Progesteron 2. zyklushälfte

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Einnistungssymptome: Kannst Du es schon vor einem positiven Schwangerschaftstest wissen?

Viele Frauen, die sich bemühen, schwanger zu werden, fragen sich, ob es irgendwelche Symptome während der Einnistung gibt, auf die sie achten sollten. Wenn Du während der zweiwöchigen Wartezeit wirklich in Deinen Körper hineinhorchst, ist es möglich, dass Du frühe Anzeichen der Schwangerschaft feststellst — etwa ein Zwicken, Krämpfe oder Schmierblutungen, die von einem im Entstehen begriffenen Embryo kommen, der sich gerade in Deiner Gebärmutter einnistet?

Ich bin nicht gern ein Spielverderber, aber all das sagt nicht wirklich etwas aus (es gibt auch nicht wirklich eine Einnistungsblutung). Wenn man den Vorgang der Einnistung richtig versteht, hilft es, zu begreifen, warum man unmöglich erkennen kann, dass eine erfolgreiche Einnistung stattgefunden hat, bevor man einen positiven Schwangerschaftstest erhält. Es wird Dir auch helfen, zu verstehen, warum die meisten frühen Anzeichen einer Schwangerschaft erst nach dem Ausfall Deiner Periode auftreten.

Was ist die Einnistung?

Wir glauben normalerweise, dass eine Schwangerschaft mit der Empfängnis beginnt — also dem Moment, in dem der Samen ins Ei eindringt. Doch es ist sinnvoller, den Zeitpunkt als wirklichen Beginn der Schwangerschaft anzusehen, wenn das befruchtete Ei sich erfolgreich in die Wand der Gebärmutter einnistet.

Warum? Weil die Einnistung eine größere Hürde sein kann, die es zu überwinden gilt, als die Befruchtung. Jüngste Forschungserkenntnisse zeigen auf, dass ganze zwei Drittel der befruchteten Eier sich nicht einnisten, und damit ist schon vor der ersten Zellteilung Leben oder Tod des Embryos vorbestimmt.

Wie läuft der Prozess der Einnistung ab?

Sagen wir mal, Du hattest an den Tagen vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr. Als das Ei freigegeben wurde, wartete bereits Sperma in Deinen Eileitern darauf, und einer der Samenzellen gelang es, das Ei zu befruchten. Das befruchtete Ei beginnt sich schnell zu teilen, während es sich den Eileiter entlang zur Gebärmutter hin bewegt.

Wenn es in die Gebärmutter eintritt, beginnt es sich in die Gebärmutterwand einzugraben. Diesen Vorgang nennt man Einnistung. Du kannst während der Einnistung nicht viel tun, um Deine Chance auf eine Schwangerschaft zu beeinflussen. Wenn es nicht zur Einnistung kommt, bedeutet das wahrscheinlich, dass der Embryo von vornherein nicht lebensfähig war.

Der Prozess der Einnistung ist normalerweise 8 bis 10 Tage nach dem Eisprung abgeschlossen. Sobald die Einnistung abgeschlossen ist, beginnt der Embryo, hCG zu produzieren, das Hormon, das Schwangerschaftstestserkennen. hCG sendet eine Nachricht an den Gelbkörper, dass er weiterhin Progesteron produzieren soll.

Bei einem normalen Zyklus, bei dem es zu keiner Schwangerschaft kommt, hört der Gelbkörper zu diesem Zeitpunkt auf, Progesteron zu produzieren. Das Progesteron ist das Hormon, das der Gebärmutterschleimhaut eine Struktur verleiht; wenn der Progesteronspiegel absinkt, beginnt Deine Menstruation. Das hCG jedoch, das vom frisch eingenisteten Embryo produziert wird, „rettet“ den Gelbkörper und gibt ihm einen Schub, um ihm zu helfen, weiterhin Progesteron zu produzieren. Deine Gebärmutterschleimhaut bleibt erhalten und intakt, und Du bekommst keine Menstruation.

Kannst Du die Einnistung spüren?

Führt der Vorgang, bei dem sich der Embryo in die Gebärmutterwand hineinbohrt, zu irgendwelchen körperlichen Symptomen, die Du spüren könntest? Kurz gesagt, nein. Selbst wenn Du sehr genau auf Deinen Körper achtest und vielleicht ein kleines Zwicken fühlst, ist es höchst unwahrscheinlich, dass dieses mit dem Einnistungsvorgang zusammenhängt.

Der Embryo ist gerade mal halb so groß wie eine Staubmilbe, und auf dieser Zellebene kannst Du nichts spüren, was in Deinem Körper vor sich geht, genauso, wie Du nicht spüren kannst, wenn sich Deine Zellen teilen oder Dein Haar wächst.

Wann kann man Anzeichen der Einnistung in deiner Ava Kurve sehen?

Die Einnistung erfolgt fast immer 8 bis 10 Tage nach dem Eisprung. Der Embryo beginnt erst nach Abschluss der Einnistung, hCG zu produzieren. Und selbst dann, wenn die Einnistung abgeschlossen ist, kann es noch einige Tage dauern, bis sich genug hCG angesammelt hat, um von einem Schwangerschaftstest festgestellt zu werden.

Das bedeutet, dass Du keine Anzeichen einer Schwangerschaft auf Deinem Teststäbchen erwarten solltest — und keine Symptome einer Schwangerschaft in Deinem Körper spüren wirst — bis mindestens 10 Tage seit dem Eisprung vergangen sind. In deiner Ava Kurve wird vorher nichts zu sehen und in Deinem Körper nichts zu spüren sein, was irgendetwas Wesentliches über das Vorhandensein einer Schwangerschaft aussagen könnte.

Wenn Du nicht schwanger bist, hört der Gelbkörper schließlich auf, Progesteron abzugeben, und Deine Menstruation setzt ein. Der verringerte Progesteronspiegel führt zu einem Abfall der Körpertemperatur und der Pulsfrequenz im Ruhezustand. Bei manchen Frauen kommt es am Tag des Einsetzens der Menstruation oder einen Tag vorher zu diesem Temperatur- und Pulsabfall. Wenn das auch bei Dir das typische Muster ist, dann können eine höhere Körpertemperatur und Pulsfrequenz im Ruhezustand frühe Anzeichen einer Schwangerschaft sein.

