Plazenta löst sich

Vorzeitige Plazentalösung


Medizinische Qualitätssicherung am 7. Mai 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Bei einer vorzeitigen Plazentaablösung (Abruptio placentae) handelt es sich um eine sehr schwere Komplikation während der Schwangerschaft, durch die das Leben und die Gesundheit des ungeborenen Kindes sowie auch der Mutter akut gefährdet werden.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist eine vorzeitige Plazentalösung?
  • 2 Ursachen
  • 3 Symptome, Beschwerden & Anzeichen
  • 4 Diagnose & Krankheitsverlauf
  • 5 Wann sollte man zum Arzt gehen?
  • 6 Behandlung & Therapie
  • 7 Vorbeugung
  • 8 Nachsorge
  • 9 Das können Sie selbst tun
  • 10 Quellen

Was ist eine vorzeitige Plazentalösung?

In aller Regel erfolgt beim erkannten Auftreten einer vorzeitigen Plazentaablösung die schnellstmögliche Einleitung eines Kaiserschnitts, sofern das Kind bereits lebensfähig sein sollte. Zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommt es statistisch betrachtet bei unter einem Prozent aller natürlichen Schwangerschaften.

Zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommt es, wenn sich der sogenannte Mutterkuchen – der der Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen dient – bereits vor der Geburt des Kindes entweder teilweise oder aber vollständig von der Gebärmutter löst.

Durch die Ablösung treten in Folge uterine Blutungen ein, d.h. Blutungen in der Gebärmutter. Diese wiederum führen – wenn sie denn unbehandelt bleiben – zu einem Schock durch Blutverlust (Hämorrhagischer Schock) bei der Mutter sowie zu einer akuten Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff (Hypoxie) bis hin zum Tod des Kindes durch Sauerstoffmangel.

Ursachen

Die Ursache für eine vorzeitige Plazentaablösung kann beispielsweise ein sehr heftiger Stoß oder Schlag in die Bauchgegend sein, der etwa im Rahmen eines Treppensturzes oder eines Autounfalls erlitten wird.

Auch ein vorzeitiger Blasensprung – d.h. ein verfrühtes Platzen der Fruchtblase noch vor Beginn der Geburtswehen – kann eine vorzeitige Plazentaablösung verursachen. Als begünstigender Faktor gilt Bluthochdruck (Hypertonie), weshalb schwangere Frauen, die unter Bluthochdruck leiden, einem erhöhten Risiko (auch anderer Komplikationen) ausgesetzt sind.

Die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Plazentaablösung nimmt mit der Zahl der vorangegangenen Schwangerschaften zu, d.h. das personenbezogene Risiko steigt – statistisch betrachtet – mit jedem weiteren Kind.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die vorzeitige Plazentalösung betrifft Frauen vor der Geburt eines oder mehrerer Kinder. In gut einem Drittel aller Fälle treten gar keine Beschwerden auf. Die Ablösung kann dann nur mit einem Ultraschallgerät nachgewiesen werden. Sie fällt äußerst gering aus. Darüber hinaus lassen sich fortgeschrittene und starke Formen unterscheiden, die typische Symptome aufweisen.

Bei einer fortgeschrittenen Ablösung klagen Frauen über Empfindlichkeiten im Bauchbereich. Gerade der Unterbauch ist betroffen. Schmerzen treten plötzlich auf, ohne dass ein äußerer Grund erkennbar ist. Bei dieser Form der Plazentaablösung treten geringe Blutungen aus der Vagina hervor, die auch als Schmierblutungen bezeichnet werden.

Gerade die Intensität der Blutung verweist auf das Maß der Ablösung. Ein starker Blutaustritt aus der Vagina verweist auf eine ausgeprägte Form. Die Schmerzen im Bauchbereich fallen dann heftig aus. Sie sind konstant und intensivieren sich weiter. Entsteht ein großer Blutverlust, sind ein Schock und Gerinnungsstörungen typisch.

Die meisten Schwangeren sind angsterfüllt. Die Herzfrequenz steigt. Die vorzeitige Plazentalösung hat in ihrer ausgeprägtesten Form auch Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Dieses leidet unter Sauerstoffmangel. Der Herzschlag verändert sich krankhaft. In seltenen Fällen verstirbt es gar im Mutterleib.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine vorzeitige Plazentaablösung ist fast immer mit plötzlich auftretenden, starken Schmerzen im Unterleib verbunden und geht häufig mit starken Blutungen, erheblichem Herzrasen und schweren Kreislaufproblemen einher.

Dass ein Problem vorliegt, wird daher in der Regel sofort bemerkt, so dass es in fast allen Fällen vorzeitiger Plazentaablösung zu einer schnellen Erstversorgung im Krankenhaus kommt. Die gesicherte Diagnose wird dort entweder auf Basis einer Ultraschalluntersuchung oder aber einer Gerinnungsuntersuchung (des Blutes der Mutter) erstellt.

Eine vorzeitige Plazentaablösung gefährdet sowohl das Leben des ungeborenen Kindes als auch das Leben der Mutter – während etwa ein Prozent der betroffenen Mütter ihr Leben verliert, liegt die Wahrscheinlichkeit für den Verlust des Kindes in Abhängigkeit von Schwangerschaftswoche und Kindsgewicht zwischen 10% und 50%.

Damit ist die vorzeitige Plazentaablösung zwar eine sehr seltene Schwangerschaftskomplikation, weist dafür jedoch die höchste Mortalitätsrate aller gängigen Komplikationen während der Schwangerschaft auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Ablösung der Plazenta kann naturbedingt ausschließlich bei geschlechtsreifen Mädchen oder Frauen auftreten, die sich in einer Schwangerschaft befinden. Grundsätzlich sollte bei Feststellung einer Schwangerschaft die Konsultation eines Arztes und die Zusammenarbeit mit ihm erfolgen. Im Wachstumsprozess des Fötus sind zu erwartende und mögliche Entwicklungen im Verlauf der gesamten Schwangerschaft sowie der Niederkunft zu besprechen. Die werdende Mutter sollte sich umfangreich über die anstehenden Veränderungen informieren und nötige Vorkehrungen für den Ablauf der Niederkunft treffen. Eine Geburt sollte aufgrund der Vielzahl von Komplikationen und Widrigkeiten unter keinen Umständen ohne die Anwesenheit von medizinischen Pflegepersonal stattfinden. Anzuraten ist grundsätzlich eine stationäre Geburt, da bei auftretenden Störungen die bestmögliche medizinische Versorgung gegeben ist.

