Pädagogische konzepte kindergarten

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Kita und Hort: Zahl der betreuten Kinder wächst

Mit dem Gute-Kita-Gesetz investiert der Bund in die frühkindliche Bildung© BMFSFJ/Georges Pauly

Der Ausbau der Kindestagesbetreuung kommt gut voran, dennoch ist der Bedarf an Plätzen weiterhin hoch. Das zeigen die aktuellen Zahlen, die das Bundesfamilienministerium für die dritte Ausgabe der Publikation „Kindertagesbetreuung Kompakt“ zusammengestellt hat*. Demnach wurden am Stichtag, 1. März 2017, bundesweit 762.300 Kinder unter drei Jahren und damit 42.800 mehr als im Vorjahr in einer Kita oder in der Kindertagespflege betreut. Die Betreuungsquote stieg auf 33,1 Prozent. 2016 lag sie bei 32,7 Prozent.

Bei den Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 41.500 auf knapp 2,4 Millionen gestiegen. Das entspricht einer Betreuungsquote von 93,6 Prozent. Dass die Betreuungsquoten trotz des massiven Ausbaus von Plätzen nicht höher sind, ist auf die höhere Geburtenrate und auf die Zuwanderung zurückzuführen.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey:

„In der Kita und in der Kindertagespflege werden die Weichen gestellt für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Damit es jedes Kind packt, müssen wir weiter in die frühkindliche Bildung investieren. Jedes Kind muss deutsch sprechen, sich anziehen und einen Stift halten können, bevor es in die erste Klasse kommt. Damit es später einen Schulabschluss schafft, eine Ausbildung oder ein Studium.“

Mit dem Gute-Kita-Gesetz wird die Qualität der Kitas verbessert und werden Eltern bei den Gebühren entlastet. Davon profitieren vor allem Familien mit geringem Einkommen. Im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes wird der Bund in den nächsten drei Jahren 3.500 Millionen Euro an die Länder geben – parallel dazu startet das Bundesfamilienministerium eine Fachkräfteoffensive. Denn für mehr Plätze und bessere Qualität braucht es mehr Menschen, die sich für den Erzieherberuf entscheiden.

Mehr Kinder in Horten

Auch die Bedeutung der Hortbetreuung wächst: Die Zahl der Grundschulkinder bis elf Jahren in der Hortbetreuung ist von 2016 bis 2017 um 13.800 auf 477.400 gestiegen. Die Betreuungsquote lag 2017 bundesweit bei 16,5 Prozent. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während einige Länder die außerschulische Betreuung vor allem durch Hortangebote umsetzen, bauen andere Länder die Ganztagsschulen aus.

Insgesamt wurden 98.200 Kinder unter elf Jahren mehr in Kitas, Kindertagespflegestellen oder Horten betreut als noch 2016. Trotzdem besteht in allen Altersgruppen eine Lücke zwischen der Betreuungsquote und dem eigentlichen Betreuungsbedarf der Eltern. Bei Kindern unter drei Jahren liegt diese bei gut zwölf Prozentpunkten: 45,2 Prozent der Eltern wünschen sich einen Betreuungsplatz für ihr Kind, es werden jedoch nur 33,1 Prozent der Kinder betreut. Bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt liegt die Differenz bei drei Prozentpunkten und bei den Grundschulkindern bis elf Jahre bei sieben Prozentpunkten.

Bis zu 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze

Der Bund wird daher nicht nur mit dem Gute-Kita-Gesetz für bessere Qualität sorgen, sondern auch auf den weiter steigenden Bedarf an Plätzen reagieren. Mit dem vierten Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ stellt den Ländern und Kommunen für den Ausbau von Betreuungsplätzen von 2017 bis 2020 insgesamt 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung. Hierdurch können bis zu 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen werden.

*Für die dritte Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“ bilden die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik und die Kinderbetreuungsstudie U15 des Deutschen Jugendinstituts (DJI) die Datengrundlage. Die Betreuungszahlen in Deutschland und den Bundesländern sind bei Frühe Chancen in interaktiven Grafiken abrufbar.

Angebote für die Kleinsten unter Drei

Kinder unter drei Jahren werden beim ASB in Krippen als eigenständigen Einrichtungen, in eigenen Krippengruppen in Kitas oder auch im Rahmen von altersgemischten Gruppen aufgenommen und betreut. Die Schaffung von Bindungen als Voraussetzung für Bildungsprozesse sind in diesem Alter besonders wichtig.

Kindergartenkinder über Drei

Im klassischen Kindergartenalter ab drei Jahren wird der Kontakt zu anderen Kindern noch wichtiger für die kindliche Entwicklung. Die Kinder werden in altershomogenen Gruppen (Drei- bis Vierjährige, Vier- bis Fünfjährige, usw.) zusammengefasst oder in altersgemischten Gruppen betreut. Bei den älteren Kita-Kindern steht auch der gelingende Übergang in die Grundschule im Blickpunkt der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher des ASB.

Betreuung und Förderung von Schulkindern

Der ASB bietet auch Kindern im Grundschulalter Förderung und Betreuung und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn die Schule bereits am Vormittag oder mittags endet. In Horten als eigenständigen Einrichtungen, in eigenen Hortgruppen in Kitas oder in altersgemischten Gruppen werden Kinder im Grundschulalter nach Schulschluss betreut. Sie erhalten ein warmes Mittagessen, Unterstützung bei den Hausaufgaben und ein breites Angebot an kreativen und sportlichen Freizeitangeboten.

Auch an Ganztagsschulen und in der Schulsozialarbeit ist der ASB aktiv.

Integrative/Inklusive Angebote

Ziel einer inklusiven Kindertagesbetreuung ist es, dass in allen Kindertageseinrichtungen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam gefördert und betreut werden. In den integrativen Kitas des ASB erhalten Kinder mit Behinderung individuelle Förderung und Unterstützung, z.B. durch Krankengymnastik oder Sprachtherapie. Dafür werden die Erzieherinnen und Erzieher durch heilpädagogische und andere Fachkräfte unterstützt.

7 Kindergarten-Konzepte im Überblick

Kindergarten-Konzepte gibt es viele. Welches ist das Richtige für dein Kind? Wir verschaffen dir einen Überblick und stellen sieben Kindergarten-Konzepte vor.

Kindergarten ja – aber welcher?

Bei der Wahl des Kindergartens geht es nicht nur um Betreuung, sondern um die Wahl der ersten Bildungsstätte. Also interessiert Eltern auch, welche pädagogischen Kindergarten-Konzepte zur Wahl stehen – und welcher Kindergarten zu ihren persönlichen Vorstellungen von Erziehung und Bildung passt.

Generell gilt: Jeder Kindergarten, jedes Kindergarten-Konzept ist letztlich ein Original. Eltern sollten daher genau prüfen, ob der jeweilige Kindergarten tatsächlich zur Persönlichkeit ihres Kindes passt. Diese Übersicht bietet dir einen Überblick über sieben bekannte Kindergartenkonzepte, die sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum zu finden sind.

1. Situationsansatz: Was die Kinder aktuell interessiert, bestimmt die Themen
2. Montessori-Kinderhaus: Förderung der Eigenverantwortlichkeit des Kindes
3. Freinet-Kindergarten: Vertrauen in die Instinkte der Kinder
4. Waldorf-Kindergarten: Schwerpunktmäßige Förderung von musikalischen Fähigkeiten
5. Reggio-Kindergarten: Starke Einbeziehung der Eltern
6. Waldkindergarten: Aufenthalt im Freien
7. Bewegungskindergarten: Förderung von Bewegung

Weitere Kindergartenkonzepte

Viele Kindergärten vereinen nicht nur ein, sondern mehrere Konzepte in sich. So gibt es beispielsweise zahlreiche englischsprachige Montessori-Kindergärten. Zusätzliche oder besondere Angeboten schlagen sich häufig in den erhöhten Beiträgen für die Betreuung nieder. Hier eine kleine Orientierungshilfe, nach welchen Aspekten du neben den festen Konzepten einen Kindergarten aussuchen kannst:

• Mehr- oder Fremdsprachigkeit, ggf. Sprachunterricht
• Besondere Bildungsangebote z.B. Ballettunterricht, Musikstunden u.a.
• Besondere Ausstattung z-B. Sauna, Kneippbecken, Pool u.a.
• Besondere Kost: Biologische, vegane, vegetarische u.a. Versorgung
• Religiöse Prägung
• Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen
• Schriftliche Berichte über die Entwicklung des Kindes
• Über-Nacht-Betreuung möglich und/oder flexible Bring- und Abholzeiten; ganzjährig geöffnet
• Kindergärten nach dem Beruf der Eltern (z.B. Universitätsmitarbeiter)

Betreuung

Erster Kindergartentag: So bereiten Sie Ihr Kind vor

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Kindergarten-Konzepte: Weitere Infos

Weitere Informationen zu den einzelnen Kindergarten-Konzepten bieten die jeweiligen Kindergarten-Bundesverbände und -Dachverbände:
• www.montessori-deutschland.de
• www.freinet-kooperative.de
• www.waldorfkindergarten.de
• www.dialogreggio.de
• www.waldkinder.de

Kindergarten-Konzepte: Buch und Internet-Tipps

• Ingeborg Becker-Textor
Handlungskonzepte von Montessori bis zum Situationsansatz,
erschienen im Herder-Verlag, 8 Euro
Das 58-seitige Heft stellt die verschiedenen pädagogischen Kindergarten-Konzepte kurz und prägnant dar und informiert über deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
• www.bertelsmann-stiftung.de: Unter dem Link „Frühkindliche Bildung“ finden Eltern Infos rund um das Thema „Bildung in der Kita“ und das jeweilige Kindergarten Konzept
• www.bildungsserver.de: In der Rubrik „Elementarbildung“ können die Kita-Bildungspläne aller 16 Bundesländer eingesehen werden.

Reggio-Kindergarten

Worum es in der Reggio-Pädagogik geht und welche Rolle der Raum dabei spielt, erfahren Sie hier.

Kooperation und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt der Reggio-Pädagogik. Ausgangspunkt ist das Kind, das sich aktiv mit sich selbst und seiner Umwelt auseinandersetzt.
Dieses Kindergarten-Konzept setzt auf kleinere oder größere Handlungs- und Lerneinheiten, die an den täglichen Erfahrungen der Kinder (plötzlicher Regen, der erste Schneefall, eine Katze, die regelmäßig durch den Kindergarten streunt, usw.) ansetzen. Ausgehend von den Gedanken und Beobachtungen der Kinder bauen sich konkrete Projekte auf.
Der Raum gilt den Reggianern als „3. Erzieher“. Daher ist ein Reggio-Kindergarten wie eine italienische Stadt aufgebaut: Auf der „Piazza“, dem zentralen Platz, trifft man sich. Von ihm gehen Werkstätten, Rückzugs- und Denkecken, Bewegungsräume und Ateliers ab, in denen gespielt, gearbeitet und ausgeruht wird. Spiegel, Fenster und Mauerdurchbrüche laden dazu ein, sich selbst im Raum zu verorten und kreative Ideen und Einsichten zu fördern.

Eltern sind in diesem Kindergartenmodell gut integriert. Viele Freizeitaktivitäten vereinen Kind und Eltern z.B. ein gemeinsamer Chor. So ist der Kindergarten offen für den häuslichen Alltag des Kindes und verbindet den Kindergarten mit Zuhause.

Bewegungskindergarten

Das Konzept des Bewegungskindergartens zeichnet sich durch viel Bewegung aus.

Der Bewegungskindergarten hat zum Ziel, der wachsenden Bewegungsarmut bei Kindern entgegenzuwirken. Der Fokus dieses Konzepts liegt daher darauf, dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern nachzukommen und ihnen entsprechende Möglichkeiten und Anreize zur Bewegung zu bieten. Die Bewegung wird hier als ein wichtiger Teil des Menschen neben Denken, Fühlen und Wahrnehmen gesehen.

Die Räume des Bewegungskindergartens sind mit Geräten zum Schaukeln, Schwingen und Klettern ausgerüstet. Zusätzlich stehen Materialien zum Bewegen bereit, wie Tücher, Bälle, Seile, Taue, Sandsäcke, Ringe und eine Musikanlage. Geübt werden das Gleichgewicht sowie Reaktions- und räumliche Orientierungsfähigkeit.

Bewegungskindergarten auf den Punkt gebracht:
• Einrichtung, die zum Bewegen anregt
• Förderung von Gleichgewicht, Reaktion und räumlicher Orientierung
• Bewegung als wichtiger Teil des Menschseins

Waldkindergarten

Ganz „natürlich“ geht es im Waldkindergarten zu. Hier wird die Natur kennen- und respektieren gelernt.

