Osteopathie BEI kindern

Osteophatie ist eine ganzheitliche manuelle Therapieform

Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten

Ganz einfach ausgedrückt kann man sich einen Osteopathen wie einen „sanfteren“ Chiropraktiker vorstellen. Die Osteopathie ist eine Heilkunde, bei der der Osteopath den Menschen mit seinen Händen untersucht und behandelt.

Ausgehend von der Annahme, dass der Körper selbst in der Lage ist sich zu regulieren (zu heilen), vorausgesetzt alle Strukturen sind gut beweglich und somit auch gut versorgt, untersucht der Osteopath das Gewebe des ganzen Körpers, um etwaige Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und dann zu behandeln. Dabei handelt er auf den Patienten bezogen, d. h. er betrachtet ihn als Einheit von Körper, Geist und Seele, geprägt durch sein individuelles Umfeld.

Osteophatie ist eine ganzheitliche Therapieform. Photo by

Osteopathie – als eine noch verhältnismäßig junge Medizin in Deutschland – ist eine ganzheitliche manuelle Therapie, die der Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen des Körpers dient. Die Behandlung umfasst alle drei großen Körpersysteme. Den Bewegungsapparat mit der parietalen Osteopathie, die inneren Organe mit der viszeralen Osteopathie und das Nervensystem mit der craniosacralen Therapie (Schädel-Kreuzbein-Therapie), die ebenfalls eine alternativmedizinische Behandlungsform darstellt.

Folgende Beschwerden und Diagnosen können mit Osteopathie behandelt werden:

  • Rückenschmerzen
  • Schleudertrauma
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Verspannungen, zur Regeneration nach Verletzungen oder Operationen
  • Sodbrennen
  • Harninkontinenz
  • chronische Blasenentzündung
  • Prostatabeschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Beschwerden während und nach der Schwangerschaft
  • Folgen von Operationen in Form von Narben und Verwachsungen
  • Kiefergelenksbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • Migräne
  • Schwindeanfälle
  • u.v.m

Bei Kindern:

  • Schädelasymmetrien
  • Skoliose
  • Verdauungsstörungen
  • Spuckkinder
  • Entwicklungsverzögerung
  • u.v.m.

Beweglichkeit des Körpers in seiner Gesamtheit

Osteopathie fördert die Beweglichkeit des Körpers in seiner Gesamtheit. Photo by

Das Prinzip der Osteopathie bezieht sich so zum einen auf die Beweglichkeit des Körpers in seiner Gesamtheit, zum anderen auf die Eigenbewegungen der Gewebe, der einzelnen Körperteile und Organsysteme sowie deren Zusammenspiel. Die Behandlung beschränkt sich nicht auf einzelne Symptome, sondern sieht immer den Menschen als Ganzes und sucht dabei in der Krankheit die Gesundheit zu finden und zu fördern.

Eine osteopathische Behandlung dauert zwischen 30 und 50 Minuten. Der Körper kann etwa zwei bis drei Wochen lang reagieren. Der genaue Verlauf ist jedoch vom Einzelfall abhängig (akut oder chronisch).

Ein Physiotherapeut darf nur auf Anweisung eines Arztes oder Heilpraktiker die Methode anwenden. Nähere Informationen erhalten Sie auch unter www.motoria.de

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Medizin: Was macht eigentlich ein Osteopath?

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NBA-Star Dirk Nowitzki begibt sich regelmäßig in die Hände von Joachim Kaufmann, dem Osteopathen der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Auch Melanie Behringer aus der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft vertraut auf Osteopathie. Nun suchen nach den Sportlern auch immer mehr Normalbürger Osteopathen auf. Wer die alternative Medizin selbst praktizieren möchte, hat allerdings einen langen und teuren Ausbildungsweg vor sich. Und gesetzlich geschützt ist der Beruf nicht.

Das Prinzip der Osteopathie beruht darauf, fehlerhafte Abläufe in Körper und Seele zu finden und sie anschließend zu lösen. Dabei behandeln Osteopathen stets den ganzen Körper ihrer Patienten, indem sie allein mit den Händen sanften Druck auf das Gewebe ausüben. „Die Ursachen und Lösung von Beschwerden liegen oft nicht dort, wo es schmerzt“, sagt Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD).

Wer Osteopath werden möchte, sollte bodenständig sein. „Man muss mit Menschen und ihren Emotionen umgehen können und darf keine Scheu haben, sie überall anzufassen“, berichtet die Kinder-Osteopathin Anja Kister von der Dresdner Epidaurus-Praxis, in der Osteopathie für Erwachsene und Kinder angeboten wird.

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In Deutschland dürfen Mediziner und Heilpraktiker die Osteopathie frei ausüben, Physiotherapeuten und Masseure dagegen nur auf ärztliche Anordnung. Gesetzliche Krankenkassen zahlen die Leistung in der Regel nicht, private Kassen dagegen schon.

Zum Traumberuf Osteopath führen ganz unterschiedliche Ausbildungswege. Der VOD vermittelt Abiturienten an Schulen in München, Hamburg und Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis. Insgesamt können an bundesweit mehr als einem Dutzend Schulen berufsbegleitende Ausbildungslehrgänge gebucht werden. Adressen listet der VOD auf der Webseite auf.