Insbesondere bei der Einschätzung einer Risikoschwangerschaft ist ein Krankenhaus spätestens mit dem Eintreten der Wehen aufzusuchen. Kommt es während der Geburt zu Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten, wird dies durch anwesende Hebammen, Krankenschwestern oder Ärzte überwacht. Sie reagieren unverzüglich, damit für Mutter und Kind keine lebensbedrohlichen Situationen entstehen. Bei aufgetretenen Schmierblutungen, ungewöhnlichen Schmerzen sowie offenen Fragen sollte während der gesamten Schwangerschaft und insbesondere während der Geburt die Rücksprache mit den medizinisch ausgebildeten Geburtshelfern erfolgen. Je besser vorhandene Beschwerden beschrieben werden können, desto schneller kann häufig die Ursache der Unregelmäßigkeiten dokumentiert werden.

Behandlung & Therapie

Wie eingangs bereits dargestellt, wird im Falle eines bereits lebensfähigen Kinds bei gesicherter Diagnose fast immer ein sofortiger Kaiserschnitt durchgeführt, bei dem das Kind auf operativem Wege aus der Gebärmutter entfernt wird.

Ist das Kind dagegen noch nicht lebensfähig, d.h. tritt die vorzeitige Plazentaablösung noch vor dem Ende der 34. Schwangerschaftswoche oder bei verzögerter Fetalentwicklung ein, so kann versucht werden die Wehentätigkeit medikamentös zu verringern, um damit den erforderlichen Kaiserschnitt so lange hinauszuzögern, bis das ungeborene Kind die Lebensfähigkeit (insbesondere im Hinblick auf die Lungenreife) erreicht hat.

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Die Möglichkeiten der Vorbeugung einer vorzeitigen Plazentaablösung sind gering. Als wesentlicher beeinflussbarer Risikofaktor gilt – wie bereits erwähnt – das Vorliegen von Bluthochdruck bei der Mutter. Dieser kann – wenn das Problem bekannt sein sollte – im Vorfeld einer Schwangerschaft entweder medikamentös oder konventionell (Reduktion des Körpergewichts, Umstellung der Ernährung, gezielte körperliche Aktivitäten) behandelt werden.

Darüber hinaus steigt das Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung mit der Anzahl der vorherigen Schwangerschaften, weshalb gefährdeten Müttern gelegentlich auch geraten wird, auf eine weitere Schwangerschaft zu verzichten.

Weiterhin sollte während der Schwangerschaft – allerdings auch aus anderen gesundheitlichen Gründen – auf die Ausübung körperlich belastender oder gefährlicher Tätigkeiten soweit wie möglich verzichtet werden, in deren Rahmen es zu einem Trauma in der Bauchgegend und damit zur Auslösung einer vorzeitigen Plazentaablösung kommen könnte.

Nachsorge

Eine vorzeitige Plazentalösung in der Schwangerschaft ist immer ein intensivmedizinischer Notfall, da Leben von Mutter und Kind gefährdet sind. Es kommt zu starken inneren Blutungen und oftmals muss die Plazenta samt Gebärmutter operativ entfernt werden. Aufgrund der vielen möglichen Komplikationen ist die Nachsorge nach einer vorzeitigen Plazentalösung sehr wichtig.

Ein starker Blutverlust kann die betroffene Frau sehr schwächen und zu einer Anämie führen. Hier muss im Rahmen der Nachsorge überprüft werden, ob der Körper sich vom Blutverlust bereits erholt hat oder ob weitere Maßnahmen nötig sind. Gerade bei einer Kaiserschnittgeburt und einer eventuellen Entfernung der ganzen Gebärmutter ist die Nachsorge wichtig, um die entstandenen Wunden postoperativ zu kontrollieren.

Die Wundheilung wird hier bei der Nachsorge ebenso begutachtet wie eventuelle Schmerzen, deren Ursache man via Ultraschall weiter untersuchen kann. Eine vorzeitige Plazentalösung ist ein schwerwiegender Notfall, der es besonders wichtig macht, dass Betroffene ihre Termine zur Nachsorge nach dem Ereignis wahrnehmen. Weitere, mitunter lebensgefährliche Komplikationen wie erneute innere Blutungen oder eine verzögerte Wundheilung können durch eine engmaschige Nachsorge meist vermieden werden, erfordern aber die Mitarbeit der Patientin.

Das können Sie selbst tun

Eine vorzeitige Plazentalösung ist ein medizinischer Notfall. Nach einem Sturz oder Anzeichen einer Ablösung der Plazenta ist der erste Schritt der Anruf bei dem Rettungsdienst. Anschließend muss die betroffene Frau sich ruhig lagern. Der Rettungsarzt muss über die Situation aufgeklärt werden. Anschließend ist eine Behandlung im Krankenhaus vonnöten. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, Ruhe zu bewahren und den Arzt im Krankenhaus so gründlich wie möglich über den Vorfall zu informieren.

Da die vorzeitige Plazentalösung oftmals tödlich verläuft, benötigen betroffene Frauen oft auch therapeutische Unterstützung. Diese kann durch Gespräche mit dem Partner und anderen Betroffenen unterstützt werden. Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder die Anmeldung in einem Internetforum für betroffene Eltern bieten sich als unterstützende Maßnahmen an.

Daneben müssen etwaige Schmerzen behandelt werden, die im Zusammenhang mit der Plazentalösung auftreten. Wichtig ist die Einnahme der verordneten Schmerzmittel. Dies sollte bestenfalls vom Partner oder einem Angehörigen überwacht werden, da sich die betroffenen Frauen meist in einer Schocksituation befinden. Nach Abschluss der Behandlung sollte noch einmal ein Gespräch mit dem Frauenarzt und einem Therapeuten geführt werden, in welchem offene Fragen geklärt werden.

