Pseudokrupp BEI kindern

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Pseudokrupp (Stenosierende Laryngitis)

Was ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp (virale stenosierende Laryngitis) ist eine Atemwegserkrankung, bei der die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder entzündet und angeschwollen ist. Dadurch sind die Atemwege verengt, es kann eine starke Atemnot entstehen, die einen anfallartigen Husten (Krupphusten) auslöst und für das Kind lebensbedrohlich werden kann.

Unter Pseudokrupp-Anfällen leiden vorwiegend Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. Bei älteren Kindern kommt es selten zu lebensgefährlichen Hustenattacken, da Kehlkopf und Luftröhre mittlerweile stärker geweitet sind. Laut Statistik sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen und dicke Kinder öfter als schlanke. Außerdem treten Pseudokrupp-Anfälle in den Herbst- und Wintermonaten deutlich häufiger auf als im Frühjahr oder Sommer. Bei einem Anfall sollten die Bezugspersonen in jedem Fall Ruhe bewahren und den Kinder- und Jugendarzt rufen.

Ursachen

In den meisten Fällen werden Pseudokrupp-Anfälle durch Virusinfektionen (Haupterreger Parainfluenza-Viren, daneben RS-Viren , Boca-, Rhino- und Entero-Viren) hervorgerufen. Schwere und längere Verläufe von Pseudo-Krupp-Anfällen sind nach Influenza-A-, Herpes- und Masern-Infektionen möglich.

In selteneren Fällen verursachen Bakterien wie z. B Haemophilus influenzae Typ B Corynebacterium diphtheriae (Diphtherie) eine lebensbedrohliche Luftnot (sog. Epiglottitis). Aufgrund der zur Verfügung stehenden Impfungen treten diese Erkrankungen jedoch nur selten auf. Allergien können ebenso zu Luftnot führen (spastischer Pseudokrupp).

Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Luftschadstoffe in hoher Konzentration das Auftreten eines Pseudokrupp-Anfalls begünstigen. Auch Kinder, die in „Raucherwohnungen“ aufwachsen, sind weitaus häufiger davon betroffen.

Symptome & Krankheitsbild

Vor dem Auftreten von den Anfällen zeigen Kinder meist unspezifische Beschwerden einer Erkältung mit leichtem Fieber (bis etwa 38,5°C). Die Pseudokrupp-Anfälle treten in den folgenden Tagen vorwiegend in den Abendstunden oder in der Nacht auf. Tagsüber dagegen bleiben die Kinder in der Regel beschwerdefrei. Bei einem akuten Pseudokrupp-Anfall leiden die Kinder unter trockenem, bellendem Husten, Heiserkeit und Atemnot. Typisch ist das laute Einziehen der Luft beim Einatmen. Das flache Liegen und ein niedriger Cortisolspiegel (Cortisol lindert Entzündungen) in der Nacht begünstigt die Schleimhautschwellung, die zur Atemnot führt.

In schweren Fällen besteht für das Kind sogar Erstickungsgefahr! Außerdem bekommen die Kinder Angst oder Panikattacken, aus Furcht vor dem Ersticken. Da häufig eine vorausgegangene Erkältung den Pseudokrupp-Anfall verursacht, leiden die Kinder häufig auch unter Husten, Schnupfen und Fieber.

Auswirkungen

Ein Pseudokrupp-Anfall kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Während sich bei manchen Kindern lediglich ein bellender Husten und leichte Atem- oder Schluckbeschwerden bemerkbar machen, besteht bei anderen Kindern akute Erstickungsgefahr. Dann muss sofort der Notarzt oder Rettungsdienst gerufen werden. Ist der Anfall nicht ganz so schlimm, sollte man trotzdem sofort den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen. Er verabreicht und verordnet Medikamente (Kortisonzäpfchen, Inhalator), damit sie bei einem erneuten Anfall immer griffbereit sind.

Die meisten Pseudokrupp-Anfälle verlaufen ohne Komplikationen. In manchen Fällen kann sich die Entzündung jedoch auch auf das Mittelohr, die Luftröhre oder sogar auf die Lunge ausbreiten. Bei einer bakteriellen Infektion besteht dann die Gefahr einer Lungenentzündung.

Diagnose

Aufgrund der charakteristischen Symptome wie bellender Husten und dem hörbaren Einziehen der Luft beim Einatmen kann der Kinder- und Jugendarzt einen Pseudokrupp-Anfall sofort erkennen. In seltenen Fällen ist es sinnvoll, eine Blutuntersuchung durchzuführen bzw. einen Abstrich zu machen, um auf eine bakterielle Infektion hin zu untersuchen. Wird ein Pseudokrupp-Anfall durch Bakterien ausgelöst (z.B. Staphylokokken oder Haemophilus influenzae), ist die Anzahl Leukozyten deutlich erhöht.

Therapie

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist: Ruhe bewahren und versuchen, das Kind zu beruhigen. Herzklopfen, Erstickungsangst und Unruhezustände können den Anfall nämlich noch verschlimmern. Folgende Maßnahmen helfen die Luftnot zu verringern:

  • Das Kind hoch nehmen oder zumindest aufrecht hinsetzen. Das Einatmen kühler Luft wirkt lindernd. Dazu kann das Fenster geöffnet werden und das Kind evtl. vor das Fenster gesetzt werden. Frische Luft verstärkt die Sauerstoffzufuhr.
  • Steroide bzw. Cortison als Saft oder Zäpfchen werden häufig eingesetzt, um die Schleimhaut abschwellen zu lassen. Zäpfchen brauchen länger, bis sie wirken.
  • Ebenso kann das Kind bei starker Atemnot in der Klinik oder kinder- und jugendärztliche Praxis unter Aufsicht Dampf mit abschwellend wirkenden Substanzen (Adrenalin) inhalieren.
  • In der Akuttherapie hat Cortison keine Nebenwirkungen, kann jedoch lebensrettend sein. Daher keine Angst vor Cortison, es ist das richtige Hilfsmittel, um dem Kind die akute Atemnot zu nehmen und zu einer raschen Abschwellung der Kehlkopfschleimhaut zu führen.
  • Hat sich das Kind wieder beruhigt, sollte man ihm etwas Kühles zum Trinken (in kleinen Schlucken trinken!) geben, Wasser oder Tee, keine Milch!
  • Bei schwerer Atemnot muss sofort ein Arzt gerufen werden. Besteht akute Erstickungsgefahr, ist eine Intubation oder im Notfall sogar ein Luftröhrenschnitt erforderlich. Diese Maßnahmen sind allerdings sehr selten notwendig.

