Plazenta sitzt tief

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Wie entsteht eine Plazenta praevia?

Die Plazenta entsteht an der Stelle im Uterus, an der sich das befruchtete Ei eingenistet hat. Die genauen Ursachen dafür, warum das manchmal zu nah am Muttermund stattfindet, lassen sich nicht bestimmen. Allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren und Umstände, die eine Plazenta praevia begünstigen. Mehr dazu unten.

Die Diagnose einer Plazenta praevia findet häufig schon beim 1. Ulutraschall zwischen der 9. SSW und 12. Schwangerschaftswoche statt. Hier wird nicht nur der Embryo, sondern auch die Plazenta überprüft. Diese lässt sich auf dem Ultraschall problemlos darstellen. Allerdings gibt es Experten, die eine so frühe Diagnose der Plazenta Lage für problematisch halten. Denn erst nach der 24. SSW spricht man streng genommen von einer Plazenta praevia, vorher stehen die Chancen sehr gut, dass die sich das „Problem“ von alleine löst. Die Sorgen, die eine Schwangere durch die verfrühte Diagnose hat, sind also in etwa 90% der Fälle unbegründet.

Allerdings ist es bei einer Plazenta praevia totalis sehr unwahrscheinlich, dass sich an der Diagnose etwas ändert. Gleichzeitig muss der Gynäkologe dann mit vaginalen Untersuchungen sehr vorsichtig sein bzw. auf Tastuntersuchungen komplett verzichten, denn diese können dann Blutungen und schwere Komplikationen auslösen. Eine frühe Aufklärung kann auch von Vorteil sein, was zum Beispiel körperliche Schonung, Verzicht auf Sex und das richtige Vorgehen bei Einsetzen einer Blutung angeht.

Symptome der Plazenta praevia

Die vor dem Muttermund liegende Plazenta an sich verursacht keine Schmerzen oder andere unangenehmen Symptome. Allerdings können immer wieder vaginale Blutungen aus dem Muttermund auftreten. Meistens passiert das etwa ab Mitte der Schwangerschaft. Diese Blutungen sind hellrot und können unterschiedlich stark sein. Meist sind sie wiederkehrend, schmerzlos, ohne Wehen oder harten Bauch, und nicht von einem schlechten Allgemeinszustand begleitet wie bei einer vorzeitigen Plazentaablösung.

Als Folgeerscheinung einer Plazenta Praevia kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Lageanomalien beim Kind (Querlage oder Beckenendlage)
  • vorzeitigem Blasensprung
  • fetaler Wachstumsretardierung
  • Vasa praevia und Insertio velamentosa (Fehlbildungen der Nabelschnur bzw. Blutgefäße)
  • Frühgeburtlichkeit

Risikofaktoren und Ursachen

Statistisch gesehen kommt es bei gewissen Voraussetzungen häufiger zu einer Plazenta praevia.

Zunächst gehören dazu alle Umstände, bei denen die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) geschädigt wurde, z.B. durch vorangegangene Maßnahmen wie:

  • manuelle Plazentaablösung nach der Geburt
  • Kaiserschnitte (je häufiger, desto höher das Risiko)
  • Fehlgeburten
  • schnell aufeinander folgende Schwangerschaften
  • Mehr- oder Vielgebärende
  • Kürettage (Ausschabung)
  • Fetale Erythroblastose (verursacht durch Rhesusfaktorinkompatibilität)
  • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
  • Myome oder Wucherungen

Als weitere Risikofaktoren gelten:

  • höheres Alter der Mutter
  • Rauchen
  • Kokainmissbrauch
  • Künstliche Befruchtung / Insemination
  • Fehlbildungen der Gebärmutter

Das bedeutet, dass im Zusammenhang mit den oben genannten Faktoren eine Plazenta Praevia häufiger vorkommt. Allerdings kann sie auch ohne einen einzigen dieser Faktoren – oder trotz mehrerer Risikofaktoren nicht auftreten.

