Puls BEI schwangerschaft

Oft wird mit einem klopfenden Herzen Verliebtsein, Leidenschaft und freudige Aufregung suggeriert. Doch wenn das Herz unangenehm und ohne ersichtlichen Grund gefühlt bis zum Hals schlägt, bleiben oftmals Verunsicherung und Sorgen zurück. Vor allem werdende Mamis sind selbstverständlich beunruhigt, wenn das Herz pocht und sich der Herzschlag selbst in einem ruhigen Moment nicht verlangsamt, denn gerade während der Schwangerschaft kommt es häufig zu einem starken Herzklopfen.

Das Herz ist der wichtigste Muskel des Menschen und schlägt im Laufe eines Lebens durchschnittlich sage und schreibe rund 3 Milliarden Mal. So wird ungefähr 2,5 Millionen Liter Blut durch den menschlichen Körper gepumpt. Dabei wiegt das gesunde weibliche Herz in etwa 260 Gramm und ist so groß wie die Faust seines „Schützlings“. Durch die Schläge wird das Blut durch den Körper gepumpt, wo es für die kontinuierliche Durchblutung des Gewebes und der Organe verantwortlich ist.

Befindet sich euer Körper im Ruhemodus, sprich, ihr habt nicht kurz zuvor Sport getrieben oder seid durch irgendwas aufgebracht, schlägt das Herz in etwa 60 bis 90 Mal pro Minute. Bei einem beschleunigten Herzschlag schlägt das Herz oft über 100 Mal pro Minute und macht sich teilweise bis in den Hals bemerkbar.

Schneller Herzschlag ist häufig eine Reaktion auf Angst, Vorfreude, Aufregung, Ärger und Wut. Und auch in der Schwangerschaft kann das Herzklopfen verstärkt auftreten. Der schnelle und kräftige Herzschlag kann zudem mit Schwindel, Kreislaufproblemen, einem Engegefühl im Hals, Kurzatmigkeit und einem Druckgefühl auf der Brust verbunden sein.

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Dabei tritt das Herzrasen plötzlich und unabhängig von bestimmten Situationen auf. Bei Schwangeren macht sich das Herzklopfen, insbesondere nachts sowie in ruhigen Moment bemerkbar.

Ursachen von Herzrasen in der Schwangerschaft

Herzklopfen tritt bei vielen Schwangeren, vor allem im letzten Schwangerschaftstrimester, häufig auf und sorgt bei Betroffenen für Beunruhigung. Allerdings können wir Entwarnung geben: Der beschleunigte Herzschlag und das Herzrasen können zwar sehr unangenehm sein, allerdings sind diese kein Grund zur Sorge. Doch aus welchen Gründen tritt der beschleunigte Herzschlag so häufig in der Schwangerschaft auf?

Durch die Schwangerschaft produziert euer Körper mehr Blut als sonst, um euer Baby ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen zu können. Das Blutvolumen nimmt sogar um bis zu 40 Prozent zu und sorgt dafür, dass mehr Blut durch euren Körper gepumpt wird.

Für euer Herz bedeutet die größere Menge Blut allerdings mehr Arbeit, weshalb es in einigen Fällen mit einem beschleunigten Herzschlag reagiert. Euer Herz arbeitet in der Schwangerschaft auf Hochtouren, schließlich müssen jetzt zwei Menschen versorgt werden. Je größer euer Schatz wird, umso mehr muss also euer Herz leisten. Das erklärt wiederum, warum das Herzrasen zum Ende der Schwangerschaft zunimmt.

Wie so oft trägt auch die Hormonumstellung eine gewisse Teilschuld am schwangerschaftsbedingten Herzrasen. Die erhöhte Menge an Hormonen führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und dazu, dass das Blut in den Beinen versackt und auch der Blutdruck absinken kann. Weitere Folgen können Schwindel und generelle Kreislaufprobleme sein, die sich oft beim Aufstehen bemerkbar machen.

Verstärktes Herzrasen in der Nacht

Die meisten Schwangeren werden nachts oder beim Ausruhen auf der Couch von lästigem Herzrasen heimgesucht. Woran liegt es, dass der Herzschlag vermehrt in einer Ruhesituation auftaucht, wenn sich der Körper doch eigentlich gerade von den Strapazen des Tages und der fortgeschrittenen Schwangerschaft erholt?

