Plazenta vor muttermund

Placenta praevia

Was ist eine Placenta praevia?

Bei einer Placenta praevia handelt es sich um eine Fehlposition des Mutterkuchens (Plazenta), bei der die Gebärmutteröffnung (innerer Muttermund) teilweise oder komplett abdeckt wird. Hierbei ist der Mutterkuchen (Plazenta) atypisch lokalisiert.

Zu den typischen Symptomen einer Placenta praevia zählen plötzliche schmerzlose vaginale Blutungen ohne Gebärmutterkontraktionen. Die Blutungsneigung steigt, je näher der Geburtstermin rückt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich der unterste Bereich der Gebärmutter (Uterus) vergrößert.

Die Blutung kann durch Geschlechtsverkehr oder Gebärmutterkontraktionen ausgelöst werden. Die Blutungen können aber auch erstmalig bei der Entbindung auftreten.

Bei einer Ultraschalluntersuchung vor Schwangerschaftswoche 20 ist der Mutterkuchen (Plazenta) bei 5–6 % der Schwangeren atypisch lokalisiert. Eine Fehllage der Plazenta zum Schwangerschaftsende hin tritt bei weniger als 1 % der Schwangeren auf. Dies liegt daran, dass sich der Mutterkuchen von der Gebärmutteröffnung nach oben bewegt, da die Gebärmutter wächst und sich der untere Bereich ausdehnt.

Ursache

Zu einer Placenta praevia kann es aber auch kommen, wenn sich die befruchtete Eizelle zu tief unten in der Gebärmutter einnistet. Eine weitere Ursache kann ein ungewöhnlich großer Mutterkuchen sein, wie dies beispielsweise bei einer Mehrlingsschwangerschaft der Fall ist.

Die Gefahr für eine Placenta praevia steigt mit zunehmender Geburtenzahl. Zu weiteren Risiken zählen Alter, ein früherer Kaiserschnitt (Sectio caesarea) oder wenn bereits früher eine Placenta praevia bestanden hat.

Diagnose

Bei schmerzlosen Blutungen zum Schwangerschaftsende hin besteht der Verdacht auf eine Placenta praevia. Die Diagnose wird mithilfe einer Ultraschalluntersuchung bestätigt.

Bei Krankheitssymptomen dieser Art (schmerzlose Blutung) ist sofort ärztlicher Rat einzuholen. Sie werden ins Krankenhaus gebracht und ihre Gebärmutter (Uterus) wird untersucht. Die Einweisung ins Krankenhaus erfolgt, da sich die Blutungen während der Untersuchungen verstärken können. Als wichtigste Untersuchung gilt die Kontrolle per Ultraschall.

Entdecken ärztliche Seite oder Hebamme bei einer routinemäßigen Untersuchung in der 17.–19. Schwangerschaftswoche eine Placenta praevia, so ist eine neuerliche Untersuchung in den Schwangerschaftswochen 30–32 notwendig. Damit soll geklärt werden, ob diese atypische Lokalisation weiterhin besteht.

Behandlung

Liegt in der 17.–23. Schwangerschaftswoche eine Placenta praevia vor, werden Sie gebeten, mit ihrer bisherigen Lebensweise wie gewohnt fortzufahren. Eine neuerliche Ultraschalluntersuchung wird um die 30. bzw. 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Besteht weiterhin eine Placenta praevia, werden Sie gebeten, vorsichtiger zu sein. So sollten Sie die restliche Zeit der Schwangerschaft keinen Geschlechtsverkehr haben und keine Tampons verwenden. Für das Kind besteht in erster Linie die Gefahr einer Frühgeburt. Daher lautet die wichtigste Strategie, die Schwangerschaft zu verlängern, bis beim Fötus die Lungenreifung abgeschlossen ist.

Der Ultraschall wird in der 36. Schwangerschaftswoche wiederholt, da sich der Mutterkuchen (Plazenta) bis zur Entbindung nach oben ziehen kann. Liegen keine Blutungen vor und Sie können im Falle von Blutungen schnell in die Geburtsklinik gelangen, dürfen Sie weiterhin zuhause wohnen.

