Progesteron tabletten kinderwunsch

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Allgemeine Dosierungs- und Anwendungsrichtlinien.

Diese ersetzten keine ärztliche Diagnose und Behandlung 1):

Es gibt drei wichtige Regeln bei der Hormonersatztherapie:
1. Hormongabe, nur wenn ein Mangel besteht: Verwenden Sie natürliches Progesteron bzw. bioidentisches Östrogen, nur wenn es notwendig ist, nicht einfach nur zur Vorbeugung. Die Östrogendominanzliste kann sie auf Defizite hinweisen. Oft ist ein Hormontest sinnvoll (s. Hormontest)
2. Verwenden Sie bioidentische Hormone statt synthetisch veränderte Hormone:
a) Falls Sie synthetisch verändertes Östrogen verwenden: Hier ist es wichtig, die Östrogenkomponente in Ihrem Mittel auf keinen Fall sofort abzusetzen 2), sondern den Östrogenanteil über mindestens 3 bis hin zu 9 Monaten langsam „auszuschleichen“, sonst kann es zu schweren menopausalen Symptomen führen. Steigen Sie mit Hilfe Ihres Arztes auf ein Produkt 3 ) um, das Sie selbst reduzieren können. Dr. Lee empfiehlt im Allgemeinen, sofort um die Hälfte zu reduzieren und dann weiter zu halbieren, in jedem oder jedem zweiten Zyklus. Machen trotzdem weiterhin Hitzewallungen oder Trockenheit der Schleimhäute ein Problem, kann eine sehr kleine Dosis Östrogen weiter angewendet werden
b) Falls Sie Progestiva (Gestagen) verwenden: Dies kann sofort abgesetzt werden. Beginnen Sie mit einer normalen Dosis von nat. Progesteron.
c) Verwenden Sie nie synthetisches und natürliches Progesteron zusammen.
3. Nur Dosierungen 4), die einen normalen Level wiederherstellen sollen:
Durchschnittswerte für Progesteron sind:
Frauen vor den Wechseljahren: vor d. Eisprung 5-10mg./tgl.
nach dem Eisprung ca. 20-50mg/tgl.
Schwangere: bis zu 400mg/tgl.
Frauen nach den Wechseljahren: 10mg/tgl.

Ganz allgemein sollte die Tagesdosis bei ca. 10-20 mg liegen, aufgeteilt auf morgens und abends, um bei normalen physiologischen Werten zu liegen und sollte im allgemeinen zyklus- und altersgerecht erfolgen. Zyklusgerecht heißt, ich richte die Dosierung nach dem Eisprung oder der Zyklusmitte aus. Sollte ich vor dem Eisprung oder der Zyklusmitte beginnen, fange ich mit geringerer Dosis an, so dass ich ab der Zyklusmitte auf dem physiologischen Level bin. Nach den Wechseljahren ist der Level der 2. Zyklushälfte niedriger.

Viel ist nicht immer das Beste: So wenig wie möglich und so lange wie notwendig. Mit der Dosierung langsam an die Tagesdosis heraufgehen, um herauszufinden, was Ihr persönliche Maß ist. Die eine braucht mehr, die andere weniger. Das betrifft auch die Dauer der Pause. Es muss ausprobiert werden!
Die Dosierung sollte außerdem immer wieder überprüft werden, gefühlsmäßig und/oder kinesiologisch usw.
Informieren Sie sich ganz genau und lernen Sie zu fühlen, was genau stimmt. Wenn sich ein neues Symptom zeigt oder ein altes verstärkt, verändern Sie die Dosis 5).

Überdosierung kann neben Müdigkeit und Sehstörungen auch ein hormonelles Ungleichgewicht hervorrufen und wieder Zeichen von Östrogendominanz machen sowie bei Schilddrüsenüberfunktion die Symptome verstärken! Die Symptome gehen mit Reduktion oder Absetzten der Dosis meistens zurück.

Bei Kinderwunsch sollte Nat. Progesteron mindestens bis zum 3. Monat der Schwangerschaft weiter täglich angewandt oder ganz langsam ausgeschlichen werden, sonst droht Gefahr von Abort! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Bei Verkrampfung des Bauchraumes muss es sofort wieder eingesetzt und die Dosis erhöht werden. Bei älteren Müttern kann es angebracht sein, es eventuell während der ganzen Schwangerschaft nehmen, ebenso bei Abwehrschwäche und Schilddrüsenunterfunktion; bei letztgenannten und bei postnataler Depression sollte es auch nach der Geburt noch weiterverwendet werden, um den starken Progesteronabfall abzubremsen.

Nat. Progesteron erhöht die Möglichkeit einer Schwangerschaft! Bei befürchteter Schwangerschaft durch Verkehr in der fruchtbaren Zeit auf keinen Fall in der 2. Zyklushälfte nehmen! Bei richtiger Anwendung der natürlichen Familienplanung hat das nat. Progesteron allerdings den Vorteil bei verkürzter Gelbkörperphase, die zweite (unfruchtbare) Zyklushälfte zu verlängern.

Wegen der Progesteronrezeptoren sollte in der Anwendung wenigstens 3-7 Tage im Monat pausiert werden.

Allgemeine Dosierungsrichtlinien:
Anwendung für Frauen, die noch eine Menstruation haben:
zyklusgerecht in der 2. Zyklushälfte oder ab dem 12. Zyklustag 6)(1. Zyklustag ist der 1. Blutungstag); normalisiert sich der Zyklus: ab dem Eisprung zur Stabilisierung. Verwenden Sie die Creme 14 Tage täglich, unterbrechen Sie dann die Anwendung, ebenso, wenn eine Blutung eintritt.

Anwendung für Frauen mit unregelmäßiger Menstruation:
drei von vier Wochen die Creme verwenden. Progesteronfreie Woche sollte die sein, wenn Sie die Periode haben oder erwarten. Sollte die Blutung nicht in der progesteronfreien Zeit auftreten und Sie schon wieder mit der Verwendung begonnen haben, und tritt dann nach wenigen Tagen die Blutung ein, Creme 5 Tage absetzten und wieder 3 Wochen anwenden.
Wenn es immer wieder zu Blutungen kommt, so dass sie die Creme nie länger als ein paar Tage anwenden können: entweder die Creme drei oder vier Wochen weglassen und wieder von vorne anfangen, oder 3 Wochen lang nehmen und dann eine Woche lang weglassen, egal ob es zu einer Blutung kommt. Wenn die Blutung sich eingependelt hat, Anwendung der Creme dem Ablauf des Zyklus anpassen. Auch hier gilt: bis zur Zyklusmitte langsam steigern, bis der Normallevel erreicht ist.

Anwendung für Frauen, die keine Menstruation haben 7 ):
21-25 Tage pro Monat. Viele Frauen machen die erste Woche im Monat zu ihrer progesteronfreien Zeit. Manche haben aber auch innere Anzeichen, wann ihre Periode beginnen würde. Dann ist es gut, da Pause zu machen. Die Pause soll der Gebärmutter die Möglichkeit geben zu bluten, wenn sie eine Schleimhaut aufgebaut hat und verhindern, dass die Rezeptoren für das Progesteron unempfänglich werden.

Außer bei Osteoporose gilt, wenn Sie das Progesteron mehr als ein Jahr angewendet haben und Ihre Symptome verschwunden sind, sollten Sie es in Absprache mit dem Arzt absetzen um herauszufinden, ob Sie es noch brauchen oder nicht.
Um die volle Wirkung der Creme zu erfahren, sollten Sie die Creme mindestens drei bis vier Monate angewendet haben. Bei Osteoporose kann man frühestens nach 6 Monaten sichtbare Ergebnisse erwarten.

Anwendungstips:
*Je größer die behandelte Stelle, desto besser ist die Absorption.
*Creme nicht jeden Tag auf die selbe Stelle geben.
*Sanft auftragen, Hände nicht waschen
*Eventuell vorher die Stelle mit einem weichen Bürstchen behandeln.
*Genug Zeit dafür nehmen, sie ganz bewusst und liebevoll aufzutragen.
*Die Creme wird am leichtesten aufgenommen an Stellen, wo die Haut dünn ist: Handflächen, wenn sie nicht schwielig sind, Brustkasten, Innenarme, Nacken und Gesicht, Fußsohlen, wenn sie nicht schwielig sind. Im Gegensatz zu früheren Ansichten sind Po, innerer Oberschenkel und Unterbauch nicht so aufnahmefähig.
*Die Bettgehzeit ist für die Anwendung gut, weil an den Händen noch Creme ist und weil diese beruhigt. Falls die Creme 2 x am Tag verwendet wird (was besser ist) in der Früh weniger und am Abend mehr geben.

Nat. Progesteron ist gut zusammen mit Homöopathie anwendbar. Es stört nicht deren Wirkung.
Sonstiges:
Was auch den Eisprung wiederherstellen kann:
– Fußreflexzonenmassage (zyklusgerichtet)
– Luna Yoga
– Bioenergetik (z.B. Beckenklopfen) – Beckenbodentraining
– Stressmanagement

Vermeide:
– allzu große Anstrengungen
– strenge Diäten
– missbrauchende Beziehungen
– Zucker und raffinierte Kohlehydrate
– arbeite Deine Traumata mit Therapie und Tagebuchführen auf
Blutzuckerspiegel
Der Blutzuckerspiegel spielt eine wichtige Rolle für unsere Hormone. Er kann sich uns bemerkbar machen durch Kopfschmerz, leichte Übelkeit, Schwäche, Schwindel oder Gereiztheit. Eine Unterversorgung lässt die Hormonsteuerung erst recht aus den Fugen geraten. Also alle 3 Stunden stärkehaltige Nahrung wie Wurzeln, Knollen, Samen, Getreide, Reis, Kartoffeln, Cashew-Nüsse usw. Auch ein Müsliriegel oder ein Traubenzucken kann hilfreich sein. Kein Überspringen der Mahlzeiten in hormonell schwierigen Zeiten. Eine Diät kann den ganzen Zyklus durcheinander bringen. Häufig findet kein Eisprung statt.
Auf ausreichende Vitaminzufuhr achten:
Dr. Lee empfiehlt Praemenopausefrauen, wenn die Hormone aus der Balance sind:
Vitamin B-Komplex, der 50 mg Vit. B6 enthält
Vit. C, 1000 mg, 2x tgl.
Vit. E, 400 IE tgl. bis zu 800 IE
Magnesium 500 mg. zur Bettzeit
Zink, 15-30 mg/tgl.

Diese Empfehlungen sind allerdings für europäische Verhältnisse sehr hoch dosiert. Bitte den genauen Bedarf genau überprüfen.

Häufig sind auch leberwirksame Mittel angesagt, wie z.B. Mariendistelprodukte.
Phyto-Östrogene: Über die schädliche Wirkung von hochdosierten Soya- und Rotkleetabletten s. das Buch von John R. Lee zum Thema Brustkrebs s.o., S. 262-284 („The light and dark sides of soy“). In diesen Produkten ist das Isoflavon Genistein enthalten. Es hat sehr wenig Affekt auf vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen, Nachtschweiß und Scheidentrockenheit. Es kann aber das Zellwachstum in Form von Tumoren fördern und die Schilddrüsenhormonproduktion blockieren. Dr. Lee empfiehlt lediglich Tofu, Tempeh und Miso. Eine deutsche Zusammenfassung sowie weitere Artikel zu diesem Thema sind bei mir erhältlich.

Psychische Aspekte:

Bei längeren und schweren Beschwerden ist es nach meiner Erfahrung unumgänglich, sich mit der eigenen Psyche zu beschäftigen. Warum habe ich gerade dieses Zeichen von Östrogendominanz? Warum tun mir gerade meine Brüste weh, ich könnte ja auch ein Myom haben? Was sagt mir das betroffene Organ? Wo verschließe ich mein Herz? Was habe ich nicht verarbeitet? Was bereitet mir Kopfzerbrechen, was für eine Verletzung oder Wut habe ich im Bauch? Wo fühle ich mich ausgeblutet? Was für ein Trauma hat meine Gebärmutter gespeichert? Was will kreativ ausgedrückt werden? usw. Hören Sie sich genau zu, wie Sie Ihre Beschwerden ausdrücken und was das für Sie bedeutet. In manchen Fällen kann auch eine (körper)therapeutische Behandlung notwendig und hilfreich sein.
Ist die innere Symptomatik nicht aufgearbeitet, kann das Symptom sich nicht bessern oder es verschiebt sich. Wenn Schmerz unter psychischen Belastungen erfahren wurde, prägt sich dies ein. Die Nerven zur Weiterleitung des Schmerzimpulses werden sensibler. Die Orte für Schmerz- und Gefühlsverarbeitung liegen nahe beieinander. Das Gehirn vernetzt beide Zustände, so dass durch Stress auch Schmerz ausgelöst werden kann. Das kann eine Weile kompensiert werden. Auf die Dauer aber führt kein Weg vorbei an der Bearbeitung der eigenen Traumata und die Verarbeitung und dem Umgang der ureigen Ängste und Stressmomente.
Meine Erfahrung mit Frauen mit langen und schwierigen Krankheitsgeschichten ist, dass diese – gezwungen durch die Krankheit – oft einen enormen Entwicklungsweg gegangen sind. Die Krankheit ist ein Weg geworden, einen liebevollen und achtsamen Umgang mit sich selbst zu lernen und erst einmal sich und der eigenen Wahrnehmung als der einzig richtigen und wahren Instanz zu vertrauen. Es lohnt sich dabei zu bleiben und die Früchte zu ernten.

