Peter altmaier lippe

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Wenn am kommenden Montag, dem 22. Mai, auf dem Filmfest in Cannes Happy End läuft, ist das für Schauspieler wie Isabelle Huppert, vor allem aber für den Regisseur Michael Haneke ein Routineauftritt. Zweimal schon hat er mit seinen Filmen in Cannes gewonnen, mit Das Weiße Band und Liebe.

Für den deutschen Schauspieler Franz Rogowski hingegen ist Cannes der erste internationale Auftritt. Er spielt Isabelle Hupperts Sohn in Happy End, und wenn er darin ähnlich überzeugend ist wie als Gangster in Victoria, dann könnte diese Woche in Cannes sein Leben ändern.

Noch dreht Franz Rogowski Filme eher nebenher. Hauptberuflich ist er Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen – in sieben Stücken ist er derzeit zu sehen. Die Zuschauer kennen und lieben ihn.

Meistgelesen diese Woche:

12 Uhr, an einem Freitag im Frühjahr. Fischessen im Gasthaus Isarthor. Rogowski kommt mit dem Fahrrad und ein paar Minuten zu spät. Er hat verschlafen, Vorstellung am Abend zuvor, davor Proben und die Abschlussfeier eines abgedrehten Films, „ist alles ein bisschen viel gerade“, entschuldigt er sich, schiefes, schüchternes Lächeln, greift nach dem Telefon, entschuldigt sich noch mal, „ich muss kurz was verschieben“. Dann ruft er seinen Bruder in Düsseldorf an.

Wahrscheinlich ist es seinen erheblichen Schwierigkeiten mit der Schule zu verdanken, dass der heute 31-Jährige überhaupt Schauspieler wurde. Im Interview mit dem SZ-Magazin bezeichnet sich als sehr körperlichen Menschen, der nicht still sitzen konnte. „Wer Bewegung brauchte, um sein Hirn zu aktivieren, war in der Schule verloren“, sagt er. Er sei an diesem Bildungssystem gescheitert.

Rogowski wuchs mit seiner Mutter, seinem Erziehungsvater und drei jüngeren Halbgeschwistern in einem großbürgerlichen Haushalt in Tübingen auf. Sein Großvater ist Michael Rogowski, ehemaliger Präsident des BDI. Dem Großvater sei er vor allem innerlich ähnlich, sagt er: „Er ist getrieben, ich auch.“

Warum Franz Rogowski es hasst, auf seine Lippenspalte angesprochen zu werden und warum es ihm nicht um Spaß geht ist – auch das wird Thema das Gesprächs sein.

„Ich muss immer etwas tun, sonst löse ich mich auf“

Der Schauspieler Franz Rogowski sucht den Widerstand. Damit macht er sich das Leben schwer – aber Spaß ist ihm sowieso nicht geheuer

Foto: Gettyimages / Pascal Le Segretain

Narbe/ Schwellung direkt an der Lippe nach Unfall

Hallo,
ich bin über eine Google-Suche auf das (schon ein paar Jahre alte) Thema gestoßen, denn ich habe ein ähnliches Problem. Nach einem (unverschuldeten) Rennradunfalll war meine Oberlippe innen eingerissen, in der Notaufnahme des Krankenhauses wurde ein Nähen nicht für notwendig erachtet. Der Riss ist dann auch verheilt, allerdings blieb eine Verhärtung zurück, die optisch stört (Asymmetrie bei offenem Mund, besonders beim Lachen) sowie auch ein Fremdkörpergefühl verursacht („Hängenbleiben“ beim Trinken beispielsweise). Ich habe bereits eine ambulante OP hinter mir, während welcher mir Gewebe aus der Lippe entfernt worden ist, allerdings hat der operierende Arzt nicht alles entfernt, da er wohl die Befürchtung hatte, eine „Delle“ zu verursachen. Er sprach von sehr hartem Narbengewebe und ich bekam mit, wie zäh und schwer zu scheiden es war. Das optische Ergebnis war unmittelbar nach der OP auch ok, das Fremdkörpergefühl blieb aber und mittlwerweile meine ich, dass auch die Asymmeetrie wieder deutlicher sichtbar ist. Vielleicht ist Narbengewebe nachgewachsen? Mittlerweile bin ich schon recht verzweifelt und freue mich über Ratschläge bzw. Erfahrungsaustausch.
Viele Grüße

Hinterlässt eine Verletzung auf einer Lippe Narben? – Wissenswertes über Narben

Warum hinterlässt eine Verletzung Narben?

  • Die Haut besteht aus verschiedenen Schichten. Der Epidermis, Dermis und Subcutis. Diese sind im Deutschen auch als Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut bekannt.
  • Ist eine Wunde oberflächlich und nur die Oberhaut betroffen, hinterlässt die Verletzung keine Narben. Das liegt daran, dass sich die Epidermis schnell und effektiv regenerieren kann. Ist hingegen auch die Lederhaut, also die Dermis, verletzt, kann sich diese nicht wieder vollständig herstellen und sichtbare Narben bleiben zurück.
  • Zwar hinterlässt eine Verletzung auf der Lippe selten Narben, weil der Aufbau der Haut sich stark vom Rest des Körpers unterscheidet, aber auch an dieser Stelle sind Narben möglich. Allerdings nur, wenn die tiefer liegende Hautschicht der Dermis betroffen ist oder die regenerativen Fähigkeiten der Haut eingeschränkt sind.

Haut, Lippe und Narbenbehandlung

  • Hinterlässt eine Verletzung auch auf einer Lippe Narben, ist das oft bereits kurz nach dem Entstehen der Wunde abzusehen. Gleiches gilt für die restliche Haut. Ist die Verletzung sehr tief, sollte die Lippe eine Narbenbehandlung erfahren. Lassen Sie sich dazu von einem Arzt beraten, halten Sie die betroffene Haut geschmeidig und tragen Sie regelmäßig spezielle Narbencremes auf.
  • Vor allem im Gesicht und am Mund können Narben störend wirken. Zwar können Sie mit der Zeit verblassen, häufig dauert das jedoch sehr lange. Narbencremes beschleunigen diesen Vorgang. Die besten Ergebnisse erzielen Sie dabei, wenn sie die Cremes bereits kurz nach der Verletzung auftragen und regelmäßig anwenden.
  • Wie lange es dauert, bis Narben verblassen, ist für viele Menschen nach Verletzungen …

  • Gesunde, elastische Haut heilt schneller und besser. Auch dann hinterlässt eine Verletzung auf einer Lippe zwar Narben, diese sind aber weniger auffällig. Pflegen Sie daher die Lippenhaut regelmäßig.
  • Die Heilung kann durch Verschmutzungen der Wunde verzögert werden, wodurch unschönes Narbengewebe entsteht. Reinigen Sie die Verletzung daher gründlich und sorgen Sie dafür, dass sie auch während der Heilung sauber bleibt.
  • Der entstehende Schorf oder Grind erfüllt einen Zweck und schützt das unterliegende Gewebe während der Regeneration. Entfernen Sie ihn daher nicht.

