Pekip was ist das

Inhalte

PEKiP

1. PEKiP – das Prager-Eltern-Kind-Programm

Die Elternschule unterliegt einem ständigen Wandel und bringt je nach Erkenntnissen und vorherrschenden Einstellungen immer neue Kursangebote hervor, um die dann nicht selten ein echter Hype entsteht. Genau dazu kann auch das Schulungsangebot PEKiP gezählt werden. Bei der Begrifflichkeit handelt es sich um eine Abkürzung, die für das Prager-Eltern-Kind-Programm steht. Dahinter verbirgt sich ein Kursangebot, das sich an Säuglinge während ihres ersten Lebensjahrs richtet. Dabei bleiben natürlich auch die direkten Bezugspersonen des Babys nicht außen vor, die gemeinsam mit ihrem Kind den PEKiP Veranstaltungen beiwohnen. Jedoch werden ausdrücklich nicht nur die Mütter angesprochen, sondern alle an der Betreuung des Kindes beteiligten Personen. Väter, Großeltern, Verwandte, Freunde – sie alle dürfen gerne mit dem Kind zum PEKiP erscheinen, da weniger die Begleitperson als vielmehr der Säugling im Zentrum des Geschehens steht.

Hinsichtlich der Altersstruktur gibt es beim PEKiP ebenfalls eindeutige Kriterien. So ist das Prager-Eltern-Kind-Programm ausdrücklich für Säuglinge ab der Geburt bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs konzipiert. Meist datiert der Beginn auf die vierte bis sechste Lebenswoche des Säuglings. Mit dem ersten Geburtstag endet die Kursteilnahme, wobei ein späterer Ein- und ein vorheriger Ausstieg natürlich möglich sind.

Da die vermittelten Inhalte altersentsprechend platziert werden, wird in PEKiP Gruppen auf eine konforme Altersstruktur geachtet. Der maximale Altersunterschied sollte vier Monate nicht übersteigen. In der Praxis werden bevorzugt altersgleiche Gruppen gebildet.

2. Charakteristiken und Zielsetzungen des PEKiP

PEKiP ist ein Angebot der Elternschule, das in seinen Charakteristiken keine Alternativen hat. Grund ist die dahinter stehende Grundkonzeption des Prager-Eltern-Kind-Programms. Denn dieses verleiht PEKiP Kursen eindeutige Eigenschaften:

2.1 Gruppenstruktur

Die Teilnehmerkinder beim PEKiP liegen bezüglich ihrer Altersstruktur zwischen der Geburt und der Vollendung des ersten Lebensjahres. Der maximale Altersunterschied sollte dabei vier Monate nicht übersteigen. In der Praxis sieht es jedoch eher so aus, dass die Altersspanne rund zwei Monate beträgt. Die Kurseinheiten selbst werden als geschlossene Kleingruppen von sechs bis acht Teilnehmern konzipiert.

2.2 Bekleidung

Ein typisches Kennzeichen von PEKiP Kursen ist die „Bekleidungsvorschrift“ gegenüber den teilnehmenden Kindern. Um diese nämlich in ihren natürlichen Bewegungsabläufen zu fördern, finden die PEKiP Stunden nackt statt. Sogar auf Windeln wird verzichtet.

2.3 Inhaltliches

Inhaltlich versucht PEKiP die teilnehmenden Kinder in ihrer natürlichen Entwicklung zu unterstützen. Grob- und Feinmotorik, sozio-emotionales Leben und Erleben sowie kognitive Fähigkeiten werden gezielt unterstützt, jedoch nicht zentral trainiert. Die Kinder dürfen stattdessen mit vielfältigen Angeboten experimentieren. Häufig wird auf externes Spielzeug verzichtet, sondern Dinge des Alltags Zweck entfremdet.

Aus dieser Konzeption leiten sich vier Hauptziele des Prager-Eltern-Kind-Programms ab:

  • Förderung und Vertiefung einer positiven Eltern-Kind-Beziehung
  • Kontaktherstellung zu Gleichaltrigen
  • Erfahrungsaustausch mit andere Eltern
  • Wahrnehmung, Begleitung und Unterstützung natürlicher Entwicklungsprozesse

Sämtliche PEKiP Kurse verfolgen diese höhere Zielsetzung. Daraus ergibt sich im Ergebnis die inhaltliche Zusammenstellung einzelner PEKiP Einheiten.

3. Details zur Kursteilnahme

Wieder-holungs-intervall

PEKiP Kurse können von der Geburt bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres besucht werden. Eine PEKiP Einheit besteht aus mehreren Kursstunden, die altersentsprechend konzipiert sind. Die Buchung mehrerer aufeinander folgender Kurseinheiten ist sinnvoll, ihre Wiederholung jedoch nicht.

Buchung

PEKiP Kurse sind stark frequentiert und deshalb oft ausgebucht. Auch die begrenzte Teilnehmerzahl erschwert die Erschließung eines geeigneten Kursangebots. Eine Buchung unmittelbar nach der Geburt ist deshalb empfehlenswert. Weiterführende Kurseinheiten agieren inhaltlich aufbauend – eine Anmeldung zur Fortsetzung erfolgt während der Kursbesuche.

Beginn

Angeraten ist der Beginn des PEKiPs etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt. Grundsätzlich ist ein Einstieg aber innerhalb des ersten Lebensjahres immer wieder möglich, allerdings nur zum Start eines komplett neuen PEKiP Kursintervalls.

Ende

Eltern steht es natürlich jederzeit frei ihre Teilnahme an PEKiP Veranstaltungen zu beenden. Jedoch muss stets der komplette Preis für den mehrwöchigen Kursbesuch entrichtet werden. Nach jedem Kursblock ist ein Ausstieg ohne zusätzliche Gebühren möglich. Mit dem ersten Geburtstag endet die Möglichkeit der PEKiP Teilnahme, wobei eine aktuell begonnene Kurseinheit noch zu Ende geführt werden darf.