Im Waldkindergarten sind die Kinder bei jedem Wetter draußenund sind mit Rucksäcken und wetterfester Kleidung ausgestattet im Wald unterwegs. Machen die Witterungsbedingen einen Aufenthalt im Freien gefährlich, können sich die Kinder aber in eine Hütte oder einen Bauwagen zurückziehen. Auf konventionelles Spielzeug wird größtenteils verzichtet – gespielt wird in diesem Kindergarten mit allem, was der Wald zu bieten hat: Matsch, Käfer, Moos, Stöcke etc.

Im Waldkindergarten halten sich die Kinder durchwegs im Freien auf

Pädagogisch orientieren sich Waldkindergärten meist an Regelkindergärten, doch die Nähe zur Natur lässt den Kindergartenalltag natürlich ganz anders aussehen.

Zusammenfassung: Darauf kommt es im Waldkindergarten an
• Kinder lernen von Anfang an, im Einklang mit der Natur zu leben
• Aufenthalt im Freien bei jedem Wetter
• Keine Spielzeuge, stattdessen Naturmaterialien

Freinet-Kindergarten

Grundlage des Freinet-Kindergartens ist das Vertrauen der ErzieherInnen in die Kinder.

Die Freinet-Pädagogik ist ebenfalls ein stark auf die Bedürfnisse des Kindes ausgerichteter Ansatz, doch geht dieses Konzept noch einen Schritt weiter: In dem nach dem französischen Dorfschullehrer Célstin Freinet (1896-1966) benannten Kindergarten-Konzept übernimmt der Nachwuchs die Regie über seine Entwicklung. Im Unterschied z.B. zur Montessori-Pädagogik finden die Kinder aber in unfertigen, pädagogisch nicht aufbereiteten Situationen ihre eigenen Stärken heraus – und gewinnen so immer mehr Selbstvertrauen.

Kreativwerkstätte in einem Freinet-Kindergarten

Die aktive Beteiligung der Kinder an der Gestaltung des Alltags im Kindergarten ist ein Eckpfeiler des pädagogischen Programms. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass die in den meisten Freinet-Kindergärten vorhandenen Ateliers und Werkstätten von den Kindern eigenverantwortlich geleitet werden. Erzieher richten sich nach den Kindern, wenn z.B. ein Kind nicht am Tisch, sondern am Boden essen will, wird ihm sein Essen dorthin gebracht. Ob ein Mittagsschlaf nötig ist oder nicht, entscheidet das Kind.

Grundlage für dieses Kindergarten-Konzept ist ein fast grenzenloses Vertrauen, das die Erzieherinnen den Kindern entgegenbringen. Ziel ist, dass das Kind selbstverantwortlich handeln lernt und sich als kompetente Persönlichkeit erlebt.

Zusammenfassung des Freinet-Konzepts:

• Kinder gestalten ihren Kindergartenalltag selbst
• Betonung von Eigenverantwortung und gegenseitiger Verantwortlichkeit
• Der Weg ist das Ziel: Schwierigkeiten selbst überwinden und daraus lernen
• Freie Entfaltung der Persönlichkeit

Waldorf-Kindergarten

Was macht einen Waldorf-Kindergarten aus? Wir verraten es Ihnen.

Im Zentrum der von Rudolf Steiner entwickelten Waldorf-Pädagogik steht die Nachahmung. Dieser Ansatz legt zu Grunde, dass die natürliche Neugier von Kindern die Basis ihrer Entwicklung ist, da sie ihre Umwelt nachahmen und sich so weiterentwickeln. Entsprechend wichtig ist bei diesem Kindergarten-Konzept der Erzieher, in dem die Kinder ein ausgeprägtes Vorbild sehen.

Jahreszeiten prägen die Themen des Kindergartenalltags

Eine wichtige Rolle spielen in dem Waldorf-Kindergarten die Sinne und das Handeln, denen Denken und Wissen nachgeordnet sind. Hauptanliegen der Waldorf-Pädagogik ist die individuelle und ganzheitliche Entwicklung von Körper, Seele und Geist. Viel Wert wird daher auf die musikalische Erziehung und Förderung der Kreativität gelegt. Das bedeutet zum Beispiel Eurythmie-Einheiten im Kindergartenalltag. Eurythmie bedeutet übersetzt „schöne Bewegung“ und ist als spezifische Bewegungskunst Teil des Waldorf-Konzepts. Die Eurythmie lässt Kinder ausdrücken, was sich durch Sprache schwer oder gar nicht vermitteln lässt.

Außerdem zeichnet sich ein Kindergarten nach Waldorf durch einen festen Rhythmus in Form eines strukturierten Tagesablaufs aus. Der Tag ist unterteilt in freies Spielen und Phasen, die durch konkrete Anregungen durch die Erzieher bestimmt sind. Einzelne Tage haben festgelegte Höhepunkte wie Brotbacken oder ein besonderes Frühstück.
Jahreszeiten spielen eine große Rolle bei der Gestaltung des Kindergartenalltags: Sowohl in der Dekoration der Räume als auch in Festen werden Jahreszeiten aktiv erlebt. Viele Feste haben zudem einen religiösen Bezug (z.B. Ostern).

Ganz wichtig ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern, von denen ein hohes Maß an Übereinstimmung mit den Erziehungszielen erwartet wird. Außerdem sind die Eltern bei einigen Kindergärten stark in die Finanzierung und Planung von Veranstaltungen eingebunden.

Zusammenfassung des Konzepts Waldorf-Kindergarten:
• Lernen durch Nachahmung ➤Ausgeprägte Vorbildfunktion des Erziehers
• Betonung der musikalisch und kreativen Entwicklung des Kindes (u.a. durch Eurythmie)
• Feste Rhythmen im Ablauf
• Einbindung der Eltern

Situationsansatz

Haben Sie schon mal was vom Situationsansatz gehört? Wir klären Sie über dieses Kindergarten-Konzept auf.

Der Situationsansatz

Der Situationsansatz wird inzwischen in den meisten Kindergärten angewendet. Dieses sozialpädagogische Konzept stellt soziales Lernen und die alltäglichen Lebensbedingungen der Kinder in den Mittelpunkt. Das bedeutet, jedes Kind wird mit seinem sozialen und kulturellen Hintergrund gesehen und eingebunden. Den Kindergartenalltag prägt, was die Kinder beschäftigt, interessiert und was sie an Voraussetzungen von zuhause mitbringen. In der Praxis bedeutet das, dass in Gesprächen mit den Kindern und Eltern herausgefunden wird, welche Themen in der Lebenswelt des Kindes eine Rolle spielen. Daraus entwickeln die Erzieher konkrete Projekte. Traditionelle Programme wie montags singen, dienstags spielen, mittwochs basteln usw. haben in diesem Situationsansatz weitgehend ausgedient.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Kind auf Augenhöhe zu behandeln, zum Beispiel bei Abstimmungen: Die Stimme eines Kindes zählt genauso viel wie die des Erziehers. Kinder können so spielerisch Verantwortungsgefühl entwickeln.

Zentral ist, was die Kinder interessiert

Von Stereotypenzuweisungen wird bewusst Abstand genommen, kein Mädchen muss „mädchenhafte“ Dinge tun – darf es aber, wenn es möchte!
Altersübergreifende Angebote wie Ausflüge geben den Kindern die Möglichkeit, von den Älteren zu lernen und von deren Erfahrungen zu profitieren.

Der Situationsansatz zusammengefasst:
• Lebenswirklichkeit der Kinder bestimmt das den Kindergartenalltag
• Soziale und kulturelle Lebensbedingungen werden miteinbezogen
• Das Kind ist auf Augenhöhe mit den Erziehern

Montessori-Kinderhaus

Hilf mir, es selbst zu tun – so lautet der Grundsatz der Montessori-Pädagogik. Wie das im Kindergarten aussieht, lesen Sie hier.

Ziel der Pädagogik nach Maria Montessori (1870-1952) ist die Entwicklung der Eigenkräfte des Kindes. Die Ärztin war überzeugt, dass jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich trage und selbst am besten weiß, was es will und braucht. Das Kind soll sich frei, spontan und allein beschäftigen.

Die Kinder bestimmen beim Montessori-Ansatz selbst, wie lange und womit sie spielen. So lernen sie, Entscheidungen zu treffen, selbstständig zu denken und zu handeln. Das gilt auch für ganz alltägliche Dinge wie Geschirr abräumen oder Scherben zusammenkehren.
Unterstützt und herausgefordert werden die Kleinen durch spezielle Montessori-Materialien, die sie auf verschiedenen Ebenen ansprechen, indem sie einen Bewegungsanreiz bieten oder zum Experimentieren anregen. Diese sind in Bereiche unterteilt: Materialien für die Sinnesschulung, mathematische Materialien, zur Förderung der Sprache, Bewegungsspielzeug uvm.

Lernmaterialien im Montessori-Kindergarten

Weil die Montessori-Pädagogik das Kind als den Hauptakteur seines Lernweges sieht, der sich nicht an einem vorgegebenen Entwicklungs- und Lernplan, sondern allein an den individuellen Bedürfnissen und Interessen des Kindes orientiert, verstehen sich die Erzieher in diesem Kindergarten-Konzept weniger als Lehrende denn als Helfer. „Hilf mir, es selbst zu tun“, ist die Devise. Sie halten das Kind dazu an, Schwierigkeiten selbst zu überwinden und seine Persönlichkeit eigenverantwortlich auszubilden.
Montessori-Kindergärten sind meist integrativer Art, nehmen also Kinder mit Behinderung in die Gruppe auf.

Zusammenfassung des Montessori-Konzepts im Kindergarten:
• Basis ist der kindliche Forschungs- und Entwicklungsdrang, dem das Kind frei nachgehen darf
• Spezielle Materialien, die zum Lernen anregen

• Erzieher als Helfer

Kindergarten Konzeption und Kindergarten Konzepte – ein Überblick

Eine Konzeption bzw. ein Konzept ist per Definition ein ausführlicher Plan für ein größeres, längerfristiges Vorhaben. Eine Kita-Konzeption beschreibt daher ausführlich, wie die pädagogische Arbeit in der jeweiligen Einrichtung theoretisch und praktisch aussieht. Berücksichtigt werden müssen neben pädagogischen aber auch rechtliche Aspekte, die die Grundlage der Kinderbetreuungsgesetze der jeweiligen Bundesländer bilden. Bildung ist Ländersache – daher hat jedes Bundesland auch ein eigenes Kindergartengesetz. Inhaltlich ähneln sich die Gesetzestexte natürlich.

Wann muss ein Kindergarten eine Konzeption erstellen?

In der Regel wird eine Kita-Konzeption erstellt, bevor oder kurz nachdem eine Einrichtung ihren Betrieb aufnimmt, da einige Aspekte innerhalb des Konzeptes auch direkt mit einer Betriebserlaubnis zusammenhängen. Doch auch Kindertagesstätten die schon länger bestehen müssen sich regelmäßig mit ihrer Konzeption auseinandersetzen. Grund dafür kann zum Beispiel sein, dass sich die pädagogische Ausrichtung geändert hat, dass es gesetzliche Neuerungen gibt oder dass die Einrichtung einen neuen Träger hat.

Auch wenn sich bezüglich der Rahmenbedingungen Neuerungen ergeben, also zum Beispiel im Hinblick auf die Anzahl der Betreuungsplätze, der Gesamtzahl der Gruppen oder auf die Öffnungszeiten sollte eine bereits bestehende Konzeption überarbeitet werden. Das Konzept ist das Aushängeschild einer modernen Einrichtung für Kinder, in der Transparenz und ein geregelter Tagesablauf unter Berücksichtigung pädagogischer Leitsätze und Prinzipien groß geschrieben werden. Eine aktuelle übersichtliche Konzeption ist die beste Werbemaßnahme weil sie zeigt, dass Träger und Team sich der Tatsache bewusst sind, dass sie eine für Eltern wichtige Dienstleistung anbieten.

Ein pädagogisches Konzept zu erstellen ist kein leichter Prozess. Ziel ist es schließlich die pädagogischen Grundsätze, welche die Basis der täglichen Arbeit eines Kindergartens oder einer Krippe darstellen, anschaulich aufzulisten und zu beschreiben. Gleichzeitig müssen bestimmte Aspekte in jedem Konzept unabhängig von der pädagogischen Ausrichtung der jeweiligen Einrichtung zwingend auftauchen, damit diese Anspruch auf staatliche Fördergelder hat.