Joaquin Phoenix: „Mit einem Drink im Blut war die Welt in Ordnung“

Der Mann ist auf ungezähmte Typen abonniert! Kein Wunder, bei diesem leicht irren Zug um den Mund. Den verdankt Joaquin Phoenix, 31, der schmalen Narbe auf seiner Oberlippe und seinen südseegrünen Augen. Von denen sieht man leider nichts in seinem neuen Film „Walk The Line“ (Start: 02.02.). Für die Musikerbiografie schlüpfte Joaquin in die Rolle von Countrystar Johnny Cash – und der war braunäugig. Und trotz Kontaktlinsen und Klamotten, so unsexy wie ein Kartoffelsack, erobert Joaquin Phoenix seine hübsche Filmpartnerin, gespielt von Reese Witherspoon. Beim Interview im Nobelhotel Four Seasons in Los Angeles plaudert der Schauspieler, der für seine Leistung den Golden Globe erhielt und Top-Favorit auf den Oscar ist, locker über seine Alkoholabhängigkeit, die Kunst, den richtigen Ton zu treffen und die Liebe auf den ersten Blick.

Countrymusiker Johnny Cash war jahrelang drogenabhängig. Sie haben seit einigen Monaten eine Alkoholentzugstherapie hinter sich. Müssen Künstler so exzessiv leben, um kreativ sein zu können?

Einige seiner besten Songs hat Johnny Cash geschrieben, als er trocken war und andere, bevor er überhaupt anfing, Drogen zu nehmen. Außerdem war das in der damaligen Zeit anders …

Wie denn das? Drogen waren keine Drogen?

Doch, aber Aufputschmittel standen Anfang der 60er-Jahre in jedem Badezimmerschrank. Sie waren sozial akzeptiert, und man nahm sie, um lange Arbeitstage zu überstehen. Zu Johnny Cashs Zeiten gab es noch keine Roadies, die dir alles für dein Konzert aufgebaut haben. Cash und seine Band haben abends gespielt, dann die Instrumente abgebaut und sich anschließend selbst ins Auto gesetzt, um nachts noch in die nächste Stadt zu fahren. Dass er Aufputschmittel brauchte, kann ich verstehen. Der Unterschied zu anderen Menschen war nur, dass die zwei Pillen am Tag nahmen, während er 200 einwarf.

Und wie war das bei Ihnen?

Ich wollte mich mal wieder so fühlen, wie ich mich angetrunken fühlte – aber ohne Alkohol.

Was meinen Sie damit?

Wenn ich drehe, dann lebe ich drei Monate lang nach einem Stundenplan, wie in der Schule. Und im Drehbuch steht sogar noch, was ich den ganzen Tag lang zu sagen habe. Sind die Dreharbeiten fertig, frage ich mich: Verdammt, was fange ich jetzt mit mir an? Wenn ich dann einen Drink im Blut hatte, dann war die Welt wieder in Ordnung. Nur am nächsten Morgen war alles so trüb wie vorher. Ich hatte Freizeit und wusste nicht, was ich tun sollte. Da dachte ich: Probiere es doch mal ohne Alkohol.

Haben Sie keine Angst als Spaßbremse zu gelten?

Seit ich trocken bin, habe ich abends noch wesentlich mehr Fun als vorher. Und das Beste: Ich kann mich am nächsten Tag noch daran erinnern! Ich führe sinnvolle Gespräche statt schwachsinnigem Dampfgeplauder und fühle mich eher befreit als langweilig.

Selbst Musikkritiker loben Sie für Ihren Gesang als Johnny Cash. Haben Sie vorher schon gesungen?

Nur unter der Dusche – und das klang fürchterlich! (lacht) Ich versuchte immer zu singen wie John Lennon und traf die hohen Noten natürlich nicht. Auf die Idee, es mal tiefer zu versuchen, kam ich nicht. Erst T-Bone Burnett, der Soundtrackproduzent von „Walk The Line“, übte mit mir Johnny Cashs tiefen Sprechgesang. Aber Cash rauchte auch zwei Schachteln am Tag. Also dauerte es einen Monat, bis ich seine Tonlage traf. Dann kam die nächste Hürde: Die Duette mit Reese, die hervorragend singt …

… und im Film Ihre Frau June spielt. Die große Liebe auf den ersten Blick?

Auf der Leinwand vielleicht. Im richtigen Leben gibt es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick doch gar nicht.

Wie schade. Was lässt dann den Funken überspringen?

Lust auf den ersten Blick. Um einen Menschen wahrhaft lieben zu können, muss ich doch seine Persönlichkeit erst mal kennen lernen. Wie soll das beim ersten Treffen funktionieren? Ob ich jemanden begehre, weiß ich allerdings sofort. Dabei geht es ja schlicht um Chemie.

Hasenscharte – kein Grund zur Panik

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind heute gut behandelbar. Wichtig ist aber, möglichst früh nach der Geburt mit der chirurgischen Begutachtung zu beginnen und keine der notwendigen Nachkontrollen zu versäumen.

Rechtzeitig behandelt lassen sich Fehlbildungen wie Hasenscharten gut korrigieren.

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Hasenscharte zählt, neben Klumpfuß und Hüftdysplasie, zu den häufigsten Fehlbildungen bei Neugeborenen. Inzwischen muss das aber nicht mehr so schrecken wie früher, denn der Makel kann fast völlig behoben werden. Die moderne Chirurgie ist in der Lage, mit Lippen- und Kieferoperationen die Missbildung weitestgehend zu korrigieren, sodass am Ende häufig nur noch eine kleine Narbe zurückbleibt.

Hasenscharte – was sind die Ursachen?

Zur positiven Entwicklung, dass Hasenscharten und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, kurz LKGS, mittlerweile viel besser zu behandeln und zu beheben sind, kommt die weniger erfreuliche Nachricht, dass die Häufigkeit dieser Missbildungen zugenommen hat. Als Gründe sehen Mediziner und Fachleute zwei mögliche Auslöser. Zum einen genetische, wenn eine solche Deformität bereits in der Familie aufgetreten ist, zum anderen machen sie äußere Einflüsse dafür verantwortlich.

Mögliche Auslöser für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in Tierversuchen waren:

  • Hormone

  • Strahlungen

  • Infektionskrankheiten

  • Stoffwechselstörungen

  • Medikamente

Hasenscharte beim Baby – was ist zu tun?

Wenn das Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren wird, ist es vorrangig wichtig, es direkt nach der Geburt von einem auf diese Anomalie spezialisierten Ärzteteam untersuchen zu lassen. Es sind mehrere Operationen und Nachkontrollen nötig. Die erste Operation kommt dann relativ früh. Wenn das Kind etwa sechs Monate alt ist, verschließen die Chirurgen die Spalte in Lippe und Kiefer, denn eine solche Fehlbildung im Gesicht kann später auch zu Schwierigkeiten beim Sprechen und Atmen führen.