Eine sehr wichtige, praktische und gute Hilfe, seinen Gefühlen näher zu kommen, ist das Buch von Brandon Bays, The Journey, Der Highway zur Seele, erweiterte und überarbeitete Neuausgabe, Allegria 2012. Es ist auch eine CD dazu erhältlich
Nat. Progesteron hat nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch auf die Psyche einen ausgesprochen ausgleichenden und schützenden Einfluss 8 ). Eine Patientin, die schwer unter Mobbingattacken litt, hat es so formuliert: „Ohne natürliches Progesteron hätte ich das nicht überlebt“. Natürliches Progesteron wurde ursprünglich als kosmetisches Mittel für die alternde Haut entwickelt. Und es macht tatsächlich äußerlich und innerlich eine „dickere Haut“.

Das Gleichgewicht wiedergewinnen…
Nicht umsonst leiden heute so viele Frauen an Erscheinungen der „Östrogendominanz“. Viele sind nach Östrogen süchtig, weil es putscht, und können es nur unter größten Schwierigkeit absetzten 9). Östrogen entspricht dem Macher-Prinzip, der Produktion (Eier, Zellwachstum) und Leistung, und hat auch eine psychische Komponente. Es entspricht dem männlichen Anteil, dem Yang-Prinizip. In der ersten Zyklushälfte sind die Frauen auch aktiver nach außen gerichtet. Durch die Hormonersatztherapie mit Östrogen sind sie den ganzen Monat in diesem Aspekt. Progesteron, das „Nestbildungshormon“, entspricht dem weiblichen Anteil, dem Yin-Prinzip des Empfangens, des Austragens, des Abwartens, des Geschehenlassens, des Reifenlassens. In unseren stressbedingten Zeiten 10)hat diese Qualität, des in sich ruhenden Geschehenlassens, des langsamen Ausbrütens oft keinen Platz mehr, obwohl es so nötig wäre. Eine Östrogendominanz ist auch hier ein Zeichen, dass es gilt, diese Qualität wieder zu entdecken und zu leben und für ein Gleichgewicht von Aktion nach außen und der Ruhe in sich selbst zu sorgen. Natürliches Progesteron kann eine zusätzliche Hilfe sein, diese wieder mehr zu leben.
Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es ganz wichtig ist, dass wir die Zeit der sogenannten Wechseljahre als eine wichtige Chance begreifen, als eine Übergangszeit, die uns die Möglichkeit gibt, Altes abzuschließen und sich allmählich neu zu orientieren. Nicht nur unser Körper, sondern auch unsere Psyche und unser Selbst muss sich nun umstellen. So wie der Körper seine Fähigkeit zum Austragen von Kindern hinter sich lässt, so haben wir nun auch die Chance, unser Verantwortlich-Sein für Andere, unser Übernehmen von Aufgaben im Außen Stück für Stück loszulassen und uns selbst neu wahrzunehmen und uns mehr um uns selbst zu sorgen. In dieser Umbruchsphase sollten wir uns – auf allen Ebenen – die Unterstützung suchen, die wir brauchen. Natürliches Progesteron kann eine von diesen Hilfen sein, diesen Übergang leichter zu meistern.
Dazu folgende Anregungen:
Northrup (S. 193) schlägt vor: „Alles, was die Funktion des Immunsystems verbessert und den Energiefluss im Körper steigert,…kann… hilfreich sein. Beantworten Sie folgende Fragen ehrlich:
*Welche emotionalen Bedürfnisse haben Sie?
*Welche beruflichen oder privaten Veränderungen wären für sie wirklich förderlich?
*Gibt es Konkurrenzen oder Konflikte, aus denen sie sich nicht befreien können.
*Sind Sie bereit, Veränderungen einzuleiten?
*Bekommen Sie genügend Ruhe?
*Glauben Sie, dass Sie die Macht haben, Ihre Lebensbedingungen zu verändern.“ – Hier ist auch das 15. Kap. von Northrup wichtig: „Zwölf Schritte zur Heilung“. Es beginnt mit einem Fragebogen zur Bestandsaufnahme.
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1) Ärztenlisten finden Sie unter Information.
2)In extrem stressreichen Zeiten ist es gut abzuwägen, ob ein Absetzten gerade jetzt sinnvoll ist. S. u. psychische Aspekte.
3) Ärzte verschreiben häufig z. B. Estreva Gel oder Gynokadin
4)Halten Sie sich bei der Mengenangabe (mg) an die Packungsanweisung. Bleiben Sie bei den physiologischen Werten.
5)Frau Buchner (www.hormonselbsthilfe.de) macht über die genaue Dosierung und Anwendung Fortbildungsgruppen.
6)Fangen Sie in diesem Fall mit geringerer Dosis an, die Sie zur Zyklusmitte (bzw.Eisprung) steigern, um dann auf dem gleichen Level (max.20 mg.) zu bleiben.
7 )Hier ist geringer zu dosieren und auch wieder zykusgerecht bis zur 2. Zyklushälfte zu steigern. S.o.
8)S. natürliches Progesteron Anm. 17f.
9)S. Dosierung.
10)Langandauernder Stress bringt die hormonelle Balance durcheinander und führt zu Zuständen der Östrogendominanz.

Progesteron? Progesteronmangel? Progesteronmangel!

Progesteron (Foto: Adobe Stock, © makaule)

Zwei wichtige Mythen geistern um das Hormon Progesteron:

  • braucht frau nur wenn sie schwanger werden will und
  • braucht mann überhaupt nicht

Weit gefehlt! Warum wir alle Progesteron brauchen und warum die meisten von uns einen Mangel haben und was die Auswirkungen sein können – dies erfahren Sie in meinem heutigen Artikel.

Was ist Progesteron und was sind seine Aufgaben?

Progesteron ist ein geschlechtsneutrales Hormon, das heißt sowohl Männer wie Frauen brauchen es. Bei beiden wird es in der Nebenniere gebildet, bei der Frau zusätzlich in den Eierstöcken und beim Mann in den Hoden.

Es ist eine unverzichtbare Vorstufe für weitere Hormone, wie Testosteron, Östrogen und Cortisol. Ein Mangel an Progesteron kann also zu einem Mangel der anderen Hormone führen.

Progesteron ist aber auch ein Gegenspieler für die „weiblichen“ Östrogene und das „männliche“ Testosteron (in Anführungszeichen, da Östrogene und Testosteron bei Männern UND Frauen vorkommen – nur in unterschiedlichen Mengen). Kommt es zum Ungleichgewicht der Hormone kann dies eine Reihe von Konsequenzen haben. Was aber stört das Gleichgewicht?

Progesteron wird auch Gelbkörperhormon genannt, da es bei der Frau vor allem im corpus luteum, dem Gelbkörper, gebildet wird. Dieser bleibt nach dem Eisprung im Eilleiter und übernimmt in der zweiten Zyklusphase der Frau die verstärkte Bildung dieses im Falle einer Befruchtung für die Schwangerschaft wichtigen Hormones. Progesteron erhält die Schleimhaut in der Gebärmutter, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten kann. „Pro gestare“ ist lateinisch und bedeutet so viel wie „für das tragen“. Allein an diesem Namen kann man sehen, dass die sonstige Bedeutung dieses Hormons für unsere Gesundheit lange unterschätzt wurde – und noch wird.

In diesem Zusammenhang haben wir den ersten Punkt, an dem etwas schief laufen kann. Denn viele Frauen haben heute keinen Eisprung mehr – nicht erst in den beginnenden Wechseljahren, sondern schon viel früher. Stress und Umweltgifte spielen eine Rolle, aber vor allem die Verwendung von hormonhaltigen Verhütungsmitteln. Die Pille unterbindet den Eisprung. Infolgedessen kommt es daher also nicht zur normalen erhöhten Produktion von Progesteron. Das in der Pille enthaltene Gestagen ist synthetisch und ist nicht mit körpereigenem Progesteron vergleichbar. Hieraus entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Östrogene. Diese brauchen aber ihren Gegen- und Mitspieler Progesteron um voll wirksam zu sein.

Gestagene (künstliches Progesteron) und Östrogene gelten anerkanntermaßen als krebserregend. Darüber redet nur niemand, deswegen wissen es die wenigsten!

Hormone? Das ist doch für Männer kein Problem… wirklich?

Auch Männer betrifft dieses Ungleichgewicht. Viele Männer leiden unter einer Östrogendominanz – natürlich ohne es zu wissen. Östrogen bildet sich im Fettgewebe und führt so bei übergewichtigen Männern zu einer Verweiblichung.

Nehmen Sie vielleicht sogar sogenannte Cholesterinsenker ein? Schlecht – denn Progesteron wird aus Cholesterin hergestellt! Ein hoher Cholesterinwert kann somit ein Zeichen für ein Problem in der Hormonsynthese sein – das Cholesterin bleibt ungenutzt liegen, statt weiter verarbeitet zu werden. Eine Senkung des Wertes bleibt auf jeden Fall nicht ohne negative Folgen für die Hormonproduktion.

Sogenannte Xenoöstrogene aus der Umwelt werden von uns allen aufgenommen. Dies sind körperfremde Östrogene, die sich in Kunststoffen, Reinigungsmitteln und Kosmetika und anderen aus Erdöl hergestellten Dingen befinden können. Unser Trinkwasser beinhaltet zunehmend Östrogene, da diese in den Klärwerken nicht entfernt werden können. Xenoöstrogene reichern sich vor allem im Fettgewebe von Tieren an – Vorsicht also vor fettem Fleisch!

Östrogen, das nicht durch seinen Mit- und Gegenspieler Progesteron balanciert wird, wird zum Problem im Körper. Die gängige Meinung ist leider immer noch, dass viele Frauen unter einem Östrogenmangel leiden würden, vor allem mit Beginn der Wechseljahre. In der Tat haben sie jedoch häufig aufgrund des schon länger fehlenden Eisprungs einen Progesteronmangel und somit einen Östrogenüberschuss!

Progesteron – das „Wohlfühlhormon“

Schauen wir uns die Aufgaben von Progesteron an: es erhält uns gesund und leistungsfähig, körperlich und geistig fit. Es sorgt für unsere emotionale Ausgeglichenheit und kann zu Recht als „Wohlfühlhormon“ bezeichnet werden.

Ein Fünftel der Rezeptoren für Progesteron liegt im Gehirn! Dies zeigt, wie wichtig es für eine gesunde Hirnleistung ist. Es fördert die Konzentration und verbessert den Schlaf. Es vermag sogar verletzte Gehirnstrukturen zu reparieren, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Progesteron ist am Aufbau der Nervenhüllen, dem sogenannten Myelin, beteiligt und somit für eine gesunde Nervenfunktion mit verantwortlich.

Progesteron bremst das durch Östrogene angeregte Zellwachstum, indem es Zellen vermittelt, wann sie absterben sollen. Somit schützt Progesteron vor Zysten, Gewebeveränderungen und verschiedenen Krebsarten, bspw. Brustkrebs.

Beim Mann dient Progesteron als Gegenspieler für das Testosteron und wirkt gesundheitsfördernd für die Prostata.

Progesteron ist an der Blutdruckregulation beteiligt, stärkt die Gefäße und hält sie elastisch – es stärkt somit das Herz. Es verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und kann so Thrombosen verhindern. Dies bietet einen Schutz vor Herzinfarkt und Embolien. Schlaganfällen und Venenbeschwerden wird vorgebeugt.

Es strafft das Bindegewebe, fördert das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln und ist vor allem am Knochenaufbau beteiligt. Viele Frauen leiden nach den Wechseljahren an einer verminderten Knochendichte. Dies kann am fehlenden Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron liegen. Die Therapie einer Osteoporose sollte also in jedem Falle den Progesteronwert im Auge haben.

Die Schilddrüse – immer häufiger ein Problem

Ich begegne immer mehr Menschen mit Schilddrüsenproblemen – vielleicht liegt die Ursache aber nicht bei TSH, T3 und T4, sondern beim Progesteron? Denn dieses verbessert die Verwertung der Schilddrüsenhormone und schützt die Schilddrüse vor Entzündungen wie der Hashimoto Thyreoditis.

Als Vorläufer für Cortisol ist Progesteron wichtig für eine gesunde Stressverarbeitung und für das Immunsystem. Cortisol wird vermehrt morgens ausgeschüttet um den Körper zu wecken und leistungsfähig zu machen. Einer der Gegenspieler des Cortisols ist Melatonin, das sogenannte „Schlafhormon“. Ein Progesteronmangel führt somit zu Cortisolmangel und somit zu chronischer Müdigkeit, depressiver Verstimmung und bis zum Burnout.

Und nicht zuletzt wandelt Progesteron Fett in Energie um und schwemmt Wasser aus dem Körper. Klappt es also mit dem Abnehmen nicht, so sollten Sie überprüfen ob Progesteron im richtigen Verhältnis zu den anderen Hormonen vorhanden ist. Denn Östrogen lagert Fett im Körper ein und führt zu Zellulite.