Dazu gehören heute Leitsätze wie

– Partizipation in der Kita,

– Sprachförderung im Kindergarten,

– Beschwerdemanagement im Kindergarten,

– Bildungs- und Erziehungspartnerschaft,

– Qualitätsmanagement,

– Kooperation mit anderen Institutionen wie zum Beispiel der Grundschule, Ärzten und Therapeuten, Behörden wie dem Jugendamt usw.,

– Kompetenz- und Stärkenorientierung,

– Transparenz usw.

Bestimmte Begrifflichkeiten sollte eine moderne Konzeption für Kindergarten und Krippe also enthalten. Trotzdem muss natürlich deutlich werden, welche pädagogischen Schwerpunkte die Einrichtung setzt und wie sie sich von anderen Kindergärten unterscheidet. Neben den pädagogischen Zielen können Eltern, Mitarbeiter, Behörden und Trägervertreter in der Kindergartenkonzeption nachlesen, welche Ansätze und Methoden die Einrichtung verfolgt. Oft genant werden unter anderem der situationsorientierte Ansatz, die Montessori-Pädagogik, die offene Arbeit im Kindergarten, Elemente der Religionspädagogik, die Waldorf-Pädagogik, die Naturpädagogik usw.

Ein Kindergarten Konzept entwickeln und veröffentlichen – worauf gilt es zu achten?

Eine Konzeption im Kindergarten erstellen: Das bedeutet auch, aktiv zur Qualitätsentwicklung beizutragen. Im Idealfall sollte das pädagogische Team in den Prozess der Konzeptentwicklung mit einbezogen werden. Auch Impulse von den Eltern und vom Träger werden oft aufgegriffen und in die Konzeption der Kindertagesstätte integriert.Wie ihr Kindergarten Konzept aufgebaut ist, kann die jeweilige Einrichtung selbst entscheiden – aber natürlich sollte eine Kita-Konzeption übersichtlich und strukturiert gegliedert sein und beispielsweise ein Vorwort der Kindergartenleitung und des Trägers enthalten, die Rahmenbedingungen erläutern, das pädagogische Konzept erklären und Kooperationen sowie die Zusammenarbeit mit Eltern erwähnen.Kindergartenkonzeptionen sind natürlich auch deshalb wichtig, weil sie Eltern davon überzeugen sollen ihr Kind in der betreffenden Einrichtung unterzubringen oder weil qualifiziertes pädagogisches Personal angeregt werden soll dort zu arbeiten. Eine Kita-Konzeption oder die Konzeption einer Kinderkrippe sind also auch eine Art Werbebroschüre und sollten daher auch optisch ansprechend gestaltet sein. Viele Kindergärten Konzepte enthalten daher auch anschauliche und repräsentative Fotos, die zum Beispiel die Räumlichkeiten vorstellen oder den pädagogischen Alltag zeigen.Wichtige Informationen wie Kosten, Öffnungszeiten und Kapazitäten können als Aufzählung hervorgehoben werden. Auch Kontaktdaten sollte der Leser natürlich schnell finden. Davon abgesehen sollen Eltern natürlich von der Qualität der jeweiligen Einrichtung überzeugt werden. Aber welche Faktoren, die im Konzept erwähnt werden sollten, machen einen guten Kindergarten aus? Folgende Kriterien beziehen Eltern in die Wahl des passenden Kindergartens für ihr Kind mit ein:

– Lage des Kindergartens: Ist die Einrichtung gut erreichbar, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

– Öffnungszeiten und Betreuungskosten: Bietet der Kindergarten flexible Öffnungszeiten an? Gibt es eine Frühbetreuung ab 7.00 Uhr und eine Nachmittagsbetreuung nach 16 Uhr? Können die Betreuungszeiten auch innerhalb eines Jahres verändert werden? Was kostet die Betreuung? Muss das Mittagessen zusätzlich bezahlt werden?

– Kooperationen: Kooperiert der Kindergarten mit anderen Institutionen wie beispielsweise der Grundschule, Förderzentren und therapeutischen Einrichtungen, Musikschulen, Vereinen usw.

– Betreuungsschlüssel und Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte: Wie viele Fachkräfte betreuen wie viele Kinder? Welche Ausbildung und zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen haben die einzelnen Pädagogen durchlaufen? Ist das Team multiprofessionell zusammengesetzt, also arbeiten neben Erziehern möglicherweise noch Logo- oder Ergotherapeuten, Krankenschwestern, Sozialpädagogen oder Heilpädagogen in der Einrichtung?

– Räumlichkeiten und Außengelände: Gibt es neben den Gruppenräumen auch Funktionsräume, die für die Kinder jederzeit zugänglich sind? Sind die Gruppen mit ansprechendem und pädagogisch sinnvollem Material ausgestattet? Sind die Möbel in neuwertigem Zustand? Sind keine Sicherheitsrisiken erkennbar? Ist das Außengelände gepflegt, groß genug und abwechslungsreich gestaltet?

– Gruppenstruktur: Gibt es altersgemischte Gruppen? Arbeitet die Einrichtung offen oder teiloffen?

-Pädagogisches Angebot: Werden regelmäßig Ausflüge und Kindergarten Projekte angeboten? Berücksichtigen die Fachkräfte bei ihrer Planung die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und Eltern? Ist das pädagogische Material reichhaltig? Wie werden unterschiedliche Bereiche gefördert wie naturwissenschaftliches Interesse, Grob- und Feinmotorik, Sprache, Sozialverhalten, Selbstständigkeit, Kreativität, ein Gespür für gesunde Ernährung usw.

-Tagesablauf: Bis wann müssen die Kinder morgens gebracht werden? Gibt es Kernzeiten, während der alle Kinder anwesend sein müssen? Gibt es ein gemeinsames Frühstück oder gleitende Frühstückszeiten?

-Zusammenarbeit mit den Eltern: Finden regelmäßig Entwicklungsgespräche statt? Wird die Entwicklung der Kinder angemessen dokumentiert? Werden Eltern in die Planung und Durchführung von Festen und Feiern mit einbezogen? Gehen die pädagogischen Fachkräfte konstruktiv mit Kritik um? Wie viel Einfluss nimmt der Träger?

-Vorschulförderung:Gibt es ein spezielles Konzept für die Vorschulkinder zur Vorbereitung auf die Einschulung? Wenn ja, wie wird dieses Konzept umgesetzt? Wo liegt der Schwerpunkt?

Nicht alle diese Kriterien können in einem Konzept ausführlich erläutert werden. Das geschieht in der Regel beim Tag der offenen Tür oder beim Anmeldegespräch. Dennoch sollte eine pädagogische Konzeption zumindest die wichtigsten Fragen der Eltern vorab beantworten und ihnen einen Einblick in den pädagogischen Alltag ermöglichen. Daher ist es wichtig, dass das fertige Kindergarten Konzept auch optisch ansprechend aufbereitet wird. Dazu trägt eine gute Gliederung ebenso bei wie die Auswahl repräsentativer Fotos. Manche Kindergärten bieten den Eltern neben einem ausführlichen Konzeptpapier auch einen Flyer zum Mitnehmen an, der die wichtigsten Aspekte wie Öffnungszeiten, pädagogische Handlungsprinzipien oder Kosten für die Betreuungsplätze kurz erläutert und im Eingangsbereich der Einrichtung ausliegt.

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Wie funktioniert die Konzepterstellung konkret?

Folgende Tipps können bei der Arbeit am Konzept hilfreich sein:

– Konzeptarbeit erfordert Zeit, sie kann nicht zwischen Tür und Angel erfolgen.

– Nicht die Leitung allein ist für die Erstellung des Konzeptes verantwortlich – es kann auch ein kleines Team aus Erzieherinnen und Kinderpflegern mit dieser Aufgabe betreut werden.

– Ein Logo ist optisch ansprechend, erhöht den Wiedererkennungswert einer Einrichtung und dient als Alleinstellungsmerkmal. Außerdem trägt es dazu bei, dass sich das Team, die Eltern und die Kinder besser mit „ihrem“ Kindergarten identifizieren können.

– Inhalte sind wichtig, aber damit ein Konzept professionell aussieht sind zudem gute PC-Kenntnisse gefragt sowie bestenfalls ein entsprechendes Programm. Alternativ kann natürlich auch eine Agentur mit der Umsetzung betreut werden.

– Das fertige Konzept sollte allen Eltern immer zugänglich sein, zum Beispiel, indem es auf der Homepage der Einrichtung oder des Trägers zum Download bereit gestellt wird.

Können Sie kurz erläutern, was das Besondere an einer Einrichtung mit geschlossenen Gruppen ist?

Im sogenannten “Geschlossenen Konzept” gibt es im Kindergarten feste Gruppen für die Kinder. Sind beispielsweise 100 Kinder in einer Einrichtung mit vier Räumen und einem Außenbereich, so werden vier Gruppen mit jeweils 25 Kindern gebildet. In diesen Stammgruppen spielen und essen die Kinder. Mit den Kindern der anderen Gruppen kommen sie meist zum Freispiel, dem gemeinsamen Singen, bei Gottesdiensten oder gruppenübergreifenden Aktivitäten (Projekte) oder im Außenbereich in Kontakt. Das Alter der Kinder ist unterschiedlich (zwischen drei und sechs Jahren) und es gibt zwei Erzieher pro Gruppe, bei Integration von Kindern mit entsprechend mehr Personal.

Wo sehen Sie den Vorteil dieses Konzeptes?

– Die Kinder haben eine enge Bindung zu ihrem „eigenen“ Erzieher sowie zu den Kindern in ihrer Stammgruppe.
– Eine geschlossene Gruppe gibt den Kindern Geborgenheit, Sicherheit und Struktur.
– Die Entwicklung der Kinder lässt sich gut beobachten und dokumentieren, da nur ein oder zwei Erzieher zuständig sind.
– Die Absprache zwischen Eltern und Erziehern ist einfach, da die Eltern einen direkten Ansprechpartner haben. Das gibt auch den Eltern Sicherheit und Vertrauen.
– Die Eingewöhnung der Kinder gestaltet sich leichter, da es eine „Bezugserzieherin“ gibt.

Für welche Familien eignet sich dieses Konzept? Gibt es Voraussetzungen, die die Familie mitbringen sollte?

Es gibt keine besondere Zielgruppe, die Eltern sollten im Vorfeld über das Konzept informiert werden.

Kindergarten: Welche Vor- und Nachteile bieten die Konzepte? I

Die meisten Eltern sehen mit Stolz dem dritten Geburtstag ihres Kindes entgegen und freuen sich auf die beginnende Kindergartenzeit. Auch die Kinder sind aufgeregt und können es kaum erwarten. Oftmals waren sie schon in der Krippe oder Kita, manche wurden von einer Tagesmutter betreut und andere waren „nur“ bei ihrer Mutter oder ihrem Vater. Doch für alle ist das neue Abenteuer ein Schritt in die Selbstständigkeit und ein Schritt weg von ihren Eltern. Sie fühlen sich als die „Großen“ und wissen oftmals ganz genau, dass starke Veränderungen auf sie zukommen. Obwohl sich die Kinder freuen kann die Eingewöhnungszeit schwierig werden, weil das Kind sich doch nicht wohl fühlt und den Schritt weg von Mama oder Papa noch nicht gehen kann. Möglicherweise ist das Kind aber auch mit dem pädagogischen Konzept des Kindergartens überfordert und hätte sich in einer anderen Einrichtung leichter getan. Doch welche Konzepte gibt es in deutschen Kindergärten? Und welche Vor- und Nachteile bieten sie?

Der Situationsansatz

In den meisten Kindergärten wird mittlerweile der Situationsansatz angewendet. Hier werden das soziale Lernen und die alltäglichen Lebensbedingungen der Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Anders als früher gibt es keinen Wochenplan, in dem beispielsweise montags Musikunterricht, dienstags basteln und so weiter festgelegt wurden, sondern die Erzieher entwickeln anhand der Interessen der Kinder die Aktivitäten und Pläne für die nächste Zeit. Wenn beispielsweise das Interesse an den blühenden Blumen im Frühling bei den Kindern geweckt wird, gehen die Erzieher darauf ein und schauen sich in den nächsten Wochen die Entwicklung der Blüten an. Außerdem zählen altersgemischte Gruppen (von drei bis sechs Jahren), Elternmitarbeit und die flexible Tageseinteilung, die sich an den Wünschen der Kinder orientiert zu den Grundprinzipien.

Geschlossenes Konzept

Im sogenannten „Geschlossenen Konzept“ gibt es im Kindergarten feste Gruppen für die Kinder. Sind beispielsweise 75 Kinder in einer Einrichtung mit drei Räumen und einem Außenbereich, so werden drei Gruppen mit jeweils 25 Kindern gegründet. In diesen Stammgruppen spielen, essen und schlafen die Kinder. Mit den Kindern der anderen Gruppen kommen sie meist nur zum Freispiel oder im Außenbereich in Kontakt. Das Alter der Kinder ist unterschiedlich (zwischen drei und sechs Jahren) und es gibt zwischen einem und zwei Erziehern pro Gruppe.

