Peppa wutz peppa wutz

Peppa Wutz macht Kinder frech

Vielleicht waren wir etwas blauäugig, als wir Peppa Wutz vor rund sieben Jahren das erste Mal zum Babysitter unser großen Tochter machten. Doch während wir die Sendung für Kleinkinder irgendwie seltsam fanden, stand sie total drauf. Sie war also glücklich mit dem rosa Schweinemädchen und wir waren glücklich über ein paar Minuten Ruhe. Und dann wurde das ganze irgendwie – ich weiß eigentlich auch nicht, wie das passieren konnte – zum Selbstläufer. Vermutlich eine Mischung aus Inkonsequenz und eigener Faszination an diesem doch etwas sonderbaren Fernseh-Format, das uns, inzwischen ein Kind mehr, seit rund fünf Jahren begleitet, die Nerven strapaziert und Gehirnkapazität einnimmt, weil ich mittlerweile diverse Folgen auswendig mitsprechen kann. Allein die Titelmelodie: Peeeeeppppppaaaaa Wutz…

Sausia, Luzie Locke und Co: Warum stehen die Kinder so auf die Schweinebande?

Vor allem wohl deshalb, weil Lebenswelt und Sprache bei Peppa Wutz genau auf die der Kinder angepasst sind und Peppa dabei nicht das brave, kleine Lieblingsschwein von Mama und Papa ist, sondern durchaus auch mal frech und unangepasst. Bei Peppa wird schon mal über die Erwachsenen gelacht, wenn der „dumme“ Papa Wutz, wie sie gerne sagt, mal wieder planlos durch die Gegend fährt. Aufräumen findet sie ganz schrecklich und manchmal ist die sonst beste Freundin eben richtig doof. Für einige Kritiker ist das zuviel: Peppa finden sie zu frech und respektlos. Andere sehen genau darin Peppas ganz große Stärke. Und Kinder finden sie vor allem richtig lustig.

In China ist Peppa sogar noch viel mehr, nämlich Symbolfigur für die Auflehnung gegenüber dem Staatsoberhaupt, weshalb es eine regimekritische Bewegungen rund um Peppa Wutz gibt.

Ein Status den Conni, Caillou und Co niemals erreichen werden. Denn im Gegensatz zu Peppa, sind die beiden so unproblematisch angepasst. Sie entsprechen dem stereotypen Bild des braven Kindes. Genauso wie ihre Mütter und Väter und Omas und Opas. Aber möchte man das seinen Kindern heute wirklich noch vermitteln? Ein altbackenes, stereotypes Rollen- und Geschlechterbild und das Erziehungsziel liebes, braves Kind?

Aber: Ist Peppa ein gutes Vorbild?

Das stereotype Geschlechterbild gibt es bei Peppa leider auch. Eine andere Rollenverteilung hätte der Serie wirklich gut getan. Und natürlich spielen Kinder Szenen aus ihren Lieblingsserien nach, orientieren sich an ihnen und lernen die dort vermittelten Botschaften. Ein Grund mehr, sich die Serien vorab einmal anzuschauen, bevor man die Büchse der Pandora öffnet und den Deckel dann nicht mehr drauf bekommt. Denn Kindern, vor allem den kleinen, fällt es schwer, echt von unecht zu unterscheiden. In diesem Fall also unkooperatives Verhalten und Schimpfwörter, die meine Kinder durchaus sehr amüsant finden. Also im Grunde ist Peppa ein schlechtes Vorbild. Aber dabei immerhin witziger als es Conni und Caillou es zusammen sind.

Ein rotzfreches Kind zu Hause ist natürlich auch nicht ohne, also wie macht man es nun richtig mit dem rosa Schwein?

Wenn Peppa die Kinder verdirbt…

…haben die Eltern definitiv etwas falsch gemacht. Wieviel Peppa ok ist, was sie ihre Kinder sehen lassen, welche Werte sie vermitteln und wie sie allgemein mit Medien umgehen wollen, das müssen Eltern selbst entscheiden. Zum Glück wird ein Kind ja nicht nur über den Fernseher sozialisiert, jedenfalls im besten Fall und mir persönlich ist es lieber, mein Kind sagt „sch****“, wenn es etwas genau so findet und wird dann später hoffentlich ein starke, selbstbewusste Frau, anstatt eine brave.