Dauer

Jede PEKiP Einheit besteht aus acht bis zehn einzelnen Kurstagen. Zur Teilnahme ist eine verbindliche Buchung und Bezahlung des gesamten Blocks obligatorisch. Die diversen Inhalte bauen aufeinander auf, so dass nach Ende einer Kurseinheit inhaltlich passend ein weiterer Kurs erschlossen werden kann. Die Durchführung erfolgt in geschlossenen Gruppen, so dass ein Quereinstieg nicht möglich ist.

Zeitaspekt

PEKiP Einheiten finden üblicherweise wöchentlich über eine Zeitspanne von sechs bis acht Wochen statt. Jeder einzelne Kurs dauert 90 Minuten.

PEKiP Kurse sind ein Angebot, welches sich an Kinder im Alter ab vier Wochen bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs richtet. Die Nachfrage nach dieser Form der Elternschule ist enorm groß, so dass möglichst bald nach der Geburt eine Anmeldung notwendig ist, um sich ein passendes Angebot zu erschließen. Die Registrierung gilt für einen kompletten PEKiP Kurs, der sich über acht bis zehn Wochen mit je einem Kurstag zu 90 Minuten pro Woche erstreckt. Wichtig ist zu wissen, dass die Kursteilnahme immer die komplette Einheit umfasst, ein verspäteter Einstieg ist nicht möglich. Ein Ausstieg kann natürlich jederzeit forciert werden, wobei die komplette Gebühr dennoch zu entrichten ist. Ein Quereinstieg ist zu jeder neuen Kurseinheit gegeben.

4. Aufbau und Inhalte der PEKiP Kursstunden

PEKiP Kurseinheiten sind an ihren Charakteristiken zu erkennen. Denn selbst wenn innerhalb verschiedener Einrichtungen durchaus differente Inhalte aufgegriffen werden, so sind sich doch zumindest hinsichtlich des Aufbaus die meisten PEKiP Angebote sehr ähnlich:

4.1 Das Ambiente

PEKiP zielt darauf ab die natürlichen Bewegungsabläufe der Säuglinge aufzugreifen und durch indirekte Hilfestellung zu fördern. Dies bedeutet, dass die Kinder möglichst „unbelastet“ am PEKiP teilnehmen. Im Resultat wird sowohl auf Kleider als auch auf Windeln verzichtet. Die Kinder sind also vollkommen nackt. Dies erfordert natürlich eine entsprechende Intervention in der Kursumgebung: PEKiP findet bestenfalls in relativ kleinen Räumlichkeiten statt, die mit weichen Matten auf dem Boden ausgelegt sind. Die Raumtemperatur ist hoch, um die nackten Kinder vor dem Auskühlen zu schützen. Warme Farben dominieren das Erscheinungsbild. Die Ausstattung mit Spielmaterialien sollte gezielt und nicht überladen sein, wobei verschiedene Angebote integriert sein müssen. Alltagsmaterialien sind ein wesentlicher Bestandteil des PEKiPs.

4.2 Die Begrüßung

Zu Beginn einer PEKiP Einheit treffen die Eltern mit ihren Kindern in den Schulungsräumlichkeiten ein und sollten mitgebrachte Ausstattungen wie Kindersitze, -wagen oder tragetaschen und –tücher bestenfalls in einem Vorraum abstellen können. Im eigentlichen PEKiP Raum angekommen, werden die Kinder zunächst ihrer Kleidung entledigt. Anschließend können sie bereits auf „Entdeckungsreise“ gehen, was Krabbelkinder auch bevorzugt tun. Die eigentliche Gruppenstunde wird in der Regel mit einem Begrüßungslied eröffnet, welches im Normalfall über alle Kurseinheiten hinweg identisch ist und damit den Kindern ein Gefühl des Ankommens vermittelt.

4.3 Das Kursgeschehen

Nach der Gruppeneröffnung mittels Begrüßungslied ist die PEKiP Gruppenstunde in vollem Gange, wobei die Gruppenleiterin für die inhaltliche Ausgestaltung verantwortlich ist. Hierfür bietet sie den Kindern diverse Materialien und Gegenstände zum Erkunden und Bespielen an. Wichtigstes Charakteristikum ist, dass die Kinder nicht bespielt werden, sondern eigene Ideen entwickeln, die von den Begleitpersonen aufzugreifen sind. Ein Einstieg ist als nicht tonangebender Spielpartner möglich. Freie Spielphasen wechseln sich mit gezielten Angeboten ab. Tücher, Bälle, Singspiele, Sprossenwände, Kletterangebote und vieles mehr kommen zum Einsatz.

4.4 Der Abschied

Gegen Ende der PEKiP Einheiten werden die Kursinhalte ruhiger gestaltet, um den Kindern einen sanften Ausklang zu bieten. Der tatsächliche Schlusspunkt wird mit einem Abschiedslied gesetzt, welches ebenfalls über alle Kursbesuche hinweg identisch ist und den Kindern abermals Kontinuität bietet. Erst danach werden die Kinder wieder angezogen.

Inhaltich soll PEKiP ein ganzheitliches Angebot darstellen, welches verschiedene Aspekte des Lebens mit einem Baby und dessen Entwicklung aufgreift:

  • Austauschmöglichkeit der Eltern untereinander
  • soziales Training im Kontakt mit Gleichaltrigen
  • altersgerechte und entwicklungsgemäße Bewegungsangebote mit Beobachtungsmöglichkeiten für die Eltern
  • Singspiele
  • Aufklärung über frühkindliche Entwicklung
  • Spielanregung mit verschiedenen Angeboten
  • verschiedenartige Förderung der Sinnesentwicklung
  • Hilfestellung für die Eltern, ein geeigneter Spielpartner zu werden

