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Rechte und Pflichten von Kindern: Diese Punkte sind per Gesetz geregelt!

„Muss ich wirklich schon ins Bett?“ und „Warum muss ich den Tisch decken?“ sind nur zwei der Fragen, die Eltern ständig zu hören bekommen. Die Antwort „Weil ich es sage!“ liegt dann nahe, besonders um der ewigen Diskussion zu entgehen. Können die Kinder schon lesen, so könnte man stattdessen eigentlich einfach ein paar Absätze aus dem Gesetzbuch ausdrucken und an die Küchenwand pinnen. Denn tatsächlich gibt es einige Rechte und Pflichten von Kindern, die per Gesetz festgeschrieben sind.

Das für das Zusammenleben wohl relevanteste findet sich in Paragraph 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

Alles klar 😉 ?

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Rechte und Pflichten von Kindern: Im Haushalt helfen

Das heißt also, dass Kinder sehr wohl dazu verpflichtet sind, im Haushalt ihren Beitrag zu leisten. Was und wie groß genau dieser ist, liegt im elterlichen Ermessen. Zu viel darf es aber nicht sein, denn es muss immer noch genügend Zeit für Hausaufgaben und Spielen bleiben. Denn Eltern müssen sich ihrerseits an die Verordnung über den Kinder- bzw. Jugendarbeitsschutz halten.

Die verbietet Kindern unter 13 Jahren und solchen, die Vollzeit in die Schule gehen, die Arbeit in der gewerblichen Wirtschaft, der Produktion und im Handel. Explizit von diesem Gesetz ausgenommen, also erlaubt, sind „geringfügige Hilfeleistungen aufgrund familienrechtlicher Vorschriften“. Voraussetzung ist aber, dass die Aufgaben dem Alter und Können angemessen sind. Als Richtwert gilt die von einem Gericht erklärte Angabe, dass 3,5 bis 7 Wochenstunden für ein 12-Jähriges Kind zumutbar sind.

Dabei können schon die ganz Kleinen mithelfen, und in den meisten Fällen machen sie das sogar gerne. Gerade Kleinkinder helfen doch mit Vorliebe dabei, Wäsche zu verräumen oder den Boden zu saugen. Je älter sie werden, desto weniger Lust haben sie meistens darauf, einen Beitrag zum Familienleben zu leisten.

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Dennoch sollten Eltern sie dann nicht komplett aus der Pflicht lassen. Denn zum einen zeigen Studien, dass Kinder, die im Haushalt mithelfen, später erfolgreicher sind. Zum anderen sagt der Gesetzgeber, dass es die Aufgabe der Eltern sei, ihre Kinder zu lehren, Verantwortung zu übernehmen und Pflichten zu erledigen.

Übrigens: Was die Bettzeit angeht, gibt es keine klaren Vorschriften. Allerdings sind Kinder dazu verpflichtet, sich an die Regeln zu halten, die die Eltern aufstellen.

Rechte und Pflichten von Kindern: Privatsphäre

Ganz anders sieht es bei der Privatsphäre aus. Da heißt es klar: Auch Kinder dürfen alleine sein. Das heißt, dass sie theoretisch auch ihre Tür abschließen dürfen. Besser wäre aber wohl, mit ihnen zu vereinbaren, dass es reicht, wenn die Tür zugemacht wird. Aber Eltern haben dann anzuklopfen und ein „Nein!“ zu respektieren. Eine Ausnahme wäre, wenn sie begründete Sorge um Leib und Leben des Kindes haben.

Das gilt ebenfalls für WhatsApp-Nachrichten, SMS, Mails und Briefe. Auch bei Kindern greift nämlich das Briefgeheimnis. Eltern dürfen also nicht einfach die Nachrichten ihrer Kinder durchsehen. Bei Diensten wie WhatsApp sollte allerdings ohnehin die Altersbeschränkung beachtet werden. Und die sagt ganz klar, dass man mindestens 13 Jahre alt sein muss, um die App zu benutzen.

Kinder haben kein Recht auf Taschengeld

Wer WhatsApp hat, ist also auch schon fast alt genug für ein Piercing. Das ist tatsächlich schon mit 14 Jahren erlaubt, aber nur im Beisein der Eltern. Ab 16 genügt eine schriftliche Einwilligung und ab 18 darf man ja sowieso (fast alles) machen, was man möchte.

Fast alles, was man möchte, darf man auch mit seinem Taschengeld anstellen (auf das es aber keinen gesetzlichen Anspruch gibt). Ab sieben Jahren dürfen Kinder Rechtsgeschäfte eingehen, wie Artikel 110 des BGB besagt. Das heißt, sie dürfen beispielsweise Bücher oder CDs kaufen. Größere Beträge, die nicht unter den sogenannten „Taschengeldparagraphen“ fallen, sind davon ausgeschlossen, genauso wie Dinge, die Folgekosten nach sich ziehen. Dazu zählt sowohl ein Haustier als auch ein Handyvertrag…

UN-Kinderrechtskonvention

Außerdem gibt es noch einige Kinderrechte, die nicht im Grundgesetz verankert sind. Sie stehen in der UN-Kinderrechtskonvention. Noch in diesem Jahr könnte es aber einen Formulierungsvorschlag einer Arbeitsgruppe geben, um diese auch im Grundgesetz zu verankern.

Einige dieser Rechte sind:
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  • Jedes Kind hat das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Benachteiligung.
  • Alle Kinder haben das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  • Das Wohl der Kinder hat Vorrang, wenn es um politische Entscheidungen geht.
  • Alle Kinder haben das Recht auf ein gesundes Leben und medizinische Betreuung.
  • Alle Kinder haben das Recht auf körperliche und geistige Entwicklung und Zugang zu Bildung und Ausbildung.
  • Alle Kinder haben Meinungsfreiheit, dürfen also ihre Meinung sagen.
  • Jedes Kind hat das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  • Kein Kind darf missbraucht oder misshandelt werden.
  • Jedes Kind hat das Recht auf Hilfe in Notlagen und auf Schutz vor Missbrauch, Ausbeutung und Misshandlung.
  • Alle Kinder haben die gleichen Rechte und dürfen nicht benachteiligt werden – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Sprache, Religion, Hautfarbe oder Behinderung.

Kinderrechte / Elternpflichten

Für die Grundrechte der Kinder gibt es seit 1989 ein weltweites Grundgesetz: Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, setzt sich dafür ein, dass diese Rechte auf der ganzen Welt verwirklicht werden. Neben der Elternverantwortung verpflichteten sich alle Vertragsstaaten, durch Gesetze, Regelungen und Maßnahmen die Prinzipien der Konvention zu erfüllen.

Alle Kinder haben Rechte: Das Abkommen gilt für alle Kinder und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren, unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht, ihrer Sprache, ihrer nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, ihrer Religion, ihrer politischen Überzeugung, einer Behinderung oder irgendeiner anderen Lebensbedingung. Das Wohl des Kindes steht bei allen Maßnahmen im Vordergrund. Dabei müssen die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Eltern oder anderer Erziehungsverantwortlicher respektiert und unterstützt werden.

Die Elternpflichten ergeben sich aus den Kinderrechten. Das heißt, im familiären Bereich sind vorrangig die Eltern verantwortlich, die in der UN- Kinderkonvention genannten Kinderrechte bestmöglich zu erfüllen. Dabei sind die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Eltern, die sich aus ihrem Erziehungsrecht ergeben, zu würdigen und zu berücksichtigen.

Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sind Pflege und Erziehung der Kinder nicht nur das natürliche Recht der Eltern, sondern auch die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Die Rechte und Pflichten sind sowohl im Bürgerlichen Gesetzbuch als auch im Familienrecht geregelt.