Der akademische Weg öffnet sich Osteopathen demnächst. Die Hochschule Fresenius in Idstein bei Wiesbaden startet mit dem Wintersemester in Zusammenarbeit mit dem VOD einen Bachelor-Studiengang. Das College für Osteopathische Medizin in Nagold bietet Ärzten und Physiotherapeuten Bachelor- und Master- Studiengänge an. Die Osteopathieschule Deutschland in Hamburg schnürt in Kooperation mit der Dresden International University an den Standorten Berlin, Hamburg, Bremen, Stuttgart und Nürnberg ein vierjähriges Studium zum Bachelor, ab Oktober zudem einen Master.

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Volker Rings, Akademieleiter und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM), empfiehlt Interessenten den Weg über das Medizinstudium. „So ist man allem gegenüber offen und kann sich frühzeitig orientieren“. Die DGOM bieten an der eigenen Akademie eine Ausbildung über 780 Stunden für Mediziner. Daneben gibt es auch Kurse für Physiotherapeuten über 652 Stunden.

Bei den Patienten erfreut sich Osteopathie wachsender Beliebtheit. „Die Nachfrage ist enorm“, hat Anja Kister beobachtet. Die wirtschaftlichen Aussichten beschreibt Marina Fuhrmann als solide. Trotz durchschnittlicher Behandlungskosten zwischen rund 60 Euro und 150 Euro pro Stunde behandeln Osteopathen im Mittel 40 Patienten pro Woche. 5,6 Millionen Patienten kamen vergangenes Jahr. Und der Bedarf steigt, zeigt eine VOD-Hochrechnung.

Das Prinzip der Osteopathie bezieht sich auf die Beweglichkeit des Körpers in seiner Gesamtheit zum einen, zum anderen auf die Eigenbewegung der Gewebe, der einzelnen
Körperteile und Organsysteme und deren Zusammenspiel. Jedes Körperteil, jedes Organ benötigt zum optimalen Funktionieren Bewegungsfreiheit. Ist diese Beweglichkeit eingeschränkt, entstehen aus Sicht der Osteopathie zunächst Gewebespannungen und darauf folgend Funktionsstörungen. Die Summe dieser Fehlfunktionen kann der Organismus aus Sicht der Osteopathie irgendwann nicht mehr kompensieren – es entstehen Beschwerden.

Beim Forschen nach den möglichen Ursachen der Beschwerden stehen dann die Suche und das Beheben von Strukturstörungen und daraus resultierenden Fehlfunktionen im
Vordergrund. Die Osteopathie behandelt demzufolge keine Krankheiten im eigentlichen
Sinne, sondern Bewegungsstörungen.

Unser Organismus besteht aus unzähligen Strukturen, die alle miteinander über das System der Faszien (bindegewebige Hüllen) verbunden sind. Bewegungseinschränkungen können sich aus Sicht der Osteopathie über die Faszien verbreiten und sich an einen anderen Ort im Körper durch Beschwerden zeigen.

Was macht ein Osteopath?

Das Aufspüren von Bewegungseinschränkungen erfordert langes und intensives Training der Palpationsfähigkeit (Tastvermögen). Die osteopathische Behandlung erfolgt mit eigens entwickelten osteopathischen Techniken. Ziel ist, es dem behandelten Menschen zu ermöglichen, durch Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Strukturen, sich selbst auf
natürliche Art und Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Osteopathie ist bemüht sich nicht auf die Behandlung der Symptome zu beschränken,
sondern den Mensch als Ganzes zu sehen. Deshalb erscheint es auch nicht sinnvoll,
Indikationen für die Osteopathie zu benennen.

Bevor eine osteopathische Behandlung begonnen wird, ist es manchmal ratsam, eine schulmedizinische Diagnostik voranzustellen. Auch Befunde aus früheren medizinischen Untersuchungen können wichtige Hinweise auf Behandlungsansätze geben.

Osteopathie ergänzt in vielen Fällen die klassische Schulmedizin, ersetzt sie aber nicht.

Woran erkennt man einen guten Osteopathen?

Einen eigenständigen Beruf Osteopath gibt es in Deutschland derzeit noch nicht. Dementsprechend werden von diversen privaten Schulen und Vereinigungen osteopathische Ausbildungen mit sehr unterschiedlichem Umfang angeboten. Eine 5jährige und auf hohem Niveau stattfindende ganzheitlich orientierte Ausbildung, mit 1500 Stunden, bieten die in der Akademie für Osteopathie e.V. – AfO- akkreditierten Schulen an. Osteopathie ist Erfahrungsheilkunde: Die Fähigkeit zur Diagnose, zur Beurteilung der Qualität des Gewebes, die Auswahl und Anpassung der Behandlungstechniken an das individuelle Problem eines Patienten, sind Qualifikation, die mit den Jahren der Arbeit erst wachsen. Gute Osteopathie ist mehr als einzelne osteopathische Techniken aneinander zu reihen.