5. Pro PEKiP

  • geschlossene Kleingruppen mit begrenzter Teilnehmerzahl sorgen für eine angenehme Gruppendynamik
  • zwischen den teilnehmenden Kindern existiert nur ein geringer Altersunterschied, was den Austausch miteinander erleichtert und späteren Freundschaften den Weg ebnet
  • PEKiP ist auch für Babys mit Behinderungen oder Einschränkungen sowie für Frühchen geeignet
  • die teilnehmenden Kinder werden inhaltlich dort abgeholt, wo sie in ihrer Entwicklung tatsächlich stehen
  • die Bedürfnisse der Kinder werden stets aufgegriffen – im Zentrum stehen die kindlichen Spiel- und Förderideen
  • das nackte Spiel in warmer Raumumgebung fördert die natürliche Entwicklung
  • Dank PEKiP können Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkannt werden
  • PEKiP bedient sich einfacher Spielmaterialien
  • PEKiP Spielangebote sind problemlos zuhause umsetzbar

6. Kontra PEKiP

  • PEKiP wird häufig als Frühfördermaßnahme angesehen, wodurch ein negativer Beigeschmack entsteht
  • die begrenzte Teilnehmerzahl führt zu einer schnellen Belegung aller Kursplätze
  • teilnehmen können nur Kinder, deren Gesundheitszustand stabil ist
  • PEKiP Kurse finden zu festen Terminen statt, die nicht immer einhaltbar aber dennoch zu bezahlen sind
  • der Kostenfaktor sollte nicht verachtet werden, vor allem wenn Eltern von Zwillingen die doppelte Kursgebühr entrichten müssen
  • der geringe Altersunterschied öffnet Entwicklungsvergleichen Tür und Tor, woraus häufig Konkurrenzen, Besorgnis und Unsicherheiten entstehen
  • die nackten Kinder urinieren in den Raum, was aus hygienischer Sicht nicht unbedenklich ist

7. Anbieter von PEKiP Kursen

Auch wenn PEKiP Kurse gerade innerhalb der Elternschaft nicht unumstritten sind, so ist die Nachfrage nach einem derartigen Angebot dennoch beachtlich hoch. Entsprechend hat sich mittlerweile ein großzügiges Tool an entsprechenden Kursen entwickelt. Schließlich kann PEKiP überall dort angeboten werden, wo die räumlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Die Kursleitung hat jedoch zwingend eine Ausbildung zur PEKiP Gruppenleiterin vorzuweisen. Interessierte auf der Suche nach einem PEKiP Kurs werden am ehesten fündig in

  • Elternschulen,
  • Hebammenpraxen,
  • geburtshilflichen Krankenhäusern,
  • Volkshochschulen,
  • Geburtshäusern,
  • Familienbildungsstätten,
  • Familienzentren,
  • Turnvereinen und
  • bei Privatpersonen mit entsprechender Qualifikation.

8. Was kostet PEKiP

PEKiP zählt zu den freiwilligen Kursangeboten im Rahmen der Elternschule. Zwar ist inzwischen der gesundheitlich-präventive Charakter dieses Programms auch innerhalb der Krankenkassen unumstritten, eine diesbezügliche offizielle Anerkennung liegt bislang jedoch nicht vor. Dies bedeutet im Resultat, dass die Krankenkassen die Kosten für den Besuch des PEKiP’s weder bezahlen noch bezuschussen. Auch eine anderweitige Kostenträgerschaft kann nicht erschlossen werden.

In der Konsequenz sind die Gebühren für die Teilnahme am PEKiP also durch die Eltern beziehungsweise die Betreuungspersonen des Kindes zu entrichten, wobei für jedes Baby eine eigene Gebühr fällig wird. Die Kurskosten beziehen sich auf einen kompletten PEKiP-Intervall, der üblicherweise aus acht bis zehn Einzelterminen besteht. Im Durchschnitt werden pro Einheit 10 Euro berechnet, so dass für die komplette Kursbuchung zwischen 80 und 100 Euro fällig werden, die in Gänze im Vorfeld zu entrichten sind. Versäumte Termine werden grundsätzlich nicht rückvergütet. Werden neben den normalen Kursstunden noch Sondertermine wie beispielsweise gemeinsame Ausflüge anberaumt, so sind diese freiwillig und bei tatsächlicher Teilnahme gesondert zu bezahlen.

9. Sinnvolle Alternativen zur PEKiP Teilnahme

Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist in seiner Konzeption einzigartig, so dass es keine echte Alternative zu einer dortigen Teilnahme gibt. Nichtsdestotrotz darf PEKiP natürlich niemals als das einzig richtige Mittel zur Förderung der kindlichen Entwicklung angesehen werden. Auch viele andere Inhalte der Elternschule definieren ähnliche Ziele, wenngleich auf Grundlage des jeweils eigenen Menschen- und Entwicklungsbildes:

ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern
ab der 6. Lebenswoche bis zum 12. Lebensmonat.

Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP®)
  • individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse Ihres Babys wahrnehmen
  • erste soziale Kontakte ermöglichen
  • Austausch mit anderen Eltern und einer erfahrenen Gruppenleitung

Das erste Lebensjahr ist eine ganz besondere Zeit. Ihr Baby lernt stetig dazu: Es kann seinen Körper zunehmend besser steuern, übt neue Laute und beginnt seine Umwelt zu erkunden. In dieser Zeit möchten Eltern ihr Kind optimal begleiten. PEKiP begleitet Sie und Ihr Baby mit Spiel- und Bewegungsanregungen. In der Gruppe hat Ihr Baby die Möglichkeit, neu gewonnene Fähigkeiten und seinen Forschergeist auszuprobieren – auch im Kontakt zu Gleichaltrigen. Im Austausch mit anderen und der Gruppenleiterin können Sie von- und miteinander lernen. Sie finden Raum für Gespräche, erhalten Antworten, Anregungen und Unterstützung.

Bitte beachten Sie: unsere PEKiP-Kurse sind in Blöcken, fortlaufend konzipiert und begleiten Eltern und Kinder während des gesamten ersten Lebensjahrs. In der Regel können Sie in unsere PEKiP-Kurse mit einem Elternstart-Kurs NRW einsteigen und dann in Folgekursen die Teilnahme bis zum Ende des ersten Lebensjahres Ihres Kindes weiterführen. Bei freien Plätzen können Sie auch gerne „quer“ in den Kurs einsteigen.