Quellen

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Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Vorzeitige Plazentalösung?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

laura kommentierte am 09.07.2013

Vier Wochen vor dem Geburtstermin, wurde meine Enkelin tot geboren. Angeblich ist die Plazenta, an der Haupt-
versorgungsstelle, eingerissen. Am Vortag war bei einer ambulanten Untersuchung noch alles gut. Die Mutter war Rhesus-negativ. Hat das einen Einfluss? Die Wiederbelebung des Kindes war erfolglos. Die Mutter raucht nicht, trinkt nicht und ernährt sich überwiegend
gesund. Das erfüllt einen mit Ratlosigkeit und Trauer.

bg1906 kommentierte am 18.11.2013

Bei meinem ersten Kind hatte ich in der 32 Woche eine vorzeitige Plazentalösung. Ich war zufällig an diesem Tag im Krankenhaus und hatte dort einen CTG von der Hebamme machen lassen, weil ihr das schon etwas spanisch vorkam, da ich schon immer so einen harten Bauch hatte. Mein nächster FA-Termin wäre erst eine Woche später gewesen und es war gerade Weihnachten und Neujahr vorbei, deshalb wollte ich dort auch niemanden stören. Nach dem CTG hatte sich herausgestellt, dass ich schon Wehen im 5-Min.-Takt hatte. Die wollten mich nicht mehr nach Hause lassen und mich an den Wehenhemmer hängen. Dadurch das es mir nicht schlecht ging und ich diesen Bauch schon ein paar Tage hatte, wollte ich dennoch kurz nach Hause fahren, um meine fast gepackte KH-Tasche noch zu holen. Somit haben die mir einen Tablette gegeben, die ich später in gleicher Form eben als Tropf bekommen hätte. Auf dem Weg zum Parkplatz wurden auf einmal meine Beine weich und mir wurde total schwindelig. Am Parkplatz angekommen im Auto ging es mir immer schlechter, dann sind wir sofort wieder zurückgefahren (waren höchsten 1 Minute weit weg) und als ich am Parkplatz wieder ausstieg, bin ich dann in Ohnmacht gefallen. Aufgewacht bin ich dann erst wieder im Krankenwagen, der mich vom KH-Parkplatz zur Notaufnahme fuhr. Im Zimmer angekommen, wurden die Herztöne beim Kind gemessen – alles da. Dann wurde bei mir EKG gemacht. Dann hatte die Schwester nochmal gesagt, sie würden nochmal schnell die Herztöne beim Kind messen und dann waren diese weg. Auf einmal hab ich einen schmerzhafte Wehe bekommen, die nicht mehr aufgehört hat und und auch nicht zu beatmen war. Dann hörte ich nur noch Not-Kaiserschnitt und dann war es auch schon alles passiert innerhalb von 5 Minuten. Mein Kind wurde wiederbelebt und ich wäre fast verblutet, weil es bei mir schon so stark in die Gebärmutter eingeblutet hatte. Meine Mutter war zufällig an dem Tag dabei, sonst wäre alles schief gelaufen. Ich wollt nämlich erst alleine ins KH fahren. Ausserdem wäre ich und mein Kind wahrscheinlich, wenn wir nicht da gewesen wären, beide gestorben, weil so schnell kein Hubschrauber zur Stelle gewesen wäre. Der OP-Raum soll wie ein Schlachtfeld ausgesehen haben, sagte meine Mutter. Der Kleine ist sofort in die Kinderklinik gekommen. Er war 4ten Grades Lungenkrank, d.h. die Lunge war noch nicht ausgereift. Im Bauch war er zudem noch unterversorgt, weil die Versorgung ja abgebrochen wurde und zudem wurde er vom KH in die Kinderklinik nicht richtig angeschlossen und war auf dem Weg dorthin auch noch unterversorgt. Wir können vom Glück sprechen, daß er heute total gesund ist und keinen Gehirnschaden davon getragen hat. In der Kinderklinik wurde er dann sofort ins Koma gelegt und als sie nach 1 Woche wussten, daß er es schaffen würde, haben sie ihn langsam zurückgeholt. Leider hat er alle Kindsreflexe verlernt und musste somit mühselig alles wieder neu erlernen (trinken-schnaufen-trinken-schnaufen). Die Ärzte meinten, wenn er für 7 Wochen zu früh nicht schon das Gewicht von 2150g gehabt hätte, dann hätte er es wahrscheinlich nicht geschafft, weil er zu schwach gewesen wäre. Wissen kann man das nie, aber ich kann nur das erzählen, was man uns gesagt hat. Ich hoffe, daß ich hiermit niemanden verschrecke, aber was oben steht, macht für mich alles zu 100% Sinn. Ich muss dazu noch erwähnen: Ich habe keinen Schlag in den Bauch bekommen oder bin nicht gestürzt, aber da es ja immer heißt, schwanger sein ist keine Krankheit, habe ich einige Wochen vor diesem Vorfall fleißig Möbel mit aufgebaut, da wir eine neue Wohnzimmereinrichtung bekommen haben und ich denke, daß diese Arbeit dazu mit beigetragen haben kann, daß es so gekommen ist, wie es kam. Es ging mir auch immer super gut, daher habe ich an sowas nicht gedacht. Bluthochdruck etc. war bei mir nicht der Fall. Es war nie irgendetwas auffällig und ich hatte so auch keine Beschwerden. Liebe Grüße, bg1906

bianca kommentierte am 05.08.2014

Aufgrund eines Autounfalls hatte ich eine Plazentaablösung. Eine Woche später ging ich ins Krankenhaus, wo sie mein Baby per Notkaiserschnitt holten. Wäre ich eine Stunde später gekommen, wäre es zu spät gewesen. Mein Baby hat aber überlebt.