Grund für das nächtliche Herzrasen ist die größer werdende Gebärmutter und euer wachsendes Baby. Vor allem in der Rückenlage drückt die Gebärmutter auf die inneren Organe, insbesondere auf die untere Hohlvene. Aufgabe der unteren Hohlvene, die zusammen mit der oberen Hohlvene zu den dicksten Venen des Körpers zählt, ist es, verbrauchtes und sauerstoffarmes Blut aus den Beinen, dem Becken sowie aus dem Bauchraum zurück in Richtung Herz und Lunge zu transportieren.

Hier könnt ihr weiterlesen: Schwangerschaftsbeschwerden

Drückt das schwere Gewicht der stark ausgedehnten Gebärmutter beim Schlafen oder Ausruhen auf die untere Hohlvene, wird der wichtige Blutrückfluss zum Herzen eingeschränkt und Herzrasen kann entstehen. Dadurch muss euer Herz kräftiger arbeiten und der normale Herzschlag kann sich daraufhin schon mal um 20 Schläge erhöhen und in einem kurzzeitigen Herzrasen enden. Auch Schwindel und ein Blutdruckabfall können sich bemerkbar machen.

Wertvolle Tipps bei akutem Herzklopfen

Da viele Schwangere bei einem plötzlich auftretenden und beschleunigten Herzschlag vorübergehend in Panik geraten, kann sich das Herzklopfen auch noch verschlimmern. Jetzt ist es höchste Zeit einmal tief durchzuatmen und versuchen sich zu entspannen.

Wir haben einige effektive Maßnahmen für euch zusammengestellt, welche euren Herzschlag wieder normalisieren:

Entspannungstechniken: Verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training oder auch progressive Muskelentspannung nach Jakobsen helfen euch dabei, eure innere Ruhe zu finden. Bei akutem Herzklopfen helfen Entspannungstechniken außerdem, Stress und Unruhe rasch abzubauen.

Regelmäßig angewendet führen die Übungen zu einer nachhaltigen Verbesserung bei Unruhezuständen und beugen sogar Depressionen sowie körperlichen Erkrankungen effektiv vor. Entspannungsübungen, wie die progressive Muskelentspannung, lassen euch vom Alltag abschalten und helfen bei verkrampften Muskelgruppen sowie bei Rücken- und Nackenschmerzen.

Ein- und Ausatmen: Bewusste Atemübungen sorgen für Entspannung und eine innere Gelassenheit und helfen dabei, sich nicht ausschließlich auf den beschleunigten Herzschlag zu konzentrieren. Denn dadurch wird das Herzrasen verschlimmert und ihr stresst euch zusätzlich.

Kleine Atemübung für den Alltag: Setzt oder legt euch bequem hin und sorgt für Ruhe, damit ihr euch auf die Übung konzentrieren könnt und nicht abgelenkt werdet. Bei Schwangeren hat sich zum Beispiel der Schneidersitz bewährt, da dieser auch mit einer großen Kugel relativ problemlos eingenommen werden kann. Die Arme legt ihr ganz locker auf eure Beine oder beim Liegen auf euren Bauch.

Schließt die Augen und atmet tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Stellt euch vor, dass ihr die Anspannung und den Stress ausatmet und im Gegenzug Ruhe und Gelassenheit einatmet. Wiederholt den Vorgang zehn bis zwanzig Mal. Und das nächste Mal, wenn ihr euch gestresst fühlt oder nicht abschalten könnt, führt ihr diese einfache Atemübung aus und beugt so Herzrasen und einem beschleunigten Herzschlag vor.

Valsalva-Manöver: Dieser Trick, bei dem die Herzfrequenz wieder verlangsamt wird, hört sich im ersten Moment etwas komisch an: Haltet eure Nase zu und atmet kräftig aus dem geschlossenen Mund aus. Dadurch nimmt der Druck in eurem Brustkorb zu und der Herzschlag normalisiert sich wieder.

Achtung: Diese Übung solltet ihr nur durchführen, wenn ein Herzleiden und Herzerkrankungen ausgeschlossen sind.