Bei einer Placenta praevia können sowohl Schmerzmittel im Falle einer drohenden Frühgeburt als auch Kortison gegeben werden, um die Lungenreifung des Kindes zu beschleunigen. Mithilfe der so genannten Fruchtwasseruntersuchung lässt sich feststellen, ob die Lungen des Kindes für eine geplante Entbindung (Kaiserschnitt) reif genug sind.

Bedeckt der Mutterkuchen (Plazenta) die Gebärmutter komplett, muss das Kind per Kaiserschnitt (Sectio caesarea) entbunden werden. Bedeckt der Mutterkuchen (Plazenta) nur teilweise die Gebärmutteröffnung, können viele Mütter auf herkömmliche Weise entbinden.

Bei größeren Blutungen ist aufgrund der lebensbedrohlichen Risiken für Mutter und Kind ein akuter Kaiserschnitt (Sectio caesarea) notwendig.

Prognose

In den meisten Fällen besteht eine gute Prognose unabhängig davon, ob eine herkömmliche Entbindung oder ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) durchgeführt wird. Steißlage (Beckenendlage) und Querlage können bei einer Placenta praevia etwas gehäuft auftreten. Schwere und lebensbedrohliche Komplikationen für Mutter und Kind sind selten.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

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Senkung und Vorfall der Gebärmutter – Was tun?

von Dr. Maria Niki Aigyptiadou
verfasst am 07.06.2017

Eine Gebärmuttersenkung ist oft mit starken Unterleibschmerzen verbunden (© LittleBee80 – istockphoto.com)Die Gebärmuttersenkung ist ein häufiges Frauenleiden: Bis zur Hälfte aller Frauen sind betroffen. Im schlimmsten Fall ist die Gebärmutter sichtbar und fällt aus der Scheide, was als Gebärmuttervorfall bezeichnet wird. Im besten Fall ist die Gebärmuttersenkung gering und Sie müssen nichts dagegen tun. Lesen Sie hier, wie eine Gebärmuttersenkung entsteht, wie sie sich äußert, wann Sie zum Arzt gehen sollten und was in der Praxis passiert.

  • Definition: Wenn die Gebärmutter absinkt
  • Ursache: Schwacher Beckenboden
  • Symptome: Unterleibsschmerzen und Fremdkörpergefühle in der Scheide
  • Behandlung nicht immer nötig
  • Beckenbodentraining: So einfach geht’s
  • Fazit

Definition: Wenn die Gebärmutter absinkt

Nach einer Gebärmuttersenkung, auch Descensus uteri genannt, hängt die Gebärmutter ungewöhnlich tief im Becken. Sitzt die Gebärmutter so tief, dass sie zum Teil oder ganz durch die Scheide tritt, handelt es sich um einen Gebärmuttervorfall, auch Uterusprolaps genannt.

Eine Gebärmuttersenkung oder ein Gebärmuttervorfall wird von einer Scheidensenkung oder einem Scheidenvorfall begleitet. Das bedeutet, dass auch die Vagina nach unten absackt oder sie teilweise aus der Scheide heraushängt. Ähnliches kann auch der Blase passieren.

Ungefähr 30 bis 50 Prozent der Frauen erleiden eine Beckenbodensenkung. Auch jüngere Frauen sind betroffen, insbesondere wenn ihr Bindegewebe geschwächt ist.

Ursache: Schwacher Beckenboden

Die Gebärmutter wird durch mehrere Strukturen, wie zum Beispiel Bänder, Bindegewebe und Beckenbodenmuskulatur, in der richtigen Position gehalten. Schwächen die Haltestrukturen der Gebärmutter ab, ist sie nicht mehr ausreichend stabilisiert und sie rutscht nach unten, wobei sie die Harnblase oder den Enddarm mitzieht.

