Pille danach kosten 2015

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Seit 2015 gibt es die Pille danach ohne Rezept. Sie ist kein Verhütungsmittel, doch sie kann – rechtzeitig eingenommen – nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei Verhütungsversagen eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.

Wo kann man die Pille danach ohne Rezept kaufen?

Es ist zumeist problemlos möglich, die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke zu kaufen. Sollte sich der Apotheker weigern, das Präparat herauszugeben, kann eine andere Apotheke aufgesucht werden. Am Wochenende und in der Nacht bieten die örtlichen Notdienste der Apotheken ihren Service an. Im Internet lässt sich rasch eine Apotheke in der Nähe finden, die geöffnet ist.

Hinweis: Mädchen, die jünger als 14 sind, benötigen die Zustimmung der Eltern, um die Pille danach kaufen zu können. Bei Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren können Apotheker nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie das Präparat an die Jugendliche verkaufen.

Pille danach – Online nicht erhältlich

Die Pille danach ist online nicht erhältlich, da dies rechtlich verboten ist. Sie stellt kein Verhütungsmittel dar und muss zügig nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Aufgrund des Versandweges kann diese Schnelligkeit nicht gewährleistet werden. Zudem fehlt online die nötige persönliche Beratung.

Kosten für die Pille danach?

Die Preise für das Präparat schwanken, da es für Apothekenprodukte keine fixen Verkaufspreise gibt. Varianten mit dem Wirkstoff Levonorgestrel liegen in der Regel bei etwa 15 Euro. Das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat ist teurer und kostet etwa 35 Euro.

Abrechnung über die Krankenkasse – So geht’s

Frauen, die gesetzlich versichert und jünger als 20 Jahre sind, bekommen die Kosten erstattet. Liegt ein medizinischer Ausnahmefall vor, erstattet die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Pille danach unabhängig vom Alter der Patientin.

Eine Erstattung ist jedoch immer nur dann möglich, wenn ein Rezept vorliegt.Gerade an Wochenenden und Feiertagen ist dies schwierig. In diesem Fall sollten sich die Frauen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden, der bundesweit über die Nummer 116117 zu erreichen ist. Eine Alternative dazu stellt die Ambulanz im nächsten Krankenhaus dar. Wer die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke kauft, muss für die Kosten selbst aufkommen.

Was ist die Pille danach?

In Deutschland sind zwei Varianten der Pille danach ohne Rezept erhältlich. Diese unterschieden sich vor allem durch den verwendeten Wirkstoff. Eine enthält Levonorgestrel, die andere Ulipristalacetat. Dies sind zwei Wirkstoffe, die den Eisprung hemmen oder hinauszögern. Die Pille muss rechtzeitig vor dem Eisprung eingenommen werden, um das Befruchten der Eizelle zu verhindern. Anders ausgedrückt: Die Pille danach verschiebt den Eisprung. Da die Lebensdauer von Spermien begrenzt ist, genügt diese Verschiebung in der Regel aus, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Wichtig: Bei der Pille danach handelt es sich nicht um eine Abtreibungspille. Die oben aufgeführte Wirkungsweise des Präparats macht deutlich, dass dies keinerlei Einfluss auf eine bestehende Schwangerschaft hat. Die Abtreibungspille ist in Deutschland nur direkt im Krankenhaus oder beim Arzt erhältlich. Apotheken führen sie nicht.

Für wen ist die Pille danach geeignet?

52 Prozent der 25 bis 35 Jährigen schützen sich laut einer Umfrage vor einer ungewollten Schwangerschaft mithilfe der regulären Antibabypille. Mit 45 Prozent belegt das Kondom den zweiten Platz. Seine Beliebtheit erklärt sich durch die einfache Anwendung und den zusätzlichen Schutz vor Krankheiten, den das Präservativ erlaubt. Beides sind bei richtiger Anwendung sichere Methoden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Sollte jedoch beispielsweise das Kondom platzen oder die Verhütung komplett vergessen worden sein, bietet sich die Einnahme der Pille danach an. Mit der Einnahme kann die Frau allerdings nicht lange warten. Je nach Wirkstoff dürfen nicht mehr als drei bis fünf Tage zwischen Geschlechtsverkehr und der Einnahme der Pille danach liegen. Dabei handelt es sich um eine einmalige Einnahme, die nicht auf leeren Magen erfolgen sollte. Die Frau sollte vorher eine Kleinigkeit wie eine Banane oder eine Scheibe Brot essen, um ein ungewolltes Erbrechen der Tablette zu vermeiden.

Was passiert nach der Einnahme?

Durch die Einnahme der Pille danach kann sich die Menstruation nach vorn oder hinten verschieben. Sollte sie allerdings ganz ausbleiben, ist der Gang zum Arzt erforderlich. Er kann abklären, ob es doch zu einer Schwangerschaft kam. Wer beispielsweise die Pille danach genommen hat, weil er einen Einnahmefehler bei der Antibabypille gemacht hat, sollte unbedingt bis zur nächsten Menstruation zusätzlich zu einem nicht-hormonellen Verhütungsmittel greifen. Enthielt die Pille danach den Wirkstoff Ulipristalacetat, sollte die reguläre Antibabypille für einen Zeitraum von fünf Tagen nicht eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen kann es geben?

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Erbrechen, Schmierblutungen und Spannungsgefühle in der Brust gehören ebenfalls zu möglichen Begleiterscheinungen. In seltenen Fällen treten Benommenheit und leichter Schwindel ein. Bei stärkeren Schmerzen oder anderen Symptomen ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Langzeitfolgen durch die Einnahme der Pille danach ohne Rezept sind bisher nicht bekannt.

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Wie sicher verhindert die Pille danach ohne Rezept eine Schwangerschaft?

Wer die Pille danach ohne Rezept kauft, erhält vom Apotheker oft wichtige Hinweise zur Wirksamkeit des Präparats. Je schneller sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird, desto größer sind die Chancen, dass sie tatsächlich eine Schwangerschaft verhindern kann. Erfolgt demnach die Einnahme rasch nach dem Sex, ist eine Befruchtung der Eizelle unwahrscheinlich. Beachtenswert ist allerdings, dass es zu Gegenanzeigen durch andere Medikamente kommen kann. Nimmt die Frau Antibiotika, Antiepileptika, virenhemmende Mittel oder johanniskrauthaltige Präparate ein, kann Wirkung der Pille danach vermindert sein. In diesem Fall ist es wichtig, ein offenes Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker zu führen. Eine reduzierte Wirksamkeit des Medikaments ist auch bei Frauen mit starkem Übergewicht beobachtet worden.

Die Pille danach: Wirkung

Kondom geplatzt, Anti-Baby-Pille vergessen oder gar nicht an Verhütung gedacht – passiert eine solche Panne, kann die Pille danach verhindern, dass die Frau ungewollt schwanger wird. Es gibt zwei Varianten der Pille danach mit unterschiedlichem Wirkstoff: eine Version der Pille danach enthält Levonogestrel, die andere Pille danach Ulipristalacetat. Beide verhindern oder verzögern den Eisprung, die Eizelle wird also nicht befruchtet.

Allerdings klappt das nur, solange sich die Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Entsprechend ist die Pille danach, die es in der Apotheke gibt, umso wirksamer, je schneller sie die Frau nach dem ungeschützten Sex einnimmt. Sind Sie bereits schwanger oder werden Sie es trotz der Pille danach, die Sie rezeptfrei bekommen, brauchen Sie sich um den Embryo keine Sorgen zu machen. Laut aktuellem Kenntnisstand schaden beide Präparate dem Ungeborenen nicht.

Wichtig: Die Pille danach ist weder eine Methode, um eine Schwangerschaft abzubrechen noch eine Verhütungsmethode, die Sie regelmäßig anwenden sollten. Sie ist rein für den Notfall konzipiert.

Die Pille danach: Einnahme

Bei diesem Schwangerschaftsschutz gilt die Devise „je früher, desto besser“. Es ist wichtig bei der Pille danach, wann Sie diese einnehmen. Besonders, wenn es sich um ein Präparat mit dem Wirkstoff Levonogestrel handelt. Die anfänglich hohe Wirksamkeit von 94 Prozent nimmt 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr immer weiter ab bei dieser Version der Pille danach. Nach 72 Stunden sollten Sie sie nicht mehr einnehmen. Eine Schwangerschaft verhindert sie nur, wenn Sie diese Pille danach einen Tag vor dem Eisprung einnehmen.

Anders beim Wirkstoff Ulipristalacetat. Diese Pille danach ist in einem Zeitraum von bis zu fünf Tagen nach dem ungeschützten Sex unverändert wirksam, also solange, wie Spermien in Gebärmutter und Eileiter überleben können – und sie wirkt auch noch etwas unmittelbarer vor dem Eisprung. Entscheidend ist jedoch auch bei dieser Pille danach, bis wann Sie sie einnehmen.

Beide Präparate schlucken Sie in Form einer Tablette. Viele Frauen vertragen die Pille danach besser, wenn sie davor eine Kleinigkeit essen. Auf leeren Magen ist die Gefahr größer, dass Sie die Pille danach erbrechen. Wie lange nach der Einnahme dies geschieht, ist ebenfalls entscheidend für die Wirkung dieses Schwangerschaftsschutzes: Erbrechen Sie die Pille danach innerhalb von drei Stunden nachdem Sie sie geschluckt haben, wirkt sie eventuell nicht. In diesem Fall sollten Sie sich eine neue besorgen.

Sie können die Pille danach jederzeit und zu jedem Zeitpunkt des Menstruationszyklus schlucken, allerdings dürfen Sie die beiden Wirkstoffe nicht zusammen einnehmen. Sie beeinträchtigen sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

Durch die Pille danach setzt die Periode oft ein paar Tage verzögert ein. Sind Sie jedoch nach der Pille danach mit Ihrer Blutung länger als eine Woche überfällig, sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen. Gleiches gilt, wenn Sie andere Anzeichen für eine Schwangerschaft an sich feststellen, zum Beispiel (morgendliche) Übelkeit oder Brustspannen.

Achtung: Sie müssen bis zur nächsten Monatsblutung mit einer nicht hormonellen Methode (z. B. Kondome) schützen, wenn Sie die Pille danach genommen haben. Wie oft Sie diese Notfallverhütung anwenden sollten, ist ebenfalls begrenzt: zwei Monate hintereinander sollte aus medizinischer Sicht kein Problem sein. Langfristig sind jedoch andere Verhütungsmittel verträglicher – und günstiger.