Kaltes Wasser: Ein großes Glas kaltes Wasser ist ein altes und bewährtes Hausmittel, um den beschleunigten Herzschlag wieder zu verlangsamen. Auch Panikattacken und Schwindel können so schnell in den Griff bekommen werden. Wenn ihr wollt, könnt ihr zusätzlich euer Gesicht mit kaltem Wasser erfrischen, um euren Herzschlag zu reduzieren.

Magnesium: Leidet ihr häufiger unter einem schnellen und pochenden Herzschlag könnt ihr, nach vorheriger Absprache mit eurem Frauenarzt, Magnesium einnehmen. Magnesium sorgt für eine ausgeglichene Herzfunktion, wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus und ist zudem essenziell für die Stressregulierung.

Auch magnesiumreiche Lebensmittel wie Mangold, Spinat, Grünkohl, Avocados, Bananen, Quinoa, Haferflocken, Mandeln, Linsen und Kartoffeln beugen Herzklopfen in der Schwangerschaft vor und können ohne Bedenken verzehrt werden.

Beruhigende Tees und Entspannung: Das A und O bei unangenehmem Herzklopfen ist, dass ihr euch nicht in die Symptome hineinsteigert. Macht euch bewusst, dass die Schwangerschaft euren schnellen Herzschlag begünstigt und weder für euch, noch für euren Schatz gesundheitliche Risiken bestehen.

Gönnt euch regelmäßige Ruhepausen, in denen ihr eure Füße hochlegt und eine entspannende Tasse Tee trinkt. Tees mit Hopfen, Melisse, Baldrian oder auch Passionsblume haben eine beruhigende Wirkung und können in der Schwangerschaft bedenkenlos getrunken werden. Auch ein gutes Buch oder eure Lieblingsserie kann euch von eurem Herzklopfen ablenken.

Die richtige Liegeposition: Die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um nächtliches und schlafraubendes Herzklopfen zu vermeiden, ist schlicht und ergreifend die Rückenlage im letzten Schwangerschaftsdrittel so gut es geht zu vermeiden.

Um die Sauerstoffversorgung eures Schatzes nicht zu beeinträchtigen und um den Druck auf die untere Hohlvene zu verringern, solltet ihr deshalb beim Schlafen und beim wohlverdienten Ausruhen vorwiegend auf der linken Körperseite liegen.

Da sich die untere Hohlvene auf der rechten Körperseite befindet, wird so der Blutfluss gewährleistet und nächtlichem Herzrasen effektiv vorgebeugt. In dieser Schlafposition können außerdem eure Nieren besser arbeiten, was neben Herzklopfen auch noch Wassereinlagerungen vorbeugt.

Kleiner Tipp: Ihr könnt euch auch ein spezielles Stillkissen oder ein Seitenschläferkissen zu euch ins Bett holen. So wird das Gewicht eures Babybauches besser verteilt und die Rückenmuskulatur wird angenehm entspannt.

Müsst ihr bei Herzklopfen euren Frauenarzt aufzusuchen?

Herzklopfen in der Schwangerschaft ist eine häufige Begleiterscheinung, die spätestens nach der Geburt wieder vorbeigeht. Gefährlich ist der erhöhte Herzschlag in der Regel weder für euch, noch für euer Baby.

Tritt das Herzklopfen allerdings sehr häufig und stark auf, solltet ihr euren Frauenarzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn ihr unter ständigem Herzrasen leidet oder sogar Herzstolpern feststellt.

Habt ihr bereits vor der Schwangerschaft unter häufigem und starkem Herzklopfen gelitten, solltet ihr vorsichtshalber einen Internisten oder Kardiologen zurate ziehen. Dieser kann durch verschiedene Untersuchungen feststellen, ob es sich bei euren Symptomen womöglich um Schilddrüsenprobleme oder Herzrhythmusstörungen handelt.

Fazit

Dass euer Herz, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, häufiger einen Gang nach oben schaltet und sich euer Herzschlag beschleunigt, ist ein ganz normaler und schwangerschaftsbedingter Vorgang. Macht euch deshalb keine unnötigen Sorgen und bewahrt Ruhe. Und sollte euer Herz nach der Geburt hin und wieder schneller schlagen, dann bestimmt vor Freude, weil ihr euer Neugeborenes in den Armen haltet.

Wir wünschen euch alles Gute für die weitere Schwangerschaft und natürlich für die bevorstehende Geburt!