Jonimami kommentierte am 04.12.2014

Im Mai 2013 hatte auch ich eine vorzeitige Plazentalösung. Es war mein 3. Kind und ich war bereits in der 41. SSW – 2 Tage nach Termin. Die Schwangerschaft verlief komplikationslos und am Tag der Plazentalösung war vormittags der CTG noch völlig unauffällig. Nachmittags hatte ich einen Kreislaufzusammenbruch – aber ohne die für eine Plazentalösung üblichen starken Schmerzen und ohne Blutungen nach außen. Leichte Unterleibsschmerzen habe ich für beginnende Wehen gehalten. Den hart werdenden Bauch habe ich zwar bemerkt, ihm aber keine übermäßige Beachtung geschenkt. Leider konnte mein Sohn am Abend nur tot geboren werden – per Notkaiserschnitt! Wäre ich zwei Stunden später im Krankenhaus gewesen, würde ich vermutlich heute nicht mehr leben. So habe ich die OP mit Bluttransfusion recht gut überstanden. Lange gab es keine Anhaltspunkte für die Ursache. Nach einer sehr ausführlichen Gerinnungsdiagnostik vermutet man nun bei mir ein leichtes von-Willebrand-Syndrom, das die Plazentalösung vermutlich begünstigt hat. Bis heute für mich schwer zu verstehen ist, warum selbst die Ärzte bei meiner Aufnahme in der Klinik die Plazentalösung nicht erkannt haben. Erst nach über einer Stunde wurde die Not-OP eingeleitet. Mein einziger Trost ist, dass mein Sohn bei Ankunft im Krankenhaus schon so lange tot gewesen sein muss (vermutlich mehr als eine Stunde), dass auch eine schnellere Erkenntnis der Todesursache nichts geändert hätte.

Madlen kommentierte am 06.07.2015

Ich hatte bei 33+6 einen Blasensprung. Dann kamen starke Schmerzen, die ich für Wehen hielt. Im Krankenhaus angekommen, wurde der Blasensprung bestätigt. Außerdem wurde eine Plazentaablösung diagnostiziert. Das erklärte auch, warum ich starke Blutungen hatte. Da ich noch 6 Wochen vor dem Termin war, wurde mir noch zwei mal Lungenreife gespritzt und Wehenhemmer verabreicht. 34 Stunden nach dem Blasensprung, wurde die Kleine dann bei 34+0 per Kaiserschnitt geholt. Nach drei Wochen auf der Säuglingsintensiv durften wir sie dann mit heim nehmen. Mittlerweile ist sie 4 Monate alt und kerngesund.

Time kommentierte am 21.01.2016

In 37+0 hatte ich bei meinem zweiten Kind in der Nacht immer stärker werdende Schmerzen im vorderen Unterbauch und mir war übel. Da ich ja vom ersten Kind wusste, wie Wehen sich anfühlen, hab ich meinen Mann immer beruhigt und gesagt, dass wir nicht ins Krankenhaus fahren müssen. Dann wurde der Kreislauf schlechter und die Schmerzen gingen nicht weg, mein Mann drängte mich jetzt und wir sind um sechs Uhr morgens doch gefahren. Im Untersuchungszimmer wurde ich fast ohnmächtig und die Schmerzen wurden immer stärker und das CTG auffällig. Dann ging alles wahnsinnig schnell. Vorzeitige Plazentaablösung. Notkaiserschnitt, eine Hektik brach aus und um 8.08 Uhr war unsere Tochter dann geboren. Sie brauchte noch ein paar Stunden Sauerstoff und kam dann am Nachmittag endlich zu mir. Jetzt ist sie fast sechs Monate und ein kleiner Sonnenschein. Trotzdem war und ist es für mich ein traumatisches Erlebnis und benötigt noch Aufarbeitung.

Hannah kommentierte am 08.06.2016

Ich war in der 32. Schwangerschaftswoche und hatte sehr viel Stress auf der Arbeit und hatte endlich meinen ersten Urlaubstag vor dem beginnenden Mutterschutz. Die Bauchschmerzen, welche ich schon einige Tage ziemlich massiv hatte, waren merkwürdig. Sie fühlten sich komisch an und nicht wie Vorwehen oder Ähnliches, was ich bereits von meiner ersten Schwangerschaft kannte. Meine Ärztin schickte mich in die Klinik. Dort behielt man mich jedoch nur über Nacht. Abends war auf einmal alles voller Blut nach dem Toilettengang. Der diensthabende Oberarzt wurde geholt und nachdem er den Ultraschall sah, dauerte es neun Minuten bis mein Sohn (knapp 2200 Gramm) auf der Welt war. Vier Wochen später konnte er gesund und munter die Kinderintensivstation verlassen. Hätte meine Ärztin mir nicht die Einweisung geschrieben, wären wir jetzt beide nicht mehr hier. Mein Mann und ich verzichten auf das gewünschte dritte Kind, da die Gefahr einfach zu groß ist, dass es bei der nächsten Schwangerschaft wieder geschieht und dann vielleicht auch noch früher als in der 32. SSW. Ich habe keinen Bluthochdruck, kein Sturz oder Ähnliches ging voraus, nur sehr viel Stress und Anspannung. Ich persönlich glaube, dass es daran lag und empfehle daher jeder schwangeren Frau den Stress zu minimieren.