Die Pille danach: Nebenwirkungen

Da Frauen diese Notfallverhütung im Normalfall nur einmal oder zumindest lediglich punktuell einnehmen, vertragen die meisten die Pille danach gut. Nachteile hat aber auch dieser nachträgliche Schwangerschaftsschutz. Wie andere Medikamenten auch, kann die Tablette Nebenwirkungen haben. Zu diesen zählen bei der Pille danach:

  • Zwischenblutungen/Schmierblutungen
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel

Sollten diese Symptome nicht abklingen oder Sie Schmerzen haben, gehen Sie sicherheitshalber zum (Frauen)Arzt und lassen Sie die Ursache abklären.

Grundsätzlich ist die Pille danach schädlich für Frauen, die auf einen oder beide Wirkstoffe überempfindlich reagieren. Sie dürfen diese Notfallverhütung nicht anwenden. Auch für Frauen, die eine schwere Leberfunktionsstörung haben, ist die Pille danach nicht empfehlenswert, da beide Wirkstoffe über die Leber verstoffwechselt werden. Präparate mit Ulipristalacetat eignen sich darüber hinaus auch nicht für Asthmatikerinnen, sie können die Beschwerden verstärken.

Frauen, die schon einmal eine Eileiterentzündung, eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft hatten, sollten mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie die Pille danach einnehmen.

Die Pille danach: Sicherheit

Wie sicher die Pille danach wirkt, hängt davon ab, wann sie geschluckt wird. Je mehr Zeit zwischen dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und der Einnahme vergeht, desto weniger wirksam wird diese Notfallverhütung – besonders, wenn es sich um ein Präparat mit Lenovogestrol handelt. Nach dem Eisprung eingenommen, können Sie mit Pille danach trotzdem schwanger werden, da diese Notfallverhütung lediglich verhindert, dass die Spermien in die Eizelle gelangen. Haben sie das bereits geschafft und hat sich die Eizelle eingenistet, ist die Pille danach wirkungslos.

Zudem können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bei der Pille danach auftreten (z. B. Antibiotika, Mittel gegen Depressionen, Tuberkulose, bakterielle Infektionen). Weisen Sie den Arzt, falls Sie sich ein Rezept ausstellen lassen (siehe „Kosten“), oder den Apotheker, bei dem Sie die Pille danach holen, darauf hin, dass und welche Medikamente Sie einnehmen.

Auch Pille danach und Pille vertragen sich nicht unbedingt. Gestagene, mit denen die regulären Anti-Baby-Pillen arbeiten, setzen nämlich die Wirkung des Ulipristalacetats außer Kraft. Lassen Sie sich beraten, welche Pille danach sich eignet, wenn Sie mit der Pille verhüten.

Hinweis: Einigen Studien zufolge kann auch das Körpergewicht die Sicherheit der Pille danach beeinflussen: je schwerer die Frau, desto weniger wirksam kann die Notfallverhütung sein.

Die Pille danach – was ist bei der Nutzung zu beachten?

Was ist der Unterschied zwischen der Pille danach und der Antibabypille?

Auch, wenn beide Arten Hormone enthalten – die Pille danach unterscheidet sich von der eigentlichen Verhütungspille.

Die klassische Antibabypille wird zur Empfängnisverhütung verwendet und ist dabei nicht ohne Rezept vom Frauenarzt erhältlich. Sie wird nach ärztlicher Verordnung regelmäßig über den Zyklus hinweg eingenommen und verhindert so eine Schwangerschaft.

Die Pille danach kommt dann zum Einsatz, wenn bereits ein „Unfall“ passiert ist. Wenn Spermien in die Scheide gelangt sind, besteht – abhängig vom Zykluszeitpunkt – das Risiko einer Schwangerschaft. Wenn diese nicht erwünscht ist, ist es Zeit, schnell zu handeln.

Die „Pille danach“ ist also nicht für die regelmäßige Verhütung vorgesehen. Dies liegt vor allem daran, dass der Körper durch diese Pillenform einer unnötig hohen Hormonmenge ausgesetzt wäre, die Übelkeit und Bauchschmerzen sowie sogar Zyklusstörungen hervorrufen könnte.

Wie wirkt die Pille danach?

Spermien können bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben. Wurden also Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder ein Kondom vergessen oder weggelassen, besteht für diesen Zeitraum, abhängig vom Zykluszeitpunkt, das Risiko einer Schwangerschaft.

Die Pille danach verzögert oder verhindert den Eisprung und damit auch die Möglichkeit einer Befruchtung der Eizelle. Hat der Eisprung bereits stattgefunden kann die Pille danach, unabhängig vom Wirkstoff, eine Befruchtung nicht verhindern. Sie bewirkt also keinen Schwangerschaftsabbruch.

Daher ist es bei dem Risiko einer unerwünschten Schwangerschaft auch wichtig, dass die Pille danach möglichst schnell nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Die Einnahme der Pille danach – worauf kommt es an?

Die Pille danach kann nicht unbeschränkt genommen werden. Sie hat nur wenige Stunden Zeit, um wirksam zu werden. Das liegt an den natürlichen Abläufen im Körper der Frau. Die Zeit, die zur Verfügung steht, hängt von dem Wirkstoff im verwendeten Medikament ab.

Wenn es sich um eine Variante mit Levonorgestrel (LNG) handelt, bleiben bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr, um die Pille danach einzunehmen. Bei einem Präparat mit Ulipristalacetat (UPA) sind es bis zu 120 Stunden.

Weiterhin kann es zu Wechselwirkungen und Nebenwirkungen kommen. Wenn Sie Notfallverhütung einsetzen möchten, sollten Sie dem Apotheker oder Arzt alle Medikamente nennen, die Sie derzeit einnehmen oder eingenommen haben. Dazu zählen auch rezeptfreie Präparate.

Rezeptfrei bestellen – ist das möglich?

Während die Pille danach früher nur mit einem ärztlichen Rezept zu haben war, ist es mittlerweile möglich, sie ohne vorherigen Arztbesuch zu erhalten.

Seit dem Jahr 2015 haben Frauen die Möglichkeit, direkt zur Apotheke zu gehen. So sparen sie wertvolle Zeit, da diese Pillenart nur für wenige Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr wirksam ist.

Wer kurzfristig einen Termin beim Frauenarzt bekommt, sollte diese Chance trotzdem nutzen. Der Gynäkologe kann eine noch ausführlichere Beratung ermöglichen und die Pille danach auch weiterhin auf Rezept verordnen. In solchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Notverhütung.

Da es durch das Medikament zu massiven Eingriffen in den Hormonhaushalt der Frau kommt, ist es erforderlich, dass sie vor der Einnahme eine ausführliche Beratung erhält. Eine Frau, die die Notverhütung in der Apotheke kaufen möchte, bekommt diese Beratung von einem Apotheker.

Bei einer Online-Bestellung ist es wichtig, dass ihre Situation von einer medizinisch kompetenten Person beurteilt werden kann. Außerdem muss beim Versand zusätzlich der begrenzte Zeitraum zur Einnahme der Pille danach berücksichtigt werden.

Fazit: Die Pille ist eine wichtige Option in Notfällen

Nahezu jede Frau kann in die Situation kommen, eine Notverhütung zu benötigen. In diesem Fall ist es wichtig, dass sie umfassend beraten und gut informiert wird. Unterschieden werden muss die Pille danach von der klassischen Antibabypille. Erstere ist nur für den Notfall gedacht, wenn die Verhütung vergessen wurde.

Die Kosten für die Pille danach betragen je nach Medikament zwischen ca. 18 und 36 €.

Wie gefährlich ist die Pille danach?

Laut einer US-amerikanischen Studie hat sich der Einsatz der Pille danach in den letzen zehn Jahren fast verdoppelt—und auch in Deutschland ist der Absatz deutlich gestiegen, seitdem sie rezeptfrei erhältlich ist. Grundsätzlich ist das gut, denn das bedeutet, dass es weniger ungewollte Schwangerschaften gibt und Frauen ihr Recht auf reproduktive Selbstbestimmung nutzen—zum Preis von 16-30 Euro und einem Besuch in der nächsten Apotheke. Beunruhigender ist dagegen, dass die Studie auch zeigt, dass immer mehr Jugendliche die Pille danach als reguläres Verhütungsmittel nutzen. Anstatt die Pille zu nehmen oder Kondome zu benutzen, wird der Plan B für viele Teenager zum Sicherheitsnetz.

Obwohl so gut wie jede andere Verhütungsmethode nicht nur günstiger, sondern auch praktischer wäre, kann man auch verstehen, warum die Verhütung für den Notfall in der allgemeinen Wahrnehmung immer mehr zur Verhütung für den „Notfall, den ich genau genommen hätte verhindern können“ wird: Eine kurze Google-Suche versichert, dass die Pille danach zu 100 Prozent zuverlässig ist. Große Universitäten erzählen uns, dass die positiven Aspekte der Pille die negativen überwiegen. Und Forschungsunternehmen betonen, dass man die Pille danach so oft man nehmen kann, wie man will, ohne ernstzunehmende Nebenwirkungen befürchten zu müssen.

Dennoch ranken sich seit Jahren ziemlich üble Geschichten um die Pille danach. Immer wieder wurde sie für Blutgerinnsel, Krebs und Herzkrankheiten verantwortlich gemacht und hatte (wenig überraschend auch innerhalb der Anti-Abtreibungs-Bewegung) den Ruf, ein Abtreibungsmittel zu sein. Besonders häufig stößt man im Netz und in den Medien auf panische Spekulationen, ob die Pille danach dafür verantwortlich ist, dass Frauen später nicht mehr schwanger werden können. Meistens werden solche Bedenken durch die himmelhohe Hormon-Dosis der Pille danach geschürt: beispielsweise enthält das Präparat PiDaNa 1,5 mg Levonorgestrel. Das ist das 12- bis 13-fache der normalen Dosierung gängiger hormoneller Verhütungsmittel. Wenn man bedenkt, wie viele Frauen hormoneller Verhütung misstrauen, ist es kein Wunder, dass viele Frauen dazu neigen „viele Hormone“ mit „zerstören dein Leben“ gleichsetzen.