Sport in der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft werden die Bänder und Muskeln zunehmend gelockert. Diese Funktion des Körpers dient zur Geburtsvorbereitung.

Dies hat zur Folge, dass das Betreiben von übermäßigem Sport in der Schwangerschaft eine erhöhte Verletzungsgefahr mit sich bringt. Dennoch ist Sport in der Schwangerschaft sehr wichtig. Nicht nur für das allgemeine Wohlbefinden der Schwangeren ist Sport empfohlen, sondern auch für die Steigerung der Koordination. Die Geburt am Ende jeder Schwangerschaft verlangt eine gewisse Fitness, zu vergleichen mit einem Berganstieg.

Sport wirkt sich positiv auf die Verdauung aus und kann Schwangerschaftsbeschwerden und das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes verringern.

Was gibt es zu beachten?

=> Sport mit Maß betreiben

=> Wie fit warst du vor der Schwangerschaft?

=> Sportarten wählen, die wenig Erschütterung auf den Körper ausüben

=> In welcher Schwangerschaftswoche bist du?

=> Verläuft die Schwangerschaft bisher unauffällig?

Im ersten Trimenon ist Sport möglich, ganz viele Frauen wissen anfänglich nicht, dass sie schwanger sind. Ein weiterer Großteil der Frauen fühlt sich allgemein nicht wohl oder kämpft gegen die Übelkeit. Sport kann Wohlbefinden bringen. Es ist aber auch verständlich, wenn Sport aufgrund der Müdigkeit oder der Übelkeit vernachlässigt wird.

Im zweiten Trimenon der Schwangerschaft fühlen sich die Frauen allgemein wieder besser. Dies ist die Zeit, wo die ersten Einkäufe getätigt werden, die Schwangerschaft gut toleriert wird und auch wieder Lust zu mehr Sport Lust besteht. Die ersten Anfangsbeschwerden sind überwunden, der Bauch ist noch nicht so groß, also LOS!

Nach der 34. Schwangerschaftswoche in etwa hat der Bauch eine gewisse Größe erreicht, wo die Bewegung eher mühsam wird. Sport sollte im dritten Trimenon eher minimiert werden. Dehnungsübungen, Yoga, Spazieren bzw. Wandern sind bis zur Geburt möglich. Am besten du hörst auf deinen Körper und dein Baby, was dir in den letzten Schwangerschaftswochen gut tut.

Wie hoch darf der Puls sein?

Der normale Puls beim Erwachsenen liegt zwischen 60 und 100 Spm (Schläge pro Minute), in der Schwangerschaft kann sich der Puls bis zu 10-20 Spm erhöhen.

Bei Frauen, die vor der Schwangerschaft keinen Sport betrieben haben, darf der Puls beim Sport bis 140 Spm ansteigen. Frauen, die vor der Schwangerschaft Sport betrieben haben, dürfen einen Puls bis zu 160 Spm haben. (Empfehlung vom American College of Obstetrics and Gynecology)

  • Was und welche Sportart sollte man komplett vermeiden?
    • Sportarten, bei denen man starken Stößen ausgesetzt ist
    • High Intensity Training
    • Kraftsport, da es enormen Druck Richtung Beckenboden ausübt
    • Kampf- und Risikosportarten
    • Tauchen
    • Training in der Hitze

Frauen sind oft unsicher, ob sie während der Schwangerschaft weiter Sport treiben dürfen oder nicht. Viele Frauenärzte oder -ärztinnen raten auch heute noch zur Schonung. Dem widerspricht Sportärztin Dr. Sibylle Matter, die als ehemalige Triathletin und Mutter von zwei Kindern weiss, wovon sie spricht: „Es ist nicht gefährlich, sich zu bewegen. In einer gesunden Schwangerschaft ist Sport nützlich – für Mutter und Kind.“

Die Hälfte des bisherigen Pensums

Als Faustregel gilt: Wer vorher schon Sport machte, sollte sein Pensum auf etwa die Hälfte reduzieren. Eine Frau kann aber auch noch während der Schwangerschaft mit Sport anfangen.

„Dann ist empfohlen, pro Woche drei- bis viermal eine Viertelstunde Sport zu treiben, und das Pensum kontinuierlich auszubauen, auf vier- bis fünfmal zwanzig Minuten, dann weiter bis zu sechs- bis siebenmal eine halbe Stunde“, sagt Sibylle Matter.