Auswirkungen eines Progesteronmangels:

Die Folgen eines Progesteronmangels und eines Überschusses an Östrogen sind somit verständlich. Bei beiden Geschlechtern kann dies laut dem Buch „natürliche Hormontherapie“ der Autorinnen Scheuernstuhl und Hild zu folgendem führen:

  • Allergien (Asthma, Ekzeme, Schnupfen)
  • Autoimmunstörungen (zum Beispiel Morbus Hashimoto, Lupus erythematodes, Multiple Sklerose)
  • Beschleunigung des Alterungsprozesses
  • Blutdruckprobleme
  • Chronische Schmerzen
  • Denkstörungen, Konzentrations- und Merkstörungen, Vergesslichkeit
  • emotionale Verstimmungen, Depressivität mit innerer Unruhe und Angststörungen, Panikattacken
  • Erschöpfung, Leistungsschwäche
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Gewichtsprobleme
  • Haarausfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • kalte Hände und Füße
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • nachlassende Knochendichte (Osteopenie / Osteoporose)
  • Ödeme
  • Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • veränderte Blutgerinnung mit der Gefahr von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Thrombosen
  • vermehrtes Fettgewebe an Bauch, Hüften und Schenkeln
  • Völlegefühl, Gefühl von „Aufgeblasensein“

Bei Frauen:

  • Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs und Brustkrebs
  • Mastodynie, Mastopathien (= schmerzende, berührungsempfindliche Brüste)
  • Myome
  • Unfruchtbarkeit
  • verlängerte, heftigere Regelblutungen
  • Wechseljahrsprobleme
  • Zellveränderungen am Muttermund (Cervixdysplasien, Pap III und schlechter)
  • Zysten in den Brüsten und an den Eierstöcken

Bei Männern:

  • Gewichtszunahme, Fetteinlagerung
  • Depressionen
  • Impotenz, Libidoverlust
  • Prostataprobleme
  • Zeugungsunfähigkeit, schlechte Spermienqualität, zu geringe Spermienzahl

Was sollten Sie tun, wenn Sie an einer dieser aufgelisteten Zustände leiden? Und wie können Sie dem vorbeugen?

Als erster Schritt: lassen Sie Ihren Hormonstatus bestimmen. Dieses Thema betrifft wie wir gesehen haben eben nicht nur die Frauen in den Wechseljahren! Ein unausgeglichenes Verhältnis der Hormone kann alle Menschen – auch schon Kinder – beeinträchtigen.

Ein Hormontest sollte immer aus dem Speichel erfolgen und nicht aus dem Blut. Dies ist wesentlich aussagekräftiger, da im Blut auch die an Transportmoleküle gebundenen, unwirksamen Hormone vorhanden sind. Ich rate von Selbsttests aus dem Internet ab, da es große Qualitätsunterschiede bei den Laboren gibt. Und aussagekräftige Daten sind die Basis für eine weitere therapeutische Behandlung.

Lassen Sie sich von mir fachkundig zum Thema bioidentische Hormone beraten.

Das große Problem der letzten Jahre ist insbesondere für die Frauen die Therapie mit künstlichen Östrogenen und Progesteron, den sogenannten Progestinen. Diese synthetischen Progestine haben eine Reihe von Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Depression, Gewichtszunahme und ein hohes Brustkrebsrisiko.

Fällt Ihnen etwas auf? Dies sind die oben geschilderten Gefahren einer Östrogendominanz! Die Gestagene haben somit gar keine Wirkung! Synthetische Östrogene wurden lange Zeit gegen Wechseljahrsbeschwerden verschrieben. Mit drastischen Folgen, denn mittlerweile ist durch mehrere Studien bekannt, dass diese Medikamente mit Hormonwirkung Herzinfarkte und Schlaganfälle fördern und unter ihrer Einnahme das Brustkrebsrisiko drastisch steigt.

Eines der Probleme ist, dass mit diesen Medikamenten Stoffe in den Körper kommen, die dieser nicht kennt und somit nicht verstoffwechseln kann. Der Körper muss sie ausscheiden, was nicht immer gelingt. Kleinste Moleküle im sensiblen Hormonhaushalt können gravierende Folgen haben.

Hinzu kommt, dass diese Medikamente die Rezeptoren im Körper für die körpereigenen Hormone blockieren und somit das Gleichgewicht der Hormone noch mehr durcheinander gerät. Ein harmonischer und gesunder Stoffwechsel sieht anders aus.

Lassen Sie sich also keine synthetischen Hormone verschreiben, denn nur die sogenannten bioidentischen Hormone sind in ihrer Struktur wirklich identisch mit den körpereigenen Hormonen. Sie entfalten ihre Wirkung genauso wie die im menschlichen Organismus gebildeten Hormone, ganz ohne Nebenwirkungen!

Lassen Sie sich von mir in meiner Praxis beraten und behandeln. Ich freue mich für eine Terminabsprache auf Ihren Anruf.

Bitte beachten Sie, dass ich weder telefonisch noch per E-Mail Beratungen durchführe. Nur Patienten, die ich auch persönlich kenne, kann und darf ich behandeln.

myNFP

Hallo ihr Lieben,
ich war gestern bei der FA wegen unerfülltem Kinderwunsch und Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte (versuchen jetzt ca. ein Jahr).
TSH war zu hoch, dafür nehme ich L-Thyrox 50mg – müsste so langsam auch eingestellt sein (Schon im Oktober festgestellt).
Sie hat eine Ultraschall-Untersuchung (ZT 14) gemacht und ein Ei ca. 2cm groß kurz vor dem Eipsrung gesehen – sonst auch nichts auffällig – alles gut.
Hormonstatus war ok – die einzige Vermutung meiner FA war, dass eventuell der Progesteronspiegel später im Zyklus absinkt und daher eventuell die Schmierblutungen
kommen und das Nicht-Schwanger-Werden kommt. Der Hormonstatus an Tag 21 war aber ok (PROG 15,19 ng/ml) – einen Tag später fing allerdings die Schmierblutung schon an.
Sie hat mir nun Famenita 200mg + 100mg = 300mg zur Einnahme ab Ovulation bis Blutung gegeben.
Außerdem Comifen zur Einnahme ZT 3-7.
Ich bin jetzt eigentlich etwas verunsichert.
1. Meine Hochlage war letzten Zyklus 13 Tage – das deuted für mich nicht auf einen Progesteronmangel hin.
Der Hormonwert ja auch nicht – könnte der Wert tatsächlich so schnell absinken und die Temperatur trotzdem oben bleiben?
2. Ist die Dosierung von 300mg nicht recht hoch? Oder ist das eine normale Dosis??
3. Was soll ich mit Clomifen? Ich habe regelmäßige Eisprünge (Ovutest + Temperatur-Umschwung) und das hat ja auch der Ultraschall bestätigt,
dass da ein wunderschöner Follikel ist… (irgendwie hatte ich das Gefühl ich hab schon unser Baby gesehen – mein Gott wie gefühlsduselig *g)
Ich hab irgendwie das Gefühl, sie hat mir einfach mal alles mitgegeben.
Für mich ist eigentlich recht klar, dass ich Clomifen nicht nehmen möchte. Ich sehe irgendwie keinen Sinn darin.
Bei dem Progesteron bin ich mir allerdings unsicher. Kann es schaden?
Soll ich es wirlich bis zur Blutung nehmen? Lese bei vielen, die dann deutlich später ihre Blutung bekommen und nach 14 Tagen und negativem SST absetzen.
Und mit der Dosis bin ich mir auch irgendwie unsicher.
Wenn es allerdings die Schmierblutungen endlich beseitigen würde, wäre das grandios. Angst hab ich aber auch etwas vor den Nebenwirkungen.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

Positiver Schwangerschaftstest: Wie Du Deine Zweifel beseitigst

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Positiver Schwangerschaftstest: Wechselbad der Gefühle

Ein positiver Schwangerschaftstest bringt fast immer eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit sich. Du bist außer dir vor Freude und dann, ganz plötzlich, bist du besorgt und ängstlich. Ist das Ergebnis wirklich richtig? Oder kann der Test ein falsch positives Ergebnis anzeigen? Ist die Linie auf meinem Test heller als sie sein sollte? Wenn Du schon längere Zeit versuchst schwanger zu werden, ist diese Situation das Letzte, was Du gerade gebrauchen kannst.

Atme noch einige Mal tief ein und aus. Ich werde dir helfen, Ordnung in diese Verwirrung zu bringen. Versprochen!

Schwangerschaftstest falsch positiv: Gibt es Verdunstungslinien?

Die Frage nach einem falsch positiven Testergebnis ist oftmals mit der Frage verbunden, ob es die sogannte Verdunstungslinie auf einem Schwangerschaftstest gibt.

Ein Schwangerschaftstest misst das Schwangerschaftshormon hCG in Deinem Urin. Die 2. Linie auf deinem Schwangerschaftstest oder die digitale Anzeige „schwanger“ entstehen nur dann auf Deinem Schwangerschaftstest, wenn dieser tatsächlich HCG finden konnte. Ich schreibe hier eigentlich, weil es viele Berichte gibt, die von einer sogenannten Verdunstungslinie auf dem Schwangerschaftstest berichten.

Wie sieht eine Verdunstungslinie aus?

Die Verdunstungslinie wird als ganz leichte und schwache 2. Linie auf dem Schwangerschaftstest beschrieben. Sie sieht aus wie ein Schatten, manchmal gräulich gefärbt und scheint der Erfahrung vieler Frau nach bei manchen SS Tests im Laufe der Trocknung zu entstehen.

Der Schwangerschaftstest erscheint positiv, tatsächlich bist Du aber nicht schwanger. Auf vielen Fotos konnte ich sehen, dass diese Linie fast farblos ist und man sie nur sehen kann, wenn das Licht in einem bestimmten Winkel auf den Test fällt.

Verdunstungslinie?

Wenn du zweifelst, ob dein positiver Schwangerschaftstest vielleicht nur eine Verdunstungslinie anzeigt, dann wiederhole den Test in 2 Tagen.

Wenn du schwanger bist, sollte die Testlinie bei Deinem Folgetest stärker sein. Du kannst beide Testergebnisse miteinander vergleichen.

Verdunstungslinie: Umfrage bei Facebook und Instagram

Um weitere Erfahrungen zu sammeln, habe ich in Kinderwunsch Gruppen bei Facebook und Instagram eine Umfrage gestartet.

Meine Umfrage zur Verdunstungslinie

Und wie erwartet gab es viele Rückmeldungen von Frauen, die sich sicher sind, dass es die Verdunstungslinie gibt. Viele haben direkt Beweisfotos an ihren Kommentar gehängt. Mindestens genauso viele Frauen berichten aber, dass der 2. Strich auf ihrem Test tatsächlich die vorliegende Schwangerschaft nachgewiesen hat.

Andere haben keine Erfahrungen mit einer Verdunstungslinie. Letztendlich bleibt also weiter unklar, ob es die Verdunstungslinie gibt oder nicht.

Ich habe nach Kommentaren der Hersteller von Schwangerschaftstests gesucht, allerdings hierzu kaum etwas gefunden. Das Problem gibt es übrigens nicht bei digitalen Schwangerschaftstests. Diese zeigen ganz eindeutig „schwanger“ oder „nicht schwanger“ an.

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* Zuletzt aktualisiert am 3.02.2020. Es handelt sich um Werbe-Links.

Schwangerschaftstests: Gebrauchsanweisung lesen

Ein Ergebnis steht für mich nach meiner Umfrage fest:

Es ist wirklich wichtig, dass du vor Deinem SS Test die Gebrauchsanweisung aufmerksam studierst. Die Gebrauchsanleitung enthält die Angabe darüber, nach wieviel Minuten Wartezeit du das Ergebnis ablesen kannst. So kann dort beispielsweise stehen, dass du den Test nach 3 Minuten ablesen sollst.

Es ist wichtig, diesen Anweisungen zu folgen, um ein sicheres Ergebnis zu erhalten. Denn Laut Angaben vieler Hersteller sind Ergebnisse nach 10 Minuten nicht mehr auswertbar. Wartet man ab bis der Test getrocknet ist, kann es sein, dass sich im Testfeld eine 2. kaum sichtbare Linie bildet. Echte Testlinien sind hingegen pink oder blau (je nach Test), Du kannst sie aus jedem Blickwinkel sehen und sie bleiben auch noch über Tage bestehen.

Schwangerschaftsfrühtests und das Problem der Unsicherheit

Ich habe einen Blogartikel geschrieben, warum ein sehr früher Schwangerschaftstest meistens mehr Probleme als Gewissheit bringt.

Schwangerschaftsfrühtest: Zuverlässigkeit und Sicherheit

Am besten du testest frühestens am Tag deiner ausbleibenden Periode. Ich weiss, das ist schwer, aber früher durchgeführte Schwangerschaftstests bergen jede Menge Enttäuschungspotential. Denn es besteht die Gefahr eines falsch negativen Testergebnisses für dich.

Positiver Schwangerschaftstest: Bilde ich mir die 2. Linie ein?

Fragst du dich gerade, ob du dir die pinke oder blaue Linie auf Deinem Schwangerschaftstest vielleicht einfach nur einbildest? Ich kann versichern, dass du nicht die erste Frau bist, die sich diese Frage stellt. Ich kann mich gut an die vielen Situationen erinnern, in denen ich dachte, dass auf meinem Test eine hauchzarte rosa Linie zu erkennen sei.

Leider sah außer mir keiner diese Linie. Hier war der Wunsch Vater des Gedankens.

Zögere nicht, deinen Partner oder Freunde bei der Auswertung einzubeziehen. Viele Frauen machen kurzerhand ein Foto vom Test und holen sich Meinungen zum Ergebnis über Facebook, Instagram oder ein Kinderwunsch Forum ein.

Falsch positiver Test bei einer Kinderwunschbehandlung?

Ein positiver Schwangerschaftstest bedeutet, dass du sehr sehr wahrscheinlich schwanger bist.

Ich mache hier eine Einschränkung, weil es Medikamente im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung gibt, die zu einem positiven Schwangerschaftstest führen können ohne dass du schwanger bist.

So wird beispielsweise der Eisprung im Rahmen einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke meistens mit humanem Choriongonadotropin (hCG) ausgelöst. Präparate wie Predalon, Brevactid, Choragon oder auch Ovitrelle kommen zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe haben große Ähnlichkeit mit dem Schwangerschaftshormon hCG und mit dem eisprungauslösenden Hormon LH.

