Pre oder 1

Anfangsmilch 1

Im Anschluss an die ersten Wochen mit Pre-Milch oder bei Säuglingen mit grossem Hunger kann auf 1-Nahrung umgestellt werden. Der Kaloriengehalt ist fast identisch mit dem der Pre-Milch. Anfangsmilch unterscheidet sich von Pre-Milch nur durch den Zusatz von weiteren Kohlenhydraten und enthält neben Milchzucker (Lactose) auch noch Stärke (v.a. glutenfreie Mais- oder Reisstärke). Deshalb sättigt Anfangsmilch das Kind etwas besser, weil sie sämiger ist und länger im Magen-Darm-Trakt verbleibt. Die Abstände der Mahlzeiten verlängern sich dadurch. Die Säuglingsanfangsnahrung „1“ sollte auch nicht mehr „ad libitum“ (nach Bedarf) gefüttert werden, sondern es kann jetzt ein Mahlzeitenrhythmus trainiert werden.

Da die Anfangsmilch „1“ dickflüssiger ist als die Pre-Milch sollte auch der Sauger mit mittelfeiner Lochung benutzt werden. Die Saugkraft sollte immer gleich gehalten werden. Mit einer zu kleinen Lochung des Saugers müsste sich das Baby zu sehr anstrengen, um an die Milch zu kommen und würde zu wenig trinken.

Viele Kinder schlafen mit 1-Milchnahrung nachts besser durch – eine Garantie dafür gibt es aber nicht!

Die Milchnahrung „1“ kann bei kräftigen Babys mit einem erhöhten Energiebedarf auch schon ab der Geburt gegeben werden.

Folgemilch 2

Ernährung von Babys und Kleinkindern

Liebe Susanne,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Kleinkind. Nach dem ersten Jahr stellt sich gerne die Frage: welche Milch ist nun richtig? Denn Milch bleibt ein wichtiger Nährstofflieferant – insbesondere für Kalzium.
Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken, Sie können nicht sehr viel falsch machen. Gerne gebe ich Ihnen einige Informationen, dass Ihnen die Entscheidung leichter fällt.
Insgesamt brauchen Kinder im zweiten Jahr etwa 300 ml bzw. g Milch oder Milchprodukte, am besten in 2 -3 Portionen über den Tag verteilt. Das können ein Becher Milch zum Brot, ein Milchbrei, ein Müesli, der Käse auf dem Brot, ein kleiner Joghurt zwischendurch sein. Auch andere milchhaltige Mahlzeiten wie Milchreis, Pürees mit Milch, Milchshakes, mit Käse überbackene Aufläufe etc. werden sicher bald Einzug in den Speiseplan nehmen und zur Milchversorgung mit beitragen.
Nach dem ersten Geburtstag kann ein Kind Kuhmilch auch als Trinkmilch bekommen, keine Frage. Wenn sich die Kleine noch nicht so von ihrer Pre-Milch trennen kann, dürfen Sie diese noch weiterführen. Wie sieht es mit HiPP Kindermilch aus? Sie enthält im Gegensatz zur Folgemilch keine Stärke und wird vom Geschmack her gut angenommen. Alle drei Varianten sind möglich und versorgen Ihr Mädchen innerhalb eines ausgewogenen, abwechslungsreichen Speiseplans mit allem, was es benötigt.
Wenn Sie Kuhmilch nehmen dürfen Sie in dieser Wachstumsphase ruhig auf die fettreichere Variante (3,5 % Fett) zurückgreifen. Außer es bestehen im Alter von 1-2 Jahren bereits Anzeichen von Übergewicht, dann sollte in Absprache mit dem Kinderarzt über fettreduzierte (1,5%-ige) Milch nachgedacht werden. Die Herstellungsverfahren sind mittlerweile so optimiert worden, dass es bezüglich der Nährstoffversorgung nur noch unwesentliche Unterschiede zwischen pasteurisierter Frischmilch und H-Milch gibt. Nehmen Sie die Milch, die Sie selbst im Haushalt verwenden. Nicht geeignet sind Roh- und Vorzugsmilch! Rohe Milch kann für kleine Kinder ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Dass Ihre Püppy nach so langer Zeit mit der Pre-Milch sehr vertraut ist, ist verständlich. Gut möglich, dass Sie etwas Zeit braucht, um sich an eine neue Milch zu gewöhnen. Probieren Sie aus, wie und womit es am besten klappt. Sie dürfen ruhig gleich eine Portion Milch geben. Vielleicht verfeinern Sie den Geschmack mit etwas Obstmus. Eine kleine Menge Kakao (mit möglichst wenig Zucker) ist ebenfalls denkbar. Normalerweise gewöhnen sich Kinder an einen neuen Geschmack, wenn ihnen das neue Lebensmittel geduldig immer wieder angeboten wird. Natürlich dürfen Sie auch das Ungewohnte mit dem Gewohnten mischen.
Wie schon beschrieben wird unsere Kindermilch sehr gerne angenommen. Kindermilch hat einige Vorteile: Sie ist im Eiweiß kindgerecht reduziert. Außerdem ist die Kindermilch vom Nährstoffprofil her genau auf ein Kind in diesem Alter abgestimmt ist. Mit der Kindermilch wird Ihre Kleine besonders gut mit Vitamin D, Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren versorgt.
Ich bin mir sicher Sie finden die passende Milch für Ihr Töchterchen
Eine schöne Restwoche
Veronika Klinkenberg

Eltern-Wissen leicht gemacht: 8 Fakten zum Thema Kindermilch

Kindermilch ist eines der Produkte im Bereich der Kleinkind-Ernährung, zu dem es immer wieder unterschiedliche Meinungen und auch eine Reihe von Fragenzeichen gibt. Wir haben hier einige Fakten zusammengetragen, die das Thema etwas genauer beleuchten und die der Frage nachgehen: Was genau ist Kindermilch eigentlich, was macht sie besonders und auf was sollte ich achten, wenn ich meinem Kleinkind Kindermilch gebe?