Blutungen bei Plazenta praevia

Blutungen in der Schwangerschaft immer abklären lassen

Die meisten Fragen und Unsicherheiten tauchen bei Schwangeren im Zusammenhang mit den vaginalen Blutungen auf. Denn natürlich macht jede Blutung während der Schwangerschaft Angst vor einer Fehl- oder Frühgeburt. Wenn Du eine Blutung bei Dir entdeckst, solltest Du deshalb immer schnell einen Arzt aufsuchen. Auch wenn sie in vielen Fällen harmlos ist, gibt es doch Fälle, in denen Du medizinische Hilfe brauchst.

Manchmal bleibt eine Plazenta Praevia ohne Symptome, das heißt, sie wird nur beim Ultraschall festgestellt und es entsteht keine Blutung. In vielen Fällen einer Plazenta Praevia treten aber ab der 20. Schwangerschaftswoche hellrote, vaginale Blutungen auf, selten auch schon vorher. Etwa 70-80% der vagnialen Blutungen in der Spätschwangerschaft gehen auf die Plazenta zurück. Die Blutung findet bei gutem Allgemeinzustand der Schwangeren statt, das heißt ohne Schmerzen oder Unwohlsein.

Wie ensteht die Blutung bei Plazenta Praevia?

Wenn die Gebärmutter wächst oder durch Wehen kontrahiert wird, betrifft das vor allem die Eihäute im unteren Uterussegment. Diese bewegen sich dann unter Umständen gegenläufig und die entstehenden Scherkräfte lassen die Blutgefäße der Plazenta vom unteren Rand her reißen. Meist handelt es sich dabei um mütterliches Blut und der Fötus bekommt von der Blutung erst einmal nichts mit. Wenn die Blutung zu stark wird, verliert die Mutter so viel Blut, dass der Zustand lebensbedrohlich werden kann. Auch ein Kreislaufschock durch hohen Blutverlust kann lebensgefährliche Folgen haben. Zunächst einmal betrifft das das Leben der Mutter, aber natürlich kann das Baby im Bauch dann auch nicht mehr von ihr versorgt werden und ist darum ebenfalls in Gefahr.

In sehr seltenen Fällen tritt eine fetale Blutung der Plazenta, also innerhalb der Gebärmutter auf.

Maßnahmen bei starker Blutung

In keinem der beiden Fälle können die Ärzte eingreifen, solange die Schwangerschaft aufrecht erhalten wird. Deshalb kann es bei sehr starken oder fetalen Blutungen sein, dass ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden muss. Erst danach können die Mediziner die Blutung bei Mutter oder Kind aufhalten.

In etwa 25% der Fälle ist die Blutung wehenauslösend, das heißt, das Risiko einer Frühgeburtlichkeit steigt.

Frag die Hebamme: Was ist eine Placenta Praevia?

Deine Plazenta ist die Versorgungsstation deines Babys im Bauch. Wie sie in deiner Gebärmutter liegt, kann deine Schwangerschaft und Geburt beeinflussen.

Eine Placenta Praevia ist eine abnormale und gefährliche Platzierung der Plazenta (deines Mutterkuchens) entweder in der Nähe des Gebärmutterhalses (Zervix) oder unmittelbar am bzw. über dem Gebärmutterhals.

Wo liegt die Plazenta?

Je nachdem, wo genau die Plazenta liegt, wird die Placenta Praevia in vier Schweregrade eingeteilt:

  • Tiefer Sitz der Plazenta – das heißt ein Teil der Plazenta befindet sich im zervixnahen Bereich
  • Placenta praevia marginalis – das heißt die Plazenta reicht an den Muttermund heran
  • Placenta praevia partialis – das heißt die Plazenta überdeckt den Muttermund teilweise
  • Placenta praevia totalis – das heißt die Plazenta überdeckt den Muttermund völlig

Warum das so wichtig ist?

Eine Placenta Praevia kann zu einer starken Blutung kurz vor der Geburt oder während der Geburt führen und stellt somit eine lebensbedrohliche Situation für Baby und Mutter dar. Eine Placenta Praevia birgt außerdem ein erhöhtes Risiko für eine vorzeitige Plazentalösung – also eine Ablösung der Plazenta von der Gebärmutter vor der Geburt, was ebenfalls mit starken Blutungen einer geht.