Wenn das Kind dann mit den ersten Sprechversuchen anfängt, soll es ein Organ haben, mit dem es ungehindert sprechen kann, Daher wird in einer zweiten Operation der Gaumen verschlossen. Später ist meistens noch einmal eine Korrektur des Naseneingangs notwendig.

Nachuntersuchungen – so wichtig wie die Operationen

Damit wirklich alles gut wird, müssen danach noch Nachuntersuchungen sein, alle halbe Jahre – und das bis zur Pubertät. Denn die Ärzte wollen die Entwicklung des Sprachvermögens, das Wachstum des Oberkiefers und das Hörvermögen überprüfen. Es ist immens wichtig, vor allem auch sämtliche Kontrolltermine wahrzunehmen. Viele Chirurgen haben da jedoch leider andere und traurige Erfahrungen gemacht. Ihr Resümee: „Je besser man operiert, desto sorgloser scheinen die Eltern zu werden.“

Hasenscharten – kein Hindernis für die Zukunft

Dass eine Hasenscharte keine gesellschaftliche Ächtung bedeutet – anders als früher – und dass man dennoch richtig Karriere machen kann, zeigen einige Promis. In Deutschland sehr bekannt ist der CDU-Politiker und enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Peter Altmaier, und ebenso der Schauspieler Pit Bukowski. International bekannt sind der US-Schauspieler und Sprecher Walter Stacy Keach und Carmit Bachar, amerikanische Sängerin und Tänzerin. Wegen ihrer Lippen- und Gaumenspalte hatte man ihr eigentlich vom Singen abgeraten. Sie hat eine Non-Profit-Organisation mit dem Namen „Smile With Me“ gegründet. Und Stacy Keach ist Ehrenvorsitzender der „Cleft Palate Foundation“, einer Stiftung für Patienten mit Gaumenspalten. Von Joaquin Phoenix dachte man auch immer, er habe eine Hasenscharte gehabt. Bei ihm ist es, laut seiner Mutter, allerdings anscheinend so, dass er von Geburt an diese Narbe auf der Oberlippe hat.

Also: Keine Panik bei Hasenscharten. Nicht nur, weil die Behandlungsmethoden heutzutage sehr gut sind, sondern auch, weil das Risiko, ein Kind mit einer Fehlbildung zu bekommen, bei nur etwa 3 Prozent liegt.

Joaquin Phoenix und seine „Joker“-Vorgänger – Die Fratzen des Killer-Clowns

Joaquin Phoenix (44) brilliert als neuer „Joker“ gerade im Kino. Irre, brutal, gewalttätig. 25 Kilo nahm der als eigensinnig geltende Schauspieler vorher ab, um den Killer-Clown zu porträtieren. Drückte dem Wahnsinn seinen ganz eigenen Stempel auf.

Die Fußstapfen der „Joker“-Bösewichte ist groß, Phoenix konnte sie – mindestens – ausfüllen. Der 1974 geborene US-Darsteller hat in dieser Comic-Adaption ein Lachen, das man nicht vergessen wird.

Dieses „Joker“-Lachen – vor Joaquin Phoenix trugen es schon einige Schauspieler im Gesicht, die den DC-Comic-Bösewicht und Batman-Widersacher im Kino oder TV verkörperten.

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Die Ahnengalerie der „Joker“-Stars

„Batman“-Fernsehserie (1966 bis 1968): Cesar Romero

1966 schlüpfte Cesar Romero (†86) zum ersten Mal in den bunten „Joker“-Anzug. Der Amerikaner spielte ihn kitschig, weich, kichernd. Der „Joker“ spielte Streiche, war mehr Komiker, als Bösewicht. Beim Publikum kam das gut an – in einer Batman TV-Serie durfte Cesar Romero bis 1968 immer wieder den „Joker“ spielen.

Cesar Romero als „Joker“ (2.v.l.)Foto: Moviepix/Getty Images Hier war der „Joker“ mehr Komiker als BösewichtFoto: picture alliance / Everett Colle

„Batman“ (1989): Jack Nicholson

Vor 30 Jahren brillierte Hollywood-Star Jack Nicholson (82) als fieser „Batman“-Bösewicht. Und verlieh dem „Joker“ nach Cesar Romero einen ernsten, düsteren Touch. Nicholson spielte den Killer-Clown mit einer tragischen Komik, die Millionen Zuschauer ins Kino lockte. Im Kino sah man, wie Nicholson zum „Joker“ wird – und sich den Namen wegen der Narben verleiht, die seine Mundpartie zur Fratze des Bösen werden lassen.

Jack Nicholson als böser ClownFoto: picture alliance / United Archiv Nicholson verlieh dem Clown etwas BösesFoto: picture alliance / Everett Colle

„The Dark Knight“ (2008): Heath Ledger

Wahnsinn statt Komik: Für seine Darstellung des „Jokers“ im Film „The Dark Knight“ wurde Heath Ledger (†28) 2009 (ein Jahr nach seinem Tod) postum mit dem Oscar ausgezeichnet. Seine Verkörperung des Widersachers – mit diesen fettigen, grünen Haaren, dem irrem Blick, nervösen Ticks und dem Psychopaten-Dasein – gilt als eine der Besten.

Heath Ledger bekam als „Joker“ den OscarFoto: picture alliance / Everett Colle Legendär: Das unappetitliche Schmatzen dieses „Jokers“Foto: picture alliance / Everett Colle

„Suicide Squad“ (2016): Jared Leto

Dass Musiker Jared Leto (47) auch als Schauspieler zu den ganz Großen gehört, ist nichts Neues. Für seine Verkörperung des „Jokers“ verwandelte sich der Schönling 2016 in den irren Clown mit giftgrünen Haaren, Tattoos, einem ikonischen Lachen und Silber-Gebiss. Und siehe da: In „Suicide Squad“ ist der kriminelle „Joker“ sogar verliebt!

Jared Leto als verliebter IrrerFoto: picture alliance / Collection Ch Für seine Rolle rasierte sich Leto die Augenbrauen abFoto: picture alliance / Collection Ch

„Gotham“-Serie (seit 2014): Cameron Monaghan

In der Serie „Gotham“, die seit 2014 läuft, wird auch Schauspieler Cameron Monaghan (26) in Staffel vier zu einer Art „Joker“. Der rothaarige Irre mit dem bitterbösen Blick und dem erschreckenden Lachen hat nichts Komisches mehr an sich. Gefährlich, durchtrieben, unberechenbar – das ist der „Gotham“-Schurke!

Auch Cameron Monaghan wird zur fiesen FratzeFoto: picture alliance / Everett Colle Monaghan als das BöseFoto: picture alliance / Everett Colle

„Joker“ (2019): Joaquin Phoenix

Seit Oktober ist nun Joaquin Phoenix der neue Böse. Im Film wird aus dem gescheiterten Komiker Arthur Fleck der durchgeknallte „Joker“. Allein in der ersten Nacht spielte der Film 13,3 Millionen Dollar in Amerika ein (rund 12 Millionen Euro). Für seine Verkörperung des Clowns wird Phoenix als Oscar-Anwärter gehandelt. Dreimal wurde er schon für einen Preis nominiert, geklappt hat es mit dem Goldjungen bisher nie. Vielleicht ja jetzt?