1. Kindermilch ist eine Milch speziell für Kleinkinder.

Kindermilch ist speziell für Kleinkinder entwickelt worden. Es gibt sie je nach Hersteller in den Stufen 1+ (ab 1 Jahr) und 2+ (ab 2 Jahren). Kindermilch kombiniert durch ihre spezielle Zusammensetzung die Vorteile von Vollmilch, fettarmer Milch und Folgemilch.

Sie unterscheidet sich also durch ihre Zusammensetzung und durch ihre Zielgruppe (Kleinkinder zwischen dem 1. und dem 3. Geburtstag) von der Milchnahrung für Säuglinge. Diese wurde für Babys bis zum 1. Geburtstag entwickelt und ist als Pre- und 1er-Milch für Neugeborene sowie für ältere Babys nach dem 6. Monat unter der Bezeichnung 2er- und 3er-Folgemilch erhältlich.

2. Kindermilch ist auf Kuhmilch-Basis entwickelt.

Die Basis der Kindermilch ist Kuhmilch, deren Eiweißgehalt reduziert wurde. Zudem wird sie mit bestimmten Nährstoffen und Vitaminen angereichert – darunter Vitamin D, Jod und mehrfach gesättigte Fettsäuren. Spezielle Verfahren der Sprühtrocknung verarbeiten die flüssige Milch dann zu Pulver.

3. Kindermilch enthält zusätzliches Vitamin D.

Vitamin D nennt man auch das „Sonnenvitamin“, da es unter Einfluss von UVB-Strahlung über die Haut gebildet wird. In den sonnenarmen Monaten im Herbst und Winter erfolgt eine entsprechend geringere Bildung des Vitamins, das für die Knochenwachstum und -entwicklung sehr wichtig ist.

Daher ist es sinnvoll, in der sonnenarmen Zeit zusätzliches Vitamin D einzunehmen. Bei Babys im ersten Lebensjahr erfolgt dies über die Gabe von Tabletten oder Tropfen. Auch bei Kleinkindern sollte man über zusätzliches Vitamin D nachdenken. Das kann wie im Babyalter über eine Tablettengabe funktionieren.

In Kindermilch ist Vitamin D zugefügt, so dass die Vitamin-D-Speicher auch auf diesem Weg aufgefüllt werden können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Deutschland, Österreich und die Schweiz für Kleinkinder in den Wintermonaten eine Zufuhr von 20 Mikrogramm (μg) Vitamin D pro Tag. In Kindermilch sind je nach Altersstufe zwischen 0,6 und 3,0 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Milliliter enthalten. So können zwei Becher oder Gläser Kindermilch mit durchschnittlich 200 ml bis zu 50 Prozent des Tagesbedarfs von Ein- und Zweijährigen an Vitamin D decken.

Weitere Informationen zu dem Thema bietet unser Artikel zum Thema Vitamin D mit vielen Fakten und einer ausführlichen Infografik.

4. Der Eiweiß-Gehalt von Kindermilch ist reduziert.

Studien haben ergeben, dass Kleinkinder und Kinder in Deutschland verhältnismäßig viel Eiweiß zu sich nehmen – mehr als die gängigen Ernährungsempfehlungen vorsehen. Darüber hinaus wird in den Studien ein über die Maßen hoher Eiweiß-Konsum im Kleinkind-Alter mit einer erhöhten Tendenz zu Übergewicht im Grundschulalter in Verbindung gebracht.

Was also tun? Unsere Infografik zum Thema Eiweiß zeigt anschaulich, wie viel Eiweiß in den entsprechenden Lebensmitteln enthalten ist. Diese Werte kann man ganz gut als Anhaltspunkt nehmen.

An diesem Punkt setzt auch die Kindermilch an. Der Gedanke: Durch ihren reduzierten Eiweißgehalt trägt sie dazu bei, den täglichen Gesamtkonsum an Eiweiß zu senken. Man könnte also vereinfacht sagen: Die empfohlene Menge von 300 bis 330 ml Milch und Milchprodukten am Tag (Käse, Quark, Joghurt und Co zählen da nämlich auch dazu!) ist dann nicht so schnell erreicht.

5. Kindermilch enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Fett ist nicht gleich Fett: Es gibt ungesättigte und gesättigte Fettsäuren, tierische und pflanzliche Fette. Insbesondere ungesättigte Fettsäuren sind beispielsweise besonders wertvoll für die Entwicklung von Gehirn und Nerven. Lebensmittel mit einem hohen Anteil an diesen Fettsäuren sollten daher regelmäßig Teil des Speiseplans sein (unser Artikel zum Thema Öle und Fette liefert euch einen ausführlichen Überblick zu dem Thema).

Durch ihren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann Kindermilch dazu beitragen, diesen wichtigen Bestandteil der täglichen Ernährung von Kleinkindern zu bedienen.

6. Ein bis zwei Gläser Kindermilch am Tag sind ideal.

Die empfohlene Menge an Kindermilch orientiert sich an den allgemeinen Empfehlungen für eine ausgewogene Kleinkind-Ernährung. In deren Rahmen wird wie oben erwähnt eine tägliche Menge von 300 bis 330 ml Milch empfohlen – wobei eben auch Milchprodukte wie Joghurt und Käse dazuzählen. Zwei kleine Becher Kindermilch liefern etwa 200 ml und lassen noch genug Platz für weitere Milchprodukte.