Wenn dein Arzt bei dir eine Placenta Praevia feststellt, wird er das deshalb sofort in deinen Mutterpass eintragen und dich engmaschiger untersuchen. Je nachdem, wie deine Plazenta liegt (z.B. „nur“ nah am Gebärmutterhals) kann nach ärztlicher Absprache unter Umständen durchaus ein vaginaler Entbindungsversuch unternommen werden. Bei einer Placenta praevia totalis wird aber immer ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Bei Fragen könnt ihr euch auch gerne an unsere Hebamme unter [email protected] wenden.

Kann ein tiefsitzende Plazenta noch hochwachsen?

Antwort:

Liebe Mäuschen,
hat Ihre Freundin eine tiefsitzende Placenta oder eine Placenta praevia? Das ist nämlich ein Unterschied!
Normalerweise nistet sich das befruchtete Ei im oberen Teil der Gebärmutter an. Finden sich dort nicht so gut Ernährungsbedingungen, dann findet die Ansiedlung auch schon mal in der Nähe des Muttermundes oder gar über dem Muttermund statt.
Tiefsitzende Placenta
Bei einer tief sitzenden Placenta (Placenta sitzt in der Nähe des Muttermundes) „wandert“ die Placenta nämlich noch.
Die Placenta heftet sich ans Gewebe der Gebärmutterwand und verankert sich dort. Mit Zunahme der Größe der Gebärmutter „wandert“ sie also scheinbar, sitzt aber in Wirklichkeit am gleichen Fleck.
Jetzt zur „Wanderrichtung“. Nehmen Sie einen Luftballon und malen Sie einen Punkt von 2 cm Durchmesser drauf (ungefähr dort, wo jetzt Ihre Placenta im Uterus sitzt) – dann pusten Sie den Luftballon auf. Ihre Placenta verhält sich genauso wie der Punkt auf dem Luftballon.
Er wird auf keinen Fall über den Luftschlitz wandern, sondern Richtung Mitte und oben!
Ihre FReundin soll ersteinmal ruhig bleiben und schauen, was bei der nächsten Untersuchung raus kommt.
Die Placenta muß nicht ganz nach oben wandern – es reicht, wenn sie vom Muttermund weg ist.
Placenta praevia totalis, marginalis
bei einer den Muttermund bedeckenden Placenta heißt es Ruhe bewahren – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Noch ein paar fachliche Informationen, da Sie in nächster Zeit diverse Schauergeschichten hören werden!
Diese Schwangerschaft kann durchaus bis zur 36./37. SSW halten und dann ist eh alles gut.
Vermeiden Sie vor allen Dingen schwere körperliche Arbeit und am Ende der Schwangerschaft allzu heftigen Sex.
Leider hört man immer nur von schlimmen Ausgängen. Wenn alles super gelaufen ist (d.h., Frau hat sich geschont und kommt in der 36. SSW in die Klinik, bekommt nochmal eine Lungenreife fürs Kind, wird bis zur 37. SSW überwacht und dann sectioniert) redet kein Mensch darüber.
Aber so geht der Großteil der Fälle aus! Auch Sie haben es in der Hand einen guten (Notfall)Plan zu stricken und alles wird gut laufen.
Wichtig ist, dass Sie Familie und Freunde mit einbinden, damit man Ihnen schwere Arbeiten im Haushalt soweit wie möglich abnimmt.
Wenn es sich wirklich um eine Placenta praevia totalis (Placenta liegt genau über dem Muttermund) handelt, gehören Sie engmaschiger untersucht.
Als Geburtsmoduss muss dann ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, da es logischerweise nicht möglich ist, erst die Plac. und dann das Kind zu entwickeln.
Den Kaiserschnitt macht man in der 38. SSW, weil das Kind dann „fertig“ ist und nur noch wachsen muß.
Mit dem Kind wächst aber auch die Gebärmutter und die Wehentätigkeit nimmt zu. Dadurch kommt es zu Flächenverschiebungen im Uterus und die Placenta kann sich partiziell ablösen. Dadurch wäre natürlich die Sauerstoffversorgung gefährdet und eine totale Ablösung im Bereich des möglichen.
Sorry, dass ich nicht alles „auf Ihre Freundin“ umgeschrieben habe.
Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 08.01.2011

Plazenta Praevia

Mehr- oder Vielgebärende sind ebenso häufiger betroffen wie Frauen, die mehrere Ausschabungen hatten. Bei Plazenta Praevia kommt es fast immer zum Kaiserschnitt.