Viele Frauen haben jedoch eine verspätete Reaktion auf den gesunkenen Progesteronspiegel und stellen erst einige Tage nach dem Beginn des neuen Zyklus einen Abfall ihrer Körpertemperatur und Pulsfrequenz fest. Wenn das bei Dir der Fall ist, wirst Du bei einer Schwangerschaft wahrscheinlich keinen Unterschied bei Deinen Messungen gegenüber einem Monat feststellen, in dem Du nicht schwanger geworden bist.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Deine Schwangerschaft weit genug fortgeschritten ist, um Anzeichen und Symptome (an Deinem Körper oder bei Deinen Messungen) festzustellen, dann ist sie auch weit genug fortgeschritten, um ein positives Ergebnis bei einem Schwangerschaftstest zu zeigen.

Von Vicky Kummer | Mai 4, 2018 Tags: early pregnancy, early pregnancy, Hormone, kinderwunsch, schwanger werden, trying to conceive, trying to conceive

Vicky Kummer

Gelbkörperschwäche (Progesteronmangel)

Wo wird der Gelbkörper produziert?

Nach dem Eisprung bildet der jeweilige Eierstock der Frau den sogenannten Gelbkörper. Dieser produziert normalerweise das Gelbkörperhormon (Progesteron), das wichtigste Sexualhormone der Frau. Nach dem Eisprung wird bei einer Gelbkörperschwäche der Gelbkörper nicht vollständig ausgebildet, eine Gelbkörperschwäche tritt auf. Die Wirkungen und Aufgaben des Gelbkörperhormons im Körper der Frau sind sehr umfangreich, daher kann eine unzureichende Produktion weitreichende Folgen für eine erfolgreiche Schwangerschaft haben.

Was bewirkt eine Gelbkörperschwäche?

Der Gelbkörper, der die Gebärmutterschleimhaut auf eine bevorstehende Einnistung des Embryos vorbereiten soll, muss in vollem Umfang produziert sein, um diese Vorgänge zu gewährleisten. Hormone, insbesondere Progesteron, unterstützen die Hirnreifung des Ungeborenen und wirken sich förderlich auf die Gebärmutter aus. Eine unvollständige Gelbkörperproduktion und somit ein Progesteronmangel wirken sich negativ auf diese Vorgänge aus und führt daher häufig zu Fehlgeburten.

Welche Ursachen können zu einer Gelbkörperschwäche führen?

Ursächlich für eine Gelbkörperschwäche ist in erster Linie eine unzureichende Follikelreifung, das bedeutet, dass eine Eizelle nicht unzureichend gebildet werden kann. Daher kann in der Folge kein vollständiger Gelbkörper gebildet werden.

Welche Symptome treten bei einer Gelbkörperschwäche auf?

Als Symptome einer Gelbkörperschwäche können häufige Fehlgeburten auftreten. Auch eine verkürzte zweite Zyklushälfte, die weniger als zwölf Tage andauert, kann auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten. Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte können ebenfalls ein Symptom einer Gelbkörperschwäche sein. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge körperlicher oder psychischer Symptome, die zusätzlich auftreten können. Von Muskelschmerzen über Depressionen bis hin zu Wassereinlagerungen im Körper existieren etwa zwanzig weitere Symptome, die begleitend bei einer Gelbkörperschwäche auftreten können.

Wie wird eine Gelbkörperschwäche diagnostiziert?

Tatsächlich wurde früher eine sichere Diagnose nur über den Spiegel des Gelbkörperhormons im Blut der Frau gestellt. Inzwischen weiß man aber, dass dies nicht aussagekräftig ist, da der Progesteronspiegel stark schwankt. Der Arzt spricht hier eher von einer klinischen Diagnose anhand von beispielsweise Zyklusstörungen. Dies kann vor allem bei Kinderwunsch wichtig werden, wenn auch nach einiger Zeit keine Schwangerschaft eintritt. Hinweise auf einen Progesteronmangel können beispielsweise eine verkürzte zweite Zyklushälfte und/oder Schmierblutungen vor der eigentlichen Menstruation sein. Ist der Progesteronwert in der zweiten Zyklushälfte zu niedrig, kann sich der Embryo nicht in der Gebärmutter einnisten. Hilfreich kann es sein, eine Basaltemperaturkurve anzulegen. Diese ist zwar nicht die genaueste Methode, doch kann mit der Basaltemperaturkurve eine grobe Einschätzung vor der eigentlichen Diagnostik erfolgen. Zusätzlich muss der Arzt eine Nebennierenschwäche ausschließen, um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Gibt es eine Therapie bei Gelbkörperschwäche?

Grundsätzlich sollte bei einer Gelbkörperschwäche eher eine Therapie der ersten Zyklushälfte erfolgen, um die Eizellreifung zu verbessern. Ist diese gut, bildet sich auch ein qualitativ guter Gelbkörper im Anschluss. Bei der Therapie eines Progesteronmangels steht oft die Gabe von Progesteron und ähnlichen Hormonen im Vordergrund. Häufig werden zur Therapie bei Kinderwunsch hormonelle Medikamente wie Clomifen, Utrogest oder Duphaston verwendet, um eine mögliche Schwangerschaft zu stabilisieren. Es gibt einige Ansätze, eine Gelbkörperschwäche zu behandeln. Idealerweise hilft eine Therapie bereits bei der Follikelreifung, denn hier liegt die Ursache einer Gelbkörperschwäche. Zusätzlich werden manchmal Östrogene verabreicht. Auch das Schwangerschaftshormon HCG wird mitunter verabreicht, um eine Gelbkörperschwäche zu behandeln.

Progesteronmangel


Medizinische Qualitätssicherung am 13. Mai 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Ein Progesteronmangel kann einige unspezifische Krankheitsbilder hervorrufen und nicht zuletzt auch für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein. Dieser Artikel erklärt Ursachen und Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist Progesteronmangel?
  • 2 Ursachen
  • 3 Symptome, Beschwerden & Anzeichen
  • 4 Diagnose & Verlauf
  • 5 Komplikationen
  • 6 Wann sollte man zum Arzt gehen?
  • 7 Behandlung & Therapie
  • 8 Vorbeugung
  • 9 Nachsorge
  • 10 Das können Sie selbst tun
  • 11 Quellen

Was ist Progesteronmangel?

Progesteron ist ein weibliches Sexualhormon. Es ist auch unter dem Begriff „Gelbkörperhormon“ bekannt, da es im Eierstock vom Gelbkörper gebildet wird. Das Hormon kommt auch im männlichen Körper vor und wird dort im Hoden gebildet. Das geschieht jedoch nur in sehr geringen Mengen.

Im weiblichen Körper regelt das Progesteron die Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutter sowie den Erhalt der Schwangerschaft. Nach dem Eisprung formt sich die Hülle des Ei-Follikels zum Gelbkörper um. Hieraus wird das Progesteron gebildet.