Ob die Kindermilch dabei morgens und abends zu den Mahlzeiten gegeben wird oder zwischendurch, ist dabei unerheblich. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Kinder die Milch in einem Glas oder Becher bekommen und nicht in einer Nuckelflasche. So lernen sie selbständiges Trinken, auch die Zahngesundheit spielt hier eine Rolle (Stichwort: Nuckelkaries).

Getränke wie Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorle sollten natürlich zusätzlich auf den Tisch kommen – denn Milch ist kein Getränk im eigentlichen Sinne und zum Durstlöschen ungeeignet. Mehr zum Thema Trinken findet ihr in unserem Artikel über Saft, Wasser und Co.

7. Die Rezepturen haben sich weiterentwickelt.

Das Thema Kindermilch wurde in der Vergangenheit durchaus kontrovers diskutiert. Kritische Stimmen merkten unter anderem an, dass die Zusammensetzung für Kleinkinder nicht optimal sei und die enthaltenen Nährstoffe im Rahmen einer optimierten Mischkost ohnehin in ausreichendem Maße zugeführt werden. Auch das Thema Zucker und Aromastoffe spielte eine Rolle, ebenso wie der Fett- und damit der Kaloriengehalt von Kindermilch.

Diese Kritik hat in der Tat dazu geführt, dass die Rezepturen einer Reihe von Kindermilch-Produkten angepasst wurden. Ein wichtiger Orientierungspunkt sind dabei die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). In diesen geht es beispielsweise um den Fettgehalt sowie enthaltene Nährstoffe.

So entspricht der Fettgehalt von moderner Kindermilch analog zu den ausgesprochenen Empfehlungen in vielen Fällen dem teilentrahmter Kuhmilch (1,5 Prozent Fett). Auf zugesetzten Zucker und Aromastoffe wird verzichtet. Mehr Klarheit für Verbraucher schaffen die auf den Packungen angegebenen Inhaltsstoffe – die man sich durchaus einmal aufmerksam durchlesen sollte.

8. Kindermilch ist ein streng kontrolliertes Lebensmittel.

Wie für Säuglings- und Babynahrung gelten auch für Lebensmittel zur Ernährung von Kleinkindern im Alter von 1 bis 3 Jahren besondere Vorschriften, da diese über das Diätrecht erfasst werden. Die Diätverordnung stellt dabei strenge Anforderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und Kennzeichnung.

So haben diese beispielsweise besondere Anforderungen an Zusatzstoffe. Und sie müssen im Vergleich zu „normalen“ Lebensmitteln (unter die im Übrigen auch die sogenannten „Kinderlebensmittel“ fallen, die nicht mit Altersangaben versehen sind) sehr viel strengere Grenzwerte bei Pestizidrückständen oder Schadstoffen einhalten.

Zu den relevanten Produktgruppen zählen neben Kindermilch beispielsweise Kinderbrei, Müsli, Fruchtriegel, Kekse oder „Quetschies“ mit Fruchtpüree. Wie alle speziell für Kinder hergestellten Lebensmittel unterliegt auch Kindermilch der strengen Gesetzgebung der Diätverordnung.

Weiterlesen …

Möchtest du mehr zum Thema Milch, Kindermilch sowie weitere Milchsorten beziehungsweise Milchalternativen für Kleinkinder erfahren? Dann findest du in diesem Artikel tolle Fakten.

Trinken lernen: So klappt es mit Becher, Glas und Tasse

Kuhmilchfreie Säuglingsmilch

© fotolia, artenot

In manchen Fällen ist es nötig ein Baby, das nicht gestillt werden kann, mit einer kuhmilchfreien Säuglingsmilch zu ernähren. Der Hauptgrund ist hier die Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Kuhmilch bzw. eine Kuhmilcheiweißallergie.

Weil die Darmschleimhaut bei Babys noch durchlässig ist, gelangt das Milcheiweiß in den Körper und wird dort vom unerfahrenen Immunsystem des Kindes in seltenen Fällen als artfremd und „gefährlich“ eingestuft. Das Immunsystem des Kindes reagiert auf das Eiweiß und es kann zu Reaktionen wie Bauchweh, Blähungen, Durchfall und Erbrechen kommen. Auch Unruhe, Gedeihstörungen, Hautausschlag und Ekzemen treten bei manchen Kindern auf. In diesem Fall sollte Ihr Baby eine Spezialnahrung ohne Kuhmilcheiweiß bekommen.

Allerdings ist hier wichtig zu wissen: Viele Babys haben in den ersten Wochen und Monaten Verdauungsschwierigkeiten, sind unruhig oder haben auch mal Hautausschlag, ohne dass eine Kuhmilchallergie dahinter steckt. Haben Sie allerdings den konkreten Verdacht, dass Ihr Baby die Milchnahrung nicht verträgt, sollten Sie in jedem Fall zuerst mit Ihrem Kinderarzt darüber sprechen. Er wird Ihr Kind gründlich untersuchen und unter Umständen auch einen Spezialisten hinzuziehen.

Die richtige Milch bei Kuhmilchunverträglichkeit

Bestätigt sich der Verdacht, wird der Kinderarzt Ihrem Baby eine kuhmilchfreie Spezialnahrung verschreiben. Eine HA-Nahrung, die in erster Linie Allergie vorbeugend wirkt, reicht bei nachgewiesener Kuhmilchallergie nicht aus! Grundsätzlich raten Ärzte und Ernährungsexperten auch dringend davon ab, auf eigene Faust vermeintliche Alternativen zu füttern wie Ziegen- und Stutenmilch oder auf die rein pflanzliche „Reis-“ bzw. „Mandelmilch“ umzusteigen!

