Plazenta löst sich nach geburt nicht

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Probleme mit der Nachgeburt

Was ist eine Plazentaretention?

Von einer Plazentaretention spricht man, wenn entweder die gesamte Plazenta (Mutterkuchen oder auch Nachgeburt) oder Teile davon oder die Fruchtblase im dritten Stadium in der Gebärmutter verbleiben. Im dritten Stadium stoßen Sie die Plazenta und die Fruchtblase ab. Sie werden wegen einer Plazentaretention behandelt, wenn das dritte Stadium (Nachgeburtsperiode) länger als gewöhnlich dauert oder es Anzeichen dafür gibt, dass sich die Plazenta oder die Fruchtblase nicht vollständig von der Gebärmutter gelöst haben – was aber sehr selten vorkommt.

Was versteht man unter der Nachgeburtsperiode?

Hiermit ist der Zeitraum zwischen der Geburt des Babys und dem Austreten der Nachgeburt gemeint. Die Nachgeburtsperiode oder auch Plazentarperiode dauert zwischen wenigen Minuten und einer Stunde (NCCWCH 2007: 178). Sie kann auf natürlichem Wege geschehen (physiologisch verlaufende Plazentarperiode) oder via Injektion in den Oberschenkel oder die Armvene beschleunigt werden (aktive Leitung der Plazentarperiode). Injiziert wird dabei das Hormon Oxytocin, welches für ein schnelleres Ausscheiden der Plazenta sorgt und somit die Gefahr von starken Blutungen verringert (NCCWCH 2007: 178). Diese Blutungen können gelegentlich lebensbedrohlich für die Frau werden. Wenn die Nachgeburtsperiode aktiv geleitet wird, dauert sie für gewöhnlich fünf bis zehn Minuten (Dombrowski et al 1995; Magann et al 2005).
Sie werden wegen einer Plazentaretention behandelt, wenn die Plazenta nicht vollständig ausgeschieden wurde:

  • innerhalb einer Stunde nach der Geburt Ihres Babys, wenn Sie ein natürliches drittes Stadium haben – dies geschieht bei ungefähr 13 Prozent der Fälle (NCCWCH 2008: 246)
  • innerhalb einer halben Stunde nach der Geburt Ihres Babys, wenn Sie ein gesteuertes drittes Stadium (NCCWCH 2008: 246) haben – dies geschieht bei weniger als 5 Prozent der Fälle (Prendiville et al 2000)

Wie und warum kommt es zu Plazentaretentionen?

Es gibt drei Hauptgründe für eine Plazentaretention:

  1. Uterusatonie – das bedeutet, dass die Gebärmutter aufhört sich zusammenziehen oder sich nicht genügend zusammenzieht, damit sich die Plazenta von der Gebärmutterwand lösen kann
  2. Trapped Plazenta – die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand. Sie kommt nicht durch den inzwischen schon wieder verengten Muttermund
  3. Plazenta accreta – ein Teil der Plazenta hat sich nicht gelöst, weil er tief in die Gebärmutterwand eingebettet ist (Weeks 2008)

Auslöser für eine Trapped Plazenta kann im gesteuerten dritten Stadium der Abriss der Nabelschnur sein, wenn daran gezogen wird. Ihre Hebamme gibt Ihnen eine Injektion und wartet dann auf Anzeichen, dass die Plazenta sich gelöst hat. Sie legt eine Hand zur Stabilisierung der Gebärmutter auf Ihren Bauch und mit der anderen zieht sie vorsichtig an der Nabelschnur.
Wenn die Plazenta sich gelöst hat und fertig für den Austritt ist, gleitet sie sanft durch die Vagina. Falls sich die Plazenta nicht komplett gelöst hat, wenn die Nabelschnur sehr dünn ist oder Ihre Hebamme zu kräftig zieht, kann die Nabelschnur reißen und die Plazenta bleibt in der Gebärmutter. Falls das passiert, können Sie bei dem Ausscheiden der Plazenta mithelfen, indem Sie mit einer Kontraktion auf Anweisung der Hebamme die Plazenta herauspressen. Aber gelegentlich hat sich der Muttermund schon so weit verengt, dass die Plazenta nicht mehr hindurchpasst.
Manchmal kommt es zu einer Plazentaretention, weil ein kleines Stück Plazenta in der Gebärmutter zurückbleibt. Es ist mit der Hauptplazenta über Blutgefäße verbunden. Das nennt man Nebenplazenta oder „Placenta succenturiata“. Ihre Hebamme wird die Plazenta und die Fruchtblase nach deren Entbindung sorgfältig auf Vollständigkeit untersuchen. Falls sie ein Blutgefäß entdeckt, das im Nichts endet, könnte dies ein Alarmzeichen dafür sein, dass ein Teil der Plazenta zurückgeblieben ist.
Gelegentlich verwächst ein Teil der Plazenta auch mit einer Geschwulst oder einer Narbe von einem früheren Kaiserschnitt (Lindsay 2004: 995).
Manchmal kann auch eine volle Blase die Nachgeburt behindern. Ihre Hebamme legt dann wahrscheinlich einen Katheter, um die Blase zu entleeren Lindsay 2004: 995.

Welche Probleme zieht eine Plazentaretention nach sich?

Normalerweise werden nach dem Ausscheiden der Plazenta durch das Zusammenschrumpfen der Gebärmutter alle in ihr befindlichen Blutgefäße verschlossen. Falls sich die Plazenta nur teilweise ablöst, kann die Gebärmutter nicht richtig schrumpfen, so dass die Blutgefäße weiter bluten werden.

Ist die Plazenta 30 Minuten nach der Entbindung Ihres Babys noch nicht ausgeschieden, verstärkt sich das Risiko einer starken Blutung um ein Vielfaches (Magann et al 2005). Starke Blutungen in den ersten 24 Stunden nach der Geburt werden primäre postpartale Hämorrhagie (PPH) genannt.
Falls kleine Teile der Plazenta oder Fruchtblase zurückbleiben und nicht sofort entdeckt werden, kann dies später zu starken Blutungen und Infektionen führen. Sie sind unter der Bezeichnung sekundäre PPH bekannt und treten bei weniger als einem Prozent der Geburten auf (Hoveyda and MacKenzie 2001).

Wie wird PPH behandelt?

Das Stillen Ihres Babys oder das Massieren der Brustwarzen führt zu Kontraktionen der Gebärmutter und kann so indirekt dabei helfen, die Plazenta auszutreiben (Prendeville et al 2000). Auch die Entleerung Ihrer Blase oder eine Änderung Ihrer Position können unterstützend wirken. Wenn Sie sitzen oder liegen, versuchen Sie, eine aufrechte Position einzunehmen, da die Schwerkraft helfen kann (Harris 2004: 512; Prendeville et al 2000).
Wenn Sie sich für ein gesteuertes drittes Stadium entscheiden, wird Ihnen das Hormon Oxytocin gespritzt, das Ihre Gebärmutter veranlasst sich zusammenzuziehen. Ihre Hebamme zieht dann vorsichtig an der Nabelschnur, um die Plazenta zu entfernen.
Wenn aber all diese Versuche fehlschlagen, muss die Plazenta operativ entfernt werden. Sie bekommen eine regionale Betäubung wie zum Beispiel eine Epidural- oder Spinalanästhesie, oder Sie können um eine Vollnarkose bitten, wenn Sie das vorziehen (NCCWCH 2007: 248). Außerdem erhalten Sie Antibiotika, damit es zu keiner Infektion kommt.
Bevor die Plazenta operativ entfernt wird, legt Ihre Hebamme einen Katheter, um die Blase zu entleeren. Sie erhalten intravenös (IV) Antibiotika, um eine Infektion zu vermeiden (Lindsay 2004: 996). Nach diesem Eingriff brauchen Sie vielleicht mehr Medikamente, die intravenös verabreicht werden, damit die Gebärmutter sich zusammenziehen kann (Lindsay 2004: 995-6).
Falls Sie noch Tage oder Wochen nach der Geburt anhaltende starke Blutungen haben, wird man Sie wohl zur Ultraschalluntersuchung schicken um festzustellen, ob noch Teile der Plazenta oder der Fruchtblase in Ihrer Gebärmutter vorhanden sind. Wenn der Befund positiv ist, werden Sie in ein Krankenhaus überwiesen, wo die Überbleibsel unter Betäubung entfernt werden. Diesen Eingriff nennt man Kürettage (Ausschabung). Auch bei dieser Behandlung werden zusätzlich Antibiotika verschrieben.