Regulärer Sitz der Plazenta

In der Regel sitzt die Plazenta im oberen Teil der Gebärmutter. Von hier aus gewährleistet sie die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Ungeborenen. Im oberen Teil der Gebärmutter ist ausreichend Platz vorhanden und während der Geburt behindert die Plazenta nicht den Geburtskanal.

Tief sitzende Plazenta

Eine sogenannte tief sitzende Plazenta ist noch keine Plazenta Praevia. Das untere Ende des Mutterkuchens ragt jedoch ein wenig in das untere Segment der Gebärmutter. Selbst wenn in der Frühschwangerschaft eine Plazenta Praevia festgestellt wird, besteht noch kein Grund zur Unruhe. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf wächst die Gebärmutter mit, insbesondere der untere Teil. Dadurch kann sich die Lage der Plazenta mit der Zeit nach weiter oben verändern.

Bei einer Plazenta Praevia ragt die Plazenta deutlich in das sogenannte untere Uterinsegment hinein, also in den unteren Teil der Gebärmutter, der nah am Muttermund liegt. Hier haftet sie an der Gebärmutterwand und sorgt für die Versorgung des Ungeborenen mit Nährstoffen. Dieser Teil der Gebärmutter bietet der Plazenta jedoch nicht genügend Platz. Besonders während der Geburt kann es unter Umständen zu lebensgefährlichen Blutungen für Mutter und Kind kommen. Betroffene Schwangere stehen deshalb unter besonderer ärztlicher Beobachtung und bekommen oft strenge Bettruhe verordnet.

Zwei Arten von Plazenta Prävia

Die Plazenta Praevia wird medizinisch in zwei Unterformen eingeteilt. Bei der Plazenta Praevia totalis ist der gesamte Muttermund von Plazentagewebe bedeckt. Plazenta Praevia marginalis bedeutet, dass das untere Ende der Plazenta bis an den Muttermund heranreicht. Außerdem spricht der Arzt auch von einer Plazenta Prävia partialis, wenn der Muttermund teilweise von der Plazenta bedeckt wird.

Ursachen der Plazenta Prävia

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die das Risiko für eine Plazenta Prävia erhöhen. Hierzu gehören:

  • Mehrfachgebärende: Plazenta Prävia tritt sehr selten in der ersten Schwangerschaft auf
  • (Mehrfache) Kaiserschnitte: Durch die Kaiserschnittnarbe an der Gebärmutter kann es in nachfolgenden Schwangerschaften häufiger zu einer Einnistungsstörung des Mutterkuchens kommen
  • Höheres Alter der Mutter: Bei unter 30-Jährigen tritt die Plazenta Prävia deutlich seltener auf als bei über 40-Jährigen.
  • Frühere Operationen an der Gebärmutter: Bei Operationen, in denen die innere Schleimhaut der Gebärmutter betroffen war (z. B. Ausschabungen), erhöhen ebenfalls das Risiko für eine Plazenta Prävia.
  • Faktoren, die die Plazenta und ihre Lage allgemein beeinträchtigen: Mehrlinge, Rauchen etc.

Diagnose der Plazenta Prävia

Plazenta Praevia kann bei der routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft bereits festgestellt werden. Da sich die Lage der Plazenta jedoch noch verändern kann, muss dies noch nichts Schlimmes heißen. Wenn bei Frauen mit ungünstiger Plazentalage in der zweiten Schwangerschaftshälfte schmerzlose vaginale Blutungen auftreten, werden diese im Rahmen einer Plazenta Praevia als Warnblutungen bezeichnet, wenn andere Blutungsursachen ausgeschlossen werden können.

Risiken bei Plazenta Prävia

Bei einer Plazenta Prävia bestehen verschiedene Risiken. So kann es bereits bei der Einnistung zu Problemen kommen, da die Plazenta sich nicht richtig an die Gebärmutterwand anhaften kann. Es besteht dadurch auch das Risiko, dass die Nabelschnur nicht wie üblich verläuft und auch die in ihr befindlichen Gefäße abweichend als vorgesehen verlaufen.