Was sind „Kinderrechte“?
Welche Rechte hat mein Kind?
In welchem Verhältnis stehen die Kinderrechte zum Elternrecht?
Welche Kinderrechte sollten Eltern bewusst sein, die getrennte Wege gehen?
Welche Kinderrechte sollten Eltern bewusst sein, die von ihrem Kind getrennt sind?
Welche Pflichten haben Eltern gegenüber ihren Kindern?
Welche Pflichten der Eltern ergeben sich aus der Personensorge?
Welche Pflichten sind mit der Pflege eines Kindes verbunden?
Welche Pflichten sind mit der Erziehung eines Kindes verbunden?
Welche Pflichten ergeben sich hinsichtlich der Beaufsichtigung des Kindes?
Welche Pflichten der Eltern ergeben sich aus der Vermögenssorge?
Wie können Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eltern geklärt werden?
Welche Folgen sind mit einer Pflichtverletzung verbunden?
Wohin können sich Kinder, Eltern und Mitbürger wenden?

Was sind „Kinderrechte“?

Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention sind die Rechte des Kindes bürgerliche und politische Rechte.

Danach haben alle Kinder ein Recht auf diejenigen Schutzmaßnahmen durch ihre Familie, die Gesellschaft und den Staat, die ihre Rechtsstellung als Minderjährige erfordert. Als Rechte des Kindes werden Schutzmaßnahmen umschrieben, die dem Wohl des Kindes dienen.

Nicht in jedem Fall kann das Kind aus eigenem Willen eine Verfügung treffen oder Individualansprüche durch einen Vertreter einklagen lassen. Inwieweit die Schutzmaßnahmen von dem Kind oder seinem gesetzlichen Vertreter gerichtlich erzwungen werden können, bestimmen die innerstaatlichen Gesetze.

Welche Rechte hat mein Kind?

In der UN-Konvention über die Rechte des Kindes ist eine Vielzahl von Rechten aufgeführt. Nachfolgend ein Ausriss:

  • Jedes Kind hat ein angeborenes Recht auf Leben: Das Überleben und die Entwicklung des Kindes ist in größtmöglichem Umfang zu gewährleisten.
  • Das Recht, ohne Not heranzuwachsen: Jedes Kind hat ein Recht auf ausreichende Nahrung. Es hat ein Recht auf Kleidung, Schulbildung und ein Dach über dem Kopf. Die Eltern müssen für diese Dinge sorgen, bis das Kind erwachsen ist.
  • Das Recht, mit Vater und Mutter zusammen zu sein: Kinder haben (auch nach einer Scheidung ein Recht darauf, mit beiden Elternteilen Kontakt zu haben.
  • Das Recht auf Bildung: Kinder haben das Recht, so viel zu lernen wie sie können. Jedes Kind darf zur Schule gehen.
  • Das Recht, optimal gefördert zu werden: Behinderte Kinder haben die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder. Oft brauchen sie besondere Pflege, Zuwendung und Unterstützung. Benötigen die Eltern hierzu finanzielle Hilfe, wird dies vom Staat auf Antrag übernommen.
  • Das Recht, nicht geschlagen oder misshandelt zu werden: Gewalt gegen Kinder ist verboten. Kinder dürfen nicht geschlagen, eingesperrt oder misshandelt werden. Dies gilt übrigens auch für seelische und sexuelle Gewalt.
  • Das Recht auf Spiel und Freizeit: Kinder haben das Recht auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und Erholung. Dafür müssen geeignete Möglichkeiten (Spielplätze, Sportanlagen usw.) bereitgestellt werden.
  • Das Recht, nicht ausgebeutet zu werden: Kinder dürfen nicht zu Arbeiten gezwungen werden, die gefährlich oder gesundheitsschädlich sind.
  • Das Recht auf private Bereiche: Kinder haben ein Recht darauf, dass ihr eigener Bereich respektiert wird.
  • Ökologische Kinderrechte: Kinder haben das Recht, gesund aufzuwachsen.

In welchem Verhältnis stehen die Kinderrechte zum Elternrecht?

Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Rechte der Kinder nicht im Widerspruch zu den Aufgaben, Rechten und Pflichten der Eltern und Erziehungsberechtigten stehen.

Somit können Kinder und Jugendliche bei der Wahrnehmung ihrer Rechte Beschränkungen unterliegen, die sich aus dem Erziehungsrecht ihrer Eltern und Personensorgeberechtigten ergeben.

Welche Kinderrechte sollten Eltern bewusst sein, die getrennte Wege gehen?

  • Ein Kind, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt lebt, hat das Recht, regelmäßig persönliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte zu beiden Elternteilen zu pflegen, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.
  • Ein Kind, dessen Eltern ihren Aufenthalt in verschiedenen Staaten haben, hat das Recht, regelmäßige persönliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte zu beiden Elternteilen zu pflegen, soweit nicht außergewöhnliche Umstände vorliegen.
  • In der Ratifikationsurkunde erklärte die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, dass von der gemeinsamen elterlichen Verantwortung nicht abgeleitet werden kann, dass die elterliche Sorge automatisch und ohne Berücksichtigung des Kindeswohls im Einzelfall beiden Eltern zustehe, wenn diese keine Ehe eingegangen sind, als verheiratete Eltern dauernd getrennt leben oder geschieden sind. Besonders im Hinblick auf die Fälle, in denen die Eltern über die gemeinsame Ausübung des Sorgerechts nicht einig sind, sind Einzelfallprüfungen notwendig.

Welche Kinderrechte sollen Eltern bewusst sein, die von ihrem Kind getrennt sind?

  • Gegen den Willen seiner Eltern darf ein Kind nicht von diesen getrennt werden, es sei denn, dass in einer gerichtlich nachprüfbaren Entscheidung die Notwendigkeit zum Wohle des Kindes erforderlich wurde. In einem solchen Verfahren ist allen Beteiligten Gelegenheit zu geben, am Verfahren teilzunehmen und ihre Meinung zu äußern.
  • Einen besonderen Schutz und Beistand haben jene Kinder, die vorübergehend oder dauernd nicht bei ihren Familien leben können. Bei der Wahl anderer Betreuungsformen (Pflegefamilie, Kafala nach islamischem Recht, Adoption oder, falls erforderlich, die Unterbringung in einer geeigneten Kinderbetreuungseinrichtung) sind die erwünschte Kontinuität in der Erziehung des Kindes sowie die ethnische, religiöse, kulturelle und sprachliche Herkunft des Kindes gebührend zu berücksichtigen.
  • Bei einer Adoption muss dem Wohl des Kindes die höchste Bedeutung zugemessen werden.
  • Flüchtlingskindern ist ein angemessener Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung der Rechte zu gewähren. Vorrangiges Ziel ist eine Familienzusammenführung.
  • Anträge auf Familienzusammenführung, auf Einreise in oder Ausreise aus einem Vertragsland müssen wohlwollend, human und beschleunigt bearbeitet werden und dürfen keine nachteiligen Folgen für die Antragsteller und deren Familienangehörige haben.

Welche Pflichten haben Eltern gegenüber ihren Kindern?

Die Rechte und Pflichten der Eltern sind grundsätzlich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) beschrieben:

„Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen. Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).

Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln. Sie besprechen mit dem Kind, soweit es nach dessen Entwicklungsstand angezeigt ist, Fragen der elterlichen Sorge und streben Einvernehmen an.

Zum Wohle des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.“ (§ 1626 BGB)

Welche Pflichten der Eltern ergeben sich aus der Personensorge?

Nach § 1631 BGB umfasst die Personensorge die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.

Dabei haben die Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Dies bedeutet, dass körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen unzulässig sind.

Welche Pflichten sind mit der Pflege eines Kindes verbunden?

Die Pflege eines Kindes beinhaltet die notwendige Grundversorgung eines Kindes. Hierzu zählen Ernährung, Hygiene und Förderung der Gesundheit.

Die Ernährung des Kindes muss regelmäßig, ausreichend und altersentsprechend ausgewogen sein. Beispielsweise sollte ein gesundes Kindergartenkind feste Nahrung zu sich nehmen oder ein Schulkind wenigstens ein Pausebrot essen, wenn Zeit oder Hunger zum Frühstück fehlte. In der Regel sollte täglich ein warmes Essen ermöglicht werden.

Die Hygiene zeigt sich in einer regelmäßigen, nicht übertriebenen Körperpflege. Dabei ist der Säugling vollständig auf die Körperpflege durch die Erziehungsperson angewiesen. Altersentsprechend ist dem Kind zu lernen, dass es seine Körperpflege selbst übernimmt und immer selbstverantwortlicher damit umgeht.