Der Grund: Diese Milchen sind für eine Babyernährung nicht geeignet. Sie können zu schweren Verdauungsproblemen führen und auf Dauer zu Mangelerscheinungen. Es kommt immer wieder in deutschen Kinderarztpraxen vor, dass Eltern mit Kindern kommen, die an Nährstoffmangel leiden. Der Grund: Eltern, die auf eigene Faust strenge Ernährungskonzepte verfolgen oder Nahrungsmittel konsequent vom Speiseplan streichen, ohne die benötigten Nährstoffe aus anderen Quellen zu ersetzen, schaden langfristig ihrem Kind. Deshalb müssen Ernährungsumstellungen bei Kindern immer vom Kinderarzt begleitet und überwacht werden.

Nicht geeignet: Sojamilch

Es gibt Spezialnahrungen auf Sojabasis, bei denen hydrolisiertes, also stark aufgespaltetes, Sojaeiweiß eingesetzt wird. In manchen Ländern wie Italien, Großbritannien, den USA oder Israel geben immer mehr Eltern ihren Kindern auch Sojamilch als Fläschchennahrung. Die meisten Kinderärzte sehen das kritisch.

Gerade bei allergiegefährdeten Kindern gehört ausgerechnet Soja zu den Nahrungsmitteln, das Risiko erhöhen können, eine (Soja-) Allergie auszulösen. Insofern ist Soja nicht immer das beste Mittel, um allergischen Kindern als Ersatz zu dienen.

Bitte beachten Sie: Auch vor dem Einsatz von Spezialnahrungen auf Sojabasis ist es sehr wichtig, sich mit dem Kinderarzt zu beraten. Auf keinen Fall dürfen Babys ersatzweise einfach handelsübliche Sojamilch(-produkte) erhalten, sonst droht eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen!

Milchfreie Spezialnahrung auf Kuhmilchbasis

Für Babys mit Kuhmilch-Unverträglichkeit gibt es Spezialnahrungen, die zwar auf Kuhmilch-Basis hergestellt werden, bei denen die Eiweißbausteine aber extrem-hydrolisiert wurden, also sehr stark aufgespalten sind, so dass sie das kindliche Immunsystem nicht mehr als „von der Kuh kommend“ erkennen kann. Bei der Aufspaltung des Milcheiweißes werden organische Verbindungen freigesetzt, die bitter schmecken. Daher werden diese Spezialnahrungen von Babys nicht problemlos angenommen.

Bei sehr starker Kuhmilcheiweiß-Allergie kann der Kinderarzt eine Spezialnahrung ohne Kuhmilchbestandteile (z. B. auf Aminosäuren-Basis) verschreiben. Diese Spezialnahrungen sind nicht frei verkäuflich, sondern werden vom Arzt verschrieben und über Apotheken ausgegeben. Die Krankenkassen übernehmen hierfür die Kosten.

von Anne Malburg, Diplom-Journalistin

Zuletzt überarbeitet: März 2016

Besonders sicher sind Nahrungen auf Basis von non-allergenen Aminosäuren – fragen Sie Ihren Arzt danach.

H.A. Nahrungen aus dem Supermarkt oder der Drogerie eignen sich nur zur Ernährung bei einem erhöhten Allergierisiko. Sie sind bei bestehender Kuhmilchallergie nicht geeignet.

Es gibt verschiedene Spezialnahrungen bei Kuhmilchallergie, besonders sicher sind Nahrungen auf Basis von non-allergenen Aminosäuren, den kleinsten Bausteinen des Eiweißes- fragen Sie Ihren Arzt danach.
Die einzige Möglichkeit eine Allergie auf Milch festzustellen ist die kuhmilchfreie Eliminationsdiät (Auslassdiät) mit einer Ersatzmilch.
Hier gibt es verschiedenen Möglichkeiten an Nahrungen. Die empfohlenen Nahrungen bestehen entweder aus einem aufgespaltenen Kuhmilcheiweiß und enthalten noch Restallergene aus der Milch. Deshalb werden diese Nahrungen auch als hypoallergen bezeichnet. Einige Kinder kommen mit diesen Nahrungen zurecht.
Ersatznahrungen auf Basis von nicht-allergenen Aminosäuren (das sind die kleinsten Eiweißbestandteile) sind besonders sicher, da sie komplett ohne Kuhmilch hergestellt werden. Fragen Sie Ihren Arzt nach der Nahrung, die für Ihr Kind die sicherste ist. Die meisten Kinderärzte empfehlen aminosäurenbasierte Spezialnahrungen bei einer Kuhmilchallergie.

Wir haben diesen Text zu Informationszwecken verfasst. Er könnte aber auch als WERBUNG, wenn auch unbezahlte, angesehen werden, weil wir Produkte und Bezugsquellen verlinkt haben.

Nicht jeder Mensch kann oder möchte stillen. Die beste Alternative zu Muttermilch ist Pre-Nahrung. Sie kann ab Geburt bis zum Ende der „Stillzeit“ gegeben werden und ist der Muttermilch am ähnlichsten. Die allermeisten Pre-Milchsorten sind jedoch nicht vegan, was vegan lebende Eltern vor eine gewisse Herausfoderung stellt. Es gibt aber zum Glück einige Sorten, die gänzlich oder abgesehen vom enthaltenen Vitamin D nur vegane Inhaltsstoffe enthalten.