Sonnenschein mit Schleierwolke kommentierte am 21.09.2016

Mein Junge starb in der 36. Schwangerschaftswoche, durch Plazenta-Totalablösung. Bei uns schien alles in Ordnung. In der 18. Woche gab es eine kleine Blutung, die aber keine Bedeutung hatte und auch in der Nachuntersuchung als „alles ok“ bestätigt wurde. In der 20. Woche hatte ich zwischenzeitlich Ischias-Leiden, wie viele andere auch. Und ab der 24. kam gelegentliches Sodbrennen dazu. Ernährung: Ich hatte für die Mineralversorgung gesorgt und sehr viel im Wok gekocht. In der 30.Woche bestand man auf einen Zuckertest. Dabei schlug einer von drei Tests aus und man wies mich an dreimal am Tag zu messen und meine Ernährung umzustellen. In der 36. Woche bekam ich plötzlich heftige Krämpfe, die ich erst für Wehen hielt. Ich setzte mich in eine Wanne mit warmem Wasser und so den Wannentest zu machen, ob es wirklich schon Wehen wären, oder Vorwehen. Blöderweise ist warmes Wasser für offene Blutungen nicht gut. Das wusste ich nicht. Meine Lippen wurden blau und ich zitterte. Mein Mann fuhr mich zu meinem Gynäkologen. Dieser dieser stellte fest, dass die Plazenta vollkommen abgelöst war und unser Sohn tot sei. Er überwies uns in ein Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon Bewusstseinslücken, wegen Blutmangel, hervorgerufen durch innere Blutungen in der Bauchdecke. Man legte mich drei Tage ins künstliche Koma. Kaum zwei Tage nach dem Aufwachen habe ich mich schon wieder auf meine Beine gestellt und versucht wieder Herr/Frau meines Körpers zu werden. Nach ca. anderthalb Wochen wurde ich entlassen. Die nächsten Jahre waren wir in Trauer. Kinderlachen brachte mich zum Weinen, genauso wie Tragetücher, Kinderschuhe, einfach alles, was mit Babys verbunden wird. Heute kann ich Babys auf den Arm nehmen und mich wieder mit ihnen freuen. Wir werden wieder versuchen ein Kind zu bekommen. Jedoch ist es schwer den Mut dafür aufzubringen. Ich will nie wieder diesen Schmerz erleben und mein Mann möchte mich nicht verlieren. Diese Ängste sind ein riesengroßes Hindernis, bei aller Liebe die uns immernoch und umsomehr zusammenschweißt.

Plazentaablösung

Antwort:

Liebe Nicole,
1.es gibt keine typischen Symptome auf die ich hier verweisen würde, wenn es auch zu Blutungen und Bauchbeschwerden kommen kann. Dieses kommt aber auch bei anderen Frauen ohne vorzeitige Lösung der Plazenta vor.
2. die Häufigkeit der vorzeitigen Lösung der normal angelegten Plazenta(=Abruptio placentae) wird in der Literatur zwischen 0,3 bis 1% angegeben. In der bayerischen Perinatalerhebung von 1996 betrug sie 0,5%. Sie ist eine gefährliche Komplikation sowohl für die Mutter als
auch für das Kind.
Ihre Ursache besteht am häufigsten in Gefäßveränderungen im Bereich der Insertionsstelle der Plazenta (Mutterkuchen), die im Rahmen einer EPH-Gestose auftreten. Im Bereich der Spiralarterien kommt es zur Gefäßruptur mit Bildung eines retroplazentaren Hämatoms (Bluterguss hinter dem Mutterkuchen).
Wichtig in dem Zusammenhang ist der schon in den 80iger Jahren beschriebene Zusammenhang, dass Raucherinnen ein höheres Risiko für eine nicht reguläre Anlage der Plazenta (Plazenta praevia) haben und wenn Frauen mit dem Rauchen aufhören, haben sie ein um 23% niedrigeres Risiko für eine vorzeitige Plazentalösung und ein um über 30% niedrigeres Risiko für eine Plazenta praevia.
Das Wiederholungsrisiko wird in der Literatur mit Werten zwischen 4,4 % und 12 % angegeben. Als assoziierte Risikofaktoren werden ein vorzeitiger Blasensprung, intrauerine Wachstumsretardierung (Wachstumsminderung) und ein schwangerschaftsbedingter hoher Blutdruck gesehen.
Für eine erneute Schwangerschaft ist es wichtig, dass die Betreuung bei einem Frauenarzt und eine Mitbetreuung und ENTBINDUNG in einer Frauenklinik geschieht. Die individuelle Betreuung und weitere Einzelheiten besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Frauenarzt/ärztin .
3. die Zahlen der Literatur beziffern das Wiederholungsrisiko für eine Präemklampsie Gestose zwischen 19,5 -25,9 Prozent. Es ist also nicht gerade gering.
Nach einer Eklampsie ist das Wiederholungsrisiko etwa bei 21.9Prozent bis 46.8 Prozent. Nach einem HELLP-Syndrom ist das Wiederholungsrisiko zwischen 3-5 Prozent anzusiedeln.
Im Falle eines erneuten Kinderwunsches mit derartiger Vorgeschichte sollte sicher schon im Vorfeld auch der Hausarzt nach internistischen Symptomen, die von Herz-Kreislaufsystem ausgehen können oder auch die Niere betreffen können, schauen, um hier im entsprechende Risiken auszuschließen.
Darüber hinaus sollte die Frau dann während der Schwangerschaft auf eine möglichst gesunde Ernährung unter Wahrung der maximalen Gewichtszunahme, einer ausreichenden Flüssigkeits-, Eiweiß- und Salzaufnahme achten.
Die prophylaktische Einnahme von Magnesium hat sich in wissenschaftlichen Studien eindeutig als vorbeugend erwiesen.
Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte sind entsprechende Hinweiszeichen frühzeitig zu beachten.
Auch ist über eine Ultraschall-Doppleruntersuchung zu sprechen, bei der man schon früher, als mit anderen Methoden, Hinweiszeichen für eine Gestose erkennen kann.
VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 14.04.2007

Vorzeitige Ablösung der Plazenta

Bei einer vorzeitigen Plazentalösung, auch Abruptio placentae oder Ablatio placentae genannt, löst sich die Plazenta ganz oder teilweise von der Gebärmutterwand. Dadurch sammelt sich Blut in der entstandenen Aushöhlung an, das zuweilen auch aus der Scheide heraustritt.

Eine vorzeitige Lösung sieht man bei ca. 0,5 bis 1,0 % aller Schwangerschaften. Die Ursache bleibt jedoch oft unklar. Frauen, die schon mehr als zwei Kinder zur Welt gebracht haben und unter Bluthochdruck oder Präeklampsie leiden, sind eher betroffen.