Zur Hygiene zählt weiterhin eine Grundausstattung mit notwendiger, witterungs- und altersentsprechender Kleidung sowie eine Ordnung im Haushalt, die sich wenigstens nicht gesundheitsschädlich auf das Kind auswirkt.

Bei einer ernstlichen Erkrankung des Kindes ist eine medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen und für eine entsprechend behandlungsbezogene Medikation zu sorgen.

Weiterhin spricht für die Förderung der Gesundheit, wenn die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen mit dem Kind regelmäßig wahrgenommen werden und bei entsprechenden Diagnosen eine Behandlung durchgeführt wird.

Welche Pflichten sind mit der Erziehung eines Kindes verbunden?

Für eine gesunde Erziehung ist ein Familienklima erforderlich, in dem das Kind Respekt, Wertschätzung, Wärme, Geborgenheit, Offenheit, Anregung und Unterstützung erfahren kann.

Hierzu notwendig ist zumindest eine verlässliche Bezugsperson, die sich dem Kind zuwendet, die sich in das Kind einfühlen und es altersgemäß führen kann. Hieraus kann die Elternpflicht abgeleitet werden, dem Kind grundsätzlich ein Interesse an ihm zu zeigen, seine positiven Eigenschaften und Stärken zu erkennen und zu fördern.

Das Kind ist in seiner körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklung zu fördern.

Zur körperlichen Entwicklung zählt, dass Körpergröße und -gewicht auf ein gesundes Aufwachsen des Kindes schließen lassen. Das Krabbeln, Stehen, Gehen und Laufen des Kindes soll altersentsprechend angeregt, die Feinmotorik beispielsweise beim Anziehen der Kleidung, beim Basteln etc. geübt werden. Eine extreme Reizarmut kann sich ebenso gesundheitsschädlich auswirken wie eine permanente optische und akustische Reizüberflutung.

Die Förderung der geistigen Entwicklung zeigt sich beispielsweise im Erlernen der Sprache und in der Fähigkeit des Übertragens von erlebten Situationen auf andere und des selbstständigen Denkens. Eltern eines „gesunden“ Kindes, das im Vergleich zu Gleichaltrigen große Rückstände zeigt, sind in dieser Elternpflicht zu unterstützen.

Die Einstellung zum Kind, die Art eine Beziehung zu ihm aufzubauen, auf seine Gefühle einzugehen, mit Aggressionen und Frustrationen umzugehen, bestimmen die seelische Entwicklung des Kindes. Ein Kind, das beispielsweise Ablehnung, Erniedrigung und ständig Kränkungen erleidet, wird in seiner seelischen Entwicklung gehemmt, gestört oder geschädigt.

Das Kind muss sich auf seine Eltern verlassen können. Es müssen ihm jene Werte, Regeln und Grenzen vermittelt werden, die notwendig für ein soziales Zusammenleben sind. Dabei zu berücksichtigen sind sein Entwicklungsstand und die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis zu einem selbstständigen und verantwortungsbewussten Handeln.

In den Angelegenheiten der Ausbildung und des Berufs haben die Eltern insbesondere auf Eignung und Neigung des Kindes Rücksicht zu nehmen. Bestehen Zweifel, so soll der Rat eines Lehrers oder einer anderen geeigneten Person oder Stelle eingeholt werden.

Das Kind zu einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu erziehen setzt voraus, dass es sich selbst im Umgang mit Jüngeren, Gleichaltrigen und Erwachsenen erleben, orientieren und auseinander setzen kann. Zum Wohle des Kindes gehört in der Regel insbesondere auch der Umgang mit jenen Personen, zu denen das Kind bereits Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist, beispielsweise mit Geschwistern, Großeltern oder Personen, die mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder bei denen das Kind längere Zeit in Familienpflege war.

Welche Pflichten ergeben sich hinsichtlich der Beaufsichtigung des Kindes?

Die Aufsicht des Kindes muss zuverlässig, nachvollziehbar und altersentsprechend gewährleistet sein.

Dem Kind sind notwendige Ge- und Verbote zu vermitteln. Dabei werden gesetzte Grenzen vom Kind nur ernst genommen, wenn auf ihre Einhaltung geachtet wird.

Zu schützen ist das Kind vor Gefahren und Gefährdungen. Der Säugling sollte beispielsweise nicht unbeaufsichtigt auf einem Wickeltisch liegen. In Reichweite des Kleinkindes sollten keine verletzungsgefährdenden oder giftigen Gegenstände liegen.

Entsprechend seinem Alter ist das Kind auf Gefahren hinzuweisen und angemessen anzuleiten. Dies trifft beispielsweise im Straßenverkehr, an Gewässern, Baustellen oder fremden Orten zu.

Weiterhin ist das Kind vor Gefährdungen zu schützen, die es selbst noch nicht einschätzen kann. Hierzu zählen unter anderem der Aufenthalt an kinder- und jugendgefährdenden Orten, der Umgang mit nicht altersentsprechenden Medien etc.

Welche Pflichten der Eltern ergeben sich aus der Vermögenssorge?

Grundsätzlich steht den Eltern die Vermögenssorge für das gesamte Vermögen des Kindes zu. Sie umfasst alle tatsächlichen und rechtlichen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, das Kindesvermögen zu erhalten, zu verwerten und zu vermehren. Die Vermögenssorge berechtigt die Eltern zur Vertretung des Kindes, insbesondere auch in Rechtsstreitigkeiten.

Zum Kindesvermögen gehören Grundbesitz, Wertpapiere, Kontoguthaben, Renten usw. sowie die daraus erzielten Einkünfte. Weiterhin zählt zum Kindesvermögen, was das Kind aus Arbeit oder selbstständigem Geschäftsbetrieb erwirbt und was dem Kind zur freien Verfügung überlassen wird.

Die Elternpflichten, die sich aus der Vermögenssorge ergeben, können von den §§ 1638 ff. BGB abgeleitet werden. Beispielsweise haben die Eltern die Pflicht,

  • ein Erbvermögen des Kindes, das den Wert von 15.000 € übersteigt, zu verzeichnen und das Verzeichnis mit der Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit beim Familiengericht einzureichen – das Gleiche gilt auch bei Abfindungen über 15.000 €, die anstelle von Unterhalt gewährt werden (§ 1640 BGB);
  • in Vertretung des Kindes grundsätzlich keine Schenkungen zu machen (§ 1641 BGB);
  • das Geld des Kindes nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen, soweit es nicht zur Bestreitung von Ausgaben bereitzuhalten ist (§ 1642 BGB);
  • in bestimmten Fällen die Genehmigung des Familiengerichts einzuholen, zum Beispiel bei Grundstücksgeschäften, Beginn eines neuen Erwerbsgeschäfts (§§ 1643,1645 BGB).

Zuwiderhandlungen führen gegebenenfalls zu Erstattungs- und Schadensersatzansprüchen.

Wie können Meinungsverschiedenheiten zwischen den Eltern geklärt werden?

Die Eltern haben die elterliche Sorge in eigener Verantwortung und in gegenseitigem Einvernehmen zum Wohle des Kindes auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten müssen sie versuchen, sich zu einigen (§ 1627 BGB).

Können sich die Eltern nicht einigen, so kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils die Entscheidung einem Elternteil übertragen, wenn die damit verbundene Regelung für das Kind von entscheidender Bedeutung ist (§ 1628 BGB).

In geeigneten Fällen hat das Familiengericht bei der Ausübung der Personensorge die Eltern auf Antrag zu unterstützen (§ 1631 Absatz 3 BGB).

Welche Folgen sind mit einer Pflichtverletzung verbunden?

Nicht immer können Eltern ihrer Erziehungsverantwortung nachkommen. Bei Pflichtverletzungen, die eine Gefährdung des Kindeswohls bedeuten (beispielsweise bei Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch), und die von den Eltern aus eigener Initiative oder mit Hilfe Dritter nicht abgewendet werden kann, hat das Jugendamt eine Hilfe zur Erziehung anzubieten (§§ 27 ff. SGB VIII).