Ganz wichtig: Solltet ihr nicht stillen können oder wollen, müsst ihr unbedingt spezielle Säuglingsnahrung für euren Nachwuchs verwenden. Vegane Milchalternativen aus dem Supermarkt sind kein Muttermilchersatz! Sie versorgen euer Kind nicht mal ansatzweise mit den notwendigen Nährstoffen. Auch von den Versuchen, vegane Babynahrung selbst herzustellen, muss dringend abgeraten werden!

Im Folgenden haben wir alle uns bekannten Produkte rein informativ für euch aufgelistet.

Im Internet könnt ihr folgende, komplett vegane Produkte ohne Palmöl* erwerben:

Bimbosan Bisoja Säuglingsnahrung auf Sojabasis

Prémiriz auf Reisbasis
Erhältlich hier und mit etwas Glück in Deutschland hier -leider gibt es boutique vegan nicht mehr.

Bebe Mandorle auf Reisbasis
Erhältlich auch hier in Deutschland – leider gibt es boutique vegan nicht mehr.

Außerdem gibt es mit Modilac Experte Riz auf Reisbasis noch ein Produkt, das Palmöl enthält.

Von den französischen Produkten auf Reisbasis sind jeweils mehrere Varianten erhältlich, die sich jeweils nach dem Alter des Babys richten (0-6 Monate, 6-12 und 6 bzw. 12 bis 36 Monate). Achtet beim Kauf also darauf, das für das Alter eures Kindes geeignete Produkt zu kaufen.

In deutschen Drogerien sind aktuell zwei kuhmilchfreie Produkte erhältlich, die auf der Basis von Soja hergestellt werden. Sie enthalten bis auf das unvegane Vitamin D keine tierischen Produkte:

Humana SL
Töpfer Lactopriv

Wichtig: Durch das enthaltene inaktive Sojaeiweiß ist Töpfer Lactopriv für Babys mit Kuhmilcheiweißallergie erst ab dem sechsten Monat geeignet.

Beide Produkte enthalten Palmöl*

Bis vor kurzem hatte auch Aptamil eine kuhmilchfreie Säuglingsnahrung auf dem Markt, die scheint aber nicht mehr erhältlich zu sein.

Hinweis: Falls du stillen möchtest, dabei aber Probleme haben solltest, weil dein Kind nicht genug zunimmt, du das Gefühl hast, es wird nicht satt, dir das Anlegen Schwierigkeiten bereitet o.ä., so empfiehlt es sich, eine Stillberatung zu kontaktieren. Ansprechpartner*innen findest du hier oder hier. Das Beratungsangebot ist kostenlos! Von Unicef ausgezeichnete, stillfreundliche Kliniken bieten ebenfalls oft eine Stillberatung an. Solltest du das Kind in einem solchen Krankenhaus geboren haben, kannst du dich auch dorthin wenden.

*Palmöl enthält hohe Mengen an Glycidol-Fettsäureester. Wird dieses verdaut, kann daraus Glycdicol abgespalten werden, das von internationalen Gremien als krebsauslösende Substanz eingestuft wurde. Nach jetzigem Stand der Wissenschaft kann nicht ausgeschlossen werden, dass Säuglinge, die ausschließlich mit industriell gefertigter Säuglingsnahrung ernährt werden, die Palmöl enthält, gesundheitlich bedenkliche Mengen an Glycidol aufnehmen könnten. Daher ist es ratsam, ein entsprechendes Produkt ohne Palmöl zu verwenden.

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Kind 1 Jahr alt Pre-Milch

Antwort auf:

Kind 1 Jahr alt Pre-Milch

Hallo Nudelz86
ja, wunderbar, du hast den Übergang von Brei zu Brot bei deinem Baby bereits gut hingekriegt. Als nächsten Schritt möchtest du jetzt das Fläschchen mit Pre-Milch gegen Kuhmilch tauschen.
Ab dem 2. Lj kannst du deinem Baby Kuhmilch als Ersatz für Säuglingsmilch geben. Da Kuhmilch mehr Protein und mehr Calcium enthält, wird zu einer geringeren Menge geraten, als Babys üblicherweise gewohnt sind Säuglingsmilch zu trinken. Es werden nur ca 300 ml Kuhmilch, inklusive Milchprodukte am Tag empfohlen. Das sind rund 100 bis 200 ml weniger als vermutlich bisher bei Pre-Milch gewohnt. Damit die Kleinen nicht zu viel Kuhmilch konsumieren, wird empfohlen von der Flasche auf ein anderes Trinkgefäß umzusteigen oder die Kuhmilch mit Wasser zu verdünnen.
Damit die Umstellung eher sanft vonstatten gehen kann, darfst du das Fläschchen mit Pre-Milch einmal am Tag (abends oder nachts) auch vorerst noch beibehalten. Reduziere dann die Kuhmilch wiederum.
Ob Pre-Milch oder Kuhmilch mit Beginn des 2- Lj besser sei – darüber lässt sich diskutieren. Eine Mischform ist für den Anfang ganz passabel. Den allmählichen Übergang zur Kuhmilch sowie auf ein neues Trinkgefäß, darfst du auf jeden Fall anstreben.
Beginne bspw morgens mit einem Frühstück, bestehend aus Brotstückchen und einer Portion lauwarmer Kuhmilch in einer kleinen Tasse oder oder einem Trinklernbecher. Das Brot (bestehend aus Getreide) ersetzt das Getreide aus dem gewohnten GOB. Du machst es also ganz richtig, wenn du den GOB weg lässt und stattdessen einfach Obst anbietest.
Als grobe Orientierung kann folgende Aufstellung nützlich sein:
morgens:
Butterbrotstückchen und Kuhmilch*
neu ist jetzt, dass der Start in den Tag mit einer Beilage zur Milch begonnen werden kann/sollte. Ideal ist dazu ein kohlenhydrathaltiger Zusatz in Form von Getreide im Brot oder Getreide als Müsli.
Es geht auch darum, dass du dein Kind langsam an eine 1. Mahlzeit am Tag, an ein Frühstück, am Tisch sitzend, gewöhnst. Morgens ist die Bereitschaft zum Kauen noch hoch. Kauen ist wichtig für die Ausbildung einer kräftigen Kaumuskulatur.
ZMZ: Brot oder Obst
je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl auch noch einmal etwas Brot.
Mittagessen:
ggf gewohnter Brei, dazu Mittagessen – entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie (alle Zutaten separat, breiig oder stückig, oder bereits bekannte einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder Familienkost
neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei und Fingerfood auch schon Familienkost, sowie noch mehr stückige Nahrung und Fingerfood geben sollte. Und auch das selbständige Essen, das Erlebnis stehen ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit .
Nachmittag/ZMZ:
Obst oder Getreidestängelchen o.ä., ggf Kuchen, Babykekse, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ein Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide – je nach Hunger) erwünscht
Abends:
Brot und Milch oder Nudeln und ;Milch o.ä.
die Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf.
dazu Obst/Gemüse ggf Gemüse wie erste Rohkost o.ä.
nachts ggf Fläschchen oder andere Dinge finden, die dein Baby wieder einschlafen lassen.
tagsüber zwischendurch bzw nach den Mahlzeiten:
ggf zusätzlich Getränk (Wasser/Tee) anbieten,
Die Familienkost ergänzt die übliche Beikost.
*.Joghurt ersetzt Trinkmilch 1:1. Auch ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe) oder 30 g Weichkäse (Camembert ohne Rinde), oder ca.30-40g Frischkäse ersetzen 100 ml Trinkmilch im Hinblick auf den Calcium- und Proteingehalt.
Wegen der Zahngesundheit sollte dein Kind nicht ständig snacken oder an einer Flasche nuckeln. Auch an Wasserflaschen, sollte dein Kind nicht ständig herumnuckeln.
Beobachte dein Kind und schaue, wie gut es mit der Kost zurecht kommt. Ermuntere dein Kind ausreichend zum Kauen, weil das die Kaumuskulatur stärkt und die feinmotorischen Fähigkeiten trainiert, was bspw auch für das Sprechen wichtig ist. Überfordere dein Kind aber nicht damit und biete eine so zubereitete Kost, dass dein Kind gut mitessen und sich sättigen kann, ohne zu ermüden. Der Spaßfaktor ist dafür ein beschleunigendes Element.
Beginnt morgens mit kleinen Brotstückchen:
etwa eine halbe Scheibe Butterbrot, ohne Rinde, in kleine Stückchen geschnitten. Mischbrot oder ein sehr feinvermahlenes Vollkornbrot ohne grobe Körner ist geeignet.
Zu Anfang reicht schlicht Butter. Auch Frischkäse oder Avocado etc ist möglich. Der Fokus liegt ab jetzt besonders m vielfältigen Speisenangebot, bei der Vielfalt der Speisen – bei Geschmack und neuen Eindrücken, Gemeinsamkeit bei Tisch, Esskultur., das Erleben neuer und auch einmal außergewöhnlichen Geschmackserlebnisse.
Achte jetzt vor allem auf Vielfalt und das Erlebnis der gemeinsamen Mahlzeiten. Der Forscherdrang ist in dieser Altersphase sehr ausgeprägt. Der Esstisch bietet eine große Spielwiese an Möglichkeiten, die alle Sinne anspricht: Farben für die Augen, Gerüche für die Nase, Aromen und Geschmack für den Gaumen, verschiedene Konsistenzen für den Tastsinn – vor allem dem Tastsinn im Mund.
Also dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 11.08.2017

was-wir-essen.de

Frage von joan5 am 13.05.2014 22:22 Uhr

Pre Milch

Liebes Team,
meine Tochter ist mittlerweile 14 1/2 Monate alt.
Wir sind sehr zufrieden mit Ihrer Entwicklung. Der Übergang zu normalen Kost hat bisher auch sehr gut geklappt.
Auch trinkt sie nun zum Abendbrot Kuhmilch aus dem Glas ( sonst lehnte sie Kuhmilch zu jeder Tageszeit chategorisch ab – sie trank nur Wasser )! Aber mit viel Geduld und immer wieder erneutem Anbieten klappt es nun ganz gut. Sie trinkt ca.100 – 150ml Kuhmilch am Abend.
Über den Tag bekommt Sie noch Käse als Brotbelag und gelegentlich auch mal Joghurt.
Da sie morgens relativ früh wach wird ( so zw. 6 und 7 Uhr ) bekommt sie immer noch ca. 180ml-200ml Pre-Milch und so gegen 9:30 Uhr dann Brot mit Belag wozu sie Wasser trinkt( gelegentlich auch mal Milch um sie schon mal langsam daran zu gewöhnen auch morgens Milch zu trinken ).
Wie lange darf ich ihr Pre-Milch geben?
Sie nimmt morgens immer noch sehr gerne die Flasche und ich bin ganz ehrlich aufgrund der Tatsache, dass sie so früh wach wird finden wir es auch ganz praktisch und manchmal schlummert sie nach der Flasche auch nochmal ein.
Müssen Kleinkinder sofort nach dem wach werden Essen oder darf da auch ruhig mal eine Zeit vergehen bis man dann frühstückt ( wie viel Zeit ? ). Von alleine meldet sie sich nicht, dass sie etwas Essen möchte (weinen o.ä. ).
Lieben Dank

Die Milch macht’s: Welche für Säuglinge und Kleinkinder geeignet ist und welche nicht

Premilch, 1er-Milch, Folgemilch, Kindermilch – die Nahrungsmittelindustrie bietet eine Vielzahl an Säuglingsnahrung an. Nicht jede ist sinnvoll und auch bei Kuhmilch muss man einiges beachten. Ein Überblick darüber, welche Milch am besten für Säuglinge und Kleinkinder geeignet ist.