Peppa Wutz: Eine Gefahr für die gute Erziehung?

Sie ist klein, frech und rosarot: Peppa Wutz ist die Heldin vieler Kinderzimmer. Dass das rosa Schweinchen bei allen Kindern ab zwei Jahren so beliebt ist, ist kein Wunder. Denn Peppa ist mit ihren Abenteuern sehr nah an ihrer Lebenswelt. Und dabei oft so wunderbar frech, dass unsere Kleine aus dem Kichern gar nicht mehr herauskommen!

Im Gegensatz zu anderen Kinderfiguren wie beispielsweise Conni oder Cailou benimmt sie sich nämlich oft alles andere als vorbildhaft. Über ihren Papa macht sie sich mit Vorliebe lustig, aufräumen findet sie ganz schrecklich und wenn sie sich ärgert, dann kommen so einige Schimpfwörter aus ihrem Mund.

Und das alles mit einem britischen Akzent, was in den USA für lustige Effekte sorgt: Dort sprechen viele kleinen Peppa-Wutz-Fans nämlich inzwischen mit unverkennbarem Insel-Slang, wie Eltern amüsiert festgestellt haben:

„Dank Peppa Wutz hat mein Zweijähriger, der noch nie außerhalb von Washington, Oregon und Kalifornien war, einen soliden, britischen Akzent!“

Thanks to Peppa Pig my 2yo, who has never been outside of Washington, Oregon and California has a solid British accent. pic.twitter.com/TTBMVz3loo

— Heather?Doo doo Doo doo (@dishs_up) 24. Januar 2019

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Peppa als Symbol für die Revolution

Doch nicht nur Kinder, auch Teenager und Erwachsene finden Peppa Wutz toll. In China beispielsweise hat sie sogar Symbolcharakter. Dort steht das Schweinchen für Auflehnung gegenüber dem Staatsoberhaupt, weshalb es ganze regimekritische Bewegungen rund um Peppa gibt.

Das chinesische YouTube hat reagiert und alle Folgen gelöscht, die es finden konnte. Es fürchtet um die Moral der Bürger und vor allem der Kinder. Mit Peppa Wutz als Vorbild würden diese frech und ungezogen.

Filmchen, Bücher, Spielzeug… Peppa Wutz spielt in vielen Kinderleben eine große Rolle. Foto: Bigstock

Ist Peppa wirklich problematisch?

Verbannen oder zensieren wird man Peppa hierzulande glücklicherweise nicht, aber steckt in der Kritik an der Serie vielleicht ein Körnchen Wahrheit? Das sagen jetzt zumindest viele Eltern und Psychologen. Denn natürlich kopieren Kinder unbewusst das Verhalten ihrer Fernseh-Stars und machen die dort vermittelten Botschaften zu ihrem Weltverständnis.

Gegenüber DailyMail berichtet eine aufgebrachte Mutter über einen Streit zwischen ihrer dreijährigen Tochter und deren Freundin: „Nach dem üblichen Zoff wegen einer Puppe, platzierte sie ihre Hände in den Hüften und verkündete: ,Ich will nicht mehr mit dir spielen!‘ Ihre Freundin erklärte daraufhin: ,Ich will auch nicht mehr mit dir spielen!‘ Es war eine Live-Version des Streites von Peppa und Susi Schaf in der Episode ,Der Streit‘. (…) Den Mädchen war nicht bewusst, was sie da nachmachten, aber dieser Dialog hatte sich in ihren Köpfen festgesetzt als eine Vorlage dafür, wie Freunde miteinander umgehen.“

Ähm, okay… wir sind jetzt ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob es diesen Disput nicht genauso ohne Peppa gegeben hätte.