Nun ist Joaquin Phoenix an der ReiheFoto: picture alliance/AP Photo Der aktuelle Joker besticht auch durch viel Gewalt und SchonungslosigkeitFoto: picture alliance/AP Photo

Bei der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte sind die Lippen, der Oberkiefer und der Gaumen nicht vollständig zusammengewachsen. Es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen: Manchmal sind nur die Lippen betroffen oder ein Teil des Gaumens. Manche Spalten betreffen durchgehend Lippe, Kiefer und Gaumen.
Jedes 500. Kind kommt mit dieser meist angeborenen Fehlbildung zur Welt. Die Spalten entstehen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft, etwa zwischen der 5. bis 7. Schwangerschafts-
woche. Es werden verschiedene Ursachen angenommen. Wahrscheinlich ist es eine Kombination von äußeren Einflüssen und genetischen Ursachen. Die meisten Kinder mit Spalte haben keine weiteren Probleme, sondern entwickeln sich völlig normal.

Besondere Bedürfnisse achten
Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute sehr ausgereift. Sie und Ihr Kind werden durch ein Team begleitet, dass Sie so lange unterstützt, bis das für Ihr Kind bestmögliche Ergebnis hinsichtlich der korrekten Funktion des Mundes und der Ästhetik erreicht wurde. Kinderärzte, HNO-Spezialisten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Zahnärzte, Kieferorthopäden und Logopäden arbeiten dabei eng zusammen.
Häufig werden die Gesichtsspaltbildungen bereits im Ultraschall erkannt. Sicherlich erleben Sie Gefühle wie Schrecken und Trauer. Sehr viele Eltern müssen sich langsam mit dem Gedanken vertraut machen, dass ihr Kind anders aussehen wird als erwartet. Die frühe Diagnose hat jedoch den Vorteil, dass Sie sich nun in Ruhe auf die unerwartete Situation einstellen können. Nehmen Sie jetzt bereits Kontakt zu einem chirurgischen Team auf, das Sie nach der Geburt betreuen kann. Die Gespräche und Beratungen werden Sie sehr beruhigen. Suchen Sie sich auch eine Hebamme, die Sie gern durch die kommende Zeit begleiten wird.
Auch die Wahl der Geburtsklinik ist wichtig. Achten Sie darauf, dass in der Klinik keine routinemäßige Trennung von Ihnen und Ihrem Kind geplant ist. Kinder mit Spalte verhalten sich im Allgemeinen wie jedes andere Neugeborene auch. Es ist für Sie und Ihr Kind besonders wichtig, dass Sie die erste Zeit nach der Geburt entspannt im direkten Hautkontakt verbringen können. Die Verlegung in ein Kinderkrankenhaus und das Legen einer Magensonde sind im Normalfall nicht erforderlich!

Babyfreundliche Geburtskliniken haben ein besonders geschultes Personal, welches die Zeit des Kennenlernens besonders schützt.

Muttermilch hilft

Besprechen Sie bereits in der Schwangerschaft mit der Hebamme und den Ärzten, wie Sie Ihr Kind ernähren wollen. Kinder mit einer Spalte profitieren sehr von der Muttermilch: Da Ihr Kind operiert werden wird, ist der Schutz vor Infektionen und die leichte Verdauung von großer Bedeutung. Ist auch der Gaumen des Kindes von der Spalte betroffen, ist das normale Stillen in den allermeisten Fällen nicht sofort möglich. Die Kinder können das für den Trinkvorgang erforderliche Vakuum im Mund nicht herstellen. Wichtig ist daher, dass Sie die Milchbildung gleichzeitig zum Anlegen des Kindes mit einer Milchpumpe aufbauen. Sie und Ihr Kind werden mit der Zeit günstige Positionen und Hilfsmöglichkeiten herausfinden.
Das Personal der babyfreundlichen Geburtsklinik wird Sie gerne von Anfang an beim Anlegen, Abpumpen und Füttern der Milch unterstützen.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG)

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei ihrem neugeborenen Baby stellt für Eltern häufig eine große Belastung dar. Dabei sind die Ursachen von Spalten noch gar nicht eindeutig geklärt. Zudem lassen sich Lippen-Kiefer-Gaumenspalten heute gut durch Operationen beheben. Beteiligt ist meist ein interdisziplinäres Ärzteteam: Kieferorthopäde, HNO-Arzt, Logopäde und Zahnarzt. Es sind in der Regel mehrere Behandlungen nötig, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten und Jahren ziehen, denn nicht alle Bereiche können sofort vollständig verschlossen werden, da das Kind noch wächst und das Narkoserisiko für ein Neugeborenes zu groß ist.

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kann im Zusammenhang mit Chromosomenstörungen wie Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) oder Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) auftreten, meist entwickelt sie sich aber unabhängig von anderen Erkrankungen.

Diese Lebensmittel sind reich an Magnesium

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: verschiedene Spaltformen und Ausprägungen

Unter der Bezeichnung Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG) werden verschiedene Formen der Spalten und deren Erscheinungsbild zusammengefasst, obwohl es sich eigentlich um unterschiedliche Spalt-Formen handelt:

  • Lippen-Spalten (L-Spalten)
  • Lippen-Kiefer-Spalten (LK-Spalten)
  • und/oder Gaumenspalten (G-Spalten)

L-Spalten, also Lippen-Spalten, Lippen-Kiefer-Spalten und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten wesentlich häufiger auf als Gaumenspalten und betreffen Jungen zwei Mal häufiger als Mädchen. Sie entstehen in der 5. bis 7. Schwangerschaftswoche (gegen Ende des 2. Schwangerschaftsmonats). Gaumenspalten kommen seltener vor, betreffen aber hauptsächlich Mädchen. Sie entstehen in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche (zu Beginn des 3. Schwangerschaftsmonats).

Eine Spalte kann einseitig oder beidseitig auftreten. Mit mehr als 50 Prozent sind Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG) die häufigste Spaltform.

Unterschieden werden drei Spalt-Ausprägungen:

  • Mikroform: teilweise Spaltung von Muskulatur/Knochen mit intakter Haut oder Schleimhaut, ggf. ist eine kleine Einziehung sichtbar
  • unvollständig: Spaltung der Muskulatur/des Knochens mit teilweise intakter Haut oder Schleimhaut
  • vollständig: Spaltung der Muskulatur/des Knochens und der Haut/Schleimhaut

Ursache der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Welche Ursache für die Entstehung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte verantwortlich ist, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Vielmehr scheinen mehrere Faktoren eine Rolle zu spielen. Als sicher gilt die genetische Veranlagung zur Spaltbildung.