Wichtiger Hinweis

Wichtig ist, dass ein – in der Regel eher harmloser – Pseudokrupp-Anfall von lebensgefährlichen Erkrankungen wie dem „echten“ Krupphusten oder der akuten bakteriellen Epiglottitis unterschieden wird. Deshalb sollte immer sofort ein Kinder- und Jugendarzt zu Rate gezogen werden, damit das Kind ausreichend untersucht wird und die richtige Diagnose gestellt werden kann. Bei dem „echten Krupp“ handelt es sich um Diphtherie. Daher sollten alle Kinder gegen Diphtherie und Haemophilus influenzae, dem Erreger der Epiglottitis, geimpft sein.

Die wichtigsten Maßnahmen sind, dass die Eltern Ruhe bewahren und versuchen das Kind zu beruhigen. Herzklopfen, Erstickungsangst und Unruhezustände können den Anfall noch verschlimmern.

Vorsorge

Kinder, die in einer Wohnung leben, in der geraucht wird, sind „Passiv-Raucher“. Sie sind deutlich stärker gefährdet, Pseudokrupp-Anfälle zu erleiden. Deshalb sollten verantwortungsbewusste Eltern auf das Rauchen in der Wohnung prinzipiell verzichten.

Adressen & Links

Quellen

Als erstes Beruhigung und Ablenkung

Ruhiges Handeln und Beruhigung ist das wichtigste, was das Kind jetzt braucht. Die Beruhigung entkrampft. Der Pseudokrupp ist meist ohne wirkliche Gefahr, wenn es sich wirklich um Pseudokrupp handelt. Die Fälle, in denen der Pseudokrupp die Atmung stark beeinträchtigt, sind selten. Meist ist dies auf die falsche, panische Reaktion der Eltern zurückzuführen. Die Gewissheit, dass die Situation nicht so schlimm ist, wie es das Kind erlebt, muss dem Kind vermittelt werden. Wenn das Kind spürt, dass Sie wissen was zu tun ist, wird es Vertrauen fassen und sich leichter beruhigen können.

Die bewährten Maßnahmen

Ziel der Maßnahmen ist es, die Schleimhautschwellung in Luftröhre und Kehlkopf zum Abschwellen zu bringen. Eine gute Möglichkeit ist es mit dem Kind an die kalte Winter-Luft zu gehen, denn Kälte wirkt abschwellend. Das Kind wird warm eingepackt und dann auf dem Arm ans offene Fenster oder auf den Balkon gebracht. Auch ein kurzer Spaziergang ums Haus oder zum Kinderspielplatz lindert die Beschwerden und ist Ablenkung zugleich. Auch ein Kühlschrank oder Gefrierfach hilft. Vielen Eltern ist diese nächtliche Praktik wohl vertraut. Tritt jedoch nach einer halben Stunde keine Besserung ein, so sollte der Rettungsdienst unter der 112 verständigt werden. Sind Sie ruhig genug, können Sie natürlich auch in eine Kinder(!)klinik fahren. Stehen Kortisonzäpfchen für diesen Zweck zur Verfügung, können Sie dem Kind eines geben.

Keine feuchte, warme Luft !!!!

Häufig wird empfohlen feuchte Luft im Badezimmer zu erzeugen. Das einatmen warmer, feuchter Luft verträgt nicht jedes Kind und manche Kinder bekommen sogar noch schlechter Luft!. Diese Empfehlung gilt als veraltet und sollte nicht mehr angewendet werden! Leider wir in Erste Hilfe Kursen und im Internet diese veraltete Badezimmer-Methode immer noch empfohlen. z.B. hier Pseudokrupp Therapie. Bitte teilen Sie diese Info mit Freunden, Familie und in Krabbelgruppen, etc.
Link auf englisch zur veralteten Badezimmer-Methode hier

Vorbeugen

kann man in dem man vor dem Zubettgehen das Zimmer gut lüftet und feuchte Tücher aufhängt, welche die trockene Winterluft anfeuchten.

Kortison – oder warum Pseudokrupp nur nachts auftritt

Kortison ist ein körpereigener Stoff, der entzündungshemmend und abschwellend wirkt. Kortison wird vom Körper in der Nebennierenrinde gebildet. Die Produktion ist einer Tagesschwankung unterworfen. Morgens wird das meiste und gegen Mitternacht das wenigste Kortison zur Verfügung gestellt. Pseudokrupp tritt deshalb fast nur nachts auf.
Ein Kortisonzäpfchen oder Kortisonsaft im Anfall zu geben ist, wenn die klassischen Maßnahmen nicht oder nicht genügend wirken, ist durchaus sinnvoll. Die Kortisonwirkung setzt allerdings nicht sofort ein, sondern erst nach 10-30 Minuten, oder auch länger. In anderen Ländern wird Kortison oral verabreicht und wirkt schneller!
Die “Hausmittel” in Form kalter Luft müssen also trotzdem angewendet werden. Treten Anfälle öfters auf, bekommt man vom Arzt meist ein entsprechend dosiertes Zäpfchen für den Notfall. Da ein verabreichtes Kortison-Zäpfchen aber auch unbemerkt wieder herausrutschen kann, wird gerne auf den Saft zurückgegriffen. Kortison ist in diesem Fall als einmalige Gabe ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Die meisten Eltern in meinen Kurse berichten, dass sie nach dem ersten Anfall meist ohne Kortison auskommen, man sollte daher die Medikamentengabe nicht überbewerten und sie besonders für schwere Anfälle empfehlen.