Die Risikofaktoren, die die Haltestrukturen der Gebärmutter schwächen und eine Gebärmuttersenkung begünstigen, sind:

  • zu viele Schwangerschaften, zu viele vaginale Geburten, zu schwere Embryos oder eine Kombination dieser Faktoren
  • Vaginalverletzungen bei der Entbindung oder kein Dammschnitt bei einer vaginalen Geburt
  • schwere körperliche Arbeit, die den Beckenboden über- oder fehlbelastet
  • Fettleibigkeit
  • chronische Bronchitis oder chronische Verstopfung, die den Druck im Bauchraum erhöhen
  • Bindegewebeschwäche, die oft genetisch bedingt ist
  • Fehlpositionierung der Gebärmutter während der Entwicklung des Embryos

Senkt sich die Gebärmutter spüren viele Frauen ein unangenehmes Druckgefühl im Unterleib (© fotolia-Henrie)Symptome: Unterleibsschmerzen und Fremdkörpergefühle in der Scheide

Viele Frauen haben eine leichte Gebärmuttersenkung, die unauffällig ist und keine Symptome verursacht.

Die ersten Beschwerden einer Gebärmuttersenkung sind Unterleibs- und Rückenschmerzen. Weitere Anzeichen sind ein ständiger Druck im Unterleib, insbesondere beim Sitzen, oder ein Fremdkörpergefühl, als wollte etwas aus der Scheide herausfallen.

Die Scheidenflora verändert sich im Laufe der Zeit, so dass es zu Entzündungen und Druckgeschwüren sowie zu einem blutigen Ausfluss kommt. Die Harnblase bleibt auch nicht verschont, was sich mit häufigem Wasserlassen, Schmerzen und einem abgeschwächten Harnstrahl äußert. Auch Belastungsinkontinenz kann auftreten, das heißt Harn geht beim Husten oder Niesen ungewollt ab. Später gibt es Harnwegsentzündungen, die Blase rutscht auch nach unten und in seltenen Fällen baut sich ein Urinstau Richtung Niere auf.

Rutscht die Gebärmutter nach unten und hinten, drückt sie auf den Enddarm und verursacht Verstopfung, Schmerzen beim Stuhlgang oder aber Stuhlinkontinenz.

Der Frauenarzt kann während der gynäkologischen Untersuchung die Gebärmutter ertasten und ihre Größe und Lage feststellen. Eine Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs rundet die Diagnose ab und hilft abzuschätzen, ob die Harnblase auch betroffen ist.

Behandlung nicht immer nötig

Eine Behandlung ist nur dann nötig, wenn die Erkrankung Beschwerden verursacht. Die Therapiemethode hängt vom Grad der Senkung, vom Alter der Frau und ihrem zukünftigen Kinderwunsch ab.

Beckenbodentraining

Handelt es sich um eine leichte Form der Gebärmuttersenkung, bildet sie sich mit Beckenboden-Gymnastik zurück. Das sind spezielle Übungen, die die abgeschwächten Muskeln des Beckenbodens stärken. Die Beckenboden-Gymnastik eignet sich auch als Vorsorge, zum Beispiel bei Schwangeren.

Hormontherapie

Bei Frauen in den Wechseljahren mit einer leichten Gebärmuttersenkung ist zusätzlich eine Hormontherapie hilfreich, wobei Medikamente in Form von Zäpfchen, Cremes oder auf einem Vaginalring lokal verabreicht werden.

In schwere Fällen ist eine Operation notwendig – hier ist dringend der Rat Ihres Frauenarztes gefragt (© fotolia-Kurhan)Operationen

In schwereren Fällen ist eine OP möglich, entweder durch die Scheide oder durch einen Schnitt im Unterbauch. Während der Operation rafft der Arzt die Beckenmuskulatur und bringt die gesenkte Gebärmutter, Scheide, Blase oder den Enddarm in die richtige Lage.

Die Operation dauert ungefähr 30 bis 60 Minuten und wird unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Operierte Frauen müssen noch 2 Tage im Krankenhaus bleiben und einige Tage danach können sie ihr Alltagsleben wieder aufnehmen. In manchen Fällen besteht nach der OP die Gefahr für Probleme beim Wasserlassen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Transvaginal-Mesh-Verfahren, bei dem der Arzt über die Scheide ein Netz zwischen Blase und Beckenboden einsetzt.

Wenn eine Frau mit fortgeschrittener Gebärmuttersenkung keinen Kinderwunsch mehr hat, wird die Gebärmutter entfernt und die Vagina wird in der Beckenhöhle mit einem speziellen Gewebestreifen fixiert. Bei Inkontinenz ist eine entsprechende Korrektur während der OP möglich.