Um diese Risiken im Blick zu haben, überwacht der Frauenarzt die Schwangere mit Plazenta Prävia totalis streng ab der 32. Schwangerschaftwoche, bei einer Plazenta Prävia marginalis/partialis ab der 36. Schwangerschaftswoche. Treten vorher bereits Komplikationen auf, wie beispielsweise Blutungen, muss die Schwangere im Krankenhaus vorübergehend überwacht werden, um einen Blasensprung auszuschließen und strenge Bettruhe zu gewährleisten.

Behandlung von Plazenta Prävia

Die Therapiemaßnahmen bei Plazenta Praevia richten sich nach der genauen Lage des Mutterkuchens. Umso tiefer er im Uterus liegt, umso genauer muss der Verlauf beobachtet werden. Um Verletzungen der Plazenta und damit verbundene Blutung möglichst zu vermeiden, wird Betroffen oftmals strenge Bettruhe verordnet. Bei der Geburt ist auch die Lage der Plazenta entscheidend. Bei Plazenta Praevia totalis wird immer per Kaiserschnitt entbunden, bei Plazenta Praevia marginalis/partialis meistens.

Bei einer tief sitzenden Plazenta kann, wenn unter der Geburt Blutungen auftreten, auch per Kaiserschnitt entbunden werden. Wird die Plazenta unter der Geburt durch Reißen verletzt, können Blutungen auftreten, die für Mutter und Kind bedrohlich sein können. Die Operation sollte zum Wohl des Kindes möglichst erst ab der 37. Schwangerschaftswoche erfolgen. Bei frühen Operationen kann der Schwangeren ein Mittel zur Lungenreifung des Säuglings verabreicht werden. Für den Zeitpunkt eines Kaiserschnitts ist jedoch in erster Linie die Stärke der Blutung relevant.

Placenta praevia

Placenta praevia ist ein übergeordneter Begriff und bedeutet zunächst nur, dass die Plazenta unten in der Gebärmutter, also in ungünstiger Nähe zum Geburtskanal liegt und den inneren Muttermund gänzlich oder teilweise verdeckt. Dabei sind alle Schweregrade möglich – von einer nur „tiefliegenden“ Plazenta, die normalerweise problemlos ist, bis hin zur vollkommen „vorliegenden“ Plazenta, die den inneren Muttermund komplett bedeckt und einen geplanten Kaiserschnitt bedingt.

Eine Placenta praevia tritt bei 0,5 % aller Schwangeren auf und ist die häufigste Ursache für Blutungen vor der Geburt. Es sind besonders solche Frauen betroffen, die Operationen an der Gebärmutterhinter sich haben oder Mehrlinge erwarten. Nach einem Kaiserschnitt ist das Risiko einer vorliegenden Plazenta auf 0,8% erhöht, nach zweimaligem Kaiserschnitt auf 2%, nach dreimaligem Kaiserschnitt schon auf 4%. Auch Frauen, die durch eine künstliche Befruchtung oder Insemination schwanger geworden sind, haben häufiger eine Placenta praevia. Aus technischer Sicht ist diese Komplikation nur plausibel, gelangen doch die Embryonen nicht von „oben“ über den Eileiter in den Uterus, sondern von „unten“ durch die Zervix.

Eine Placenta praevia wird – meist noch bevor sie Komplikationen machen kann – durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt. So weiss man beizeiten, dass es im letzten Schwangerschaftsdrittel oder bei der beginnenden Öffnung des Muttermunds, also bei Einsetzen der Wehen, zu starken Blutungen aus der Plazenta kommen kann und kann sich entsprechend darauf vorbereiten.

Wie gefährlich eine Placenta praevia ist, hängt davon ab, wie weit die Plazenta den Gebärmutterhals verdeckt. Je mehr Plazentagewebe den Gebärmutterhals blockiert, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit einer Blutung vor oder während der Geburt. In Einzelfällen kann es in der Spätschwangerschaft aus heiterem Himmel zu schmerzlosen Vaginalblutungen kommen. Diese Blutungen können dann für die Mutter sehr gefährlich werden, wenn nicht sofort ein Kaiserschnitt erfolgt. Das Risiko für das Baby ist dagegen gering, ausser wenn die Mutter extrem viel Blut verliert oder das Baby sehr frühzeitig geholt werden muss.