Du kannst dieses Problem eines falsch positiven SS Tests umgehen, indem du mindestens 10 Tage nach der Hormongabe wartest, bevor Du einen Schwangerschaftstest durchführst.

Positiver Schwangerschaftstest, aber keine Schwangerschaftsanzeichen?

Sehr frühe Schwangerschaftsanzeichen sind keine zuverlässigen Symptome für eine Schwangerschaft. Es gibt nicht wenige Frauen, die beispielsweise nicht mit Morgenübelkeit zu kämpfen haben, aber trotzdem genauso schwanger sind wie die Frauen, die Probleme damit haben.

Denke bitte auch an all Deine Zyklen, an denen du dich sehr schwanger gefühlt hast, Du aber nicht schwanger warst!

Wenn du dich nicht schwanger fühlst, muss das nicht heißen, dass du nicht schwanger bist. Lies hierzu bitte meinen Artikel Bin ich schwanger? 10 Schwangerschaftsanzeichen

Das war nun wirklich viel Input, deshalb kommt hier nun zum Abschluss ein schöner Buchtipp. Denn vielleicht bist du einfach nur schwanger: Ohne Verdunstungslinie und hoffentlich bald ohne jegliche Zweifel!

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* Zuletzt aktualisiert am 3.02.2020. Es handelt sich um Werbe-Links.

Hast du Fragen zum Thema positiver Schwangerschaftstest?

Herzliche Grüße

Silke

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Quellen (Stand: 16. April 2018)
Verfasst von Andrea Lubliner • Pharmazeutin

Hersteller: Exeltis Germany GmbH
Wirkstoff: Progesteron
Darreichungsform: Weichkapsel

rezeptpflichtig

Bitte beachten: Die Angaben zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.

  • Wirkung & Dosierung
  • Nebenwirkungen & Wechselwirkungen
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Nebenwirkungen

Häufige oder gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung in der Scheide:
Zwischen- oder Schmierblutungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichte Verdauungsbeschwerden, Bauchkrämpfe, Berührungsempfindlichkeit der Brüste.

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Einnahme:
Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, depressive Verstimmungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Blutdruckerniedrigung, Zyklusunregelmäßigkeiten, Zwischenblutungen, Übelkeit und Erbrechen, Veränderungen des Körpergewichts (meist Gewichtszunahme), Beeinflussung des Geschlechtstriebs (Libido), Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust, Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Nesselsucht, Juckreiz), Akne, verstärkte Blutgerinnung, Veränderung des Blutzuckerspiegels, Fettstoffwechselstörungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen oder Einzelfälle:
Kopfschmerzen, Migräne, starke Depressionen, starke Überempfindlichkeitsreaktionen mit Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen.

Besonderheiten:
Bei Anwendung auf der Haut oder Schleimhaut treten gelegentlich Hautreizungen (Rötung, Schwellung, Juckreiz) auf.

Das plötzliche Auftreten von Gelbsucht, migräneartigen oder ungewohnt starken Kopfschmerzen sowie akuten Hör- oder Sehstörungen erfordert einen sofortigen Stopp der Einnahme. Auch bei schweren Störungen der Blutgerinnung oder der Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) ist die Behandlung zu beenden.

Von einer langjährigen Hormonersatztherapie ist abzuraten, weil sie das Risiko für Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Brustkrebs erhöht.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Progesteron und Barbituraten, Antiepileptika (wie Carbamazepin, Primidon oder Phenytoin) sowie Rifampicin (Wirkstoff zur Tuberkulose-Therapie) kann die Wirkung des Hormons aufgrund eines beschleunigten Abbaus vermindert sein.

Die gleichzeitige Einnahme von Aktivkohle oder Antibiotika wie Penicillinen und Tetrazyklinen kann die Darmflora beeinträchtigen und die Aufnahme des Wirkstoffs aus dem Darm verringern.

Eine Behandlung mit Progesteron-haltigen Arzneimitteln kann eine Dosisanpassung von oralen Antidiabetika oder Insulin erfordern.

Bei der äußerlichen Anwendung von Progesteron auf der Haut der Brust sind keine Wechselwirkungen zu erwarten. Beim Einsatz in der Scheide sollten keine anderen örtlichen Medikamente gleichzeitig angewendet werden.

Progesteron

So wirkt Progesteron

Progesteron wird bei Frauen verstärkt in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklushälfte (auch als Sekretions- oder Lutealphase bezeichnet) vom sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum) ausgeschüttet. Der Gelbkörper bildet sich aus dem Eibläschen im Eierstock, nachdem dieses eine befruchtungsfähige Eizelle in den Eileiter abgegeben hat (Eisprung). Nach der erfolgten Befruchtung und Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut steigt der Progesteron-Spiegel noch weiter an, weil die Plazenta das Hormon produziert, um die Gebärmuttermuskulatur zum Schutz der Schwangerschaft ruhig zu stellen.

Auch Männer produzieren – in sehr geringen Mengen – Progesteron. Über seine Funktionen im männlichen Körper ist aber viel weniger bekannt als über seine Bedeutung im weiblichen Organismus.

Progesteron-Normwerte

Erwachsene, menstruierende Frauen weisen Progesteron-Werte von nahezu 0 bis durchschnittlich 13 Nanogramm pro Milliliter Blut auf, wobei Schwankungen von bis zu einem Drittel üblich sind. Für Frauen nach der Menopause, Frauen, die orale Verhütungsmittel („die Pille“) nehmen, und Männer gelten Progesteron-Normwerte von unter einem Nanogramm pro Milliliter.

Progesteron & Schwangerschaft

Progesteron, das auch als Schwangerschaftshormon bekannt ist, bereitet in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Kommt es nicht zur Befruchtung, löst sich der Gelbkörper nach etwa zehn Tagen auf. In der Folge sinkt die Progesteron-Konzentration im Blut wieder, und die Menstruation tritt ein.

Experten diskutieren noch weitere Effekte des Progesterons. So scheint das Hormon während der Einnistung der befruchteten Eizelle das Immunsystem der Mutter nach unten zu regulieren, damit es nicht gegen die Einnistung arbeitet. Während der Schwangerschaft soll es auch die vorzeitige Milchproduktion in den Brüsten hemmen, damit erst nach erfolgter Geburt für den Säugling die Milch bereitgestellt wird. Zudem wird vermutet, dass das Abfallen des Progesteron-Spiegels kurz vor der Geburt zum Einsetzen des Geburtsvorgangs führt und die Gebärmuttermuskeltätigkeit anregt, also die Wehen einleitet.

Darüber hinaus soll das Hormon noch weitere Effekte im Körper ausüben, etwa beim Aufbau des zentralen Nervensystems und im Hinblick auf das Erinnerungsvermögen und Gedächtnis.

Progesteron als Medikament

In der Medizin werden entweder oral einzunehmende Progesteron-Kapseln verwendet oder der Wirkstoff wird lokal angewendet (etwa als Creme). Nach oraler Aufnahme wird das Hormon schnell und vollständig aufgenommen, aber sofort zu 90 Prozent in der Leber abgebaut, wodurch die in den Blutkreislauf gelangende Menge nur etwa einem Zehntel der eingenommen entspricht. Die maximalen Blutwerte werden drei bis vier Stunden nach der Einnahme erreicht, allerdings fallen die Werte schnell wieder ab. Bei regelmäßiger, zweimal täglicher Einnahme können stabile erhöhte Hormon-Konzentrationen im Körper erreicht werden.

Welche Wirkung hat Progesteron auf das Nervensystem?

Progesteron und einige seiner natürlichen Abbauprodukte wirken vielfältig auf das Nervensystem und die Gehirnfunktionen. Sie zeichnen sich durch angstlösende, schlaffördernde, entspannende und beruhigende Effekte aus. Progesteron beeinflusst bei Tieren zudem die Empfänglichkeit für sexuelle Reize. Die Erkenntnisse hierzu sind beim Menschen jedoch noch begrenzt. Lesen Sie hier, was Progesteron im Nervensystem bewirkt.

Wie wirkt sich Progesteron auf die Körpertemperatur aus?

Progesteron beeinflusst über seine Abbauprodukte die Körpertemperatur. Somit steigt die Köpertemperatur um 0,4 bis 0,6 Grad Celsius in der 2. Zyklushälfte (Lutealphase). Dieses Phänomen wird bei der Messung der Basaltemperaturkurve genutzt. Denn der Anstieg der morgendlichen Temperatur liefert einen guten Hinweis darauf, dass es sich um einen Zyklus mit Eisprung (Ovulation) handelt. Der Eisprung selbst erfolgt bereits 1–3 Tage vor dem Temperaturanstieg. Bei etwa 3–5 % aller Frauen steigt die Temperatur während der Lutealphase allerdings nicht an.

Wenn der Progesteronspiegel in der 2. Zyklushälfte ansteigt, erhöht sich auch die Körpertemperatur.

Progesteron wirkt schlaffördernd

Rund die Hälfte aller Frauen schläft nach eigenen Angaben während der Wechseljahre und danach nicht gut. Sie klagen über Einschlafprobleme und wiederholtes Aufwachen. Wenn Beschwerden, wie Hitzewallungen oder Nachtschweiß, die Schlafstörungen verursachen, ist eine Hormonersatztherapie für die Betroffenen oft hochwirksam. Dabei ist es wichtig, ob ein synthetisches Gestagen oder natürliches Progesteron mit dem Östrogen bei der Hormonersatztherapie kombiniert wird, wenn ein zusätzlicher Effekt auf Schlafstörungen erzielt werden soll. Denn das schlaffördernde Abbauprodukt Allopregnanolon entsteht nur aus natürlichem Progesteron, nicht aus den synthetischen Gestagenen. Die abendliche Gabe von natürlichem Progesteron verkürzt bei postmenopausalen Frauen die Einschlafzeit und die Wachphasen während der Nacht.

Chemischer Aufbau von Allopregnanolon.

Daneben ist Allopregnanolon vermutlich auch für antidepressive und antipsychotische Effekte verantwortlich. Aufgrund dieser Eigenschaft kann die Anwendung von Progesteron beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) hilfreich sein. Die im Rahmen des PMS auftretenden Stimmungsschwankungen können durch Progesteron bzw. Allopregnanolon ausgeglichen werden.

Neue potentielle Einsatzmöglichkeiten von Progesteron

Progesteron ist für seine beruhigenden und angstlösenden Wirkungen bekannt. Forscher untersuchen zusätzlich den Einsatz von Substanzen, die sich von Progesteron ableiten. Sie erhoffen sich davon neue Therapieansätze gegen Depression, Angst und andere psychiatrische Erkrankungen.

Wissenschaftler haben außerdem beobachtet, dass die Gabe von Progesteron zu einem reduzierten Verlangen nach Nikotin führt1,2. Ein Team von Wissenschaftlern forscht deshalb in den USA über die Rolle von Progesteron bei der Raucherentwöhnung von Frauen. In einer im Mai 2019 publizierten randomisierten 12-Wochen-Studie mit Männern (18–60 Jahre) und prämenopausalen Frauen (18–50 Jahre), die entweder 2 Kapseln mit 200 mg Progesteron täglich oder gleichaussehende Kapseln ohne Wirkstoff einnahmen, bestätigte sich – allerdings nur bei den Frauen –, dass orales mikronisiertes Progesteron die Nikotinabstinenz fördert und damit bei der Raucherentwöhnung helfen kann3.

Referenzen

  1. Sofuoglu M, Babb DA, Hatsukami DK. Progesterone treatment during the early follicular phase of the menstrual cycle: effects on smoking behavior in women. Pharmacology, biochemistry, and behavior. 2001;69(1-2):299-304.
  2. Sofuoglu M, Mouratidis M, Mooney M. Progesterone improves cognitive performance and attenuates smoking urges in abstinent smokers. Psychoneuroendocrinology. 2011;36(1):123-132.
  3. Tosun NL, Fieberg AM, Eberly LE, et al. Exogenous progesterone for smoking cessation in men and women: a pilot double-blind, placebo-controlled randomized clinical trial. Addiction (Abingdon, England). 2019.

[3.2.2] Progesteron – Hormon der Weisheit

Dieser Eigenschaft kommt im Mund und in der weiblichen Scheide eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Mund und Scheide sind Körperöffnungen, die – will man das Eindringen gefährlicher Feinde verhindern – ganz besonders sorgfältig überwacht und geschützt werden müssen. Üblicherweise verfügt der menschliche Körper über genügend weiße Blutkörperchen, mit denen eingedrungene Feinde sofort getötet werden können. In Mund und Scheide verläßt sich aber der menschliche Organismus nicht mehr nur allein auf die weißen Blutkörperchen. In diese beide Öffnungen hat die Natur zusätzliche Schützengräben eingebaut, aus denen heraus auftauchende Feinde sofort mit scharfer Munition bekämpft werden.

Als gefährliches Geschoß dient dabei das NO. Dieses Gas ist in jenen Öffnungen permanent als Wolke präsent, durch die jeder herankommende Feind sofort liquidiert wird. Der Mund ist somit ein durch weiße Blutkörperchen und NO doppelt abgesichertes Sperrgebiet, in das Viren oder Bakterien nur unter widrigsten Umständen eindringen können.