Hierzu zählen insbesondere die Erziehungsberatung, soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer, sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehung in einer Tagesgruppe, Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnform, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung und Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche.

Sind die Eltern nicht bereit, eine entsprechende Hilfe zur Erziehung anzunehmen, hat das Jugendamt gemäß § 50 Absatz 3 SGB VIII das Familiengericht anzurufen.

Es ist Aufgabe des Familiengerichts zu entscheiden, ob zum Schutz des Kindes oder Jugendlichen ein Eingriff in das elterliche Sorgerecht erforderlich ist.

Das Familiengericht kann Ermahnungen, Verwarnungen, Weisungen oder Auflagen zur Wahrnehmung der elterlichen Sorge verfügen oder das Sorgerecht teilweise oder ganz entziehen und auf einen Vormund oder Pfleger übertragen.

Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, dass sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen (§ 1666a, Absatz 2 BGB).

Maßnahmen, mit denen eine Trennung des Kindes von der elterlichen Familie verbunden ist, sind nur zulässig, wenn der Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch öffentliche Hilfe, begegnet werden kann. Dies gilt auch, wenn einem Elternteil vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Nutzung der Familienwohnung untersagt werden soll (§ 1666a, Absatz 1 BGB).

Bei der Gefährdung des Kindesvermögens kann das Familiengericht anordnen, dass die Eltern ein Verzeichnis des Vermögens des Kindes einreichen und über die Verwaltung Rechnung legen. Eine weitere Anordnung kann sein, dass das Geld des Kindes in bestimmter Weise anzulegen und dass zur Abhebung eine familiengerichtliche Genehmigung erforderlich ist.

Das Familiengericht kann dem Elternteil, der das Vermögen des Kindes gefährdet, Sicherheitsleistung für das seiner Verwaltung unterliegende Vermögen auferlegen (§ 1667 BGB).

Wohin können sich Kinder, Eltern und Mitbürger wenden?

Die Kinderverbände „Deutsches Kinderhilfswerk“, „Deutscher Kinderschutzbund“, „terres des hommes“ und „Unicef“ haben sich zu einem Aktionsbündnis für Kinderrechte zusammengeschlossen. Sie setzen sich unter anderem dafür ein, dass es überall Kinderbüros oder Kinderbeauftragte und Kinderparlamente gibt. Kinder, Eltern oder Mitbürger können sich mit ihren Fragen und Anliegen über Kinderrechte an diese Einrichtungen wenden.

Die Kinderbeauftragten der im Bundestag vertretenen Parteien schlossen sich zur Wahrnehmung der Belange der Kinder zu einer Kinderkommission zusammen. Diese Kommission ist dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugeordnet. Sie vertreten die Interessen der Kinder beispielsweise durch die Prüfung, wie sich Maßnahmen im Bereich der Verkehrs-, Gesundheits-, Medienpolitik, des Bauwesens usw. auf die Kinder auswirken und können direkt auf die Beratung von Gesetzen Einfluss nehmen. Kinder und ihre Interessenvertreter können sich mit ihren Anliegen und Ideen wenden an die Kinderkommission im Deutschen Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin, Tel.: 030/ 227-30551, Fax: 030/ 227-36055,
E-Mail: [email protected]

Kinder und Jugendliche, die sich in einer aktuellen Not- oder Konfliktlage befinden, können sich auch anonym beraten lassen unter der gebührenfreien „Nummer gegen Kummer“ des Kinderschutzbunds unter der Rufnummer 0800/111 0 333 (Montag bis Freitag von 15.00 bis 19.00 Uhr).

Sie haben auch das Recht, sich an das Kreis- oder Stadtjugendamt zu wenden und werden dort (auch ohne Kenntnis der Personensorgeberechtigten) beraten, wenn die Beratung aufgrund einer Not- und Konfliktlage erforderlich ist und solange durch die Mitteilung an den Personensorgeberechtigten der Beratungszweck vereitelt würde.

Bayern 1

Untersuchungen aus den USA zeigen, dass Kinder, die im Haushalt helfen später im Leben davon profitieren. Sie sind im Job erfolgreicher, selbstbewusster und teamfähiger.

Die ersten Untersuchungen dazu hat Diana Baumrind 1967 gemacht. Diana Baumrind ist eine der führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Kindererziehung. Die Ergebnisse von damals wurden mittlerweile von vielen Wissenschaftlerinnen aufgegriffen, wie auch von Julie Lythcott-Haims oder Marty Rossmann.

Julie Lythcott-Haims forscht seit vielen Jahren im Bereich der Erziehung. Ihre Ergebnisse hat sie in dem Buch „How to raise an adult“ zusammengefasst. Dabei thematisiert Sie unter anderem die „Harvard Grant Study“, eine Langzeitstudie der Harvard Medical School. 75 Jahre lang wurden rund 270 Harvard College- Absolventen und deren Lebensläufe untersucht. In der Studie zeichnet sich deutlich ab, dass Kinder, die im Haushalt helfen, später gemeinnützig agierende Mitglieder der Gesellschaft werden, weil sie gelernt haben ungetane Aufgaben zu erkennen und diese auch für die Gemeinschaft zu erledigen.

„Wenn Kinder ihre Teller nicht abspülen, lernen sie, dass es wohl jemand anderes für sie macht. Damit entgeht ihnen nicht nur die Arbeit, sondern vor allem die Erfahrung, dass jeder seinen Teil zum Ganzen beizutragen hat, weil er ein Teil des Ganzen ist.“

Julie Lythcott-Haims, Wissenschaftlerin

Auch Marty Rossmann hat am „College of Education and human development“ an der Universität in Minnesota ähnliches herausgefunden. Sie hat dazu 84 junge Erwachsene befragt. Diese schilderten wann sie wie während ihrer Kindheit in den Haushalt eingebunden waren. Die Ergebnisse der Befragung wurden dem individuellen Erfolg, der Bildung, der Karriere, dem IQ und den persönlichen Beziehungen gegenübergestellt.

Das Ergebnis in allen Studien: Kinder wachsen an ihren Aufgaben und deshalb auch an Hausarbeit. Wenn Sie ihre Kinder also in die täglichen Aufgaben, die es in einem Haushalt zu tun gibt, mit einbeziehen, dann haben diese das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie fühlen sich ernst genommen, wissen, dass sie dazu beitragen, dass die Familie funktioniert und lernen damit etwas für das ganze Leben.

Allerdings ist es eine große Herausforderung seinen eigenen Kindern zu vermitteln, dass Hausarbeit keine Strafe ist, sondern etwas, was selbstverständlich dazu gehört. Der erste Schritt dabei ist seine eigene Einstellung zum Waschen, Kochen und Putzen in Frage zu stellen, denn nur was vorgelebt wird, können Kinder adaptieren. Innerhalb der Familie muss klar sein, dass die Hausarbeit eine Arbeit ist, die alle betrifft. Und wenn alle zusammen helfen, dann ist sie auch schnell erledigt.

Rechte und Pflichten von Kindern

Die Mithilfe von Kindern im Haushalt ist sogar gesetzlich geregelt. Im Bürgerlichen Gesetzbuch §1619 steht:

„Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

Bürgerlichen Gesetzbuch §1619

In diesem Paragraphen steckt natürlich viel Interpretationsspielraum und natürlich würden Eltern ihre Kinder nicht offiziell anzeigen, weil Sie den Abwasch nicht erledigen. Allerdings zeigt das Gesetz, wie wichtig die Mithilfe von Kindern im Familienalltag ist. Trotzdem sollten Kinder immer neben all ihren Pflichten ausreichend Gelegenheit haben, einfach Kind sein zu dürfen.

Helfen – ab wann?