Gesteuert wird dieser Vorgang durch das LH Hormon, das durch die Hirnanhangsdrüse hergestellt wird. Im Laufe einer Schwangerschaft sorgt die Plazenta für die Produktion großer Mengen des Progesterons, damit die Schwangerschaft bestehenbleibt. Außerdem ist das Progesteron auch Baummaterial für die Hormone Östrogen und Testosteron.

Ursachen

Die Ursache für einen Progesteronmangel liegt in einer Gelbkörperschwäche. Follikel reifen nicht ausreichend heran, wodurch auch die Eizellen nicht ausgebildet werden können. In der Folge kann sich kein vollständiger Gelbkörper entwickeln. Der Progesteronmangel führt zu einer Östrogendominanz, die bereits als Zivilisationskrankheit angesehen wird. Diese Östrogendominanz kann wiederum viele Ursachen haben, die oft in Kombination miteinander auftreten und sich gegenseitig verstärken.

Zum einen spielen genetische Faktoren eine Rolle. Es kann auch durch die Einnahme der Pille Zyklen ohne Eisprung geben. Der Beginn der Wechseljahre ist oft durch einen Progesteronmangel geprägt. Ferner können in der Nahrung Östrogene oder andere Stoffe enthalten sein, die den Hormonhaushalt beeinflussen (z.B. Hilfsmittel zur Mast, Plastikflaschen, Konserven und Tütensuppen, Zusatzstoffe in Streichfetten und im Brot, etc.).

Auch in der Umwelt können sich Chemikalien befinden, die den Zyklus empfindlich zu stören geeignet sind. Das sind beispielsweise Xenoöstrogene, die sich in Lacken, Wandfarben, Pestiziden, Baumaterialien und Abgasen befinden. Ebenso bestimmte Medikamente können sich negativ auswirken, zum Beispiel Psychopharmaka, Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden, Schilddrüsenstörungen und Antidiabetika. Falsche Ernährung, Stress, Lichtmangel, Bewegungsmangel und Eierstockschäden können ein Übriges tun.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Mangel des Hormons Progesteron kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, wobei Letztere häufiger davon betroffen sind. Vor allem in Stresssituationen kann eine Störung des Hormonhaushaltes vorkommen, mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Doch auch in der Schwangerschaft, Stillzeit und während der Wechseljahre treten häufig Symptome auf.

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann sich ein Progesteron-Mangel durch Schlafstörungen, heftiges Schwitzen, Herzrhythmusstörungen oder aber einem emotionalen Ungleichgewicht äußern. Frauen sind zudem noch von anderen Beschwerden betroffen. Dazu zählen Eierstockzysten und Myome, starker Eisenmangel (vor allem während der Menstruation) und das Auftreten von Brustkrebs. Das Ausbleiben einer Schwangerschaft oder eine Fehlgeburt können in schlimmen Fällen ebenfalls die Folge der Erkrankung sein.

Oftmals tritt ein Mangel in Zusammenhang mit anderen Krankheiten auf, weshalb der Arzt bei der Anamnese auch Symptome einer Schilddrüsenerkrankung abfragen wird. Kalte Hände und Füße, Schwellungen der Finger, trockene und gereizte Haut und niedriger Blutdruck können deshalb ebenfalls Anzeichen eines Progesteron-Mangels sein. Auch depressive Stimmungen, Panik oder Angstzustände und eine verminderte Leistungsfähigkeit treten auf.

Bei den genannten Beschwerden handelt es sich nur um einige Symptome, welche hinzukommend unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Stellen sie sich in einer entsprechenden Lebenssituation ein, sind sie jedoch von Seiten eines Arztes gut diagnostizierbar.

Diagnose & Verlauf

Ein Progesteronmangel kann sich an verschiedenen Symptomen zeigen, die einen Ansatzpunkt für eine weitere Diagnose liefern. Dazu gehören Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Mattigkeit, Angstzustände, depressive Verstimmungen, Wasseransammlungen, Übelkeit, Gewichtszunahme, empfindliche, anschwellende Brüste, Zysten und Myome sowie Schmerzen bei der Regelblutung. Bei Schwangeren kann eine Fehlgeburt auftreten. Typisch sind außerdem verkürzte Zyklen und Schmierblutungen.

Bei Verdacht auf einen Mangel an Progesteron wird der Arzt einen Progesterontest vorschlagen. Hierbei werden die Progesteron- und Östrogenwerte um den 19., 20., oder 21. Zyklustag mit Hilfe eines Speicheltests bestimmt. Solche Tests können auch selbst duchgeführt werden, indem Proben entnommen und an ein Labor zur Auswertung geschickt werden.

Unterstützend kann vor der Diagnose durch den Arzt eine Basaltemperaturkurve angelegt werden. Um einen Progesteronmangel sicher festzustellen, sollte eine Nebennierenschwäche ausgeschlossen werden.

Komplikationen

Aufgrund des Progesteronmangels leiden die Betroffenen an verschiedenen Beschwerden, die zu unterschiedlichen Komplikationen führen können. Im schlimmsten Fall kann der Progesteronmangel allerdings zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen. Nicht selten kommt es dabei auch zu psychischen Beschwerden oder zu starken Depressionen. Auch die Lebensqualität wird damit erheblich eingeschränkt und verringert.

Weiterhin leiden die Patienten nicht selten auch Störungen der Konzentration und der Koordination. Auch eine Abgeschlagenheit und eine Antriebslosigkeit kann dabei auftreten und sich sehr negativ auf den Alltag des Betroffenen auswirken. Nicht selten leiden die Patienten aufgrund des Progesteronmangels auch an Angstzuständen und an einer Verwirrung. Bei Frauen kommt es dabei auch zu einem Spannen in der Brust und häufig auch zu Regelschmerzen.

Sollte der Progesteronmangel bei schon schwangeren Frauen auftreten, kann es dabei im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt kommen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Weiterhin stehen dem Betroffenen auch verschiedene Naturhilfen zur Verfügung, die die Beschwerden des Progesteronmangels deutlich einschränken und reduzieren können.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Paare oder Frauen, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben, sollten sich umfassend über die optimalen Bedingungen zur Zeugung von Nachwuchs informieren. Werden alle Vorgaben erfüllt und dennoch bleibt über mehrere Monate eine Schwangerschaft aus, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt stattfinden. In diesem erfolgt eine erneute Aufklärung der optimalen Bedingungen für eine Fruchtbarkeit. Darüber hinaus sollte eine umfassende Untersuchung eingeleitet werden, die Auskunft über den Fruchtbarkeitsstatus der betroffenen Personen gibt.