Die Vorteile

– Die Kinder haben eine enge Bindung zu ihrem „eigenen“ Erzieher sowie zu den Kindern in ihrer Stammgruppe
– Die Entwicklung der Kinder lässt sich gut beobachten und dokumentieren, da nur ein oder zwei Erzieher zuständig sind
– Die Absprache zwischen Eltern und Erziehern ist einfach, da die Eltern einen direkten Ansprechpartner haben

Die Nachteile

– Die Kinder können sich ihren Erzieher nicht „aussuchen“
– Die Kinder können nicht spielen was und wann sie es wollen
– Der Gruppenraum ist verhältnismäßig klein
– Die Kinder haben weniger Input, da sie nur ein oder zwei Bezugspersonen haben.

Offenes Konzept

Das offene Konzept ist vor allem durch Ansätze der Reggio-Pädagogik und Ideen Janusz Korczaks geprägt. Die Stammgruppen werden weitestgehend aufgelöst. Oftmals gibt es nur zum Mittagessen oder zum Morgenkreis (Begrüßungsritual) feste Gruppen. Die Kinder können sich in der Einrichtung frei bewegen. Die Räume sind nicht in Gruppen sondern in Funktionsräume aufgeteilt. Das heißt, es gibt beispielsweise eine Puppenecke, einen Tobe- und einen Bastelraum. Die Erzieher sind jeweils für einen Raum zuständig und übernehmen dort die Aufsicht. Die Kinder können selbst entscheiden, was sie zu welcher Zeit machen möchten (Essens-, Schlafens-, und Rausgehzeiten sind fest) und ob und welche Angebote der Erzieher sie wahrnehmen möchten. So haben die Kinder größtmögliche Chancen, nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren. Durch die Vielzahl der Kinder und Erzieher haben die Kinder eine große Auswahl an Personen, die sie als Freunde oder Bezugspersonen haben möchten.

– Die Kinder können sich frei entfalten
– Sie können sich ihre Beschäftigung nach ihrem Tempo und ihren Interessen aussuchen
– Die Räumlichkeiten sind nach Funktionen eingerichtet und somit optimal genutzt
– Die Erzieher können sich untereinander absprechen („acht Augen sehen mehr als vier“)

– Schüchterne oder leise Kinder werden leicht „übersehen“
– Die Kinder finden schwieriger eine feste Bezugsperson
– Die Erzieher verlieren schneller den Überblick
– Neue Kinder brauchen möglicherweise eine längere Eingewöhnungszeit
– Der Kindergartenablauf muss gut organisiert sein, sonst entsteht Chaos

Städtische Kindergärten

Freispiel, Integrationsgruppen und altersgemischte Gruppen sind in vielen Gemeinde- und städtischen Kindergärten mittlerweile die Regel. Die Gruppenstärke beträgt zwischen 20 und 30 Kindern, die Öffnungszeiten sind verhältnismäßig flexibel wählbar, da die Kindergärten sogenannte Zukaufstunden anbieten und somit lange Öffnungszeiten garantieren können. Die Gebühren sind regional unterschiedlich. Anders als in freien Einrichtungen beschränkt sich die Mitarbeit der Eltern auf die Wahl des Elternbeirats, auf zwei Elternabende im Jahr und auf die Vorbereitung weniger gemeinsamer Feste. Die Konzepte der Einrichtungen sind unterschiedlich, mittlerweile wird häufig das offene Konzept eingesetzt. Es lohnt sich bei der Suche nach dem passenden Kindergarten, jede in Frage kommende Institution anzuschauen und sich das Konzept von den Erziehern erklären zu lassen.

– Flexible Öffnungszeiten
– Keine Schließzeiten in den Ferien (es muss von der Stadt ein Notdienst angeboten werden)
– Geringe Elternmitarbeit
– Verhältnismäßig niedrige Gebühren

– Wenig Mitspracherecht der Eltern
– Kontaktaufnahme zu anderen Eltern ist schwieriger, da kaum gemeinsame Zeit verbracht wird

Kirchliche Kindergärten

Die Einrichtungen der kirchlichen Träger ähneln den städtischen Kindergärten. Die Gruppen sind meistens gleich groß, die Öffnungszeiten sind relativ flexibel und den Bedürfnissen der Eltern angepasst. Gebete, Bibelgeschichten und Gottesdienste unterscheiden die Institutionen. Sie werden in den Tages- und Wochenablauf der kirchlichen Einrichtungen integriert und gehören zum (Kindergarten-)Leben der Kinder dazu. Die christlichen Elemente sind unterschiedlich stark im Konzept der einzelnen Einrichtungen. Elternmitarbeit wird bei Elternabenden und bei den Vorbereitungen von Basaren und Festen erwartet. Die Eltern müssen keine Kirchenmitglieder sein, sie können auch einen nicht-christlichen kulturellen Hintergrund haben. Sie sollten aber offen für die (kirchliche) Erziehungsarbeit in der jeweiligen Einrichtung sein.

  • Ähnliche Vorteile wie bei städtischen Einrichtungen (Sommernotdienst kann unterschiedlich gehandhabt werden)
  • Die Kinder wachsen unabhängig von den Eltern mit der christlichen Geschichte auf
  • Die Erziehungsarbeit kann recht konservativ sein
  • Die christlichen Feste müssen mitgefeiert werden

Eltern-Initiativen

Eltern-Initiativen sind aus der Arbeit von Eltern entstanden, die keine herkömmliche Betreuungsmöglichkeit gefunden haben oder mit den klassischen Möglichkeiten nicht zufrieden waren. Meistens machen die Eltern hier alles selbst, bis auf die Erziehungsarbeit. Sie verwalten die Finanzen, schicken Rechnungen an die anderen Mitglieder, stellen Anträge bei den Kommunen, müssen putzen, kochen und einkaufen. Sie stellen die Erzieher ein und entscheiden, welche neuen Eltern in die Einrichtung kommen. Wenn die Erzieher krank sind, müssen die Eltern die Kinder betreuen. Auch Randzeiten beispielsweise von 15 bis 17 Uhr übernehmen häufig die Eltern, um diese Betreuungszeit zu ermöglichen. Die Elternarbeit ist enorm und es werden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen. Meistens ist einmal im Monat ein Elternabend, bei dem Aufgaben verteilt werden, Pläne gemacht und über die Vorfälle des letzten Monats gesprochen werden. Durch die enge Zusammenarbeit kann ein sehr familiäres Gruppengefühl unter den Mitgliedern entstehen, es kann aber auch zu Streit zwischen den Personen kommen, da alles gemeinsam entschieden werden muss. Die Gruppen sind kleiner als in öffentlichen Einrichtungen, häufig werden nur 15 Kinder von zwei Erziehern betreut. Die Gebühren und das Essensangebot sind sehr unterschiedlich. Meistens sind Eltern-Initiativen teurer als städtische Einrichtungen, obwohl sie von den Kommunen unterstützt werden.

  • Da die Gruppen recht klein sind, fühlen sich schüchterne und leise Kinder vielleicht geborgener als in sehr großen Gruppen
  • Durch die intensive Elternarbeit entscheiden die Eltern über die Abläufe in der Einrichtung
  • Der Kontakt zu den anderen Eltern und Erziehern ist sehr eng
  • Über vegetarische und biologische Nahrung kann entschieden werden

  • Die Betreuungszeiten müssen zur jeweiligen Familie passen
  • Die Elternarbeit nimmt viel Zeit in Anspruch
  • Die Gebühren sind meistens recht hoch
  • Konflikte mit den anderen Eltern können entstehen, da Essensangebot, Putzplan und so weiter abgesprochen und abgestimmt werden müssen

Die Montessori-Pädagogik

Nach der italienischen Ärztin Maria Montessori trägt jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich. Aufgrund ihrer Beobachtungen an behinderten und verhaltensauffälligen Kindern kam sie zu der Auffassung, dass sich Kinder, wenn ihnen eine so genannte vorbereitete Umgebung mit bestimmten Arbeitsmaterialen zur Verfügung stehen, allein, frei und spontan entwickeln können. Montessori entwickelte diese Spielmaterialien, die die Kinder zum Forschen anregen sollen, selbst. Der Erzieher soll die Kinder bei eigenständigem Lernen unterstützen, aber möglichst wenig eingreifen. Es gilt der Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Fehler sollen selbst erkannt und korrigiert werden dürfen, Erwachsene sind Begleiter, die lernen müssen, sich überflüssig zu machen und zu beobachten statt einzugreifen. In Stillzeiten und gemeinsamen Mahlzeiten sollen die Kinder soziale Kompetenzen und ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl vermittelt bekommen. Oftmals entstehen Montessori-Kindergärten aus Elterninitiativen, so dass die Elternarbeit sehr stark gefordert wird. Gebühren, Betreuungszeiten und Essensangebote sind sehr unterschiedlich. Seit etwa vier Jahren ist der Begriff „Montessori-Kindergarten“ geschützt und die Einrichtungen durch diverse Dachverbände kontrolliert. Die Erzieher müssen eine spezielle Zusatzausbildung absolvieren und das Spielmaterial von Maria Montessori muss vorhanden sein.

Die Vor- und Nachteile

  • Die Kinder können sich frei entfalten, da sie sich ihre Beschäftigung selbst suchen und steuern können
  • Ansonsten entsprechen die Vor- und Nachteile denen der Eltern-Initiative

Waldkindergärten

Die ersten Waldkindergärten entstanden vor etwa 25 Jahren in Dänemark. In Deutschland sind sie meistens als freie Eltern-Initiativen gegründet. Oftmals haben die Waldkindergärten keine eigenen Räumlichkeiten, sondern nutzen einen Bauwagen oder ein Art Schuppen, da sich das Leben der Kinder im Freien abspielt. Bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter draußen, erfahren die Kinder die Natur sehr unmittelbar. Sie sind ständig aktiv und lernen Verantwortungsbewusstsein vor jedem Wachstum und Leben. Häufig werden die Kinder weniger krank, da sie die meiste Zeit des Tages an der frischen Luft sind. Die Gruppen sind ähnlich groß, wie bei den klassischen Eltern-Initiativen, Essen bringen ebenfalls die Eltern mit. Die Betreuungszeiten sind geringer als in herkömmlichen Einrichtungen. Dies kann aber von Waldkindergarten zu Waldkindergarten variieren.

  • Die Kinder suchen sich ihre Spielsachen in der Natur – das fördert die Kreativität
  • Die Kinder sind vom Alltagsstress der Stadt geschützt
  • Die Gesundheit der Kinder wird gestärkt
  • Für das Bringen und Abholen der Kinder ist ein Auto notwendig, da die Anfahrtswege häufig weiter als bei örtlichen Kindergärten sind
  • Die begrenzte Betreuungszeit von drei Stunden im Winter schließt Familien mit einem höheren Betreuungsbedarf von vorneherein aus
  • Fingerfertigkeiten beim Basteln werden nicht geübt

Waldorfkindergärten

Grundprinzip der Waldorfpädagogik nach Gründer Rudolf Steiner ist die Nachahmung. Allein durch das positive Vorleben der Erwachsenen lernen die Kinder, wie sie sich zu verhalten haben. Kernelemente der Erziehung sind feste Rhythmen im Tagesablauf, im Wochenablauf und ein starker Bezug zu den Jahreszeiten. Das Spielzeug in Waldorfkindergärten besteht hauptsächlich aus Naturmaterialien wie Holz, Steinen, Muscheln und Tannenzapfen und einfachen Stoffpuppen. Die Gruppen bestehen meistens aus etwa 20 Kindern bei zwei Erziehern. Die Räumlichkeiten sind dem ganzheitlichen Anspruch Steiners entsprechend mit qualitativ hochwertigen Naturmaterialien eingerichtet. Hintergrund der Waldorfpädagogik ist die Anthroposophie – eine weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung, die den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen betrachten will – mit der die Eltern zumindest einverstanden sein müssen. Dies wird bei einem eingehenden Aufnahmegespräch geprüft. Die aktive Mitarbeit ist auch in diesem Kindergarten gefordert, wobei für die pädagogischen Fragen ausschließlich die extra ausgebildeten Erzieher zuständig sind.