Ich hatte eine Plazentaretention bei meiner ersten Entbindung. Kann ich etwas tun, um dem vorzubeugen?

Falls Sie bereits in der Vergangenheit eine Plazentaretention bei einer Entbindung hatten, besteht für Sie ein höheres Risiko, diese noch einmal zu bekommen (Tandberg et al 1999: 33-6). Falls die Ursache eine Kaiserschnittnarbe oder eine „Plazenta accreta“ war, können Sie nicht viel tun, um eine erneute Plazentaretention zu verhindern.
Eine Plazentaretention ist vor allem bei Frühgeburten verbreitet, was womöglich daran liegt, dass die Plazenta dafür geschaffen wurde, 40 Wochen lang in der Gebärmutter zu bleiben. Sollten Sie also wieder eine Frühgeburt haben, kann es erneut zu Plazenta-Komplikationen kommen (Dombrowski et al 1995).
Wenn Sie allerdings eine Plazentaretention hatten, weil die Nabelschnur gerissen ist oder weil der Muttermund bereits zu weit geschlossen war, sollten Sie mit Ihrer Hebamme besprechen, ob Sie bei Ihrem nächsten Baby ein natürliches drittes Stadium durchlaufen sollten. Wenn die Plazenta auf natürliche Weise ausgestoßen werden kann, vermeiden Sie die Möglichkeit, dass sich der Muttermund zu schnell schließt und die Plazenta eingeschlossen wird.

Quellen

Dombrowski MP, Bottoms SF, Saleh AA, et al. 1995. Third stage of labor: analysis of duration and clinical practice. Am J Obstet Gynecol 172 (4 Pt 1):1279-84.
Harris T. 2004. Care in the third stage of labour. In: Henderson C, McDonald S. eds. Mayes‘ midwifery. 13th edition. London: Bailliere Tindall, 507-523.
Hatfield JL, Brumsted JR, Cooper BC. 2006. Conservative treatment of placenta accrete. J Minim Invasive Gynecol 13(6):510-3.
Hoveyda F, MacKenzie IZ. 2001. Secondary postpartum haemorrhage: incidence, morbidity and current management. BJOG 108(9):.927-30.
Magann EF, Evans S, Chauhan SP, et al. 2005. The length of the third stage of labor and the risk of postpartum hemorrhage. Obstetrics and Gynecology 105(2):290–3.
NCCWCH. 2007. Intrapartum care: care of healthy women and
their babies during childbirth. National Collaborating Centre for Women’s and Children’s Health. Clinical Guideline. London: RCOG Press.
Prendiville WJP, Elbourne D, McDonald SJ. 2000. Active versus expectant management in the third stage of labour. Cochrane Database of Systematic Reviews. Issue 3. Art. No.: CD000007. www.mrw.interscience.wiley.com
Tandberg A, Albrechtsen S, Iversen OE. 1999. Manual removal of the placenta. Incidence and clinical significance. Acta Obstet Gynecol Scand 78(1):33-6.
Weeks AD. 2008. The retained placenta. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol 22(6):1103-17

Plazenta

/ sbtlneet

Das sollten Sie über die Plazenta wissen

Hier erfahren Sie alles was man über die Plazenta (Mutterkuchen) wissen müssen und welche Risiken die Plazenta mit sich bringt.

Wir informieren Sie gründlich darüber was die Plazenta oder der Mutterkuchen überhaupt ist, über die Funktionen, den Aufbau, mögliche Krankheiten und natürlich über mögliche Beschwerdebilder der Plazenta. Abschließend werden wir noch viele Fragen beantworten. Hier auf Krank.de werden Sie das nötige Wissen aufgreifen, wenn es um das Thema Plazenta oder Mutterkuchen geht.

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta ist kein von Geburt aus vorhandenes Organ im Körper eines Menschen. Die Plazenta, oder auch Mutterkuchen genannt, bildet sich erst nach der Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter, einer werdenden Mutter. Über den Mutterkuchen wird das Kind während einer Schwangerschaft mit Nährstoffe, Hormonen und Stoffwechselprodukten versorgt.

Bei der Plazenta handelt es sich um das wichtigste System zur Erhaltung des Lebens, für ein ungeborenes Kind. Der Mutterkuchen ist genau so wichtig zum Überleben für ein ungeborenes Kind wie die Nabelschnur. Die Bildung der Plazenta ist eine wichtige Änderung des weiblichen Körpers während der Schwangerschaft. Der Mutterkuchen ist ein dunkelrotes, schwammiges Gewebe, dass aus verzweigten Blutgefäßen in verschiedenen Größen besteht.

Der Mutterkuchen wird über die Nabelschnur mit dem ungeborenen Kind verbunden. Wenn eine Mutter sich gegen Ende einer Schwangerschaft befindet, ist der Mutterkuchen ungefähr so groß wie ein Teller, hat eine Dicke von 3 cm und wiegt ungefähr ein halbes Kilogramm.

Funktionen & Aufgaben

Die Plazenta besteht aus zwei verschiedenen Gewebeanteilen. Gewebe der Mutter und Gewebe des ungeborenen Kindes. Durch das embryonale Gewebe, dass mit der Schleimhaut des Uterus zusammenwächst, entsteht der Mutterkuchen. Ihr werden viele Aufgaben und Funktionen zum Schutz von Mutter und Kind zugeteilt. Unter anderem hat sie eine Filterfunktion und eine eigene Hormonproduktion.

Funktionen & Aufgaben des Mutterkuchens:

  • Filterfunktion: Die Funktion zum Filtern ist von den chemischen Eigenschaften der Moleküle und der Größe abhängig. Sie hält viele Krankheitserreger und Schadstoffe zum Schutze vom ungeborenen Kind fern. Sie filtert also die Stoffe heraus, die nicht gesund sein könnten.
  • Transportfunktion: Die Funktion zum Transport von Nährstoffen und Hormonen birgt aber auch Nachteile, denn die Filterfunktion schafft es nicht, alle unerwünschten Stoffe vom Kind fernzuhalten. Demnach können unerwünschte Stoffe wie Alkohol, Nikotion, Drogen oder Medikamente an das Ungeborene geraten.
  • Hormonproduktion: Die Plazenta bildet viele verschiedene Hormone. Dazu gehören Proteinhormone und Steroidhormone. Die Hormone haben die Aufgabe die überlebenswichtigen Stoffe zu transportieren. Die Plazenta beginnt ganz am Anfang einer Schwangerschaft mit der Bildung des Choriongonadotropin (hCG). Dieses Hormon bewirkt, dass der Gelbkörper bestehen bleibt und das Progesteron bildet. Ab der 9. Schwangerschaftswoche wird die Bildung des Progesteron von dem Mutterkuchen übernommen. Dadurch wird die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut verhindert.

Anatomie & Aufbau

Die Plazenta entsteht nach der Nidation einer Blastozyste in der Gebärmutter aus einem fetalen Trophoblasten und dem Endometrium der Mutter des ungeborenen Kindes.

Wenn der Mutterkuchen vollständig entwickelt ist, wiegt er ungefähr ein halbes Kilogramm schwer und hat eine Dicke von 3 cm und einen Durchmesser von 15 bis ungefähr 20 cm. Die Plazenta hat zwei Anteile. Den mütterlichen Anteil an Gewebe und den Anteil an Gewebe das vom ungeborenen Kind ausgeht.

Zwischen diesen beiden Anteilen befindet sich ein intervillöser Raum, der mit dem Blut der werdenden Mutter gefüllt ist. Die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta bildet die Nabelschnur. Die ausgebildete und reife Plazenta besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist die Baselplatte, die überwiegend aus mütterlichen Anteil besteht. Der zweite Teil ist der intervillöser Raum und die Zottenbäume oder auch fetomaternale Zone genannt. Der dritte Teil ist die Chorionplatte. Diese besteht aus einem kindlichen Anteil.

Die Basalplatte

Bei der Basalplatte handelt es sich überwiegend um den mütterlichen Anteil des Mutterkuchens. Dieser liegt direkt an der Uteruswand. In die Basalplatte sind die embryonalen Zellen eingewachsen.