Wo sind die Grenzen der Osteopathie?

Die Grenzen der Osteopathie liegen dort, wo Pathologien, also ernste Erkrankungen wie etwa Krebs, schwere Infektionskrankheiten oder massive seelische Störungen vorliegen.

Osteopathie bei Schlafstörungen

Kann Osteopathie Babys und Kleinkindern dabei helfen, besser zu schlafen und was sind die Ursachen von Schlafstörungen?

Wir haben zwei Experten gefragt – Tobias Knop von der Praxis für Osteopathie und Daniel Niehaus vom Osteopathischen Zentrum für Kinder und Erwachsene. Und von ihnen haben wir eine sehr ausführliche Antwort auf unsere Frage bekommen:

Unsere Experten: Durch die Geburt, vor Allem mit Komplikationen wie z.B. Kaiserschnitt, Saugglocke, Zange, Frühgeburt, Nabelschnurumschlingung etc. kann die Vitalität des Säuglings beeinträchtigt sein. Durch den Druck auf den Körper im Geburtskanal kann eine Kompression der Gelenke stattfinden.

Besonders häufig betroffen sind aufgrund der Drehung des Kindes unter der Geburt die Kopfgelenke und auch das Kreuzbein mit dem Iliosacralgelenk. Da die Schädelknochen noch besonders weich und formbar sind, um die Geburt und das Wachsen des Gehirns zu ermöglichen, sind auch diese anfällig für Kompressionen.

Es kann zu Irritationen und Funktionsstörungen der Hirnnerven kommen im Bereich der Kopfgelenke und der Schädelbasis. Hier sind gerade die Hirnnerven IX, X, XI, XII betroffen, welche die Versorgung des Rachens, der Eingeweide, der Zunge, und der Schultergürtel- und Nackenmuskulatur übernehmen.

Das Baby kann in diesem Beispiel unter Koliken leiden, evtl. Probleme beim Saugen und Schlucken haben, was eine erschwerte Nahrungsaufnahme bedeutet und dadurch viel Luft im Magen. Möglicherweise ist die Drehung des Kopfes eingeschränkt, da die Kopfgelenke nicht frei beweglich sind oder aber die Muskulatur verspannt ist.

Eine weitere Folge der Kompression der Nacken und Hinterhauptsregion könnte eine Irritation des Rückenmarks sein. Diese Kinder sind oft motorisch unruhig, gelten als sehr wach und neugierig, schlafen schlecht ein. Außerdem überstrecken sie sich häufig und können auch viel schreien. Oft werden diese Babys als Schreikinder bezeichnet.

In der Osteopathie behandeln wir immer auch die Organe mit und das sogenannte Bauchfell, also den bindegewebigen Sack, in dem die Organe ihren Platz finden. Somit versucht man z.B. bei Bauchschmerzen oder viel Luft im Bauch dem Kind zu helfen. Eine Mobilisation der Wirbelsäule mit seinen Segmenten und den dazugehörigen Nerven soll auch die Funktion der Verdauungsorgane harmonisieren.

Über sanfte Techniken wird auch das vegetative Nervensystem behandelt, also das System, welches die unbewussten Vorgänge im Körper steuert wie z.B. Schlaf, Verdauung, Atmung usw. Viele Kinder sind hier übererregt und zu stark im Sympathikus, sprich im Stress-Modus. Der Gegenspieler, der Parasympathikus hat die Funktion der Erholung und Verdauung und dessen Stimulation ist Bestandteil fast jeder osteopathischen Behandlung. Dazu gehört dann z.B. die Mobilisierung der Rippengelenke und Brustwirbelsäule. Das Zwerchfell gehört dazu, weil direkt unter diesem der Solarplexus liegt, ein weiteres wichtiges vegetatives Zentrum.

Somit umfasst die Behandlung eigentlich immer den ganzen Körper und fokussiert sich nicht nur auf ein einzelnes Symptom oder eine Region. Oft kann allein schon die Berührung und das Halten des Kindes bewirken, dass sich im Körper etwas zum positiven verändert. Berührung ist unheimlich wichtig für Säuglinge und es gibt eine Studie, die besagt, dass Babys mehrere Tage ohne Nahrung auskommen, aber nur 1,5 Tage komplett ohne Berührung. Also sind wir Therapeuten auch beratend tätig, geben Hausaufgaben und Tipps mit.

Dabei wäre es wichtig zu verstehen, dass man mit einer ganzheitlichen osteopathischen Behandlung versuchen kann, körperliche Ursachen von Schlafstörungen zu beseitigen. Was danach immer noch zurückbleibt, sind verhaltenstechnische Folgen aus den Zeiten, als die Eltern alles getan haben, um ihrem Baby beim Einschlafen und Durchschlafen zu helfen. Intensives Tragen, Wiegen, Schaukeln usw. führt leider sehr oft dazu, dass die Kinder gar nicht mehr ohne Hilfe einschlafen können. Auch zum Wiedereinschlafen in der Nacht sind sie dann auf aktive Assistenz der Eltern angewiesen. Hier kann man aber, soweit Bedarf besteht, mit sanftem Schlaftraining das selbstständige Ein- und Durchschlafen fördern.