Pessare

Bei Frauen, die nicht operiert werden können, kommen sogenannte Pessare zum Einsatz. Dabei handelt es sich um schalen-, würfel- oder ringförmige Strukturen aus Hartgummi oder Silikon. Der Arzt führt das Pessar in die Scheide ein, um die Gebärmutter zu stützen und die weitere Senkung aufzuhalten.

Pessare müssen regelmäßig gereinigt und alle 6 bis 8 Wochen neu eingelegt werden, damit eventuelle Reizungen vermieden werden. Sie wirken nur, wenn die Damm-Muskulatur noch stark genug ist.

Vorbeugung

Das Beckenbodentraining ist die beste Vorbeugung. Regelmäßiger Sport wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen sind auch hilfreich. Darüber hinaus sollten Sie übermäßige körperliche Anstrengung meiden und keine schweren Gegenstände heben. Übergewichtige Frauen helfen sich, indem sie ihr Körpergewicht reduzieren.

Hausmittel

Kein Hausmittel kann eine abgesunkene Gebärmutter wieder in ihre Ausgangslage zurückbringen. In der Naturheilkunde werden jedoch regelmäßige Moorbäder empfohlen, weil sie die Durchblutung des Unterleibes und das Hormonsystem der Frau anregen sollen. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Es gibt viele Möglichkeiten den Beckenboden zu trainieren – finden Sie die passende für sich! (© jameda GmbH)Beckenbodentraining: So einfach geht’s

Die Muskeln des Beckenbodens spüren Sie, wenn Sie die Schließmuskeln so zusammenkneifen, als wollten sie den Harnstrahl anhalten. Wenn sie das tun, spüren Sie, wie sich die Beckenbodenmuskeln nach oben und innen ziehen. Bauch, Po und Innenseiten der Schenkel sollten sich dabei nicht bewegen.

Sie können die Beckenbodenmuskulatur in mehreren Stellungen trainieren. Suchen Sie die beste für sich aus:

  • Sie sitzen auf einem Stuhl und spannen die Beckenbodenmuskeln so stark wie möglich an, ohne dass sich andere Muskel bewegen. Halten Sie die Anspannung 6 bis 8 Sekunden lang. Wiederholen Sie diese Kontraktion 10 Mal pro Sitzung und halten Sie 3 Sitzungen täglich ein. Das war’s!
  • Spreizen Sie die Beine im Stehen und legen Sie die Hände auf das Gesäß. Dann ziehen Sie die Beckenbodenmuskeln nach oben und innen, ohne dass sich die Po-Muskeln bewegen.
  • Während Sie auf dem Bauch liegen, winkeln Sie ein Bein an, um dann abwechselnd die Bauch-, die Gesäß- und die Beckenbodenmuskeln anzupassen, jeweils für die Dauer von 2 bis 3 Sekunden. Wiederholen Sie die Übung 8 Mal.
  • Sie knien mit leicht geöffneten Beinen auf dem Boden und legen den Kopf auf Ihre Hände. Dann heben Sie das Gesäß und ziehen die Knie zusammen, indem Sie die Beckenbodenmuskeln anspannen. Ebenfalls 8 Mal wiederholen.
  • Sie liegen auf dem Rücken mit leicht angezogenen Knien, heben das Gesäß, während Sie ausatmen, und ziehen den Bauch 2 bis 3 Sekunden lang ein. Nur noch 7 Mal wiederholen.
  • Sie sitzen im Schneidersitz, halten den Rücken gerade und stützen sich mit den Händen am Boden ab. Dann heben Sie die Beckenbodenmuskeln nach oben und innen. Nach 8 Mal sind Sie fertig.

Fazit

Jeder zweiten Frau passiert es: Die Gebärmutter kann sich nicht mehr in ihrer Position halten und rutscht langsam nach unten. Einige trifft es schwerer, insbesondere wenn sie harte körperliche Arbeit geleistet haben, fettleibig sind oder viele vaginale Geburten oder Schwangerschaften mit schweren Babys hinter sich haben. Leichte Gebärmuttersenkungen stören nicht und müssen nicht behandelt werden, schwerere können zu Harn- oder Stuhlinkontinenz führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt – es gibt für alles Lösungen. Am besten ist aber die Vorsorge: Gewöhnen Sie sich an das tägliche Beckenbodentraining und Sie werden es nicht bereuen!