  • Die Kinder sind sehr behütet und wachsen in einem christlichen Umfeld auf
  • Durch das Spiel mit Naturmaterialien werden Kreativität und Fantasie gefördert
  • Die musische Förderung ist sehr groß
  • Der Kindergarten ist sehr teuer und elitär
  • die Eltern müssen sich mit der anthroposophischen Weltanschauung auseinandersetzen
  • die Erzieher prägen die Kinder sehr stark

Reggio-Pädagogik

Der Kindergarten soll ein Ort sein, wo Kinder forschen, hinterfragen und Dinge prüfen können. Das ist der Grundsatz der Reggio-Pädagogik, die von Pädagoge und Psychologe Lors Malaguzzi aus der Not heraus entwickelt wurde. Der Leiter kommunaler Krippen und Kindergärten engagierte sich in der Nachkriegszeit gemeinsam mit Eltern für den Aufbau privater Schulen und Betreuungseinrichtungen für unterernährte Kriegskinder. Das Erziehungskonzept, das in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia ab den späten 60er Jahren entwickelt und ausgebaut wurde, versteht Erziehung als Gemeinschaftsaufgabe. Wenn die Kinder beispielsweise ein Baumhaus bauen mochten, halfen Schreiner und Eltern, besorgten Holz und bauten gemeinsam mit den Kindern das Baumhaus. Interessierten sich die Kinder dafür, wie Brot gebacken wird, kam der Bäcker und erklärte es ihnen und backte Brot mit ihnen. Wie kleine Wissenschaftler dürfen Kinder in Reggio-Kindergärten ihre Welt entdecken, eignen sich Wissen und Können durch Neugier und Experimentierfreude selbst an. Das Konzept experimenteller Pädagogik fand und findet weltweit Anerkennung. Es hat in Deutschland viele Versuche gegeben, das Modell Reggio zu importieren, doch dies erwies sich als recht schwierig, da die Reggio-Pädagogik weniger eine Technik ist, die erlernt und angewendet werden kann, sondern eher eine Philosophie über den Weg der Kinder in die Welt. Das Modell Reggio kann nicht von einem Erzieher allein realisiert werden. Es muss außerdem von den Eltern, von Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und so weiter mitgetragen werden. So kommt es, dass in Kindertagesstätten Elemente der Reggio-Pädagogik zu finden sind (wie etwa Spiegelzelte, Spiele mit Licht und Schatten oder kleine Projekte), wesentliche Grundlagen für eine konstruktive und systematische Begleitung der Kinder auf ihren Wegen aber häufig fehlen.

Berliner-Modell

Das Berliner Modell ist kein eigenes Kindergartenkonzept, es gliedert den Verlauf der Eingewöhnung in mehrere Abschnitte. Die Eltern sind länger in der Einrichtung, so dass das Kind einen sehr weichen Übergang in die Kindergartenzeit bekommt. Vor der Aufnahme in den Kindergarten steht in der Regel ein ausführliches Aufnahmegespräch, in dem der Erzieher über Ernährung, Schlafgewohnheiten und Spielverhalten des Kindes informiert wird. In der dreitägigen Grundphase wird das Kind in die Einrichtung begleitet und die Erzieher nehmen Kontakt zu ihm auf. Am vierten Tag verlässt das Elternteil die Einrichtung das erste Mal für eine halbe Stunde. Die folgende Reaktion des Kindes entscheidet über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Die Eingewöhnungszeit kann bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen. Das Kind lernt dabei den Bezugserzieher als Bindungsperson kennen. Dadurch entsteht ein sehr enger persönlicher Kontakt, der das Sicherheitsempfinden gerade kleinerer Kinder fördert. Ist diese Bindungsperson krank, im Urlaub oder anderweitig nicht anwesend, kann diese enge Bindung zu Unsicherheiten führen. Studien haben belegt, dass Kinder, die nach diesem Modell eingewöhnt werden, weniger krank sind.

Worauf Eltern noch achten sollten

Unabhängig von den pädagogischen Konzepten muss der Kindergarten auch zu den Eltern passen. Deshalb sollten sie bei der Suche nach den richtigen Einrichtungen auch noch folgende Dinge beachten:

  • Wohnort- oder Arbeitsplatznähe: Wie weit ist der Kindergarten entfernt, kann das Kind ab einem gewissen Alter auch mit dem Lauf- oder Fahrrad fahren oder muss immer der Buggy oder der Bus genommen werden? Oder soll der Kindergarten so nah sein, dass das Kind den Weg zu Fuß schafft?
  • Öffnungszeiten: Stimmen die Öffnungszeiten des Kindergartens mit den Arbeitszeiten der Eltern überein? Gibt es einen Notdienst in den Ferien? Ist das überhaupt notwendig oder arbeitet sowieso nur ein Elternteil?
  • Elternmitarbeit: Wie viel Zeit wollen oder können die Eltern in die Mitarbeit investieren?
    Kontakt zu anderen Eltern: Wie groß ist der Wunsch nach einem Kindergarten, in dem die Eltern viel Zeit mit anderen Eltern verbringen und somit schnellen Anschluss finden?
  • Kosten: Welcher Betrag muss monatlich aufgewendet werden für Grundbetreuung, Zukaufstunden, Ernährung, Ausflüge und so weiter?

Wie werden Kinder innerhalb des Konzepts betrachtet?

Dem Konzept der offenen Arbeit liegt ein Bild von Kindern zugrunde, die neugierig und motiviert sind, sich selbst weiterzuentwickeln.

Wie sieht eine offene Kita aus?

Die offene Arbeit zeichnet sich durch ein freiheitliches Denken und sehr viel kreativen Gestaltungsspielraum aus. Kitas mit offenen Räumen und ein ebenso offener und dennoch strukturierter Tagesablauf sind typisch.

Worin besteht der größte Unterschied zur normalen Kita?

Kinder werden nicht in festen Gruppen unterrichtet, sondern lernen, für sich selbst Funktionsräume auszuwählen, die sie interessieren.

Das Konzept der offenen Arbeit wurde in den 1970er Jahren populär. Im Gegensatz zu teils starren Strukturen erhielten die Kinder deutlich mehr Möglichkeiten, sich frei zu entfalten und zu entwickeln.

Aber welche Intention liegt diesem Konzept zugrunde? Wie unterscheidet sich das Modell von anderen pädagogischen Konzepten?

In unserem Ratgeber stellen wir das pädagogische Konzept umfassend vor, gehen auf die Vor- und Nachteile ein und erklären, welches Bild vom Kind der offenen Arbeit zugrunde liegt.

1. Offene Arbeit – ein Konzept in der Entwicklung

Bei dem Konzept der offenen Arbeit ist das Kind Akteur seiner Entwicklung.

Offenes Arbeiten einer Definition unterzuordnen ist ein Widerspruch in sich. Gerade die Öffnung in jegliche Richtungen ist es, die das pädagogische Konzept auszeichnet. Wichtiger als konkrete Arbeitsanweisungen ist eher die innere Einstellung der Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertageseinrichtung.

In der Praxis unterscheiden sich die einzelnen Kita-Konzepte für offene Arbeit teils stark voneinander, da eine Öffnung in unterschiedliche Bereiche stattfindet.
Die Ziele der pädagogischen Arbeit im Kindergarten werden stetig weiterentwickelt und müssen praktisch umgesetzt werden. Dabei ergeben sich viele Ideen und Möglichkeiten erst aufgrund der jeweiligen Situationen in der Praxis.

Im Kern setzt die Konzeption im Kindergarten auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Jedes Kind soll für sich selbst herausfinden, in welchen Bereichen es sich eher zu Hause fühlt. Erziehern und Erzieherinnen kommt daher die Aufgabe zu, den Kindern bei dieser Entscheidungsfindung behilflich zu sein.
Es bedarf jedoch vor allem vielfältiger Möglichkeiten, um der Grundidee des offenen Systems im Kindergarten Rechnung zu tragen.

Tipp: Soll das Konzept der offenen Arbeit im Kindergarten umgesetzt werden, so bezieht sich dies zwar auch auf die Raumgestaltung, jedoch vor allem auf die innere Einstellung der Erzieher und Erzieherinnen. Nur, wenn die Öffnung im Kopf beginnt, ist die Basis für das offene Arbeiten im Kindergarten geschaffen.

2. Die offene Arbeit in Kitas wird immer beliebter

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, dieses pädagogische Konzept zu gestalten.

In früheren Zeiten galt ein geschlossenes Konzept in der Kita als einzig richtiger Ansatz der Kinderbetreuung. Aufgrund der generellen gesellschaftlichen Veränderung des Bilds vom Kind ist die offene Arbeit im Kindergarten inzwischen vielerorts umgesetzt.

Zwischen den einzelnen Kitas gibt es allerdings große Unterschiede, wie genau die Öffnung stattfindet. So existieren neben geschlossenen und offenen Konzepten auch teiloffene Methoden, die eine komplette Öffnung für zu weitgehend erachten.

Der verfolgte Weg weg von starren Strukturen, hin zu individuell verfolgbaren Entwicklungszielen, wird von vielen Eltern und auch Erziehern befürwortet. Einzig und allein der Umgang mit Regeln ist bei der offenen Arbeit im Kindergarten oftmals ein Streitthema. Zudem wird eine teilweise Öffnung dem komplett offenen Kindergarten oftmals vorgezogen.

3. Das Kind als Gestalter der eigenen Entwicklung

Kinder dürfen selbst entscheiden, wie sie ihre Zeit nutzen möchten.

Die offene Arbeit stellt das Kind in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt. Jeder Mensch ist mündig und soll letztlich selbst entscheiden, inwieweit eigene Interessen verfolgt werden. Wichtig ist jedoch, dass konkrete Impulse bestehen, auf die jedes Kind eingehen kann, aber nicht muss.

Aufgrund dieser individuellen Entwicklungsmöglichkeiten, kann es nicht eine einzige Gruppe geben, die all diese Aspekte vereint. Vielmehr sind die Kinder im Kindergarten dazu angehalten, sich selbst in verschiedenen Bereichen auszuprobieren und so stets mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen.

Erziehern kommt daher lediglich die Aufgabe eines Begleiters zu. Kindern wird dabei das größte Geschenk unserer Zeit, nämlich Zeit für sich zu haben, zuteil.
Die eigene Zeit ist nicht begrenzt und durch starre Planungen festgelegt, sodass ein ganz anderer Umgang erfolgen kann.
Die Kindergartenkinder müssen sich daher zwangsläufig mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Wie möchte ich meine Zeit heute verbringen?
  • Mit welchen Kindern will ich spielen?
  • Gibt es einen Raum, der mich heute besonders interessiert?
  • Beeinflussen meine jetzigen Gefühle mein heutiges Verhalten?

Kaum ein Kind wird sich diese Fragen bewusst stellen, dennoch müssen die einzelnen Kinder gezielt Antworten für sich selbst finden. In dieser Phase kann und soll Ihnen kein Erzieher etwas vorgeben, da die Individualität ansonsten verloren ginge.

Hinweis: Das Kind wird im Rahmen des Konzepts der offenen Arbeit als mündig angesehen und ist von sich aus interessiert, die eigene Umwelt zu erkunden. Die innere Motivation muss daher nicht gezielt gefördert werden, sondern besteht vielmehr von Natur aus.

4. Arbeiten im Kindergarten mit offenen Räumen

Jedes Kind darf sich selbst aussuchen, in welchem Raum es spielen möchte.

Die offene und geschlossene Planung in der Pädagogik unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Raumaufteilung in der Kindertagesstätte.
Ein geschlossenes Konzept setzt im Kindergarten auf feste Gruppen, denen einzelne Räume zugeordnet sind. Es bietet den Vorteil, dass die Kinder jeden Morgen einen festen Platz haben, an dem sie sich zu Hause fühlen.

Konkret verzichtet ein offener Kindergarten genau auf diese feste Gruppeneinteilung und überlässt es damit den Kindern, welchen Raum sie aufsuchen. Jeder einzelne Raum weist daher eine besondere Funktion auf, die die einzelnen Kinder ansprechen soll.

So finden sich beispielsweise die folgenden Räume in vielen Kindergärten, in denen die offene Arbeit gelebt wird:

  • Kreativraum: In diesem Bereich stehen Basteln, Malen, Zeichnen und Werken auf dem Programm.
  • Musikzimmer: Singen, Tanzen und das Entwickeln eines Rhythmusgefühls bestimmen den Tagesablauf in diesem Raum des Kindergartens.
  • Bewegungsraum: Dieser möglichst funktionell ausgestattete Bereich ermöglicht den Kindern, zu hüpfen, zu rennen und zu klettern.
  • Experimentierraum: Naturwissenschaften sollen selbstverständlich nicht zu kurz kommen und dennoch interessant bleiben. In diesem Bereich werden daher verschiedene kindgerechte Experimente durchgeführt, die physikalische Gesetze erklären oder Alltagsphänomene verständlich machen.
  • Spielbereich im Freien: Die Zeit, die die Kinder im Außenbereich verbringen, können sie für das freie Spiel nutzen. Eine gepflegte Außenanlage ist daher ein Muss für jede Einrichtung, die die offene Beobachtung im Kindergarten in den Mittelpunkt stellt.
  • Frühstücks- und Verpflegungsraum: Je nachdem, wie die Umsetzung des Konzepts im Detail erfolgt, gibt es feste Essenszeiten oder es wird den Kindern freigestellt, wann sie in den Verpflegungsraum gehen möchten.
    Es steht jedoch stets ein zentraler Anlaufpunkt zur Verfügung, um dieses Grundbedürfnis zu stillen.
  • Erholungsraum: Wird das Konzept der offenen Arbeit in der Krippe bzw. im Kindergarten konsequent umgesetzt, ist eine Mittagsruhephase kein Muss. Dennoch erhalten die Kinder selbstverständlich die Gelegenheit, sich vom Spielen, Basteln oder Musizieren zu erholen und sich zurückzuziehen.