Organisatorisches: Bitte bringen Sie zwei Handtücher als Unterlage zum Kurs mit.

Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP)

Babys:

Sie werden in ihrer natürlichen Bewegungsfähigkeit entwicklungsgemäß unterstützt.Sie entwickeln ein gutes Körpergefühl.Sie genießen die Zuwendung der Erwachsenen und haben Freude am Kontakt mit anderen Babys.Fehlentwicklungen können frühzeitig erkannt und dadurch behandelt werden.

Mütter/Väter:

Sie lernen durch genaues Beobachten die Eigenart und Bedürfnislage ihrer Babys erkennen.
Sie lernen, dem jeweiligen Entwicklungsstand angemessene Bewegungsanregungen und Spiele anzubieten (nicht fördern – sondern unterstützen!).
Sie bekommen Sicherheit und Selbstvertrauen in ihrem Elternsein.
Sie erhalten Hintergrundwissen, mit dem sie wichtige Entscheidungen im Familienalltag besser treffen können.
Sie finden Kontakt zu Familien in gleicher Lebenssituation.

Elterngesprächsabend:

Er bietet sich an für Entspannung, Erfahrungsaustausch, Informationen und Gespräche zu Themen, die im 1. Lebensjahr wichtig sind.
Die Teilnahme ist möglich für Babys im 1. Lebensjahr (ab der 4. Woche). Wir treffen uns in einem warmen Raum, damit sich die Babys ohne Kleidung frei bewegen können.
Auch für Babys, die behindert sind bzw. deren Entwicklung nicht „planmäßig“ verläuft, ist PEKiP schön. Der spielerische Umgang ohne Leistungserwartungen wirkt sich positiv auf ihre Entwicklung aus.

Aktueller Kurs:

Sollte dieser Kurs bereits begonnen haben oder gerade kein aktuelles Angebot zu sehen sein, so erfahren Sie die aktuellen Daten telefonisch direkt bei der Kursleiterin.

PEKiP-Kurse für Babys: Was ist das und was bringt es?

„Geht ihr auch zum PEKiP-Kurs?“ Diese Frage gehört unter Eltern von kleinen Babys heute schon zum Standard. Für viele ist so ein Frühförderungs-Kurs wie auch das Babyschwimmen fester Bestandteil des Terminkalenders im ersten Jahr mit Baby.

Doch was ist das eigentlich, PEKiP? Was macht man da und wofür ist das gut? Hier sind die wichtigsten Fakten.

Was bedeutet PEKiP?

PEKiP steht für „Prager Eltern-Kind-Programm“. Das Konzept geht auf die Grundidee des Prager Psychologen Jaroslav Koch zurück und wurde in den 70er Jahren von der Bochumer Psychologin Christa Ruppelt und dem Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt, später auch von weiteren Experten weiterentwickelt.

Seit 1988 kümmert sich der Verein PEKiP e.V. mit Sitz in Wuppertal um die Verbreitung und Weiterentwicklung des Konzepts. PEKiP e.V. bietet auch die Fortbildung an, mit der man sich zum Gruppenleiter oder zur Gruppenleiterin zertifizieren lassen kann.

Wofür sind PEKiP-Kurse gut?

Laut dem Verein ist das Ziel von PEKiP, „Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen“. Das bedeutet, dass durch den Kurs die Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind gefördert werden soll. Außerdem lernen Eltern, ihr Baby besser wahrzunehmen und es je nach Stand der Entwicklung anzuregen und zu begleiten. Sie sollen insgesamt sicherer im Umgang mit dem Baby werden.

Zudem ist ein solcher Kurs, ähnlich wie eine Krabbelgruppe, eine gute Möglichkeit für Eltern, sich mit anderen auszutauschen, während das Baby mit gleichaltrigen Kindern spielen kann.

Wie ist der Ablauf eines PEKiP-Kurses?

  • Ein Kurs besteht laut PEKiP-Vorgaben aus nicht mehr als sechs bis acht Erwachsenen und ihren Babys.
  • Es sollte immer nur ein Elternteil je Sitzung teilnehmen.
  • Die Treffen dauern rund 90 Minuten und finden einmal die Woche statt – möglichst über den Zeitraum des ersten Lebensjahres.
  • Die Kursteilnehmer treffen sich in einem Raum, der möglichst warm ist, denn die Säuglinge sollen während des Kurses nackt sein.
  • Der Kursleiter/die Kursleiterin bietet verschiedene spielerische Sinnesanregungen und Bewegungsanregungen an. Es wird gestreichelt, geschmust, gesungen und mit altersgerechten Spielzeugen und Materialien gespielt. PEKiP soll nicht nur Spaß machen, sondern auch die Entwicklung fördern. Zum Beispiel werden die Babys auf den Bauch gelegt, um die Nackenmuskeln zu trainieren.
  • Dabei wird auch auf die Bedürfnisse des Babys geachtet. Es darf trinken, wenn es Hunger hat, oder auch ein kleines Nickerchen machen, wenn es müde ist.

Einen Eindruck, wie das aussehen kann, bietet dieser kurze Youtube-Film. Man kann darin gut sehen, wie die Kinder zur Bewegung animiert werden und spielerisch ihren Körper trainieren.

Warum sind die Kinder nackt während des Kurses?

Wenn Babys nackt sind, können sie sich freier bewegen und Berührungen besser spüren. Falls doch mal eins pinkelt, steht immer ein Eimer mit Putztuch bereit, um das Malheur zu entfernen. In manchen Kursen dürfen die Kleinen aber auch Windeln tragen.

Wie alt sollten die Babys sein?

