Pille nach der geburt

Tipps & Infos

Ihr Baby ist endlich da und Sie fühlen sich mit jedem Tag wieder zunehmend wie Sie selbst. Das bedeutet, dass Ihr sexuelles Verlangen auch wieder zurückkehrt und möglicherweise fragen Sie sich, wann Sie wieder mit Ihrem Partner intim werden können. Gute Nachrichten – es gibt keine Regeln, wann Sie Ihr Liebesleben wieder beginnen dürfen, aber vielleicht wollen Sie abwarten, bis Schmerzen und Müdigkeit vergehen, sodass Sie es wieder vollständig genießen können. Ein Gleitgel kann am Anfang hilfreich sein, da sich die Scheide durch Hormonveränderungen möglicherweise trockener anfühlt.

Wenn man über Sex redet, sollte man auch an Verhütung denken. Dies scheint Ihnen möglicherweise fern, nachdem Sie gerade ein Kind geboren haben, aber viele ungeplante Schwangerschaften entstehen in den ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes. Seien Sie also vorbereitet, wenn Sie eine erneute Schwangerschaft für einen späteren Zeitpunkt planen oder vermeiden wollen.

Wann setzt Ihre Periode wieder ein? Nun, wenn Sie nicht stillen, ist der früheste Zeitpunkt 6 Wochen nach der Geburt. Beachten Sie jedoch, dass Sie auch schwanger werden können bevor die Menstruation beginnt, da der Eisprung schon zwei Wochen vor Einsetzen der Regelblutung eintritt. Ab drei Wochen bzw. 21 Tagen nach der Geburt sollten Sie also wieder an Verhütung denken. Warten Sie nicht bis zu Ihrer Abschlussuntersuchung oder bis Ihre Periode einsetzt, da Sie in der Zwischenzeit schwanger werden könnten.

Im Folgenden sind verschiedene, nicht dauerhafte Verhütungsmethoden aufgelistet:

  • Kondome für Mann und Frau – sobald Sie möchten, können Sie diese benutzen. Bei richtiger Anwendung sind sie zu 98 % bzw. 95 % sicher.
  • Hormonstäbchen/ Verhütungsstäbchen – ab drei Wochen nach der Geburt können Sie sich für ein solches Implantat entscheiden. Die Sicherheitsquote liegt bei 99 %. Diese Verhütungsmethode schützt jedoch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Da das Implantat für drei Jahre wirken kann, ist diese Methode passend, wenn Sie kein weiteres Kind in naher Zukunft planen.
  • Pille (Kombinationspräparate) – diese Methode können Sie ab 3 Wochen nach der Geburt anwenden, wenn Sie Ihr Kind nicht stillen. Wenn Sie ein Kind stillen, das jünger als sechs Monate ist, kann die Einnahme der Pille die Milchproduktion verringern. Wenn Sie die Einnahme der Pille nicht am 21. Tag nach der Geburt beginnen, sondern erst später, sollten Sie für die nächsten 7 Tage zusätzliche Verhütungsmittel benutzen. Die Pille ist zu 99 % sicher in Bezug auf die Vermeidung einer Schwangerschaft.
  • Verhütungsring und Verhütungspflaster – beide Varianten können ab 3 Wochen nach der Geburt benutzt werden, wenn Sie nicht stillen. Sollten Sie diese Verhütungsmethoden trotzdem benutzen, kann sich die Milchproduktion reduzieren.
  • Minipille (östrogenfreie Pille) – diese Methode ist zu über 99 % sicher. Mit der Einnahme können Sie ab Tag 21 nach der Geburt beginnen und sind sofort vor einer Schwangerschaft geschützt. Sollten Sie später beginnen, die Minipille einzunehmen, wird empfohlen, für die folgenden zwei Tage nach Einnahmebeginn weitere Verhütungsmittel zu benutzen. Die Minipille beeinflusst die Muttermilch nicht.
  • Verhütungsspritze – diese können Sie sich jederzeit nach der Geburt geben lassen. Auch wenn Sie stillen, ist die Verhütungsspritze unbedenklich. Dennoch wird empfohlen, die Spritze erst 6 Wochen nach der Geburt einzusetzen, wenn Sie Ihr Kind stillen. So kann auch das Risiko starker und unregelmäßiger Blutungen verhindert werden. Die Verhütungsspritze ist zu 99 % sicher und hat je nach Injektionsart eine Wirkdauer von 8 – 12 Wochen. Sollten Sie die Spritze vor bzw. an Tag 21 nach der Geburt bekommen, besteht der Schutz vor Schwangerschaft sofort. Bei einer späteren Injektion sollten für die nächsten 7 Tage weitere Verhütungsmittel verwendet werden.
  • Kupferspirale/ Hormonspirale – diese Methode bietet eine Sicherheit von über 99 % und kann 4 bis 6 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden. Die Anwendung der Spirale ist auch in der Stillzeit sicher, da sie die Milchbildung nicht beeinflusst. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ab 3 Wochen nach der Geburt bis die Spirale eingesetzt wird, sollte benutzt werden.
  • Diaphragma oder Portiokappe – bei korrekter Anwendung mit Permizid sind beide Methoden zu 92 % – 96 % sicher. Es wird empfohlen, mindestens 6 Wochen nach der Geburt zu warten, bevor Sie sich für die Verwendung eines Diaphragmas oder einer Portiokappe entscheiden. Möglicherweise benötigen Sie eine andere Größe.
  • Natürliche Familienplanung – obwohl auch diese Verhütungsmethode bei genauer Beachtung der Regeln eine Sicherheit von bis zu 99 % verspricht, lassen Schätzungen vermuten, dass aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit nur eine Sicherheit von ca. 75 % gewährleistet werden kann. Direkt nach der Geburt ist die Anwendung dieser Verhütungsmethode schwieriger, da die Anzeichen für Fruchtbarkeit verändert sein können und daher schwieriger zu verfolgen sind. Sollten Sie stillen, können die Fruchtbarkeitsanzeichen nicht sicher beurteilt werden.
  • Stillen – während Sie stillen, haben Sie keine Regelblutung. Man nennt das Laktationsamenorrhoe. Stillen ist dennoch keine sichere Verhütungsmethode, da jederzeit die Möglichkeit eines Eisprungs besteht.

Der erste Sex nach der Geburt ist häufig von der Angst vor Schmerzen an einer Dammnaht o.Ä. überschattet. Lassen Sie sich deshalb zu nichts drängen und bestimmen Sie den richtigen Zeitpunkt selbst. Mit Ihren eigenen Fingern können Sie vorsichtig ausprobieren, ob die Narbe noch Schmerzen bereitet. Seien Sie geduldig mit sich selbst. Heilung braucht Zeit und viele Frauen sind nach einer Entbindung durch die neuen Aufgaben sehr erschöpft und deshalb nicht „in der Stimmung“. Das ist vollkommen in Ordnung. Nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner Zeit, Ihren Körper neu zu erkunden. Wenn Bedenken kommen, reden Sie offen miteinander. In entspannter Stimmung und mit einem guten inneren Gefühl steht der körperlichen Liebe nichts mehr im Weg.

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Verhütung nach der Geburt

Sollten Sie nach der Geburt Ihres Kindes voller Enthusiasmus beschließen, gleich das nächste bekommen zu wollen – Gratulation! Wenn Sie sich aber dafür entscheiden, dass ein Kind erst einmal reicht und Sie mit einem weiteren noch warten wollen, haben Sie Verhütungsbedarf.