Diesem clever konstruierten Abwehrmechanismus begegnet man auch in der Scheide der Frau. Dabei wird das mit der Nahrung zugeführte Nitrat in den Zellen der Scheide (bzw. des Mundes) als Nitrit eingelagert. Wenn der Säuregrad der Umgebung sinkt, wird vom eingelagerten Nitrit permanent NO abgegeben. Dazu werden aber Milchsäurebakterien benötigt, die die Scheide (bzw. im Mund den Raum zwischen den Zähnen) kontinuierlich ansäuern. Diese Milchsäurebakterien tragen somit die Verantwortung dafür, daß das scharfe Geschoß NO überhaupt freigesetzt wird. Fehlen aus irgendwelchen Gründen in der Scheide diese Milchsäurebakterien, bildet sich sehr häufig als Folge des Fehlens der NO-Munition, eine Entzündung oder Pilzerkrankung.

Im Mund gibt es gelegentlich ein Überangebot an NO, das wiederum ein ganz neues Problem beschert. Auslöser ist die Schokolade, die von vielen Frauen oft mit Heißhunger verspeist wird. Schokolade setzt vermehrt Milchsäure frei, und viele Milchsäurebakterien im Mund bewirken eine NO-Überproduktion. Diese richtet sich primär gegen Keime; gelegentlich schießt sich das NO aber auch auf das körpereigene Gewebe ein. Dieser Effekt führt dann zur Beschädigung der Zahnfleischzellen – und die Parodontose nimmt ihren zerstörenden Lauf.

Selbstverständlich sind Veränderungen des Zahnfleisches, bzw. deren Verhinderung, Aufgabe ausreichenden Zähneputzens und richtiger Zahnhygenie. Ist jedoch das Schwangerschaftshormon Progesteron in ausreichender Menge vorhanden, kann die Parodontose wirksam bekämpft werden.

Der vorerst noch sehr kühne Zusammenhang zwischen Zahnfleischproblemen und Schwangerschaftshormon bedarf allerdings einer Erläuterung. Vereinfacht dargestellt, sind es wieder die „biologischen Scheren“, die den kausalen Konnex herstellen. Diese Kollagenasen zerstören das Zahnstützgewebe, sobald es Entzündungstendenzen zeigt. Und das Progesteron stärkt das Kollagen, also das Bindegewebe. Ist das Schwangerschaftshormon ausreichend vorhanden, wird es das Zahnfleisch vor den „Scheren“ ausreichend schützen; ist es defizitär, nimmt die Parodontose unweigerlich ihren Lauf.

Die Natur ist, was ihren Einfallsreichtum betrifft, bekanntlich sehr verschwenderisch. Haben sich irgendwelche Mechanismen aber einmal bewährt, werden sie von der Natur in verschiedensten Abwandlungen hemmungslos immer wieder zum Einsatz gebracht. Vergleichbar ist das mit einer schön komponierten Musik: Ihr Schöpfer findet ein Leitthema, das er in abgewandelter Form immer wieder – als Symphonie oder Sonate – zum Einsatz bringt.

Die Kombination von Stickstoffmonoxid und Progesteron ist ein bewährtes Team, das von der Natur nicht nur in Mund und Scheide eingesetzt werden will. So findet man jenen Zerstörungsmechanismus, der an den Zähnen den Schwund des Zahnfleisches bewirkt, auch in den Venen. Venektasien (Besenreiser), vor allem aber Krampfadern sind Probleme, die vorwiegend beim weiblichen Geschlecht auftreten. Man könnte sie deswegen fast auch schon als gynäkologische Erkrankung bezeichnen. Auch bei den Venenproblemen teilen sich die an der Entstehung Mitwirkenden, das Progesteron und Stickstoffmonoxid, unterschiedliche Aufgaben zu. Und wiederum sind die zerstörerischen Kollagenasen beteiligt.

Venen

Jedes Blutgefäß, also auch die Venen, sind von einer Kollagenschicht umgeben, der ihnen Halt und Festigkeit verleiht. Werden nun die Venen durch mechanische Belastungen strapaziert, reißen die Kollagenfäden innerhalb der Venen leicht ein. In diesem Fall sind sofort die Metalloproteinasen zur Stelle und beginnen ihre Abbauarbeit. Diese ist sehr oft überschießend und löst somit die Verankerungsschicht der Blutgefäße regelrecht auf. Das gleiche Phänomen ist an der Gebärmutter oder am Beckenboden zu beobachten. Ist bei den Venen das NO für deren Erweiterung verantwortlich, so löst die Zerstörung (Mediziner sprechen von einer „Degraduierung“) der dünnen Kollagenschicht eine zusätzliche Gefäßschwäche aus.

Möglicherweise wird bei solchen Leiden schon bald das Progesteron helfen können. Ob das Schwangerschaftshormon – und in welchem Umfang – Venenprobleme in den Griff bekommen kann, wird derzeit noch medizinisch erforscht. Die Wissenschaft ist vorerst noch auf Analogieschlüsse angewiesen.

Da gibt es beispielsweise den Schmerz der weiblichen Brust (die sogenannte Mastalgie), der durch das Schwangerschaftshormon beseitigt werden kann. Das Progesteron wird dabei als Gel auf die schmerzende Stelle der Brust aufgetragen und die Schmerzen werden sehr effizient gelindert. Dieser Mechanismus der Schmerzreduktion bei mastalgischen Beschwerden beruht auf folgendem Prinzip: Aus irgendwelchen – nicht selten hormonellen – Gründen erweitern sich die Gefäße extrem stark und die Frau empfindet Schmerzen in ihrer Brust. Zweck einer Therapie ist es nun, jene Gefäße, die die Brust durchziehen, wieder zu verkleinern, oder – wie es in der medizinischen Fachsprache heißt – enger zu stellen. Dies geschieht durch Auftragen von Progesterongel. Das Schwangerschaftshormon wirkt dabei offensichtlich dem gefäßerweiternden NO entgegen, sorgt für eine Gefäßverkleinerung und reduziert dadurch den Schmerz. In diesen Fällen ist das Progesterongel als Therapeutikum bereits akzeptiert und zugelassen.

Analog dazu ist die Venenproblematik zu beurteilen. Frauen, die die Pille nehmen, oder Frauen mit Östrogen-bedingtem Venenschmerz, können das gleiche Progesterongel verwenden wie bei einer Mastalgie (vorerst noch im Versuchsstadium). Unter Laborbedigungen kann dabei eine Linderung der Venenleiden beobachtet werden. Ob das Progesteron auch zum Kollagenaufbau, bzw. zur Verhinderung eines übermäßigen Kollagenabbaues herangezogen werden kann, bedarf noch einer medizinischen Klärung. Sie ist in Kürze zu erwarten. Vorerst steht aber fest, daß das „tissue remodelling“ auch die Blutgefäße, und damit auch die Venen betrifft und daß dies ein weiterer Aspekt des Alterns ist.

Das Stichwort „Östrogen-bedingter Venenschmerz“ ist bereits gefallen. Daß eine Schwangerschaft mit Problemen verbunden sein kann, ist bekannt; desgleichen das Einnehmen von Hormonen (und damit der Pille). Venenleiden sind eines dieser Probleme.

Bei einer Schwangerschaft ist es weniger die mechanische Belastung, die Venen hervortreten und Besenreiser entstehen läßt, es sind vielmehr biochemische Umstellungen, die in sehr komplizierter Weise mit der Reproduktion in Zusammenhang stehen.

Es beginnt damit, daß für eine Schwangerschaft eine ausreichende Blutversorgung von eminenter Bedeutung ist. Das Wachstum des Kindes und die Funktionssteigerung zahlreicher mütterlicher Organe sind nur dann garantierbar, wenn genügend Sauerstoff, Nährstoffe und damit Blut in das heranwachsende Kind und in die Organe der Mutter fließen können. Das Östrogen hat, dem Schöpfungsplan der Natur entsprechend, die Aufgabe übernommen, während einer Schwangerschaft die Blutgefäße der Frau weiterzustellen, sie also querschnittsmäßig zu vergrößern. Dies trifft natürlich auch auf die Venen zu. Ihr Durchmesser wird während der Gravidität größer. Sehr oft bleibt er auch noch nach der Entbindung groß – zumindest größer als er vor der Schwangerschaft war. Durch die Querschnittvergrößerung entstehen die Krampfadern. Ähnliches geschieht unter der Pille, einem künstlichen Hormon, das dem weiblichen Körper zugeführt wird. Venenbeschwerden während einer Östrogentherapie, aber auch unter Ovulationshemmern (Pille) sind keine Seltenheit. Im Gegenteil: Sie kommen, wie Frauen in den Ordinationen der Gynäkologen berichten, sogar recht häufig vor. Das Hervortreten der Venen, aber auch das Entstehen von Besenreisern wird durch das Stickstoffmonoxid ausgelöst, das in diesem Fall unter dem Einfluß eines Östrogen-Abkömmlings, nämlich dem 17-Beta-Östradiol, steht. Kein Vorteil ohne Nachteil also: Das Östrogen, das auch für die Durchblutung des schwangeren Körpers verantwortlich ist, erweitert zwar, um die Ernährung des heranreifenden Kindes sicherzustellen, die Blutgefäße, es kommt aber dabei mitunter auch zur Bildung von Krampfadern und Besenreisern.

Die Medizin ist allerdings zu weiteren, ganz aktuellen Erkenntnissen über das weibliche Gefäßsystem gelangt. Es gibt ganz spezielle Gefäßschwächen, die vor allem an Arterien auftreten. An bestimmten Stellen des Gefäßes entsteht eine lochförmige Wandausweitung – das lebensbedrohende Aneurysma. Diese Erkrankung muß als extrem schwer eingestuft werden. Sie entsteht nicht, wie eine zeitlang vermutet wurde auf mechanische Weise, sondern als Folge des Einwirkens von Abbauenzymen.

Auslösend mag dabei möglicherweise eine mechanische Belastung sein. Viel wahrscheinlicher ist eine lokale Entzündung oder gar ein Sauerstoffmangel, wie er beim Rauchen gelegentlich auftritt. Durch dieses Initialereignis wird an bestimmten Stellen der Arterie ein Kollagen-auflösendes Enzym stimuliert, das sich in die Wand des Blutgefäßes hineinfrißt. An dieser Stelle entsteht eine Gefäßschwäche, daraus ein Aneurysma. Ob in solchen Fällen das Gelbkörperhormon prophylaktisch eingesetzt werden kann, ist wissenschaftlich noch nicht abgesichert. Allerdings spricht einiges dafür.

Es bleibt aber dabei: Die Hauptaufgabe des Progesterons ist die Überwachung der Schwangerschaft und die damit verbundene Schutzfunktion. Das Schwangerschaftshormon greift in phänomenaler Weise in die Verteidigungsmaschinerie des weiblichen Körpers ein. Es stärkt die Abwehrkraft, macht den Organismus resistent gegen Feinde und ist auch sonst unermüdlich schützend tätig.

Im Bereich der Scheide ist die Frau ganz besonders gefährdet. Das Organ besitzt eine direkte Verbindung zur Gebärmutter. Durch diesen Gang kriechen vor allem die Samenfäden empor. Über ihn können aber auch Erreger in die Gebärmutter vorstoßen. In einer Schwangerschaft hätte das verheerende Konsequenzen.

Es ist nun die Aufgabe des Progesterons, den weiblichen Organismus, auch jenseits der Schwangerschaft, vor lebensbedrohenden Infektionen zu schützen. Dabei stimuliert das Progesteron die sogenannten Langerhans’schen Zellen (Abwehrzellen des Gewebes), eindringende Viren und Bakterien so zu markieren, daß sie – wie auf einem Präsentierteller – den weißen Blutkörperchen zum Fraß vorgeworfen werden können. Dieser durch das Progesteron ausgelöste Schutzmechanismus funktioniert auch dann, wenn keine Schwangerschaft vorhanden ist. Und möglicherweise ist er auch in der Krebsprophylaxe von Bedeutung, da Karzinomzellen auf ähnliche Weise entsorgt werden. Die medizinische Wissenschaft schließt daher nicht aus, daß dem Schwangerschaftshormon auch noch die Perspektive einer krebsabwehrenden Substanz zukommt.

Gehirn

Das Altern geschieht auch im Gehirn, aber es scheint, als wäre das Schwangerschaftshormon in der Lage, während der Gravidität diesen sehr langsam verlaufenden Alterungsprozeß zu unterbrechen. Plakativ gesagt, scheint es als stünde während einer Schwangerschaft die Zeit still und das Älterwerden sei dabei gestoppt.

Das Gehirn besteht nicht nur aus Nervenzellen, sondern auch aus Nährschichten, die diese Zellen umgeben, sie versorgen, Nährstoffe heranschaffen und sie vor Feinden schützen. Nicht die Nervensubstanz nimmt im zunehmenden Lebensalter ab, die Schutzschichten unterliegen dem Verschleiß. An ihnen nagt der Zahn der Zeit, was zur Folge hat, daß die Nervenzelle nur noch ungenügend mit Nährstoffen versorgt wird und dadurch degeneriert. Alle Indikatoren deuten darauf hin, daß die Schwangerschaft den Degenerationsprozeß für einige Monate unterbricht. Zumindest ist das eine interessante Arbeitsthese.

Ganz gesichert dagegen ist, daß das Progesteron diese als „Myelinscheide“ bezeicheten Schutz- und Ernährungsschichten der Nerven nicht nur schützt, sondern auch regeneriert. In der Neurologie wird daher überlegt, Progesteron bei degenerativen Nervenerkrankungen therapeutisch einzusetzen.