Anhaltende Schlafstörungen, Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus sowie Auffälligkeiten des Hormonsystems sollten ebenfalls mit einem Arzt besprochen werden. Kommt es zu Stimmungsschwankungen, depressiven Phasen oder Besonderheiten im Verhalten des Betroffenen, ist eine Untersuchung notwendig. Starkes Schwitzen, Schwellungen der Finger oder ein diffuses Angsterleben sind einem Arzt vorzustellen. Die Beschwerden deuten auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung hin, die diagnostiziert und behandelt werden muss. Knoten in der Brust, Unregelmäßigkeiten des weiblichen Monatszyklus sowie eine Abnahme des Wohlbefindens sind weitere Anzeichen einer Erkrankung. Leidet der Betroffene unter Veränderungen der Libido, starker Weinerlichkeit sowie Veränderungen des Hautbildes, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Innere Unruhe, Schwankungen des Gewichts und Apathie sind Hinweise einer gesundheitlichen Störung und müssen von einem Arzt abgeklärt werden. Bei kalten Gliedmaßen, einer Überempfindlichkeit gegenüber Temperatureinflüssen und einer schnelle Erschöpfung sollte ein Arzt konsultiert werden.

Behandlung & Therapie

Es gibt verschiedene Ansätze, eine Gelbkörperschwäche zu therapieren. Wenn ein Mangel an Progesteron festgestellt wurde, wird dem Körper in der Regel Progesteron medikamentös zugeführt. In Frage kommen hierbei Mittel wie Clomifen, Dydrogesteron und Utrogest®. Idealerweise wird eine Therapie schon bei der Follikelreifung durchgeführt, denn dort liegt die Ursache der Gelbkörperschwäche. In einigen Fällen wird zusätzlich Östrogen verabreicht. Des Weiteren findet das Schwangerschaftshormon Anwendung, wenn eine Gelbkörperschwäche behandelt werden soll.

Die Östrogendominanz kann auf verschiedene Weise behandelt werden. Welche Behandlung bevorzugt wird, hängt von der Schwere des Progesteronmangels (und damit der Östrogendominanz) ab und von den Vorlieben der betreffenden Patientin. Neben der Behandlung mit chemischem Progesteron kommt beispielsweise auch eine Behandlung mit Pflanzen in Betracht, die über progesteronähnliche Wirkstoffe (Phytohormone) verfügen und mit denen die natürliche Progesteronproduktion angeregt werden kann.

Auch mit Sport, gesunder Ernährung, Wasser, Lichttherapie und Naturheilmethoden kann die Behandlung des Progesteronmangels unterstützt werden. Akupressur, Homöopathie, Schüssler-Salze und esoterische Heilmethoden können bei entsprechender mentaler Veranlagung versucht werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente

Um einem Progesteronmangel vorzubeugen, ist es hilfreich, sich gesund zu ernähren und möglichst stressarm zu leben. Hilfreich sind Spaziergänge, vor allem bei Tageslicht, mäßiger Sport (z.B. Joggen oder Schwimmen), Abbau von Übergewicht, Verzicht auf Alkohol, Zucker, Nikotin und tierische Fette.

Ideal ist eine Ernährung, die ausreichend Protein enthält und daneben reich an Ballaststoffen, ungestättigten Fettsäuren, Mineralstoffen (vor allem Magnesium), Vitaminen (vor allem die Vitamine B6, B12, C und E) und Spurenelementen (vor allem Selen und Zink) ist.

Nachsorge

Der Progesteronmangel ist grundsätzlich nicht als eigenständiges Krankheitsbild zu betrachten, sondern tritt als Folge oder Symptom einer Hormonstörung auf. Dies kann in den verschiedenen Lebensphasen passieren, kann aber auch mit dem Hormonsystem insgesamt zusammenhängen. Eine fest definierte Nachsorge für den Progesteronmangel gibt es daher nicht. Die Nachsorge kann variieren zwischen einer lebenslangen Ausgleichsversorgung mit Hormonen bis hin zu keiner notwendigen Nachsorge oder Therapie.

Wird eine lebenslange Versorgung durch eine Hormonersatztherapie für notwendig befunden, so ist es erforderlich, dass der Patient sich regelmäßig bei einem Facharzt, vorzugsweise einem Endokrinologen, vorstellt. Dieser untersucht in festen Abständen den Hormonstatus und kann je nach Situation die Behandlung individuell anpassen. Bei einer Behandlung in bestimmten Lebensphasen oder nach bestimmten Ereignissen, wie einer Schwangerschaft und Geburt, ist die Einnahme von Hormonen nach einer bestimmten Zeit nicht mehr nötig.

Hier können die entsprechenden Medikamente dann zumeist komplett abgesetzt oder schrittweise reduziert werden. Jedoch muss nach jeder Hormonersatztherapie kontrolliert werden, ob der Körper wieder eigenständig in der Lage ist, die notwendigen Hormonspiegel dauerhaft zu gewährleisten. Die Nachsorge bezieht sich also vor allem auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um zu garantieren, dass es nicht erneut zu behandlungsbedürftigen Hormonmangelzuständen bei dem Patienten kommt.

Das können Sie selbst tun

Ein Mangel des Hormons Progesteron macht sich deutlich im Alltag bemerkbar. Die Symptome gehen von Schlafstörungen über Erschöpfung bis hin zu emotionaler Unausgeglichenheit. Der Arzt wird eine Hormontherapie vorschlagen, welche viele Betroffene jedoch mit kritischem Blick betrachten, denn bei dieser Therapie wird dem Körper ein künstlich hergestelltes Hormon verabreicht, was schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich ziehen kann.

Aus diesem Grund ist die Frage nach einer Alternative groß. Da Hormone immer durch ein bestimmtes Verhalten beeinflusst werden, ist es möglich, auch die Bildung des körpereigenen Progesterons zu unterstützen, indem man die eigene Lebensweise näher betrachtet. Schon eine Veränderung des Bewegungsverhaltens kann hier förderlich sein. Die Betroffenen sollten darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen, sei es bei schweißtreibendem Sport oder ausgedehnten Spaziergängen an der frischen Luft. Dabei sollte ergänzend auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden, reich an Vitaminen und Ballaststoffen. Zu viel Zucker, Koffein oder schlechte Fette wirken sich negativ auf den Hormonhaushalt aus. Auch Sonnenlicht kann dem Mangel an Progesteron entgegenwirken, wobei meist bereits 15 Minuten tägliches Sonnenbaden ausreichend sind.

Geht der Mangel mit diesen Maßnahmen nicht zurück, kann alternativ zu einer Hormontherapie auch auf Homöopathie, Schüßlersalze oder andere Naturheilverfahren zurückgegriffen werden.

