Das Aufkratzen der juckenden Quaddeln kann zu Sekundärinfektionen mit Bakterien führen.

Wie wird die Badedermatitis diagnostiziert?

Eine Verdachtsdiagnose stellt der Arzt anhand der typischen Beschwerden und des Erscheinungsbildes der Haut. Absolute Diagnose-Sicherheit bringt allerdings nur eine mikrobiologische Untersuchung des Badegewässers und eine Blutuntersuchung, bei der Antikörper gegen Larvenbestandteile nachgewiesen werden. Solche Untersuchungen sind aber nicht notwendig, da es keine spezifische Therapie gibt.

Wie wird die Badedermatitis behandelt?

Die Beschwerden werden symptomatisch behandelt, vor allem mit juckreizstillenden Salben oder Lotionen. Wenn das Jucken sehr stark ist, können Antihistaminika in Tablettenform eingenommen werden. Es ist nicht nötig die Larven mit Antibiotika oder speziellen Medikamenten gegen Parasiten zu bekämpfen, da sie schon kurze Zeit nach dem Eindringen von selbst absterben.

Wichtig ist, nicht zu stark zu kratzen: Dabei entstehen Verletzungen, die sich mit Bakterien infizieren können. Starke allergische Reaktionen mit Schwindel, Schweißausbruch, Fieber und Übelkeit sind ein Notfall und müssen sofort behandelt werden. Rufen Sie unverzüglich einen Notarzt!

Wie kann ich mich schützen?

  • Zerkarien sind vor allem im Flachwasser zu finden. Wer etwas weiter hinausschwimmt, ist im tieferen Gewässer sicher.
  • Nach dem Bad ist es wichtig, sich gut abzutrocknen, durch das Frottieren der Haut werden Larven, die noch nicht ganz eingedrungen sind, entfernt.
  • Nasse Badekleidung sollte sofort gewechselt werden.
  • Einen gewissen Schutz soll auch das Einreiben der Haut mit wasserfesten Sonnencremes bieten.
  • Zur Vorbeugung ist es auch ratsam, an Badeplätzen keine Enten zu füttern, um die Tiere nicht an diese Orte zu gewöhnen.

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Autoren:
Jochen Niehaus (Erstautor 2007), Silke Brenner
Medizinisches Review:
OA Univ. Doz. Dr. Paul Sator, MSc
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information: Juni 2018

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Mit der kalten Jahreszeit kommt die Lust auf ein schönes, heißes Bad zurück. Doch zu lange sollte man nicht in der Badewanne verweilen. Und das ist nicht der einzige Fehler beim Baden.

So wohltuend ein warmes Bad sein kann – Hautexperten raten, maximal 20 Minuten das Wasser zu genießen. Sonst quillt die Haut zu stark auf. Das schwächt die natürliche Schutzbarriere, trocknet aus und kann zu winzigen Rissen führen.

Bis sich der pH-Wert der Haut wieder regeneriert hat, dauert es mehrere Stunden. In dieser Zeit können unerwünschte Keime wie Bakterien, Viren und Pilze leichter eindringen. Menschen mit trockener Haut haben nach einem ausgiebigen Bad zudem oft mit Juckreiz, Rötungen und Schuppung der Haut zu kämpfen. Es gilt die Regel: Je empfindlicher und trockener die Haut ist, desto kürzer sollte das Bad ausfallen.

Nicht zu heiß baden

Außerdem sollte das Wasser zwar angenehm warm, nicht aber heiß sein. Hohe Temperaturen entziehen der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und Fett. Auch für den Körper ist zu warmes Wasser belastend. Besonders wer unter Kreislaufproblemen oder erhöhtem Blutdruck leidet, sollte heiße Vollbäder meiden. Wer Fieber hat, sollte gar nicht in die Wanne steigen.

Weniger Schaum ist besser

Auch zu viel Schaum und Seife stehen Dermatologen kritisch gegenüber. Klassische Seifen sind alkalisch und schwächen den Säureschutzmantel der Haut. Je mehr der Badezusatz schäumt, desto intensiver sind die Tenside, die auf die Haut einwirken. Duftstoffe erhöhen das Allergierisiko und können ebenfalls zu Juckreiz führen.

Weniger ist daher mehr. Ein paar Tropfen pH-neutraler Badezusatz ohne Duft- und Konservierungsstoffe sind aus Expertensicht die beste Wahl für das Bad. Wer noch ein paar Tropfen Öl hinzugibt, etwa Oliven- oder Kokosöl, pflegt die Haut schon beim Baden und beugt Trockenheit vor.

Schrubben in der Badewanne ist unnötig

Auch auf starkes Schrubben und Rubbeln mit einem Waschlappen oder Duschschwamm verzichtet man besser. Das Wasser und der Badezusatz reinigen den Körper bereits ausreichend. Zusätzliche Hilfsmittel strapazieren die Hautbarriere unnötig. Vor allem in der Intimregion, der empfindlichsten Zone des Körpers, sollte man vorsichtig sein. Wer die aufgeweichte Haut zu sehr schrubbt, riskiert kleine Risse und Entzündungen.