Krupphusten (Pseudokrupp) – Bellender Husten zur Schlafenszeit

Auf einen Blick

  • Bei Krupphusten/Pseudokrupp handelt es sich um einen krampfartigen, meist in der Nacht auftretenden Husten, der oft mit Atembeschwerden einhergeht.
  • Ursache ist eine Entzündung der oberen Atemwege bzw. die dadurch entstehende Schwellung.
  • Die Erkrankung tritt am häufigsten bei Kindern zwischen drei Monaten und drei Jahren auf. Erwachsenen sind äußerst selten betroffen.
  • Pseudokrupp ist meist harmlos – wichtig ist jedoch die Abgrenzung zur Atemwegsinfektion Diphterie, die wiederum potenziell lebensgefährlich ist.

Wenn Kinder nachts trocken husten, ein Pfeifen die Atmung begleitet und auch noch Fieber auftritt, kann Pseudokrupp – landläufig auch Krupphusten genannt – dahinterstecken. Beim Pseudokrupp entzündet sich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder, was zu einer akuten Einengung der Atemwege führt. Voraus geht der Erkrankung in der Regel eine Erkältung. Betroffen sind in erster Linie Kinder im Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren. Vom Pseudokrupp abzugrenzen ist der „echte Krupp“ (Diphterie). Dabei handelt es sich um eine aufgrund der heute gängigen Impfungen selten gewordene Form der Atemwegsinfektion, die potenziell lebensbedrohlich sein kann. Krupphusten selbst ist – anders als eine möglicherweise vorangegangene Virusinfektion – nicht ansteckend. Bei Erwachsenen kommt Pseudokrupp nur äußerst selten vor.

Was sind die Ursachen für Pseudokrupp?

Häufigste Ursache für Krupphusten ist eine Virusinfektion der Kehlkopfschleimhäute und der Luftröhre. Seltener können auch Bakterien oder eine Allergie die Auslöser sein. Luftverschmutzung oder verrauchte Luft kommen ebenfalls als Ursachen infrage. Bisweilen ist Krupphusten bei Kindern auch in Folge einer Überanstrengung der Stimmbänder zu beobachten – besonders häufig ist dies bei Kindern der Fall, die sich im Sprechlernalter befinden.

Wie macht sich Pseudokrupp bemerkbar?

Die typischen Beschwerden treten meist in der Nacht auf: Krupphusten äußert sich in der Regel durch bellenden, krampfartigen Husten, Heiserkeit und pfeifende Geräusche beim Einatmen. Oftmals leiden betroffene Kinder unter Atembeschwerden. Auch Fieber kann die Erkrankung begleiten.

Was tun bei Pseudokrupp?

Die für das Krankheitsbild typischen Hustenanfälle können mitunter derart heftig ausfallen, dass Kinder – und in der Folge auch ihre Eltern – in Panik geraten. Da Angst und Aufregung die Beschwerden jedoch eher verschlimmern, ist es wichtig, das Kind zu beruhigen. Geschehen kann das zum Beispiel durch Körperkontakt und gutes Zureden. Zur unmittelbaren Linderung der Symptome können Eltern dem Kind viel zu trinken geben und es aufrichten, um das Abhusten zu erleichtern. Auch kühle, feuchte Luft wirkt sich positiv auf die Atmung aus.

Krupphusten/Pseudokrupp behandeln – wann zum Arzt?

Hustenattacken bei Kindern sind in den meisten Fällen ungefährlich. Bei einem Pseudokrupp-Anfall oder Verdacht auf Pseudokrupp empfiehlt es sich dennoch, spätestens am Morgen nach der Attacke medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen – z.B. dann, wenn besonders starke Atembeschwerden oder hohes Fieber auftreten. Durch einen Arztbesuch lässt sich auch ein Verdacht auf „echten Krupp“ (Diphterie) ausschließen. Sollte es nötig sein, kann der Arzt Notfallmaßnahmen einleiten. Auch kann er bei Bedarf Kortisonpräparate (z.B. Zäpfchen) verschreiben, die abschwellend wirken.

Wie lässt sich Pseudokrupp vorbeugen?

Luftverschmutzungen und Zigarettenrauch können das Auftreten von Pseudokruppanfällen begünstigen. Daher sollten Eltern für so viel frische Luft wie möglich sorgen und ihren Kindern zuliebe auf das Rauchen verzichten. Da Pseudokrupp darüber hinaus auch in Verbindung mit Allergien auftreten kann, ist der Kontakt mit entsprechenden Auslösern so weit wie möglich zu vermeiden.

Pseudokrupp (Krupphusten)

Pseudokrupp, was ist das eigentlich?

Pseudokrupp wird meist bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren diagnostiziert und tritt häufig im Herbst und Winter nach einer Atemwegsinfektion auf. Durch ein Anschwellen der Schleimhäute im Bereich der Kehle und der Stimmbänder werden die Atemwege verengt, das Kind bekommt schlecht Luft.

Dass vor allem kleine Kinder betroffen sind, liegt an dem noch recht schmalen Kehlkopfbereich, die Schwellung beeinträchtigt die Atmung daher eher als bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Der sogenannte „falsche Krupphusten“ selbst ist nicht ansteckend, wohl aber eine eventuell vorangegangene Virusinfektion. Je besser eine solche also behandelt wird und ausheilt, umso geringer ist das Risiko für Pseudokrupp.