Bei einer vorzeitigen Plazentalösung unterscheidet man zwischen leichten, mittelschweren oder schweren Fällen, je nachdem, wie gross der Blutverlust ist und wie weitgehend sich die Plazenta gelöst hat. Kommt es zu inneren Blutungen, sind Schmerzen und Schock vielleicht die einzigen Symptome. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch nur um einen geringen Blutverlust und eine minimale Plazentalösung, was dem Kind nicht unbedingt schadet . In schweren Fällen, bei denen sich mehr als ein Drittel der Plazentaoberfläche ablöst, wird allerdings die Sauerstoffzufuhr des Kindes so stark eingeschränkt, dass das Kind sogar sterben kann.

Eine leichte Plazentalösung wird normalerweise mit Bettruhe behandelt. In der Spätschwangerschaft wird man sich aber auch überlegen, die Wehen künstlich einzuleiten. In mittelschweren Fällen ist manchmal eine Bluttransfusion notwendig. Sollte die Schwangerschaft schon weit genug fortgeschritten sein, wird unter Umständen ein Kaiserschnitt vorgenommen.

Bei schweren Fällen der Plazentalösung, die mit einem schweren Schock, hohem Blutverlust bzw. starken inneren Blutungen oder gar Nierenversagen einhergehen, wird sofort eine Bluttransfusion angelegt und das Baby mit einem Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

Stand: 06/12, BH

Letzte Aktualisierung : 07-11-18, BH

Bestimmt hast Du schon von der sogenannten Nachgeburt gehört!? Als Schwangere habe ich mich damals gefragt, was das überhaupt ist und wann so eine Nachgeburt denn geboren wird. In diesem Artikel erfährst Du alles Wissenswerte rund um dieses Thema.

Inhalt

Was ist eine Nachgeburt?

Der Begriff klingt zunächst verwirrend. Das Kind ist auf der Welt, also geboren, und wozu dann noch eine Nachgeburt? Die Nachgeburt ist sehr wichtig und erst sie beendet die Geburt vollständig. Das ist die Geburt der Plazenta (auch Mutterkuchen genannt), über die Dein Baby während der Schwangerschaft in Deinem Bauch versorgt wurde. Durch Nachgeburtswehen verkleinert sich die Gebärmutter, die Plazenta kann sich lösen und ausgeschieden werden. Erst nach diesem Vorgang ist die Geburt beendet.

Wann kommt es zur Nachgeburt?

Streng genommen müssen alle Mütter zweimal gebären: zunächst das Kind und dann die Nachgeburt. Wenn das Kind auf der Welt ist beginnt die letzte Phase der Geburt, die Nachgeburtsphase. Dein Körper schüttet Hormone aus, die starke Kontraktionen an der Gebärmutter bewirken, sogenannte Nachwehen. Sie sind unregelmäßig, wesentlich schwächer als Geburtswehen und bewirken zunächst, dass sich die Gebärmutter verkleinert. Manche Krankenhäuser spritzen das Hormon Oxytocin, um die Endphase der Geburt zu beschleunigen. Daraufhin folgt die Abstoßung und Geburt der Plazenta. Die Phase der Nachgeburt dauert etwa eine bis zwei Stunden, der Vorgang selbst etwa zehn bis dreißig Minuten. Dabei kommt es zu einem kleinen Blutverlust von 250-500 ml. Erst ab einer Menge von mehr als einem halben Liter spricht man von Nachblutungen. Während dieser Zeit bist Du mit Deinem Kind weiterhin im Kreißsaal zur Überwachung.

Warum ist die Nachgeburt so wichtig?

Nachdem die Nachgeburt abgeschlossen ist wird sie sofort auf ihre Vollständigkeit hin untersucht. Dazu gehören die Plazenta selbst, die Häute der Fruchtblase sowie die Nabelschnur. Die Plazenta ist in etwa so groß wie ein Teller, circa zwei bis drei Zentimeter dick und leicht schwammig. Das Gewicht beträgt etwa ein Sechstel des Gewichtes Deines Kindes. Ebenso tastet die Hebamme Deinen Bauch ab, um zu sehen, ob sich die Gebärmutter verkleinert hat. Das ist wichtig, um die Blutungen an der Stelle zu stoppen, an der die Plazenta festgewachsen war.

Wichtig ist auch, dass die Nachgeburt vollständig geboren wird und keine Reste im Körper verbleiben. Wenn Reste in der Gebärmutter bleiben (medizinisch: Plazentaretention) kann es zu Blutungen, Infektionen, Wucherungen oder auch Kindbettfieber kommen. Wenn der Körper die Nachgeburt von alleine nicht vollständig abstößt, muss der Arzt eine Ausschabung vornehmen. Dieser kleine Eingriff wird unter einer Kurznarkose durchgeführt und ist schmerzfrei. Erst jetzt ist die Geburt abgeschlossen, die Hormone stellen sich um und das Wochenbett beginnt.

Wie kann man die Nachgeburt fördern?

Für die Nachgeburt sind Hormone verantwortlich, das sogenannte Oxytocin. Es bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, verkleinert und die Plazenta somit ablöst. Du kannst die Ausschüttung des Hormons beschleunigen und unterstützen, indem Du Dein Kind auf Deinen nackten Oberkörper legst. Dein Baby wird direkt die Brust suchen und anfangen zu saugen, was die Hormonausschüttung begünstigt. Außerdem kann ein Haltungswechsel, also aufsetzen oder aufstehen, die Nachgeburt fördern. Auch eine leichte, kreisende Bauchmassage regt die Nachwehen an.

Was passiert mit der Nachgeburt?

Wenn die Nachgeburt geboren ist kannst Du sie selbstverständlich anschauen, wenn Du das möchtest. Das könnte ganz interessant sein, schließlich hat die Plazenta Dein Kind während der Schwangerschaft mit Sauerstoff und Nahrung versorgt. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Eltern die Plazenta mit nach Hause nehmen, um später darauf einen Baum zu pflanzen. Viele Kulturen nutzen die Plazenta auch, um Globuli daraus herzustellen oder sie verspeisen sogar einen Teil davon. In den meisten Fällen wird die Plazenta jedoch im Krankenhaus entsorgt.

Wie geht es danach weiter?