Ähnliches erlebten aber auch die Eltern von Amari Black. Unter seinen ersten Worten war das unrühmliche „F*** you“, das eines seiner Peppa-Wutz-Spielsachen von sich gab. (Echt jetzt!?)

Völlig normales Verhalten, sagt Psychologe Aric Sigman. Eltern seien „naiv“, wenn sie glaubten, dass Kinder nicht anfangen würden, sich wie die Figuren in ihren Lieblingsserien zu benehmen: „Das Problem ist, dass sie nicht zwischen echt und unecht unterscheiden können.“

Doch die schlechte Vorbildwirkung reicht angeblich weit über Schimpfworte und unkooperatives Verhalten hinaus. Oft kommt die Kritik, dass Familie Wutz ein Paradebeispiel an Geschlechterstereotypen sei.

Und nun?

An Peppa scheiden sich also die Geister. Ob und wie sehr sie all diese Punkte nun stören, dass müssen Eltern für sich persönlich entscheiden. Verbieten ist in jedem Fall nicht unbedingt die beste Idee. Besser ist es – ja nicht nur bei Peppa – die Zeit vor dem Fernsehen zu limitieren und danach Zeit einzuplanen, um mit seinen Kindern darüber zu sprechen, was sie da gerade gesehen haben.

Sagt mal: Wie findet ihr denn Peppa? Und lieben eure Kinder sie auch so sehr?

Phänomen „Peppa Wutz“: Dieses Schwein geht viral. Egal, was es tut

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Jetzt war es mal wieder so weit. In einem Kino im englischen Ipswich wartete ein Saal voller hibbeliger Kinder darauf, dass „Peppa Pig: Festival of Fun“ endlich losging, ein Kinofilm mit den Abenteuern ihrer Heldin, die sonst immer schon nach fünf Minuten zu Ende sind.

Horror im Kino

Aber weil Kinder in einer Welt leben müssen, in denen inkompetente Erwachsene die Macht haben, mussten sie erst noch zwei Trailer aussitzen. Im ersten bekamen sie Leichen und sexuelle Gewalt zu sehen, im zweiten Blut und ein Kind mit einer Horrormaske.

Ein bedauerlicher Irrtum, sagte der Kinobetreiber hinterher, tut uns außerordentlich leid.

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Natürlich konnte Peppa nichts dafür. Sie ist bloß ein Zeichentrick-Ferkel in der weltweit erfolgreichen britischen Kinderserie „Peppa Pig“ (in Deutschland „Peppa Wutz“), eine schlaue Vierjährige.

Sie springt gern in Matschepfützen, spielt mit ihren Freundinnen Luzie Locke und Luisa Löffel und macht sich über ihren tollpatschigen Papa lustig, der das zu genießen scheint. Doch die Horrortrailer-Episode erinnerte einmal mehr daran: Überall, wo Peppa auftaucht, bricht Chaos aus. Fast ist es, als läge ein Fluch auf ihr.

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Im März erst hatte sich die Londoner Feuerwehr via Twitter darüber beschwert, dass in einer Episode von 2009 (!), Peppas Mama, als sie Feuerwehrkluft trägt, „fireman“ genannt wird und nicht „firefighter“, wie es gendersensibel heißen sollte. Die Meldung tauchte sofort weltweit auf unzähligen Websites auf – schließlich klickt nichts zuverlässiger als die Empörung, jetzt würden auch schon Kinder mit Genderkram traktiert.

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Im Februar hatten amerikanische Eltern durchgegeben, ihre Kinder würden aufgrund ihres Peppa-Konsums plötzlich mit britischem Akzent sprechen. Es klang amüsiert, machte aber doch klar, wie früh Kulturimperialismus zu wirken beginnt.

Anti-Peppa-Kampagne

Anfang Februar, zu Beginn des „Jahr des Schweins“, konnte ein Konflikt zwischen dem chinesischen Gouvernanten-Staat und Peppa beigelegt werden: 2018 nämlich hatte es in regierungsnahen Zeitungen eine Anti-Peppa-Kampagne gegeben, weil aus unerfindlichen Gründen das Zeichentrick-Ferkel von zweifelhaften Elementen beschwärmt und mit Tattoos gefeiert wurde, auf denen Peppa fette Klunker trug (ungefähr so, als würden deutsche Gangsta-Rapper Kikaninchen zu ihrem Totemtier machen).