Mehr lesen: „Ich wollte sterben“: Wie die Pille dein Leben ruinieren kann

Vielleicht bist du ja eine der Glücklichen, die die Pille danach genommen hat und sich anschließend quietschfidel gefühlt hat. Oder du bist wie ich und hast dich nach der Einnahme für drei Monate in ein aufgedunsenes, müdes, emotionales Wrack verwandelt, das mit einer Mischung aus Depressionen, Ängsten und Müdigkeit zu kämpfen hatte. Vielleicht ging es dir aber auch noch schlechter als mir: Eine Frau erzählt in einem Erfahrungsbericht, dass ihr „so unglaublich schlecht war, dass kaum etwas tun konnte“ und sie mit dem unangenehmen Gefühl zurechtkommen musste, dass ihre „Organe explodierten.“

Wenn dich die einmalige Einnahme in bestimmten Fällen schon so fertig machen kann, was passiert dann, wenn man die Pille danach immer wieder über mehrere Monate verteilt einnimmt? Ist die Pille danach wirklich so gut verträglich wie die Werbung sagt—egal wie oft man sie nimmt? Oder sind die Bedenken vielleicht doch gerechtfertigt?

„Keine der Geschichten, die man über die Pille danach hört, ist wahr“, sagt Dr. Charlotte Wilken-Jensen, Leiterin des Fachbereichs für Gynäkologie und Geburtshilfe des Hvidovre Krankenhauses in Dänemark. „Die Packungsbeilage rät zwar dazu, die Pille danach nur einmal pro Zyklus zu nehmen, aber eigentlich kann man sie ohne Probleme jedes Mal nehmen, wenn man ungeschützten Verkehr hatte. Natürlich steigt aber das Risiko für Nebenwirkungen, wenn man sie mehr als einmal nimmt.“

Allein das Wort „Nebenwirkungen“ lässt bei mir die Alarmglocken schrillen—aber was ist mit dem Gerücht, dass man nicht mehr schwanger werden kann?

„Die Pille danach hat definitiv keinen Einfluss darauf, wie die Chancen stehen, dass man später schwanger werden kann“, versichert mir Dr. Wilken-Jensen. „Die Nebenwirkungen, die durch das Hormon hervorgerufen werden—wie Übelkeit, Schwindel und Unwohlsein—können jedoch die allgemeine Lebensqualität mindern, einfach nur, weil man sich nicht so gut fühlt. Depressionen sind dabei ebenfalls ein wichtiges Thema. Das ist wirklich nicht schön.“

Nein, sich mehrere Monate lang wie ein schläfriger, wütender Wal zu fühlen, ist wirklich nicht schön—und das gilt auch nur für den Fall, dass du die Pille danach nach einem netten, nüchternen Schäferstündchen im Heu genommen hast. Wenn du schon einige Gin Tonics zu viel hattest oder andere Substanzen zu dir genommen hast, bevor du deine sexuellen Eskapaden gestartet hast, besteht auch die Chance, dass dein Kater die Wirkung der Pille danach herabsetzt.

Wenn die Eizelle bereits befruchtet wurde, ist die Pille danach wirkungslos.

„Ungeschützter Geschlechtsverkehr nach Alkohol- oder Drogenkonsum ist ein bekanntes Problem“, seufzt Dr. Wilken-Jensen. „Glücklicherweise haben Drogen und Alkohol langfristig keinen Einfluss auf die Nebenwirkungen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man erbrechen muss oder Magenprobleme hat, ist höher. Das würde die Wirkung der Pille danach definitiv beeinflussen: Wenn man erbricht oder Durchfall hat, wirkt die Pille nicht mehr so gut oder konnte vielleicht nicht richtig wirken, bevor sie wieder aus dem Körper herauskommt. Ansonsten gibt es keine Wechselwirkung zwischen Drogen oder Alkohol und der Pille danach.“

Aber was ist mit Blutgerinnseln oder Herzkrankheiten? Oft warnt der Beipackzettel junge Frauen davor, dass die Pille danach bei entsprechender Veranlagung dazu führen könnte. Obwohl manche Menschen befürchten, dass sie durch die extra starke Hormondosis anfälliger für solche Probleme werden könnten, versichert Dr. Wilken-Jensen, dass das nicht stimmt. „Die neuen Wirkstoffe, die für die Pille danach verwendet werden (meist Levonorgestrel), befeuern weder Blutgerinnsel noch Herzkrankheiten“, sagt sie. „Ältere Präparate enthielten Östrogen, was das Risiko für Blutgerinnsel erhöht hat—genau wie bei der normalen hormonellen Verhütung. Solche Präparate werden in Europa aber nicht mehr verwendet.“

Was man ebenfalls wissen sollte: Die Pille danach hat nichts mit Abtreibung zu tun. „Wenn die Eizelle bereits befruchtet wurde, ist die Pille danach wirkungslos,“ sagt sagt Dr. Wilken-Jensen. „Das liegt daran, dass die Pille danach lediglich den Eisprung verschiebt. Ehrlich gesagt, weiß niemand so genau, wie das funktioniert, aber wir wissen, dass sie nicht viel mehr macht.“

Gute Nachrichten also: Sich die Pille danach wie Tic Tacs einzuwerfen, schadet nicht—du musst dich nur darauf vorbereiten, dass du dich unter Umständen ziemlich scheiße fühlen wirst, während dein Körper mit einer Flut aus Hormonen kämpft. Vielleicht bekommst du nicht einmal irgendwelche Nebenwirkungen, aber falls doch, dann sind sie nur temporär. Das ist scheiße, aber hey, immerhin geht es dir auf lange Sicht gut.

Vorsicht Anwendungsfehler Pille danach

Grundsätzlich können nach der Einnahme der Pille danach die möglichen Nebenwirkungen einsetzen. Weitere Informationen zum Thema Nebenwirkungen der Pille danach finden Sie hier!

Einnahme der Pille danach nach dem empfohlenen Zeitfenster

Die Pille danach sollte nur innerhalb von dem empfohlenen Zeitfenster eingenommen werden. Eine spätere Einnahme der Pille danach verfehlt die gewünschte Wirkung der Verhinderung einer möglichen Schwangerschaft und ist somit überflüssig!
Dies bedeutet, dass das Pille danach-Präparat PiDaNa® innerhalb von drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und das Pille danach-Präparat ellaOne® innerhalb von fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden sollte.
In jedem Fall wird dringend empfohlen die Pille danach so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einzunehmen, da ihre Sicherheit zur Verhütung einer Schwangerschaft im Zeitverlauf signifikant abnimmt.
Wer als Frau eine mögliche Schwangerschaft mit größtmöglicher Sicherheit nach einer Verhütungspanne verhindern möchte, diejenige sollte sich innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Kupferkette GyneFix® oder alternativ eine Kupferspirale einsetzen lassen. Mit einer Sicherheit von über 99 % verhindert die Notfallverhütung mit Kupfer eine mögliche Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne und ist derzeit die sicherste Methode zur Notfallverhütung.

Reduzierte Wirksamkeit bei Frauen mit Übergewicht

Unterschiedliche Meinungen kann man darüber lesen, ob die Effektivität der Pille bei zunehmendem Körpergewicht abnimmt. Es existieren Veröffentlichungen, in welchen darauf aufmerksam gemacht wird, dass ab einem Körpergewicht von 70 kg die Effektivität der Pille danach mit Levonorgestrel (PiDaNa®) sinken soll. Gleichzeitig soll die Wirksamkeit der Pille danach mit Ulipristalacetat (ellaOne®) bei Frauen ab einem Körpergewicht von 95 kg nachlassen.1
Wer auf Nummer sicher gehen will sollte als Frau mit Übergewicht ab einem BMI größer 35 statt Pille danach die Kupferkette GyneFix® oder alternativ eine Kupferspirale wählen. Mit der Kupferkette GyneFix konnten sehr gute Erfahrungen als Notfallverhütungsmethode gemacht werden und sie bietet neben der Kupferspirale die höchste Sicherheit bei der Verhütung nach einer Verhütungspanne.

Erbrechen und Durchfall nach Einnahme der Pille danach

Sollte sich die Anwenderin der Pille danach innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme aufgrund von Übelkeit übergeben müssen und die Pille danach erbrechen, dann wird so schnell wie möglich die Einnahme einer weiteren Tablette der Pille danach empfohlen.
Auch bei Durchfall innerhalb von 3 Stunden nach Anwendung der Pille danach, ist die Einnahme einer weiteren Tablette der Pille danach zu überlegen und mit dem Frauenarzt zu besprechen.
Alternativ kann auch die Einlage einer Kupferkette oder der Kupferspirale in Erwägung gezogen werden, da diese beiden Methoden der Notfallverhütung bei Einlage innerhalb von fünf Tagen die derzeit höchste Sicherheit zur Vermeidung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bieten.

Unbedingt bis zur nächsten Periode zusätzlich verhüten!

Wichtig zu wissen ist, dass die Pille danach die Wirkung der normalen Pille beeinträchtigen kann.
Der angebrochenen Blister der normalen Pille ist wie gewohnt weiter einzunehmen. Zusätzlich sind bei Geschlechtsverkehr im laufenden Zyklus Barrieremethoden wie zum Beispiel das Kondom anzuwenden. So lange, bis die nächste Periode einsetzt.

Mehrmalige Anwendung der Pille danach in einem Zyklus

Die Pille danach soll eine Schwangerschaft im Notfall nach einer Verhütungspanne verhindern. Aus diesem Grund sollte die Pille danach nur in Ausnahmefällen angewendet werden!
Die Pille danach eignet sich somit nicht als sporadische Verhütungsmethode für Frauen mit gelegentlichem Geschlechtsverkehr.
Die Packungsbeilage der Pille danach weist explizit darauf hin, dass die Pille danach nicht mehrmals innerhalb von einem Zyklus eingenommen werden sollte.
Die Pille danach eignet sich nicht als regelmäßige Methode zur Schwangerschaftsverhütung, insbesondere, weil sie zur Verhütung eine geringere Sicherheit bietet, als viele andere für die regelmäßige Anwendung gedachte Verhütungsmittel.2 Denn ist der Eisprung bereits erfolgt, dann besteht trotz Einnahme der Pille danach die Möglichkeit schwanger zu werden.
Dementsprechend verhindert die Pille danach das Eintreten einer Schwangerschaft nicht in jedem Fall. Zusätzlich würde mit einer regelmäßigen Einnahme der Pille danach das Risiko einer übermäßigen Hormonbelastung mit entsprechenden Nebenwirkungen einhergehen.