Die verbreitete Annahme, dass eine Frau, die stillt, nicht schwanger werden kann, ist nicht ganz richtig. Grundsätzlich hat es die Natur so eingerichtet, dass Frauen, die regelmäßig stillen, vor einer weiteren Empfängnis ausreichend geschützt sind. Beim Stillen wird das milchbildende Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das die Eierstockaktivität bremst und so den Eisprung verhindert. Ganz darauf verlassen sollten Sie sich jedoch nicht, denn fünf bis zehn Prozent aller stillenden Mütter sind dennoch schwanger geworden.

Wenn nur kurz oder gar nicht gestillt wird, kommt es vier bis sechs Wochen nach der Geburt zum ersten Eisprung – und dann ist die Möglichkeit einer Schwangerschaft gegeben.

Um in der Stillzeit einen ausreichend hohen Empfängnisschutz erreichen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen voll stillen – mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden. Das Abpumpen der Muttermilch und die Gabe durch die Flasche zählen nicht zum Stillen.
  • Die Abstände zwischen jedem Stillen dürfen höchstens sechs Stunden betragen.
  • Insgesamt muss täglich mindestens 80 Minuten gestillt werden.
  • Sie hatten noch keine Periode – der Wochenfluss zählt nicht.
  • Sie füttern keine Mahlzeiten zu.

Bei strikter Einhaltung dieser Regeln bleibt der Prolaktin-Spiegel konstant hoch und Sie sind sehr wahrscheinlich durch das Stillen vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt. 100%ige Sicherheit gibt es hierbei allerdings nicht, zumal der erste Eisprung immer Vvr der ersten Blutung kommt und man somit selbst ohne Periode wieder schwanger werden kann!

Verhütungsmethoden nach der Geburt

Nicht jede Verhütungsmethode eignet sich während der Stillzeit. Eine kombinierte Pille könnte die Milchqualität der Mutter und somit auch die Gesundheit des Babys beeinträchtigen. Die folgende Übersicht an Verhütungsmaßnahmen soll Ihnen die Wahl erleichtern:

  • Barrieremethoden
    Ein Kondom oder Diaphragma hat keine negativen Auswirkungen auf die Milchproduktion und kann daher bedenkenlos eingesetzt werden. Achten Sie darauf, dass ein Diaphragma, das bereits vor der Geburt benutzt wurde, neu angepasst werden muss, denn durch die Entbindung haben sich körperliche Veränderungen ergeben. Dieses kann jedoch erst drei Monate nach der Geburt geschehen, da sich dann erst der Beckenboden weitestgehend zurückgebildet hat. Sollten Sie zusätzlich ein samenabtötendes Gel verwenden, ist sicherzustellen, dass dieses auch beim Übergang in die Muttermilch keinen schädlichen Einfluss auf das Kind hat. Sie sollten allerdings immer bedenken, dass Barrieremethoden nur bei korrekter Anwendung einen wirklich sicheren Schutz bieten.
  • Pille
    Pillenpräparate wie die Kombinationspille enthalten unter anderem Östrogen. Dieses Hormon kann die Milchproduktion reduzieren beziehungsweise die Qualität der Milch beeinträchtigen und somit sind östrogenhaltige Pillen nicht geeignet. Die Minipille ist niedriger dosiert und enthält nur das Hormon Gestagen, welches keinen Einfluss auf die Muttermilch hat. Sie kann daher auch während der Stillzeit zum Einsatz kommen. Wann Sie mit der Einnahme der Pille beginnen sollten, sprechen Sie aufgrund des erhöhten Thromboserisikos in den ersten Wochen nach einer Geburt am besten mit Ihrem Frauenarzt.
  • Spirale
    Das sicherste Verhütungsmittel kann sechs bis acht Wochen nach der Geburt vom Frauenarzt eingesetzt werden – dann hat sich die Gebärmutter weitestgehend regeneriert und die Gefahr einer möglichen Infektion oder Perforation ist so gut wie ausgeschlossen. Spezielle Hormonspiralen enthalten, wie die Mini-Pille, nur Gestagen und können daher gefahrlos zum Einsatz kommen.
  • Hormonimplantat
    Das Hormonstäbchen, ein circa 4 cm langes und 2 mm dünnes Implantat, das ebenfalls nur Gestagen enthält und sich daher auch während der Stillzeit zur Schwangerschaftsverhütung eignet, wird am Oberarm unter die Haut gesetzt und entfaltet von hier aus äußerst wirksam seine Depotwirkung bis zu drei Jahren.
  • Natürliche Methoden
    Wenn Sie vor der Geburt Ihres Kindes mit natürlichen Methoden der Schwangerschaftsverhütung wie mit der Temperaturmess-Methode oder der Billings-Methode (der Beobachtung des natürlichen Schleims im Gebärmutterhals und seiner Veränderung während des Zyklus) noch keine Erfahrungen gemacht haben, sollten Sie während der Stillzeit davon absehen. Der Körper hat sich nach der Entbindung verändert und bis sich ein normaler Zyklus einstellt, kann es eine lange Zeit dauern. Nur wenn Sie sich bei der Anwendung sicher fühlen, ist diese Methode bedingt geeignet – allerdings sollten Sie zusätzlich – um ganz sicher zu gehen – ein Kondom oder Diaphragma verwenden.
  • Vaginalring und Verhütungspflaster
    Diese beiden Verhütungsmittel sind während der Stillzeit ungeeignet, da sie wie die Kombinationspräparate der Pille neben Gestagen auch Östrogen enthalten und letzteres in die Muttermilch übergehen und sich negativ auswirken kann.
  • Die Pille danach
    Gab es doch einmal eine Verhütungspanne, kann im Notfall die „Pille danach“ zur Anwendung kommen. Das Mittel mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sollte direkt nach dem Stillen eingenommen und danach eine Stillpause von mindestens zwölf Stunden eingehalten werden, um der Muttermilch nicht zu schaden. Enthält das Präparat den Wirkstoff Ulipristalacetat gilt die Empfehlung, mindestens 36 Stunden mit dem Stillen auszusetzen. Jedoch sollte die Muttermilch fortwährend abgepumpt werden, damit es nicht zur Einstellung der Milchproduktion kommt.

Für welche der vorangegangenen Verhütungsmethoden Sie sich entscheiden, kommt auf Ihre persönlichen Umstände und Vorlieben an. Sollten Sie sich unsicher sein, lassen Sie sich am besten von Ihrem Frauenarzt beraten und wägen Sie mit ihm gemeinsam die Vor- und Nachteile ab.

Verhütungsmethoden im Überblick
 Sicher verhüten nach der Geburt

Auch kurz nach der Entbindung sollte auf die Verhütung geachtet werden. Frauen, die gar nicht oder nur in großen Abständen stillen, können nämlich bereits sechs bis acht Wochen nach der Entbindung wieder einen Eisprung haben. Voll stillende Mütter (mindestens alle vier Stunden) genießen einen gewissen Schutz, weil der Eisprung wegen des hohen Prolaktinspiegels unterdrückt wird. Schwanger werden können sie aber trotzdem. Besser also, Sie suchen sich eine zuverlässige Verhütung.

In unserer Tabelle finden Sie die sichersten Methoden für Mütter in der Babyzeit. Die natürliche Verhütung (NFP) ist nicht aufgeführt, weil sie nur bei einem regelmäßigen Tagesablauf sinnvoll ist – den Mütter nun mal nicht haben. Und noch ein Tipp: Benutzen Sie beim Sex in den ersten Wochen nach der Geburt besser ein Kondom. Das schützt vor Infektionen.

  • Normale Pille
  • Hormonring
  • Minipille
  • Gestagen-Pille (Cerazette)
  • Kupferspirale
  • Gestagen-Spirale
  • Hormonimplantat
  • Dreimonatsspritze
  • Kondom
  • Diaphragma
  • Portiokappe

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