Auch wenn eine genetische Veranlagung zur Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten besteht, heißt das aber nicht, dass ein Kind durch „Vererbung“ automatisch eine Spalte entwickelt. So beträgt die Wahrscheinlichkeit, mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt zu kommen, vier bis fünf Prozent, wenn eines der Elternteile oder ein Geschwisterkind betroffen ist. Sie liegt damit etwa zwanzig Mal so hoch wie in Familien, in denen bislang noch niemand von einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte betroffen war. Kommt bereits das erstgeborene Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt, liegt das Risiko für alle danach folgenden Kinder der Familie wesentlich höher – bei 13 bis 14 Prozent.

Man geht heute davon aus, dass bestimmte äußere Einflussfaktoren zusammen mit der genetischen Disposition Lippen-Kiefer-Gaumenspalten begünstigen können. Zu den möglichen Einflüssen zählen

  • Erkrankungen der Mutter während der Frühschwangerschaft, etwa Röteln
  • mangelnde Versorgung mit Sauerstoff im Mutterleib während der Phase der Gesichtsbildung
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten in der Frühschwangerschaft
  • Rauchen
  • Alkoholmissbrauch
  • Umweltgifte
  • Mangel an Folsäure (Vitamin B9)
  • Mangel an B-Vitaminen insgesamt

Entstehung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in der Frühschwangerschaft

Bereits in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft entwickeln sich Teile des kindlichen Gesichts zunächst getrennt und wachsen dann von außen nach innen zusammen. In der Phase der Gesichtentstehung reagiert die Entwicklung des ungeborenen Kindes besonders sensibel auf Störungen von außen. Sie können zu einer unvollständigen Verschmelzung führen oder ein Zusammenwachsen sogar gänzlich verhindern, sodass an der eigentlichen Verschmelzungsstelle Spalten entstehen.

Je nach Zeitpunkt der Spaltbildung kommt es zu unterschiedlichen Formen. In der 5. bis 7. Schwangerschaftswoche (Zusammenwachsen von Nase, Oberlippe, Kiefer) entstehen Lippen- und Kieferspalten und in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche (Zusammenwachsen des Gaumens) entwickeln sich Gaumenspalten.

Diagnostik der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte erfolgt meist per Ultraschall

Etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche lassen sich Lippenspalten per Ultraschall im Rahmen der Schwangerenvorsorge diagnostizieren. Zur Sicherung der Diagnose kann ein 3D-Ultraschall angefertigt werden. Die Diagnose isolierter Gaumenspalten ohne von außen sichtbare Beteiligung der Lippen ist im Rahmen pränataler Diagnostik sehr schwierig. Nur etwa sieben Prozent aller Gaumenspalten können per Ultraschall während der Schwangerschaft festgestellt werden.

Nach der Geburt sind Lippenspalten bereits bei der Erstversorgung des Babys, der Vorsorgeuntersuchung U1, erkennbar. Verdeckte, also von außen nicht sichtbare, Gaumenspalten zeigen sich manchmal erst bei älteren Babys, wenn sich beim Spracherwerb Probleme bemerkbar machen. Kinder mit einer unerkannten Mikroform der Gaumenspalte, der submukösen Gaumenspalte, haben neben Problemen beim Sprechen auch häufiger Mittelohrentzündungen. Trotz intakter Schleimhaut ist bei ihnen die für das Sprechen und die Belüftung des Innenohrs so wichtige Gaumenmuskulatur nicht voll funktionsfähig – unbehandelt kann das sogar zu Schwerhörigkeit führen.

Behandlung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: oft sind mehrere Operationen notwendig

An der Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind mehrere Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen beteiligt. Neben Kinderärzten werden Gesichts- und Kieferchirurgen, Zahnärzte und -chirurgen, Logopäden und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte konsultiert. Je nach Spaltform erfolgen verschiedene Operationen. Ziel dieser Operationen ist es, dem Kind Komplikationen beim Essen, Trinken, Sprechen, Atmen und Hören zu ersparen und ein „normales“ Aussehen zu geben.

Gaumenplatte schließt die Lücke zwischen Mund- und Nasenraum

Bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder einer reinen Gaumenspalte wird bereits in den ersten Lebenstagen (nach Möglichkeit in den ersten 72 Stunden nach der Geburt) ein Abdruck vom Gaumen erstellt, um eine herausnehmbare Gaumenplatte anfertigen zu können. Sie schließt die Lücke im Gaumen und trennt so Mund- und Nasenraum, was es dem Baby ermöglicht, weitgehend komplikationsfrei Nahrung zu sich zu nehmen. Je eher die Gaumenplatte eingesetzt wird, umso besser, da sich das Baby so einfacher daran gewöhnt. Sie ermöglicht außerdem das Trinken aus Brust oder Flasche. Durch die Platte wird auch die Zungenlage im Mundraum normalisiert, was sich wiederum positiv auf die Entwicklung des Oberkiefers auswirkt.

Der Sitz der Gaumenplatte wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert und angepasst, weil sich die beiden Gaumenteile durch das Wachstum des Babys aufeinander zubewegen. Sie wird in der Regel bis zur operativen Schließung getragen, die je nach geeigneter Operationsmethode zwischen dem 12. (gleichzeitiger Verschluss von hartem und weichem Gaumen) und 24. Lebensmonat (zunächst nur Verschluss des weichen Gaumens) erfolgt. Bei einer zweiteiligen Operation erfolgt der zweite Eingriff mit Verschluss des harten Gaumens erst zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr.

Lippenspalten: Operation ab dem 3. Lebensmonat

Bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder reinen Lippenspalten ist eine Operation in der Regel zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat angesagt. Aufgrund des Narkoserisikos sollte das Baby sein Geburtsgewicht zum Zeitpunkt der Operation etwa verdoppelt haben, mindestens aber fünf Kilo wiegen.

Bei der Operation wird der Spalt chirurgisch verschlossen und Lippen- sowie Gesichtsmuskulatur verbunden. Ggf. kann bei offenen Formen auch schon der Naseneingang gebildet und die Nasenspitze aufgerichtet sowie der vordere Bereich des harten Gaumens verschlossen werden.

Kieferspalten: Zeitpunkt der Operation ist entscheidend

Kinder mit einer Kieferspalte verfügen im Bereich der Spalte über eine Zahnlücke, denn die bereits im Körper angelegten Zähne können aufgrund des fehlenden Knochens nicht durchbrechen. Etwa zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr wird etwas Knochen in die Lücke eingesetzt. Der Knochen wird aus dem Beckenkamm entnommen.

Bricht nun der seitliche Schneide- und/oder Eckzahn durch, kann er vom Kieferorthopäden in die vorhandene Lücke bewegt werden. In den kommenden Jahren ist eine kieferorthopädische Behandlung notwendig, um das Gebiss in die richtige Form zu bringen sowie Kreuz- oder Überbisse zu vermeiden. Häufig ist damit auch das Tragen einer Zahnspange verbunden.