Überdosierung der Pille danach

Zur Überdosierung der Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ist in der Packungsbeilage der PiDaNa® ein Absatz zu finden. Demnach wurden im Zusammenhang mit der Einnahme hoher Dosen oraler Verhütungsmittel bisher keine schwerwiegenden Wirkungen berichtet. Eine Überdosierung der Pille danach kann Übelkeit verursachen und zum Auftreten einer Entzugsblutung führen.
In der Packungsbeilage der Pille danach ellaOne® wird erwähnt, dass einer begrenzten Anzahl von Probanden Einzeldosen von bis zu 200 mg Ulipristalacetat verabreicht wurden, ohne dass es zu schwer verlaufenden oder schwerwiegenden Nebenwirkungen kam.
Folglich scheint eine Überdosierung bei der Pille danach-Präparate keine schweren Folgen zu haben.

Welche Verhütungsmethode für die Zukunft

Die Pille danach ist ein Mittel zur Empfängnisverhütung für die Notsituation. Das heißt, sie sollte keineswegs regelmäßig angewendet werden, denn ihre Sicherheit zur Vermeidung einer Schwangerschaft ist niedriger, als wenn zum Beispiel die normale Pille regelmäßig eingenommen wird.
Die Anwenderin der Pille danach sollte daher unbedingt reflektieren, warum es zur Verhütungspanne gekommen ist und wie sich solch eine Situation in Zukunft vermeiden lässt.
Dementsprechend sollte sie sich Gedanken machen, welche Verhütungsmethode in Zukunft am besten für sie geeignet ist. Die höchste Sicherheit bieten dabei Langzeit-Verhütungsmethoden wie die Spirale, weil Anwendungsfehler damit quasi ausgeschlossen sind. Die Kupferkette als Sonderform der Spirale ist von geringen Nebenwirkungen bei gleichzeitig hoher Sicherheit als Verhütungsmethode geprägt und auch für junge Frauen, die noch nicht geboren haben, bestens geeignet.

Pille danach: Anwendung und Wirkung

Häufige Fragen zur Pille danach

Von Schwangerschaftsverdacht über Nebenwirkungen bis Thromboserisiko oder Vertraulichkeit und Kostenübernahme. Hier lesen Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen darüber, was Sie sonst noch über die Pille danach wissen sollten.

Was tue ich beim Verdacht auf Schwangerschaft?

Bei Verdacht auf eine Schwangerschaft sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen und bei einem positiven Befund zum Frauenarzt gehen. Bei bestehender (nicht bekannter Schwangerschaft) gilt eine einmalige Einnahme von 1,5 mg Levonorgestrel (PiDaNa) als nicht bedenklich. Ulipristalacetat (ellaOne) darf jedoch bei Verdacht auf eine bestehende Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Hinweise auf eine mögliche Schwangerschaft sind:

  • verspätete Monatsblutung
  • schwächere Stärke der Monatsblutung
  • kürzere Dauer der Monatsblutung.

Kann ich die Pille danach mehrmals pro Zyklus anwenden?

Es wird nicht empfohlen, die Pille danach mehrmals innerhalb eines Monatszyklus anzuwenden. Gründe hierfür sind die unerwünscht hohe Hormonbelastung sowie die Gefahr schwerer Zyklusstörungen. Zudem lässt die Wirksamkeit nach mehrfacher Anwendung in einem Zyklus nach.

Was tue ich bei Übelkeit und Erbrechen?

Brechreiz oder Erbrechen vermindern mitunter die Wirksamkeit der Pille danach. Wenn Sie sich innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme der Pille danach erbrechen, muss umgehend eine weitere Tablette als Ersatz eingenommen werden. Um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, sollten Sie vor der Einnahme der Pille danach etwas essen (z. B. ein Butterbrot). Setzt dennoch Erbrechen ein, muss eine ärztliche bzw. gynäkologische Abklärung erfolgen.

Besteht ein erhöhtes Thrombose-Risiko?

Bisherigen Beobachtungen zufolge gibt es bei gesunden Frauen für levonorgestrelhaltige Notfallkontrazeptiva keinen Anhalt für ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Das gilt allerdings nur, solange diese Form der Notfallkontrazeption nur in Ausnahmefällen erfolgt. Es gibt Berichte von vereinzelten Thrombose-Fällen, die zumeist in Verbindung mit der regelmäßigen Einnahme einer levonorgestrelhaltigen Antibabypille auftraten.

Ein erhöhtes Thromboserisiko von Levonorgestrel kann auch bei weiteren Risikofaktoren (z. B. Blutgerinnungsfaktor-Mutationen, Thrombosen in der eigenen Vorgeschichte oder in der Vorgeschichte der Familie sowie Rauchen) nicht ausgeschlossen werden.

Kann ich die Pille danach während der Stillzeit nehmen?

Frauen, die sich in der Stillzeit befinden, sollten nach der Einnahme der Pille danach folgende Stillpausen einhalten:

  • nach PiDaNa: 8 Stunden Stillpause
  • nach ellaOne: 1 Woche Stillunterbrechung

Wie verhüte ich nach Einnahme der Pille danach?

Nach der Notfallverhütung sollte die übliche hormonale Kontrazeption fortgeführt werden. Zusätzlich sind Barriere-Methoden (z. B. Kondome) bis zum Zyklusende (zur nächsten Menstruation) notwendig. Einen Überblick über die handelsüblichen Antibabypillen inklusiven Kostenvergleich finden Sie im Antibabypillen-Preisvergleich.

Schützt die Pille danach vor sexuell übertragbaren Krankheiten?

Die Pille danach schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe, Syphilis, Infektionen mit Chlamydien oder Humanen Papillomviren (HPV), Hepatitis oder HIV/AIDS. Äußern Frauen auf Nachfrage entsprechende Bedenken, wird eine umgehende ärztliche Untersuchung empfohlen.

Wann kommt die nächste Regelblutung?

Bei der Mehrzahl der Frauen tritt die nächste Monatsblutung auch nach der Einnahme von Levonorgestrel und Ulipristalacetat wie gewohnt ein. Mitunter kann sie aber bis zu 7 Tage früher oder später kommen. In Einzelfällen ist die Menstruation auch um mehr als 20 Tage verzögert. Bleibt die Regelblutung länger als 7 Tage nach dem erwarteten Termin aus, sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen und sicherheitshalber auch zum Frauenarzt gehen.

Welche Wechselwirkungen gibt es mit anderen Medikamenten?

Die Wirksamkeit von Levonorgestrel und Ulipristalacetat kann durch Wirkstoffe, die ein bestimmtes Enzym beeinflussen, vermindert werden. Wenn Sie Medikamente mit einem der folgenden Wirkstoffe einnehmen, sollten Sie sich vor der Einnahme der Pille danach ärztlich beraten lassen. In den meisten Fällen ist die Einlage einer Kupferspirale die bessere Alternative der Notfallverhütung:

  • Johanniskraut/Hypericin (gegen depressive Verstimmungen und Depressionen)
  • Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Primidon (gegen Epilepsie)
  • Ritonavir, Efavirenz, Nevirapin (gegen HIV)
  • Rifampicin und Rifabutin (gegen Tuberkulose).

Welche Nebenwirkungen hat die Pille danach?

Die Wirkstoffe Levonorgestrel und Ulipristalacetat gelten als relativ gut verträglich. Dennoch kann es zu Nebenwirkungen kommen. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bauch- und Unterleibsschmerzen, Menstruationsbeschwerden wie unregelmäßige Regelblutungen oder Regelschmerzen, Müdigkeit sowie ein Spannungsgefühl in der Brust.

Wer übernimmt die Kosten für die Pille danach?

Wenn ein Arzt die Pille danach verordnet hat, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, solange Sie das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ohne Rezept müssen Sie PiDaNa und ellaOne selbst bezahlen. PiDaNa kostet etwa 20 Euro pro Tablette, ellaOne ist mit ab 30 Euro pro Tablette deutlich kostspieliger.

Wirkung Pille danach

Die Pille danach und ihre Wirkung

Wer nach einer Verhütungspanne eine Notfallverhütung benötigt, der sollte über die Pille danach und ihre Wirkung genau Bescheid wissen. Denn immer wieder kann festgestellt werden, dass Mädchen und Frauen zwar von der Möglichkeit der Pille danach wissen, ihre genaue Wirkung, ihre Sicherheit und die damit verbundenen Bedingungen, jedoch nicht kennen. Weder über die Pille danach und ihre genaue Wirkung sind Frauen gut informiert, noch über die möglichen Anwendungsfehler oder Nebenwirkungen der Pille danach.
Beide Präparate der Pille danach haben die Wirkung, dass sie die Eireifung hemmen und den Eisprung nach hinten verschieben. Das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaOne®) hat in klinischen Untersuchungen dabei eine bessere Wirkung bewiesen, weil es im Gegensatz zur Pille danach mit Levonorgestrel (PiDaNa®) auch noch kurz vor dem Eisprung wirkt und diesen nach hinten verschiebt.1

Die Pille danach kann diese Wirkung allerdings nur entfalten, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Sollte der Eisprung schon stattgefunden haben, kann nur noch die Einlage einer Kupferkette oder einer Kupferspirale als Spirale danach mit der höchsten Sicherheit im Bereich der Notfallverhütungsmethoden eine mögliche Schwangerschaft im Nachhinein verhindern. Die Herausforderung dabei ist, dass sich nur schwer feststellen lässt, ob im aktuellen Zyklus der Frau der Eisprung bereits stattgefunden hat oder nicht. Die Frau, der es am wichtigsten ist durch die Anwendung der Notfallverhütung, eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern, diejenige sollte sich aufgrund dem Aspekt der höchsten Sicherheit für die Einlage einer Kupferkette oder einer Kupferspirale entscheiden.