Einen aufregenden Einfluß übt das Gelbkörperhormon auf die Zellmembran aus. Seit jeher werden diese kleinen Organteile unterbewertet. Immer wieder werden sie mit Zäunen verglichen, die rund um Häuser angeordnet sind. Aber dieser Vergleich hinkt: Die Zäune sind in diesem Fall genauso wichtig wie die Häuser selbst. Sie sind fundamental in das Phänomen Leben involviert. Leben hängt von jener Energie ab, die in den menschlichen Zellen produziert wird. Die Kraftwerke, die innerhalb dieser Zellen die Energie liefern, heißen Mitochondrien. Fehlt diese Energie, dann ist die Zelle aktionsunfähig. Sie kann keine chemischen Substanzen mehr verknüpfen, keine enzymatischen Schritte mehr einleiten und auch sonst keine Aktionen mehr vollbringen. In diesem Fall bräche die Impulsübertragung der Nervenzellen zusammen, es gäbe auch keine Kontraktionen von Muskelfasern mehr. Das alles sind Funktionen, die von jener Energie abhängen, die von den Mitochondrien in den Zellen erzeugt wird.

Diese „Kraftwerke der Zelle“, wie Mitochondrien auch genannt werden, funktionieren wie eine ganz normale Batterie. Entlang einer Membran baut sich Spannung auf, und durch das Zusammenfließen der Ionen entsteht dann Strom, der in Energie umgesetzt werden kann. Die Integrität (Unversehrtheit) dieser mit einer Batteriemembran vergleichbaren Trennschicht ist die Grundvoraussetzung für die Entstehung von Strom, und damit von Energie. Ist diese Membran verletzt oder alt, kann die Zelle nicht mehr ausreichend Kraft erzeugen. Auf den Punkt gebracht, ist also ein einfaches Häutchen – die Membran der Zellkraftwerke – für die wichtigsten Lebensvorgänge maßgebend. Die Funktionsfähigkeit dieser Trennschicht hängt von ihren Bestandteilen ab: Fettsäuren, die sich mit Kohlenhydraten verbinden und zusätzlich noch Eiweißkörper aufnehmen. Den entscheidenden Anteile an diesen Bestandteilen haben jedoch die Fettsäuren, die perlschnurartig aneinandergereiht, den Hauptbaustoff der mitochondrialen Wand beisteuern. Den Fettsäuren verlangt die Natur eine gewisse Flexibilität ab. Schon die geringste Beeinträchtigung kann diese Fettsäureketten untauglich machen. In einem sehr komplexen Vorgang greift nun das Gelbkörperhormon Progesteron ins Geschehen ein. Es fällt Monat für Monat unmittelbar vor der Menstruation ab und unterliegt Schwankungen in- und außerhalb einer Schwangerschaft. Diese Schwankungen stimulieren jene Bewegung, die für die Regeneration der mitochondrialen Membran mitverantwortlich ist. Wechselt die Konzentration des Progesterons, werden beschädigte Fettsäuren aus der mitochondrialen Membran herausgespalten und durch gesunde ersetzt. Das Progesteron bewirkt damit eine permanente Regeneration jener Bestandteile der Zellkraftwerke, die den Lebensmotor ständig mit Energie versorgen. Letztlich hält das Progesteron dadurch das Leben in Schwung.

Warum aber wird das Progesteron zu den Hormonen der Weisheit gezählt? Die Antwort ist einfach: Es gibt außer ihm kein körpereigenes Kommunikationsmittel, das in gleichzeitig viele und derart komplexe Vorgänge des menschlichen Körpers involviert ist und dabei in den ineinandergreifenden Systemen mühelos seine optimale Wirkung entfaltet.

Das Progesteron ist das mit Abstand weiseste aller Hormone; mit Sicherheit aber eines der wichtigsten, denn es schützt das werdende Leben und die Frau, die durch ihren Körper dieses Leben beschützt.

 

Die Unterstützung der Gelbkörperphase durch Hormongabe

Die Hormonbehandlung ist bei der Infertilitätstherapie eine sehr häufig und erfolgreich durchgeführte Massnahme. Man gleicht damit einen bestehenden Hormonmangel aus. Recht häufig ist die sogenannte Gelbkörperschwäche (Lutealphasen-Insuffizienz). Wird vom Körper nämlich zuwenig Gelbkörperhormon (Progesteron / Gestagen) zur entsprechenden Zeit ausgeschüttet, kann sich eine befruchtete Eizelle nicht weiterentwickeln und in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Die einfachste Behandlung besteht in der Gabe von Medikamenten mit Gelbkörperhormon in der zweiten Hälfte des Monatszyklus. Das Präparat (z.B. Utrogestan, Crinone, Duphaston) wird nach dem Eisprung, der Insemination oder dem Transfer gegeben, entweder zum Einnehmen (oral) oder zur Einlage vor den Gebärmuttermund (vaginal), letzteres in der Regel mit weniger Nebenwirkungen. Man kann jedoch auch Gelbkörperhormonen zusammen mit Östrogenen (z.B. Gynodian depot) einsetzen. Der Gelbkörper (Corpus luteum) produziert ja im regelrechten Zyklus nicht nur das nach ihm benannte Gelbkörperhormon, sondern auch Östrogene, die bei einer Lutealinsuffizienz ebenfalls in nicht ausreichender Menge ausgeschüttet werden.

Auch das humane Choriongonadotropin (HCG), das klassische Schwangerschaftshormon, kann sowohl zum Auslösen des Eisprungs als auch zur Stabilisierung der zweiten Hälfte des Zyklus eingesetzt werden. Es steigert zudem zusätzlich die körpereigene Produktion von Gelbkörperhormon. Allerdings kann es passieren, dass ein evtl. bestehende Überstimulationssyndrom durch die hCG-Gabe verstärkt wird.

Wie lange man die oben genannten Medikamente geben sollte, ist noch nicht eindeutig geklärt. Manche Fachleute empfehlen die Therapie bis zu 12. Schwangerschaftswoche, andere bis zur 8. oder 9. Schwangerschaftswoche. Spätestens in der 12. Schwangerschaftswoche muss eine Lutealinsuffizienz jedoch nicht mehr ausgeglichen werden, da dann die Gelbkörperhormon-Produktion vom Mutterkuchen (Plazenta) sichergestellt wird.

Walnüsse als Anti-Baby-Pille(Pflanzliches Progesteron)?

Bäume mit „Weiblichkeit“ – Progesteron wurde nun auch in Walnussbäumen entdeckt

Das weibliche Geschlechtshormon Progesteron kann offensichtlich nicht nur von Tieren, sondern überraschenderweise auch von Pflanzen gebildet werden. Zu diesem Ergebnis kam neuerdings ein internationales Forscherteam, als es die Blätter von Walnussbäumen im Labor genau untersuchte.

Der genannte Botenstoff Progesteron wird bei Menschen und Säugetieren in den Eierstöcken produziert und bereitet unter anderem die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vor.

Warum auch Walnussbäume dieses Hormon herstellen, ist den Forschern ein Rätsel. Diese neue Entdeckung (2010) deutet ihrer Meinung nach aber darauf hin, dass höhere Pflanzen und Säugetiere näher miteinander verwandt sein könnten als bisher angenommen.

Also produzieren nicht nur Säugetiere diesen Botenstoff?

Bis jetzt sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass nur Säugetiere (also auch der Mensch) Progesteron herstellen können:

Das Hormon wird in der zweiten Zyklusphase und insbesondere während einer Schwangerschaft in großen Mengen ausgeschüttet. Es bereit einer möglichen Befruchtung der Eizelle den Boden, steuert die Schwangerschaft und erhält diese aufrecht. Eine synthetische Version des Hormons (= Gestagen) wird in Antibabypillen eingesetzt, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, oder auch um beispielsweise Akne zu behandeln.

Aussagen der Forscher!

“Die biologische Funktion von Progesteron wurde bei Säugern ausgiebig untersucht, nicht aber bei Pflanzen. Dass das Hormon auch dort vorkommen soll, liegt nämlich nicht einfach auf der Hand”, erläutert Guido Pauli von der University of Illinois. „Während die physiologische Bedeutung des Progesterons im menschlichen Organismus gut untersucht zu sein scheint, ist sie es bei den vaskulären Pflanzen nicht“, weiß Dr. Bernhard Glodny von der Universitätsklinik für Radiologie, der in Zusammenarbeit mit Professor Guido F. Pauli vom Department of Medicinal Chemistry und Pharmacognosy der University of Illinois in Chicago die neuen, viel beachteten Erkenntnisse lieferte.

Zwar hatten Wissenschaftler bereits früher dem Progesteron ähnliche Botenstoffe in Pflanzen nachgewiesen, zum Beispiel in der Yamswurzel, das Hormon Progesteron selbst jedoch blieb bislang unentdeckt. Das Forscherteam spürte ihn jetzt mit Untersuchungen per Magnetresonanzspektroskopie und Massenspektroskopie in den Blättern von Walnussbäumen auf. Zeitgleich entdeckten sie in Hahnenfußgewächsen, zum Beispiel dem Adonisröschen, fünf bisher unbekannte Hormone, die nahe mit dem Progesteron verwandt sind.

Progesteron – älter als die Tiere?

Die Forscher stellen Vermutungen an, dass Progesteron ein sehr alter und ursprünglicher Bioregulator sein könnte, welcher bereits vor Milliarden von Jahren in Ur-Pflanzen entstanden ist.

Wenn diese Annahme stimmt, ist das Hormon wohl weitaus früher in der Evolution aufgetaucht, als Tiere und moderne Pflanzen. Die evolutionäre Rolle und Funktion des Gelbkörperhormons müsste deshalb grundlegend überdacht werden, glauben die Wissenschaftler.

Nebenprodukt der Krebsforschung!

Die Entdeckung von Progesteron in den Blättern des Walnussbaumes sei ein Nebenprodukt der Suche nach neuen anti-tumoralen Wirkstoffen, berichten die Forscher. Die Arbeiten des Forscherteams beruhen nämlich auf einer schlichten Beobachtung im Garten, wonach das Laub des Walnussbaumes das Wachstum des Grases und der Blumen deutlich hemmte.

Dieses wachstumshemmende Prinzip wollten sie an Extrakten dieser Blätter erforschen – dabei stießen sie eines Tages nach jahrelanger Arbeit ganz beiläufig auf einen farblosen Feststoff – es war das in reiner Form vorliegende Progesteron.

Fast zeitgleich fand das Team um Glodny auch im Adonisröschen, einem tiefrot blühenden Hahnenfußgewächs, neuartige Steroide aus den Gruppen der Pregnenolone, sowie eine dem Cardenolid Strophanthidin verwandte neuartige Substanz, das Spirophantigenin.

In Pflanzen enthaltene Naturstoffe für die Medizin nutzbar?

Auf der Grundlage derartiger Erkenntnisse lassen sich in weiterer Folge tiefere Einblicke in die Funktionsweise dieser Stoffe bei Pflanze und Tier und damit auch ein medizinisch-relevanter Nutzen erwarten. Die Ergebnisse zeigen auch, dass dem Einsatz moderner Analytik in der biomedizinischen Forschung und der Arbeit an Naturstoffen weiterhin erhebliche Bedeutung zukommt. Dies gilt in diesem Falle vor allem für die Krebstherapie, ggf. auch für die Vorbeugung solch schwerer Erkrankungen.

Schon lange vor der Walnuss-Entdeckung:

Auch in der Yamswurzel steckt eine Vorstufe von Progesteron.

Die Dioscorea villosa (medizinische Yams-Wurzel) wird in Mexiko, aber auch in anderen tropischen und subtropischen Gegenden der Welt schon seit langer, langer Zeit zur Regulierung des weiblichen Zyklus, zur Geburtserleichterung, sowie sogar zur Verhütung verwendet.

Seit einiger Zeit ist sie auch in Europa bekannt und wird als Frauen-Allheilmittel, sowie als Anti-Aging-Droge angepriesen und entsprechend teuer gehandelt.

Sie unterscheidet sich von der Yams-Wurzel (Dioscorea batatas), die als Grundnahrungsmittel in Afrika und Mittelamerika weit verbreitet und bei uns in Asia-Läden erhältlich ist. Diese enthält Diosgenin (= eine Vorstufe des Progesteron) nämlich nur in geringen, medizinisch unbedeutenden Mengen.

Wie wirkt die Yamswurzel (Pflanzliches Progesteron)?

Wie wir inzwischen wissen, ist der Hauptwirkstoff der Yams, das Diosgenin, dem natürlicherweise von den Eierstöcken produzierten Progesteron sehr ähnlich.

Kann der Körper aus Diosgenin Progesteron produzieren? Die Medizin nutzte bereits in den 60er Jahren durch eine technische Umwandlung das Diosgenin für die Anti-Baby-Pille. Unbestritten wirkt die Wurzel der “Wild Yam”, wie sie auch genannt wird, progesteronartig, auch wenn sich dies nicht erklären lässt.

Warum Progesteron aus Pflanzen?

Im Vergleich mit den synthetisch produzierten (dem Progesteron „nachgemachten“) Gestagenen hat das echte, also aus Pflanzen oder Tieren gewonnene Progesteron offensichtlich weitaus vielfältigere Eigenschaften und Wirkungen.

Dieses für Frauen so wichtige Hormon Progesteron ist durch die Umweltsituation zugunsten des Östrogen stark ins Hintertreffen geraten. Die Balance zwischen den beiden Hormonen, auf der das Funktionieren des weiblichen Zyklus aber auch insgesamt die Gesundheit der weiblichen Organe beruht, ist jedoch weit mehr durch einen Mangel an Progesteron gefährdet, als bislang angenommen. Gute Gründe, sich um das Progesteron und Progesteronpflanzen verstärkt zu kümmern.

Weitere Informationen rund um Progesteron finden sie hier auf den folgenden Seiten.