Baby- und Kinderosteopathie: Was bringt sie wirklich?

Falls ihr diese oder ähnliche Aussagen von euren Freunden, Bekannten, Hebammen & Co. schon einmal gehört und euch daraufhin am Kopf gekratzt habt, weil ihr bisher mit dem Thema Kinderosteopathie nicht so richtig was anfangen konntet, dann seid ihr hier genau richtig:

„Dein Kind schreit so oft?! Echt? Oh ha! Dann mach doch mal besser noch einen Termin beim Osteopathen. Das Geld ist es echt wert.“

„Dein Baby k***t nicht,?! Dann versuch es doch einmal bei meiner Osteopathin – die kann echt was. In ihren Händen war mein Sohn Butter.“

„Oh, das ist ja krass. Deine Tochter schläft immer noch schlecht? Ich kann dir gerne mal die Nummer meiner Kinderosteopathin geben. So eine Behandlung könnte euch weiterbringen!“

Osteopathin Kerstin Kemper bei der Behandlung von Anneli

Wir möchten unsere Erfahrungen mit euch teilen und haben dazu für euch noch ein Interview mit der Kieler Osteopathin Kerstin Kemper. Sie ist Spezialistin für Säuglinge und Kinder.

Denn auch wir haben uns mal gefragt, was Experten wie Kerstin wohl bei unseren Minimenschen so ausrichten können, was sie da überhaupt machen und ob die Kinderosteopathie denn nun wirklich so eine Art „Modeerscheinung“ ist, wie eine Kinderärztin uns gegenüber fragend in den Raum warf. Sie sagte damals so etwas, wie: „Viele Hebammen schicken die Babys heute einfach so – auf Verdacht – zum Osteopathen…“ Und guckte dazu etwas skeptisch.

Einige von uns waren jedenfalls mit unseren Kindern da und können deshalb heute sagen: Im Gegenteil. Wir waren verdammt beeindruckt von den Behandlungen…

So wie Mama Kerstin. Sie hat sich bereit erklärt, euch von ihren Erfahrungen bei ihrer Kinderosteopathin zu erzählen. Vielen Dank dir dafür, liebe Kerstin!

Kerstin mit ihrem Sohn Felix

Felix kam knapp zwei Wochen zu früh, aber gesund auf die Welt. Er hatte lange gebraucht, bis er sein Geburtsgewicht wieder erreicht hatte und hat erst mit fast 4 Wochen zugenommen. Sonst hat er sich gut enwickelt. Doch auch Felix hat viel geschrien, wollte nie abgelegt werden und als Erstlingsmutter hat man viele Fragen im Kopf.

Man will ja nur das Beste für sein Kind und von allen Seiten kommen Tipps und Ratschläge, auch eine Chiropraktikerin wurde uns heiß empfohlen. Soweit es uns möglich war, haben wir auch Termine wahrgenommen, sodass ich selbst schon an irgendwelche Blockaden geglaubt habe.

Irgendwann, als Felix zwei Monate alt war, hat man uns eine gute Osteopathin am Rande von Kiel empfohlen. Es war unser erster Besuch und unsere erste Erfahrung mit der Osteopathie. Eigentlich waren wir wegen einer anderen Sache dort. Doch die Osteopathin hat sich sehr viel Zeit genommen und es herrschte absolute Ruhe im Raum, die man schon fast „fühlen“ konnte. Ich selbst musste auch erst einmal runterkommen.

Auch das Thema schlafen/einschlafen/durchschlafen (sofern man in dem Alter schon davon reden kann) kam auf den Tisch. Sie hat uns viele Tipps gegeben, aber ich denke jedes Kind ist anders und einzigartig. Deswegen ist es schwierig allgemeine Ratschläge zu geben. Außerdem hat sie uns erzählt, was Felix jetzt schon für Eigenschaften hat und wie sich sein Charakter entwickeln könnte.

Witzigerweise haben sich schon viele Eigenschaften bestätigt. Zum Beispiel sagte die Osteopathin uns damals, dass Felix ein Seitenschläfer wird. Genau das ist er jetzt auch.

Den zweiten Teil der Sitzung hat die Osteopathin Felix untersucht. Ich könnte bis heute nicht sagen, was sie genau gemacht hat. Sie hat mit ihren Händen gearbeitet, aber nicht mit Druck. Das klingt jetzt etwas seltsam, aber in diesem Moment dort hätte ich ihr alles abgenommen.

Felix lag ganz still auf der Liege, er war wach und hat auch nicht den Ansatz von Unruhe gezeigt, obwohl es eigentlich von der Uhrzeit seine „Schreizeit“ war. Irgendwann war die Osteopahtin fertig und wir sind mit einem entspannten Baby nach Hause gefahren.