Legende: Dr. Sibylle Matter spricht sich für Sport während der Schwangerschaft aus. SRF

Nicht erst im fünften Monat anfangen

Kontinuität ist gefragt. Erst im fünften Monat mit viel Training anzufangen, davon rät sie ab. Denn man weiss, dass sich das Muskelgewebe nach und nach an die Belastung gewöhnen muss, zum Beispiel an Schläge beim Laufen. Die Durchblutung der Plazenta wird verbessert und der Sauerstoff-Transport trainiert.

Ausdauersport ist besonders gesund. „Das Kind trainiert mit. Es setzt bei regelmässigem Training weniger Fett an, ist muskulöser und das Geburtsgewicht ist tiefer, ohne dass das Kind untergewichtig ist“, erklärt die Ärztin. Und auch für die Mutter hat Sporttreiben Vorteile: weniger Depressionen, weniger Rückenweh, weil die stabilisierende Muskulatur trainiert wird. Weniger Bluthochdruck und Gewichtszunahme und damit ein tieferes Risiko für Schwangerschafts-Diabetes.

Keine intensiven Einheiten mehr

Sibylle Matter hat selbst noch Sport gemacht, als sie schwanger war. Von Wettkämpfen rät sie jedoch ab. Ebenso von zu intensiven Trainingseinheiten von über 90 Prozent des Maximalpulses. In Studien wurde festgestellt, dass schwangere Frauen gerade im dritten Trimester ihre Herzfrequenz oft als zu tief einschätzen, daher ist Training mit Pulsmesser angeraten.

In einer gesunden Schwangerschaft ist Sport nützlich – für Mutter und Kind.

Um den Körper optimal auf die Geburt vorzubereiten, sind die Gelenke von Schwangeren beweglicher, was das Verletzungsrisiko erhöht. Auch eine ungesunde Überhitzung des Körpers sollte die Schwangere vermeiden – vor allem beim Training in den Sommermonaten eine Gefahr.

Rennen durchaus möglich

Joggen ist auch in der Schwangerschaft möglich, solange es der Frau dabei wohl ist. Die Angst vor einer Frühgeburt durch Rennen sei durch Studien nicht erhärtet, meint Sibylle Matter.

Aufzupassen ist beim Krafttraining: Zu lange Pressatmung kann den Blutfluss zum Kind unterdrücken. Ab dem vierten Monat sollte auch nicht zu viel auf dem Rücken liegend trainiert werden, weil das die Gefässe abdrücken kann. Auch von Sportarten mit Sturzrisiko oder der Gefahr von Schlägen gegen den Bauch rät sie ab.

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Ruhepuls: Wann ist er zu hoch?

Letzte Änderung: 12.04.2019
Verfasst von Till von Bracht • Medizinredakteur
Geprüft von Prof. Dr. Ingo Froböse • Sportwissenschaftler Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Wie schnell das Herz im Ruhezustand schlägt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei einigen beträgt der Ruhepuls 90 Schläge die Minute, bei anderen nur 50. Den eigenen Ruhepuls zu messen ist ganz einfach!

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Erhöhter Ruhepuls
  • Ruhepuls bei Sportlern
  • Quellen

Das Herz ist der Motor des Blutkreislaufs. Tag und Nacht pumpt es Blut durch den Körper und versorgt Organe, Gewebe und Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Der Ruhepuls gibt an, wie oft das Herz pro Minute schlägt, um den Körper in Ruhe ausreichend mit Blut versorgen zu können. Sobald man sich bewegt, steigt auch der Puls, da der Körper dann mehr Blut in die arbeitenden Muskeln und Organe pumpen muss.

Durchschnittlich liegt der Ruhepuls eines gesunden Erwachsenen bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Bei hochtrainierten Ausdauersportlern ist der Ruhepuls deutlich niedriger. Bei ihnen schlägt das Herz unter Umständen nur 35- bis 50-mal in der Minute. Der Grund: Das Herz eines Sportlers ist in der Lage, mit einem Herzschlag mehr Blut durch den Körper zu pumpen als ein wenig trainiertes Herz, da es größer und kräftiger ist.