  • Progesteron Nebenwirkungen
  • Progesteroncreme
  • Progesteronmangel
  • Progesteron: Ein vielseitiges Hormon
  • Progesteron – ein Wundermittel für Körper und Seele?
  • Der zyklische Verlauf im Leben einer Frau
  • Auch das System selbst kann „krank“ sein
  • Der gesunde Zyklus – monatliches Herrichten des „Nestes“
  • Progesteron und seine Auswirkungen auf die Psyche
  • Der chemische Aufbau des Progesteron
  • Die Mit- und Gegenspieler des Progesteron
  • Die künstlichen Verwandten des Progesteron – Gestagene
  • Die pflanzlichen Verwandten des Progesteron
  • Bestimmung des Progesteron-Spiegels im Blut
  • Die Referenzwerte des Progesteron
  • Die Geschichte des Progesteron
  • Neue Forschung entdeckt Progesteron auch in Walnussbäumen
  • Progesteron

Östrogendominanz & Progesteronmangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Auswirkungen einer Östrogendominanz wurden hierzulande viele Jahre unterschätzt. Inzwischen zeigen jedoch zahlreiche Untersuchungen, dass eine Östrogendominanz nicht nur Zyklusstörungen, das Prämenstruelle Syndrom (PMS) oder einen unerfüllten Kinderwunsch zur Folge haben kann, sondern auch das Wachstum von Myomen und die Aktivität der Endometriose fördert und nicht zuletzt an der Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis beteiligt sein bzw. diese weiter anheizen kann.

Dennoch ist die Östrogendominanz selbst in Fachkreisen häufig noch unbekannt. Lesen Sie hier alles, was Sie darüber wissen sollten.

Was ist Östrogendominanz?

Wenn bei Frauen der Östrogenspiegel relativ erhöht ist, sodass die Östrogene ihren Gegenspieler Progesteron dominieren, liegt eine Östrogendominanz vor, auch Gelbkörperschwäche oder Corpus-Luteum-Insuffizienz genannt. Neben störender Gewichtszunahme, prämenstruellen Beschwerden und unerfülltem Kinderwunsch können zahlreiche andere Symptome auftreten. „Östrogendominanz“ ist ein Begriff, der hierzulande erst in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen hat.

Wirkung der Östrogene

Die wichtigsten im Körper vorkommenden Östrogene sind Östron, Östriol und allen voran Östradiol, das auch weibliches Fruchtbarkeitshormon genannt wird. Sie spielen vor allem in der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle. Denn sie bereiten den Eisprung vor – und damit die Gebärmutter auf eine mögliche Einnistung der Eizelle.

Darüber hinaus haben sie einen direkten Einfluss auf verschiedene Organe und Gewebe. So schützen sie Frauen während der fruchtbaren Jahre z.B. vor einem Herzinfarkt, sorgen für eine glatte Haut, indem sie die Bildung von Kollagen anregen, oder sie stärken die Knochen, da sie die Zellen stimulieren, die die Knochensubstanz in den Knochen einbauen.

Zudem wirken Östrogene förderlich auf die Produktion von Serotonin und andere Botenstoffe im Gehirn und damit stimmungsaufhellend und antidepressiv. Bei manchen Frauen kommt es unter dem Einfluss von Östrogen allerdings zu vermehrten Wassereinlagerungen im Gewebe, dies äußert sich z.B. durch zyklisch auftretende Spannungsgefühle in der Brust.

Was ist Progesteronmangel?

Lange Zeit standen der Östrogenmangel und seine Folgeerscheinungen im therapeutischen Fokus – die Rolle von Progesteron wurde dabei erheblich unterschätzt. Fakt ist jedoch: Damit es seine Funktion als Gegenspieler zum Östrogen erfüllen und so ein Zuviel an Östrogen ausbalancieren kann, ist ein ausreichend hoher Progesteronspiegel wichtig. Steht im Verhältnis zu Progesteron jedoch mehr Östrogen zur Verfügung, bekommt das Östrogen im hormonellen Regelkreis die Oberhand – und eine Östrogendominanz ist die Folge. Die Kehrseite der Östrogendominanz ist also immer ein (relativer) Progesteronmangel.

Aufgaben von Progesteron

Progesteron wird oft auch als „körpereigenes Gestagen“ bezeichnet und ist das dominierende Hormon während der zweiten weiblichen Zyklushälfte. Dass die Basaltemperatur in dieser Zeit konstant erhöht ist, geht vor allem auf das Progesteron zurück. Progesteron wird in den Eierstöcken im sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet, in das sich das zurückgebliebene Eibläschen (Follikel) nach dem Eisprung umwandelt. Bleibt eine Befruchtung aus, geht der Gelbkörper innerhalb von etwa 14 Tagen zugrunde, und die Progesteron-Produktion sinkt.

Zu den wichtigsten Aufgaben von Progesteron gehört, die in der ersten Zyklushälfte aufgebaute Gebärmutterschleimhaut darauf vorzubereiten, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten und heranwachsen kann. Wie Östrogen ist Progesteron darüber hinaus u.a. für die Stabilität der Knochen von großer Bedeutung und steigert die Kollagenbildung, wodurch einer Faltenbildung der Haut entgegengewirkt wird.

Zudem hat es eine antidepressive Wirkung, beeinflusst das Immunsystem, normalisiert die Androgene, hat einen anregenden Effekt auf die Libido und unterstützt die Wirkung von Schilddrüsenhormonen. Darüber hinaus fördert Progesteron die Wasserausscheidung und wirkt entwässert.

Was bewirkt eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel?

Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) nehmen im Hormonhaushalt einer Frau eine Schlüsselrolle ein: Im gemeinsamen Wechselspiel fein auf einander abgestimmt, sind sie wesentlich an der Steuerung der Fruchtbarkeit und Fortpflanzung beteiligt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Bereits kleinste Abweichungen wirken sich ungünstig auf den weiblichen Zyklus – und damit unter Umständen auch auf die weibliche Fruchtbarkeit aus.

Doch auch für viele andere Prozesse und Organfunktionen ist eine stabile Lage der Sexualhormone (Geschlechtshormone) unerlässlich. So kann z.B. die Wirkung der Schilddrüsenhormone schon durch eine minimale Dysbalance von Östrogen und Progesteron erheblich beeinträchtigt werden und umgekehrt kann eine eingeschränkte Schilddrüsenfunktion Zyklusstörungen bis hin zu einem unerfüllten Kinderwunsch zur Folge haben.

Ebenso sind negative Auswirkungen z.B. auf Haut, Knochen, das Herz-Kreislauf-System und auf die psychische Befindlichkeit möglich. So gesehen, ist ein optimales Gleichgewicht der Östrogen- und Progesteronproduktion eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Frau.

Das Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron sagt nicht unbedingt etwas über die tatsächliche Östrogenmenge aus, vielmehr ist das relative Verhältnis der beiden Geschlechtshormone zueinander entscheidend. Tatsächlich kann eine Östrogendominanz auch dann bestehen, wenn der Östrogenspiegel objektiv selbst erniedrigt ist. Oder die Östrogen- und Progesteronwerte liegen (noch) im Normbereich, im Vergleich zu Östrogen besteht jedoch ein relativer Mangel an Progesteron.

Schilddrüse & Östrogendominanz

Unregelmäßigkeiten im Zyklus, Symptome des Prämenstruellen Syndroms oder unerfüllter Kinderwunsch, aber auch eine Verstärkung der Wechseljahrbeschwerden, Libidoverlust, Migräne, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen und psychische Beeinträchtigungen wie Stimmungsschwankungen oder eine depressive Verstimmung – diese und viele andere Beschwerden können Hinweise auf eine Östrogendominanz bzw. einen Progesteronmangel sein.

Doch auch für die Schilddrüse kann ein relatives Zuviel an Östrogen ungute Folgen haben. So verhindern z.B. dominant wirkende Östrogene, dass die Körperzellen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 richtig verwerten können. Dadurch kann es zu Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion kommen – obwohl die Schilddrüse eigentlich genügend Hormone produziert.

In diesem Fall spricht der Therapeut von einer funktionellen oder indirekten Schilddrüsenunterfunktion: Die Werte der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind zwar normal, jedoch ist der Wert des schilddrüsenstimulierenden TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon, Thyreotropin) erhöht, weil die Hypophyse die vermeintlich verminderte Schilddrüsenhormonproduktion anzukurbeln versucht.

Nun ist es wichtig, den Therapieschwerpunkt weniger auf die Schilddrüsenunterfunktion, sondern vor allem auf die Östrogendominanz zu legen: Wird der relative Progesteronmangel z.B. mit der Gabe von naturidentischem Progesteron gezielt ausgeglichen, bessern sich meist auch die Symptome der funktionellen Schilddrüsenunterfunktion und der TSH-Wert normalisiert sich.

Hashimoto-Thyreoiditis und Östrogendominanz

Auch zwischen einer autoimmunen Schilddrüsenentzündung und einer Östrogendominanz besteht ein Zusammenhang. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass viele Patientinnen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis gleichzeitig auch unter einem Progesteronmangel bzw. einer Östrogendominanz leiden. Zudem erkranken überdurchschnittlich viele Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr – oft beginnt die Erkrankung mit den Wechseljahren, also zu einem Zeitpunkt, an dem fast immer eine Östrogendominanz besteht.

Andererseits bessert sich eine Hashimoto-Thyreoiditis oft während der Schwangerschaft, wenn die Progesteronkonzentration kontinuierlich zunimmt. Leider sind dann nach der Schwangerschaft und dem Absinken des Progesteronspiegels akute Entzündungsschübe keine Seltenheit. Diese Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass eine Östrogendominanz höchstwahrscheinlich auch die Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis begünstigt.

Ausgangspunkt für eine Hashimoto-Thyreoiditis kann also ein relativer Progesteronmangel sein. Denn das Sexualhormon nimmt auch auf das Immunsystem Einfluss, etwa indem es Entzündungen hemmt und übermäßigen Immunreaktionen entgegenwirkt. Fehlt Progesteron, fällt dieses Regulativ weg – und trägt so möglicherweise mit zur Fehlregulation des Immunsystems bei, die dann zur Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis führt.

Östrogen, Progesteron und Schwangerschaft

Gebildet werden Östrogen und Progesteron vor allem in den Eierstöcken, wobei ihre Produktion von übergeordneten Zentren, vor allem von Hormonen der Hypophyse und des Hypothalamus, gesteuert wird. Beide Sexualhormone gewährleisten, dass der weibliche Zyklus während der fruchtbaren Jahre einem wiederkehrenden monatlichen Rhythmus folgt, der zum einen dem Heranreifen einer oder mehrerer befruchtungsfähiger Eizelle(n) in einem Eierstock dient und zum anderen die Gebärmutter auf die Aufnahme einer Eizelle vorbereitet.

Hierfür nehmen die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron wellenförmig im Laufe eines Zyklus zu und wieder ab – und regulieren sich so permanent gegenseitig. Tritt keine Schwangerschaft ein, bildet sich die Gebärmutterschleimhaut wieder zurück und wird zu Beginn des folgenden Zyklus im Rahmen der Monatsblutung (Menstruation) abgestoßen. Dieser Kreislauf beginnt mit der Pubertät und endet mit den Wechseljahren. Wird der Zyklus durch eine Schwangerschaft unterbrochen, dienen die hormonellen Steuerungsmechanismen der Aufrechterhaltung und dem Schutz der Schwangerschaft.

Symptome Progesteronmangel & Östrogendominanz

Woran erkennt man einen Progesteronmangel oder eine Östrogendominanz?

  • Prämenstruelles Syndrom: Reizbarkeit, Brustspannen
  • Wassereinlagerungen
  • Gewichtszunahme
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressive Verstimmung
  • Starke Menstruationsblutung
  • Lange Menstruationsblutung
  • Schmerzhafte Periode
  • Kopfschmerzen
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Schwindelanfälle
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust und andere Sexuelle Probleme
  • Trockene Schleimhäute
  • Zysten, Myome
  • Verstärkung der Wechseljahrbeschwerden

Wann tritt eine Östrogendominanz auf?

Vor allem in den großen hormonellen Übergangszeiten im Leben einer Frau – Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre – kommt es vor, dass sich das prozentuale Verhältnis in der Produktion von Progesteron und Östrogen zugunsten des letzteren verschiebt. So zeigt sich eine Östrogendominanz oft in der Pubertät, wenn der weibliche Zyklus noch nicht eingespielt ist.

Zudem markiert die Östrogendominanz den Beginn der Wechseljahre (Prämenopause), wenn die Funktion der Eierstöcke allmählich nachlässt und der Progesteronspiegel mehr und mehr abfällt, die Östrogenproduktion jedoch noch weitgehend normal erfolgt. In dieser Phase kommt es immer häufiger zu Zyklen ohne Eisprung, sodass sich auch kein Gelbkörper – und damit nicht mehr genügend Progesteron bilden kann.

Diese sog. anovulatorischen bzw. monophasischen Zyklen können auch bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten nach Absetzen der Pille, bei Essstörungen wie Bulimie und Magersucht, oder wenn ein PCO-Syndrom vorliegt und Frauen mit Kinderwunsch trotz scheinbar regelmäßiger Menstruationsblutung nicht schwanger werden können. In den fruchtbaren Jahren zwischen Pubertät und Wechseljahren sollte das Gleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogenen jedoch ausgewogen sein.