Symptome

Die Symptome bei Pseudokrupp treten verstärkt abends und nachts auf. Tagsüber bildet die Nebennierenrinde körpereigenes Kortison, nachts steht weniger zur Verfügung. Da Kortison abschwellend wirkt, sind die Beschwerden ab den Abendstunden stärker als am Tag.

Charakteristisch ist ein trockener, bellender Husten. Je nach Schweregrad entstehen beim Einatmen pfeifende Geräusche, auch Heiserkeit tritt gelegentlich auf. Fieber kann, muss aber nicht auftreten. Bei einem schweren Verlauf kann sich starke Atemnot einstellen.

Das Kind wird aufgrund der erschwerten Atmung unruhig, deshalb ist es so wichtig, dass Sie selbst Ruhe bewahren.

Ob eine ärztliche Behandlung erforderlich ist, richtet sich nach dem Grad der Beschwerden. Sicherheitshalber sollten Sie eine ernste Erkrankung ausschliessen, die Symptome einer Kehldeckelentzündung beispielsweise können denen des Pseudokrupp ähneln, hierbei handelt es sich jedoch um eine seltene, lebensbedrohliche Erkrankung, die dringend behandelt werden muss.

Weiterhin ist Pseudokrupp nicht mit dem „echten Krupp“, der Diphtherie zu verwechseln, einer heute selten gewordenen Form der Kehlkopfentzündung.

Erste Massnahmen

Zeigt Ihr Kind die obigen Symptome, versuchen Sie selbst ruhig zu bleiben und auch Ihr Kind zu beruhigen. Durch frische, kalte Luft kann die Schwellung der Schleimhäute gelindert werden, stellen Sie sich daher mit Ihrem Kind an ein geöffnetes Fenster. Alternativ kann der geöffnete Kühlschrank gewählt werden.

Auch Cortison wirkt abschwellend. Ein Kinderarzt kann vorbeugend ein entsprechendes Präparat verschreiben.

Hat Ihr Kind begleitendes Fieber (ab etwa 38,5 °C), kann ein Paracetamol-Präparat für Kleinkinder in angemessener Dosierung helfen. Wadenwickel tragen ebenfalls zur Fiebersenkung bei.

Stellt sich Atemnot ein, sollten Sie umgehend einen Arzt verständigen, bei einem schweren Verlauf kann die Behandlung in einer Klinik erforderlich sein. Blaue Lippen sind ebenfalls ein ernst zu nehmendes Symptom, das dringender Handlung bedarf.

Vorbeugende Massnahmen

Da Pseudokrupp oft in Folge einer Atemwegsinfektion durch Viren auftritt, ist es am sichersten, wenn Ihr Kind sich gar nicht erst ansteckt. Das lässt sich natürlich nicht immer vermeiden. Im Falle einer Atemwegsinfektion ist daher eine sorgfältige Behandlung wichtig.

Luftverschmutzungen begünstigen das Auftreten, dazu zählt auch Zigarettenrauch. Rauchen Sie daher nicht in der Wohnung beziehungsweise an Orten, wo sich auch das Kind aufhält, um einer Erkrankung vorzubeugen. Weiterhin wird Pseudokrupp gelegentlich im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen festgestellt, soweit möglich gilt es dann, den Kontakt mit Allergenen zu verhindern.

Was Sie nicht tun sollten

Kommt es bei Ihrem Kind zu einem Pseudokrupp-Anfall, sollten Sie warme, feuchte Luft meiden, denn diese führt nicht zu einem Abschwellen der Schleimhäute. Aus demselben Grund sind warme Getränke bei einem Anfall ungeeignet.

Geraten Sie vor allem nicht in Panik, Ihre Unruhe würde sich auf Ihr Kind übertragen und könnte die Symptome verschlimmern. Besonnenes Handeln hingegen hilft dem Kind, sich zu entspannen und zu beruhigen.

Je ruhiger sie selbst bleiben, umso besser können Sie die Situation beurteilen und entscheiden, ob ein Arzt verständigt werden muss.

Fazit

Pseudokrupp verläuft oft harmlos, schwere Atemnot ist selten. Die Symptome können durch geeignete Massnahmen gelindert werden. Gelingt dies nicht oder werden die Beschwerden stärker, ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Zusammenfassend die charakteristischen Symptome und geeignete Massnahmen:

  • bellender Husten
  • Atemgeräusche
  • Unruhe
  • eventuell Fieber
  • schwerer Verlauf: Atemnot, blaue Lippen
  • kühle, frische Luft wirkt abschwellend
  • Kind beruhigen

Pseudokrupp

Früher bezeichnete man mit „Krupp“ nur die starken Hustenanfälle der Diphtherie. Mit „Pseudokrupp“ meint man heute eine Kehlkopferkrankung, unter der ca. 5% aller Kinder zwischen 6 Monaten und 4 Jahren immer wieder leiden.

Wie entsteht der Pseudokrupp?

Säuglinge und Kleinkinder haben noch einen sehr engen Kehlkopfspalt. Schwillt die Schleimhaut dort an, kommt es zu starker Atemnot und dem charakteristischen „bellenden“ Husten, der vor allem nachts auftritt. Mit zunehmendem Alter wächst sich diese Krankheit deshalb aus. Die Erreger sind meist Viren, seltener Bakterien. Auch die Luftverschmutzung und das Rauchen der Eltern sollen ihren Teil beitragen. Ein Pseudokrupp kann bei anfälligen Kindern (z.B. Asthmatikern) in ungünstiger Umgebung chronisch werden. Zu unterscheiden ist ein Pseudo-Krupp vom Stimmritzenkrampf.