/ bethbernier

Die Plazentasepten sind ebenfalls Teil der Basalplatte. Diese sind eine Art Ausläufer und stülpen sich an den intervillösen Raum. Ebenfalls ein Teil der Basalplatte sind die Kotyledone. Hierbei handelt es sich um 10 bis 40 Areale die von der Seite des Uterus in die Baselplatte gegliedert werden.

Intervillöser Raum

Anatomie und Aufbau des intervillösen Raums und der Zottenbäume

Beim intervillösen Raum handelt es sich um einen Raum, der mit dem Blut der Mutter gefüllt ist. In diesem reichen die Zottenbäume des ungeborenen Kindes hinein. Beim intervillösen Raum handelt es sich ebenfalls um die Zone zwischen Mutter und Kind, in der sich die Plazentastrukturen berühren. Hier findet auch der fetomaternale Gas- und Stoffaustausch statt. In dem Mutterkuchen finden sich ungefähr 30 bis 50 verzweigt Zottenbäume.

Die Chorionplatte

Bei der Chorionplatte handelt es sich um den kindlichen Teil der Plazenta. Gebildet wird diese Chorionplatte von Syncytiotrophoblast, Cytotrophoblast und dem parietalen Blatt eines extraembryonalen Mesoderms. Ebenfalls umfasst die Chorionplatte das Chorion frondosum. Hierbei handelt es sich um ein zottentragendes Chorion, das an der Plazentabildung beteiligt ist und das Chorion laeve, bei dem es sich um ein zottenfreies Chorion handelt, dass der mittleren Eihaut entspricht.

Die Plazentaschranke

Bei der Plazentaschranke handelt es sich um den Kreislauf von Mutter und Kind, die durch mehrere Schichten an Zellen voneinander getrennt sind. Durch die Plazentaschranke wird der Gas- und Stoffaustausch von Mutter und Kind kontrolliert.

Der Aufbau bis zum vierten Schwangerschaftsmonat läuft von maternal nach fetal wie folgt ab:

  • Syncytiotrophoblast
  • Cytotrophblast
  • Basallamina des Trophoblasten
  • Basallamina des Endothels
  • Kapillarendothel

Nach dem vierten Schwangerschaftsmonat sieht der Aufbau von maternal nach fetal wie folgt aus:

  • Syncytiotrophoblast
  • Verschmolzene Basallaminae von Throphoblast und Endothel
  • Kapillarendothel

Krankheiten & Beschwerden

Krankheiten, Beschwerden und Störungen des Mutterkuchens

Nachfolgend erläutern wir die häufigsten Erkrankungen und Störungen der Plazenta im Einzelnen.

Plazentainsuffizienz

Es kann beispielsweise zu einer Plazentainsuffizienz kommen. Unter einer Plazentainsuffizienz versteht man eine Funktionsstörung der Platzena, die dafür sorgt, dass das ungeborene Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Mögliche Ursachen hierfür sind das Verlegen einer großen Vene durch den Uterus oder es gibt Komplikationen mit der Nabelschnur. Weitere Möglichkeiten sind Plazentalösungen, Plazentablutungen oder plötzlich einsetzende Wehen.

Störung des Blutflusses

Ebenfalls ist eine häufige Erkrankung der Plazenta, die Störung des Blutflusses mütterlicherseits. Eine ausreichende Menge an Blut ist aber wichtig für die ausreichende und überlebensnotwendige Versorgung des ungeborenen Kindes. Wenn der Blutfluss in der Gebärmutter nicht ausreichend ist, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Wenn die Mutter vor der Schwangerschaft schon einen niedrigen Blutdruck hatte, ist es gut möglich, dass die Gebärmutter nur minder durchblutet wird und damit eine Unterversorgung des ungeborenen Kindes möglich ist. Bei einer Frau, die das erste Mal schwanger ist, kommt es häufiger vor, dass die Gebärmutter nicht ganz so gut durchblutet wird.

Wenn die werdende Mutter in den Wehen liegt, kommt es während einer Wehe zu einer Unterbrechung der Durchblutung. Dadurch wird das Kind unterversorgt. Da die Wehen in der Regel nicht all zu lang andauern, entstehen bei dem ungeborenen keinerlei Schäden.

Fehllage der Plazenta

Eine weitere Erkrankung des Mutterkuchen ist die Fehllage der Plazenta. Wenn der Mutterkuchen zu tief in der Gebärmutter sitzt, wird es zu einer Verlegung des Geburtswegs kommen können. Dann bleibt nur noch ein Kaiserschnitt. Wenn die Plazenta verlegt wurde, liegt das Kind meist quer, schräg oder in Beckenendlage.

Plazenta-Ablösung

Wenn sich der regelrecht sitzende Mutterkuchen völlig von der Gebärmutter ablöst, spricht man von einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta. Weshalb sowas genau geschieht, weiß man noch nicht genau. Man vermutet allerdings, dass es mit einer Veränderung der arteriellen Blutgefäße zusammen hängt.

Durch die Veränderung der Blutgefäße kommt es zur Trennung der Haftflächen an der Schicht der Gebärmutter. Mögliche Ursachen sind weiterhin Druck auf den Bauch oder Verletzungen im Bereich des Bauchs.

Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutter löst, entstehen bei der werdenden Mutter starke Schmerzen. Der Schmerz kann sich über einen Berührungsschmerz äußern oder über Schmerzen im Rücken und im Bauch. Eine Blutung entsteht ebenfalls. Diese Blutung muss aber nicht sichtbar sein.

Wenn die Lösung des Mutterkuchens von einem Arzt diagnostiziert wurde, wird das Kind kontinuierlich von einem Facharzt überwacht. Diese Überwachung ist notwendig, damit das Kind permanent mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Sollten Blutungen auftreten, die sichtbar sind, wird die werdende Mutter in ein Klinikum eingewiesen und dort beobachtet, damit weder die Mutter noch das Kind einer Gefahr ausgesetzt werden. Wenn man sich gegen Ende einer Schwangerschaft befindet, kann es passieren, dass zur Not direkt ein Kaiserschnitt durchgeführt wird.

Ist das Kind aber noch nicht genug ausgereift, werden beide zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Wenn man bei der Plazentaablösung von der Retention placentae spricht, handelt es sich um die Phase nach der Geburt.

Weitere Komplikationen

Wenn die normale Dauer von 30 Minuten bei der Nachgeburt überschritten wird und demnach auch mehr Blut verloren wird als 300 ml, dann nennt man dieses Retention placentae. Dies kann viele Ursachen haben. Entweder wurde die Plazenta in der Gebärmutter eingeklemmt oder eine gefüllte Blase ist daran Schuld.

/eloisa

Eine weitere Möglichkeit wäre das starke Zusammenziehen der Gebärmuttermuskeln oder auf Grund eines verlängerten Geburtsverlaufs reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, um den Mutterkuchen vollständig abzulösen. Wenn eine solche Diagnose gestellt wurde, wird zunächst die nächste halbe Stunde abgewartet. Sollte die Plazenta sich in diesem Zeitraum noch nicht von alleine gelöst haben, kann von den Geburtshelfern ein Medikament zur Muskelentspannung und Blasenentleerung verabreicht werden.

Nach Einnahme diese Medikamente sollte die Plazenta sich vollkommen von der Gebärmutter lösen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann von den Geburtshelfern ein Griff angewendet werden, der den Mutterkuchen in den meisten Fällen vollständig löst. Sollte dies aber immer noch nichts bringen, wird ein instrumenteller Eingriff notwendig.

Sollte es auf Grund der Plazentalösung dann zu einer sehr starken Nachblutung kommen, bei der der Blutverlust mehr als 500 ml beträgt, spricht man nicht mehr von einem normalen Blutverlust, sondern von einer atonischen Nachblutung. In den meisten Fällen kommt es zu einer atonischen Blutung wenn es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt oder wenn sehr viel Fruchtwasser ausgetreten ist.

Wenn die Muskel so weit überdehnt werden, dass die Gefäße nicht mehr verschlossen werden können, erhöht sich der Blutverlust und es kommt zu einer atonischen Blutung. Um die Gefäße wieder zu verschließen ist in den meisten Fällen kein operativer Eingriff notwendig.

Es werden Medikamente verabreicht, die die Gefäße von allein wieder verschließen oder die Blutungen werden durch Abdrücken oder Ausstopfen der überdehnten Gefäße gestillt. Dies wird vom Geburtshelfer oder von einem Arzt erledigt.