Bei einer leichten Blutung mehrere Wochen vor dem Geburtstermin schafft Bettruhe normalerweise ausreichend Abhilfe. Allerdings ist es unter Umständen erforderlich, dass Sie im Spital überwacht werden. Bei starkem Blutverlust wird möglicherweise eine Bluttransfusion unvermeidlich sein.

Häufige Fragen zum Thema

Mein Frauenarzt hat eine tiefliegende Plazenta festgestellt. Ist das gefährlich?

Wenn der Mutterkuchen komplett vor dem inneren Muttermund liegt (vorliegende Plazenta oder Placenta praevia totalis), ist der Geburtsweg versperrt. Eine normale Geburt ist nicht möglich, denn sie würde zu lebensgefährlichen Blutungen führen. In einem solchen seltenen Fall muss immer ein Kaiserschnit…

vollständige Antwort lesen Kann eine Placenta praevia im Laufe der Schwangerschaft ihre Lage noch verändern?

Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin wird die tiefliegende Plazenta im Ultraschall genau beobachten. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gross, dass der Mutterkuchen bis zur Geburt noch nach oben „wandert“, denn die Gebärmutter wächst stärker als die Plazenta.

Aus grossen Ultraschallstudien ist…

vollständige Antwort lesen

Letzte Aktualisierung : 07-11-18, BH

Vorderwandplazenta: Kaiserschnitt nur selten nötig

Welche genaue Position die Plazenta (Mutterkuchen) während der Schwangerschaft innerhalb der Gebärmutter einnimmt, ist von Frau zu Frau verschieden. Am häufigsten sitzt sie im oberen Bereich der Gebärmutter. Ein oberer Sitz hat den Vorteil, dass der Plazenta in diesem Bereich der Gebärmutter mehr Platz zur Verfügung steht und sie während der Geburt nicht den Geburtskanal blockieren kann. Das wäre zum Beispiel der Fall, würde sich die Gebärmutter im unteren Bereich platzieren.

Was bedeutet eine Vorderwandplazenta für die Schwangerschaft?

Die Vorderwandplazenta ist eine komplikationslose Besonderheit und an sich nicht gefährlich. Sie entsteht, wenn sich die befruchtete Eizelle im vorderen, dem Bauchnabel zugewandten Bereich der Gebärmutter eingenistet hat. Auf die Versorgung des Kindes hat sie keinen Einfluss – das Baby wird genau so versorgt wie bei einer anderen Plazentaposition.

Die Vorderwandplazenta verursacht keine Schmerzen. Da die Gebärmutter am Bauch wie ein „Schalldämpfer“ wirkt, kann es sein, dass Schwangere mit Vorderwandplazenta die Kindsbewegungen etwas weniger spüren und sehen. Wahrscheinlich werden die Kindsbewegungen auch etwas später spürbar, wenn das Kind schon kräftiger tritt.

Die Diagnose wird während der Ultraschall-Untersuchung gestellt. Es kann sein, dass die Vorderwandplazenta im Laufe der Schwangerschaft noch etwas ihre Lage verändert und weiter nach hinten wächst.

Verursacht eine Vorderwandplazenta Komplikationen?

Eine vorn sitzende Plazenta verursacht nicht automatisch Komplikationen. Hat die Vorderwandplazenta genügend Platz um zu wachsen und versorgt sie das sich entwickelnde Kind dadurch ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen, verläuft die Schwangerschaft ganz normal.

Die normale Vorderwandplazenta verursacht keine Schmerzen oder Blutungen.

Was ist der Unterschied zwischen Vorderwandplazenta und Plazenta Praevia?

Zu Problemen kann es kommen, wenn die Plazenta etwas zu tief sitzt und den Muttermund ganz oder teilweise bedeckt. Diese Plazenta Praevia genannte Position der Gebärmuttermutter stellt eine medizinisch zu betreuende Komplikation dar. Bei der Plazenta Praevia besteht nämlich die Gefahr, dass die Plazenta bei der Geburt verletzt wird und es zu lebensbedrohlichen Blutungen bei Mutter und Kind kommt. In vielen Fällen wird deshalb per Kaiserschnitt entbunden. Schwangere mit Plazenta Praevia müssen außerdem – je nachdem, wie tief die Plazenta sitzt -, einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Dazu gehören zum Beispiel körperliche Schonung und der Verzicht auf Geschlechtsverkehr. Der Arzt wird genau erklären, was empfehlenswert ist und was nicht.