Ab diesem Tag hatte Felix durchgeschlafen und keine Probleme mehr beim Einschlafen. Es war nicht mein persönliches Ziel nach diesem Besuch, wie gesagt, wir waren ja eigentlich wegen einer anderen Sache dort. Aber es hat das Leben ab diesem Zeitpunkt um einiges erleichtert. Ich weiß nicht, wie es ohne die Osteopathin verlaufen wäre, doch ich würde immer wieder zu ihr gehen.

Viele sagen, warte erstmal ab bis die Zähne kommen, dann ist es vorbei mit der Nachtruhe. Felix hat mittlerweile fast sechs Zähne und er schläft immer noch seine 13-14 Stunden am Stück. Ab diesem Tag war ich nie mehr länger als 10 Minuten nachts wach.

Uns hat dieser Besuch auch persönlich viel gebracht. Ich bin seitdem viel ruhiger geworden und das wird sich bestimmt auch auf mein Kind übertragen haben.

Kinderosteopathie: Wie funktioniert das denn überhaupt?

Diese und andere Fragen habe wir Kerstin Kemper gestellt, aber: Lest selbst.

Was kannst du behandeln und ab wann sollte ich mit meinem Kind zu dir kommen?

Wenn es überhaupt keine Sorgen gibt, dann soll die kleine Familie erst einmal in Ruhe zu Hause ankommen und die ersten vier Wochen zusammenwachsen. Und dann kann man einmal schauen, ob alles da sitzt, wo es sitzen soll. Ob es irgendwelche Nachwirkungen von der Geburt gibt, die vielleicht zu schnell oder zu kräftig oder zu lange war.

Und dann gibt es bestimmte Problemstellungen, mit denen Eltern mit ihren Kinder herkommen. Zum Beispiel: Weinen, Bauchschmerzen, Schlafprobleme oder Schluckprobleme.

Und je nach Fragestellung schaue ich mir dann den ganzen Körper an und schaue: Sitzen die oberen Kopfgelenke richtig? Was macht der Darm? Arbeitet er schon richtig oder gibt es noch Blähungen? Ist das Kind überhaupt schon angekommen auf der Welt oder muss es das erst noch? Das sind dann oft die Kinder, die unruhig sind und nicht gut in den Schlaf kommen können.

Wie lang braucht denn ein Kind, um hier „anzukommen“?

Das ist unterschiedlich: Einige Kinder sind gleich angekommen, andere brauchen erst einmal etwa drei Monate, bis sie sich umgestellt haben und sagen: Gut, ich komme auf dieser Welt an, wo alles so anders ist, wo es hell ist, wo es nicht mehr so warm ist. Wo es nicht mehr so geschützt ist…

Was kann Osteopathie, was der Kinderarzt nicht kann?

Der Kinderarzt schaut erstmal, ob alle Systeme richtig funktionieren und hat eine schematische Darstellung. Er schaut sich aber nicht das Nervensystem an oder das Blutsystem und guckt, wie das Kind insgesamt funktioniert. Da ist eine andere Fragestellung im Raum. Da gibt es einen Katalog, der angeschaut wird – ab wann kann das Kind was. Ist es in der Norm oder ist es nicht in der Norm?

Und die Norm ist hier erstmal nicht so wichtig. Jedes Kind ist ein bisschen anders – auch in seinem Tempo. Ich gehe gern ein bisschen mehr auf das eigene Tempo ein.

Wie behandelst du, sprich: Wie funktioniert das bei Kindern?

Das Schöne ist gerade bei sehr kleinen Kindern, bei Säuglingen, dass sie einem sehr direkt zeigen, was ihnen gut tut und was nicht. Hält man sich daran, kann man nichts verkehrt machen.

Ich arbeite bei Kindern und Säuglingen ganz viel mit den Flüssigkeiten, da ist der größte Teil des Körpers noch ganz flüssig. Man schaut eher gar nicht nach den Knochen, guckt nicht, wo sitzt welcher Knochen, sondern ich schaue eher – ist alles gut im Fluss? Und so arbeite ich mit unterschiedlichen Ballons – so kann man das fast bezeichnen. Mit dem großen Ballon Bauch, einmal mit dem Kopf und einmal mit dem ganzen System, was an Flüssigkeiten da ist.

Das heißt, wie behandelst du denn mit deinen Händen – fühlst du da was?

Ich fühle, wo ist es fester, wo ist es weicher. Ich stürze mich nicht auf die Bereiche, die fester sind. Sondern ich schaue eher, wie kann das Kind das integrieren. Und gibt es irgendwo Bereiche, wo es das nicht mehr integrieren kann.

Am einfachsten ist es erst einmal, wenn Kinder eine Fehlhaltung einnehmen. Zum Beispiel nehmen sie so eine Sichelhaltung ein. Das heißt, sie können sich nicht gut zur anderen Seite drehen. Da kann man als Außenstehender schon mal deutlich sehen, die eine Seite geht gut, die andere nicht.