Quellen

Von „https://medlexi.de/Progesteronmangel“

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Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Progesteronmangel?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Luzie kommentierte am 03.03.2015

Ich bin 47 Jahre alt und habe vor 5 Jahren meine Gebärmutter entfernen lassen. Nun bin ich in den Wechseljahren und habe vom Frauenarzt Östrogen-Gel verschrieben bekommen, was die Symptome verschlechtert hat. Ich bin dann zum Endokrinologen und habe einen Test machen lassen. Die haben festgestellt, dass ich Gelbkörperhormonmangel habe. Nun nehme ich seit 3 Tagen das Hormonpflaster Estramon 25 ug und Famenita 100 mg. Eine Besserung ist bisher nicht in Sicht. Bin ich zu ungeduldig? Oder sollte ich lieber nur Famenita 100 mg ohne Pflaster nehmen, weil der Endokrinologe sagte, dass mein Östrogenhaushalt zu hoch ist. Der Endokrinologe meinte zudem, ich solle die Pflaster trotzdem nehmen, aber ich fühle mich einfach nur schlecht. Was meint ihr?

Michaela kommentierte am 25.11.2018

Der Artikel von Hr. Dr. Nonnenmacher ist insgesamt sehr gut. Die o.g. Symptome kenne ich, bzw. sie fangen an, meiner Vergangenheit anzugehören, nach Jahren der Quälerei. Ich bin selbst Heilpraktikerin und habe dem Thema der Hormone leider lange Zeit viel zu wenig Beachtung geschenkt gehabt. Bei den oben genannten Symptomen von Dr. Nonnenmacher – und das ist egal, in welchem Alter und ob männlich oder weiblich, sollte sich mit der bio-identischen Hormontherapie (z.B. nach Dr. Rimbkus, oder Dr. Lee) beschäftigt werden. Es gibt Ärzte, die damit behandeln. Leider ist das eine Privatleistung, wie immer, wenn die Pharmaindustrie nicht beteiligt ist. Bei leichten Symptomen reicht ggf. schon eine gute und günstige Yamswurzel-Creme mit 20% Diosgenin aus der Yamswurzel, oder eine leichte Progesteron-Creme, die man sogar ohne Rezept erhalten kann. Ich habe sie über das Internet recherchiert und gekauft. Vorher habe ich fünf Bücher zu dem Thema gelesen. Progesteron kann ab einem bestimmten Alter nicht mehr selber hergestellt werden. Da reicht, meiner Meinung nach, eben nicht die von Dr. Nonnenmacher angesprochene Bewegung oder Lichttherapie. Auch alleine mit Nahrungsergänzungsmitteln ist da nichts mehr zu machen. Ich selbst bin ca. 50.000 Euro an solchen Dingen losgeworden und habe mich an alles geklammert: An Therapien und Nahrungsergänzungen, u.a. auch zur Entgiftung des Körpers. Das ist auch eine Voraussetzung: Sind wir noch vergiftet, so wird es mit einer jeglichen Hormontherapie schwer. Die Hormonrezeptoren werden durch Umweltgifte besetzt. Insbesondere Quecksilber und Kunststoffe, die wir zu gern im Munde tragen, sind da sehr kontraprodutiv. Ich wünsche jedem viel Erfolg auf seinem Weg.

Frau Günther kommentierte am 05.12.2018

Hallo an Luzie,
schade, das Verfasserdatum ist schon einige Jahre her. Wie geht es dir jetzt wohl? Die Endokrinologen kennen wohl keine bioidentische Progesteron-Creme. Natürlich ist es Dummheit, nur Östrogen zu geben, man muss nach der Entfernung der Gebärmutter auch das Gelbkörperhormon Progesteron (das insbesondere) geben. Am besten als bioidentisches Hormon und nicht chemisch. Wichtig ist auch, Testosteron mal zu überprüfen. Die Frage ist ja auch schon, aus welchem Grund wurde die Gebärmutter entfernt. Wahrscheinlich war schon vorher ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt.

Honey91_mit_Mini13

Ich kann dir in der 1. Zyklushälfte Himbeerblättertee und in der 2. Zyklushälfte Frauenmanteltee empfehlen.

Normalerweise glaube ich nicht an so etwas, bei mir hat es geklappt und nun bin ich in den ersten SSW.

Die paar Euro wirst du sicher noch haben, schaden kann es nicht.

Himbeerblättertee ab dem ersten Tag ohne Periode

Die Durchblutung des weiblichen Beckens und der Gebärmutter werden gefördert. Der Tee kann dabei helfen die Schleimhaut der Gebärmutter aufzubauen. Dadurch verbessert der Himbeerblättertee die Chancen einer erfolgreichen Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter.

Der Tee ist reich an Magnesium, Vitamin C und Kalzium und sorgt durch das enthaltene Wasser zusätzlich für eine wichtige Flüssigkeitszufuhr.

Himbeerblättertee entkrampft die Muskulatur und kann, auch wenn keine Schwangerschaft eintritt, bei Regelkrämpfen helfen und Schmerzen lindern.

Der Tee kann Frauen variabler Periode dabei helfen einen regelmäßigeren Zyklus zu erreichen und somit einen früheren Eisprung zu bewirken.

Tee entspannt Geist und Körper. Für Frauen die schon lange einen Kinderwunsch hegen und sich dadurch mental unter Druck setzen, kann Himbeerblättertee entspannend wirken und eine positive Atmosphäre erzeugen. Dadurch verbessern sich die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Frauenmanteltee bis zum ersten Tag der voraussichtlich Periode

Da Frauenmanteltee eine durchblutungsfördernde Wirkung auf den Beckenboden und die Gebärmutter hat, ist es einerseits möglich kurz vor der Geburt die Wehenauslösung anzuregen und andererseits vor der Schwangerschaft die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen, um die Einnistung einer befruchteten Eizelle zu fördern. Seine positive Wirkweise verdankt Frauenmantel den Inhaltsstoffen. Besonders die Wurzel ist reich an Progesteron, einem Geschlechtshormon, welches auch im weiblichen Körper gebildet wird und dafür sorgt, dass der Frauenmanteltee beim Kinderwunsch hilfreich ist. Progesteron wirkt weiterhin schmerzlindernd und kann dadurch beispielsweise Bauchkrämpfe entspannen. Zur Anwendung wird Frauenmantel entweder als Tee eingenommen oder als Sud eingerieben. Auch die Inhalation ist bei entsprechender Zubereitung möglich. Explizite Nebenwirkungen sind nicht bekannt, Personen mit Bluthochdruck sollten aufgrund der durchblutungsfördernden Eigenschaften jedoch eine entsprechend sparsame Dosierung wählen.