Im Überblick

Fassen wir also nochmal zusammen, welche Komplikationen auftreten können:

  • Störung des Blutflusses
  • Fehllage der Plazenta
  • Plazentainsuffizienz
  • atonische Blutung
  • Nachblutungen
  • Veränderungen der Blutgefäße
  • Vollständige Ablösung der Plazenta während der Schwangerschaft
  • Nichtablösen des Mutterkuchens nach der Geburt
  • Komplikationen bei der Nachgeburt

Typische Erkrankungen

Typische und häufige Erkrankungen der Plazenta

Bei Störungen kann ein frühzeitiger Kaiserschnitt nötig sein

  • Plazentainsuffizienz
  • Vena Cava Kompressionssyndrom
  • Plazentablutungen
  • Störung des mütterlichen Blutflusses
  • Fehllage der Plazenta
  • Vorzeitige Lösung der Plazenta
  • Retention placentae (Überschreitung der Nachgeburtsphase)
  • Nachblutung

Häufige Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Plazenta.

Absenkung – Bedeutung?

Was bedeutet eine Absenkung der Plazenta?

Wenn die Plazenta abgesenkt ist, spricht man von einer Placenta praevia. Sie bezeichnet eine Fehllage des Mutterkuchens. Die Plazenta ist in der Nähe des Gebärmutterhalses verankert und liegt über dem Geburtskanal. Feststellbar ist dies aber erst ab der 25. Schwangerschaftswoche. Vorher ist es nicht möglich die Diagnose zu stellen, da es vorher möglich ist, dass die Plazenta noch nach oben an ihren ursprünglichen Platz wächst.

In der Regel kommt diese Erkrankung der Plazenta bei 0,4% aller Schwangerschaften vor. Häufiger hiervon betroffen sind allerdings Schwangere, die mehr als ein Kind gebären.

Welche Ursachen dies genau hat, ist noch nicht geklärt. Da die Absenkung des Mutterkuchens häufig nach Kaiserschnitten, Fehlgeburten, Ausschabungen, vorangegangene Geburten oder manuellen Plazentalösungen auftreten, könnten dies mögliche Gründe für die Absenkung sein.

Hierbei kann es zu einer Absenkung der Plazenta kommen:

  • nach einem Kaiserschnitt
  • bei einer frühen, erneuten Schwangerschaft
  • nach einer Ausschabung auf Grund einer Ausschabung
  • bei einer Mehrlingsschwangerschaft
  • nach einer Fehlgeburt
  • nach einer manuellen Plazentalösung

Placenta accreta?

Was bedeutet placenta accreta?

Unter einer placenta accreta versteht man die gestörte Haftung des Mutterkuchen bei einer Geburt. Das bedeutet genau, dass sich die Plazenta nach der Geburt eines Kindes nicht von alleine löst und es zu starken Nachblutungen kommt. In der Regel kommt diese Form der Fehlhaftung der Plazenta bei einer von 3.000 Schwangerschaften vor. Die Plazenta verwächst in diesem Fall mit der Muskulatur der Gebärmutter.

Grade & Reife?

Warum wird die Plazenta mit Graden beschrieben?

Mit der Bezeichnung Plazenta Grad 1 meint man die Reife des Mutterkuchens. Die Plazenta ist ein Organ mit kurzer Lebensdauer. Dadurch verkalkt sie sehr schnell. Die Funktionstüchtigkeit wird dann also in Grade eingeteilt. Es gibt vier Grade der Plazenta. Grad 0 ist der Reifegrad bis hin zur 12. Schwangerschaftswoche, also dem ersten Trimenon. Grad 1 bezeichnet eine gesunde Plazenta zwischen der 13. Schwangerschaftswoche und der 32.

Schwangerschaftswoche. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche ist Plazenta Grad 2 eine normale Diagnose. Bis zur Geburt wird die Plazenta mit Grad 3 bezeichnet. Bei einer Komplikation auf Grund des Mutterkuchens ist das die Plazenta Grad 4.

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Plazentaablösung und vorzeitige Plazentalösung

Sobald das Neugeborene zur Welt gekommen ist, hat die Plazenta ihre Aufgabe für Mutter und Kind erfüllt. Sie hat im Körper der Frau keine Funktion mehr und wird in der Nachgeburtsphase ausgestoßen. Erst, wenn die Plazenta ausgeschieden ist, gilt die Geburt als abgeschlossen.

Plazentaablösung während der Geburt

In der Regel löst sich die Plazenta innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Geburt des Kindes durch die große Volumenverringerung von alleine ab. Während der Nachwehen zieht sich die Gebärmutter zusammen, die Plazenta trennt sich von der Haftstelle an der Gebärmutterwand, wird in den Geburtskanal geschoben und gemeinsam mit Blut (etwa 200 bis 400 Milliliter bei einer vaginalen Geburt) ausgestoßen. Durch das Zusammenziehen der Gebärmutter schließen sich die Blutgefäße an der Haftstelle. Plazentaablösung und -ausstoßung dauern etwa zehn bis 20 Minuten.

Durch Abtasten kann die Hebamme feststellen, wann sich die Plazenta in der Gebärmutter gelöst hat. Sie wird die Mutter ggf. dazu auffordern, bei einer Nachwehe zu pressen und dann vorsichtig an der Nabelschnur ziehen.

Die Plazentaablösung von der Gebärmutterwand verursacht keinen Schmerz. Auch die Ausscheidung der Plazenta wird von Frauen meist eher als Druckgefühl und nicht als Geburtsschmerz wahrgenommen. Einige Frauen sind von ihrem Neugeborenen so abgelenkt, dass sie die Geburt der Plazenta kaum registrieren.

Nachdem die Plazenta ausgestoßen ist, muss sie von den Geburtshelfern mit größter Sorgfalt untersucht werden. Es ist wichtig, dass sie sich komplett abgelöst hat. Wenn Geweberückstände in der Gebärmutter verbleiben, können Komplikationen auftreten: Nachblutungen, Schmerzen, Blutverlust, Entzündungen oder bösartige Veränderungen des Gewebes. Ist die Plazenta nicht vollständig ausgestoßen worden, wird im Kreißsaal eine Ausschabung vorgenommen.

Komplikationen bei der Plazentaablösung während der Geburt

Eine verzögerte oder unvollständige Plazentaablösung kann schwere – für die sogar Mutter lebensgefährliche – Blutungen verursachen.

Das Risiko einer Blutung ist erhöht, wenn die Frau Zwillinge zur Welt bringt, sie sehr viel Fruchtwasser hat oder an einer angeborenen Gerinnungsstörung leidet. Nach einer langen Geburt ist es möglich, dass eine Kontraktionsschwäche der Gebärmutter (Uterusatonie) vorliegt: Der Gebärmuttermuskel zieht sich in diesem Fall nicht zusammen und die Blutgefäße schließen sich nicht. Auch Voroperationen an der Gebärmutter können für eine Blutung verantwortlich sein, wenn die Plazenta an einer alten Narbe festgewachsen ist.

Plazentaablösung aktiv unterstützen

Nicht bei allen Müttern kommt es innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Geburt des Kindes zur Nachgeburt. In einigen Fällen kann es bis zu eineinhalb Stunden dauern. Lässt die Geburt der Plazenta auf sich warten, werden unterstützende Maßnahmen eingeleitet, um die Plazentaablösung anzuregen:

  • Das Baby wird an die Brust angelegt oder es werden die Brustwarzen stimuliert, um die Ausschüttung von Oxytocin zu fördern. Dieses Hormon sorgt für Kontraktionen der Gebärmutter.
  • Die Blase wird entleert: Manchmal ist eine volle Blase schuld daran, dass die Plazenta nicht geboren wird. Möglicherweise wird diese deshalb mithilfe eines Katheters entleert.
  • Es werden Akupunkturnadeln gesetzt.
  • Der obere Teil der Gebärmutter wird massiert.
  • Der Mutter wird eine Kochsalzlösung mit einem Wehenhormon in die Nabelschnurvene injiziert oder die Plazentaablösung wird durch den Einsatz eines Wehentropfs unterstützt.