Der typische Ablauf beim Pseudokrupp-Anfall

In der Regel wird das Kind in der kalten Jahreszeit plötzlich nachts durch einen Hustenanfall aus dem Schlaf gerissen. Am Vortag können – müssen aber nicht – die ersten Anzeichen einer Erkältung bemerkbar gewesen sein. Das Kind wird vom bellenden Husten und der Atemnot (laut hörbares, ziehendes Geräusch beim Luftholen) geplagt und gerät in einen Angstzustand mit Herzklopfen, rotem Gesicht und Schweissausbruch. Nach dem Hustenanfall ist es sehr geschwächt, schläft aber rasch wieder ein.

Sie sollten jedoch sofort den Notarzt rufen, wenn

  • Ihr Kind akute, sehr heftige und nicht nachlassende Atemnot hat,
  • sich die Haut zwischen den Rippen beim Einatmen nach innen zieht,
  • die Nasenflügel flattern,
  • sich die Haut, vor allem im Gesicht, bläulich verfärbt,
  • das Kind nicht mehr schlucken kann und Speichel verliert,
  • hohes Fieber (über 40 ° C) besteht,
  • der Puls auf 150 Schläge pro Minute steigt
  • und das Kind sich wegen der starken Angstzustände nicht beruhigen lässt oder sogar apathisch wird.

Nur eine Fachperson kann abklären, ob es sich um den relativ harmlosen Pseudo-Krupp oder um die lebensgefährliche Epiglottitis (Kehlkopfdeckelentzündung) handelt. Die letztere wird von Bakterien (Haemophilus influenzae Typ B, kurz HiB) verursacht. Der Impfstoff ist heute Bestandteil der üblichen Kombi-Impfung im Kindesalter. Bei geimpften Kindern kann es sich also nur um den Pseudokrupp handeln.

Hier finden Sie alles über die wirksame Behandlung und Vorbeugung von Pseudokrupp-Anfällen.

Letzte Aktualisierung : 23-01-20, BH

Pseudokrupp (Stenosierende Laryngitis, Krupphusten)

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Pseudokrupp ist eine akute, virale Infektion der oberen Atemwege. Betroffen sind vor allem Kinder in den ersten drei Lebensjahren. Bei Erwachsenen ist die Erkrankung selten.

Kehlkopf im Querschnitt: Die Pfeile deuten auf die Stimmbänder. Bei Pseudokrupp ist der Kehlkopf und das umliegende Gewebe entzündet ()

Pseudokrupp muss vom echten „Krupp“ abgegrenzt werden. Der echte Krupp bezeichnet eine Entzündung des Kehlkopfes bei Diphterie, die lebensgefährlich sein kann. Dank Impfung ist diese Erkrankung selten geworden.

Darüber hinaus muss der Pseudokrupp auch von der Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) abgegrenzt werden, die potenziell lebensbedrohlich sein kann. Diese Erkrankung ist ebenfalls durch eine Impfung, nämlich die gegen Hämophilus zuletzt sehr stark zurückgegangen.

Die Ursache für Pseudokrupp liegt in einer Infektion mit Viren. Dies sind Viren, die üblicherweise Erkältungserkrankungen verursachen. Als Hauptsymptom tritt anfallsartig bellender Husten auf. Zusätzlich kann es zu Atemnot kommen.

In den meisten Fällen befallen Viren vor allem die oberen Atemwege und führen dazu, dass die Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen anschwellen. Außerdem kann sich vermehrt Schleim in den Bronchien ansammeln. Es kommt zu Heiserkeit und dem typischen bellenden Krupphusten.

Pseudokrupp tritt vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Faktoren wie kalte Winterluft, Luftverschmutzung und Zigarettenrauch begünstigen die Erkrankung. Am häufigsten sind Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren von Pseudokrupp betroffen.

Bei Kindern sind die Atemwege noch sehr klein, dadurch führt eine entzündliche Schwellung rasch zu einer Behinderung der Atmung, seltener auch zu einem Verschluss der Atemwege.

Was sind die Symptome bei Pseudokrupp?

Hauptsymptome, die an einen Pseudokrupp denken lassen müssen, sind

  • Bellender Husten
  • Heisere Stimme
  • Schwierigkeiten beim Einatmen mit pfeifenden oder quietschenden Atemgeräuschen

Meist finden sich in der Vorgeschichte des Pseudokrupps ein Schnupfen, etwas Fieber und eine allgemeine Mattigkeit. Typischerweise beginnen die Probleme meist in der Nacht, einige Stunden nach dem Niederlegen. Die Kinder wachen dann mit dem charakteristischen „bellenden“ Husten auf und ringen gelegentlich nach Luft oder zeigen eine deutlich verschärfte Atmung.

Akute Atemnot

Ist die Atemnot sehr stark, so ist keine ausreichende Sauerstoffversorgung mehr gewährleistet. Mit zunehmender Atemnot ziehen die Kinder Haut und Muskeln oberhalb des Brustbeines und zwischen den Rippen ein.

Da dies sehr anstrengend sein kann, können vor allem kleinere Kinder in den Zustand einer Erschöpfung hineinrutschen und in seltenen Fällen kann sich ein schwerer Sauerstoffmangel einstellen.

Ausgesprochene Alarmzeichen sind Störungen der Ansprechbarkeit und Aufmerksamkeit, Blässe oder Bläue der Haut und Verlust des Bewusstseins. Tritt ein starker Pseudokrupp-Anfall auf, sollten Sie die Rettung (unter 144) rufen.

Pseudokrupp: Dauer

Die Probleme können tagsüber deutlich abklingen, aber in der folgenden Nacht wiederkommen. Während die eigentliche Erkrankung in der Regel innerhalb von 24-48 Stunden beendet sein sollte, können viele Kinder noch 1 – 2 Wochen danach verstärkt husten.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Durch die Krankengeschichte mit dem Auftreten der typischen oben genannten Symptome, klassischerweise in der Nacht nach dem Niederlegen, einer Halsuntersuchung und dem Abhören der Lunge ergibt sich üblicherweise die Diagnose.