Viele verschiedene Faktoren können den Ruhepuls beeinflussen, zum Beispiel:

  • das Wetter,
  • die Tageszeit,
  • Hormone,
  • Infektionen,
  • Stress,
  • Training,
  • Koffein/Tein und
  • Nahrung/Verdauung.

Deshalb ist es wichtig, dass man seinen Ruhepuls regelmäßig misst – am besten morgens direkt nach dem Aufwachen und noch vor dem Aufstehen.

Trotz der vielen Einflussfaktoren kann man angeben, welcher Ruhepuls in welchem Alter noch als normal gilt und ab wann der Ruhepuls zu hoch ist. Hierfür haben Wissenschaftler knapp 50.000 Säuglinge, Kinder, Erwachsene und ältere Menschen untersucht und sind zu folgenden Durchschnittswerten gekommen.

Tabelle: Welcher Ruhepuls ist normal?

Lebensalter Ruhepuls (in Schlägen pro Minute)
Säugling (< 1 Jahr) 129
1 Jahr 118
2-3 Jahre 107
4-5 Jahre 96
6-8 Jahre 87
9-11 Jahre 83
12-15 Jahre 78
16-19 Jahre 75
20-39 Jahre 73
40-59 Jahre 72
60-79 Jahre 72
80 Jahre und älter 72

Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei Frauen der Ruhepuls in der Regel etwas höher ist als bei Männern, weil das weibliche Herz etwas kleiner ist. Ebenso haben Schwangere einen höheren Puls, um das Baby ausreichend mit Blut zu versorgen.

So messen Sie Ihren Ruhepuls:

  1. Dafür benötigen Sie keine teuren Messgeräte. Eine Stoppuhr oder eine Uhr mit Sekundenzeiger genügt. Der Ruhepuls ist immer dort besonders gut tastbar, wo dicht unter der Hautoberfläche eine Arterie verläuft, zum Beispiel an der Innenseite des Handgelenks oder am Hals.
  2. Drücken Sie leicht zwei bis drei Finger an Ihre Halsschlagader oder die Innenseite Ihres Handgelenks (unterhalb des Daumenballens), bis Sie mit den Fingern Ihren Puls spüren können.
  3. Zählen Sie dann genau 15 Sekunden lang die Pulsschläge und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 4. So errechnen Sie die Zahl Ihrer Herzschläge pro Minute und damit Ihren Ruhepuls.

Zählen Sie zum Beispiel 18 Schläge in 15 Sekunden, so haben Sie einen Ruhepuls von 72 (18 x 4 = 72). Ein genaueres Ergebnis erhalten Sie, wenn Sie den Zeitraum Ihrer Messung auf 30 beziehungsweise 60 Sekunden verlängern. Die Anzahl der gezählten Pulsschläge müssen Sie dann natürlich nicht mehr mit 4 multiplizieren, sondern mit 2 (bei 30 Sekunden). Zählen Sie 60 Sekunden lang durch, fällt die Multiplikation weg.

Wichtig: Wenn Sie bei einer anderen Person den Ruhepuls messen, sollten Sie dazu nicht Ihren eigenen Daumen benutzen. Der Blutdruck im Daumen selbst ist so stark, dass die Gefahr besteht, dass Sie bei der Pulsmessung nicht den Ruhepuls Ihres Gegenübers wahrnehmen, sondern nur Ihren eigenen Puls.

© iStock Am einfachsten misst man den Puls am Handgelenk.

Ruhepuls: Wann ist er zu hoch? Und wann zu niedrig?

Für Sportler ist eine Steigerung von vier bis sechs Schlägen zum normalen individuellen Ruhepuls ein Zeichen dafür, dass das Training am Vortag zu intensiv war. Der erhöhte Ruhepuls kann jedoch auch auf einen Infekt hindeuten.

Manchmal ist es aber einfach nur die Aufregung – etwa wenn man beim Arzt den Puls messen lässt – oder Stress. Schlägt das Herz jedoch ständig mehr als 100-mal in der Minute, spricht man von einer sogenannten Tachykardie.

Eine Tachykardie kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Fieber,
  • eine Schilddrüsenüberfunktion oder
  • eine Herzinsuffizienz.

Auch wehenhemmende Medikamente können unter Umständen dazu führen, dass die Herzfrequenz in Ruhe steigt.

Um eine Krankheit ausschließen zu können, sollten Sie bei einem dauerhaft erhöhten Ruhepuls einen Arzt aufsuchen.