Gebärmuttersenkung: Auf diese Symptome müssen Frauen achten

Eine Gebärmutter vollbringt Höchstleistungen. Der Muskel, der normalerweise gerade mal 50 bis 100 Gramm auf die Waage bringt, wiegt am Ende der Schwangerschaft rund 1,5 Kilogramm und dehnt sich gewaltig mit dem Kind mit. Wird dem Gewebe beim Zurückbilden nicht geholfen, besteht die Gefahr einer späteren Gebärmuttersenkung.

Der weibliche Beckenboden ist wie ein Auffangbecken aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe. Er hält nicht nur Blase und Darm fest, sondern auch die Gebärmutter. Wird der Beckenboden geschwächt, wie das zum Beispiel bei einer Schwangerschaft und vor allem bei einer Geburt der Fall ist, dann kann es zu einer Gebärmuttersenkung kommen. Je mehr Kinder eine Frau entbindet und je größer diese sind, desto größer scheint auch das Risiko.

Selbst ein Kaiserschnitt löst diese Probleme nicht. Denn bereits in der Schwangerschaft verändert der Hormonspiegel die Beschaffenheit des Bindegewebes, wird das Beckengefüge lockerer und das Becken zur Geburt hin leicht verformbar.

Geburtsverletzungen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Eine Schwangerschaft ist nicht der einzige Risikofaktor. Übergewicht, Bindegewebsschwäche, das häufige Heben schwerer Lasten oder auch Krankheiten wie Asthma können zu einer Gebärmuttersenkung führen. Außerdem Geburtsverletzungen, wie sie durch einen Dammschnitt oder die Geburtszange entstehen.

„Durch sie wird der Beckenboden lädiert und oft werden die muskulären Verletzungen nicht ausreichend versorgt“, so Michael Taeuber, Oberarzt an der Schön Klinik in Fürth. „Was dann daraus wird, entscheidet sich oft erst Jahre später. Denn hier sind auch der Lebensstil, das entsprechende Training, das man in den Alltag integrieren kann und vor allem auch das Gewicht der Frau in späteren Jahren ausschlaggebend.“

Die Gebärmutter kann herausfallen

Die meisten Gebärmuttersenkungen betreffen ältere Frauen. Zahlen darüber, wie viele Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen sind und wie viele davon bereits Mütter sind, gibt es nicht. Fachleute unterscheiden bei der Gebärmuttersenkung drei unterschiedliche Schweregrade: Der Gebärmuttermund ist bis maximal ins untere Scheidendrittel abgesunken, er ist bis zum Eingang der Scheide abgesunken und dort bereits ertastbar oder es kommt zu einem tatsächlichen Prolaps uteri. Was kurz gesagt bedeutet: Die Gebärmutter fällt aus der Frau heraus.

Eine Gebärmuttersenkung muss nicht zwingend störend sein

Leichte Formen der Gebärmuttersenkung werden oft gar nicht behandelt. Auch, weil viele Frauen ganz gut damit leben können. Es gibt aber auch Möglichkeiten, den Körper zu unterstützen. Zum Beispiel mithilfe eines bestimmten Pessars, das der Gebärmutter dabei hilft, an ihrem Platz zu bleiben. In schlimmeren Fällen wird operiert. Heutzutage möglichst minimalinvasiv, erklärt Taeuber im Gespräch mit t-online.de. „Es gibt verschiedene Verfahren. Aber man muss die Frau aufklären, dass bei einer erneuten Schwangerschaft die ‚Reparatur‘ auch wieder kaputt gehen kann.“

Symptome einer Gebärmuttersenkung

Doch wie macht sich eine Gebärmuttersenkung bemerkbar? „Erst hat man das Gefühl, einen Fremdkörper mit sich herumzutragen und dann spürt man richtig, wie etwas nach unten drückt“, beschreibt es die 38-jährige Birgit, Mutter von Zwillingen, die sie spontan zur Welt gebracht hat. Andere Frauen berichten auch von Unterleibs- und/oder Rückenschmerzen, Schmerzen beim Sex, Urinverlust, Verstopfung und dem verstärkten Drang, auf die Toilette zu müssen.