Im Idealfalls startet man den Kurs laut PEKiP e.V. im Alter von 4 bis 6 Wochen, man kann aber auch später einsteigen, allerdings nur bis zum 1. Lebensjahr. Wichtig ist, dass die Babys in einem Kurs möglichst gleich alt sind, damit die Anregungen den jeweiligen Entwicklungsschritten entsprechen und die Eltern sich besser über die aktuellen Themen, die ihren Alltag bestimmen, austauschen können.

Warum sind die Kurse so beliebt?

Ein Grund für die hohe Nachfrage könnte laut Experten sein, dass Eltern heute unsicherer sind im Umgang mit dem Nachwuchs. Die Großfamilien, in denen Ältere den Jüngeren helfen, gibt es kaum noch. PEKiP-Kurse können wie auch Krabbelgruppen diese Lücke schließen. Natürlich können Eltern die Übungen auch nachlesen und zuhause machen, aber in der Gruppe kann es mehr Spaß machen, man knüpft neue Kontakte und fühlt sich einfach nicht mehr so allein mit der Aufgabe.

Gibt es auch Kritik an PEKiP?

Ja, einige Experten warnen vor „Frühförderungswahn“. Der Körperpsychotherapeut Thomas Harms etwa beobachtet laut Deutschlandfunk, dass immer mehr reizüberflutete Babys in die Schreiambulanzen kommen. Den Grund sieht er auch in den vielen Förderkursen, die die Kleinen heute schon besuchen.

Tatsächlich ist noch nicht endgültig erforscht, wie sich PEKiP auf die Babys langfristig auswirkt, aber es gibt bislang auch keine Hinweise darauf, dass sie ihnen schaden.

Wichtig ist hier sicherlich, dass ihr die Babys genau beobachtet und aufhört, wenn sie sich unwohl fühlen. Auch solltet ihr nicht unbedingt zusätzlich zu PEKiP noch das Babyschwimmen, die Babymassage und den Englischkurs für Säuglinge besuchen. Dann bricht auch das stärkste Babys zusammen – und ihr vermutlich auch.

Wer bietet PEKiP-Kurse an?

Es gibt deutschlandweit ganz verschiedene Anbieter der PEKiP-Kurse, u.a. bieten Hebammen-Praxen, das Deutsche Rote Kreuz, Geburtshäuser, Elternschulen oder Volkshochschulen PEKiP an. Anbieter in eurer Nähe findet ihr über den PEKiP e.V.

Wie hoch sind die Kosten?

Das variiert etwas, im Schnitt ungefähr 12 Euro je Sitzung.

Wird das von den Krankenkassen bezahlt?

Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für PEKiP-Kurse. Erkundigt euch am besten direkt bei eurer Krankenkasse, ob die Kursgebühr erstattet wird.

Säuglinge liegen nackt in einem warmen Raum und spielen. Das ist PEKiP, Prager-Eltern-Kind-Programm und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Es klingt fast ein bisschen nach einem Konzept aus den späten 60iger Jahren und das ist es auch. Aber Experten halten PEKiP für durchaus sinnvoll, vorausgesetzt, es wird korrekt durchgeführt.

Inhalt

PEKiP ist Frühförderung

Babys sollen so früh wie möglich gefördert werden, das ist zumindest die Ansicht vieler Eltern. Einige Experten und viele Eltern empfinden das aber als übertrieben oder sogar kontraproduktiv. PEKiP zielt aber genau auf die frühkindliche Förderung ab, genauer gesagt, auf die Förderung im Säuglingsalter. Die “Teilnehmer” sind gerade einmal vier bis sechs Wochen alt, liegen nackt in einem warmen Raum und dürfen spielen. Klingt ein bisschen nach den späten 60iger Jahren? Richtig, denn aus diesem Jahrzehnt stammt das PEKiP Programm. Erfunden hat es der aus Prag stammende Psychologe Jaroslav Koch. Christina Ruppelt (Psychologin) und Hans Ruppelt (Sozialwissenschaftler) griffen in den 70iger Jahen die Idee erneut auf und entwickelten das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP).

Trotz der Tatsache, dass das Programm aus den 60iger und 70iger Jahren stammt, ist es heute dennoch sehr bekannt und gängige Praxis. PEKiP gibt es in vielen deutschen Städten, eine Übersicht über alle Kurse in Deutschland findest Du hier. Viele Kurse werden von Hebammen, dem Deutschen Roten Kreuz oder von Volkshochschulen angeboten. Mit Sicherheit gibt es auch ein Angebot in Deiner Nähe.

Wirkt PEKiP wirklich?

Professor Dr. Bernhard Kalicki, Leiter der Abteilung Kinder und Kinderbetreuung am Deutschen Jugendinstitut (DJI), spricht sich klar für PEKiP aus, er betont aber auch, dass das Programm noch nicht ausreichend erforscht ist um eine Wirkung nachzuweisen. Logisch betrachtet kann das Programm zur frühkindlichen Förderung gar nicht schädlich sein, denn die Gruppenleiter haben eine Ausbildung und wissen genau was sie tun. Daher sollten sich Eltern stets die Ausbilungsbescheinigung zeigen lassen. Gespielt werden Spiele, die die Sinne anregen und die Babys dazu animieren sollen sich zu bewegen. Eine Kurseinheit dauert etwa 90 Minuten und findet einmal in der Woche statt.

Neueste Studien haben gezeigt, dass Säuglinge schon ab der Geburt gerne lernen und das Gehirn auf “lernen eingestellt ist”. Daher sprechen auch viele Kinderärzte und Experten für das PEKiP aus. Das Gehirn von Babys reift und entwickelt sich besser, wenn es bestimmte Reize bekommt und zum Lernen angeregt wird. Nun kann man sich aber fragen, ob man seinem Kind nicht auch zu Hause ein paar Spielsachen geben kann. Geht schon, klar, aber ein ausgebildeter Gruppenleiter kennt sich mit dem frühkindlichen Gehirn besser aus und kann es so auch besser fördern. Zudem hat so ein Kurs auch Vorteile für das begleitende Elternteil: man kann neue Kontakte zu Eltern knüpfen, die nicht nur in der Nähe wohnen, sondern deren Kinder auch im gleichen Alter sind.