Progesteron ist eines der wichtigsten Sexualhormone und bestimmt nicht nur Deinen Menstruationszyklus, sondern spielt auch eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft. Wir erklären, welche Funktionen das Progesteron hat und warum Du einen Progesteronmangel nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest.

Inhalt

Was ist Progesteron?

Progesteron nennt man auch Gelbkörperhormon. Diesen Namen trägt das Hormon deshalb, weil es in der 2. Zyklushälfte vom Gelbkörper ausgeschüttet wird. Beim Eisprung verlässt die Eizelle das Eibläschen. Der Rest des geplatzten Follikels ist der sogenannte Gelbkörper, der unter anderem Östrogen und Progesteron ausschüttet. Beide Hormone beeinflussen die Gebärmutterschleimhaut und bereiten sie auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor.

Wenn Du schwanger bist, schüttet der Gelbkörper noch bis zum 3. Schwangerschaftsmonat Progesteron aus und erhält so die Schwangerschaft. Im Anschluss übernimmt die Plazenta diese Aufgabe und schüttet Progesteron aus. Ein geringer Anteil des Progesterons wird auch in der Nebennierenrinde gebildet. Dies geschieht jedoch zyklusunabhängig.

Kinderwunsch und Progesteron

Das Hormon Progesteron spielt bereits in der Kinderwunschzeit eine tragende Rolle. Bildet Dein Körper nicht genug Progesteron, so kann sich die Gebärmutterschleimhaut nicht so gut aufbauen. Das bewirkt, dass sich die befruchtete Eizelle nicht einnistet oder so schlecht versorgt wird, dass der Embryo abstirbt. Ein Progesteronmangel wird auch als Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) bezeichnet.

Progesteron Referenzwerte

Wenn Dein Arzt einen Progesteronmangel vermutet, so kann er den Progesteronspiegel in Deinem Blut bestimmen. Dieser steigt im Laufe des Zyklus an. Bei einer gesunden Frau finden sich folgende Normwerte:

In der 1. Zyklushälfte < 0,1 ng/ml
Zum Eisprung-Zeitpunkt: 1-2 ng/ml
Frühe 2. Zyklushälfte > 5ng/ml
Späte 2. Zyklushälfte > 12 ng/ml

Hinweis: Bei der Auswertung des Progesteronspiegels sind einzelne Blutwerte kaum aussagekräftig. Wichtig ist vorrangig der Anstieg der Hormonkonzentration, weswegen Dein Frauenarzt üblicherweise mehrmals Blut abnimmt, um sich den Verlauf während Deines Zyklus genau anzusehen.

Das Gelbkörperhormon in der Schwangerschaft

Wenn Du nicht schwanger bist, löst sich der Gelbkörper in der 2. Zyklushälfte wieder auf und der Progesteronspiegel sinkt. Bei einer erfolgreichen Befruchtung übernimmt der Gelbkörper die Versorgung des Embryos, die Konzentration des Gelbkörperhormons steigt an. In den ersten Wochen der Schwangerschaft sollte der Progesteronspiegel bei mindestens 10 ng/ml liegen, damit der Embyro gut versorgt wird. Im Laufe des 1. Trimesters der Schwangerschaft steigt die Konzentration des Hormons auf ca. 50 ng/ml an, zum Zeitpunkt der Geburt liegt der Spiegel des Gelbkörperhormons bei 100 bis mehreren 100 ng/ml.

Progesteronmangel in der Schwangerschaft

Ein Mangel an Progesteron in der Schwangerschaft kann schlimme Folgen haben und zu einer Fehlgeburt führen. Deshalb sollte ein Mangel an Progesteron, der sich zum Beispiel durch Blutungen in der Frühschwangerschaft zeigen kann, unbedingt behandelt werden. Im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen wird Progesteron oft bereits in der 2. Zyklushälfte verordnet, um die besten Voraussetzungen für den Eintritt einer Schwangerschaft zu schaffen.

Viele Ärzte verschreiben Progesteron-Tabletten, die eigentlich zur oralen Einnahme gedacht sind — und empfehlen, diese vaginal einzuführen, weil das Progesteron so nicht nur besser verträglich ist, sondern besser von der Schleimhaut aufgenommen wird und direkt dort landet, wo es gebraucht wird. Wenn Dir Dein Arzt also dazu rät, Utrogest in die Scheide einzuführen statt zu schlucken, kommt Dir das gegebenenfalls seltsam vor, es handelt sich dabei allerdings um gängige Praxis. Bei einem starken Progesteronmangel kann das Hormon auch gespritzt werden. Dein Frauenarzt entscheidet anhand Deiner Symptome und gegebenenfalls anhand der Blutwerte, ob Progesteron nötig ist und in welcher Form Du es zu Dir nehmen musst.

Progesteron hat in der Schwangerschaft außerdem noch weitere Funktionen:

  • Es entspannt die Gebärmuttermuskulatur, unterdrückt Kontraktionen und verhindert so vorzeitige Wehen.
  • Progesteron beruhigt die Schwangere und hat eine Stimmungsaufhellende Wirkung.
  • Außerdem sorgt das Gelbkörperhormon für das Wachstum von Haar und Nägeln.

Nach der Schwangerschaft bzw. der Geburt fällt der Progesteronspiegel in Deinem Blut wieder. Dies kann mitursächlich für eine Wochenbettdepression sein.

Progesteron (Gelbkörperhormon, Gestagen, PROG)

Progesteron wird auch Gelbkörperhormon genannt. (mathom / )

Kurzfassung:

  • Progesteron ist ein weibliches Sexualhormon.
  • Die Ausschüttung von Progesteron ist vom Monatszyklus abhängig.
  • Progesteron beeinflusst das Schleimhautwachstum in der Gebärmutter und bereitet diese auf die Einnistung des Follikels vor.
  • Der Progesteronwert kann ein Hinweis für hormonell bedingte Erkrankungen sein.

Was ist Progesteron und wie wird es gebildet?

Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon. Sein Grundbaustein ist – wie auch bei Östrogenen – das Cholesterin, weshalb es zur Gruppe der Steroidhormone zählt. Es wird in den Eierstöcken im sogenannten Gelbkörper, während der Schwangerschaft im Mutterkuchen (Plazenta) und zu einem geringen Anteil auch in der Nebennierenrinde produziert. Aus dem Progesteron können wiederum andere Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron gebildet werden.

Wie wird die Ausschüttung von Progesteron reguliert?