Korrekturoperationen

Je nach Spaltform und -ausprägung sind weitere, sowohl funktionelle als auch ästhetische, Operationen bis zum Alter von etwa sechs Jahren notwendig. Ziel ist es, dem Kind bis zur Einschulung ein möglichst unauffälliges Äußeres zu geben und ihm normales Sprechen und Hören zu ermöglichen. Auch Narbenkorrekturen gehören dazu.

Nach dem Abschluss des körperlichen Wachstums können weitere, kleine Korrekturoperationen nötig werden. Auch die bereits erwähnten Narbenkorrekturen gehören dazu. Größere Kliniken verfügen häufig über eine spezielle Spaltsprechstunde, in der eine umfassende, interdisziplinäre Behandlung erfolgt.

Weitere Behandlungen

Neben der engmaschigen Betreuung durch einen Kieferorthopäden können auch Logopäden bzw. Sprachtrainer hinzugezogen werden. Das gilt besonders für Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen, die durch die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bedingt sein können.

Ernährung von Babys mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Mit einer Gaumenplatte ist das Stillen oder Fläschchen geben möglich. Bei einer reinen Lippenspalte kann die Mutter während des Trinkens die Lücke einfach mit dem Finger schließen. Für Flaschen werden Spezialsauger für Kinder mit Spalten angeboren. Auch große Saugaufsätze eignen sich. Spezialisierte Kinderkrankenschwestern können im Krankenhaus in den ersten Tagen unterstützen. Stillberaterinnen und ggf. auch Hebammen sind mit Stilltechniken, die dem Baby das Trinken erleichtern, vertraut.

Das Füttern von Kindern mit einer Spalte dauert immer etwas länger – etwa 15 bis 30 Minuten müssen zusätzlich eingeplant werden.

Beziehungstipps für die Partnerschaft mit Baby

Wie kann man einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vorbeugen?

Da an der Entstehung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auch genetische Faktoren beteiligt sind, lässt sie sich nicht per se vorbeugen. Werdende Mütter können allerdings einiges tun, um das Risiko zu minimieren. Dazu gehört die Vermeidung von äußeren Einflüssen, die eine Spaltbildung begünstigen, also Verzicht auf Nikotin, Alkohol, Drogen und unnötige Medikamente. Auch auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, allen voran mit B-Vitaminen, und hier vor allem Folsäure (Vitamin B9), sollte geachtet werden.

Prävention in Familien mit Vorkommen der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Eltern, die bereits ein Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte haben oder selbst betroffen sind, wird bei weiterem Kinderwunsch eine genetische Beratung empfohlen. Es gibt außerdem Präventivempfehlungen für Risikofamilien, die in vielen Kliniken durchgeführt werden. Zur Vorbeugung gehört die Verabreichung von hochdosierten B-Vitaminen.

So wurden zum Beispiel seit den 1980er-Jahren an der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Frauen aus betroffenen Familien vorbeugend mit hochdosierten Vitamin-B-Komplex-Präparaten versorgt. Allein die Vitamin-B1-Dosis betrug das 20-fache der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosis. Die Gabe begann wenn möglich bereits ein bis zwei Monate vor der Schwangerschaft.

Eine Analyse 2014 zeigte, dass lediglich eines von 107 Kindern mit einer inkompletten Lippenspalte (also einer Mikroform) zur Welt kam. Das Risiko einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte lag also bei den Kindern der behandelten Frauen tatsächlich bei null Prozent, während das einer Mikroform, also einer leichten Form, bei 2,8 Prozent lag. Eine Behandlung zur konkreten Vorbeugung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte sollte immer in Absprache mit Spezialisten durchgeführt werden. Im Zweifelsfall hilft der Gynäkologe weiter bzw. vermittelt an entsprechende Stellen.

Soziale Unterstützung bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Zahlreiche Elterninitiativen bieten Austausch, Beratung und Unterstützung für Eltern betroffener Kindern. Eine Übersicht sowie weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter

Kinder, die von einer Spaltform wie der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte betroffen sind, haben Anspruch auf besondere Unterstützung. So können beispielsweise Fahrtkosten, Behandlungskosten und andere finanzielle Belastungen, die durch die Behandlung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte entstehen, aufgefangen werden. Zu diesem Zweck ermöglicht der Gesetzgeber eine Einstufung der betroffenen Kinder in verschiedene Grade der Behinderung. Die Kinder gelten bis zum Abschluss der Behandlung und möglicherweise darüber hinaus als Menschen mit Behinderung. Der Antrag wird beim zuständigen Versorgungsamt gestellt. Je nach Grad der Behinderung (GdB) stehen den Eltern verschiedene finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch Pflegegeld kann ggf. bei der Krankenkasse beantragt werden.

Bei durchgehenden Spaltformen haben die Eltern zusätzlich einen Anspruch auf Nachteilsausgleich, was mit steuerlichen Ermäßigungen einhergeht. Stand 2017 sind folgende Grade vom Gesetzgeber vorgesehen:

Spaltform Dauer GdB
Lippenspalte

bis Behandlungsabschluss

Lippen-Kieferspalte

bis Abschluss der Erstbehandlung

Lippen-Kieferspalte

bis Verschluss der Kieferspalte

50
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bis Abschluss der Erstbehandlung

100 + Nachteilsausgleich „H“

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

bis Verschluss der Kieferspalte

Gaumenspalte

bis zum 5. Lebensjahr

100 + Nachteilsausgleich „H“

submuköse Gaumenspalte

bis Behandlungsabschluss

Nur Mut! Stillen bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Die Diagnose Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist für alle Eltern ein Schock. Wird unser Baby „entstellt“ sein? Wird es gestillt werden können? Wird es sprechen lernen? Der Informationsbedarf ist groß, die Sorgen und Ängste noch viel größer. Doch die gute Nachricht lautet: Die Behandlungsmöglichkeiten sind besser denn je!

Dajana Eich und ihr Mann erfuhren in der 32. Schwangerschaftswoche, dass ihr Sohn mit einer Spalte zur Welt kommen würde. „Das hat uns den Boden unter den Füßen weg gezogen“, erinnert sie sich. Schlimmer noch als die Diagnose war für sie, damit allein gelassen zu werden. Einfühlsame Beratung, Hinweise auf Infomaterial – Fehlanzeige. Damit es anderen werdenden Eltern in dieser Situation besser geht, setzt sich Dajana Eich heute mit ihrer Initiative „LKGS – na und? Wir schaffen das!“ persönlich ein. Denn die Prognosen und Behandlungsmöglichkeiten für „Spaltkinder“ sind heute besser denn je. Und ja, sogar Stillen ist in vielen Fällen möglich!

Wie entstehen die Spalten?