Wie wird Pseudokrupp behandelt?

Die Art der Behandlung richtet sich in erster Linie nach Schwere der auftretenden Symptome. In den meisten Fällen wird Pseudokrupp zu Hause behandelt, eine Therapie im Krankenhaus ist selten nötig. Wie bei anderen viralen Erkrankungen heilt auch Pseudokrupp innerhalb weniger Tage von alleine aus.

++ Mehr zum Thema: Behandlung bei Pseudokrupp ++

Woran müssen Sie noch denken?

Kinder die hoch fiebern sind auf eine schwere Verlaufsform oder auf eine ähnlich verlaufende Erkrankung verdächtig. Dabei könnte es sich um eine eitrige Entzündung des Kehldeckels, die Epiglottitis, handeln, die lebensgefährlich sein kann.

Solche Kinder müssen, selbst nur auf den Verdacht hin, in Begleitung eines Arztes unbedingt in ein Krankenhaus gebracht werden (nicht in eine Arztordination, da dort nicht alle Möglichkeiten für eine Freihaltung der Atemwege vorhanden sind). Kinder mit Epiglottitis zeigen neben dem hohen Fieber auch Speichel, der ihnen aus dem Mund rinnen kann, und wirken, als ob sie einen Knödel im Hals hätten.

+++ Mehr zum Thema: Erkältung bei Kindern +++

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Stand der medizinischen Information: Januar 2017

Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft 3. Auflage 2013 unter Letzter Zugriff: Dezember 2016
Ärztezeitung, 13.04.2012 unter http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/810324/pseudokrupp-tun.html Letzter Zugriff: Dezember 2016

Pseudokrupp (Kruppsyndrom)

Bei Verdacht auf Pseudokrupp ist immer ärztlicher Rat gefragt

Ein Pseudokrupp, der zu spät behandelt wird, kann lebensgefährlich werden. Hat Ihr Kind einmal einen Pseudokrupp-Anfall gehabt, kann er sich auch wiederholen. Rechnen Sie vor allem mit der Möglichkeit, dass Ihr Kind auch nachts ohne vorherige Anzeichen einen Pseudokrupp-Anfall bekommen kann. Deshalb:

  • Nehmen Sie grundsätzlich jeden plötzlich auftretenden bellenden Husten Ihres Kindes ernst und lassen Sie Ihr Kind kinderärztlich untersuchen.
  • Bei schwerer Atemnot muss sofort der Notarzt gerufen werden.
  • Der Kinderarzt oder die Kinderärztin wird Ihnen geeignete Maßnahmen empfehlen, um die Atemwege freizuhalten, und gegebenenfalls kortisonhaltige Zäpfchen oder Saft für den Wiederholungsfall verordnen.

Die genaue kinderärztliche Untersuchung ist auch deshalb wichtig, um den Pseudokrupp von dem „echten“ Krupphusten zu unterscheiden, der bei einer Diphtherie oder einer Infektion mit Haemophilus-influenzae-Bakterien (Hib) auftritt. Hierbei handelt es sich um zwei lebensgefährliche Infektionserkrankungen, gegen die ein Kind in der Regel im Rahmen der Grundimmunisierung geimpft wird, sodass sie in Deutschland zum Glück nur noch selten auftreten.

Pseudokrupp bei Kindern: So gefährlich ist das Kruppsyndrom

Wenn das Kind plötzlich nachts bellend hustet, dann steckt oft Pseudokrupp dahinter. Welche weiteren Anzeichen es gibt und wie Sie bei akuten Hustenanfällen reagieren sollten, erfahren Sie hier.

Pseudokrupp, auch Laryngitis subglottica und Kruppsyndrom genannt, beschreibt eine Atemwegserkrankung, bei der es zu plötzlich auftretenden starken Hustenanfällen kommt. Eine lebensbedrohliche Atemnot kann die Folge sein. Ausgelöst wird Pseudokrupp meist durch Viren. Vor allem Kinder bis zu drei Jahren sind von Pseudokrupp betroffen.

Pseudokrupp muss vom „echten“ Krupphusten unterschieden werden, der bei einer Diphtherie oder einer Infektion mit Haemophilus-influenzae-Bakterien (Hib) auftritt. Gegen diese zwei lebensgefährlichen Infektionserkrankungen werden Kinder in der Regel im Rahmen der Grundimmunisierung geimpft. „Echter“ Krupphusten kommt in Deutschland daher nur noch selten vor.

Was ist Pseudokrupp bei Kindern?

Pseudokrupp gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter zwischen acht Monaten und drei Jahren tritt die Krankheit gehäuft auf. Bei Pseudokrupp entzünden sich die Schleimhäute im Bereich der oberen Atemwege (Krupp) und schwellen stark an. Die Atemwege verengen sich, das Kind kann nur schwer Luft holen. Es kann zu schweren Hustenattacken mit lebensbedrohlicher Atemnot kommen.

Ab dem sechsten Lebensjahr sind Luftröhre und Kehlkopf des Kindes dann ausreichend geweitet, sodass es in der Regel nicht mehr zu Pseudokrupp kommt.

Pseudokrupp: Ursache der Erkrankung

In der Erkältungssaison tritt das Kruppsyndrom gehäuft auf. Die Ursache ist eine Infektion der Atemwege, meist in Folge eines eigentlich harmlosen grippalen Infekts (Erkältungsviren). Andere Viren, die Pseudokrupp auslösen können, sind Masern- und Influenza-Viren.

Weitere mögliche Ursachen sind Bakterien, beispielsweise Staphylokokken sowie Allergien, etwa wenn das Immunsystem des Kindes auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben reagiert. Bestimmte Schadstoffe aus der Luft – Zigarettenrauch gilt als besonderer Risikofaktor – begünstigen und verschlimmern das Kruppsyndrom. Auf Rauchen in der Wohnung sollten Eltern daher verzichten.