Jetzt ist nicht immer der Bereich betroffen, der nicht so gut geht. Wenn ein Kind den Kopf nicht zur einen Seite drehen kann, heißt das nicht, dass der Kopf betroffen ist. Manchmal gibt es noch eine Drehbewegung im Körper, die noch von der Geburt kommt. Kinder liegen eigentlich in einer Spiralbewegung im Bauch und sie drehen sich auch über eine Spiralbewegung aus dem Körper raus. Manchmal haben sie diese Bewegung noch im Körper drin und dann nehmen sie oftmals so eine Haltung ein. Dann schaue ich erst einmal, wo fängt diese Spirale an. Das zeigen einem Kinder sehr deutlich, weil sie diese Bewegung gerne mitmachen und sie sich dann aus der Spirale rausbewegen.

Angenommen bei einem Kind steht ein Wirbel schief – wie sorgst du dafür, dass der wieder reinkommt?

Man legt die Hände unter die Wirbelsäule oder unter den Brustkorb. Bei den Kindern ist das alles noch so klein, dass heißt es reichen zwei Finger aus. Du setzt einen Finger über den betroffenen Wirbel, den anderen unten der Wirbel legen und lässt die Kinder ganz tief atmen. Man nennt das Traktion: Man bewegt die Finger ganz leicht auseinander, so dass der Wirbel sich wieder ein bisschen zurückroutieren kann. Ohne dass man es zurecht rückt oder irgendwo zerrt oder zieht. Eigentlich machen die Kinder das durch eigene Bewegungen.

Das heißt, Eltern brauchen keine Angst zu haben?

Eltern müssen überhaupt keine Angst haben und Eltern sind auch immer mit dabei. Das ist mir ganz wichtig, dass die immer mit schauen können. Und die Kinder geben die Grenzen vor. Wenn ihnen irgendwas überhaupt nicht angenehm ist, dann quittieren sie das sofort, äußern sich sofort und sagen „weg da“, wischen einen auch oft mit der Hand weg, wenn sie das nicht haben wollen und sind da sehr deutlich. Und das berücksichtige ich sehr.

Wie ist das mit Schreikindern, kann da Osteopathie helfen?

Ja, da schaue ich auch ersteinmal nach der Ursache. Schreien ist nicht immer gleich schreien. Man schaut und geht einmal die Systeme entlang. Sitzt irgendetwas verkehrt? Ist das Kind noch im Mutterleib und ist noch mit etwas anderem beschäftigt? Braucht es Ruhe? Braucht es ganz viel Nähe?

Und dann ist es ganz wichtig, dass man die Eltern mit anleitet. Wie sieht die Situation zu Hause aus – gibt es da Ruhe, gibt es keine? Braucht das Kind Nähe, braucht es eher Distanz? Es gibt auch Kinder, die brauchen ihren eigenen Raum.

Welche Probleme kannst du bei Schwangeren oder auch Müttern behandeln?

Was so ganz klassisch in der Schwangerschaft ist, sind Ischiasprobleme oder alle möglichen Beckenprobleme. Oder heftige Probleme: Wenn der Beckenring gestört ist, man nennt das Symphysensprengung. Aber auch Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen. Auch geht es manchmal darum, erst einmal zu akzeptieren, dass man schwanger ist. Das fällt auch der einen oder anderen schwer. Da muss man beide zusammenbringen und schauen, wie Kind und Mutter zusammenwachsen.

Dann gibt es auch zum Beispiel noch Beschwerden mit den Flüssigkeiten in der Schwangerschaft. Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen, in den Händen, was zu Kapaltunnelsyndrom oder einschlafenden Händen nachts führen kann. Da kann man entstauend arbeiten im ganzen Halsbereich, Handbereich, Armbereich.

Thema: Zahnen – was kannst du da machen?

Etliche Knochen sind am Kiefer beteiligt und am ganzen Gesicht. Schaut man sich ein bisschen das Zusammenspiel der unterschiedlichen Knochen an, kann man die Kinder ganz gut entspannen bei der Zahnentwicklung.

Was auch immer interessant ist: Ab dem Zeitpunkt der Zahnung entwickelt sich der Kiefer in eine andere Richtung, das heißt man schaut sich auch den ganzen Verlauf der Wirbelsäule an und von den ganzen Systemen, die vorne am Mund runterziehen und sieht zu, dass man sie ein bisschen entspannen kann. Das Thema Zähne ist ein schmerzhaftes Thema, aber nicht für alle Kinder. Es ist immer gut, wenn die Kinder etwas zum Draufbeißen haben, damit sie Gegendruck erzeugen können.

Und wie ihr auf den Bildern seht, habe auch ich (Doro) meine Tochter bei Kirsten behandeln lassen. Beim ersten Mal war sie erst wenige Wochen alt. Es schien alles gut soweit, nur bei der Verdauung hat es eine gewisse Zeit – sagen wir – geharkt.. Eine Behandlung hat damals ausgereicht – und alles war wieder tiptop im Fluß.

Dieses Mal sollte sich Kerstin Anni mal anschauen, weil sie unruhig war, sprich: tagsüber, vor dem Schlafengehen, nachts.

Bei der Behandlung hat meine Tochter erst total still gehalten und dann wurde deutlich, dass sie sie sogar richtig gut fand, was sie uns mit einem freudigen „Wippen“ von einem aufs andere Bein gezeigt hat. Offenbar hatte sie sich am Hintern irgendetwas eingeklemmt (um es mal in meinen Worten auszudrücken).