Klar, Muttermilch ist natürlich die erste Wahl, aber wenn man nicht stillen kann oder will, muss das Baby mit Säuglingsanfangsnahrung ernährt werden. Diese gibt es auf Kuhmilch- oder auf Sojabasis. In den vergangenen Jahren hat sich ein Stufenkonzept für die folgenden fünf Altersgruppen durchgesetzt:

  • „Pre“-Säuglingsanfangsmilch, die von Geburt an gegeben werden kann
  • „1er=-Säuglingsanfangsmilch, die ebenfalls von Geburt an gegeben werden kann, aber meist erst nach vier bis sechs Wochen gegeben wird
  • „2er“-Folgemilch, die ab dem sechsten Lebensmonat gegeben werden kann
  • „3er“-Folgemilch, ab dem zehnten Monat
  • Kindermilch ab dem ersten Lebensjahr

Premilch ist dabei der Muttermilch am ähnlichsten und deshalb im gesamten ersten Lebensjahr die erste Wahl. Diese Milch enthält an Zucker ausschließlich Laktose (Milchzucker). Andere Kohlenhydrate sind in der Pre-Babymilch verboten und sie ist auch in punkto Eiweiß der Muttermilch sehr angeglichen. Eine EU-Richtlinie legt genau fest, wie diese Milch zusammengesetzt sein muss. Premilch ist ähnlich dünnflüssig wie Muttermilch und kann nach Bedarf gefüttert werden. Eine Gefahr der Überfütterung besteht bei dieser Milch nicht. Wenn man zum Stillen zufüttern muss oder will, dann ist Premilch am geeignetsten dafür.
1er-Milch unterscheidet sich von der Premilch nur durch den Zusatz von weiteren Kohlenhydraten. Im übrigen ist sie ebenfalls an die natürlichen Nährstoffgehalte der Muttermilch angepasst und auch nach dem sechsten Lebensmonat und bis zum Ende des Flaschenalters ausreichend. In erster Linie wird glutenfreie Maisstärke zugesetzt, bei manchen Sorten allerdings auch andere Zuckerarten. Dadurch ist die Milch sämiger und bleibt länger im Magen-Darm-Trakt. Sie hat aber nur geringfügig mehr Kalorien als die Premilch. Babys, die immer großen Hunger haben, sind mit 1er-Milch deshalb meist zufriedener und verlangen nicht mehr so oft nach der Flasche.

Folgemilch ist überflüssig

Die 2er- und die 3er-Folgemilch sind weniger gut an die Muttermilch angepasst und daher auf keinen Fall vor dem vierten Lebensmonat geeignet. Die Standards, was diese Milchsorten enthalten dürfen, sind weniger eindeutig als die für Pre- und 1er-Milch. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei Folgenahrungen um 2/3- bis 3/4-Kuhmilchmischungen mit modifizierter Fettkomponente und Zusätzen von Vitaminen und Spurenelementen. Folgenahrungen dürfen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) frühestens ab dem 5. Monat gegeben werden, da sie wegen ihres höheren Protein- und Mineralstoffgehaltes zu einer stärkeren Belastung der Niere führen. Eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit für Folgenahrung besteht laut DGE nicht und sie sollte wenn dann auch erst gegeben werden, wenn mit fester Beikost begonnen wird.

Der Hauptvorteil der Folgemilch liegt daran, dass das Sättigungsgefühl durch eine noch bessere Sämigkeit länger anhält. Daher sollte sie auch mit einem größeren Sauger (Größe 2) verwendet werden. Zudem ist Folgemilch in Bezug auf wichtige Nährstoffe der reinen Kuhmilch überlegen, die Kinder erst ab einem Jahr trinken sollten.

Ab dem zehnten Monat futtern Babys längst Brei und trinken in der Regel nur noch einmal am Tag ein Fläschchen. Folgemilch 3, die für diese Altersgruppe beworben wird, ist dann aber völlig überflüssig, weil die Milch nicht stärker sättigen muss als ein Brei. Es reicht, Pre- oder 1er-Milch zu geben. Zudem sollten sich Kinder in diesem Alter an den Geschmack natürlicher Lebensmittel gewöhnen und dieser wird erschwert, wenn sie ständig süßschmeckende Pulvermilch bekommen.

Kuhmilch nicht im ersten Lebensjahr

Kuhmilch war lange Zeit absolut tabu in der Babyernährung und als Allergierisiko verschriehen. Zu Unrecht, wie man inzwischen weiß. Sie hat zwar im Babyfläschchen nichts verloren, weil ihre Nährstoffzusammensetzung für Kälber, nicht aber für Menschbabys optimal ist. Sie enthält zu wenig Eisen, zu viel Eiweiß und zu viel Kalzium. Zudem verhindert sie, dass Eisen aus anderen Lebensmitteln vom Körper des Kindes optimal aufgenommen wird. Deshalb sind größere Mengen Kuhmilch im ersten Lebensjahr nach wie vor tabu. Der Milchbrei, den das Baby etwa ab dem siebten Lebensmonat bekommt, darf aber mit Kuhmilch angerührt werden und auch in Kartoffelbrei fürs Baby kann ein Schluck Vollmilch. Rohmilch, Vorzugsmilch sowie fettarme oder Magermilch sind ungeeignet. Ansonsten raten sowohl die DGE als auch die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) von Kuhmilch im ersten Lebensjahr ab.