Wenn auch die Nachgeburt geboren ist, ist die Geburt vollständig abgeschlossen. Jetzt werden noch eventuelle Dammrisse oder -schnitte versorgt und dann beginnt offiziell das Wochenbett. Nun kannst Du Dein Baby in aller Ruhe kennenlernen und die Nähe genießen. Auch Deine Hormone stellen sich erneut um, sodass die Milchbildung angeregt wird. Dafür ist auch wichtig, dass Du Dein Baby direkt anlegst und viel Körperkontakt hast.

Endlich, das Baby hat das Licht der Welt erblickt. Doch damit ist die Geburt noch nicht zu Ende. Nun muss sich die Mutter noch einmal konzentrieren, denn es folgt der nächste Schritt: die Nachgeburt. Aber wie läuft die Nachgeburt eigentlich genau ab, wie stark sind die Schmerzen und wie lange dauert sie? Wir erklären Ihnen, was Sie über die Nachgeburt wissen müssen – und helfen Ihnen, die Vorgänge in Ihrem Körper besser zu verstehen.

Was ist eigentlich eine Nachgeburt?

Nachdem das Baby geboren ist, steht der Mutter noch die Nachgeburt bevor. Doch was genau ist das eigentlich? Die Nachgeburt beschreibt den Prozess der Ablösung der Plazenta und der Eihäute. Sie findet etwa zwei Stunden nach der eigentlichen Geburt statt. Der Vorgang und die darauf folgende Beobachtungsphase werden Nachgeburtsperiode genannt.

Nachdem das Baby geboren ist, steht der Mutter noch die Nachgeburt bevor. Doch was genau ist das eigentlich? Die Nachgeburt beschreibt den Prozess der Ablösung der Plazenta und der Eihäute. Sie findet etwa zwei Stunden nach der eigentlichen Geburt statt. Der Vorgang und die darauf folgende Beobachtungsphase werden Nachgeburtsperiode genannt.

Wie läuft die Nachgeburt ab?

Nach der Geburt kommt es erneut zu Kontraktionen der Gebärmutter. Sie bewirken, dass sich die Gebärmutterwand verdickt und sich ihre Innenfläche verkleinert. Dies führt dazu, dass sich die Stelle an der die Plazenta angehaftet ist, verschiebt. Nun kann sich die Plazenta mittig von dieser Stelle lösen. Währenddessen reißen kleine Gefäße zwischen der Plazenta und der Gebärmutter ab, wodurch ein Hämatom entsteht. Der sich erhöhende Druck des Hämatoms und die Kontraktionen der Gebärmutter, die die Gebärmutter wegdrücken, führen dazu, dass sich die Plazenta komplett von ihrer Haftstelle löst. Sie gleitet mit der Nabelschnur in die Vagina der Mutter. Sobald festgestellt wurde, dass sich die Plazenta vollständig abgelöst hat, muss die Mutter noch einmal mitarbeiten und leicht pressen. Die Plazenta gleitet dann meist leicht nach draußen.

Die Nachgeburt ist zwar nicht so schmerzhaft wie die Geburt des Kindes, dennoch empfinden viele Frauen auch dabei die Unterstützung ihres Mannes als wichtig Foto: ciseren/iStock

Wie fühlt sich die Nachgeburt an?

Die Schmerzen der Nachgeburt sind nicht vergleichbar mit den Schmerzen der eigentlichen Geburt. Die meisten Frauen spüren erneut einen Druck auf der Scheide – dieser ist jedoch nicht mit den Geburtswehen vergleichbar. Es kann jedoch zu einem vergleichsweise hohen Blutverlust kommen. Wird die Nachgeburt durch eine Spritze mit Oxytocin (ein körpereigenes Hormon) ausgelöst, verliert man zwar weniger Blut, doch es können Nebenwirkungen wie Ohnmacht, Übelkeit oder Kopfschmerzen auftreten.

Wie lange dauert es, bis die Nachgeburt einsetzt?

Nach der Geburt des Babys und der Nachgeburt liegen häufig zwischen fünf und 30 Minuten. Sollte keine verstärkte Blutung auftreten, kann es auch bis zu einer Stunde dauern. Die Wartezeit kann sich durch eine medikamentöse Einleitung der Nachgeburt verkürzen.

Ist das Baby erst einmal da, sind meist alle Anstrengungen der Geburt vergessen Foto: Handemandaci/iStock

Wie lange dauert die Nachgeburt?

Während die Geburt des Babys häufig mehrere Stunden dauert, geschieht die Nachgeburt, auch Plazentageburt genannt, meistens innerhalb von zehn bis 20 Minuten. Anschließend müssen die Ausscheidungen von einem Arzt untersucht und kontrolliert werden.

Was passiert nach der Nachgeburt?

Im Anschluss auf die Nachgeburt wird diese genau untersucht. Es wird vor allem geprüft, ob sie vollständig ist (Plazenta, Nabelschnur, Häute der Fruchtblase). Sie ist durchschnittlich tellergroß und bis zu drei Zentimeter dick und eher weich in der Konsistenz. Es ist sehr wichtig, dass die Nachgeburt vollständig “geboren” wird, denn sollten Reste in der Gebärmutter verbleiben, können Blutungen, Wucherungen, Infektionen oder gar Kinderbettfieber die Folge sein. Sollte dies nicht der Fall sein, wird in den meisten Fällen eine Ausschabung durchgeführt.

Placenta accreta – wenn sich die Plazenta nicht löst

Die Plazenta – Versorgungszentrale für das Baby

Die Plazenta (Mutterkuchen) besteht sowohl aus mütterlichem als auch aus kindlichem Gewebe. Sie bildet sich in den ersten Wochen einer Schwangerschaft, indem embryonales Gewebe – die sogenannten Trophoblasten – in die Gebärmutterschleimhaut einwächst. Bis zur Geburt stellt sie danach die Versorgung des Babys sowie den Abtransport seiner Stoffwechselprodukte sicher.