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (LKGS) gehören heute zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Etwa eins von 500 Babys in Europa ist davon betroffen, Jungen häufiger als Mädchen. Über die genauen Ursachen wissen Forscher noch wenig. Bei rund einem Viertel der kleinen Patienten waren zwar bereits Verwandte betroffen, aber eine genetische Veranlagung scheint nicht allein verantwortlich zu sein. Vielmehr vermuten Forscher heute ein enges Zusammenspiel von inneren und äußeren Einflüssen, wie Rauchen, Medikamenten, Röntgenstrahlen, Infektionen, Folsäuremangel und auch Stress. Sicher ist: Die Spalte bildet sich schon sehr früh in der Schwangerschaft, zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche, wenn die rechte und linke Gesichtshälfte des Babys von außen nach innen zusammenwachsen. Läuft dabei etwas schief, können sich unterschiedliche Ausprägungen der Spalten bilden. Manche Babys kommen dann lediglich mit einer Lippenspalte zur Welt, der harmlosesten Form. Bei anderen sind auch Kiefer und Gaumen betroffen. Je nach Schwere der Spalte haben die Kinder unterschiedliche Probleme, von der Ernährung über das Gehör und Sprachvermögen bis hin zur Atmung.

Wie sieht die Behandlung aus?

So erwarten Eltern und Kind ein unterschiedlich umfangreiches Behandlungsprogramm, das schon kurz nach der Geburt anläuft, um den Kleinen möglichst schnell eine normale Entwicklung zu ermöglichen. In den spezialisierten Spaltzentren arbeiten Kinderärzte, Chirurgen, Kieferorthopäden und HNO-Ärzte von Anfang an Hand in Hand und die Therapien und Behandlungserfolge machen durchweg Hoffnung: Vielen betroffenen Babys sieht man schon nach der ersten Lippenkorrektur im Säuglingsalter zumindest äußerlich kaum mehr etwas an. Spätestens zum Schulanfang sollen LKGS-Kinder sowohl äußerlich als auch in ihrer sonstigen Entwicklung auf einem normalen Weg sein.

Stillen? Ja, bitte unbedingt!

Normales Saugen an der Brust fällt LKGS-Babys naturgemäß schwerer. Wenn Mund- und Nasenhöhle nicht richtig getrennt sind, gerät die Milch schnell in die falschen Kanäle. Auch fällt es den Kindern schwer, ein Vakuum aufzubauen, was aber für das Saugen unbedingt nötig ist. Grundsätzlich gilt: Stillen zu lernen, erfordert von Mutter und Kind viel Geduld und Training. Aber es lohnt sich! Denn Muttermilch und Stillen haben für Spaltkinder ganz besondere Vorteile: So schützen die in der Muttermilch enthaltenen Immunglobuline die besonders strapazierten Schleimhäute von Mund und Nase. Stillen ist außerdem eine hervorragende Prävention gegen Mittelohrentzündungen, die bei Kindern mit Gaumenspalte häufiger auftreten können: Durch den intensiven Gebrauch der Mundmuskulatur beim Stillen wird das Mittelohr besser belüftet, Bakterien werden reduziert. Und nicht zuletzt trainiert das Baby so seine Mund- und Gesichtsmuskulatur, was die spätere Operation erleichtert und auch das Sprechen lernen einfacher machen kann.

Kleine Hilfsmittel erleichtern den Start

Deshalb lautet die eindeutige Empfehlung an alle betroffenen Mamas: Traut euch! Wenn das Baby zum Beispiel nur eine Lippenspalte hat, reicht es am Anfang vielleicht schon, wenn die Mutter die offene Stelle mit dem Finger abdeckt, damit das Baby besser trinken kann. Spaltbabys fühlen sich beim Stillen außerdem in aufrechter Position wohler – am besten steht der Mutter anfangs immer eine Stillberaterin zur Seite. Für Babys mit durchgehender Kiefer- und Gaumenspalte fertigen Kieferorthopädien in der Regel direkt nach der Geburt eine „Gaumenplatte“ an, die den offenen Spalt verdeckt und außerdem die Zunge hervorholen soll. So kann das Baby die Brustwarze besser im Mund halten. Die Platte garantiert allerdings nicht, dass das Baby ein Vakuum aufbauen kann. Weil ohne Vakuum aber keine Milch fließt, kann es sein, dass der Milchfluss während des Stillens mit einer Brustmassage unterstützt werden muss.

Alternative Fütterungslösungen

Natürlich klappt das Trinken an der Brust trotzdem nicht immer sofort, manchmal womöglich gar nicht. In schweren Fällen ist anfangs sogar eine Magensonde nötig. Dass das Baby trotzdem wertvolle Muttermilch bekommen sollte, ist klar. Eine Milchpumpe wie die bewährte Klinik- und Mietmilchpumpe Symphony von Medela leistet in solchen Fällen gute Dienste. Wenn die abgepumpte Milch dann z.B. über ein Brusternährungsset gefüttert werden kann, darf das Baby sogar an der Brust liegen und nuckeln. Auch für die Flasche gibt es besondere Lösungen: Mit speziellen Saugern wie etwa dem Special-Needs-Sauger können auch Babys, die nicht direkt an der Brust trinken können, alle gesunden Vorteile der Muttermilch bekommen und obendrein die Mundmuskulatur trainieren. Immer mit der Hoffnung, nach gelungener Operation eventuell doch noch das Stillen an der Brust zu erlernen.

Auf dem Weg ins normale Leben

In fast allen Fällen steht bereits wenige Monate nach der Geburt die erste Operation auf dem Programm, eine weitere folgt in der Regel gegen Ende des ersten Lebensjahrs, wenn die Sprachentwicklung des Kindes beginnt. Immer mit dem Ziel, dem Kind so bald wie möglich eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Übrigens: Je nach Richtlinien der Klink darf das Baby bald nach der Operation wieder an der Brust oder Muttermilchflasche saugen. Das ist gut so, denn Muttermilch beschleunigt die Wundheilung und schützt vor Keimen. Ein echtes kleines Wunder der Natur eben!

Lies dazu auch den Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter hier auf unserem Blog!

Für alle Symphony Mamas haben wir unseren unseren praktischen Rezept-Erinnerungsservice per WhatsApp und eine genaue Video-Anleitung der einzelnen Programme.

Die Initiative: LKGS- Na und? Wir schaffen das!

Dajana Eich unterstützt heute gemeinsam mit anderen betroffenen Müttern und spezialisierten Laktationsberaterinnen ehrenamtlich Familien, die ein Spaltkind erwarten. Außerdem setzt sie sich für eine größere Bekanntheit der Hilfsmöglichkeiten ein, unter anderem mit einem Informationsflyer für Arztpraxen. Für ihr Engagement wurde sie mit den „Helferherzen“ von dm ausgezeichnet.

Was man gegen die Fehlbildung Lippenspalte tun kann

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Essen. Vielleicht hätten sie damit rechnen können: Dass ihre zweite Tochter mit einer Lippenspalte geboren werden könnte, war wahrscheinlicher als bei anderen Paaren – aber es musste nicht zwangsläufig so kommen. Frank Wandtke* war mit einer einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen, seine Frau Miriam ist gesund, ebenso die erste Tochter Anna. Und so rechneten die Wandtkes eben nicht damit, dass Leonie betroffen sein könnte. Erst bei der Geburt sahen sie die Spalte, die wie ein klaffender Schnitt Leonies Oberlippe teilte.