Eine Vorderwandplazenta kann gleichzeitig eine Plazenta Praevia sein – also zu tief sitzen -, muss es aber nicht. Eine ganz normale Vorderwandplazenta, die lediglich im vorderen Bereich der Gebärmutter in Richtung des mütterlichen Bauches liegt, ist im Gegensatz zur Plazenta Praevia komplikationslos. Liegt die Vorderwandplazenta allerdings sehr tief in der Gebärmutter, können ein Kaiserschnitt und verschiedene Vorsichtsmaßnahmen während der Schwangerschaft erforderlich sein.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt Zusammenfassung

Die Vorderwandplazenta ist keine Komplikation im eigentlichen Sinne. Lediglich, wenn die Plazenta zu tief sitzt und den Muttermund teilweise oder vollständig verdeckt, spricht man von einer Plazenta Praevia. Dann muss die Entbindung per Kaiserschnitt erfolgen, da die Plazenta bei der Geburt verletzt werden könnte.

Dieser Artikel berücksichtigt die Leitlinien, welche auf AWMF einsehbar sind. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels vorliegende Leitlinien-Version können Sie einsehen. Tipp: Keine Lust zu lesen? Dann starten Sie doch einfach kostenlos unseren Online-Gynäkologie-Kurs.

Bild: „Placenta previa“ von OpenStax College. Lizenz: CC BY 3.0

Plazenta praevia

Definition der Plazenta praevia

Die Plazenta praevia bezeichnet den dystopen Sitz der Plazenta im Bereich des Isthmus. Etwa 1 von 200 Schwangerschaften ist davon betroffen. Es können drei Schweregrade unterschieden werden:

  • Placenta praevia totalis: Die Plazenta überdeckt den Muttermund vollständig.
  • Placenta praevia partialis: Die Plazenta überdeckt den Muttermund teilweise.
  • Placenta praevia marginalis: Die Plazenta grenzt an den Rand des Muttermundes an.
  • Tief sitzende Plazenta: Die Plazenta liegt zwar im unteren Segment, grenzt aber nicht an den Muttermund an.

Ätiologie der Plazenta praevia

Ursächlich kommen Schädigungen des Endometriums in Frage. Unter anderem durch eine Kürettage, Zustand nach Sectio oder auch nach Mehrlingsschwangerschaften. Aber auch Rauchen sowie eine Endometritis können Ursachen sein.

Pathogenese und Klinik der Plazenta praevia

Durch Uteruskontraktionen wird das untere Uterinsegment gedehnt. Damit schert die Plazenta von der Haftfläche ab und es kommt zu Blutungen.

Typischerweise werden im 3. Trimenon Blutungen erstmalig festgestellt. Diese sind in der Regel schmerzlos. Dabei handelt es sich zunächst um Blutungen aus dem intravillösen Bereich. Dies bedeutet, dass es sich um mütterliches Blut handelt. Später kann es sich aber auch um fetales Blut handeln. Deswegen ist eine Kontrolle des Blutes auf HbF indiziert.

Diagnostik der Plazenta praevia

Bild: „Anterior placenta previa. The placenta (arrow) has covered the internal os completely (arrowhead)“ von Openi. Lizenz: CC BY 2.0

Die Diagnose einer Plazenta praevia wird mittels Ultraschalluntersuchung gesichert. Die Schwangere ist anschließend stationär aufzunehmen und eine strenge Bettruhe ist angezeigt.

Merke: Bei Vorliegen dieser Symptome ist eine vaginale Tastuntersuchung streng kontraindiziert.

Therapie der Plazenta praevia

In Ausnahmefällen (je nach Lage der Plazenta) kann ein vaginaler Geburtsversuch unternommen werden. In den meisten Fällen sollte jedoch eine Sectio erwogen werden. Bei geringer Blutung vor der 34. SSW sollte zunächst eine Tokolyse erfolgen und anschließend eine Sectio geplant werden.