Ursachen für Progesteronmangel und Östrogendominanz

  • Hormonelle Übergangszeiten: Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre
  • Einnahme der Antibaby-Pille
  • Genetische Veranlagung
  • Krankhafte Funktionsstörung der Eierstöcke
  • Hohe Insulinspiegel, Insulinresistenz
  • Starkes Übergewicht
  • Chronische Stressbelastung und Burnout Syndrom
  • Rauchen, (übermäßiger) Alkoholkonsum
  • Mangel an Vitaminen und Spurenelementen, die für Östrogen-Abbau nötig sind (Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Selen, Magnesium)
  • Östrogene in der Nahrung (z.B. hormongemästetes Fleisch)
  • Xenoöstrogene (z.B. in Lacken, Wandfarbe, Baumaterialien)

Wie wird eine Östrogendominanz festgestellt?

Die durch eine Östrogendominanz verursachten Beschwerden lassen sich oft nur schwer von den Beschwerden durch die Schilddrüsenerkrankung trennen. Um in diesen Fällen Sicherheit zu bekommen, ist eine Bestimmung der weiblichen Hormone notwendig. Ein solcher Hormonstatus lässt sich über den Speichel oder über das Blut erstellen. Wichtig ist, dass nicht nur der Östrogenwert, sondern auch das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron gemessen wird – nur so lässt sich feststellen, ob eine Östrogendominanz vorliegt.

Östrogendominanz Test

Ich empfehle meinen Patientinnen die Bestimmung des Progesteron/Östradiol-Quotienten mithilfe des Test auf Östrogendominanz, den Sie bequem bestellen können und mir dann die Ergebnisse zur Auswertung in die Praxis schicken:

Östrogendominanz Test – Hormonspeicheltest auf Östrogene (Östradiol) & Progesteron Derzeit nicht verfügbar, daher alternativ der Test auf Östrogendominanz und Nebennierenschwäche:
Hormonspeicheltest für Frauen auf Östrogene (Östradiol) & Progesteron, Cortisol, DHEA, Testosteron

Der Normbereich entspricht einem Progesteron/Östradiol-Verhältnis von 100 : 1, denn normalerweise wird zu jeder Zeit mehr Progesteron als Östradiol gebildet. Der Quotient sollte mindestens 100 betragen. Liegt der Quotient darunter, weist dies auf eine Östrogendominanz hin.

Da neben einer Östrogendominanz oft auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen (vor allem Vitamin D) und Spurenelementen (wie Selen) besteht, sollten diese Werte ebenfalls überprüft werden.

Haben Sie genügend Vitamin D?

Behandlung Progesteronmangel & Östrogendominanz

Weil eine Östrogendominanz immer auch ein relatives Zuwenig an Progesteron bedeutet, zielt die Therapie einer Östrogendominanz auf einen Ausgleich des Progesteronmangels ab. Davon profitieren auch viele Patientinnen mit Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto-Thyreoiditis. Es bessern sich nicht nur die durch den (relativen) Progesteronmangel verursachten Beschwerden, sondern auch die Unterfunktionssymptome lassen nach, wenn eine begleitende Behandlung mit Progesteron eingeleitet wird. Oft sinken mit der Zeit auch die Antikörper, wenn der Progesteronmangel konsequent ausgeglichen wird.

Was hilft bei Progesteronmangel?

Ich empfehle zu Beginn der Behandlung eine 3-Monats-Kur der hier angegebenen Vitamine und Mikronährstoffe, die sich in meiner Praxis besonders bewährt haben. Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Einnahme von Präparaten, die garantiert rein und frei von Farb-, Konservierungs- und technischen Hilfsmitteln sind, in der richtigen Dosierung über einen angemessen langen Zeitraum, wie hier angegeben:

Was tun bei Progesteronmangel und Kinderwunsch?

Nutrifem Basic, 90 Kapseln (ausreichend für 3 Monate)
Nehmen Sie 1 Kapsel pro Tag vor einer Mahlzeit ein. Diese ausgewogene Nährstoffkombination aus Reinsubstanzen enthält alle Vitamine und Spurenelemente, die für den Östrogen-Abbau nötig sind und bei Östrogendominanz oft im Mangel sind: Vitamin D, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Selen, Magnesium u.a.).
In Kombination mit:
Vitex Agnus Castus D2, Fa. Ceres (ausreichend für 3 Monate)
Dreimal täglich je 5 Tropfen pur oder auf einen Teelöffel Wasser einnehmen. Bei unerfülltem Kinderwunsch hat sich zudem Mönchspfeffer hilfreich erwiesen bei Frauen, deren Zyklus zu kurz oder zu lang ist, die keinen oder nur unregelmäßigen Eisprung haben und vielleicht auch an einem prämenstruellen Syndrom leiden.

Was tun bei Progesteronmangel und PMS?

Nachtkerzenöl, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 2 Kapseln zu oder zwischen den Mahlzeiten. Reich an Gamma-Linolensäure, einer direkte Vorstufe von Prostaglandin E1, welches in den Eierstöcken die Progesteronproduktion anregt. Studien belegen, dass durch Substitution mit Nachtkerzenöl der Prozess der Progesteronbildung verbessert und typische Symptome einer verminderten Progesteronwirkung, wie PMS, reduziert werden können.
Besonders wirksam bei gleichzeitiger Einnahme von:
Nutrifem PMS Formula, 60 Kapseln (3 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 2 Kapseln mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Durchdachte Kombination an Vitalstoffen und Mikronährstoffen zur Unterstützung der hormonellen Balance der Frau. Mit Pflanzenextrakten aus Ginkgo biloba, Pinienrinde und Mönchspfeffer für Wohlbefinden und Ausgeglichenheit vor und während der Menstruation. Sinnvoll ergänzt u.a. durch Eisen, Vitamin D und Vitamin B6.

Was tun bei Östrogendominanz und schmerzhafter Regelblutung?

Pycnogenol 100 Gold, 30 Kapseln (3 Packungen für 3-Monats-Kur)
Täglich 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit zu einer Mahlzeit einnehmen. Eine Östrogendominanz macht schmerzempfindlicher und fördert die Entzündungsneigung. OPCs (Oligomere Proanthocyanidine) aus Pinienrindenextrakt können über verschiedene Mechanismen in die Schmerzwahrnehmung eingreifen und Entzündungsprozesse im Körper positiv beeinflussen. Eine Studie belegt, dass mit Pycnogenol die Schmerzintensität und -dauer während der Menstruation deutlich reduziert werden kann – auch bei Endometriosepatientinnen konnte eine signifikante Schmerzreduktion nachgewiesen werden.
+
Vitamin B6 aktiviert P5P, 90 Kapseln(ausreichend für 3 Monate)1 Kapsel pro Tag zu einer Mahlzeit. Enthält hoch dosiertes Pyridoxal-5-Phosphat (P5P), die Aktivform von Vitamin B6, und bietet somit eine hochwertige Quelle zur zusätzlichen Zufuhr dieses wichtigen Mikronährstoffes. Wird bei schmerzhaften Regelblutungen und bei depressiven Verstimmungen in der prämenstruellen Phase erfolgreich eingesetzt. In mehreren klinischen Studien konnte die Einnahme von Vitamin B6 sowohl die PMS-Symptome als auch prämenstruelle Depressionen günstig beeinflussen.

„Natürliche Hormone“ bei Progesteronmangel

Im Zusammenhang mit der Yamswurzel möchte ich hinweisen auf das Dilemma mit den „natürlichen Hormonen“: es gibt definitiv kein „natürliches“ oder „pflanzliches“ Progesteron, sondern nur ein naturidentisches, d.h. künstlich hergestelltes Progesteron.

Für die Hormone Östrogen, Progesteron, DHEA und Testosteron existieren keine natürlichen Quellen aus denen diese Hormone gewonnen werden könnten. Sehr wohl existieren aber schwächer wirkende Vorstufen dieser Hormone im Pflanzenreich, wie sie z.B. in der Yamswurzel vorkommen.

Yams Balance, 180 Kapseln (2 Packungen für eine 3-Monats-Kur)
Täglich 3 mal 1 Kapsel mit viel Flüssigkeit einnehmen. Hochwertiger Pflanzenextrakt mit einem natürlichen Gehalt an dem wertvollen Naturstoff Diosgenin, das Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Hormon Progesteron hat.

Allerdings verschwinden Myome und Endometriose damit meist nicht, aber die Beschwerden und das Wachstum können in vielen Fällen deutlich verringert werden.

Natürliches Progesteron (von John R. Lee) ist der Buchklassiker zum Thema Östrogendominanz und Progesteronmangel. Das Buch ist empfehlenswert, auch wenn der Titel irreführend ist.

Ganzheitliche Behandlung von Progesteronmangel und Östrogendominanz

Für eine dauerhafte Besserung ihrer Beschwerden bedürfen Frauen mit Östrogendominanz und anderen Beschwerden wie z.B. Hashimoto-Thyreoiditis jedoch in den allermeisten Fällen eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts, das neben der Behandlung einer Östrogendominanz bzw. eines relativen Progesteronmangels weitere Therapiemaßnahmen umfasst: von der Hormonsubstitution der klassischen Schulmedizin bis hin zur klassischen Homöopathie, Phytotherapie, Ernährungstherapie, Psychotherapie und Stressbewältigungsprogrammen.

Wichtig ist, dass die Behandlung immer individuell auf die Persönlichkeit und psychische Befindlichkeit der Betroffenen abgestimmt ist. In der Praxis Breitenberger in München erwartet Sie eine umfassende und kompetente Beratung und Behandlung.

Wechseljahresbeschwerden sind nicht nur eine Folge fehlender Östrogene. Ein anderes weibliches Sexualhormon, das Progesteron, spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Seine Konzentration im Blut nimmt sogar früher ab als die der Östrogene. Oft besteht bereits mehrere Jahre vor der Menopause ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen mit einem Mangel an Progesteron und einem Überwiegen der Östrogene. Ursache ist die abnehmende Zahl an reifen Eizellen und der dadurch immer häufiger ausbleibende Eisprung.

Wirkung und Rolle des Progesterons im Monatszyklus

Im Monatszyklus wird das Gelbkörperhormon Progesteron gebildet, sobald eine reife Eizelle den Eierstock verlassen hat und im Eileiter zur Gebärmutter wandert. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle und damit den Organismus auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Kommt es nicht zur Schwangerschaft, versiegt die Progesteronproduktion wieder.

Dies erklärt, weshalb das Progesteron fehlt, wenn nicht mehr in jedem Monat ein Eisprung stattfindet. Anzeichen können erste Zyklusunregelmäßigkeiten wie verlängerte oder verkürzte Zyklen, starke Regelblutungen, Spannungen und Ziehen in der Brust, eine Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen, Gereiztheit und depressive Verstimmungen sein.

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Warum das fehlende Progesteron ersetzen?

Fehlendes Progesteron zu ersetzen kann vielfach die mit den Wechseljahren verbundenen Beschwerden lindern. Wassereinlagerungen und Spannungen in der Brust lassen sich durch die wasseraustreibende (diuretische) Wirkung des Hormons behandeln. Die Schlafqualität kann sich verbessern und Schlafstörungen gehen unter dem Einfluss von Progesteron mitunter zurück, was sich auch auf die Gemütsverfassung auswirkt. Progesteron soll zudem die Knochen vor Abbau und Osteoporose schützen und der Hautalterung entgegenwirken.

Darüber hinaus ist der Ersatz des fehlenden Sexualhormons wichtig, um die Gebärmutterschleimhaut vor der Entstehung von Krebs zu schützen. So kann es bei einem Überschuss an Östrogenen im Verhältnis zum Progesteron zu krankhaften Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) kommen, aus denen sich möglicherweise Krebs entwickelt. Gerade Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, erhalten deshalb im Rahmen einer Hormontherapie eine Kombination aus Östrogen und Progesteron beziehungsweise Gestagen.

Unterschied zwischen Progesteron und synthetischen Gestagenen

Bei der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden mittels Hormontherapie ist zwischen dem natürlichen Progesteron und den synthetischen Gestagenen zu unterscheiden:

Das natürliche Progesteron wird aus pflanzlichen Ausgangsstoffen gewonnen, die unter anderem in Yamswurzelgewächsen enthalten sind. Die Molekülstruktur entspricht dem körpereigenen Progesteron. Damit der Körper den Stoff besser aufnehmen kann, wird es bei der Hormontherapie in einer feinen, mikronisierten Zubereitungsform eingesetzt. Zur Verfügung stehen Kapseln zum Einnehmen und Gel zum Auftragen auf die Haut. Sie wirken gegen hormonbedingte Brustschmerzen.

Synthetische Gestagene sind künstlich hergestellte Stoffe mit progesteronähnlicher Wirkung. Sie sind gegenüber dem körpereigenen Progesteron chemisch verändert und haben eine höhere Wirkkraft. Synthetische Gestagene können therapeutisch in verschiedenen Formen angewendet werden, etwa zum Einnehmen als Tablette oder Dragee und als Pflaster über die Haut. Oft handelt es sich um Kombinationspräparate mit Östrogenen.

Progesteron mit Östrogen kombinieren

Welches Präparat bei einer Hormontherapie am besten geeignet ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und muss im Einzelfall vom behandelnden Frauenarzt gründlich abgewogen werden. Dabei spielen auch zu erwartende Nebenwirkungen eine Rolle. So zeigte natürliches Progesteron in Kombination mit Östrogen laut Studien einen geringeren Einfluss auf das Brustkrebsrisiko als synthetische Gestagene.

Synthetische Gestagene können zudem den Fettstoffwechsel, Blutzucker, Blutdruck und die Blutgerinnung negativ beeinflussen. Bei natürlichem Progesteron treten diese unerwünschten Begleiterscheinungen eher nicht auf.

So zeigen sich die Wechseljahre

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