Mit einer Inzidenz von etwa 1 zu 500 Geburten gehören Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Sie entstehen im ersten Drittel der Schwangerschaft – wie genau, darüber sind die Experten uneins: Man geht davon aus, dass die Gesichtshälften entweder von vornherein nicht richtig zusammenwachsen, oder sich zunächst normal entwickeln, dann aber wieder auseinanderdriften.

Immer mehrere Ursachen als Auslöser

Was auch immer schiefläuft, es bringt zahlreiche Varianten der Fehlbildung hervor: Manchmal ist, wie bei Leonie, nur eine Seite der Lippe betroffen, doch es gibt auch beidseitige Lippenspalten; manchmal zieht sich die Spalte bis hoch zum Naseneingang, manchmal endet sie kurz davor. Manchen Kindern fehlt ein Stück des Kieferknochens, andere haben einen offenen Gaumen. Und wieder andere leiden unter mehreren Spalten in Kombination.

„Keine Spalte gleicht der anderen“, sagt die Hattinger Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgin Dr. Jihan Mohasseb. Auch lässt sich keine einzelne Ursache als Auslöser identifizieren: Genetische Dispositionen und Umwelteinflüsse kommen zusammen.

Suche nach Arzt des Vertrauens

Klar ist jedoch: „Hat eine Mutter bereits ein Kind mit Spalte zur Welt gebracht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fehlbildung beim nächsten Kind auch auftritt, erhöht.“ Als Miriam Wandtke wieder schwanger wurde, ließ sie deshalb in der 21. Schwangerschaftswoche einen differenzierteren Ultraschall machen. So erfuhr das Paar bereits vor der Geburt der dritten Tochter, dass die Kleine „das volle Programm abbekommen“ hatte: eine beidseitige Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.

Weil sie diesmal aber früh genug Bescheid wussten, konnten sich die Eltern nun auf die Suche nach dem Arzt ihres Vertrauens machen, der sie und das noch ungeborene Baby in den nächsten Jahren begleiten würde. Sie recherchierten im Internet, lasen alles über die Operationen, suchten den Austausch in Elternforen, und informierten sich bei verschiedenen Krankenhäusern und Ärzten.

Sie wollten zum Beispiel bei der Einleitung der Narkose und im Aufwachraum in der Nähe ihres Babys sein. Diesen Wunsch aber lehnten viele Kliniken schlichtweg ab. Bei Dr. Jihan Mohasseb fühlten sich Miriam und Frank Wandtke schließlich gut aufgehoben. Mit vier Monaten wurde Clara am Gaumen operiert, ihre Lippe wurde zunächst nur geheftet, und erst neun Monate später richtig verschlossen.

Über 200 Konzepte für die Behandlung

Dieser Ablauf sei keinesfalls zwingend, betont Jihan Mohasseb: „Es gibt über 200 unterschiedliche Konzepte für die Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.“ Der größte Unterschied ergebe sich bei der Reihenfolge: Manche Ärzte operieren zuerst die Lippe, dann den Gaumen, andere beginnen mit dem Gaumenverschluss und operieren die Lippe später.

Die OP-Techniken seien weitgehend identisch – „und besser denn je: Die Ansprüche an die Medizin sind gewachsen, die Hilfsmittel und Apparaturen wurden stetig optimiert, die Techniken haben sich verfeinert“, so Mohasseb. „Früher galt: zumachen und gut, heute sucht die rekonstruktive Chirurgie immer das Optimum – was im Bereich der Lippe mittlerweile nahezu erreichbar ist.“ Aus diesen Gründen sind Lippen-Kiefer-Gaumenspalten trotz ihrer Häufigkeit im Alltag nur selten zu sehen – anders als in manchen Gegenden ärmerer Länder.

Auch bei früher OP muss oft nachgebessert werden

Doch auch eine frühe Operation bedeutet nicht, dass automatisch Normalität einkehrt. Je nach Krankheitsbild werden mehrere Operationen, durchaus auch noch im Erwachsenenalter, nötig. Während eine isolierte Lippenspalte vergleichsweise schnell und komplikationslos behandelt werden kann, sind bei Lücken in Kiefer und Gaumen mehrere operative Zwischenschritte sinnvoll.

Die Patienten brauchen zudem schon sehr früh zahnmedizinische und kieferorthopädische Behandlung. Außerdem muss vielfach nachgebessert werden – abhängig davon, wie Narbe und umliegendes Gewebe wachsen und wie sich die Muskulatur entwickelt. „Man kann vorher nie genau sagen, ob und wie viele Nach-Operationen durchgeführt werden müssen“, so Mohasseb.

Hör- und Sprachschwierigkeiten als Folge

Dabei ist das Aussehen nicht der einzige Grund dafür, Kindern ein solches Operationsprogramm zuzumuten – stigmatisierender noch als die sichtbare Fehlbildung seien die Einschränkungen, die durch sie entstehen, sagt Barbara Dreibholz. Als Vorsitzende der Selbsthilfevereinigung für Lippen-Gaumen-Fehlbildungen e. V. Wolfgang Rosenthal Gesellschaft (WRG) hat sie seit vielen Jahren mit Eltern und Betroffenen zu tun und weiß, wie sehr manche Kinder unter den Hör- und Sprachschwierigkeiten leiden, die ihre Gaumenspalte verursacht.

Denn bei einem offenen Gaumen kommt es zu Problemen bei der Abdichtung des Nasenraumes und der Belüftung des Innenohrs. Dadurch können manche Spaltkinder als Säuglinge nicht gestillt werden, weil sie den zum Saugen nötigen Unterdruck nicht erzeugen können. Als Kleinkinder können sie bestimmte Laute nicht bilden.

Kinder brauchen besondere Förderung

Trotz Operationen, Frühförderung und Logopädie bleibt die Spalte für manche Patienten daher lebenslang präsent, als deutlicher Sprachfehler oder nur als nasales Sprechen. Wichtig für die Sprachentwicklung sei in jedem Fall ein möglichst früher Verschluss des Weichgaumens, sagt Jihan Mohasseb. Außerdem müsse man den psychosozialen Aspekt der Fehlbildung berücksichtigen, und die Kinder entsprechend fördern und stärken.

Auch Clara hatte anfangs starke Probleme mit der Artikulation. „Mit drei Jahren konnte sie kaum sprechen“, erzählt ihre Mutter, „im Kindergarten verständigte sie sich mit Gebärden“. Heute ist Clara fünf, das Sprechen klappt ganz passabel, auch wenn die logopädische Behandlung noch eine Weile zu ihrem Leben gehören wird – ebenso wie die Besuche im Krankenhaus: Einige Operationen stehen noch an. „Aber sie ist geduldig und tapfer“, erzählt ihre Mutter stolz. Überhaupt kämen beide Töchter mit der Erkrankung sehr gut zurecht. Über das Selbstbewusstsein ihrer Mädchen könne sie einfach immer wieder nur staunen.

*Alle Namen geändert

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