Birgit ist erst seit Kurzem von dem Problem betroffen. Sie kämpft aktiv gegen die Schwäche an: Mit Beckenbodentraining, sanften Sportarten wie Schwimmen und speziellen, das Gewebe unterstützenden Tampons. Außerdem achtet sie darauf, ihr Gewicht zu halten. Dadurch kann die Senkung zwar nicht rückgängig gemacht, aber ein weiteres Absinken der Gebärmutter verhindert werden.

„Ich habe das damals gar nicht ernst genommen mit der Rückbildungsgymnastik. Für mich war das eher eine Abwechslung im Babyalltag, eine Möglichkeit, die anderen Mütter zu treffen. Heute weiß ich, dass ich weniger Probleme hätte, wenn ich damals meinen Beckenboden wieder gestärkt hätte.“

Sollten Ärzte besser aufklären?

Immer wieder werden Stimmen laut, dass Ärzte nicht genug über die Verletzungen, die durch eine Geburt entstehen können, aufklären. „Wenn man sieht, was Frauen teilweise auf sich nehmen, um schwanger zu werden oder welche Risiken sie manchmal mit einer erneuten Schwangerschaft eingehen, dann glaube ich nicht, dass sich für eine Frau mit Kinderwunsch etwas ändern würde, wenn man sie ausführlich über das mögliche Risiko einer späteren Gebärmuttersenkung aufklärt“, meint der Frauenarzt.

Sex ist gut für den Beckenboden

Ein Grund, auf weitere Schwangerschaften zu verzichten, ist eine Gebärmuttersenkung nicht. Auch, wenn sich die Folgen von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verstärken können: Eine Gefahr für Kind oder Mutter besteht nicht.

Betroffene Frauen, die sich wie Birgit noch ein Kind wünschen, finden sogar noch eine positive Seite: „Die Lockerung des Beckenbodens ist doch gar nicht so schlecht für eine Geburt.“ Birgit hat sich jetzt schon vorgenommen, bereits während der Schwangerschaft gezielt den Muskel zu kräftigen.

„Bis dahin üben mein Partner und ich weiter und trainieren auf diese angenehme Weise bereits den Beckenboden“, schmunzelt sie. Michael Taeuber gibt ihr Recht: „Sex ist tatsächlich gut für den Beckenboden und läuft sozusagen unter Biofeedback – ähnlich den Hilfsmitteln wie Chinesischen Liebeskugeln, die sogar verschrieben werden können und die man sonst einsetzt, um eine Gefühl für den Beckenboden zu bekommen und das Gewebe zu trainieren.“

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Mein Frauenarzt hat eine tiefliegende Plazenta festgestellt. Ist das gefährlich?

Wenn der Mutterkuchen komplett vor dem inneren Muttermund liegt (vorliegende Plazenta oder Placenta praevia totalis), ist der Geburtsweg versperrt. Eine normale Geburt ist nicht möglich, denn sie würde zu lebensgefährlichen Blutungen führen. In einem solchen seltenen Fall muss immer ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Die Spätschwangerschaft muss sehr engmaschig überwacht werden, damit man rasch eingreifen kann, wenn es noch vor Wehenbeginn zu Blutungen kommt.

Eine Plazenta, die nur teilweise in den Geburtskanal hineinragt (Placenta praevia partialis) oder an dessen Rand liegt (Placenta praevia marginalis), ist weniger gefährlich. Sie ist relativ häufig, und sowohl Schwangerschaft als auch Geburt verlaufen meist komplikationslos. Aber auch hier kann es selten, je nach Lage, zu gefährlichen Blutungen gegen Ende der Schwangerschaft kommen, und eine Schnittentbindung lässt sich mitunter ebenfalls nicht vermeiden. Achten Sie deshalb selbst auch immer auf Anzeichen für eine plötzliche Blutung und suchen Sie dann sofort das nächste Krankenhaus auf.

Es gibt Schwangerschaftskomplikationen, von den man immer hört. Eine der am meist gefürchtesten ist eine Fehllage des Mutterkuchens. Wenn dieser sich tief im unteren Bereich der Gebärmutter liegt, so nennen das Fachleute „Plazenta praevia“.