Je früher, desto besser: Die Studiengruppe der Universität Minnesota empfiehlt Kinder ab zwei bis drei Jahren mit in den Haushalt einzubinden. Demnach übernehmen Kinder im Teenageralter Aufgaben selbstverständlicher, wenn sie früh damit angefangen haben. Kinder können am besten in der Küche helfen: Tisch decken und wieder abräumen, abtrocknen oder Spülmaschine einräumen. Auch im Garten können Kinder helfen: Beim Blumen gießen oder Unkraut zupfen. Kinder, die das Grundschulalter erreicht haben, sollten lernen, die Eigenverantwortung für ihr Kinderzimmer zu übernehmen. Dazu gehört nicht nur das Aufräumen, sondern auch mal zu Saugen oder das eigene Bett zu machen.

Barbara Bleisch: „Kinder müssen sich im Alter nicht um ihre Eltern kümmern“

Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich meine Eltern nicht pflegen will? Eine Philosophin sagt: Nein, nicht unbedingt. Und erklärt, welche Pflichten Kinder haben.

19. Februar 2018, 10:31 Uhr 680 Kommentare

ZEIT Campus ONLINE: Frau Bleisch, wenn mein Vater morgen durch einen Unfall plötzlich pflegebedürftig oder meine Mutter schwer krank würde – muss ich mich dann um sie kümmern?

Barbara Bleisch: Auf jeden Fall nicht, weil sie deren Sohn oder Tochter sind. Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben, weil diese sie aufgezogen haben oder ihnen das Leben geschenkt haben. Diese Sichtweise hat zwar eine lange philosophische Tradition. Mich überzeugt sie aber nicht.

ZEIT Campus ONLINE: Was ist Ihre Sicht?

Bleisch: Kind zu sein ist keine Erbschuld, mit der wir auf die Welt kommen und die wir gegenüber den Eltern begleichen müssten. Allein weil sich die Eltern um ihr Kind gekümmert haben, als es klein war, muss das Kind sich im Alter nicht um seine Eltern kümmern.

ZEIT Campus ONLINE: Wieso?

Bleisch: Das Kind konnte in diese Fürsorge und selbst ins Leben nicht einwilligen. Und Eltern zu sein, heißt nun einmal, sich um sein Kind auch zu kümmern. Allein dafür, dass andere ihrer Pflicht nachkommen, müssen wir ihnen nichts zurückgeben oder dankbar sein. Viele Kinder empfinden dennoch Dankbarkeit, weil ihre Eltern etwa besonders liebevoll waren. Daran ist nichts falsch, im Gegenteil! Aber es ist nicht Ausdruck einer Pflicht, sondern Ausdruck einer gelungenen Beziehung.

ZEIT Campus ONLINE: Müssen wir uns also gar nicht um unsere Eltern kümmern?

Bleisch: Natürlich sollten Sie dies tun – aber eben nicht, weil Sie das Kind Ihrer Eltern sind. Dann müssten sich selbst Kinder, die von ihren Eltern gequält oder vernachlässigt wurden, sich lebenslang um ihre Eltern bemühen, und das scheint mir eine falsche Vorstellung. Ihre ganz persönliche Beziehung zu Ihren Eltern kann Ihnen aber sehr wohl ganz viele Gründe geben, sich um sie zu kümmern, genauso wie Freunde Grund haben, einander zur Seite zu stehen. Wobei die Familienbande ein anderes Verhältnis ist als eine Freundschaft.

ZEIT Campus ONLINE: Inwiefern?

Bleisch: Anders als Freunde können wir uns unsere Eltern nicht aussuchen, und wir können die Beziehung auch nicht aufkündigen oder versanden lassen. Diese Beziehung ist unfreiwillig, unkündbar und exklusiv. Es gibt Ex-Männer, aber es gibt keine Ex-Eltern. Diese ganz spezielle Verwobenheit in der Kernfamilie macht alle Beteiligten auch speziell verletzlich.

ZEIT Campus ONLINE: Wann ist man eine Rabentochter oder ein Rabensohn?

Bleisch: Rabentöchter und Rabensöhne gehen achtlos mit dieser Verletzlichkeit um. Sie negieren, dass man sich in Familien besonders wehtun kann – weil man beispielsweise so viel übereinander weiß, weil man eine ganz besondere Stellung im Leben des anderen besetzt. Es ist verständlich, dass sich viele Eltern wünschen, in regem Austausch mit ihren erwachsenen Kindern zu stehen. Kinder sollten ihren Eltern signalisieren, dass sie dieses Bedürfnis respektieren. Sie müssen deswegen aber nicht ihre eigenen Pläne und Ziele gänzlich aufgeben. Denn Kinder haben ein Recht darauf, ihr eigenes Leben zu leben.

Ab 0

  • gelten die UN-Kinderrechte;
  • beginnt deine Rechtsfähigkeit, das heißt, dass du zB erben kannst und dass du deinen eigenen Reisepass (auf Antrag deiner Eltern) haben kannst.

Ab 6

  • musst du mit dem September, der auf deinen Geburtstag folgt, in die Schule gehen.

Ab 7

  • darfst du geringfügige Rechtsgeschäfte, die für das Alter üblich sind, abschließen (zB Bücher, CDs kaufen);
  • darfst du auch größere Geschenke annehmen, wenn sie nicht mit Verpflichtungen verbunden sind.

Ab 10

  • muss dich das Gericht bei Trennung oder Scheidung deiner Eltern zum Thema Kontaktrecht oder Obsorge persönlich anhören;
  • darf eine Namensänderung oder ein Religionswechsel nur nach deiner Anhörung durchgeführt werden;
  • darfst du nach einer Fahrradprüfung ohne Aufsicht mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen unterwegs sein.

Ab 12

  • darfst du auch ohne Fahrradprüfung alleine mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen unterwegs sein;
  • kann ein Religionswechsel gegen deinen Willen nicht mehr stattfinden.

Ab 14

  • darfst du Vermögen (zB Taschengeld, Gehalt aus eigener Arbeit), das dir zur freien Verfügung steht, selbständig verwalten, sofern dein Lebensunterhalt nicht gefährdet wird. Nicht frei verfügen darfst du aber über Dinge, die dir von den Eltern zu einem bestimmten Gebrauch überlassen wurden (zB darfst du dein Fahrrad nicht verkaufen oder verschenken);
  • darfst du ohne Zustimmung deiner Eltern ein Girokonto eröffnen, WENN du eigenes Geld verdienst;
  • darfst du mit Zustimmung deiner Eltern eine Bankomatkarte haben;
  • kannst du vor Gericht oder einem Notar ein gültiges Testament machen;
  • darf eine Namensänderung nur mit deiner Zustimmung stattfinden;
  • darfst du deine Religion frei bestimmen und dich vom Religionsunterricht auch ohne Zustimmung deiner Eltern abmelden;
  • hast du ein Mitspracherecht in Angelegenheiten deiner Ausbildung und Berufswahl und kannst dich im Streitfall an das Pflegschaftsgericht wenden;
  • bist du sexualmündig und darfst freiwillige Liebesbeziehungen eingehen;
  • bist du strafmündig und deliktsfähig – das heißt du bist voll für dein Verhalten verantwortlich und kannst zB zu Schadenersatz verpflichtet werden;
  • kannst du in Fragen der Pflege und Erziehung und des persönlichen Kontaktes mit deinen Eltern vor Gericht selbständig handeln (Anträge stellen usw);
  • kannst du zum persönlichen Kontakt mit dem nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Elternteil nicht mehr gezwungen werden;
  • ist bei medizinischen Behandlungen deine Zustimmung erforderlich;
  • kannst du alleine darüber entscheiden, ob du einen Schwangerschaftsabbruch (bis zur 12. Woche straffrei) durchführen lassen möchtest oder das Baby zur Welt bringen möchtest;
  • darfst du dich ohne Einwilligung deiner Eltern piercen lassen, wenn zu erwarten ist, dass die gepiercte Stelle innerhalb von 24 Tagen heilt;
  • darfst du den Segelschein machen.

Ab 15

  • darfst du arbeiten – es sei denn, du hast deine Schulpflicht noch nicht beendet. Du darfst einen Arbeitsvertrag abschließen. Für einen Lehrvertrag ist allerdings auch noch die Unterschrift eines gesetzlichen Vertreters notwendig.