Manuelle Plazentalösung

Greifen die Maßnahmen zur Plazentalösung nicht oder es treten Komplikationen auf, wird der Mutterkuchen manuell gelöst. Der Eingriff findet unter einer Betäubung mittels PDA oder Vollnarkose statt. Die Frau befindet sich dabei in der Haltung wie auf einem gynäkologischen Stuhl, die Ärztin oder die Hebamme tastet mit der Hand in die Gebärmutterhöhle, löst die Plazenta und holt sie heraus. Wenn sie zu fest verwachsen ist, muss sie durch eine Ausschabung entfernt werden.

Vorzeitige Plazentalösung (Abruptio placentae): Häufigkeit und Wiederholungsrisiko

Eine vorzeitige Plazentalösung gehört zu den schweren Schwangerschaftskomplikationen. Sie tritt selten (bei 0,5 bis 1 Prozent aller Schwangerschaften) auf, ist aber sehr gefährlich. Hierbei löst sich die Plazenta schon während der Schwangerschaft teilweise oder vollständig von der Gebärmutter und der Stoffwechsel zwischen mütterlichem und kindlichem Kreislauf wird unterbrochen.

Die Ablösung führt zu einer schnellen Unterversorgung des Ungeborenen und zu Blutungen im Uterus – es besteht akute Lebensgefahr für Mutter und Kind. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ungeborene verstirbt ist abhängig vom Ausmaß der Ablösung und dem Schwangerschaftsalter. Bei der Mutter ist das Ausmaß der Ablösung und der damit einhergehende Blutverlust entscheidend.

Hat in der vorangegangenen Schwangerschaft eine vorzeitige Plazentalösung stattgefunden, liegt das Wiederholungsrisiko bei fünf bis 15 Prozent.

Vorzeitige Plazentalösung: Ursachen

Verschiedene Ursachen kommen als Risikofaktoren für eine vorzeitige Plazentalösung infrage. Dies sind zum Beispiel:

  • Gewalteinwirkungen/Trauma (Verkehrsunfall, Sturz, Stoß)
  • Druckveränderungen (nach der Geburt des ersten Zwillings, Blasensprung)
  • extreme Blutdruckschwankungen
  • Plazentainsuffizienz
  • Präeklampsie
  • erhöhtes mütterliches Alter
  • Myome

Vorzeitige Plazentalösung: Symptome

Welche Symptome bei einer vorzeitigen Plazentalösung auftreten, ist vom Grad der Plazentalösung abhängig. Die Ablösung selbst ist schmerzfrei. Sie tritt häufig nicht sofort (zum Beispiel bei einer Plazentalösung nach einem Sturz) auf, sondern erst nach mehreren Stunden. Deshalb ist es ratsam, nach so einem Ereignis den Arzt zu kontaktieren.

Folgende Symptome weisen auf eine vorzeitige Plazentalösung hin:

  • brettharter und druckempfindlicher Uterus
  • plötzlich einsetzender Schmerz und schmerzhafte Dauerkontraktion
  • Schockzeichen (Erhöhung der Pulsfrequenz, Blutdruckabfall)
  • vaginale Blutungen (Die Blutung nach außen ist oft nur gering, aber es kommt zu starken inneren Blutungen. Lassen Sie Blutungen deshalb sicherheitshalber immer abklären.)

Bei Hinweisen auf eine vorzeitige Plazentalösung müssen Sie sich sofort untersuchen lassen. Die Plazentalösung kann per Ultraschall festgestellt werden.

Vorzeitige Plazentalösung: Therapie

Da Mutter und Kind bei einer vorzeitigen Plazentalösung akuter Lebensgefahr ausgesetzt sind, müssen direkt Maßnahmen ergriffen werden. Bei Blutverlust ist die schnelle Therapie entscheidend für das Überleben der Mutter. Die Entbindung des Kindes soll auf dem schnellsten und sichersten Weg erfolgen. Dies geschieht mithilfe eines Notkaiserschnitts. Ist das Kind im Mutterleib verstorben und es besteht keine Gefahr für die Schwangere, wird dazu geraten, es auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen.

Vorzeitige Plazentalösung

Was ist eine vorzeitige Plazentalösung?

Bei der vorzeitigen Plazentalösung hat sich der Mutterkuchen vor der Geburt des Kindes von der Uterushaftfläche gelöst. Die lateinische Bezeichnung dafür ist Abruptio placentae. Eine mütterliche Durchblutung des Mutterkuchens ist nicht mehr gewährleistet. Diese Ablösung kann teilweise oder vollständig vonstattengehen.

Die Erkrankung tritt typischerweise im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Bei der Hälfte aller Fälle erfolgt die Ablösung vor der 36. Woche, womit das Risiko für eine Frühgeburt und Unterentwicklung des Säuglings besteht. Ein Großteil der Fälle ereignet sich jedoch bei der eigentlichen Geburt.

Placenta abruptio – Fundus (oberster Teil der Gebärmutter)

Schätzungsweise 1 bis 4 % aller Schwangerschaften werden in gewissem Maße durch eine frühzeitige Plazentalösung verkompliziert. Dieser Zustand ist die häufigste Ursache für starke Blutungen aus der Scheide und die schwersten Fälle betreffen circa 1 % aller Schwangerschaften. In diesen Fällen ist mit 10 bis 30 % Totgeburten zu rechnen. Eine derartig starke Ablösung, die den Fötus in Gefahr bringt, trifft in einem von 500 Fällen ein.

Symptome

Häufige Symptome für diesen Zustand sind Vaginalblutungen in Verbindung mit Schmerzen im unteren Bauchbereich und Rücken, sowie eine schmerzhaft gespannte Gebärmutter. Wenn die Geburt der Frau im Gange ist, sind die Schmerzen oft auch zwischen den Wehen spürbar. Der Fötus kann sich mehr als sonst üblich bewegen. Die Scheidenblutungen sind nicht permanent, da das Blut in der Gebärmutteröffnung eingeschlossen wird. Das austretende Blut kann hell oder dunkel sein, sowie mit Fruchtwasser vermischt werden. Die Schwangere kann in einen Schockzustand verfallen, auch wenn keine äußeren Anzeichen einer schweren Blutung bestehen. In 10 % der Fälle tritt ein Zustand namens disseminierte intravasale Koagulation (DIC) ein.

Die frühzeitige Plazentalösung kann möglicherweise als Frühgeburt, Wachstumshemmung und Totgeburt beginnen. Es besteht auch eine chronische Form, bei der wiederholte Vaginalblutungen mit zeitweiligen Schmerzen und starken Wehen auftreten.

Ursache

Die Erkrankung wird durch eine Blutung in der Schicht zwischen Plazenta und Gebärmutter verursacht, die zu einem Blutstau führt. Dieser Blutstau bewirkt, dass die Plazentaablösung beginnt. Die Ablösung kann sich allmählich vergrößern und zu Blutungen führen. Die auslösende Ursache der ersten Blutung ist unbekannt, aber man vermutet eine Blutgefäßschwäche in der Plazenta.

Placenta abruptio – Rückwand

Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst, beeinflusst das die Blutversorgung des Kindes. Wenn sich die Plazenta völlig ablöst, stoppt die Durchblutung, die Sauerstoffversorgung wird unterbrochen und das Kind stirbt innerhalb weniger Minuten.

Für die frühzeitige Plazentalösung gibt es eine Reihe bekannter Risikofaktoren. Eine schwere Schwangerschaftsvergiftung oder Bluthochdruck bei der Schwangeren scheinen die häufigsten Risikofaktoren dafür zu sein. Weitere Einflussfaktoren sind die mögliche Wiederholung aus einer früheren Schwangerschaft, ein früherer Kaiserschnitt, wenn Sie Rauchen oder vorher eine größere Verletzung hatten. Riskant ist auch, wenn der Arzt versucht, den Fötus in die richtige Lage zu drehen. Bei einer Zwillingsgeburt kann sich die Plazenta bereits nach Geburt des ersten Zwillings ablösen.

Diagnose

Blutungen und akuten Bauchschmerzen zum Ende der Schwangerschaft können Anzeichen für eine Ablösung der Plazenta sein. In solchen Fällen müssen Sie sofort in ein Krankenhaus. Im Krankenhaus kann man den Zustand des Kindes schnell erkennen. Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass die Ablösung das Kind bedroht, erfolgt ein akuter Kaiserschnitt. Die Untersuchung mit Ultraschall ist unsicher und bei absoluter Klarheit darüber, dass das Kind bedroht ist, soll nicht mit einer Ultraschalluntersuchung gewartet werden.