PEKiP soll auch den Eltern helfen

Nebst dem Knüpften neuer Kontakte hat so ein Kurs auch noch einen weiteren Vorteil für die Eltern: sie lernen den Umgang mit ihrem Kind. Das klingt komisch? Ist es aber nicht, denn heutzutage lernen Männer und Frauen den Umgang mit Säuglingen nicht mehr zwingend aus der Großfamilie, sondern müssen ihr wissen selbst aneignen. Wer jetzt sagt, jede Frau hätte die “Muttergene” in sich, der täuscht sich. Nicht jede Frau weiß instiktiv, wie sie mit einem Säugling umgehen soll und welche Bedürfe dieser gerade hat.

Viele Eltern tun sich schwer damit, die Signale ihres Babys zu verstehen, was auch ganz natürlich ist. PEKiP kann helfen, die Beziehung zwischen Baby und Eltern zu festigen und zu stärken. Die Gruppenleiter sind auch dafür ausgebildet und stehen Eltern bei Fragen und Unklarheiten beratend zur Seite.

Ist PEKiP das Richtige für mich?

Du weißt immer noch nicht, ob du Dich für PEKiP entscheiden sollst? Hier sind die wichtigsten Fakten noch einmal für Dich zusammengefasst.

Was sind die Ziele vom PEKIP?

  • das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern
  • die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen
  • die Eltern in ihrer Situation zu begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern
  • dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen

Was sind die Vorteile?

  • Kinder entwickeln einen gleichmäßigeren Schlafrhythmus
  • Kinder sind zufriedener
  • Kinder werden seltener krank

Wie sieht eine PEKIP-Gruppe aus?

  • können ab der 4.-6. Lebenswoche begonnen werden
  • Kinder und Eltern treffen sich wöchentlich
  • es kommen 6-8 Kinder zusammen
  • Der Gruppenraum ist mit Matten ausgelegt, so dass sich die Kinder frei bewegen können

Was ist kritisch am PEKIP?

  • Frühförderwahn
  • Kinder werden schon früh mit Reizen überflutet
  • Kinder treten schon früh in einen Wettbewerb

PEKiP: Das Prager Eltern-Kind-Programm

Die ersten Lebensmonate eines Babys lassen sich eben nicht exakt nach Kalender oder Uhr planen. Wer hinter diesen Treffen vielleicht die Zusammenkunft einer geheimen Sekte vermutet, liegt völlig falsch. Die Babys nehmen mit ihren Eltern gemeinsam an einem PEKiP-Kurs teil.

PEKiP steht als markenrechtlich geschütztes Kürzel für „Prager-Eltern-Kind-Programm“. Dabei handelt es sich um eine Art sanfte Begleitung des Babys und seiner Eltern durch die ersten 12 Monate. Das Programm wird in Form von Kursen angeboten, wobei die einzelnen Kursstunden ausschließlich von speziell geschulten und zertifizierten Kursleiterinnen geleitet werden dürfen. Eine Kurseinheit dauert 90 Minuten und findet einmal pro Woche statt. Die Gruppengröße ist auf maximal acht Babys mit ihren Müttern oder Vätern begrenzt.

Der Kursraum ist aus einem besonderen Grund gut beheizt. Die Babys sind nämlich stets nackt, selbst eine Windel ist nicht erlaubt. Dadurch ist es den Kleinen möglich, sich freier und spontaner zu bewegen. Die Kursleiterin zeigt den Müttern und Vätern spezielle Bewegungsanregungen und Spiele, welche die Babys während ihrer aktuellen Entwicklungsphase unterstützen können.

Wer hat PEKiP erfunden?

Der Prager Psychologe Jaroslav Koch fand in den 70er Jahren heraus, dass Babys bereits mit der Geburt mehr Fähigkeiten haben, als ihnen im Allgemeinen zugetraut werden. Daraufhin hat er das Prager-Eltern-Kind-Programm entwickelt, welches zahlreiche Spiele und Anregungen enthält, um diese Kompetenzen zu fördern und altersgerecht weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit Christa Ruppelt hat er PEKiP nach Deutschland gebracht.

Das Bildungskonzept „Prager-Eltern-Kind-Programm“ wird deutschlandweit inzwischen an mehr als 1800 Volkshochschulen, Kurseinrichtungen, Institutionen der Familienbildung und dergleichen gelehrt. Derzeit gibt es hier schätzungsweise 2500 aktive PEKiP-Gruppenleiterinnen, die etwa 60 000 Familien pro Woche durch das erste Lebensjahr ihres Babys begleiten.

Wichtigste Ziele des Prager-Eltern-Kind-Programms

  • Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung, indem die Mütter und Väter die Kinder genau beobachten. Sie lernen ihr Kind besser kennen und können im Laufe der Zeit leichter spüren, wenn es etwas Bestimmtes braucht.
  • Spiel- Bewegungs- und Sinnesanregungen unterstützen das Baby in seiner Entwicklung, wobei nichts „trainiert“ oder erzwungen wird. Die Kleinen werden lediglich dazu animiert, selbst aktiv zu werden.
  • Unterstützung des Kontaktes zu gleichaltrigen Kindern. Die PEKiP-Kursleiterinnen geben den Babys spezielle Anreize, mit deren Hilfe sie untereinander Kontakte knüpfen können.
  • Förderung von Kontakten und Erfahrungsaustausch zwischen den Eltern, wobei es nicht darum geht, die Kinder untereinander „zu vergleichen“. Eigene Erfahrungen zu speziellen Themen, wie etwa Stillen, Gewichtszunahme, Beikosteinführung, Schlafverhalten oder die Entwicklung motorischer Fähigkeiten sollen vielmehr weitergegeben oder Unterstützung angeboten werden.

Was genau passiert im PEKiP Kurs?