Sensationell: Auch danach blieb sie so entspannt, die Unruhe war weg. Ich würde jederzeit wieder hingehen und kann euch auch nur empfehlen: Falls es irgendwo bei euren Süßen „harkt“, dann probiert die Kinderosteopathie doch einfach mal aus!

Lieben Dank dir für das Interview, Kerstin!

Mögliche Beschwerden

Mögliche Beschwerden sind:
• Rücken- und Nackenproblemen: Schmerzen, Hexenschuss, Hernien, Blockaden, Muskelversteifung, Bewegungseinschränkungen etc.
• Gelenkprobleme: Schmerzen, Frozen Shoulder, Tennisarm etc.
• Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerz, Migräne, Schwindel
• Sportverletzungen: Verstauchungen, wiederkehrende Entzündungen, Sehnenentzündung, Krämpfe, Schmerzen etc.
• Organbeschwerden: Sodbrennen, Magensäure, Völlegefühl, Darmbeschwerden, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden etc.

Kindern kann die Osteopathie helfen bei übermäßigem Weinen, Reflux, funktionalen Haltungsabweichungen, Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen, Entwicklungsrückständen, Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Darmkrämpfen, Stuhlproblemen etc.

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist ein manuelles Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für Bewegungsapparat, Organe und Gewebe im Körper. Der Osteopath untersucht und behandelt die Bewegungsmöglichkeit all dieser Systeme manuell und sucht nach Bewegungseinschränkungen, die mit den Beschwerden des Patienten zusammenhängen können. Osteopathen greifen auf umfassendes praktisches Wissen im Bereich Anatomie, Physiologie, Neurologie und Pathologie zurück.

Ein Osteopath verschafft sich einen Überblick über alle Blockaden und Bewegungseinschränkungen im Körper, die mit den Beschwerden zusammenhängen. So sucht er nach der Ursache der Beschwerden und behandelt diese durch Manipulation, Muskeltechniken und Mobilisation. Der Osteopath heilt nicht, sondern regt den Körper zur Selbstheilung an. Zu diesem Zweck löst er Blockaden und Bewegungseinschränkungen, die einer Genesung im Wege stehen. Geräte oder Medikamente werden nicht eingesetzt.

Nach der Behandlung braucht der Körper eine gewisse Zeit, um auf die Behandlungstechniken zu reagieren. Meist wird zwischen den Behandlungen mindestens eine Woche gewartet.

Was ist Osteopathie und was macht ein Osteopath?

Veröffentlicht von Rohit Mathur 09.12.2012 Schlagwörter: Behandlung, Osteopathen, Osteopathie

Hast du dich schon einmal gefragt, was ist Osteopathie und was macht ein Osteopath eigentlich? Die Arbeit des Osteopathen gehört in den Bereich der Naturheilkunde. Doch was macht ein Osteopath wirklich? Seine Behandlungsmethoden wirken ganzheitlich und sollen den menschlichen Körper zur Selbsthilfe animieren. Das kann zum Beispiel durch die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte erreicht werden.

Die Hände sind die einzigen „Arbeitsinstrumente“ eines Osteopathen. Sein Tastsinn ist hervorragend ausgeprägt und wird während der verhältnismäßig langen Ausbildung besonders intensiv geschult. So spürt er zunächst beim Patienten mit Hilfe seiner Hände körperliche Blockaden, Dysfunktionen und Verspannungen auf, um diese dann manuell zu lösen. Dabei denkt er fachübergreifend.

Im Mittelpunkt der Behandlungsmethoden steht immer die Gesamtheit des menschlichen Körpers und das Wissen darum, dass alle Körperfunktionen miteinander in Wechselwirkung stehen. Alles ist im Fluss und in fortwährender Bewegung. Sollten bei der Untersuchung Störungen dieses natürlichen Gleichgewichtes wahrgenommen werden, kann durch die osteopathische Behandlung oft eine Linderung oder sogar eine Heilung dieser Beschwerden erreicht werden. Die Ausbildung zum Osteopathen ist erst nach vier oder fünf Jahren abgeschlossen.

WAS UNTERSCHEIDET EINEN CHIROPRAKTIKER VON EINEM OSTEOPATHEN?

Die Chirotherapie ist nur als Teilbereich der Osteopathie anzusehen. Der Chiropraktiker befasst sich im Großen und Ganzen mit der Behandlung von Beschwerden, welche mit der Wirbelsäule und dem Bewegungsapparat im Zusammenhang stehen. Der Osteopath tut dieses ebenfalls, aber sein Tätigkeitsfeld wird noch durch weitere Schwerpunkte ergänzt, wie zum Beispiel die Behandlung von Funktionsstörungen des Bindegewebes, der Knochen und der inneren Organe. Ein Chiropraktiker absolviert auch eine kürzere Ausbildungszeit als ein Osteopath.

WANN IST ES EMPFEHLENSWERT, EINEN OSTEOPATHEN AUFZUSUCHEN?