Die Ausschüttung erfolgt keineswegs gleichmäßig, sondern ist abhängig vom Menstruationszyklus. In der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus – diese sogenannte Follikelphase dauert vom ersten Tag der Menstruation bis zum Eisprung – ist die Progesteronkonzentration im Blut sehr gering. Ab dem Zeitpunkt des Eisprungs ist die Konzentration des Progesterons, gesteuert vom Hormon LH (luteinisierendes Hormon) aus der Hypophyse im Gehirn, deutlich erhöht.

Kommt eine Schwangerschaft zustande, erhöht sich die Konzentration weiter. Falls die Eizelle nicht befruchtet wird, bleibt der Spiegel während der Lutealphase (Zeit zwischen dem Eisprung und dem Einsetzen der Menstruationsblutung) konstant erhöht und leitet bei seinem Absinken die nächste Menstruationsblutung ein.

Welche Wirkungen hat Progesteron?

Während in der ersten Zyklushälfte unter dem Einfluss von Östrogen die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst, wird sie in der zweiten Hälfte unter der Einwirkung von Progesteron auf die Einnistung der Frucht vorbereitet. Dabei werden die Gefäße und Drüsen der Gebärmutterschleimhaut und Zellen der Schleimhaut aktiv, um dem Embryo Nährstoffe bereitstellen zu können.

Außerdem bewirkt Progesteron eine Temperaturerhöhung im Körper sowie eine Verdichtung der Drüsen in der Brust. In der Schwangerschaft und gegen Zyklusende ist die Körpertemperatur daher um 0,4–0,6 °C erhöht und die Brüste werden durch das Wachstum der Milchdrüsen größer. So bereitet sich der Körper in einer Schwangerschaft auf die Milchbildung vor.

Daneben wird unter dem Einfluss von Progesteron vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe eingelagert, was zu einer Erhöhung des Körpergewichts vor der Regelblutung führt und auch einen erheblichen Teil der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ausmacht.

Warum wird der Progesteronwert bestimmt und was ist dabei zu beachten?

Die Bestimmung des Progesterons gehört zur Hormonuntersuchung bei der Frau, um mögliche Hinweise für einen unerfüllten Kinderwunsch, ein Versagen der Eierstöcke, unregelmäßige Blutungen und andere hormonell bedingte Erkrankungen (z.B. das adrenogenitale Syndrom oder Progesteron-produzierende Tumoren) zu erhalten. Der ideale Zeitpunkt zur Messung des Progesteronwerts ist der 21. Zyklustag bzw. der 7. Tag nach dem Eisprung.

Wichtig: Den Eisprung (Ovulation) eindeutig nachweisen kann man anhand des Progesteronwerts nicht! Weder der Anstieg des Progesterons noch das Ansteigen des LH-Werts (Ovulationstest) oder der Körpertemperatur, nicht einmal das Platzen der Follikelzyste im Ultraschall ist ein direkter Beweis für einen Eisprung.

Für ein direktes Nachweisverfahren müsste man die Eizellen, die nur 120 Mikromillimeter groß sind, durch ein bildgebendes Verfahren nachweisen können. Letztendlich gelingt der genaue Nachweis für Eizellen nur im Rahmen der In-vitro-Fertilisation.

Welche Progesteronwerte liegen im Normbereich?

Die Grenzwerte unterscheiden sich von Labor zu Labor und können daher nicht als allgemeingültige Werte angegeben werden.

Die Grenzwerte des Zentrums für Labormedizin der Medizinischen Universität Wien sind folgendermaßen angegeben:

Frauen:

Schwangerschaft:

erstes Trimester 13 – 44 ng/ml
zweites Trimester 44 – 175 ng/ml

Männer:

  • 0,2–1,4 ng/ml

Wann ist das Progesteron erhöht?

Wichtig ist, immer die Progesteronspiegel im Kontext mit dem weiblichen Zyklus zu interpretieren, da der Progesteronspiegel im weiblichen Zyklus extrem stark schwankt.

  • Beim adrenogenitalen Syndrom (AGS): Dabei handelt es sich um eine Störung der Hormonproduktion in den Nebennieren, weshalb es zur Überproduktion männlicher Sexualhormone und infolgedessen zu einer Vermännlichung kommt.
  • Bei Zyklusstörungen, bei denen sich der Gelbkörper nach Ende der zweiten Zyklusphase nicht mehr zurückbildet und durchgehend Progesteron produziert
  • Durch die Einnahme von Medikamenten, die Progesteron enthalten (z.B. bei der Antibabypille oder einer Fruchtbarkeitsbehandlung)
  • Sehr selten können auch Tumoren zu einer Erhöhung der Progesteronspiegel führen.

Wann liegt ein Progesteronmangel vor?

  • Bei Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz): Dies ist eine Funktionsstörung des Gelbkörpers, die ursächlich in einer Störung der Funktion der Eierstöcke (sog. Ovarialinsuffizienz) liegt. Das hat eine verminderte Progesteronproduktion zur Folge. Eine Schwangerschaft kann so nur sehr unwahrscheinlich zustande kommen. Die Gelbkörperschwäche kann verschiedene Ursachen haben, ist aber mit Medikamenten gut behandelbar.
  • Manchmal können auch beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) die Progesteronspiegel vermindert sein.
  • In den Wechseljahren
  • Bei einer Eileiterschwangerschaft

Was sind synthetische Gestagene und wo werden sie eingesetzt?

Die Eigenschaften von natürlichem Progesteron und künstlich hergestellten Gestagenen stimmen nur zum Teil überein. Die Effekte der synthetischen Stoffe werden hauptsächlich durch den Einsatz in Kombination mit Östrogenen ausgelöst. Die Präparate werden vor allem zur hormonellen Verhütung, zur Zyklusregulierung und bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

+++ Mehr zum Thema: Eisprung & Befruchtung +++

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Stand der medizinischen Information: August 2019

Horn F et al: Biochemie des Menschen. Georg Thieme Verlag, 2005
Stauber M, Weyerstahl T: Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, 2005
Parameterliste der Klinischen Abteilung für Medizinische und Chemische Labordiagnostik, Medizinische Universität Wien; www.kimcl.at (Zugriff: 16.8.2012)

Kinderwunsch trotz Gelbkörperschwäche

Gelbkörperschwäche ist eine häufige Ursache für das Unvermögen, schwanger zu werden. Da die Gelbkörperschwäche durch eine Hormonstörung ausgelöst wird, sprechen Fachleute von einer hormonell bedingten Unfruchtbarkeit.1 Zu wenig Progesteron im Körper sorgt dafür, dass nicht genügend Nährstoffe für die Einnistung des Eis produziert werden, sodass der Eisprung entweder ausbleibt2 oder es zu häufigen Fehlgeburten kommt3. Frauen, die schwanger werden wollen und unter einer Gelbkörperschwäche leiden, können diese anhand von Zyklusbeobachtung feststellen.