Was sind die Gefahren dieser Fehlbildung?
Eine Plazenta praevia kommt etwa bei einer von 200 Geburten vor. Das Wiederholungsrisiko bei einer weiteren Schwangerschaft beträgt aber schon vier bis acht Prozent.

Unerkannt kann eine Plazenta praevia sehr gefährlich sein. Folgende Risiken bestehen:

  • Plazentaablösung – damit verbunden extremer Blutverlust (Lebensgefahr)
  • Unkontrollierte Blutungen (Haemorrhagie)
  • Schock durch Blutverlust
  • Sauerstoffmangel beim Kind
  • Unterversorgung des Kindes
  • Frühwehen, damit verbunden Frühgeburt
  • Vaginalgeburt nicht möglich, wenn Muttermund vollständig bedeckt
  • Notkaiserschnitt

Schwangerschaftskomplikation: Plazenta praevia (© panthermedia.net nyul)

Wie wird eine Plazenta praevia erkannt?
Das häufigste Zeichen sind schmerzlose, hellrote wiederkehrende Blutungen. Der Bauch ist weich und nicht druckempfindlich. Hier sollte immer sofort der Gynäkologe aufgesucht werden. Häufig wird die Fehllage der Plazenta aber bei einer routinemäßigen Ultraschall-Untersuchung entdeckt.


Generell wird zwischen vier verschiedenen Formen der Plazenta pravia differenziert:

  • Die Plazenta liegt im unteren Bereich der Gebärmutter, aber nicht vor dem Muttermund – eine vaginale Geburt ist möglich.
  • Der untere Rand der Plazenta berührt den Muttermund, ohne ihn komplett zu verdecken. Auch hier kann das Baby vaginal zur Welt kommen – abhänging vom Gesundheitszustand von Mutter und Kind.
  • Die Plazenta verdeckt den Muttermund teilweise. Das Kind muss per Kaiserschnitt geboren werden.
  • Der Muttermund wird vollständig von der Plazenta verschlossen. Hier muss unbedingt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, Wehen könnten schwere Blutungen auslösen.

Tatsächlich liegen meist die beiden ersten Varianten vor. Bis zur 24. Schwangerschaftwoche kann die Plazenta oft auch noch ihre Lage wechseln. Auch wenn auf den ersten Ultraschall-Untersuchungen der Mutterkuchen in der Nähe des Muttermundes liegt ist das kein Anlass zur Sorge. Weitet sich die Gebärmutter, wird in den meisten Fällen die Plazenta vom Muttermund weggezogen. Auch eine tief liegende Plazenta muss nicht zwangsläufig zu Problem führen, oft ist eine vaginale Entbindung möglich.

Bei der Routineuntersuchung in der 30. Schwangerschaftswoche überprüfen die Frauenärzte immer die Lage des Mutterkuchens. Sollte tatsächlich eine Plazenta praevia vorliegen, können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung variert. Die genaue Lage der Plazenta und der allgemeine Gesundheitszustand von Mutter und Kind sind entscheidend. Aber auch wenn es beiden gut geht und keine Blutungen vorliegen, soll die Mutter Stress und körperliche Anstrengung vermeiden. Hierzu gehören vor allem Aktivitäten, die die Wehentätigkeiten anregen können (insbesondere Geschlechtsverkehr sollte vermieden werden). Sehr oft wird Bettruhe verschrieben.

Wenn der allgemeine Gesundheitszustand von Mutter und/oder Kind schlecht ist, wird die Schwangere sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Insbesondere bei Blutverlust wird die Schwangerschaft meist bis zur Geburt stationär überwacht.

Nach Möglichkeit soll das Baby bis zur vollen 36. Schwangerschaftswoche ausgetragen werden. Verliert die Mutter zuviel Blut, droht eine Mangelversorgung über die Plazenta. Bei der geplanten Kaiserschnittgeburt ist daher oft eine enge Überwachung des Neugeborenen nötig.

In Deutschland kann diese Fehlbildung wirklich sehr gut behandelt werden. In Ländern mit schlechter medizinischer Betreuung ist dies aber auch heute noch oft ein Todesurteil für Mutter und Kind.


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