Bei Einnahme rechtzeitig vor dem Eisprung verhütet die Pille danach durch ihre Wirkung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine mögliche Schwangerschaft. Um der Pille danach eine maximale Wirkung zu ermöglichen, sollte sie innerhalb von 12–24 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je später die Pille danach eingenommen wird, desto geringer ist ihre Wirkung und desto mehr reduziert sich die Sicherheit, mit welcher die Wirkung der Pille danach eine mögliche Schwangerschaft verhindert.

Pille danach

mit Ulipristalacetat 30 mg (ellaOne®)

mit Levonorgestrel 1,5 mg (PiDaNa®)

Spirale danach

Kupferkette oder Kupferspirale (GyneFix®)

Wirkung

Ei-Reifung wird gehemmt und der Eisprung nach hinten verschoben, um Überlebensdauer der Spermien zu überbrücken – wirkt im Gegensatz zur Levonorgestrel-Pille danach auch noch während dem LH-Anstieg kurz vor dem Eisprung

Ei-Reifung wird gehemmt und der Eisprung nach hinten verschoben, um Überlebensdauer der Spermien zu überbrücken

1. Phase: Störung der Spermium-Eizell-Interaktion zur Verhinderung einer Befruchtung; 2. Phase: Die Einnistung einer befruchteten Eizelle würde verhindert werden (Nidationshemmung bzw. Implantationshemmung)

Wirkungsstabilität

Wirkung reduziert sich, je mehr Zeit zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der
Einnahme vergangen ist

Wirkung reduziert sich, je mehr
Zeit zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der Einnahme vergangen ist

Innerhalb von 5 Tagen gleichbleibend 99 %

Wirksamkeit

ca. 75–84 %2

ca. 55–60 %3

99,00 %4

Zeitfenster für die Anwendung

So schnell wie möglich bis spätestens 5 Tage (120 Stunden) nach Verhütungspanne

So schnell wie möglich bis spätestens 3 Tage (72 Stunden) nach Verhütungspanne

Bis spätestens 5 Tage (120 Stunden) nach Verhütungspanne

Tabelle: Wirkung der Pille danach – Spirale danach

Die Pille danach und ihre Wirkung im Detail

Die Pille danach und ihre Wirkung haben nach der Einnahme zur Folge, dass die Eireifung gehemmt wird und eine Verschiebung vom Eisprung nach hinten im Zyklus der Frau erfolgt. Dabei sollen weder das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaOne®) in der Dosis 30 mg, noch das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (PiDaNa®) in der Dosis 1,5 mg in ihrer Wirkung die Einnistung einer befruchteten Eizelle beziehungsweise eines befruchteten Eies in der Gebärmutter verhindern5.
Dementsprechend fungiert die Pille danach in ihrer Wirkung nicht hemmend auf eine Implantation einer bereits befruchteten Eizelle und verhindert daher auch mit einer geringeren Sicherheit eine Schwangerschaft, als die Spirale danach.
Beide Pille danach-Präparate haben in ihrer Wirkung zum Ziel, die Reifung der Eizelle zu hemmen und durch eine Verzögerung beziehungsweise Unterdrückung des LH-Höhepunktes den Eisprung nach hinten zu verschieben. LH ist die medizinische Abkürzung für den Begriff „luteinisierende Hormon“, dessen Konzentration im Zyklus der Frau stark ansteigt und mit seinem Höhepunkt (LH-Peak) den Eisprung auslöst.
Die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat 30 mg (ellaOne®) zeigt auch noch Wirkung, wenn der LH-Spiegel bereits angestiegen ist, also auch noch bei Einnahme kurz vor dem Eisprung. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel 1,5 mg (PiDaNa®) kann den Eisprung bei bereits ansteigen im LH-Spiegel nicht mehr unterdrücken bzw. nach hinten verschieben.
Der Sinn der Verschiebung des Eisprung nach hinten durch die Einnahme der Pille danach und ihre Wirkung liegt darin, das fruchtbare Fenster der Frau zu überbrücken, denn die maximale Überlebenszeit der Spermien im Körper der Frau beträgt 3–5 Tage. Durch die Verschiebung vom Eisprung für fünf Tage nach hinten findet der Eisprung erst statt, wenn die Spermien im Körper der Frau nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr bereits abgestorben sind. In diesem Zusammenhang ist unbedingt zu beachten, dass die Frau nach der Einnahme der Pille danach für den restlichen Zyklus zusätzliche Verhütungsmittel (zum Beispiel das Kondom) anwendet.

Die Spirale danach hat eine bessere Wirkung als die Pille danach

Die wichtigste Information in diesem Zusammenhang ist, dass es gar nicht die Pille danach ist, welche die beste Wirkung mit der höchsten Sicherheit als Notfallverhütung zur Vermeidung einer Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne bietet.
Die Notfallverhütungsmethode mit der höchsten Sicherheit (über 99 %) ist nämlich nicht die Pille danach, sondern es ist die Spirale danach durch die Einlage der Kupferkette oder der Kupferspirale innerhalb von fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Spirale danach bietet eine signifikant höhere Sicherheit im Vergleich mit der Pille danach zur Vermeidung einer Schwangerschaft im Nachhinein nach einer Verhütungspanne, wird aber leider nur selten Frauen in der Notsituation angeboten oder vom Frauenarzt in der Beratung erwähnt. Wer als Frau Wert auf die Notfallverhütungsmethode mit der höchsten Sicherheit legt, entscheidet sich für die Kupferkette oder die Kupferspirale, welche gleichzeitig den Vorteil bietet, dass sie direkt im Anschluss für mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben und als sichere Verhütungsmethode verwendet werden kann. Die Kupferkette ist dabei das Modell, welches auch für Mädchen und junge Frauen als Notfallverhütung geeignet ist. Interessierten Frauen bleibt es leider nicht erspart, in der Notsituation die Gynäkologen in der Umgebung abzutelefonieren, um zu erfragen ob dort die Spirale danach eingelegt wird, denn nicht jeder Frauenarzt praktiziert diese Vorgehensweise. Eine Liste der im Notfall einlegenden in Gynäkologen der Kupferkette in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Spirale danach
Hier geht es weiter zu den Nebenwirkungen der Pille danach

1 Fachzeitschrift FRAUENARZT Nr. 12/2013, S. 1183: Was muss der Gynäkologe zum Thema Notfallkontrazeption wissen? Von M. Schorsch, W. Harlfinger, R. Gomez, R. Seufert
2 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 2 – Update vom 4.02.2013
3 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 3 – Update vom 4.02.2013
4 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 3 – Update vom 4.02.2013
5 Kristina Gemzell-Daniellsson et al.: Emergency contraception – mechanism of action (2012)

Obwohl die „Pille danach“ seit langem auf dem Markt ist, weiß niemand im Detail, auf welche Weise sie ihre Wirkung entfaltet. Als gesichert gilt, dass ihr Inhaltsstoff Levonorgestrel, sofern er rechtzeitig eingenommen wird, den Eisprung verhindert. Unklar ist hingegen, ob das künstliche Gestagen darüber hinaus die Beweglichkeit der Eizelle und der Spermien verringert und – das ist aus ethischer Sicht wichtig – die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle in die Gebärmutter erschwert. Wäre letzteres der Fall, käme die Einnahme der „Pille danach“ aus Sicht ihrer Kritiker einer Abtreibung gleich. Sollte Levonorgestrel hingegen ausschließlich die Reifung der Eizelle stören, würde das Medikament seine Wirkung verlieren, sobald der Eisprung in den nächsten 12 bis 24 Stunden bevorsteht oder schon erfolgt ist.

Klar ist, dass die „Pille danach“, bei der die nötige Menge an Levonorgestrel je nach Präparat auf ein oder zwei Tabletten verteilt ist, eine Schwangerschaft nicht hundertprozentig verhüten kann. Studien haben gezeigt, dass 0,4 Prozent der Frauen, die das Medikament binnen 24 Stunden nach dem ungeschützten Sex einnehmen, trotzdem schwanger werden. Das ist immerhin eine von 250 Anwenderinnen.

Jede Zehnte spürt Nebenwirkung

Schlucken die Frauen die Pille erst zwei oder drei Tage später, beträgt die Schwangerschaftsrate sogar 1,2 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Ohne die „Pille danach“ würden erfahrungsgemäß 5,5 Prozent der Frauen schwanger.

Mit Nebenwirkungen von Levonorgestrel, das in Deutschland als „Pidana“ auf dem Markt ist, müssen ihre Anwenderinnen rechnen. Mehr als jede zehnte Frau leidet nach der Einnahme des Medikaments unter Übelkeit, Kopf- oder Bauchschmerzen. Auch Zwischenblutungen und Spannungsgefühle in der Brust sind häufig. Die Nebenwirkungen sind auf jeden Fall so stark, dass Mediziner übereinstimmend empfehlen, die Einnahme auf den Notfall zu beschränken. Sollte die „Pille danach“ eine Schwangerschaft nicht verhindern können, wirkt sie sich nach heutigem Wissen allerdings auch nicht nachteilig auf den sich entwickelnden Embryo aus.

Ob das bei der derzeit einzigen Alternative zu Levonorgestrel, dem Wirkstoff Ulipristal, genauso ist, weiß man noch nicht. Das Medikament ist seit Oktober 2009 als „Ellaone“ erhältlich und wird, weil es noch so neu ist, in jedem Fall rezeptpflichtig bleiben. Ulipristal ist anders als Levonorgestrel kein synthetisches Hormon, sondern ein sogenannter selektiver Progesteron-Rezeptormodulator. Der Wirkstoff heftet sich in den Körperzellen an die Bindungsstellen für das Hormon Progesteron und blockiert dessen Wirkung. So kann Ulipristal den Eisprung sogar dann noch unterdrücken, wenn dieser ohne das Medikament schon in wenigen Stunden erfolgt wäre.

Der größte Vorteil dieser neuen „Pille danach“ ist, dass sie noch bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex eine Schwangerschaft verhindern kann. Zudem wirkt sie zu jedem Zeitpunkt der Einnahme zuverlässiger als Levonorgestrel. In einer Vergleichsstudie, in der die Probandinnen eine der beiden Pillen bis zu drei Tage nach ungeschütztem Sex einnahmen, wurden mit Levonorgestrel 1,7 Prozent der Frauen schwanger, mit Ulipristal nur 0,9 Prozent. Vielleicht ist das der Grund, warum dieses Präparat zunehmend häufiger verschrieben wird, laut Gesundheitsministerium voriges Jahr in 46 Prozent der Fälle.