Gelbkörperhormon und Gelbkörperschwäche

Beim Gelbkörperhormon handelt es sich um das weibliche Geschlechtshormon Progesteron, das in den Eierstöcken gebildet wird. Da Progesteron hauptsächlich von den Gelbkörperzellen produziert wird, wird es auch als Gelbkörperhormon bezeichnet. Progesteron ist essentiell für ein erfolgreiches Schwanger werden, denn es bereitet die Schleimhaut der Gebärmutter auf die Einnistung des Eis vor. Darüber hinaus versorgt das Hormon die Gebärmutterschleimhaut mit Nährstoffen, damit das Ei heranreifen kann. Dementsprechend wird Progesteron auch abhängig vom weiblichen Zyklus produziert: In der zweiten Zyklushälfte erzeugt der weibliche Körper mehr Progesteron, als Vorbereitung auf den Eisprung.4 Produzieren die Eierstöcke zu wenig Progesteron, spricht man von Gelbkörperschwäche. In Fachkreisen heißt die Hormonstörung auch Corpus Luteum Insuffizienz oder Lutealinsuffizienz.

Diagnose Gelbkörperschwäche

Eine Gelbkörperschwäche geht auf eine Störung der Eierstöcke zurück5 und sorgt dafür, dass die Gelbkörperphase verkürzt ist. Dies wiederum sorgt dafür, dass die Konzentration von Progesteron zu gering ist. Die Folge: Die Hormonproduktion während des Zyklus ist aus dem Gleichgewicht gebracht, das Schwanger werden und Schwanger bleiben sind erschwert.

Schwanger werden trotz Gelbkörperschwäche

Frauen, die ihren Zyklus genauer beobachten, können an Zyklusstörungen erste Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche erkennen. Dazu gehören Symptome wie eine verkürzte Blutung, Zwischenblutungen, Schmierblutungen sowie starke Schmerzen. Auch die Basaltemperatur steigt in der zweiten Phase des Zyklus nur schleppend. Die Beobachtung der Basaltemperatur mithilfe der Temperaturmethode kann erste Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche geben. Mittels eines Bluttests kann die Krankheit dann eindeutig diagnostiziert werden – so kommt man dem Schwanger werden gleich einen Schritt näher.

Behandlung von Gelbkörperschwäche

Die Diagnose Gelbkörperschwäche bedeutet nicht, dass die Frau nie schwanger werden kann. Da die Gelbkörperschwäche durch eine hormonelle Fehlfunktion ausgelöst wird, beruht die gängige Therapie-Form auch auf hormoneller Basis. Je nach der genauen Ausprägung und Kondition der Gelbkörperschwäche gibt es verschiedene Hormontherapien, die darauf abzielen, den gestörten Hormonhaushalt wieder auszugleichen. Die beiden häufigsten Hormontherapien sind die Behandlung mit Progesteron und die Behandlung mit Clomifen. Verschiedene Studien jedoch zeigen, dass diese Behandlungen bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch keine großen Erfolge erzielen.

Hormontherapie bei Gelbkörperschwäche

Eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg an 120 Frauen mit Gelbkörperschwäche und unerfülltem Kinderwunsch belegte bereits in den 80er Jahren, dass Behandlungen mit Progesteron oder Clomifen keine großen Erfolge erzielen6. Dabei wurde eine Gruppe von Frauen mit Progesteron behandelt, während die andere Gruppe ein Placebo-Präparat erhielt. Die Fruchtbarkeits- und Schwangerschaftsraten waren nahezu identisch (10%). Dies zeigt, dass die Progesteron-Behandlung bei Frauen mit Gelbkörperschwäche und erfolglosen Versuchen, schwanger zu werden, nicht überlegen ist. Eine ähnliche Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Seminars in Reproductive Endocrinology, kommt zu dem gleichen Ergebnis.7 In dieser Untersuchung zeigte sich ebenfalls, dass Clomifen nicht immer den gewünschten Effekt hat. Da Clomifen den Östrogenspiegel im Körper senkt, kann es bei bestimmten Gelbkörperschwäche-Konditionen dazu führen, dass weniger Progesteron produziert wird. Selbst wenn durch Clomifen ein Eisprung erfolgt, wird ein erfolgreiches Schwanger werden bzw. eine Geburt nur selten verzeichnet.8

Gelbkörperschwäche und Zyklusbeobachtung

Bevor Frauen, die über längere Zeit nicht schwanger werden, auf hormonelle Therapien zurückgreifen, lohnt es sich, zunächst natürliche und sanftere Methoden in Betracht zu ziehen. Denn Hormonbehandlungen bergen oft das Risiko einer Über- bzw. Unterbehandlung. Außerdem können Hormone unangenehme Nebenwirkungen auslösen. Die Methode der symptothermalen Zyklusbeobachtung der Natürlichen Familienplanung (NFP) hilft Frauen dabei, durch eine Kombination aus Temperaturmessung und Zervixschleimbeobachtung ihre fruchtbaren Tage genau einzugrenzen. Darüber hinaus kann eine Gelbkörperschwäche mithilfe der symptothermalen Zyklusbeobachtung leichter diagnostiziert werden. Denn die Zyklusaufzeichnungen der Frau können dem behandelnden Arzt bei der Ursachensuche für den unerfüllten Kinderwunsch helfen. Besonders einfach ist die symptothermale Zyklusbeobachtung mit dem symptothermalen Zykluscomputer cyclotest myPlan. Dieser übernimmt sowohl die Temperaturmessung als auch die Auswertung sämtlicher Zyklusdaten.

Referenzen
1 Unfruchtbarkeit: centerforhumanreprod.com, 29.01.2012.
2 Laborbefunde. Progesteron: med4you.at, 29.01.2012.
3 Immel-Sehr, Annette. Probleme mit den Tagen. Individuelle Lösungen sind gefragt. Ausgabe 27/2007.
4 Laborbefunde. Progesteron: med4you.at, 29.01.2012.
5 Laborbefunde. Progesteron: med4you.at, 29.01.2012.
6 Kronmüller, Angela Ulrike. Wirksamkeit der Progesteron-Therapie bei infertilen Patientinnen mit Lutealinsuffizienz in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie.
7 Fritz, Marc A. Inadequate Luteal Function and Recurrent Abortion: Diagnosis and Treatment of Luteal Phase Deficiency. SEMINARS IN REPRODUCTIVE ENDOCRINOLOGY. Volume 6. No. 2. 1988.
8 Kronmüller, Angela Ulrike. Wirksamkeit der Progesteron-Therapie bei infertilen Patientinnen mit Lutealinsuffizienz in einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie.

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