5. Der Tagesablauf im offenen Kindergarten

Auch wenn sich die offene Arbeit dadurch auszeichnet, dass den einzelnen Kindern sehr viele Freiheiten gelassen werden, so existiert dennoch ein strukturierter Tagesablauf im offenen Kindergarten, an dem sich alle Kinder halten müssen.
Lediglich zu gewissen Zeiten sind die Kinder in ihrer Entscheidung für die jeweiligen Aktivitäten komplett frei und können sich ganz nach ihren jeweiligen Interessen orientieren.

Im Folgenden finden Sie daher einen typischen Tagesablauf in der Kita:

Uhrzeit Aufgaben/Möglichkeiten
7:00 Uhr Ankommen der ersten Kinder und Treffen in einem gemeinsamen Raum
8:00 Uhr Zu diesem Zeitraum sollten alle Kinder angekommen sein und es finden kleinere Angebote innerhalb der Gruppe statt.
9:00 Uhr Zeit für ein gemeinsames Frühstück im Verpflegungsraum; je nach Größe des Kindergartens gibt es zwei oder sogar drei Essenszeiten.
9:30 Uhr bis 11:30 Uhr Die Phase des Freispiels und der individuellen Freizeitgestaltung der Kinder beginnt. In dieser Zeit können die Kinder frei nach ihren jeweiligen Interessen entscheiden, was sie machen möchten.
11:30 Uhr bis 12:30 Uhr Es stehen konkrete Bildungsangebote im Mittelpunkt, die sich in verschiedenen Bereichen der Kita abspielen.
12:30 Uhr bis 13:00 Uhr Mittagessen in dem gemeinsamen Restaurantbereich
13:00 Uhr bis 14:00 Uhr Ruhezeit bzw. Phase der individuellen Beschäftigung
14:00 Uhr bis 16:00 Uhr Es folgt eine erneute Phase des Freispiels, in welcher die Kinder sich in den Räumen aufhalten können, die sie bevorzugen.
16:00 Uhr bis 16:30 Uhr Im Anschluss findet das gemeinsame Aufräumen der verschiedenen Funktionsräume statt, damit diese am nächsten Tag wieder voll einsatzbereit sind.
16:30 Uhr Abholphase in der Kita

Selbstverständlich ist dieser Tagesablauf nur ein Beispiel, sodass sich der individuelle Plan in der jeweiligen offenen Kita durchaus unterscheiden kann.
Dieser typische Tagesverlauf soll lediglich verdeutlichen, dass die Kinder auch bei dem Konzept der offenen Arbeit nicht allein gelassen werden und grundlegende Strukturen einhalten müssen.

6. Die offene Arbeit im Kindergarten erfordert eine gute Absprache

Damit das Konzept fruchten kann, sind gute Absprachen zwischen den Erziehern unabdingbar.

Je nach Einrichtung kommen den Erziehern und Erzieherinnen im Kindergarten sehr unterschiedliche Aufgaben zu. So richten einige offene Kindergärten bestimmte Funktionsräume ein, für die lediglich ein Erzieher komplett zuständig ist. Andere Einrichtungen präferieren hingegen ein Wechselmodell, in welchem jeder Erzieher nach einer, zwei oder drei Wochen den Raum wechselt und damit automatisch eine andere Aufgabe übernimmt.

Die zweite Möglichkeit erlaubt es den Erziehern, ein deutlich besseres Bild auf die gesamte pädagogische Arbeit zu haben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Erzieher zwar in einem Bereich extrem gut auskennen, die gesamte Entwicklung des Kindes jedoch weniger präsent ist.

In jedem Fall ist eine exzellente Absprache eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren der offenen Arbeit im Kindergarten.
Aus diesem Grund sollten in regelmäßigen Abständen Treffen stattfinden, in denen sich die Erzieher über den jeweiligen Entwicklungsstand der einzelnen Kinder austauschen können. Schließlich soll vermieden werden, dass Kinder sich zu einseitig auf ein bestimmtes Gebiet fokussieren und andere Bereiche komplett vernachlässigen.

7. Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der offenen Arbeit

Wie jedes pädagogische Konzept, bieten die offene sowie teiloffene Arbeit in der Kita positive und negative Aspekte, die es abzuwägen gilt. Um Ihnen einen Überblick über die verschiedenen möglichen Probleme sowie hervorragenden Möglichkeiten zu bieten, dient die folgende Gegenüberstellung:

  • jedes Kind kann sich sehr individuell entfalten
  • es stehen deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung als in einem klassischen Kindergarten
  • Kinder lernen sehr früh, mit vielen verschiedenen Kindern in unterschiedlichen Gruppen zusammenzuarbeiten, was das soziale Miteinander unterstützt
  • Förderung der Selbstständigkeit
  • es ist teils schwierig, den Überblick über die Aktivitäten eines einzelnen Kindes zu behalten
  • manche Kinder haben aufgrund der fehlenden Regeln Anpassungsschwierigkeiten
  • es fehlt eine klare Bezugsperson im Kindergarten
  • häufig mangelt es in der Praxis an einem ausreichenden Austausch der Erzieher untereinander, da dies sehr zeitintensiv ist

Für all jene, die sich ein gänzlich offenes Arbeiten nicht vorstellen können, jedoch dem Konzept grundsätzlich positiv gegenüberstehen, bietet sich die teiloffene Arbeit im Kindergarten an.
So bestimmen klare Regeln den grundsätzlichen Alltag, gleichzeitig gibt es jedoch Zeiten, in denen die Kinder ganz bewusst die Möglichkeit bekommen, sich entsprechend ihrer Interessen eine Beschäftigung auszusuchen.

Nähere Informationen sowie detaillierte Statistiken finden Sie auf der Website des ABA- Fachverbandes Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

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Mithilfe einer Konzeption plant die Kita ein langfristiges Vorhaben bzw. ihre pädagogische Ausrichtung. Eltern können sich ein Bild über die Einrichtung machen und über die Eignung für das eigene Kind entscheiden.

Konzeption einer Kita: Gute Beispiele verschiedener Einrichtungen

Die Konzeption einer Kita liest sich je nach Einrichtung immer anders. Dabei sollte der Grundaufbau immer gleich sein und bestimmte Dinge enthalten, die für die Betreuung und Förderung der Kinder wichtig ist. Eltern wollen wissen, ob die Kinder lediglich beaufsichtigt oder ob sie angeleitet werden.

Es muss bekannt sein, welche rechtlichen Aspekte berücksichtigt werden müssen und ob der Träger für eine bestimmte Ausrichtung des Kindergartens oder der Krippe steht. Es sind Fragen zu klären, die sich beispielsweise um die Themen Interkulturalität und pädagogische Weiterentwicklung drehen. Wichtig ist zudem die öffentliche Einsehbarkeit des Konzepts, wie es zum Beispiel bei der Klax Kita der Fall ist.

Hier wird im Rahmen der Konzeption unter anderem auf die folgenden Punkte eingegangen:

  • Faires Behandeln der Kinder – Erwachsene und Kinder auf einer Ebene
  • Förderung der kindlichen Kreativität
  • Bieten von Umgebungsanreizen
  • Sammlung von Erfahrungen ermöglichen
  • Förderung des Kontakts mit anderen Kindern
  • Begleitung durch Erwachsene
  • angemessene Förderung

Dieser Bereich, der durch die Klax Kita ausführlich formuliert wird, kann natürlich nur ein Teil der gesamten Konzeption sein, die sich zusätzlich auf viele weitere Punkte konzentrieren muss.

Eltern wollen wissen, was ihre Kinder in der Einrichtung erwartet. Worauf legen die Erzieher wert, welches pädagogische Konzept wird verfolgt?(#01)

Konzeption der Kita: Nötig vor Betriebsaufnahme

Eltern wollen wissen, was ihre Kinder in der Einrichtung erwartet. Worauf legen die Erzieher wert, welches pädagogische Konzept wird verfolgt? Wo werden Meilensteine gesetzt, welche Entwicklung soll die Vorschulbildung nehmen? Die Konzeption der Kita muss diese Punkte beinhalten und steht bestenfalls schon vor Aufnahme des Betreuungsbetriebs zur Verfügung. Spätestens nach Anlaufen des Betriebs muss eine Konzeption erstellt werden.

Teilweise ist deren Überarbeitung auch nötig, wenn die Einrichtung bereits längere Zeit besteht und sich ihre Ausrichtung geändert hat oder wenn gesetzliche Neuerungen aufgenommen werden müssen. Verändern sich wichtige Dinge wie der Träger, die Anzahl der Betreuungsplätze, die Öffnungszeiten oder die Gruppenanzahl, muss die Konzeption ebenfalls angepasst werden.

Das Ziel dieser schriftlich auszuarbeitenden Konzeption besteht immer darin, die Grundsätze der Kita, den täglichen Ablauf sowie die Maßnahmen zur Qualitätssicherung anschaulich und verständlich darzustellen.

Die folgenden Aspekte müssen berücksichtigt werden und sollen sich in der Konzeption der Kita wiederfinden:

  • Beteiligungsmöglichkeiten in der Kita
  • Beschwerdemanagement
  • Sprachförderung
  • Partnerschaften für Bildung und Erziehung
  • Qualitätsmanagement
  • Kooperationen mit Schulen, Behörden, Ärzten usw
  • Transparenz für Eltern

Die meisten Tipps und Ratschläge zur Konzeption der Kita drehen sich vor allem um die Konzeptionsentwicklung und um die Themen, die hier aufgegriffen werden müssen.(#02)

Einleitend wird die Einrichtung umfassend vorgestellt. Die Lage der Kita, der geschichtliche Werdegang, die Gestaltung der Räume und des Außengeländes und die Vorstellung des Trägers sind für diesen Punkt relevant. Außerdem sollte das feste Kita-Team vorgestellt werden, denn die Eltern wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Vorstellungen mit Namen und Bild sind besonders gefragt, wichtig ist überdies die Darstellung der Qualifikation des Personals.

Danach geht es um das pädagogische Leitbild, denn dies ist der zentrale Punkt einer jeden Kita. Wie wird das Kind und seine Entwicklung seitens der Erzieher gesehen? Welche Leitziele gibt es und wie sollen diese erreicht werden? Wie kann eine besondere und individuelle Förderung der Kinder ermöglicht werden? Wichtig ist überdies vor allem in Städten mit mehreren Kitas, den Vorteil gegenüber anderen Einrichtungen und gegenüber der Betreuung durch eine Tagesmutter darzustellen.

Wichtig ist überdies, wie sich Eltern beteiligen können. Was wird von ihnen gefordert und wo sind freiwillige Leistungen gern gesehen? Gibt es Eltern- und Kita-Vertreter und wann ist ein Austausch zwischen allen Beteiligten möglich? Welche persönliche Weiterentwicklung bzw. Weiterbildung der Erzieher wird angestrebt und gibt es Besprechungen des Teams?

Diese Punkte können weiter ausgeführt werden, bis eine tatsächlich transparente Übersicht über die Kita entsteht. Selbst diejenigen, die noch kein Kind in der Einrichtung haben, sollen sich ein Bild über die täglichen Abläufe und die Ausrichtung der Kita machen können. Sie sollen wissen, was sie erwartet und wie das eigene Kind gefördert werden kann.

Die Themen Interkulturalität und Förderung stehen vor allem in Einrichtungen mit vielen Kindern, bei denen der Betreuungsschlüssel weniger optimal ist, im Raum. Kein Elternteil möchte, dass das eigene Kind „untergeht“ und will vorab wissen, was dafür getan werden kann, um es als Individuum entsprechend seiner Leistungsfähigkeit und Interessen zu fördern. Anhand der Konzeption lassen sich die einzelnen Kitas vergleichen und die beste Einrichtung für das Kind finden.