Im zweiten Lebensjahr sollten Kinder im Schnitt 300 Milliliter Milch und Milchprodukte pro Tag zu sich nehmen. Dazu gehören Käse, Joghurt und Milch. Ernährungsmediziner empfehlen für Kleinkinder fettreduzierte Milch (die mit 1,5 Prozent Fett).

Kindermilch – überflüssig und teuer

Auf dem Markt ist auch spezielle Kindermilch für Kinder ab einem Jahr erhältlich. Für die wird mit Slogans wie „Gesundheitsplus für die Wachstumsphase“ oder „20mal mehr Eisen als Kuhmilch“ suggeriert, dass der eiweißreduzierte Kuhmilchersatz ab dem zwölften Lebensmonat gesünder für das Kind sei als das Original. Doch dem ist nicht so. Kindermilch ist nur mehr als doppelt so teuer wie normale Milch.

„Der tatsächliche Nutzen ist nicht nachgewiesen“, sagt Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. Auch Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sagt, dass diese besonderen Kleinkindermilchgetränke nicht notwendig sind und sogar Risiken mit sich bringen können. Das Bundesamt für Risikobewertung hat Kindermilch ausführlich untersucht und kommt in seinem Abschlussbericht von 2014 zu dem Ergebnis: „Angesichts der überwiegend adäquaten Nährstoffversorgung von Kleinkindern in Deutschland lässt sich im Rahmen einer abwechslungsreichen Familienernährung kaum vermeiden,
dass der Verzehr von Kindermilch zu unnötigen oder sogar unerwünscht hohen Nährstoffaufnahmen führt. Darüber hinaus tragen die Darreichungsform der Produkte (Pulverform) und der dadurch bedingte häufigere Verzehr aus einer Säuglingsflasche dazu bei, den bereits an anderer Stelle festgestellten Trend zur Infantilisierung der Kleinkindernährung zu fördern. Schließlich wird aufgrund der Tatsache, dass die Produkte teilweise aromatisiert sind (z. B. Vanille- oder Bananengeschmack), bei Kleinkindern die Geschmacksprägung gestört.“
Kindermilch ist aus ernährungsphysiologischer Sicht unnötig und birgt bei hohen Verzehrmengen ein Risiko für exzessive Nährstoffzufuhren, so das BfR.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beanstandete sogar 15 Kindermilchgetränke, weil „sie hinsichtlich der Zusammensetzung nicht an die Ernährungsbedürfnisse von Kleinkindern angepasst“ seien. Kindermilchprodukte enthalten zum Teil deutlich mehr Kalorien als fettreduzierte Kuhmilch, zudem mehr Zucker.

Was auf keinen Fall in die Babyflasche sollte: Mandelmilch, Reismilch, Frischkornmilch

Alternative Autoren empfehlen manchmal Mandel-, Reis- und Frischkornmilch als Säuglingsnahrung. Davor warnt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) ausdrücklich. Mandelmilch enthalte zu wenig Kalzium, das aber brauchen Kinder dringend zum Aufbau der Knochen und Zähne. Mandeln können außerdem Allergien auslösen. Frischkornmilch überfordere durch den hohen Ballaststoffgehalt die noch empfindliche Verdauung des Babys und vergrößere das Risiko, dass sie an der Stoffwechselkrankheit Zöliakie erkranken.

Auch Soja-, Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch gehören nicht in die Babyflasche. Die weit verbreitete Annahme, dass diese Tiermilchen weniger allergen als Kuhmilch sind, ist falsch. Auch sie enthalten das allergieauslösende Eiweiß Kasein. Ziegenmilch enthält zu wenig Folsäure, Stutenmilch ist zu fettarm und Schafsmilch ist wegen ihres hohen Fettgehalts problematisch.

Auch die „klassische“ Milchflasche, wie sie von manchen Müttern aus Vollmilch und dem Zusatz von Kohlenhydraten wie Haferflocken oder Grieß selbst hergestellt wird, eignet sich nicht als Ersatz für spezielle Säuglingsmilchnahrungen. Die Zubereitungen weisen einen zu hohen Eiweißgehalt auf und zu wenig Vitamine und Spurenelemente. Selbst herstellen sollte man Säuglingsnahrung sowieso nicht, vor allem aus hygienischen Gründen. Industriell hergestellte Säuglingsnahrung ist heutzutage in jedem Fall von besserer Qualität als selbst gemachte. Will man aber aus irgendwelchen Gründen Säuglingsmilch unbedingt selbst herstellen, dann empfiehlt sich eigentlich nur die Halbmilch nach Droese und Stolley. Hier gibt es das Rezept dazu.

Zusammenfassung: Welche Milch wann?

Wer sein Kind nicht stillt oder zufüttern muss, verwendet im ersten Lebensjahr am besten Premilch, wenn das Baby davon schlecht satt wird, 1er-Milch. Ab einem Jahr bekommt das Kind dann fettreduzierte Vollmilch von der Kuh, und zwar zusammen mit Joghurt und Käse im Schnitt 300 Milliliter pro Tag. Alles andere ist umstritten, überflüssig oder sogar schädlich.

Fotos: bottle III von nerissa’s ring/Flickr.com unter CC BY 2.0, Mamaclever

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Fotos: bottle III von nerissa’s ring/Flickr.com unter CC BY 2.0, Mamaclever

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