Behandlung

Bei der Behandlung versucht man, gefährliche Blutungen der Mutter zu verhindern und das Leben des Kindes zu retten. Wichtig ist auch, die disseminierte intravasale Koagulation zu verhindern. Bei diesem Zustand bilden sich unzählige, kleine Blutgerinnsel im Blut und allmählich eine allgemeine, schwere Blutungsneigung.

Wenn der Fötus lebt, führen großflächige Ablösungen fast immer zum akuten Kaiserschnitt. Bei einer Totgeburt wird die Geburt durch Punktierung der Gebärmutter und mithilfe von wehenfördernden Medikamenten eingeleitet. Die Geburt erfolgt vaginal. Bei geringfügigen Ablösungen hält man am besten den Zustand von Mutter und Kind eine Weile unter Aufsicht. In der Regel wird jedoch ein Kaiserschnitt durchgeführt, wenn die 35. bis 36. Schwangerschaftswoche erreicht ist.

Wenn sich die Plazenta teilweise abgelöst hat und die Schwangerschaft noch keine 36 Wochen besteht, sind die Lungen des Fötus eventuell noch nicht richtig ausgebildet. In diesem Fällen kann der Einsatz von Wehenhemmern (falls leichte Wehen einsetzen) und von Kortison zur Beschleunigung der Lungenreifung notwendig sein. Wenn der Arzt einschätzt, dass man mit der Geburt noch warten kann und wenn die 36. Woche noch nicht erreicht ist, folgen wiederholte Ultraschalluntersuchungen und die Schwangere wird in kurzen Abständen gründlich untersucht. Damit will man schnellstens auf erste Anzeichen einer Plazentaablösung reagieren können.

Prognose

Die Kindersterblichkeit aufgrund frühzeitiger Plazentalösung liegt bei etwa 10 bis 30 %. Dieser Zustand verursacht 15 % aller Totgeburten im letzten (dritten) Trimester bzw. nach der 28. Schwangerschaftswoche. Einige der überlebenden Kinder können aufgrund des Sauerstoffmangels bei der Plazentaablösung mit Gehirnschäden zur Welt kommen.

Weiterführende Informationen

  • Schwangerschaftsvergiftung
  • Disseminierte intravasale Gerinnung DIC

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Vorzeitige Plazentalösung (Abruptio plazentae, Ablatio plazentae): Teilweise oder vollständige Ablösung des Mutterkuchens (Plazenta) von der Gebärmutterwand, bevor das Kind geboren ist. Häufig tritt sie bei Schwangeren auf, die über 30 Jahre alt sind, Bluthochdruck haben, die rauchen oder bei Myomen.

Weil sowohl Kind als auch Mutter bei einer vorzeitigen Plazentalösung erheblich Blut verlieren, gehört diese zu den geburtshilflichen Notfällen. Sie erfordert den sofortigen Kaiserschnitt.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

  • Heftige, plötzlich einsetzende Schmerzen im Unterbauch
  • Dunkelrote Blutung aus der Scheide bei drei von vier Betroffenen
  • Brettharte, äußerst druckempfindliche Gebärmutter
  • Allgemeines Unwohlsein mit Angst, Schwindel, Atemnot
  • Schockzeichen
  • Vermehrte Blutungsneigung.

Die Ablösung selbst ist schmerzlos. Nach der Ablösung kommt es jedoch häufig zu wehenartigen, schmerzhaften Krämpfen in der Gebärmutter.

Beim Kind lassen sich starke Veränderungen der Kardiotokografie erkennen, der so genannte fetale Distress (fetal distress): Kleinere Ablösungen der Plazenta führen zu einem gleichbleibenden, schnellen Puls. Bei größeren Ablösungen ist der Puls dauerhaft erniedrigt. Schlimmstenfalls sind keine kindlichen Herztöne mehr nachweisbar.

Sofort den Notarzt rufen, wenn die Beschwerden zu einer Plazentalösung passen. Bis zum Eintreffen des Notarztes hinlegen.

Vorzeitige Plazentalösung. Oben: Akut lebensgefährlich für das Kind sind großflächige oder randständige Ablösungen des Mutterkuchens (Abruptio plazentae marginalis oder totalis), bei der das Blut frei abfließen kann. Unten: Es gibt aber auch zentrale Ablösungen, bei denen der noch intakte Rand des Mutterkuchens die Blutung abdichtet. Hierbei verliert die Mutter kein oder nur wenig Blut über die Scheide.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Löst sich der Mutterkuchen, die Versorgungszentrale für das ungeborene Kind, schneidet dies die Versorgung des Fetus immer mehr ab. Ist mehr als die Hälfte des Mutterkuchens abgelöst, kann das Kind in der Gebärmutter nicht überleben.

Verliert die Mutter viel Blut, führt dies bei ihr unter Umständen zum Schock mit den zugehörigen Symptomen wie Blutdruckabfall, Pulsanstieg, Kaltschweiß und Bewusstlosigkeit. Der Blutverlust hängt von der Größe der abgelösten Fläche ab, mehr aber noch von seiner Lage.

In mehr als der Hälfte der Fälle bleibt die Ursache der vorzeitigen Plazentalösung unklar. Bei drei von zehn Betroffenen ist eine Präeklampsie die Mitursache. Die damit zusammenhängenden Gefäßschäden verändern möglicherweise die Haftfläche des Mutterkuchens. Einem von zehn Fällen liegt ein Sturz auf den Bauch oder ein Verkehrsunfall zugrunde. Auch innerliche Veränderungen, z. B. eine zu kurze Nabelschnur oder mehrfache Nabelschnurumschlingung mit Zug am Mutterkuchen führen zu einer Plazentalösung. Selten sind Dauerkontraktionen der Gebärmutter, z. B. durch Überdosierung von Wehenmitteln, der Grund für die Plazentalösung.

Nach der notfallmäßigen Klinikeinweisung hängt die Behandlung vor allem vom Zustand des Kindes ab. Darüber gibt die Kardiotokografie Auskunft.

Dem kurzen Abtasten des Bauchs folgt ein Ultraschall. Eine vaginale Untersuchung darf nur durchgeführt werden, wenn der Operationssaal für einen Kaiserschnitt bereitsteht.

Der Mutter wird Blut für Laboruntersuchungen abgenommen. Sie erhält außerdem mehrere venöse Zugänge, um über die Gabe von Blutkonserven oder Blutersatzstoffen den Kreislauf schnell stabilisieren zu können. Puls, Blutdruck, Flüssigkeitszufuhr und Urinausscheidung werden dabei ständig überwacht.

Bei lebendem und überlebensfähigem Kind oder bei einer Gefährdung der Mutter wird sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Ist der Fetus bereits tot oder noch nicht weit genug entwickelt, um außerhalb der Gebärmutter überleben zu können, wird normalerweise eine vaginale Geburt angestrebt.

Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am 14.11.2019 um 15:22 Uhr

Weil ich in meiner zweiten Schwangerschaft seit der 18. SSW immer wieder leichte bis mittelstarke vaginale Blutungen hatte, geisterte ein Schreckgespenst ständig herum: Die vorzeitige Plazentaablösung. Im schlimmsten Fall kann diese Schwangerschaftskomplikation lebensbedrohlich für mein Baby und mich sein. Ich habe mich darum sehr genau damit befasst, wie eine normale Plazentalösung nach der Geburt abläuft, welche Komplikationen es dabei geben kann und wie wahrscheinlich und gefährlich eigentlich eine vorzeitige Ablösung der Plazenta ist.

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Was ist eine Plazentaablösung?

Als Plazentaablösung bezeichnet man den Vorgang, bei dem die Blutgefäße zwischen Plazenta (Mutterkuchen) und der Gebärmutterwand reißen und so die Verbindung zwischen Mutter und Kind gelöst wird. Im Normalfall findet die Plazentaablösung in den ersten 30 Minuten nach der Geburt statt.

In seltenen Fällen löst sich die Plazenta allerdings nicht von selbst oder nicht vollständig und es bedarf medizinischer Hilfe.

Ebenfalls ein medizinischer Notfall ist eine vorzeitige Plazentaablösung. Dadurch kann die Versorgung des Babys gefährdet und ein Notkaiserschnitt nötig werden.