Die Folge: Die chinesische Videoplattform Douyin warf an die 30.000 Videos, in denen Peppa sich nicht wirklich kindgerecht benahm, aus dem Netz. Doch wie das so ist in kommunistischen Erziehungsdiktaturen: Man kann schnell wieder rehabilitiert werden. Anfang Februar startete mit großem Erfolg der Film „Peppa Wutz feiert das chinesische Neujahr“ in den Kinos.

Schnappschuss aus Shanghai: Keine Angst, die Polizisten wollen das angeblich subversive Schwein Peppa nicht verhaften Quelle: AFP/Getty Images Anzeige

Auch jenseits von China versetzte das Schweinemädchen pädagogisch Besorgte immer wieder in Panik. 2017 tauchten auf YouTube Videos auf, in denen die Peppa-Episoden um traumatisierende Blutbäder beim Zahnarzt und ähnlichen juvenilen Quatsch ergänzt worden waren.

Anfang dieses Jahres begann durch die Medien das Gerücht zu geistern, in „gehackten“ Peppa-Videos würde urplötzlich eine Figur namens Momo auftauchen, um Kinder, die von ihren Eltern vor ihren iPads geparkt worden waren, zum Selbstmord aufzufordern.

Es war nur eine Schauergeschichte, aber in der Beschäftigung mit ihr wurde klar, dass YouTube es nicht verlässlich schafft, Kinder vor verstörenden Inhalten zu schützen – die Algorithmen, die sie identifizieren und aussortieren sollen, sind längst nicht so gut wie Menschen, die diese überlisten wollen.

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Widerworte und Witze über den Vater

Dass ausgerechnet ein kleines Zeichentrick-Schweinemädchen so viel Chaos stiften kann, liegt vermutlich daran, dass die Serie aufgrund ihrer globalen Beliebtheit unversehens immer wieder in Wertedebatten landet. Peppa gibt Widerworte und macht Witze über ihren Vater.

Das toleriert nicht jeder: In einer englischen Boulevardzeitung lamentierte ein Kolumnist über Anti-Männer-Sexismus, in Australien ein Kommentator ohne nähere Begründung über den „schrägen Feminismus“, der von der Serie propagiert werde.

War es nicht tatsächlich fahrlässig, Peppas Papa sagen zu lassen, Spinnen seien harmlose Tierchen, wo doch in Australien zu viele Menschen von giftigen Spinnen gebissen werden? Und stimmt es denn nicht, dass der wackere Doktor Braunbär, der sich bei jedem Anruf sofort zum Hausbesuch aufmacht und freigiebig Medizin verteilt, in Kindern unrealistische Erwartungen an die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems weckt?

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Am schönsten aber war jene Studie, in der ein gewisser Marc Wildemberg, Epidemiologe an der „University of Harvard“, davor warnte, Peppa Pig* könne bei Kindern Autismus auslösen. Es war eine Ente, weder der Experte noch die Studie noch eine „University of Harvard“ haben je existiert, aber selbstverständlich ging die Meldung viral.

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Vielleicht, weil sie so einleuchtend ist: Sich von einem netten, in Matschepfützen hüpfenden Ferkel absorbieren zu lassen, ist hundertmal verlockender, als sich so zu entwickeln, wie Erwachsene es sich von Kindern wünschen.

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Peppa Wutz. Die Heldin aller (Klein-)Kinderzimmer. Wer Kinder hat oder mit Kindern zu tun hat, kennt es bestimmt, das rosa Schweinchen, das am allerliebsten in Matschepfützen hüpft. Doch wie gut ist die britische Serie? Soll man sein Kind diese Hit-Serie schauen lassen? Peppa Wutz im News.at-Check.

Worum geht es?