Ab 16

  • darfst du wählen;
  • kannst du bei Gericht beantragen, für ehemündig erklärt zu werden, wenn dein/e PartnerIn schon 18 ist;
  • darfst du dich mit schriftlicher Einwilligung deiner Eltern tätowieren lassen;
  • darfst du ohne Einwilligung deiner Eltern den Mopedführerschein machen (unter bestimmten Voraussetzungen schon mit 15);
  • darfst du den Motorbootführerschein machen;
  • darfst du alleine auf öffentlichen Straßen reiten.
  • kannst du den Jugendjagdschein bekommen.

Ab 17

  • bist du als Mann wehrpflichtig;
  • kannst du ohne Einwilligung deiner Eltern eine Bankomatkarte erhalten, wenn du ein eigenes Einkommen hast;
  • kannst du den Führerschein (L17) machen.

Ab 18

  • bist du volljährig, voll handlungs- und geschäftsfähig, voll testierfähig und ehemündig;
  • darfst du auch ohne Einwilligung deiner Eltern von zu Hause ausziehen;
  • darfst du an allen legalen Glücksspielen teilnehmen;
  • darfst du ins Solarium gehen;
  • darfst du dich auch ohne die Einwilligung deiner Eltern an allen Körperteilen piercen lassen;
  • kannst du in den Gemeinderat, Landtag oder Nationalrat gewählt werden.

mehr…

Sieht euer Haus oder eure Wohnung und insbesondere die Kinderzimmer auch manchmal aus, als hätte buchstäblich die Bombe eingeschlagen? Kuscheltiere, Puppen, Bücher, Malstifte, das neue Feuerwehrauto und nicht zu vergessen Lego- und Duplosteine wohin das Auge reicht. Dann geht es euch wie vielen anderen Eltern auch.

Und bestimmt habt ihr diesen Spruch auch schon das ein oder andere Mal gehört: Ordnung ist das halbe Leben! Wer diesen Satz erfunden hat, der hatte bestimmt keine Kinder und weiß nicht, zu welchem Chaos die kleinen Racker fähig sein können.

Doch theoretisch gesehen ist Hausarbeit Teamarbeit. Und da haben wir es auch schon: Theoretisch gesehen! Die Realität sieht meist anders aus. Denn häufig ist es so, dass der Haushalt und das Aufräumen vorwiegend an den Müttern hängenbleibt, auch wenn die Kids hin und wieder guten Willen zeigen und helfen. Von daher ist es eine gute Idee, den eigenen Sprösslingen gleich in jungen Jahren mit in die Verantwortung zu nehmen und diese zum Aufräumen zu motivieren.

So abwegig es auch klingt, aber dass Kinder gewisse Pflichten im Haushalt übernehmen müssen ist sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Und zwar besagt der Paragraph 1619 des BGB: „Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

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Doch uns liegt es garantiert fern auf Paragraphen, die zumindest in diesem Fall wirklich unnötig sind, herumzureiten und bestimmt lassen sich eure Kids von dieser Begebenheit auch nur sehr schwer beeindrucken.

Zudem ist es viel nachhaltiger und vor allem mit mehr Spaß verbunden, seine kleinen Kinder spielerisch in die anfallende Hausarbeit zu integrieren. Aber für die oft besonders starrsinnigen Teenager könntet ihr diese Information ja mal im Hinterkopf behalten.

Ab welchem Alter Kinder in den Haushalt mit einbezogen werden können

Je früher Kinder in den Haushalt miteinbezogen werden, desto besser. Versucht mal einem Kind im Teenager-Alter klar zu machen, neuerdings im Haushalt helfen zu müssen. Das stellt so manche Eltern vor eine große Herausforderung und erfordert oft hohe Überredungskünste.

Indem ihr eure Kinder von Anfang an in den Haushalt integriert, sind die Weichen gestellt, um diese zu verantwortungsvollen und vor allem hilfsbereiten Menschen zu erziehen. Das Gute daran ist außerdem, dass gerade jüngere Kinder häufig noch Spaß an den ihnen übertragenen Aufgaben finden und Mama und Papa gerne helfen wollen.

Zudem bereitet es den Sprösslingen oft Freude, wenn sie die Erwachsenen bei bestimmten Tätigkeiten nachahmen und unterstützen können. Wichtig ist für euch allerdings, eine Portion Geduld mitzubringen. Die kleinen und fleißigen Helfer brauchen selbstverständlich länger Zeit und ihr müsst ihnen auch erstmal genau erklären, wie sie die bestimmten Aufgaben überhaupt erledigen müssen.

Vor allem zu Beginn stellt es sicherlich keine Entlastung für euch dar, wenn euch die Kleinen im Haushalt helfen. Kinder brauchen länger und nehmen sämtliche Aufgabe erstmal genau unter die Lupe.

Doch um Schnelligkeit oder präzise Sauberkeit geht es in erster Linie auch gar nicht. Es geht vielmehr darum, den Kindern gewisse Aufgaben zu übertragen und nicht, um diese komplett ohne elterliche Hilfe durchzuführen. Und dazu gehört auch, dass mal etwas zu Bruch gehen kann und die Erledigung etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Aufgaben je nach Altersklasse

Egal, um welche Aufgaben es sich handelt: Sicherheit für die Kinder muss immer an erster Stelle stehen! Deshalb ist es wichtig, dass ihr stets ein wachsames Auge auf eure fleißigen Schützlinge werft und gegebenenfalls mit Rat und Tat zur Seite steht.

Damit ihr wisst, welche Aufgaben im Haushalt für welches Alter überhaupt sinnvoll sind und vor allem ohne Gefahren erledigt werden können, haben wir Anregungen für euch zusammengefasst:

Kindergarten und Vorschule

Beim Besuch im Kindergarten sowie in der Vorschule gehört es zum Alltag, dass die Kinder nach dem Spielen ihre Sachen wieder aufräumen und verstauen. Warum dann auch nicht zu Hause im eigenen Kinderzimmer?

Das Spielzeug anschließend in dafür vorgesehene Kisten oder Schubladen zu packen, ist auch für Kindergartenkinder sowie die älteren Vorschulkinder gut machbar und wird nach kurzer Zeit zur Gewohnheit. Allerdings solltet ihr euren Zwergen beim Beseitigen des Chaos noch etwas zur Seite stehen.

Neben dem Zimmer aufräumen können die Kleinen zum Beispiel auch beim Wäsche abhängen, Wäsche zusammenlegen, Staubwischen, Spülmaschine einräumen sowie beim Tisch decken und Abräumen helfen. Unter Umständen bietet es sich an, einen kleinen Hocker für die Kinder bereitzustellen, damit diese besser an den Tisch oder die Schränke herankommen.

Grundschule

Sobald eure Kinder in die Grundschule kommen, lernen sie einige Dinge selbstständig zu erledigen. Jetzt können auch schon kleinere Aufgaben in der Küche übernommen werden, wie zum Beispiel das Abspülen, den Müll rausbringen sowie das selbstständige Füttern und Versorgen von Haustieren.

Auch bei der Gartenarbeit können sich Kinder miteinbringen. Viele haben zudem wahnsinnigen Spaß daran, in der Erde zu graben und Obst oder Gemüse aus dem heimischen Garten zu ernten.

Zudem ist es an der Zeit, dass eure Kinder ihr Zimmer ohne elterliche Hilfe auf Vordermann bringen und ihr Bett selbstständig machen. Auch das regelmäßige Durchsaugen des eigenen Zimmers ist nicht mehr zu viel verlangt.

Weitere mögliche Aufgaben für Grundschulkinder:

  • Für Getränke am Esstisch sorgen
  • Schmutzwäsche in den dafür vorgesehenen Wäschekorb werfen
  • Gewaschene Klamotten in den Kleiderschrank sortieren
  • Papiermüll sortieren und gegebenenfalls wegbringen
  • Einfache Mahlzeiten, wie Nudeln mit Tomatensoße, unter Anleitung zubereiten
  • Unter Aufsicht Obst und Gemüse schnippeln

Weiterführende Schule

Spätestens wenn euer Kind eine weiterführende Schule besucht und ins schwierige Teenager-Alter sowie in die Pubertät kommt, wird auch die Lust und Bereitschaft beim Haushalt zu helfen abnehmen. Das Murren und der Widerstand werden größer und wenn es um den Haushalt geht, werden die Kids zunehmend lustloser.