Pseudokrupp-Symptome: „bellenden“ Husten ernst nehmen

Die Hustenattacken treten vor allem in den Abendstunden oder in der Nacht auf. Zu den Pseudokrupp-Symptomen gehören:

  • „bellender“, „blökender“, intensiver Husten, umgangssprachlich auch Schafhusten genannt
  • keuchender Atem
  • Heiserkeit
  • gepresste Stimme
  • Schluckbeschwerden
  • zischendes oder brummendes Geräusch beim Einatmen
  • Schwierigkeiten beim Luftholen
  • Husten, Schnupfen und Fieber, wenn der Pseudokrupp erkältungsbedingt ist
  • Atemnot
  • Erstickungsangst
  • Weinen

Pseudokrupp-Anfall – was tun?

Laut den Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird die Atemnot des Kindes nur in seltenen Fällen so groß, dass akute Erstickungsgefahr besteht. Meist verlaufe der Pseudokrupp-Anfall ohne Komplikationen und das Kind beruhige sich wieder. Trotzdem ist es möglich, dass es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommt. So können Sie Ihr Kind bei einem Hustenanfall unterstützen:

  • Versuchen Sie, bei einem Hustenanfall Ruhe zu bewahren, damit sich die Atemprobleme Ihres Kindes durch Angst nicht zusätzlich verschlimmern.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, wieder besser Luft zu bekommen. Nehmen Sie es hoch oder setzen Sie es aufrecht hin.
  • Feuchtkühle Luft lindert häufig den Husten. Öffnen Sie ein Fenster und lassen Sie das Kind frische Luft einatmen. Das verbessert zugleich die Sauerstoffzufuhr.
  • Alternativ tut vielen Kindern feuchtwarme Luft gut. Lassen Sie heißes Wasser in die Badewanne einlaufen, damit Dampf entsteht, und setzen Sie sich mit Ihrem Kind auf den Badewannenrand.
  • Falls Sie ein Inhalationsgerät haben, kann das Kind mit Kochsalzlösung inhalieren. Das Salz wirkt befeuchtend und abschwellend.
  • Verstärkt sich der Anfall und bekommt das Kind immer schwerer Luft, rufen Sie den Notarzt unter 112. Atemnot ist ein Notfall.
  • Beruhigt sich Ihr Kind – und erst dann – können Sie ihm in kleinen Schlucken etwas Kühles zu trinken geben, beispielsweise Wasser oder Tee. Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und Milch.
  • Lassen Sie auch nach dem Anfall das Fenster noch etwas geöffnet. Die frische Luft tut den Atemwegen gut. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind warm eingepackt ist.

Kleinkind mit Atemgerät: Um die Atmung zu erleichtern, können Sie das Kind auch mit einer Kochsalzlösung inhalieren lassen. (Quelle: EllenaZ/Getty Images)

Auch wenn der Hustenanfall überstanden ist: Ihr Kind muss zum Kinderarzt. Der Hustenanfall kann sich wiederholen. Ein Pseudokrupp, der zu spät behandelt wird, kann lebensgefährlich werden. Außerdem ist es wichtig, dass der Arzt untersucht, ob möglicherweise ein „echter“ Krupphusten oder eine akute bakterielle Epiglottitis (akute Kehlkopfentzündung) hinter dem Hustenanfall steckt.

Pseudokrupp behandeln: Wie lange dauert der Krupphusten?

Diagnostiziert der Arzt Pseudokrupp, wird er in der Regel kortisonhaltige Zäpfchen, Tabletten, Spritzen oder Sprays verschreiben. Diese bekämpfen die Entzündung und lassen die Schleimhäute abschwellen.

Kortison wirkt erst nach einigen Stunden. In Akutsituationen wird daher Adrenalin über einen Vernebler verabreicht. Diese Inhalationen werden in der Klinik oder kinder- und jugendärztlichen Praxis durchgeführt. Nach zwei Tagen ist der Pseudokrupp meist überstanden.

Allerdings kann sich die Entzündung der Atemwege auf das Mittelohr, die Luftröhre oder sogar auf die Lunge ausweiten – dann dauert der Heilungsprozess länger. Die Gefahr einer Lungenentzündung besteht bei bakteriellen Infektionen. Dann muss mit Antibiotika behandelt werden. Eine Immunität nach Pseudokrupp gibt es nicht, da die Auslöser so vielfältig sind.

  • Husten ohne Erkältung: Mögliche Ursachen im Überblick
  • Fit bleiben: So schützen Sie sich vor Erkältungen und Influenza
  • Meldepflichtig: Diese Kinderkrankheiten sind für Erwachsene gefährlich

Ist Pseudokrupp ansteckend?

Pseudokrupp ist nicht ansteckend, da es sich um eine Entzündung handelt. Ansteckend ist die Erkrankung, die vor dem Krupphusten auftritt und die zur Entzündung der oberen Atemwege führt, beispielsweise eine Erkältung oder Grippe.

Pseudokrupp (Krupphusten)

Ein Pseusokrupp-Anfall tritt meist im Rahmen eines bestehenden Virusinfekts der oberen Luftwege auf und ist eine Sonderform der Kehlkopfentzündung. Die Anfälle treten häufig im Herbst und Winter auf. Bei Erwachsenen tritt Krupphusten äußerst selten auf.

Ursachen für Pseudokrupp

Außer einem Virusinfekt kommen auch folgende Ursachen für Pseudokrupp infrage:

  • bakterielle
  • allergische Reaktionen
  • hohe Schadstoffbelastung in der Umwelt besonders Tabakrauch

Typische Symptome bei Krupphusten

Es gibt einige typische Anzeichen, woran Eltern einen Pseudokrupp erkennen können.