Peppa Wutz ist ein fröhliches- leicht freches – vierjähriges Schweine-Mädchen, das mit Mama und Papa Wutz sowie ihrem zweijährigen Bruder George („Schorsch“ genannt) in einem Haus auf einem Hügel lebt. Daneben gibt es auch andere, befreundete Tier-Familien wie etwa die Hasenfamilie Löffel mit Peppas Freundin Luisa, die Schafsfamilie Locke, die Hundefamilie Kläff oder die Familie Zebra – und so weiter. Peppa erlebt in den Folgen typische Alltagssituationen wie Radfahren lernen, am Spielplatz gehen, den Zahnarzt besuchen oder in den Urlaub fahren. Peppa liebt es – so wie alle Kinder – am meisten, in Matschepfützen (ja, Ihr Kind wird auch Matschepfützen sagen) zu springen.

Beispiel: Peppa Wutz beim Zahnarzt

Ab welchem Alter ist Peppa Wutz geeignet?

Ab dann, wenn Sie Ihr Kind fernsehen lassen wollen und Kinder Geschichten verstehen. Bei Peppa Wutz gibt es nichts, wovor sich Kinder fürchten können oder was sie nicht verstehen könnten. Außerdem dauert eine Folge nur fünf Minuten.

Wie lange dauert eine Folge?

Fünf Minuten.

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Wo ist es zu sehen?

Peppa Wutz läuft auf Netflix, ist aber auch auf YouTube zu sehen.

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Wie viele Folgen gibt es?

Insgesamt 218 Folgen in fünf Staffeln.

© APa/AFP/Hunt Peppa Wutz: (Kleine) Kinder lieben sie.

Wie gut ist Peppa Wutz?

Peppa Wutz hat unzählige (kleine) Fans – aber auch viele (eher größere) Kritiker. Peppa Wutz ist vor allem eines: Total harmlos! Aber nicht nur das spricht für die vielgeliebte Kleinkinderserie. Sie ist auch sehr gut durchdacht. Das Erzähltempo ist schön langsam und überfordert kleine Kinder nicht. Es wird alles, was irgendwie unklar sein könnte, einfach erklärt. Man kann bei Peppa Wutz sein Kind also auch einmal ohne (wohlgemerkt: inhaltliche) Bedenken vor den Bildschirm setzen, dass es dabei Angst bekommt oder etwas nicht versteht. Die Kinder sehen dem Ferkelchen dabei zu, wie es mit Oma und Opa in den Urlaub fährt, wie es pfeifen lernt oder wie es alte Spielsachen am Flohmarkt verkauft. Nett -und harmlos ist das.

Das ist vor allem das große Plus der Serie sowie auch, dass immer wieder kleine unterschwellige Lacher für die Eltern eingebaut werden, falls diese doch einmal mitschauen sollten.

Kritisches

Doch es gibt sie eben auch, die vielen Kritiker von Peppa Wutz, bei denen das rosa Schweinchen nicht mehr ins kindliche Wohnzimmer darf. Denn Peppa Wutz weist eindeutig eine egoistische Tendenz auf, versteht nicht immer, warum der kleine Bruder George auch einmal etwas machen darf – und sagt auch mal Dinge wie „dummer Papa“. Das ist natürlich etwas, was Kinder sich – im Gegensatz zu sämtlichen pädagogisch wertvollen Ansätzen – gerne abschauen. Und dass Mama und Papa Wutz dies eher belächeln als beschimpfen, gefällt vielen Eltern natürlich nicht besonders.

Dabei ist das eigentliche Problem – so es denn eines gibt – bei Peppa Wutz jenes, das viele beliebte Serien und Hörspiele heutzutage betrifft: Es zeigt primär ein reaktionäres Familienbild. Familie bedeutet Mama, Papa, zwei Kinder. Der Papa arbeitet, die Mama passt auf die Kinder auf (oder arbeitet ein bisschen von daheim). Die Mama kocht, der Papa repariert – und so weiter. Schade, dass hier nicht schon den kleinsten auch einmal etwas Fortschrittlichers präsentiert wird.

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