Sobald das Baby die U3 absolviert hat, also mit vier bis sechs Wochen, darf es einen PEKiP Kurs besuchen. Selbstverständlich kann die Aufnahme auch später erfolgen. Grundsätzlich kann das Baby mit seinen Eltern so lange am Kurs teilnehmen, bis es laufen kann.

Bereits bei der Anmeldung wird darauf geachtet, dass alle Kurs-Babys etwa im gleichen Alter sind, sodass zumeist mehrere Kurse für verschiedene Altersstufen parallel laufen. Die Babys werden komplett ausgezogen und dürfen sich nackt und frei auf den Matten bewegen.

Die Kursleiterin animiert die Eltern dazu, ihr Baby genau zu beobachten und gibt zahlreiche Tipps, inwiefern sich die Kleinen zu bestimmten Aktionen inspirieren lassen. Es werden Wasserbälle gerollt, hauchdünne Tücher in die Luft geworfen, gesungen und geklatscht. Ziel ist, dass die Kleinen ihre Arme und Beinchen benutzen, das Köpfchen halten oder entsprechend drehen. Sobald die Babys krabbeln können, kommen Gleichgewichtsübungen hinzu. Im gleichen Maß, wie auf die Kinder eingegangen wird, sollen vom Kurs jedoch auch die Eltern profitieren. Im Gespräch mit der Gruppenleiterin werden Mama und Papa in ihren, auf ihr Kind bezogenen Handlungen, bestärkt oder sanft korrigiert.

Funktioniert PEKiP auch zu Hause?

Es gibt zahlreiche Bücher, die sich mit dem Prager-Eltern-Kind-Programm beschäftigen. Schritt für Schritt Anleitungen sollen es den Eltern ermöglichen, viele der Übungen und Spiele mit ihrem Baby allein, in den eigenen vier Wänden durchzuführen. Eltern, die das gerne probieren möchten, sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass sie damit nicht alle PEKiP-Ziele erreichen können. Es gibt weder gleichaltrige Babys, noch andere Eltern, mit denen eine Interaktion stattfinden kann.

Hier einige Tipps für PEKiP zu Hause:

  • Damit das Baby nicht krank wird, sollte die Raumtemperatur bei über 20 °C liegen.
  • Jedes Kind hat sein individuelles Lern- und Entwicklungstempo. Wenn ihr Baby die für den jeweiligen Lebensmonat beschriebenen Übungen noch nicht kann, sollten die Eltern nicht gleich beunruhigt sein. Bestehen über längere Zeit ernsthafte Zweifel, sollten sie sich an einen Kinderarzt wenden.
  • Das Kind darf niemals zu etwas gezwungen werden. Die Entwicklung erfolgt „aus eigener Kraft“. Die Übungen und Spiele bieten lediglich Unterstützung.

PEKiP Kurs fürs Baby: Was kann das bewährte Programm?

PEKiP hat sich seit Jahrzehnten zur Frühförderung von Babys bewährt. Was das Programm eigentlich beinhaltet, wie ein PEKiP Kurs wirkt und was man sonst noch wissen muss.

Was ist PEKiP eigentlich?

Das PEKiP, also das Prager-Eltern-Kind-Programm, ist ein Gruppenkurs für Eltern und ihre Kinder im ersten Lebensjahr. Dabei liegen wenige Wochen alte Babys nackt in einem warmen Raum auf Matten und ihre Eltern beschäftigen sich intensiv mit ihnen. Verschiedene Spiele, die der Gruppenleiter anleitet, sollen die Kleinen animieren, sich zu bewegen und regen die Sinne an.

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Die Idee hatte der Prager Psychologe Jaroslav Koch bereits in den 1960er-Jahren, das eigentliche Programm stammt dann aus den 1970er-Jahren und wurde von Christa Ruppelt, einer Psychologin aus Bochum, und ihrem Mann, dem Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt, ausgearbeitet.

Aus der Mode ist der PEKiP Kurs trotzdem nicht. Im Gegenteil: Mehr als 1800 Einrichtungen für Eltern- und Familienbildung bieten es in fast jeder etwas größeren Stadt deutschlandweit an. Auf der Seite pekip.de kannst du nachschauen, ob es auch PEKiP in deiner Nähe gibt.

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Dieses Video erklärt, worum es in PEKiP-Kursen geht und warum die Babys dabei bis auf die Windel nackt durch den Raum strampeln dürfen und sollen

Das Ziel von einem PEKiP Kurs ist es, die Entwicklung des Babys zu fördern. Ob das Programm das wirklich leistet, ist zwar wissenschaftlich nicht wirklich erforscht, man Pädagogen und Forscher halten es aber dennoch für sehr sinnvoll. Warum? Weil schon in den ersten Lebensmonaten das Gehirn eines kleinen Menschen auf Lernen „programmiert“ ist. Spezielle Förderung tut ihm gut, da nur Nervenverbindungen auch erhalten bleiben, die auch wirklich genutzt werden.

Das Prager-Eltern-Kind-Programm, ist ein Gruppenkurs für Eltern und ihre Kinder im ersten Lebensjahr

Ab wann kann man mit einem PEKiP Kurs beginnen?

Sinnvoll ist ein PEKiP Kurs, wenn das Baby etwa vier bis sechs Wochen alt ist. Die Gruppengröße übersteigt selten sechs bis acht Elternteile plus ihre Kinder. In der Regel findet ein PEKiP Kurs einmal die Woche statt und dauert eineinhalb Stunden. Oft werden dabei auch Kinderlieder gehört.

Warum sind die Babys beim PEKiP Kurs nackt?

Man geht davon aus, dass sich die Kleinen ohne Kleidung freier und ungestörter bewegen können. Der Hautkontakt tut sowohl den Eltern, als auch dem Baby gut und stärkt die Beziehung. Die Wärme im Raum sorgt dafür, dass niemand frieren muss.

Da stellt sich die Frage: Ist das nicht unhygienisch? Nein, den es werden Unterlagen benutzt, die ausgetauscht bzw. abgeputzt werden können, wenn mal was daneben geht. Eine Infektionsgefahr für die anderen Kinder besteht wegen der geringen Größe der Gruppe in der Regel nicht.