Diese Entwicklung kann zwar durchaus Nerven kosten, aber ist dennoch normal. Jetzt heißt es für euch: Nicht nachgeben und an den von euch übertragenen Aufgaben festhalten.

Die Kinder sind jetzt außerdem in dem Alter, in denen sie fast die gleichen Aufgaben erledigen können wie ein Erwachsener. Und dazu gehört unter anderem auch die Toilette sowie das Bad zu putzen. Und Jugendliche wollen doch sowieso gerne wie Erwachsene behandelt werden, oder?

Sind es die Kinder sowieso von klein auf gewöhnt im Haushalt zu helfen, werden sie dies – wenn auch unter gelegentlichem Motzen – in der Regel beibehalten. Und dass es hin und wieder zu Streitigkeiten kommt, ist normal und lässt sich in keiner Familie vermeiden.

Kindern das Mithelfen erleichtern

Kinder zum Helfen zu motivieren ist oft gar nicht so leicht. Aus diesem Grund haben wir einige Tipps für euch zusammengefasst, die eure Kinder zum Mithelfen motivieren und auch das Ordnunghalten für euch selbst vereinfachen sollen:

Körbe verwenden: Körbe sind wunderbar dafür geeignet, um schnell Ordnung zu schaffen und sehen dabei auch noch hübsch aus. Die Spielsachen können ohne Aufwand und unkompliziert darin verstaut werden, genauso wie Wolldecken für den gemeinsamen Filmeabend auf der Couch.

Auch überfordert es kleine Kinder nicht so schnell, wenn sie lediglich ihre Puppe in die eine Kiste und die Spielzeugautos in die andere Kiste räumen müssen.

Kleiner Tipp: Ihr könnt auch Körbe auf die Treppe oder in bestimmte Ecken der Wohnung verteilen, um Kleinkram, der später zwar noch verräumt werden muss, über den Tag zu sammeln. Das schafft Ordnung und es liegen nicht so viele Dinge herum.

Für gute Stimmung sorgen: Musik oder das Lieblingshörbuch während dem Aufräumen anzuhören, wirkt beim Nachwuchs sehr motivierend und das Mithelfen macht gleich viel mehr Spaß.

Nicht zu streng sein: Es ist ganz normal, dass in Kinder- oder Jugendzimmern auch mal eine gewisse Unordnung herrscht und nicht alles tip top aufgeräumt ist. Macht euren Kindern jedoch klar, dass zum Beispiel Müll oder Essensreste sowie Geschirr nichts im Zimmer verloren haben und zudem mindestens einmal die Woche gründlich aufgeräumt werden muss.

Haushaltsplan aufstellen: Ein mit der Familie zusammengestellter Haushaltsplan vermeidet so manche Diskussionen über die anfallende Hausarbeit. So wird in einem Haushaltsplan unter anderem festgelegt, wer wann und für welche Aufgaben verantwortlich ist. Damit alles gerecht zugeht, solltet ihr die Aufgaben im regelmäßigen Rhythmus wechseln.

Weitere Tipps: Auch regelmäßiges Ausmisten, und zwar nicht nur im Kinderzimmer, helfen euch dabei, besser Ordnung halten zu können. Zudem ist es von Vorteil, wenn ihr mit gutem Beispiel vorangeht und euch vor den Kindern nicht über das Aufräumen und den Haushalt beschwert. So lernen eure Kinder, dass es ganz normal ist für Ordnung zu sorgen und sie verbinden es nicht von Anfang an mit einer lästigen Pflicht. Denn diese Erkenntnis kommt noch früh genug.

Fazit

Bezieht eure Lieblinge bereits mit jungen Jahren in den Haushalt mit ein. Beginnt mit kleinen und einfachen Aufgaben, welche ihr dem Alter entsprechend nach und nach anpasst. So lernen eure Kinder nicht nur Verantwortung, sondern auch, dass sie bereits mit kleinen Dingen etwas zu einem gut funktionierenden Familienalltag beitragen können. Und schließlich bedeutet Teamwork auch mehr Zeit für die Familie und ein entspannteres Miteinander. Und das kommt nicht nur den Eltern zugute.

Das Wichtigste ist allerdings, dass den Kindern genügend Zeit für die Hausaufgaben und vor allem für die Freizeit bleibt. Denn Kinder sind Kinder und deshalb sollten sie dementsprechend Zeit zum Spielen und Herumtoben haben. Und über ein Lob und eine anschließende Knuddelrunde als Dankeschön freut sich jedes Kind.

Zugegeben, als kinderloser, 26-jähriger Single bin ich nicht gerade prädestiniert dafür, Eltern Erziehungstipps zu geben, aber als examinierter Jurist kann ich auf eine Vorschrift aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch hinweisen, die vielen Eltern das Leben erleichtern könnte, den § 1619 BGB. Danach ist das Kind, „solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen und unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäfte Dienste zu leisten“.

Wie viele nervige Diskussionen könnten sich Eltern durch einen Hinweis auf diese Vorschrift ersparen? Die Tochter will ihr Zimmer nicht aufräumen – drohen Sie mit Klage. Ihnen erscheint der Rasen wieder etwas zu hoch – vielleicht lässt sich Sohnemann durch § 1619 überzeugen, ihnen den lästigen Mähjob abzunehmen. Sie hätten Lust auf ein kühles Bier, müssten es aber aus dem Keller holen – § 1619. Spülmaschine müsste mal wieder ausgeräumt werden und überhaupt könnten Bad und Küche mal geputzt werden – § 1619. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen.

Man mag jetzt einwenden, dass eine Klage innerhalb der Familie das häusliche Zusammenleben zeitweise belasten könnte. Wohl richtig. Auch die Vollstreckbarkeit eines erstrittenen Urteils könnte sich als schwierig erweisen, werden spitzfindige Juristen anmerken. Aber so weit wird man in der Regel nicht gehen müssen. Eine entsprechende Drohkulisse, gestützt durch die einschlägige Vorschrift, wird die Nachkommen schon überzeugen, im Haushalt mitzuhelfen.

Wer das für moderne Sklaverei hält, dem ist nicht bewusst, was aus Kindern wird, denen zu Hause alles abgenommen wird. Solche verwöhnten Gören werden zu Nesthockern, die das „Hotel Mama“ am liebsten lebenslang in Anspruch nehmen möchten. Eigenverantwortung, eine Fähigkeit, die man heutzutage ja gar nicht früh genug lernen kann, ist für sie ein Fremdwort. Glauben Sie nicht? Da kann ich nur den französische Film „Tanguy – der Nesthocker“ empfehlen, in der Regisseur Etienne Chatilliez das Phänomen, die „Gastfreundschaft“ der Eltern kostensparend bis an die Grenzen auszureizen, komödiantisch aufgreift.

Meine Kinder bekommen den § 1619 BGB jedenfalls zur Geburt gerahmt über das Bett gehängt, damit sie gleich wissen, wo der Hase lang läuft…

Sind Kinder zur Mitarbeit im Haushalt verpflichtet?

Das bisschen Haushalt macht sich leider so gar nicht von allein. So begeisterst du deine Kinder für Hausarbeit und hast sorgst für mehr Spaß im Alltag.

Es stellt sich mir die Frage, wie viel Mitarbeit Eltern von den Sprösslingen erwarten und einfordern können. Oder bin ich als Mutter und Familienoberhaupt allein für unser gemeinsames Zuhause verantwortlich und darf höchstens um Unterstützung bitten?

Sehr interessant liest sich, was ich bei meiner Recherche zu diesem Thema im Netz finde: Nach § 1619 BGB sind Kinder sogar zur Hilfe im Haushalt verpflichtet, solange sie darin leben. Je nach Reife und Kräften können und sollen sie Tätigkeiten wie Tisch decken, Zimmer aufräumen, Müll wegbringen etc. übernehmen.