Wenn der Ruhepuls zu niedrig ist

Liegt der Ruhepuls eines Erwachsenen unter 60 Schlägen pro Minute, sprechen Ärzte von einer sogenannten Bradykardie. Vor allem bei Ausdauersportlern kommt eine Bradykardie häufig vor. Der niedrige Ruhepuls ist ein Zeichen dafür, dass sich das Herz an das sportliche Training angepasst hat.

Auch bestimmte Medikamente lassen das Herz langsamer schlagen, wie zum Beispiel:

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel,
  • Betablocker und
  • Opiate.

Nur in seltenen Fällen können hinter einer Bradykardie auch andere Ursachen stecken, wie zum Beispiel:

  • eine Schilddrüsenunterfunktion,
  • eine Hirnhautentzündung oder
  • eine Herzmuskelentzündung.

Einen zu niedrigen Ruhepuls sollte man deshalb ebenfalls ärztlich abklären lassen.

Warum der Ruhepuls bei Sportlern niedriger ist

Der Ruhepuls hängt unter anderem davon ab, wie leistungsfähig das Herz ist. Das Herz lässt sich trainieren – ebenso wie zum Beispiel die Bauchmuskeln oder der Bizeps. Auch das Herz ist ein Muskel, der wie jeder andere Muskel des Körpers durch Training wachsen kann – vor allem durch Ausdauertraining.

Video: Viel Gewicht, viele Wiederholungen – was ist beim Krafttraining wichtig?

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Ein großer und gut trainierter Herzmuskel ist in der Lage, mehr Blut mit einem Herzschlag durch den Körper zu pumpen als ein schlecht trainiertes Herz. Wissenschaftler nennen dies ein höheres Schlagvolumen.

Ein höheres Schlagvolumen wiederum hat die Folge, dass das Herz seltener schlagen muss, um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Deshalb ist der Ruhepuls bei Sportlern niedriger. Im Schnitt liegt er 10 bis 20 Schläge unter dem eines Untrainierten.

Trainingspuls-Rechner

Unser Rechner sagt Ihnen, welche Pulswerte für Sie beim Training optimal sind!

Zum Rechner

Langfristig kann sich ein niedriger Ruhepuls positiv auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten auswirken. Daher ist es wichtig, dass man sich im Alltag regelmäßig bewegt, weil dadurch die Arbeit des Herzens ökonomischer wird. Am besten kann man seinen Ruhepuls mit regelmäßigem Ausdauertraining senken, zum Beispiel mit

  • Joggen,
  • Schwimmen oder
  • Radfahren.

Quellen

Onmeda-Lesetipps:

Trainingspläne für Einsteiger und ambitionierte Sportler
Wann ist der Blutdruck zu hoch?
Wie Sie den Blutdruck ohne Medikamente senken

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 2.4.2019)

Lauber, A., Schmalstieg, P.: Wahrnehmen und Beobachten. Thieme, Stuttgart 2012

Schmidt, R. et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

Letzte inhaltliche Prüfung: 02.04.2019
Letzte Änderung: 12.04.2019

Bei Sport in der Schwangerschaft eine Pulsuhr tragen

Sport ist auch in der Schwangerschaft möglich und sogar sehr empfehlenswert. Schwangere dürfen auch weit mehr als gemütlich walken oder Rad fahren, sagte die Diplom-Psychologin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule Köln. Auf was Schwangere dabei achten sollten.

Bevor Schwangere mit ihrem Sportprogramm loslegen, sollten sie allerdings von ihrem Arzt abklären lassen, dass keine Risikoschwangerschaft besteht. Ist alles in Ordnung, ermutigen Sulprizio und ihre Kollegen vom Arbeitskreis „Sport und Schwangerschaft“ Frauen ausdrücklich, weiter sportlich aktiv zu sein. „Auch aus psychischer Sicht ist das total wichtig.“Schwangere sollen nicht auf etwas verzichten, das ihnen gut tut.