Vorzeitige Plazentalösung

Definition der vorzeitigen Plazentalösung

Bild: „Placental Abruption“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0

Dies entspricht einer kompletten oder teilweisen Lösung der Plazenta vor der Geburt des Kindes. Diese Situation stellt einen dramatischen Notfall für Mutter und Kind dar.

Pathogenese der vorzeitigen Plazentalösung

Häufig führen hypertensive Schwangerschaftserkrankungen oder Uterusanomalien zu einer vorzeitigen Lösung der Plazenta. Durch diese Erkrankungen kann es zur Blutung aus den uterinen Gefäßen kommen. Dadurch entsteht ein retroplazentares Hämatom, welches zur Ablösung der Plazenta führt.

Auch Traumata mit direkter Gewalteinwirkung auf den Bauch beziehungsweise plötzliche Veränderungen des intrauterinen Drucks oder Volumens können zu einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta führen.

Klinik der vorzeitigen Plazentalösung

In der Regel werden plötzliche starke Bauchschmerzen beschrieben. Hinzu kommen eine vaginale Blutung und ein dauerhaft kontrahierter Uterus. Diese hochakute Situation gefährdet das Kind aufgrund einer Mangelversorgung mit Sauerstoff und es entwickelt in der Regel eine akute Hypoxie. Die Mutter ist durch den starken Blutverlust gefährdet. Außerdem kann es zu einer Fruchtwasserembolie mit einer akuten Gerinnungsstörung kommen.

Bei geringem Ausmaß der Plazentalösung können starke Schmerzen aber auch fehlen und nur eine lokale Druckempfindlichkeit bestehen!

Diagnostik der vorzeitigen Plazentalösung

In der klinischen Untersuchung wirkt der Uterus bretthart (sogenannter Holzuterus) und sehr druckempfindlich. Durch die Hypoxie nehmen die Kindsbewegungen ab und das CTG wird pathologisch. Mittels Ultraschall kann ein vorhandenes retroplazentares Hämatom oder eine partielle Ablösung der Plazenta erkannt werden. Parameter wie der Hb, die Thrombozytenzahl oder Gerinnungsparameter müssen kontrolliert werden, da sie Hinweis auf eine Anämie oder Verbrauchskoagulopathie geben können.

Therapie der vorzeitigen Plazentalösung

Die Einweisung in die Klinik zur Überwachung der Schwangeren und des Fetus ist unumgänglich. Ein starker Blutverlust oder Schockzustand der Mutter verlangen eine sofortige Sectio. Aus fetaler Sicht ist die Asphyxie Grund für eine Notfallsectio, um das Leben des Kindes zu retten. Ist der mütterliche Zustand jedoch stabil und der fetale Zustand normal können bei einer Plazentalösung zwischen der 24. und der 34. SSW noch Maßnahmen zur Unterstützung der fetalen Lungenreifung ergriffen werden.

Beliebte Prüfungsfragen zur vorzeitigen Plazentalösung und Plazenta Praevia

1. Eine schwangere Frau in der 25+3. SSW stellt sich mit plötzlich einsetzenden Schmerzen und vaginalen Blutungen vor. Was ist die wahrscheinlichste Diagnose?

  1. Plazenta praevia
  2. Plazentainsuffizienz
  3. vorzeitige Plazentalösung
  4. Sigmadivertikulitis
  5. Appendizitis

2. Welche Therapie wäre im genannten Fall die richtige Wahl?

  1. Sectio
  2. Spontangeburt
  3. Behandlung mit Metoprolol
  4. Vakuumextraktion
  5. Wassergeburt

3. Was ist das Leitsymptom einer Plazenta praevia?

  1. Druckschmerzhafte vaginale Blutung
  2. Wachstumsretardierung des Kindes
  3. Dystropher Fetus
  4. Schmerzlose vaginale Blutung
  5. Verminderte Fruchtwassermenge

Quellen

Plazentationsstörungen bei Status nach Sectio, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

Dietrich u.a., Gynäkologie und Geburtshilfe(2007)

Stauber, Weyerstahl, Gynäkologie und Geburtshilfe, 2. Auflage, 2005

Gätje et al., Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, 2. Auflage

Richtige Antworten: 1C, 2A, 3D

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