Das zeitliche Ausmaß richtet sich nach dem Kindesalter und kann ab Vollendung des 14. Lebensjahres bis zu sieben Stunden wöchentlich betragen. Soweit die Gesetzeslage. Ob dieses Argument bei den Kindern zum Zuge kommen soll, ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack.

Viel macht aus meiner Sicht schon die eigene Überzeugung aus. Wenn ich weiß, dass ich meinen beiden Teenagern mit bestimmten Pflichten nicht zu viel zumute, kann ich meinen Standpunkt souveräner vertreten.

Auf Webseiten von Erziehungsexperten lese ich: Eltern müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kinder immer wieder versuchen werden, sich vor bestimmten, ungeliebten Aufgaben zu drücken. So verhandelt mein Sohn stets aufs Neue das Putzen des Badezimmers, während meine Tochter behauptet, sich im Chaos ihres Zimmers pudelwohl zu fühlen. Dagegen zu halten und auf die Erledigung der Aufgaben zu beharren, empfinde ich, je nach meinem persönlichen Stresspegel, als anstrengend, manchmal zermürbend. Aber, so lese ich, man soll unbedingt auf die Pflichterfüllung bestehen und sich nicht „weichkochen“ lassen oder entnervt aufgeben.

Auch interessant: Motivation und Konzentration – das sind die beiden entscheidenden Größen, von denen der Schulerfolg abhängt. Wir stellen euch ein paar spielerische Konzentrationsübungen für Kinder vor. Jetzt lesen!

Eigene Wünsche der Kinder bei der Hausarbeit miteinbeziehen

Pädagogen raten zudem, seinen Kindern bestimmte Vorlieben bei der Haushaltshilfe zuzugestehen, umso selbstverständlicher werden diese Pflichten erledigt. Meine Tochter hilft mir oft und gerne beim Backen und Kochen. Mit ihren 13 Jahren hat sie schon so manchen Kuchenteig gerührt und könnte diverse Gerichte ohne mein Zutun zubereiten.

Mein 17-jähriger Sohn hingegen geht häufig freiwillig mit zum Wocheneinkauf, Getränkekästen hole ich ausschließlich mit ihm zusammen. Und das Schönste daran, oft ergeben sich bei diesen gemeinsamen Erledigungen vertraute Gespräche mit intensivem Austausch.

Sei ein gutes Vorbild

Wichtig ist zudem die eigene vorgelebte Einstellung zur Hausarbeit, so die Experten. Wenn der Erwachsene stets über die lästige Hausarbeit lamentiert und stöhnt, kann er von seinen Kindern nicht erwarten, dass diese pfeifend den Putzlappen schwingen.

Für mich persönlich sind, neben der Entlastung, zwei Dinge wichtig: Erstens sehe ich es durchaus als meine elterliche Aufgabe, zwei selbständige, eigenverantwortliche Menschen ins Leben zu entlassen. Und dazu gehört eben auch, dass sie wissen, die Kleidung gelangt nicht mit Hilfe eines Zauberspruchs gewaschen und gefaltet in ihre Schränke und ein gewisser Hygienestandard wird auch nicht von den Heinzelmännchen gehalten, sondern nur durch eigenes Tun.

Zweitens denke ich, dass Jungen wie Mädchen die ganze Spannbreite an Aufgaben, die ein eigener Haushalt mit sich bringt, kennenlernen sollten. Meine Tochter und ich haben im Herbst ihr Zimmer umgestaltet, inklusive Wände streichen, Möbel ab- und aufbauen, Lampe aufhängen, Garderobe montieren. Wir beide und unser Akkubohrer – dabei erkenne ich bewundernd an, dass sie sich zum Teil geschickter angestellt hat als ich.

Und als ich direkt nach Silvester mit einem heftigen Virus zwei Tage daniederlag, hat mein Sohn die Küche tipptopp aufgeräumt, die Restspuren unserer Silvesterparty beseitigt und sich und seine Schwester mit Essen versorgt. Geht doch, hat sich meine Erziehungsarbeit all die Jahre doch noch ausgezahlt.

Wenn Kinder im eigenen Haushalt mithelfen, ist davon auszugehen, dass sie auch als Besuchskind in anderen Familien den Tisch abräumen, die Gläser in die Spülmaschine räumen etc. Auch da geht mal was daneben und eine teure Vase wird in Mitleidenschaft gezogen. Bei kleinen und großen Missgeschicken übernimmt die Haftpflichtversicherung den Schaden, vorausgesetzt die Eltern sind versichert.

Klo putzen, Geschirr abwaschen, Zimmer aufräumen – deine Eltern nerven wieder voll rum, weil du Dinge im Haushalt machen musst? Voll der Abturn – aber dazu haben sie gutes Recht! Ihr glaubt das nicht? Dann guckt euch diese Gesetze an, die tatsächlich in Deutschland gelten.

Du musst dein Zimmer aufräumen

Das steht zwar nicht wörtlich im Gesetz. Aber im Paragraf 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) steht:

„Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.”

Das heißt: Solange du zuhause wohnst und deinen Eltern Geld und Essen bekommst, musst du deinen Eltern im Haushalt helfen – im Rahmen deiner Möglichkeiten. Und dazu gehört auf jeden Fall, die eigenen vier Wände, sauber zu halten.

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Du darfst nackt Auto fahren – aber nicht aussteigen

In der Straßenverkehrsordnung steht nichts davon, dass man nicht nackt fahren darf. Der Innenraum des Fahrzeugs gilt als privater Raum. Wenn du aber aussteigst, gilt das Ordnungswidrigkeitsgesetz. Schließlich bist du jetzt in der Öffentlichkeit! Und da steht im Paragraf §118:

„Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen.”

Nackte Tatsachen gehören da auf jeden Fall dazu! Und deshalb gilt: Nie vergessen, dich anzuziehen, bevor du aus dem Auto steigst.

Du darfst nicht zu schnell fahren – auch wenn du aufs Klo musst

You can’t take me anywhere. 😆😂😭 Thank you @gurudarshan for this brilliant photo. #mariposasuicide #suicidegirl #suicidegirls #funny #silly #toilette

Ein von Mariposa_Suicide (@mariposa_suicide) gepostetes Foto am 29. Okt 2015 um 14:26 Uhr

Darfst du mit dem Auto 151 km/h fahren, wenn nur 100 erlaubt sind? Nein, darfst du nicht! Auch nicht, wenn du aufs Übelste auf Toilette musst? Nein, auch dann nicht!! Und auch nicht, wenn es dir einfach zu peinlich ist, irgendwo im Wald zu halten, um dein Geschäft zu machen, und du deiner Freundin diesen Anblick ersparen möchtest? Nein, auch dann nicht!!!

Das ist zwar kein Gesetz, aber genau das stellten die Richter des Amtsgerichts Celle in einem Urteil klar! Also immer schön vor der Fahrt aufs Klo gehen!

Du darfst nicht über Brücken marschieren

Auf der Klassenfahrt seid ihr in der Gruppe unterwegs und vor euch liegt eine Brücke – dann heißt es aufgepasst! Denn in Deutschland ist es laut Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung verboten, auf Brücken im Gleichschritt zu marschieren.

Die Regelung stammt noch aus Kriegszeiten. Damals sollte sie verhindern, dass marschierende Soldaten kleine Brücken zum Einsturz bringen. Denn wenn hunderte Soldaten gleichzeitig auf den Boden stampfen, hat das eine ganz schöne Kraft.

Also gilt: Auf Brücken immer kunterbunt durcheinander laufen.

In Hessen gilt die Todesstrafe

Ja, in Hessen gilt tatsächlich die Todesstrafe. Aber keine Angst: Sie ist außer Kraft! Dennoch heißt es in Artikel 21 der hessischen Landesverfassung: „Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.“

Aber zum Glück steht im Artikel 32 des deutschen Grundgesetzes: „Bundesrecht bricht Landesrecht”. Das bedeutet: Wenn für ein Themengebiet ein Bundesgesetz, das für ganz Deutschland gilt, UND ein Landesgesetz, das nur für ein Bundesland gilt, existieren, dann gilt nur das Bundesgesetz. Und da steht zum Glück nichts von Todesstrafe. Denn das gibt’s in Deutschland nicht!

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