Die meisten Tipps und Ratschläge zur Konzeption der Kita drehen sich vor allem um die Konzeptionsentwicklung und um die Themen, die hier aufgegriffen werden müssen. Weniger bekannt ist, dass es gesetzliche Grundlagen für diese schriftliche Zusammenfassung der Kita-Ausrichtung gibt. Maßgeblich ist § 22 a Abs. 1 S. 2 SGB VIII, in dem die Entwicklung eines eigenen Konzepts als Grundlage für die Tätigkeit der Kita beschrieben wird. Es ist daher zu beachten, dass eine Konzeptionsentwicklung rechtlich vorgeschrieben und kein guter Wille der jeweiligen Einrichtung ist. Die Eltern haben demnach ein Recht auf Vorlage des Konzepts.

Zu berücksichtigen ist des Weiteren, dass es nahezu unmöglich sein dürfte, ein vollständiges Konzept mit allen Erläuterungen zu erarbeiten. Auch im Rahmen eines Elterngesprächs oder beim Tag der Offenen Tür werden Einzelheiten erläutert. Diese können zudem über Fotos veranschaulicht werden, die das Konzept ergänzen und beispielsweise eine allzu ausufernde Beschreibung des Innen- und Außengeländes überflüssig machen.

Wichtig ist überdies, wie sich Eltern beteiligen können. Was wird von ihnen gefordert und wo sind freiwillige Leistungen gern gesehen?(#03)

Praktische Tipps für die Konzeption der Kita

Die Konzeption der Kita trägt aktiv zur Verbesserung der Qualität der Einrichtung bei, wobei sicherlich ebenso wichtig ist, die dargestellten Punkte aus dem Konzept auch wirklich in die Tat umzusetzen. Daher muss im besten Fall das gesamte Team der Einrichtung an der Konzeption mitarbeiten. Die erfolgreiche Konzeptentwicklung setzt indessen bereits bei der Gliederung und beim schlüssig aufbereiteten Inhaltsverzeichnis an. Anhand dessen muss sich nachvollziehen lassen, worum es in dem Papier gehen wird und wie sich die Ausrichtung der Kita gestaltet.

Gleichzeitig gilt, dass zwar die meisten Kitas überfüllt sind, dass das Konzept aber dennoch eine Art Werbemittel sein muss. Es soll die Eltern davon überzeugen, ihr Kind in genau diese Einrichtung zu geben. Somit erklärt sich die Forderung nach einer optisch ansprechenden Niederschrift und der Gestaltung mit zusätzlichen Fotos.

Wichtige Daten sollten mithilfe einer Aufzählung deutlich hervorgehoben werden. Kontaktdaten müssen rasch auffindbar sein, Ansprechpartner auf den ersten Blick erkennbar. Die Konzeption darf kein Suchtext sein, sondern muss schlüssig und übersichtlich die wichtigsten Daten präsentieren. Idealerweise wird das niedergeschriebene Konzept mit einem Flyer ergänzt, den die Eltern beim Tag der Offenen Tür oder auf Nachfrage erhalten und der die wichtigsten Punkte ohne zusätzliche Erläuterungen zusammenfasst.

Die Konzeption der Kita trägt aktiv zur Verbesserung der Qualität der Einrichtung bei, wobei sicherlich ebenso wichtig ist, die dargestellten Punkte aus dem Konzept auch wirklich in die Tat umzusetzen.(#04)

Die folgenden Tipps und Ratschläge können bei der Erstellung eines Kita-Konzepts hilfreich sein:

  • Zeit einplanen
    Die Konzeptarbeit erfolgt nicht im „Vorbeigehen“, sie erfordert Zeit, Ruhe und die Abstimmung mit dem gesamten Team. Teilweise ist die Erstellung des Konzepts erst nach Betriebsaufnahme nötig, weil zusätzlich einige verwalterische und organisatorische Aspekte mit aufgenommen werden müssen.
  • Keine alleinige Sache der Leitung
    Die Leitung darf die Erstellung der Konzeption nicht allein übernehmen, hierfür sollte zumindest ein Teil des Kita-Teams abgestellt werden. Das hat zudem den Vorteil, dass später alle aussagefähig zum Konzept sind.
  • Alleinstellungsmerkmale finden
    Ähnlich wie bei einem Unternehmen muss sich eine Kita als etwas Besonderes präsentieren. Dazu zählt auch die Entwicklung eines Logos, das den Wiedererkennungswert erhöht. Außerdem wird damit auch rein optisch ein Alleinstellungsmerkmal gefunden. Natürlich darf sich die Qualität der Kita nicht nur daran bemessen lassen, sondern auch im Hinblick auf die pädagogische Ausrichtung sind Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmale wichtig.
  • Inhalte darstellen
    Die Inhalte müssen aussagekräftig und ansprechend dargestellt werden. Die Konzeption soll mit einem Textverarbeitungsprogramm erstellt und bestenfalls mit Bildern aufgewertet werden. Möglich ist es auch, eine Agentur mit der Umsetzung zu beauftragen, allerdings sprengt dies nicht selten den Kostenrahmen der Einrichtung.
  • Zugänglichkeit des Konzepts gewährleisten
    Leider ist es in vielen Einrichtungen immer noch üblich, dass das Konzept der Kita nur auf Nachfrage ausgehändigt wird. Es sollte aber auf der Homepage des Kindergartens oder auf den Seiten des Trägers zu finden sein. Außerdem kann ein Exemplar im Kindergarten ausliegen, sodass die Eltern jederzeit nachlesen können. Zusätzlich ist die Herausgabe des bereits erwähnten Flyers sinnvoll, den jedes Elternteil spätestens zum Schließen des Betreuungsvertrags für das Kind ausgehändigt bekommen sollte.

Eigentlich wollte Frida es machen wie die meisten Eltern. Als ihre Tochter drei Jahre alt wurde, sollte sie in einen Kindergarten gehen, jeden Tag im Morgenkreis sitzen, basteln und singen, Freundinnen finden und mit ihrer Gruppe an St. Martin mit der Laterne durch die Stadt laufen. Aber dann kam es anders.

Anke Schipp

Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

  • F.A.Z.

Frida ist 33 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Sie sitzt am Esstisch und trinkt Kaffee mit Sojamilch. In ihrem Mama-Blog „2kindchaos“ nennt sie ihre Kinder „Peanut“ und „Little Pea“, auch „Frida“ ist ein Künstlername. In dem Blog beschreibt sie, wie sie täglich versuche, in dem Familienchaos ihren Humor zu behalten. Es sind mal lustige, mal besinnliche Posts. An einem Tag erzählt sie, wie erschöpft sie ist, dann gibt sie Tipps, was man mit Kindern alles machen kann. Ihr Markenzeichen? Tattoos und „immer ein paar Katzenhaare oder Spuckflecken auf der Kleidung“. Eine ganz normale Mutter also, aber eine, die sich rechtfertigen muss.

Peanut, die eigentlich anders heißt und dreieinhalb Jahre alt ist, sei von Anfang an ein anhängliches Kind gewesen, erzählt Frida. Es sei schon immer schwierig für sie gewesen, sich von Mama zu trennen. Im Kindergarten versprach man Frida, auf eine individuelle Eingewöhnung zu achten. Doch „war da sehr schnell sehr viel Druck da“. Schon am zweiten Tag drängte man sie, zu gehen und die Tochter allein zu lassen, obwohl sie spürte, dass die Zeit noch nicht reif war. Ihre Tochter schrie, als sie fortging. Und sie schrie so lange weiter, bis die Erzieherinnen Frida anriefen: Sie müsse schnell zurückkommen. So ging es täglich weiter: Frida ging, Peanut schrie – und hörte nicht mehr auf.

Eingewöhnung braucht Zeit

Schließlich brach Frida die Eingewöhnung ab und schaute sich nach einem anderen Kindergarten um. Dort klappte es zunächst gut, man ließ sich Zeit mit der Eingewöhnung. Peanut hatte eine Eins-zu-eins-Betreuung und verbrachte viel Zeit auf dem Schoß der Erzieherin. Zwei Wochen ging es gut, dann, so erzählt Frida, war das Kind auf sich gestellt und hatte keine Erzieherin mehr als feste Bezugsperson.

Frida glaubt, dass ihr Kind damals schlicht überfordert war, denn es war außer sich, wenn sie es abholte, blieb den ganzen Nachmittag unleidlich, wachte bis zu zwanzigmal in der Nacht auf, bekam Panikattacken und wollte nicht mehr in den Kindergarten. Frida beruhigte ihre Tochter und bestand im Kindergarten darauf, zunächst wieder dableiben zu können, bis ihre Tochter Vertrauen gefasst habe. Doch dann, sagt sie mit einem leichten Seufzer, fingen die Probleme an.

Die Wochen im Kindergarten wurden zur Qual

Frida nippt an ihrem Kaffee. Mit den Kindern und ihrem Freund wohnt sie in einer kleinen Wohnung in der Nähe von Frankfurt. Wenn sie über ihre Erfahrungen mit dem Kindergarten redet, bleibt sie sachlich. Sie habe keinen missionarischen Auftrag, beteuert sie, sie wolle nur erklären, warum sie sich letztlich dafür entschieden habe, ihre Tochter ohne Kindergarten aufwachsen zu lassen. „Ich wollte wirklich, dass sie ein ,normales‘ Kind ist, das im Kindergarten bleibt, ich wollte es beweisen.“

Die Wochen im Kindergarten aber wurden zur Qual. Peanut fühlte sich zwar wohl, solange ihre Mutter da war, und spielte auch schon mal allein vor sich hin. Die Erzieherinnen aber zeigten Frida deutlich, was sie von ihr hielten. Sie belächelten sie, warfen ihr vor, eine Helikopter-Mutter oder „Curling Mom“ zu sein, die ihrem Kind alle Hindernisse aus dem Weg räumen wolle. Sie merkte, wie hinter ihrem Rücken getuschelt und sie schließlich wie ein Phantom behandelt wurde, das jeden Morgen im Kindergarten saß und von den Erzieherinnen ignoriert wurde. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich vor der Wahl stand: Soll ich mit meinen sämtlichen Grundsätzen brechen oder einen Schlussstrich ziehen?“ Sie entschied sich dafür, ihr Kind aus der Einrichtung zu nehmen.

Beispiel Tagesmutter

Valentina Kibler lebt mit ihren drei eigenen Kindern im Schilterhäusle. Dazu kommen bis zu vier weitere Kinder, die sie als Tagesmutter in den eigenen vier Wänden betreut. Ein Qualifizierungslehrgang für Tagespflegepersonen durch die Stadt ermöglichte ihr diese Tätigkeit. „Als Tagesmutter kann ich sehr gut Berufliches und Privates verbinden“, sagt sie. Durch die Betreuung zu Hause, im familiären Umfeld, bleibt auch Zeit für ihre eigenen Kinder. Zudem entscheidet Valentina Kibler selbst darüber, wie viele Kinder und Stunden in der Woche sie betreuen will und kann. Als Tagesmutter ist sie soweit selbstständig.

Der Lehrgang

Valentina Kibler hat eine Ausbildung als Erzieherin. Doch diese ist nicht notwendig, um als Tagesmutter zu arbeiten. Der Qualifizierungslehrgang zur Tagespflegeperson richtet sich auch an Quereinsteiger. Im Lehrgang von Mitte September bis Ende November kann man sich in 160 Unterrichtseinheiten zur Tagespflegeperson qualifizieren.

Die Vergütung

Mit einer Vergütung von 6,50 Euro pro Kind und Stunde ist die Arbeit einer Tagespflegemutter auch gut bezahlt. „Mein Verdienst als Tagesmutter ist durchaus mit dem Gehalt einer Erzieherin vergleichbar“, sagt Kibler. Ein vergleichbarer Verdienst, Flexibilität in der Betreuung und ein familiäres Umfeld sind die Vorteile der Kindertagespflege.

Alternative zur Kita

Tagespflegepersonen können ihr Angebot so gestalten, wie es für sie passend ist. „Manche bieten Kinderbetreuung bis in den Abend an, andere nur an einzelnen Tagen in der Woche“, berichtet Julia Schoeneck, Mitarbeiterin in der Abteilung Kindertagespflege. Diese hohe Flexibilität und das individuelle Angebot wissen auch viele Eltern zu schätzen. Sie können ihre Kleinen bei den Tagespflegepersonen so einbuchen, wie sie auch tatsächlich einen Betreuungsbedarf haben. „Für Eltern eine gute Alternative zur Kita. Gerade die familiäre Betreuung in kleinen Gruppen für jüngere Kinder ist den Eltern dabei wichtig“, weiß Schoeneck. Bei der Betreuung in einer Kleingruppe können die individuellen Bedürfnisse der Kleinen besonders berücksichtigt werden.