  • trockener, bellender Husten („bellender Seehund“)
  • Heiserkeit
  • Pfeifton beim Einatmen möglich
  • oft zusätzlich Atemnot
  • evtl. leichtes Fieber
  • oft auch leichte Schluckbeschwerden
  • Beschwerden treten plötzlich, meist nachts auf
  • vorangegangener Infekt der oberen Atemwege

Tipps, was Sie bei Pseudokrupp tun können

Kinder erschrecken häufig, wenn sie Husten und Atemnot bei einem Pseudokrupp-Anfall bekommen, was die Beschwerden zusätzlich verstärkt. Folgende Maßnahmen sollten zur Therapie ergriffen werden:

  • Nehmen Sie Ihr Kind in/auf den Arm und beruhigen es.
  • Wickeln Sie ein Jacke oder Decke um sich und das Kind und stellen sich ans geöffnete Fenster, an den geöffneten Kühlschrank oder gehen raus. Kalte Luft wirkt abschwellend auf die Schleimhäute.
  • Geben Sie Ihrem Kind etwas Wasser (Raumtemperatur) zu trinken.
  • Wenn sich das Kind beruhigt hat, können Sie es mit leicht erhöhtem Oberkörper hinlegen oder sich mit ihm zusammen hinlegen, denn viele Kinder brauchen dann die Nähe der Mutter oder des Vaters.

Homöopathie und pflanzliche Mittel bei Pseudokrupp

Homöopathiesollte bei Pseudokrupp allenfalls begleitend angewendet werden, beispielsweise zusätzlich zu Kortisonzäpfchen. Dann erfolgt die Ausrichtung individuell nach den konkreten Symptomen, weshalb hier keine Empfehlung gegeben werden kann. Auch pflanzliche Mittel zeigen in der Regel bei Pseudokrupp keinen Erfolg.

Achtung: Bei Pseudokrupp dürfen keinesfalls Inhalationen mit ätherischen Ölen erfolgen! Diese reizen die Schleimhaut zusätzlich und können ihre Schwellung verstärken.

Wann zum Arzt bei Pseudokrupp?

Vermuten Sie, dass Ihr Kind erstmalig einen Pseudokrupp-Anfall hatte, gehen Sie bitte am Morgen mit ihm zum Arzt. Er kann Ihnen dann entzündungshemmende Kortisonzäpfchen oder Saft zur Therapie des Pseudokrupps aufschreiben, die sie bei einem erneuten Anfall anwenden können.

Sie sollten sofort zum Arzt oder den Notruf wählen, wenn:

  • die leichte bis mäßige Atemnot trotz der oben genannten Maßnahmen nicht besser wird,
  • das Kind hohes Fieber hat oder spricht, als hätte es einen Kloß im Hals (hier könnte es sich schlimmstenfalls um eine lebensbedrohliche Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) handeln)
  • die Haut des Kindes sich blass oder bläulich verfärbt,
  • das Kind unruhig oder schläfrig wird.

Behandlung von Pseudokrupp

Wie die ärztliche Behandlung aussieht, ist von der Schwere der Anfälle abhängig.

Milde Symptomatik (Schweregrad I und II)

Der Krupphusten kommt in den meisten Fällen nicht über die ersten beiden Schweregrade hinaus. Dabei kann es zwar schon zu Atemnot kommen, diese tritt aber nur leicht und nur in Erregung auf. Am wichtigsten ist hier die Beruhigung der kleinen Patienten. Die Behandlung erfolgt durch die Zufuhr feucht-kalter Luft und ausreichendes Trinken. Der Arzt wird wahrscheinlich ein Kortison verordnen. Eventuell kommen auch schon Steroide (meist per Inhalation verabreicht) zum Einsatz. Erleichterung verschafft auch das Hochlagern des Oberkörpers.

Ausgeprägte Symptomatik (Schweregrad III und IV)

In Stadium III und IV tritt deutliche Atemnot auf, auch im Ruhezustand. Die Behandlung des Pseudokrupp erfolgt meist bereits stationär und es wird zusätzlich Adrenalin gegeben. Es kann auch eine Sauerstoffzufuhr über eine Atemmaske erfolgen.

Kann man einem Pseudokrupp-Anfall vorbeugen?

Infekte der oberen Luftwege bei Kindern lassen sich nicht vermeiden. Allerdings gibt es Kinder, die stärker zu Pseudokrupp neigen. Ist dies der Fall, soll Eltern noch stärker auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer achten. dazu vor dem Schlafengehen gut durchlüften und nasse Tücher im Raum aufhängen oder eine Schüssel mit Wasser im aufstellen. Dies gilt besonders am Abend nach einem Pseudokrupp-Anfall. Rauchen sollte in der ganzen Wohnung ein absolutes Tabu sein.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Pseudokrupp?

Meist sind bakterielle oder virale Infektionen die Ursache von Pseudokrupp beziehungsweise Krupphusten. Bakterien und Viren können per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Nase putzen) übertragen werden. Auch eine Schmierinfektion ist möglich, zum Beispiel über Türklinken, Wasserhähne, gemeinsam genutzte Gegenstände. Achten Sie deshalb während der Erkrankung Ihres Kindes besonders auf Hygiene und ausreichende Belüftung der Wohnung.

Dauer des Krupphustens

In der Regel verschwindet der Pseudokrupp innerhalb von zwei bis vier Tagen wieder. Der Husten kann allerdings noch in den folgenden zwei Wochen aufgrund der Reizung auftreten. Der Schreck für Eltern bei Krupphusten ist groß, aber dafür ist er schnell vorbei.

Mehr Infos zu Pseudokrupp im Video vom Kinderarzt

Pseudokrupp – Der Kinderarzt vom Bodensee

Christof Metzler

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