Daneben produziert sie für den Erhalt der Schwangerschaft wichtige Hormone, beeinflusst das Immunsystem der Mutter so, dass Abstoßungsreaktionen gegenüber dem Baby ausgeschlossen sind und schützt das Kind durch die Plazentaschranke vor vielen Schadstoffen und Krankheitskeimen. Im Verlauf der Schwangerschaft wächst auch die Plazenta mit. Zum Zeitpunkt der Geburt wiegt sie etwa 500 Gramm, ist zwei bis fünf Zentimeter dick und hat einen Durchmesser von etwa 20 Zentimetern.

Anders als alle anderen menschlichen Organe muss die Plazenta von Anfang an nicht nur ihr eigenes Wachstum steuern, sondern parallel dazu ihre Funktionsfähigkeit entsprechend den Bedürfnissen des Kindes steuern. Nach der Geburt löst sie sich normalerweise selbstständig von der Gebärmutterwand und wird als sogenannte Nachgeburt durch die Nachwehen ausgetrieben.

Die Blutgefäße, die den mütterlichen Körper mit der Plazenta verbinden, schließen sich – die Abheilungs- und Rückbildungsphase hat begonnen.

Wie entsteht eine Placenta accreta?

Bei einer Plazenta accreta ist die Entwicklung der Plazenta von Anfang an in einer wichtigen Dimension gestört: Sie wächst nicht nur in die Gebärmutterschleimhaut ein, sondern verbindet sich mit der Muskulatur des Uterus. Die Gebärmutter ist – wie alle Hohlorgane – aus drei Gewebeschichten aufgebaut: Ihre äußere Schicht – ein glatter, glänzender Überzug – heißt in der medizinischen Fachsprache Perimetrium oder Serosa, in der Mitte liegt die glatte Muskulatur des Myometriums, innen die Gebärmutterschleimhaut oder Endometrium.

Während der Schwangerschaft wird die Gebärmutterschleimhaut auch als Decidua oder Dezidua bezeichnet – falls eine Placenta accreta vorliegt, sprechen Ärzte auch davon, dass das Plazentagewebe die Decidua basalis durchdrungen hat:

  • In 75 Prozent aller Fälle liegt eine „klassische“ Placenta accreta vor. Die gesamte Plazenta oder Teile von ihr sind durch die Decidua bis zum Myometrium vorgedrungen, sind jedoch nur in relativ geringem Ausmaß in das Muskelgewebe eingewachsen.
  • Bei einer Placenta increta – 20 Prozent aller Fälle – wächst das Plazentagewebe in größerem Ausmaß in das Myometrium hinein.
  • Eine Placenta percreta kommt bei fünf Prozent aller betroffenen Frauen vor. Das Gewebe der Plazenta hat dabei die äußere Hülle der Gebärmutter durchbrochen und wuchert in andere Organe, vor allem in die Blase.

Als Folge davon kann sich die Plazenta nicht eigenständig lösen, die Blutgefäße können sich nicht schließen. Durch eine Placenta accreta entsteht nach der Geburt stattdessen eine offene Wunde, die erhebliche Blutverluste nach sich ziehen kann.

Ursachen einer Placenta accreta

Ärzte bringen die wachsende Häufigkeit der Placenta accreta mit der Zunahme von Kaiserschnittgeburten in Verbindung. Auch andere operative Eingriffe an der Gebärmutter sowie Gebärmutteranomalien begünstigen ihre Entstehung. Jedoch kann diese Anomalie auch ohne solche Voraussetzungen entstehen.

Oft ist sie außerdem mit einer Placenta praevia verbunden. Dabei handelt es sich um einen tiefen Ansatz der Plazenta, zum Teil wird der Muttermund durch das Organ teilweise oder ganz verdeckt.

Symptome und vorgeburtliche Diagnostik

Während der Schwangerschaft verursacht eine Placenta accreta oft keinerlei Symptome. Vor allem im letzten Drittel kann es bei einigen Frauen zu vaginalen Blutungen kommen, die immer einer umgehenden ärztlichen Abklärung bedürfen – Ihr Frauenarzt wird in einem solchen Fall immer auch an die Möglichkeit einer Placenta accreta und/oder einer Placenta praevia denken und Sie entsprechend untersuchen. Entdeckt wird eine Placenta accreta meist im Rahmen der Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft.

Gefahren für das Baby oder eine Mangelversorgung des Kindes sind damit zunächst nicht verbunden. Falls es vor dem errechneten Geburtstermin zu sehr starken Blutungen kommt, können diese jedoch dazu führen, dass die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss. In der Regel betrifft dies jedoch einen Zeitpunkt, zu dem das Baby bereits reif und damit sicher lebensfähig ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Falls das Vorliegen einer Placenta accreta bereits vor der Geburt bekannt ist, werden die Ärzte der Mutter fast immer einen Kaiserschnitt empfehlen, um Risiken für Mutter und Kind – durch starke Blutungen oder einen verzögerten Geburtsverlauf – zu minimieren. Wenn außerdem eine Placenta praevia vorliegt, ergibt sich die Notwendigkeit eines Kaiserschnittes oft aus beiden Diagnosen.

Zudem erfordert eine Placenta accreta auch bei einer natürlichen Geburt normalerweise einen Eingriff: Die Plazenta wird in diesem Fall manuell gelöst, oft ist auch eine Kürettage (Ausschabung der Gebärmutter) nötig. Bei einer nicht zu stark ausgeprägten Placenta accreta ist eine natürliche Geburt trotzdem grundsätzlich möglich, falls der Geburtskanal nicht durch eine Placenta praevia verschlossen ist. Bei einer Placenta increta oder percreta gibt es dagegen keine Alternative zu einem Kaiserschnitt.

Welche Folgen hat eine Placenta accreta für spätere Geburten?

Oft wird Frauen, die bereits eine Placenta accreta hatten, bei folgenden Schwangerschaften von vornherein zu einem Kaiserschnitt geraten – die Problematik muss sich jedoch in der nächsten Schwangerschaft nicht zwangsläufig wiederholen. Während der Ultraschalluntersuchungen wird der Arzt besonders genau auf das Vorliegen einer Placenta accreta oder anderer Plazentaanomalien (Placenta praevia) achten. Wenn alles „in Ordnung“ ist, besteht keine Notwendigkeit für einen Kaiserschnitt.

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