Freie Plätze für Lehrgang

Das Qualifizierungsseminar, das am 16. September startet, vermittelt Teilnehmern pädagogische und rechtliche Kenntnisse, die für die alltägliche Arbeit notwendig sind. Das Seminar umfasst 160 Unterrichtseinheiten und findet in der Schwenninger Volkshochschule, Metzgergasse 6, von 8.15 Uhr bis 12.30 Uhr statt. Die Kosten betragen 160 Euro. Es gibt noch freie Plätze, Interessierte können sich bei Martina Bruhn, Stadtverwaltung, anmelden (Tel. 07721/82-2162 oder per E-Mail: [email protected]).

Die Entscheidung für eine Tagesmutter fällt natürlich keinen Eltern wirklich leicht. Oft gibt es zwar keine wirkliche Alternative, aber dennoch sollten auch andere Kinderbetreuungsarten verglichen und bewertet werden. Um sie bei der Auswahl etwas zu unterstützen, haben wir noch einmal verschiedene Kinderbetreuungen für ihre Liebsten gegenübergestellt und den grundlegenden Ablauf dargestellt.

Kinderkrippe

Das ist die Frage, die alle Eltern am dringlichsten beschäftigt, wenn sie nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten möchten. Als erstes fällt einem natürlich die Kinderkrippe ein, die auch schon die Kleinsten aufnimmt, wenn weder Vater noch Mutter die Möglichkeit haben, bis zum regulären Kindergartenalter, das Kind zu Hause zu betreuen. In der Kinderkrippe werden Säuglinge ab ca. drei Monaten betreut und sie ist ganz auf die Bedürfnisse der Babys ausgerichtet. So können dort auch gestillte Babys betreut werden. Stillenden Müttern stehen zudem während der Arbeitszeit Sonderpausen zu, in denen sie ihr Kind stillen können. Diese Zeiten sind allerdings in den meisten Fällen nicht ausreichend, um auch noch zur Krippe hin und her zu fahren. Kinderkrippen verfügen über die Möglichkeit, abgepumpte Muttermilch gekühlt aufzubewahren und so dem Baby seine ganz persönliche Nahrung zukommen zu lassen. Kinderkrippen bieten oft auch die Möglichkeit die Kinder flexibel abzugeben. Das heißt an verschiedenen Wochentagen unterschiedliche Betreuungszeiten zu vereinbaren. Die Krippen sind oft gut ausgestattet und bieten meistens auch eine Schlaf- und Ruhemöglichkeit für die Kleinen.

Vorteile der Kinderkrippe:

  • Das Kind hat Kontakt zu anderen Kindern
  • Öffentliche Stellen achten auf die Qualität der Betreuung
  • Meist relativ preisgünstig
  • Schon für die kleinsten eine geeignete Betreuungsart

Nachteile der Kinderkrippe:

  • Das Kind geht in der Gruppe eher unter
  • Einige Krippen haben Kernzeiten in welchen das Kind in der Krippe sein muss
  • Oft werden nur Vollzeitplätze angeboten.
  • Eine Teilung der Betreuungsplätze für geringfügige Beschäftigte ist oft nicht möglich
  • Sehr lange Wartelisten (oft wird einen Anmeldung nach der Geburt empfohlen)

Weitere Informationen:

  • Wikipedia Kinderkrippe
  • Familienhandbuch – Tagesmutter oder Kinderkrippe?

Kindergarten

Ältere Kleinkinder, die in den Kindergarten gehen sollen, müssen frühzeitig angemeldet werden, da die Plätze erfahrungsgemäß jedes Jahr sehr schnell ausgebucht sind. In vielen Städten ist eine Anmeldung schon während der Schwangerschaft sinnvoll. Dabei sollte bedacht werden, ob der Wohnsitz bis zum Kindergarteneintritt noch der derzeitige sein wird, oder man vielleicht aus platztechnischen oder beruflichen Gründen innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre umziehen wird. Bei der Auswahl des Kindergartens sollte man schon die Öffnungszeiten genau unter die Lupe nehmen und sicherstellen, dass sie mit den späteren Arbeitszeiten übereinstimmen. Dazu gehört auch das Einkalkulieren von An- und Abfahrtzeiten.

Vorteile des Kindergarten:

  • Das Kind hat Kontakt zu anderen Kindern
  • Öffentliche Stellen achten auf die Qualität der Betreuung
  • Meist relativ preisgünstig
  • Interessante Spiele und Beschäftigungen werden geboten

Nachteile des Kindergarten:

  • nur für ältere Kinder möglich
  • Wartezeiten auf eine Kindergartenplatz
  • Meist keine Auswahl eines Wunsch-Kindergartens
  • Feste Betreuungszeiten

Weitere Informationen:

  • Wikipedia Kindergarten
  • Infoseite der Katholischen Kirche über Kindergärten

Kinderhort

Für ältere Kinder findet sich in jeder größeren Stadt mindestens ein Kinderhort, der die Kinder ganztägig betreut, auf den regelmäßigen Schulbesuch achtet und im besten Fall auch die Hausaufgabenbetreuung im Programm hat. Im Kinderhort ist gewährleistet, dass alle Kinder regelmäßig mittags eine komplette Mahlzeit erhalten und vielerorts wir auch ein Nachmittagstee mit kleinem Imbiss angeboten. Das Angebot für die Freizeitgestaltung ist etwas ausgeweitet und an die Interessen älterer Kinder angepasst. Der Schwerpunkt der Betreuung liegt bei den Hortkindern, nicht mehr so sehr darauf, dass sie beschäftigt werden, sondern eher in der Begleitung ihrer Interessen. So dürfen Kinder ab einem bestimmten Alter das Gelände auch nach Absprache für Einkäufe oder Sportveranstaltungen außerhalb verlassen.

Vorteile des Kinderhort :

  • Kinderbetreuung bis in das Schulalter
  • Kennenlernen von Kindern in einem ähnlichen Alter

Nachteile des Kinderhort:

  • Keine Betreuung von Säuglingen und kleinen Babys

Weitere Informationen:

  • Wikipedia Kinderhort

Oma und Opa

Glücklich ist, wer die Möglichkeit hat, sein Kind während der Arbeitszeit von den Großeltern betreuen und beaufsichtigen zu lassen. Das ist die klassische Lösung und sicherlich auch die Lösung, die Eltern am wenigsten Kopfzerbrechen macht. Mit den Eltern oder Schwiegereltern lassen sich flexible Zeiten ausmachen und man kann sicher sein, dass die Kinder dort mit viel Liebe und Zuwendung begleitet werden. Großeltern springen auch ein, wenn Kinder krank werden, und das kommt ja besonders während des 3.- 6. Lebensjahres besonders oft vor. Öffentlichen Einrichtungen haben keine Möglichkeit kranke Kinder zu betreuen, zumal wenn es sich um Infektionskrankheiten, wie die üblichen Kinderkrankheiten handelt.

Vorteile der Oma und Opa:

  • Kostengünstig
  • Sehr flexibel in der Zeiteinteilung
  • Liebevolle Betreuung

Nachteile der Oma und Opa:

  • Eventuell Diskussionsbedarf beim Erziehungsstil
  • Meist kein Kontakt zu gleichaltrigen Kindern
  • Oft kein geregelter Zeitablauf

Leihoma, Ersatzoma

Der Einsatz von Leihomas- oder Ersatzomas ist seit einigen Jahren in den Blickpunkt der Eltern gerutscht. Immer mehr ältere Frauen, deren eigene Kinder bereits das Haus verlassen haben, und selbst noch auf eigene Enkelkinder warten, übernehmen die Betreuung von Kindern als Ersatzoma. In Zeitungen kann man mit kleinen Anzeigen nach ihnen suchen und manchmal inserieren sie auch selbst. Wer eine Leihoma in Wohnortnähe findet, kann sicher auf ähnlich familiäre Betreuung und Zuwendung hoffen, als wenn es die tatsächliche Oma wäre. Oft lohnt sich auch ein aufmerksamer Blick durch die Nachbarschaft. Manch alleinlebende Witwe würde sich vielleicht freuen, als Leihoma einspringen zu können. Und sei es auch nur, um Kinder zum Kindergarten zu bringen und wieder abzuholen, oder andere zeitliche Lücken in der Kinderbetreuung zu auszufüllen.

Vorteile der Leihoma:

  • Ersatz für die leiblichen Großeltern
  • Bezugsperson für die Kinder
  • Nicht viele Kinder pro Betreuung
  • Kostengünstig

Nachteile der Leihoma:

  • Vertrauensfrage
  • Abstimmung des Erziehungsstils

Weitere Informationen:

  • Leihoma – Leihopas
  • Ersatzoma finden
  • Leihoma finden

Tagesmutter, Tagesvater

Immer mehr Gewicht bekommt der Einsatz von Tagesmüttern in der Kinderbetreuung. Tagesmütter haben allen anderen Betreuungsformen gegenüber einen entscheidenden Vorteil. Sie haben sich bewusst für ein Leben mit Kindern entschieden, haben sich ausbilden lassen und die Kinderbetreuung zum Beruf gemacht. Tagesmütter betreuen in der Regel mindestens 2-3 Kinder und sind an keine festen Betreuungszeiten gebunden. So kann man sein Kind entweder stundenweise bei einer Tagesmutter betreuen lassen oder auch ganztägig. Die Bring- und Abholzeiten werden für jedes Kind gesondert vereinbart und lassen damit größtmöglichen Spielraum für Eltern, bei der Auswahl ihres Arbeitsplatzes zu. Auch die Betreuung an Wochenenden übernehmen Tagesmütter problemlos, inklusive Übernachtung und Verpflegung. Die Wochenendbetreuung kann zum Beispiel für Eltern, die Weiterbildungsseminare besuchen, eine Möglichkeit sein, sich beruflich weiterzubilden.

Vorteile der Tagesmutter:

  • Qualifizierte Betreuung
  • Oft in kleinen Gruppen
  • Das Kind geht nicht in der Gruppe unter
  • Persönliche Bezugsperson für das Kind
  • Flexibel in der Zeiteinteilung auch an Wochenenden

Nachteile der Tagesmutter:

  • Meist etwas teurer
  • Schwierige Suche
  • Das Jugendamt übernimmt oft nicht alle Kosten
  • Die Qualität der Betreuung steht und fällt mit der Tagesmutter

Weitere Informationen:

  • Eltern Rategeber zum Thema Tagesmutter
  • Tagesmutter Bundesverband

Au-Pair

Ein Au-Pair (meist eine junge Frau zwischen 18 und 25 Jahren aus einem anderen Land) ist im Grunde so etwas wie eine Schwester auf Zeit. Au-Pairs bleiben für gewöhnlich rund ein Jahr in der Familie, ehe sie wieder nach Hause zurückkehren. Ein Au-Pair erhält von seiner Familie kein Geld für die Betreuung der Kinder, sondern darf aktiv am Familienleben teilnehmen und erhält natürlich Kost und Logis frei. Neben leichten Hausarbeiten kümmert sich ein Au-Pair um die Kinder (nie mehr als 30 Wochenstunden), in seiner Freizeit darf es die neue Kultur entdecken und sich die Landessprache aneignen.

Wichtig zu wissen ist, dass das Au-Pair keine qualifizierte Kinderbetreuung verrichten kann. Sie/Er eignet sich eher, einzelne Stunden der Betreuung zu überbrücken. Abholen von der Kita, spielen, Mahlzeiten zubereiten oder babysitten, wenn die Eltern abends ausgehen möchten. Wer jetzt denkt, dass das Au-Pair eine sehr kostengünstige Alternative ist, irrt. Ihr Gast braucht ein eigenes Zimmer, Sie müssen das Au-Pair versichern und natürlich verpflegen. So entstehen Kosten von rund 400 bis 500 Euro monatlich. Wer Interesse hat, einem jungen Menschen die Chance zu geben, kann sich an professionelle Agenturen wenden, die Au-Pairs in die ganze Welt vermitteln.

Vorteile von Au-Pairs:

      • Ihr Kind lernt fremde Kulturen und Sprachen quasi von Zuhause aus
      • Au-Pair ist während des Aufenthalts zur Betreuung der Kinder immer so verfügbar, wie Sie es möchten
      • Bequem, da kein langes Suchen nach einem Babysitter

Nachteile von Au-Pairs:

    • Zwischenmenschlich Unstimmigkeiten tauchen auf engstem Raum verhältnismäßig oft auf
    • Keine professionelle Betreuung gewährleistet
    • Verhältnismäßig teuer
    • Eventuell großer Abschiedsschmerz Ihres Kindes, wenn die große Schwester auf Zeit wieder abreist

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