Bilderbücher für Babys

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Warum tut ein PEKiP Kurs auch den Eltern gut?

Heutzutage haben viele kaum Umgang mit Kindern, bis sie dann selbst Eltern werden. In einem PEKiP Kurs wird der Umgang mit einem Baby „geübt“. Dadurch festigt sich die Eltern-Kind-Beziehung, Mama und Papa werden für die Bedürfnisse ihres Kleinen sensibilisiert. So können Signale des Babys besser gelesen und darauf reagiert werden.

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Außerdem hilft ein PEKiP Kurs natürlich, Kontakte zu anderen frischgebackenen Eltern zu knüpfen, die sich in der gleichen Situation befinden und die gleichen Sorgen und Ängste haben.

Spielerische Sinnes- und Bewegungsanregung für Babies

swissmom: Was bedeutet PEKiP?

Regula Baratte-Brun: PEKiP ist die Abkürzung für „Prager Eltern Kind Programm“ und basiert auf der Idee des tschechischen Kinderpsychologen Dr. Jaroslav Koch einer spielerischen Sinnes- und Bewegungsanregung für Babies. Er war der Ansicht, dass in unserer Gesellschaft den kleinen Kindern eher eine passive Rolle zukommt. Dadurch, dass sie häufig in ihren Betten oder Wippen liegen, bekommen sie wenig Gelegenheit zur aktiven Bewegung. Deshalb entwickelte er in den 60er Jahren Bewegungsspiele für Mütter mit ihren Kindern. Seine Erkenntnisse wurden in den 70er Jahren vom Ehepaar Christa und Hans Ruppelt übernommen und erweitert, indem sie diese Bewegungsanregungen in Gruppen von gleichaltrigen Kindern ausführten.

Zur Person

Regula Baratte-Brun ist PEKiP Kursleiterin, Primarlehrerin und Mutter.

swissmom: Ab welchem Alter kann ein Kind und sein Elternteil eine PEKiP Gruppe besuchen?

Regula Baratte-Brun: PEKiP ist für Babies ab ca. 6 bis 8 Wochen bis zum vollendeten ersten Lebensjahr.

swissmom: Was bietet PEKiP den Babies?

Regula Baratte-Brun: Die Babies sind Mittelpunkt des Geschehens. Wenn sie sich bewegen wollen, zeigt die Kursleiterin für jedes Kind individuelle Anregungen, welche dem Entwicklungsstand des Babies entsprechen. Sind sie aber müde, dann dürfen sie schlafen. Wenn die Kinder hungrig sind, werden sie gefüttert bzw. gestillt. Die Kinder sind während der Gruppenstunde nackt, weil sie sich so besser und spontaner bewegen können. Dabei wird der Raum auf mindestens 25 Grad Celsius geheizt, damit die Gesundheit der Kinder nicht gefährdet ist. Zudem machen die Kinder erste wichtige Kontakte zu anderen Babies und deren Eltern. Die Kinder interessieren sich für einander, beobachten und regen sich gegenseitig zur Bewegung an. Sie entdecken ihre eigenen Fähigkeiten, treten mit anderen Kindern in Kontakt. Sie hören, sehen und be-greifen. Sie werden zu Spielpartnern und lernen so von einander.

swissmom: Die Kinder sind während den Gruppenstunden nackt, wie ist die Hygiene gewährleistet?

Regula Baratte-Brun: Frischer Urin ist steril und für die Gesundheit unbedenklich. Der Urin wird einfach weggewischt und je nach Unterlage wird nachgereinigt. Zudem werden die Matten regelmässig geputzt und desinfiziert. Dass ein Kind während einer Stunde stuhlt ist sehr selten. In diesem Fall wird sofort mit einem Desinfektionsmittel aufgewischt.

swissmom: PEKiP ist auch für die jungen Eltern eine sinnvolle Abwechslung, weshalb?

Regula Baratte-Brun: Die Eltern haben die Möglichkeit, sich während einer gewissen Zeit uneingeschränkt auf ihr Kind zu konzentrieren und sich bewusst mit ihm abzugeben. Ausserdem erhalten sie viele Anregungen, wie man sich mit seinem Kind beschäftigen kann. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass gerade heute vielen jungen Müttern der Kontakt zu anderen Müttern in derselben Situation fehlt. Hierzu bietet PEKiP eine Chance, Leute regelmässig zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch können Erfahrungen ausgetauscht und Probleme besprochen werden. Die Eltern können bewusst die Beziehung zwischen ihnen und ihren Kind erleben und die Entwicklung ihres Kindes erleben. Es wird deutlich, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat, unterschiedliche Verhaltensweisen werden aufgezeigt und wie jedes Kind seinen eigenen Weg entwickelt. Auch werden von der Spielleiterin verschiedene Stimmungen der Kinder aufgegriffen. Die Eltern lernen so die Bedürfnisse ihrer Kinder besser wahrzunehmen und die Gefühle der Kinder besser zu akzeptieren.

swissmom: Wie lange dauert ein solches PEKiP Treffen?

Regula Baratte-Brun: Die Treffen finden einmal in der Woche statt und dauern 90 Minuten.

swissmom: Wo finde ich eine PEKiP Gruppe in meiner Nähe?

Regula Baratte-Brun: Auf www.pekip.ch sind unter Kursorte alle ausgebildete PEKiP Leiterinnen aufgelistet.

swissmom: Kann PEKiP auch nach dem Kurs zu Hause durchgeführt werden?

Regula Baratte-Brun: Die Anregungen während einer Stunde sind so zusammengestellt, dass man sie auch zu Hause mit einfachen Mitteln nachmachen kann. Ausserdem gibt es einige gute Bücher über PEKiP.

Kontaktadresse: Regula Baratte-Brun, [email protected]

Letzte Aktualisierung : 03-08-16,

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