Pille danach: NEON klärt die größten Mythen über die Notfallverhütung

Fünf Minuten lang stehe ich vor der Apotheke in einem ziemlich gediegenen Stadtteil, in dem wahrscheinlich NIE mal jemand einen über den Durst trinkt und schlechte Entscheidungen fällt und warte darauf, dass der Verkaufsbereich sich leert. Muss ja nicht jede Vorzeige-Mutti wissen, was ich gestern Abend gemacht habe. Drinnen angekommen schlurfe ich unauffällig Richtung Schalter und murmle meine Bestellung: „Nml d Pll dnch btt“. „Wie bitte??“ „NML D PLL DNCH BTT.“ „Sie werden ein bisschen deutlicher sprechen müssen, wenn ich Sie verstehen soll.“ „Einmal die Pille danach bitte danke vielmals okay?“

Meine Ohren werden rot. Mir ist warm. Eine Schweißperle kämpft sich über meine Schläfe. Mir ist schlecht. Die Tatsache, dass ich einen Kater des Todes habe, hilft nicht im geringsten. Ob ich wohl mit in den kleinen Beratungsraum kommen wolle, fragt der Apotheker und zeigt auf eine spärlich abgegrenzte Kabine in der Ecke. Garantiert nicht. Da kann ich mir ja gleich ein „ICH HATTE EINEN ONE-NIGHT-STAND UND HABE NICHT VERHÜTET“-Schild umhängen. Ich krieg das schon ohne Erklärung hin, nuschle ich, bezahle, packe meine Tablette ein und renne wie der Wind.

Viele Frauen wissen zu wenig über die Pille danach

Ich habe die Pille danach einmal in meinem Leben genommen – vor vielen Jahren, nach einem vernebelten Abend. Damals war es mir furchtbar peinlich. Im Nachhinein hätte ich mal in die Shame-Kabine gehen sollen. Denn auch, wenn dem unweigerlich eine Predigt über Verhütung und Geschlechtskrankheiten und und und gefolgt wäre, ich hätte mit Sicherheit noch etwas lernen können. Was macht die Pille danach eigentlich wirklich? Was ist da genau drin? Wie oft darf man sie nehmen? Alles Sachen, die ich nicht weiß – und damit bin ich nicht allein. Viele Mythen ranken sich um die Pille danach. Wir haben die sieben wichtigsten mal mit Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, besprochen.

Fullscreen

Nach einer durchfeierten Nacht, in der alle Vorsicht in den Wind geschossen wurde, oder wenn das Kondom mal platzt – immer wieder greifen Frauen zur Pille danach. Aber was ist da eigentlich wirklich drin?

©Getty Images/iStockphoto

Albring kann erklären, was die Pille danach genau bewirkt. Es gebe zwei unterschiedliche Wirkstoffe für die Notfallverhütung, sagt er: Levonorgestrel und Ulipristalacetat. „Beide Arzneimittel verschieben, wenn sie vor dem Eisprung genommen werden, den Eisprung um einige Tage. Dadurch sind die Spermien, die sich nach ungeschütztem Sex in der Gebärmutter und in den Eileitern befinden, zum Zeitpunkt des verspäteten Eisprungs bereits abgestorben“, erklärt der Mediziner. Liegt der Eisprung schon länger zurück, empfiehlt er, sich sofort eine Kupferspirale legen zu lassen: „Sie hat in der Notfallverhütung die größte Zuverlässigkeit.“

Die 7 größten Mythen über die Pille danach – und was der Fachmann dazu sagt

#Mythos 1 – Die Pille danach ist eine echte Hormonbombe

Dr. Albring: „Levonorgestrel ist in der Pille danach etwa 20mal höher dosiert als in normalen Pillen zur Verhütung. Ulipristalacetat ist kein Hormon, sondern blockiert die Rezeptoren auf denjenigen Zellen, die auf das Hormon Progesteron ansprechen. Es wird für die Notfallverhütung sechsmal höher dosiert als bei der Behandlung von Myomen.“

#Mythos 2 – Es ist ungesund, die Pille danach zu häufig zu nehmen

„Die Pille danach ist auf jeden Fall ein hochdosiertes Arzneimittel und bringt den Hormonzyklus durcheinander. Wenn eine Frau die Pille danach häufiger braucht, ist es auf jeden Fall sinnvoller, sich um eine zuverlässige Verhütungsmethode zu kümmern. Innerhalb eines Zyklus kann die Pille danach außerdem nicht mehrfach eingenommen werden, sie wird dann wirkungslos.“

#Mythos 3 – Die Pille danach und die „Abtreibungspille“ sind das Gleiche
„Die beiden Arzneimittel, die nacheinander für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch verwendet werden, führen zu einer Ablösung des Mutterkuchens aus der Wand der Gebärmutter und zu Wehen. Die Pille danach verursacht weder das eine noch das Andere.“

#Mythos 4 – Die Pille danach ist für alle rezeptpflichtig

„Es ist möglich, die Pille danach direkt in der Apotheke und ohne Rezept zu bekommen. Sie muss dann selbst bezahlt werden. Bei Mädchen und Frauen bis zum 20. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten, wenn ein Arztrezept vorgelegt wird. Grundsätzlich empfehlen wir allen Mädchen und Frauen, sich von ihrem Frauenarzt beraten zu lassen, um zu erfahren, ob überhaupt eine Notfallverhütung notwendig ist und welche die beste Methode ist.“

#Mythos 5 – Frauen müssen sich in der Apotheke beraten lassen (Stichwort Shame-Kabine)

„Mädchen und Frauen haben einen Anspruch darauf, von ihrem Arzt sorgfältig zur Notfallverhütung beraten zu werden. Das Gleiche gilt für den Kauf in der Apotheke. Apotheker sind zu einer sorgfältigen Beratung verpflichtet, wobei zu bezweifeln ist, dass Apotheker das fachlich leisten können. Aber es gibt keine Beratungspflicht wie zum Beispiel bei einem geplanten Schwangerschaftsabbruch“, so der Mediziner.

#Mythos 6 – Die Pille danach hat gefährliche Nebenwirkungen

„Es können Übelkeit, Erbrechen, Bauch- und Kopfschmerzen auftreten. Da das Arzneimittel in die Muttermilch gelangen kann, sollten stillende Frauen nach der Anwendung der LNG-haltigen Notfallverhütung acht Stunden nicht stillen, nach der UPA-Anwendung eine Woche.“

#Mythos 7 – Minderjährige brauchen eine Einverständniserklärung der Eltern

„Das Mädchen sollte zu einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin gehen. Sie haben Erfahrung darin, auch junge Mädchen bei Themen rund um die Verhütung – und natürlich auch die Notfallverhütung – zu betreuen, auch dann, wenn die Mädchen möchten, dass ihre Eltern nichts davon erfahren.“

Was wir uns zur Pille danach merken sollten

Fakt ist also, dass die Pille danach nicht zur regelmäßigen Verhütung taugt. Ihr solltet sie tatsächlich nur dann einnehmen, wenn ihr andere Verhütungsmittel vergessen habt oder sie versagt haben. Sie ist allerdings keineswegs mit einer Abtreibung zu vergleichen. Beratung zur Wirkung ist dennoch ratsam, da sie in einigen Fällen nicht zu empfehlen oder tatsächlich nicht einmal nötig ist.

Pille danach
Die Pille danach – das sollten Frauen wissen

Pille vergessen? Kondom gerissen? Nicht „aufgepasst“? Kommt vor, und das gar nicht mal so selten: Allein in Deutschland passieren diese Dinge laut Schätzungen knapp 2,5 Millionen Mal pro Jahr. Bisher führte der Weg meist direkt zum Frauenarzt, um sich die Pille danach verschreiben zu lassen. Aber sich so zu offenbaren und um ein Rezept bitten zu müssen, empfanden die meisten Frauen als Demütigung.

Das ist nun anders. Seit März 2015 ist die Pille danach auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Allerdings zeigt eine Forsa-Umfrage, dass die meisten Frauen nicht viel über sie wissen: Dass es sie jetzt rezeptfrei in der Apotheke gibt, hatten die meisten Befragten auf dem Schirm.

Aber fast jede zweite Frau setzt die Notfall-Pille mit einer Abtreibung gleich und glaubt, dass sie eine bereits bestehende Schwangerschaft beendet. Nicht nur das ist falsch, sondern auch vieles andere. Deshalb haben wir für Sie die wichtigsten Fragen rund um die Pille danach gesammelt und beantworten sie hier.

Die beste Verhütungsmethode für Ihren Körper

Kamil Macniak / .com Die Pille danach sollte bleiben, was sie ist: eine Lösung für den Notfall.

1. Was macht die Pille danach im Körper?

Kurz und knapp: Sie verschiebt den Eisprung und kann somit eine Schwangerschaft verhindern. Männliche Samenzellen können im Körper einer Frau bis zu 5 Tage überleben; deshalb kann eine Schwangerschaft auch eintreten, wenn der Sex noch vor dem Eisprung stattgefunden hat. Wird der Eisprung nun aber durch die Pille danach verschoben, wartet die Eizelle gewissermaßen, bis den Spermien die Luft ausgeht und sie die Belagerung aufgeben, bevor sie sich aus dem Eierstock löst und auf den Weg in die Gebärmutter macht.

Wissen Sie mal nicht so genau, wann der Eisprung stattgefunden hat, ist das auch kein Drama: Wird die Pille danach erst nach dem Eisprung eingenommen, bleibt sie wirkungslos. Nicht zu verwechseln ist die Notfall-Pille dagegen mit sogenannten Abbruchpillen (wie das Präparat Mifegyne). Für die brauchen Sie – genau wie auch für eine operative Abtreibung – ein Beratungsgespräch und ärztliche Aufsicht.

Hormonfrei verhüten: Methoden im Vergleich

2.  Was genau ist in der Pille danach enthalten?

Derzeit gibt es 2 Wirkstoffe auf dem Markt: Levonorgestrel (LNG) wird schon seit mehr als 30 Jahren verwendet. Das synthetische Schwangerschaftshormon wird in einer 20- bis 30-fach geringeren Dosis auch in der klassischen Antibabypille eingesetzt und verzögert das Reifen der Eizelle im Eierstock. Ist das Ei allerdings bereits kurz vor dem Eisprung, kann Levo­norgestrel, das in der Notfall-Pille PiDaNa steckt, den Eisprung nicht mehr verhindern.