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Nach dem Bad tupft man die Haut besser ab als sie mit dem Handtuch trocken zu rubbeln. Beim Abtrocknen sollten die Füße nicht in Vergessenheit geraten. Das beugt Fußpilz vor, denn der Pilz liebt nicht nur ein warmes und feuchtes Milieu, sondern kann in die aufgeweichte Haut leichter eindringen. Fußpilz nimmt meist in den Zehenzwischenräumen seinen Anfang.

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Eincremen: Die Haut an Armen und Beinen trocknet schnell aus

Vor allem Arme und Beine können nach dem Bad eine Extraportion Pflege vertragen, da sie nur wenige Talgdrüsen besitzen. Wer empfindliche Haut hat, kann zu einer Baby-Pflegelotion oder einer Creme ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe greifen. Auch Pflanzenöle umhüllen die Haut wie eine zarte Schutzschicht.

Wir überwinden Grenzen

Nicht kratzen, auch wenn es juckt

Typisch für eine ausgeprägte Zerkariendermatitis sind bis zu acht Millimeter große, geschwollene Quaddeln auf der Haut. Die Rötungen können deutlich mehr jucken als ein normaler Mückenstich. „Wichtig ist, dass die Stellen nicht aufgekratzt werden. Sonst kann es zu einer Entzündung der Wunde kommen“, warnt Dr. Pfister-Wartha. Nach einigen Tagen bilden sich kleine Verhärtungen, die nach spätestens drei Wochen folgenlos abheilen. Um den Juckreiz abzumildern, helfen Cremes für Mückenstiche und leichte Allergien. Genügt das nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der kann mit kortisonhaltigen Cremes und Antihistaminika helfen.

Fünf Tipps, um Zerkariendermatitis zu vermeiden:

  • Vor dem Baden mit Sonnencreme oder anderen fetthaltigen Cremes einreiben
  • Flache und pflanzenreiche Uferbereiche meiden. Denn hier leben die Wasserschnecken, die die Zerkarien abgeben
  • Nach dem Baden schnell und gründlich abtrocknen
  • Badekleidung nach dem Schwimmen wechseln
  • Besondere Vorsicht bei Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius

Larven verwechseln Menschen mit Enten

Verursacht werden die Beschwerden durch Larven von im Wasser vorkommenden Saugwürmern. Diese sogenannten Zerkarien gelangen aus Schnecken ins Wasser und bohren sich dann eigentlich in die Haut von Wasservögeln, wo sie weiter wachsen können. Der Mensch ist ein Fehlwirt. Die Larven verwechseln ihn mit einem Wasservogel und sterben in der menschlichen Haut von selbst ab.

Heftige Reaktionen meist erst nach dem zweiten Baden

Oft treten die Beschwerden erst beim wiederholten Schwimmen in Seen und Flüssen auf. Der Grund dafür ist eine allergische Reaktion im Körper. Dringen die Larven das erste Mal in die Haut ein, entwickelt der Körper eine Abwehrreaktion, die nur schwach und verzögert ausfällt. Etwa zehn Minuten nach dem Schwimmen kann es leicht kribbeln oder jucken. Die roten Stellen sind etwa zwei Millimeter groß und verschwinden innerhalb weniger Tage.

Erst beim zweiten Befall kommt es zu einer ausgeprägten Zerkariendermatitis. Denn dann reagiert die Immunabwehr schnell und sehr schlagkräftig. Man spricht von einem Sensibilisierungsphänomen, eine Art neu vom Körper gelernte Allergie.

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Jena (ukj/as). In den vergangenen Tagen haben sich mehrere Patienten mit quälendem Juckreiz am ganzen Körper und fleckförmigen Rötungen, Quaddeln und Knötchen der Haut in der Notfallambulanz der Klinik für Hauterkrankungen am Uniklinikum Jena (UKJ) vorgestellt. Alle hatten wenige Stunden oder Tage zuvor im Schleichersee gebadet.

„Die Ursache für diese Zerkariendermatitis ist das Eindringen von Trematoden-Larven aus dem Badegewässer in die Haut“, erklärt Prof. Dr. Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hauterkrankungen am UKJ. Trematoden sind Wurm-Parasiten von Wasservögeln, die als Zwischenwirt Schneckenarten nutzen, der Mensch ist Fehlwirt der Parasiten. Die mikroskopisch kleinen Larven bohren sich in die Haut und verursachen dort eine Entzündung. „Sie sterben jedoch nach wenigen Tagen ab“, so Elsner.

Kinder sind besonders häufig von Zerkariendermatitis betroffen, da sie sich meist im seichten Wasser des Uferbereichs aufhalten, wo die Zerkariendichte besonders hoch ist. Die Experten der Hautklinik empfehlen, sich nach dem Baden in Süßwasserseen gut abzuduschen und abzufrottieren, um das Eindringen von Zerkarien in die Haut zu vermeiden. Prof. Elsner: „Weitere empfohlene Schutzmaßnahmen gegen die Infektion existieren nicht – außer einer Meidung der betroffenen Süßwasser-Badeseen.“ Patienten mit entsprechenden Symptomen können sich in der Notfallambulanz der Klinik für Hautkrankheiten Jena vorstellen (Tel. 03641 – 937 322 und 937 502).

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