Am Anfang der Schwangerschaft nicht übertreiben

Wichtig ist, dass Schwangere beim Training eine Pulsuhr tragen, um auf ihre Herzfrequenz zu achten. „Man kann je nach Alter bis 150/160 Puls trainieren“, erklärte Sulprizio. Besonders in den ersten Wochen müssen Frauen aber Vorsicht walten lassen. „Man sollte in der Frühschwangerschaft aufpassen, nicht zu viel Sport zu machen“. Maximal sieben Stunden pro Woche sind dann drin. „Das Ei muss sich einnisten, der Körper muss sich hormonell umstellen“, erklärt Sulprizio.

Ab Woche 18 gilt: Sport treiben bis der Bauch stört

„Ab der 18. Schwangerschaftswoche darf man alles machen, soweit es einem gut tut.“ Bis der Bauch so groß ist, dass er zu stören beginnt, können Frauen dann ihren sportlichen Hobbys nachgehen, zum Beispiel joggen gehen. „Wenn jemand unbedingt einen Marathon laufen möchte, davon würden wir abraten“, erklärt die Sportexpertin, wo die Grenzen liegen.

Geeignete und ungeeignete Sportarten

Auch Kontaktsportarten wie Boxen, Kickboxen, Judo würde sie nicht empfehlen. Ballsportarten können während der Schwangerschaft mit vermehrter Vorsicht ausgeübt werden, schwangere Sportlerinnen müssen unkontrollierte Gegneraktionen vermeiden. Denn kommt es zur Verletzung, kann die Schwangere unter Umständen nicht entsprechend behandelt werden, weil eine Narkose zum Beispiel eine schlechte Versorgung für das Baby zur Folge hätte. Nimmt sie aber nur am regulären Training teil, sei das kein Problem.

Beim Krafttraining sollten Schwangere nicht auf Kraftverbesserung, sondern auf Erhaltung setzen. Außerdem fahren sie besser die Gewichte etwas herunter und machen stattdessen mehr Wiederholungen. Auch Reiten geht mit einer kleinen Einschränkung. „Man muss das Pferd einschätzen können“, warnt Sulprizio. Ein neues Pferd zuzureiten, sei hingegen keine gute Idee, dann ist die Sturzgefahr zu hoch.

Vorsicht beim Bauchmuskeltraining

Beim Bauchmuskeltraining gibt es noch eine Besonderheit: Während Schwangere die diagonalen Muskeln trainieren dürfen, müssen sie mit dem Training der geraden aufhören – und zwar dann, wenn die Gebärmutter beginnt, sie auseinander zu schieben. Legen sich Schwangere auf den Rücken, stellen die Beine auf und ziehen das Kinn Richtung Brust, merken sie, ob das schon passiert ist. Vor dem fünften Monat ist es meist noch nicht soweit.

Geringes Risiko für Keime im Schwimmbad

Schwimmen ist eine sanfte Bewegungsart, die gerade mit dem veränderten Körperbewusstsein während der Schwangerschaft als sehr wohltuend empfunden wird und häufig auch von den Ärzten empfohlen wird, um den Kreislauf anzuregen und Krampfadern vorzubeugen. Doch viele Frauen haben Angst vor Keimen aus dem Schwimmbad, die Infektionen auslösen könnten und somit womöglich zur Schädigung des Babys oder einer Frühgeburt führen könnten.

Nach Expertenmeinung ist das Risiko äußerst gering. In öffentlichen Schwimmbädern muss das Wasser sorgfältig kontrolliert werden und ist in der Regel gechlort. Allerdings sollten schwangere Whirlpools meiden, denn im warmen Wasser kann das Risiko einer Keimbelastung erhöht sein. Sofortiges Duschen nach dem Baden und Wechseln der nassen Badekleidung helfen zudem. Wer zu Pilzinfektionen neigt, kann sich spezielle Tampons und einen Test aus der Apotheke besorgen, er den ph-Wert der Scheide kontrolliert. Im Zweifel sollten Schwangere das Risiko mir ihrem Frauenarzt abklären.

Geburt ist auch eine sportliche Höchstleistung

Allzu viel Ehrgeiz ist während der Schwangerschaft fehl am Platz. Frauen sollten sich in Erinnerung rufen: „Die Geburt selber ist ja schon ein ganz schöner Marathon, eine sportliche Höchstleistung“, sagte Sulprizio.

  • Schwangerschaft: Sex bis zum Tag der Geburt ist in Ordnung
  • Fitness: Sport in der Schwangerschaft
  • Geburt: 75 Prozent der Klinikgeburten in der “falschen“ Position
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