Das andere frei auf dem Markt erhältliche Präparat EllaOne enthält den neueren Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA), der bis kurz vor dem Eisprung in die Reifung eingreifen kann. „Aus diesem Grund ist der Wirkstoff grundsätzlich zuverlässiger“, sagt Dr. Christian Albring, Prä­sident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

3.  Kann ich unfruchtbar werden, wenn ich die Pille danach mehrmals im Jahr nehme?

Keine Angst, dazu kommt es nicht. Aber auch wenn die Pille danach als reine Notmaßnahme keinen Einfluss auf die zukünftige Fruchtbarkeit hat, kann sie Zyklusstörungen verursachen, wenn sie zu häufig genommen wird. Leichtfertigkeit ist also völlig fehl am Platz – die Pille danach sollte bleiben, was sie ist: eine Lösung für den Notfall. Keine mal eben eingeworfene Verhütungsmaßnahme.

Die 12 wichtigsten Fragen zur Pille

4.  Wie schlimm sind die Nebenwirkungen?

Für gewöhnlich werden sie als mild beschrieben und entsprechen ungefähr normalen Menstruationsbeschwerden: Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Übelkeit und Schmierblutungen. Es können aber auch Bauchschmerzen und Erbrechen hinzukommen.

Falls Sie sich in den ersten 3 Stunden nach Einnahme der Pille danach erbrechen, müssen Sie eine zweite hinterhernehmen, da die erste unter Umständen nicht gewirkt hat. Dr. Albring empfiehlt: „Wenn Sie vor der Einnahme der Pille danach etwas essen, lässt sich die Übelkeit vermeiden.“

Kamil Macniak / .com Drama um die Pille danach: Jede zweite Frau glaubt, dass die Einnahme einer Abtreibung gleichkommt. Das ist falsch.

5. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Pille danach, wenn ich kein Rezept habe?

Jein. Sind Sie noch unter 20 Jahre alt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Notfall-Pille – allerdings nur, wenn Sie ein Rezept vom Arzt haben. Wenn Sie aber eben genau diesen Arztbesuch umgehen wollen, müssen Sie selbst zahlen, egal wie alt Sie sind. Eine Tablette kostet – je nach Präparat – um die 15 oder um die 40 Euro. Dazu können noch Notdienstgebühren von 2,50 Euro erhoben werden, wenn Sie die Notfall-Pille an Sonn- und Feiertagen oder unter der Woche von 20 bis 6 Uhr kaufen.

Das passiert bei einer Abtreibung

6.  Muss ich die Pille danach persönlich in der Apotheke holen oder darf ich auch meinen Freund schicken?

Die Bundesapothekerkammer legt Apothekern nahe, das Medikament nur an die Betroffene persönlich abzugeben. Da Ihr Freund mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so gut über Ihren Körper und schon gar nicht über Ihren Zyklus Bescheid weiß wie Sie, sollten Sie die Pille danach selbst abholen. Stille Post eignet sich super für Kinder­geburtstage, aber nicht für Anweisungen aus der Apotheke.

7.  Wann sollte ich die Pille danach nehmen?

So schnell wie möglich! Je näher der Eisprung rückt, desto schwieriger ist es, ihn zu verschieben. Die Pille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel verliert schon bei einer Einnahme 6 Stunden nach dem ungeschützten Sex an Zuverlässigkeit und hat nach 3 Tagen keine Wirkung mehr. Bei der Pille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat sieht es etwas besser aus: Ihre Zuverlässigkeit sinkt nach 24 Stunden, hat nach 3 Tagen nur noch Rest-Power und ist nach 5 Tagen komplett wirkungslos.

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8. Beeinflusst das Körpergewicht die Wirkung der Pille danach?

Ja, ein zu hohes Körpergewicht kann das tatsächlich einen Einfluss haben. Laut Berufsverband der Frauenärzte verliert das LNG-haltige Arzneimittel bei Frauen ab einem Körpergewicht von 75 Kilogramm (oder einem BMI von 25) bereits an Zuverlässigkeit, bei UPA-haltigen Notfallmedikamenten wird es ab einem Körpergewicht von 90 Kilogramm bzw. ab einem BMI von 30 gefährlich. Grund: Der Wirkstoff verteilt sich auf mehr Körpervolumen, so dass nicht garantiert ist, dass noch genug davon an den Eierstöcken ankommt.

Sollten Sie dann einfach 2 oder 3 Notfall-Pillen einwerfen? Keine gute Idee, denn das Prinzip geht leider nicht auf (und ist auch alles andere als gesund). Besser, Sie suchen so bald wie möglich Ihren Frauenarzt auf und lassen sich gegebenenfalls eine Kupferspirale einsetzen (siehe Frage 13).

Kamil Macniak / .com Auch wenn Ihre Entscheidung feststeht: Beziehen Sie Ihren Partner mit ein, wenn Sie die Pille danach nehmen wollen.

9.  Wie sicher ist die Pille danach?

Nach einmaligem Sex rund um den Eisprung werden etwa 5 von 100 Frauen schwanger, sagt die Statistik. Wird die Tablette so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Sex eingenommen, sind es mit der LNG-Notfall-Pille etwa halb so viele, mit der UPA-Pille ein Drittel.

Falls sie gewirkt hat, bekommen Sie zum gewohnten Zeitpunkt Ihre Tage beziehungsweise, wenn Sie regulär die Antibabypille nehmen, eine normale Abbruchblutung. „Verschiebt sich die Monatsblutung aber um mehr als 7 Tage oder ist sie ungewöhnlich schwächer als sonst, sollten Sie unbedingt einen Schwangerschaftstest machen und einen Arzt aufsuchen“, rät Dr. Albring.

10.  Kann ich mir die Pille danach auf Verdacht holen, damit ich für den Notfall eine habe?

Sie können davon ausgehen, dass Ihnen kein Apotheker einen Vorratspack verkaufen wird. Die Befürchtung ist zu groß, die betroffenen Frauen könnten unvorsichtig werden und die Notfall-Pille als reguläres Verhütungsmittel ansehen.

Pille ohne Pause: Vor- und Nachteile

11.  Wann nehme ich nach der Pille danach wieder ganz normal meine Antibabypille weiter?

„Da der Eisprung durch die Einnahme der Pille danach nicht komplett aussetzt, sondern nur verzögert wird, müssen Sie unbedingt bis zur nächsten Mens­truation weiter verhüten“, sagt Dr. Albring. Die normale Antibabypille nehmen Sie wie gewohnt weiter, damit der Körper nicht komplett aus dem Takt kommt. „Allerdings ist bis zur nächsten Monatsblutung eine zusätzliche Verhütung mit Kondomen notwendig, egal ob hormonell verhütet wird oder nicht.“

12.  Wie finde ich eine Apotheke für die Pille danach?

Sind die Geschäfte geöffnet – überall. Aber solche „Unfälle“ lassen sich nicht planen, am Wochenende oder mitten in der Nacht hilft nur noch die Notdienst-Apotheke. Welche in Ihrer Nähe geöffnet hat, erfahren Sie zum Beispiel im Internet auf der Webseite meine-notfallpille.de oder über die Apothekenfinder-App.

13.  Gibt es auch Alternativen zur Pille danach?

Eine andere Möglichkeit, nach ungeschütztem Sex eine Schwangerschaft zu verhindern, ist das Einsetzen einer Kupferspirale, die im Gegensatz zur Notfall-Pille eine fast 100-prozentige Sicherheit bietet. Sie muss innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Sex von der Frauenärztin eingesetzt werden und kann dann auch als dauerhaftes Verhütungsmittel verwendet werden.

Den Eisprung verhindert sie nicht, stattdessen werden von der Metallober­fläche winzige Mengen Ionen und galvanische Ströme in die Gebärmutter abgegeben, die deren Schleimhaut so verändern, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.

Diese Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut können jedoch dazu führen, dass die Monatsblutungen stärker werden und länger dauern. Als ständiges Verhütungsmittel ist die Kupferspirale daher nur für Frauen geeignet, die bisher keine allzu starken Monatsblutungen hatten.

Keine Panik! Die Pille danach ist nicht mit einer Abtreibung zu vergleichen. Sie wirkt, indem sie den Eisprung verschiebt, also bevor es zu einer Befruchtung kommt. Dennoch sollte sie nur in wirklichen Notfällen angewandt werden. Wenn Ihnen häufiger Verhütungs-Pannen unterlaufen, sollten Sie langfristig Ihre Verhütungsmethode verändern, am besten in Absprache mit Ihrer Gynäkologin.

Frederike Müller 29.10.2018

So fühlte es sich für mich an, die „Pille danach“ zu nehmen

Kaum ein Medikament hat in den letzten Jahren so viel Kontroversen ausgelöst, wie die Pille danach. Die meisten Menschen wissen nicht, ob es sich dabei um ein Abtreibungs- oder Verhütungsmittel handelt, das nun seit einiger Zeit in der Apotheke ohne Rezept zu kaufen ist. Ich habe die „Pille danach“ genommen und nein, es war mir kein Vergnügen.

Gesundheitsminister Jens Spahn setzte sich Anfang 2018 dafür ein, dass die „Pille danach“ weiterhin rezeptpflichtig bleibt. Schließlich, so twitterte er damals, seien dies „keine Smarties“, die jede Frau unbedenklich schlucken könne. Daher solle immer ein Arztbesuch vor der Einnahme des Medikaments notwendig sein.

Zumindest diesen Kampf hat er verloren. Zum Glück! Denn als mir vor einigen Tagen eine Verhütungspanne unterlaufen ist, musste ich nicht erst Stunden in einer überfüllten Praxis warten, um an das Medikament zu kommen. Die umfassende Beratung übernahm eine Apothekerin. Sie fragte nach dem Zeitpunkt des Verkehrs und klärte über die Wirkung auf. Die „Pille danach“ ist, im Gegensatz zu vielen Spekulationen, kein Abtreibungsmittel, sondern ein Verhütungsmittel. Was nicht heißen soll, dass ich etwas gegen Abtreibungen hätte. Auch über Abtreibungen sollten wir offener reden.