Plazentaablösung in der Nachgeburtsphase – Der normale Vorgang

Bis Dein Baby geboren ist, ist die Plazenta und ihre richtige Funktion überlebenswichtig. Denn sie übernimmt die Aufgabe aller kindlichen Organe, während sich dieses im Mutterleib entwickelt. Es versorgt mit Sauerstoff, Nährstoffen, Abwehrstoffen und filtert Giftstoffe.

Plazentaablösung ohne Komplikationen

Nach der Geburt übernimmt das Baby diese Aufgaben selbst – und die Plazenta wird nicht mehr benötigt. Innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Geburt kommt die Nachgeburt – es kommt erneut zu Wehen, die Plazenta reißt von der Gebärmutterwand ab und wird zusammen mit den Eihäuten, der Nabelschnur und etwa 250-500 ml Blut ausgeschieden.

Die natürliche Plazentalösung selbst ist dabei völlig schmerzlos, nur die Nachwehen können etwas schmerzen. Im Gegensatz zu den Geburtswehen werden sie aber von vielen Frauen gar nicht richtig wahrgenommen.

Auch das Ausscheiden der Plazenta tut kaum weh, denn das Gewebe ist weich und passt sich dem Geburtskanal an, der eben durch ein viel größeres Baby gedehnt wurde. Danach zieht sich die Gebärmutter durch Nachwehen stark zusammen, sodass die offene Stelle, die die Plazenta hinterlässt, sich verkleinert und die Blutung nachlässt.

Meist nach einigen Minuten wird dann die Nabelschnur durchtrennt, die Plazenta auf Vollständigkeit untersucht und entsorgt.

Unvollständige Plazentaablösung

Der Mutterkuchen wird von der Hebamme stets sorgfältig untersucht. Sollten Teile fehlen, sind diese wahrscheinlich noch in der Gebärmutter verblieben. Das kann das zu schwerwiegenden Komplikationen wie starken Blutungen, Entzündungen und Kindsbettfieber führen. Deshalb ist in einem solchen Fall dringend medizinische Hilfe erforderlich. Meist wird noch im Kreißsaal eine Ausschabung vorgenommen.

Stimulation der Plazentaablösung

Manchmal kommt es auch vor, dass sich die Plazenta während der ersten 30 Minuten nicht von selbst lösen, kann das zu starken Blutungen führen. Deshalb tastet die Hebamme zunächst immer wieder Deinen Bauch ab und zieht vielleicht vorsichtig an der Nabelschnur. So kann sie feststellen, ob sich die Plazenta schon gelöst hat.

Wenn nicht, werden die Mediziner versuchen, die Plazentaablösung zu stimulieren. Dafür kommen verschiedene Methoden in Frage.

Was tun, wenn die Plazenta nicht kommt und fest steckt?

7 Maßnahmen und Mittel, um die Plazenta zu lösen:

  1. Anlegen des Babys an die Brust: Bei jedem Stillvorgang wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, das Nachwehen anregt. Durch diese Kontraktionen der Gebärmutter kann sich die Plazenta lösen.
  2. Massagen und andere Handgriffe durch die Hebamme: Durch sanften Druck im oberen Bereich der Gebärmutter können ebenfalls Nachwehen angeregt werden.
  3. Entleerung der Blase: Mittels eines Katheters wird die Blase entleert, die unter Umständen dafür verantwortlich ist, dass die Plazenta nicht kommt.
  4. Akkupunktur: Manchmal hilft auch die Behandlung mit Akkupunkturnadeln.
  5. Homöopathie: Auch Globuli können manchmal die Plazentaablösung anregen.
  6. Medikamentöse Unterstützung: Wenn das nicht ausreicht, werden wehenanregende Hormone per Infusion angehängt.
  7. Manuelle Plazentaablösung: Wenn die Plazenta trotzdem in der Gebärmutter verbleibt, wird unter Vollnarkose oder Peridualanästhsie eine manuelle Ablösung der Plazenta versucht. Dabei tastet ein/e Arzt/Ärztin mit der Hand in die Gebärmutterhöhle und versucht, die Plazenta heraus zu holen. Wenn sie zu fest verwachsen ist, muss eine Ausschabung vorgenommen werden.

Vorzeitige Plazentaablösung

Von einer vorzeitigen Plazentaablösung (Abruptio placentae) spricht man, wenn die Plazenta sich von der Gebärmutterwand teilweise oder vollständig löst, bevor das Baby geboren ist. Zwischen Plazenta und Gebärmutter bildet sich ein retroplazentares Hämatom. Das ist sehr selten (weniger als 1% der Schwangeren sind betroffen), kann aber in jeder Phase der Schwangerschaft passieren und lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein.

Wenn die Plazenta nicht mehr ausreichend mit dem mütterlichen Blutkreislauf verbunden ist, kann sie das Ungeborene im Bauch nicht mehr richtig versorgen. Je nach Grad der Ablösung kann das zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen oder sogar zu einer Totgeburt (Intrauteriner Fruchttod) führen.

Die vorzeitige Plazentaablösung gehört damit zu den schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikationen, bei der schnelles Handeln gefragt ist. Je nach Blutungsstärke kann die Mutter innerlich verbluten. Das Baby kann, wenn die Plazentaablösung rechtzeitig bemerkt wird, durch einen Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Verständlicherweise haben daher viele Mütter Angst, dass eine Plazentaablösung unbemerkt stattfinden könnte. Vor allem, wenn eine Schwangerschaft von Blutungen begleitet wird, löst das viele Sorgen aus.

Auch, wenn eine vorzeitige Plazentaablösung sehr selten ist, es gibt keine Vorsorgemaßnahmen oder Sicherheit durch Untersuchungen oder sonstige Maßnahmen. Die Häufigkeit der totalen Plazentaablösung, bei der sofortiges Handeln erforderlich wird, liegt wohl bei 0,002%.

Am häufigsten passiert so eine Plazentaablösung statistisch gesehen zwischen der 24. SSW und 26. SSW.

Nicht immer wird eine vorzeitige Plazentaablösung von Symptomen begleitet. Allerdings gibt es einige Hinweise, die Du ernst nehmen solltest.

Anzeichen für eine vorzeitige Plazentaablösung:

  • vaginale Blutungen, meist hellrot und periodenstark
  • starke Schmerzen im Unterleib
  • ein bretterharter, druckempfindlicher Uterus (Holzuterus)
  • Schockzustand (Blutdruckabfall, Schwindel, erhöhter Puls) weist auf starke innere Blutung hin

Wichtig zu wissen ist auch, dass nach einem auslösenden Ereignis die Plazentaablösung nicht sofort stattfindet, sondern mit einigen Stunden Zeitverzögerung. Das heißt, dass Du zum Beispiel nach einem Sturz noch Zeit hast, ins Krankenhaus zu gehen, solltest Du Dir Sorgen machen.

Sei Dir außerdem im Klaren, dass Blut aus der Gebärmutter nicht immer und nicht sofort nach außen dringt. Auch eine leichte vaginale Blutung solltest Du deshalb immer abklären lassen, denn innerlich ist sie vielleicht viel stärker, als Du denkst. Die Ärzte können das per Ultraschall sehr schnell feststellen. In vielen Fällen sind Blutungen aber harmlos. Nur etwa 30% der Blutungen in der Schwangerschaft stehen in Zusammenhang mit einer Plazentaablösung.

Ursachen der vorzeitigen Plazentaablösung

  • plötzliche und starke Veränderungen des Innendrucks der Gebärmutter, z.B. durch Gewalteinwirkung, Verkehrsunfall, Stürze oder starke Stöße
  • Auch ein vorzeitiger Blasensprung bewirkt eine plötzliche Druckveränderung
  • sehr starke Blutdruckschwankungen
  • Uterusanomalie
  • Plazentainsuffizienz
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Praeklampsie
  • späte Schwangerschaft
  • Myome und andere Wucherungen in der Gebärmutter
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Drogenmissbrauch

Risikofaktoren der vorzeitigen Plazentaablösung

Das Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung in einer Folgeschwangerschaft ist um 15% erhöht, wenn es auch in einer vorherigen Schwangerschaft zu dieser Komplikation gekommen ist.

Kommt eine vorzeitige Ablösung der Plazenta bei einer Vorderwandplazenta häufiger vor?