Die Pille Danach ist keine Abtreibungspille und birgt kein erhöhtes Risiko für die Entwicklung des Babys.

Pille-Danach.de/Wirkung

Im besten Fall verhindert die „Pille danach“, dass sich Spermien in die Eizelle einnisten. Du wirst nämlich nicht ruckzuck nach dem Sex schwanger, das kann zwei bis vier Tage dauern. Wenn möglich, sollte die Pille innerhalb 24 Stunden nach dem Sex genommen werden, spätestens 72 Stunden danach.

Die Pille Danach mit dem Wirkstoff UPA wirkt bis kurz vor dem Eisprung – also auch an den beiden fruchtbarsten Tagen der Frau. Sie wurde speziell für die Notfallverhütung entwickelt.

Pille-Danach.de/Wirkung

Zumindest was die Einhaltung dieser Zeit betrifft, war ich vorbildlich und 20 Stunden nach dem Gau schluckte ich die weiße Pille (aus der merkwürdig großflächigen Verpackung) mit etwas Wasser.

Der Wirkstoff UPA wirkt bis kurz vor dem Eisprung und wird speziell für die Notfallverhütung verwendet.

Naiverweise wartete ich einige Sekunden lang darauf, dass irgendetwas passiert, aber es traf mich weder der Blitz einer göttlichen Macht, noch wuchs mir plötzlich ein Bart. Letzteres ist natürlich absurd, ich muss aber gestehen, dass die Vorstellung von einer sehr krassen Hormonzusammenstellung in meinem Körper mir nicht wirklich gefiel. Aus diesem Grund – und wegen sehr vielen anderen gefährlichen Nebenwirkungen – nehme ich auch nicht die gängige Antibabypille. Nach dem ich die Pille geschluckt hatte, ging ich spazieren und etwas essen. Die Abendsonne war sehr warm, ich schwitzte und fror abwechselnd und fragte mich, ob das mit dem Medikament zu tun hat. Aber erst mal passierte nichts Großartiges.

Allein schon wegen der zahlreichen Nebenwirkungen der normalen Antibabypille war ich beunruhigt:

9 Nebenwirkungen der Pille, die du kennen musst

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Tag eins: Heißhunger und sehr viele Gefühle

Am nächsten Morgen ging ich zur Arbeit, schwitzte ab und zu, schälte mich abwechselnd aus meiner Jacke und hüllte mich danach wieder in einen dicken Schal. Am Abend hatte ich nach einer Ewigkeit einen unfassbaren Hunger auf Fast Food: Fettige Mozzarella Sticks, Pommes und ein Glas Rotwein standen auf meinem Speiseplan. Beim abendlichen Spaziergang kam ich an einer Kundgebung gegen die Gewerbesteuer für soziale Einrichtungen am Kreuzberger Oranienplatz in Berlin vorbei. Ich bin auf Demonstrationen und Kundgebungen immer etwas emotional, beim Frauenkampftag hatte ich auch ständig Tränen in den Augen, aber in diesem Fall lief ich nur an den Plakaten und Menschen vorbei, las ihre Forderungen und musste sofort ein Weinen unterdrücken. Das war schon extrem. Ich merkte, dass mein Hormonhaushalt alles andere als ausgeglichen war. So ein Gefühl hatte ich sonst nur während meiner Periode.

Ein unausgeglicher Hormonhaushalt kann auch Migräne verursachen

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Tag zwei: Schwitzen und Frieren

Herpes vom Stress scheint eine Nebenwirkung zu sein.

Am zweiten Tag, nach dem ich die Pille genommen hatte, verkrampfte sich mein Unterleib den ganzen Tag. Arbeiten gehen machte keinen Spaß. Die Schmerzen kamen stoßweise und so abrupt und überraschend, dass ich mehrmals auf die Toilette verschwinden musste, weil ich nicht einschätzen konnte, wie mein Körper als Nächstes reagieren würde: Weinen? Brechen? Durchfall? Blutspucken? Alles schien möglich. Obwohl viele Menschen die Frühlingssonne begrüßten und nur noch in kurzer Hose herumliefen, fror ich so sehr, dass ich sogar am Abend die Heizung im Wohnzimmer aufdrehte. Mit zitternden Beinen kauerte ich mich auf der Couch zusammen und ließ mich bekochen. An meiner Unterlippe hatte sich ein fetter Herpes gebildet, der bei jeder Gelegenheit aufplatzte und blutete. Ich bekomme schnell Herpes, wenn ich Stress habe.

Tag drei: Wunde Brüste

Am dritten Tag aß ich alles, was sich nicht bei drei vor mir verstecken kann. Sandwiches, Salat, Döner, Eis und Curry. Mein Körper fühlte sich wund und aufgedunsen an, meine Nippel brannten, meine Füße waren offenbar zu fett für die Turnschuhe, aber keiner sah mir diese Empfindungen offenbar an. Meine Brüste fühlten sich so angeschwollen und seltsam an, dass ich sie paranoid nach Knoten und Brustkrebs abtaste. Ich war genauso so schnell müde, wie ich vor dem Essen hungrig wurde und ging schließlich früh ins Bett.

Tag vier: Fieber und Blut

Am vierten Tag hatte ich Kopfschmerzen und sagte alle Termine ab. Laut dem Thermometer hatte ich leichtes Fieber, tatsächlich fühlte ich mich schläfrig, hatte Schmerzen in den Oberschenkeln und Krämpfe im Beckenbereich. Meine Lymphdrüsen drückten gegen den Oberkiefer. Bei kleinsten Diskussionen rastete ich aus. Als ich am Abend ins Bett ging, war endlich das Ergebnis der Krämpfe zu sehen: Meine Periode war gekommen. Zu früh, was mir irgendwie sehr gelegen kam. Müde wankte ich ins Bett und glaubte, den schlimmsten Teil hinter mir zu haben. Aber ich lag falsch.

Die Schmerzen einer Periode sind stärker als die eines Herzinfarkts

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Tag fünf: Bevor es gut wird, wird es richtig schlimm

Ich habe ohnehin nicht besonders viele positive Gefühle für meine Periode übrig. Aber am fünften Tag nach dem Pillenschlucken wachte ich von dem Gefühl auf, dass mir jemand heimlich die Bauchdecke entfernt und blutend zurückgelassen hatte. Ich konnte die Schmerztabletten nicht mehr zählen, die ich genommen hatte. Meine Haut war picklig.

Unreine Haut kommt wahrscheinlich vom überladenen Hormonhaushalt.

Ich wünschte, ich könnte etwas tun, um den Schmerzen zu entkommen. Am Abend ging ich in die Wanne, um mit dem warmen Wasser den Krämpfen entgegen zu wirken. Tatsächlich ging es mir besser, also legte ich mich mit dem Tablet und einer Folge „One Day at a Time“ ins Bett. In der Szene, in der der Vater einer Figur ihr Lesbischsein nicht akzeptiert, dachte ich auf einmal über mein komplettes Leben nach und fing an zu weinen. Es hörte gar nicht mehr auf. Ich lag nur da und spürte, wie mein Körper unter Schmerzen und Tränen bebte und wollte eigentlich nur tot oder im Koma sein. Ja, das war krass. So schrecklich hatte ich mich sehr lange nicht mehr gefühlt. Ich rief meinen Freund an, erzählte ihm weinend von meinem Weltschmerz und irgendwann beruhigte ich mich ein wenig. Nach diesem emotionalen Supergau schloss ich die Augen und schlief traumlos die Nacht durch.

Ich will meine Periode gar nicht schön finden

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Am nächsten Morgen ging es mir zum ersten Mal besser. Ich merkte, dass sich mein Wohlbefinden langsam wieder einpendelte. Es waren rastlose Tage, die körperlich unerwartet anstrengend waren.

Die „Pille danach“ als Notfallverhütung: Das müssen Sie beachten

Die „Pille danach“ ist kein Verhütungsmittel

Der Präsident der Apothekerkammer betont, die „Pille danach“ sei kein Verhütungsmittel und nur für den Notfall gedacht. Zudem biete sie wie andere Verhütungsmittel keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft.

Wirkung

Das Medikament wirkt umso sicherer, je früher es nach dem Sex eingenommen wird. Das Restrisiko, dass eine Schwangerschaft entsteht, liegt unter drei Prozent. Es greift in den Hormonhaushalt der Frau ein und verschiebt oder verhindert den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Auch nach der „Pille danach“ sollten Paare verhüten und Frauen die normale Pille weiter nehmen.

Sollte die Eizelle sich bereits im Eileiter oder in der Gebärmutter befinden, wird Gynäkologen zufolge weder die Befruchtung noch das Einnisten in die Gebärmutter verhindert.

Ärzteverbände sind diesbezüglich skeptisch. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe warnten die Mediziner, der Wirkstoff UPA könne in großer Menge auch abtreibende Wirkung haben. Werde nur eine UPA-Tablette mit der 30-Milligramm-Dosis eingenommen, sei die Einnahme sicher. Aber: „Wenn UPA höher dosiert wird und bereits eine Schwangerschaft vorliegt, kann es zu einem Abort kommen, also zu einer Abtreibung und zu lebensbedrohlichen Blutungen für die Frau“, so Gröhe.

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Nebenwirkungen

Durch die Einnahme der „Pille danach“ drohen ein verschobener Zyklus, eine verstärkte Menstruation und die Entstehung von Schmierblutungen. Auch Schwindel, Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust, Übelkeit oder Erbrechen können auftreten. Wenn man sich innerhalb von etwa zwei bis drei Stunden nach der Einnahme übergibt, wirkt die „Pille danach“ möglicherweise nicht mehr.

Zweifel an Wirksamkeit

Unsicherheiten gibt es bezüglich der Wirksamkeit bei Frauen ab einem Gewicht von 75 Kilogramm. Von den beiden angebotenen Substanzen wirke der eine überhaupt nicht, „der andere ist ab 95 Kilo problematisch“, sagt der Tübinger Universitätsklinikarzt Diethelm Wallwiener, amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, dem FOCUS.

Bei den Apothekern spielten derlei Bedenken indes keine Rolle. In einer Handlungsempfehlung für ihre Mitglieder schreibt die Bundesapothekerkammer, die „Pille danach“ könne „unabhängig vom Körpergewicht oder vom Body-Mass-Index“ eingenommen werden.

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