Das Risiko einer Plazentaablösung bei einer Vorderwandplazenta ist übrigens entgegen viel verbreiteter Gerüchte nicht nennenswert erhöht. Grundsätzlich ist die Plazenta durch viele starke Blutgefäße mit dem mütterlichen Uterus verwachsen. Solange Du keine starke Gewalteinwirkung auf die Vorderwandplazenta ausübst, passiert deshalb auch nichts. Allerdings raten viele Ärzte von einer Äußeren Wendung im Fall einer Vorderwandplazenta ab.

Behandlung bei vorzeitiger Plazentaablösung

Hat sich die Plazenta nur geringfügig gelöst, werden die Ärzte zunächst abwarten. In der Regel wird ein Mittel zur Lungenreife des Babys verabreicht. Solange die Versorgung des Babys nicht beeinträchtigt wird, reicht aber eine engmaschige Kontrolle aus.

Oft handelt es sich auch nicht um eine richtige Plazentaablösung, sondern nur um eine sogenannte Randsinusblutung. Diese ebbt bei Schonung bzw. Bettruhe häufig von selbst ab und verheilt dann wieder. Trotzdem ist Vorsicht geboten und wahrscheinlich sollst Du im Krankenhaus einige Tage überwacht werden.

Bei einer vollständigen Plazentaablösung bzw. einer starken Beieinträchtigung der kindlichen Versorgung gilt es, das Baby schnellstmöglich zur Welt zu bringen, sodass es entsprechend versorgt werden kann. Etwa ab der 24. SSW hat ein Frühgeborenes mit intensivmedizinischer Betreuung heute gute Überlebenschancen. Vorher macht es in den meisten Fällen wenig Sinn, etwas zu unternehmen, um das Kind am Leben zu halten.

Auch bei einer starken innerlichen Blutung wird das Baby per Notkaiserschnitt geholt. Denn nur wenn die Mutter vom Baby entbunden ist, können die Ärzte lebensrettende Maßnahmen einleiten, um die Blutung zu stoppen.

Was ist eine vorzeitige Plazentaablösung?

Eine vorzeitige Plazentaablösung (Abruptio placentae) stellt eine schwere Schwangerschaftskomplikation dar. Sie ist sehr gefährlich, tritt jedoch eher selten auf – nur bei etwa 0,5 bis 1 Prozent aller Schwangerschaften. Wird die Plazenta, der Mutterkuchen, normalerweise erst nach der Geburt als sogenannte Nachgeburt vom Körper ausgeschieden, so löst sie sich bei der vorzeitigen Plazentaablösung bereits während der Schwangerschaft von der Gebärmutter. Durch die teilweise oder vollständige Ablösung wird der Stoffwechselkreislauf zwischen Mutter und Kind unterbrochen. Eine vorzeitige Plazentaablösung führt zu einer rapiden Unterversorgung des Kindes und zu starken Blutungen im Uterus. Im Falle einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta besteht akute Lebensgefahr für Mutter und Kind. Das Überleben des ungeborenen Babys ist abhängig vom Stadium der Ablösung sowie der Schwangerschaftswoche. Bei der Mutter entscheidet neben dem Stadium der Ablösung auch der Blutverlust über ihr Überleben. Eine Ablösung kann mittig oder im Randbereich der Plazenta beginnen.

Sollte es in einer vergangenen Schwangerschaft bereits zu einer Ablösung der Plazenta gekommen sein, so beträgt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Plazentaablösung in einer nächsten Schwangerschaft bis zu 15 Prozent.

Vorzeitige Plazentaablösung – die Ursachen

Folgende Risikofaktoren können eine vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens auslösen:

  • Trauma (Verkehrsunfall, Stoß, Sturz)
  • Starker Zug an der Plazenta, z.B. durch eine zu kurze Nabelschnur oder Umschlingungen
  • Plötzliche Druckveränderungen (z.B. nach der Geburt des ersten Zwillings oder durch einen Blasensprung)
  • Gefäßveränderungen (z.B. bei Präeklampsie)
  • Plazentainsuffizienz
  • Erhöhtes Alter der Mutter
  • Myome

Symptome einer vorzeitigen Plazentaablösung

Je nachdem, welches Ausmaß die Plazentaablösung angenommen hat, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Die Ablösung selbst ist schmerzfrei. Meist tritt die Ablösung erst nach mehreren Stunden auf, zum Beispiel in Folge eines Sturzes. Lassen Sie sich nach einem Unfall oder Sturz am besten sofort medizinisch durchchecken.

Folgende Anzeichen können auf eine vorzeitige Ablösung der Plazenta hinweisen:

  • Brettharter Bauch
  • Druckempfindliche Gebärmutter
  • Schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter
  • Vaginale Blutungen (äußerliche Blutungen eher gering, innerliche Blutungen meist sehr stark)

Lassen Sie Blutungen, Schmerzen oder vorzeitige Kontraktionen immer zeitnah von einem Arzt abklären. Dieser kann eine eventuelle Plazentaablösung per Ultraschalluntersuchung feststellen.

Schwangerschaft & Geburt Eisenmangel in der Schwangerschaft – Risiken für Mutter und Kind

Wie geht man bei einer vorzeitigen Plazentaablösung vor?

Die Schwangere muss bei einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta sofort in eine Klinik eingewiesen werden. Dort werden sie und ihr ungeborenes Kind stationär aufgenommen und intensiv überwacht. Je nachdem, ob sich die Plazenta teilweise oder vollständig gelöst hat und wie stark die inneren Blutungen der Mutter ausfallen, ändert sich das weitere Vorgehen.

Handelt es sich um eine geringe Ablösung und unterliegen Mutter und Kind keiner akuten Gefahr, werden vor der 35. SSW zunächst meist medikamentöse Schritte eingeleitet, etwa zur Lungenreifung. Auf diese Weise soll das Ungeborene zum Beispiel auf eine Frühgeburt vorbereitet und das Risiko eines Atemnotsyndroms minimiert werden. Die Schwangerschaft wird so lange wie möglich aufrechterhalten – natürlich unter ständiger und intensiver Überwachung.

Ist die Ablösung hingegen nach der 35. SSW geschehen, so wird die Schwangerschaft meistens mithilfe eines Kaiserschnitts beendet. Nach der 35. SSW ist die Lunge häufig schon vollständig ausgereift. Der Erhalt der Schwangerschaft würde schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen. Mehr als bei einer sofortigen Entbindung.

Sollten eine vollständige Plazentaablösung sowie starke Blutungen festgestellt worden sein, kommt es ebenfalls zu einem Notfall-Kaiserschnitt, der die Schwangerschaft beendet. Nur wenn das Kind bereits im Uterus verstorben ist (intrauteriner Fruchttod), wird die Geburt durch Medikamente eingeleitet und das Kind vaginal entbunden.

Vorzeitige Plazentalösung – Symptome

Die Zeichen einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta sind meist starke Unterbauchschmerzen, eine sehr druckempfindliche Gebärmutter und schmerzhafte vaginale Blutungen. Allerdings können verschiedene Schweregrade der Plazentaablösung unterschieden werden:

  • Bei der leichten Form der vorzeitigen Plazentalösung hat die Patientin kaum Symptome. Weniger als ein drittel des Mutterkuchens hat sich gelöst und eine ausreichende Versorgung des Kindes ist noch gewährleistet. Meist wird die Diagnose zufällig bei einer Ultraschallkontrolle gestellt.
  • Sind bis zu zwei drittel der Plazenta abgelöst bezeichnet man dies als mittelschwere Form der Plazentalösung. Die Schwangere hat Unterbauchschmerzen, die zunehmend stärker werden, sowie vaginale Blutungen. In der CTG-Untersuchung macht sich ein Sauerstoffmangel des ungeborenen Kindes bemerkbar.
  • Bei der schweren Form der vorzeitigen Plazentaablösung sind mehr als zwei Drittel der Plazenta von der Gebärmutter gelöst. Die Schwangere befindet sich im Kreislaufschock und hat starke vaginale Blutungen. Das Leben des Kindes ist in diesem Fall meist nicht mehr zu retten.
  • Ein besonderer Fall ist das sogenannte Couvelaire Syndrom, das sehr selten vorkommt. Hier erleidet die Schwangere zusätzlich innere Blutungen, da das Blut, das bei der Plazentalösung zustande kommt, die Muskulatur der Gebärmutter durchsetzt. Die Schwangere erleidet einen schweren Kreislaufschock.

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