Ein Osteopath unterstützt die Schulmedizin, kann und will jedoch kein Ersatz für einen vorhergehenden Arztbesuch sein. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch Ärzte, welche eine osteopathische Zusatzausbildung absolviert haben und entsprechende Behandlungen in ihrer Praxis mit anbieten. Migräne, Tinnitus und Schwindelgefühle – oft beeinträchtigen diese lästigen Beschwerden die Lebensqualität eines Menschen erheblich, ohne dass der Arzt eine eindeutige Diagnose stellen kann. Auch nach Unfällen oder Sportverletzungen kann es sein, dass die Schulmedizin dem Patienten keine weitere Möglichkeit zur Linderung seines Leidens in Aussicht stellt. Die Schmerzen nach einem erlittenen Schleudertrauma oder der sogenannte „Hexenschuss“ rauben einem Betroffenen viel von seiner Lebensfreude und erschweren die Bewältigung alltäglicher Aufgaben erheblich. Bei allen diesen aufgeführten Beispielen könnte eventuell der Osteopath eine sinnvolle Unterstützung auf der Suche nach den Ursachen geben und anschließend eine entsprechende Therapie zur Besserung bzw. Heilung der Beschwerden durchführen. Weitere klassische Arbeitsgebiete sind die Behandlung von Verdauungs- und Rückenbeschwerden und einigen Arten von Kopfschmerzen. Eventuell kann mit einer osteopathischen Behandlung auch einem sogenannten „Schreibaby“ geholfen werden.

WIE LÄUFT EINE BEHANDLUNG BEIM OSTEOPATHEN AB?

Zunächst wird immer eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Es werden auch länger zurückliegende Vorfälle im Lebenslauf des Patienten berücksichtigt, welche möglicherweise im Zusammenhang mit dem aktuellen Problem stehen könnten. Danach erfolgt durch das Abtasten mit den Händen eine intensive körperliche Untersuchung. Nachdem sich der Osteopath ein umfassendes Bild vom Gesamtzustand seines Patienten gemacht hat, wird er einen Therapieplan aufstellen und nach diesem dann die notwendigen manuellen Behandlungen durchführen.

Was hilft bei einem Beckenschiefstand?

Wie kann ein Beckenschiefstand entstehen?

Ein schiefes Becken kann viele Ursachen haben. Ärzte unterteilen diese in zwei Kategorien:

  • Funktionelle Kippung: „Der Schiefstand ist hier meist durch muskuläre Verspannungen der Gesäßmuskulatur und der unteren Rückenmuskulatur bedingt. Löst sich die Verspannung, kehrt meist alles von alleine wieder in den Normalzustand zurück“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für Orthopädie in Taufkirchen bei München und Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga. Verrenkungen oder einseitige Belastungen etwa durch Sport oder das Tragen einer schweren Tasche über einer Schulter zählen zu den Auslösern. Häufig ist dann eine „funktionelle Beinlängendifferenz“ die Folge, bei welcher ein Bein durch das schiefe Becken nur länger scheint als das andere.
  • Strukturelle Kippung: Sie ist anatomisch bedingt. Das schiefe Becken ist also durch Form und Maße des Körpers festgelegt und kehrt nicht von alleine in eine gerade Position zurück. Mögliche Ursachen sind Unfälle, Operationen, Prothesen oder eine entsprechende genetische Veranlagung. „In den meisten Fällen sind jedoch unterschiedlich lange Beine der Grund für den Beckenschiefstand“, so Schneiderhan. Hier müssen Ärzte zunächst weiter der genauen Ursache nachgehen, denn unsere Beine sind nur selten wirklich gleich lang.

Wie unterschiedlich dürfen Beine sein?

Ist ein Bein nur wenige Millimeter länger oder kürzer als das andere, ist das kein Grund zur Sorge. Der Körper gleicht das in der Regel problemlos aus. Daher merken die Betroffenen – Frauen wie Männer gleichermaßen – davon nichts. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Menschen mit Beinlängenunterschied beträgt die Differenz einen halben Zentimeter oder mehr. „Ab etwa sechs Millimetern Differenz sollte eingegriffen oder zumindest beobachtet werden“, rät Schneiderhan. Am häufigsten tritt solch ein deutlicher Unterschied im Wachstumsalter auf, da die Beine nicht immer gleich schnell wachsen. Mit den Jahren reguliert sich das von selbst.

Wie stellt der Orthopäde einen Beckenschiefstand fest?

Um einen Beckenschiefstand oder unterschiedlich lange Beine festzustellen, bedarf es keiner aufwändigen Diagnostik. Dem geschulten Auge des Orthopäden genügt oft ein Blick auf die Muskulatur und die Silhouette. „Dabei stelle ich mir Fragen wie: Hat die Muskulatur bereits auf einen Schiefstand reagiert? Musste sie schon kompensieren und ist daher an bestimmten Stellen stärker ausgeprägt? Hat sich eine Skoliose entwickelt?“, erklärt Orthopäde Schneiderhan. Reicht das nicht aus für eine Diagnose, wird üblicherweise geröntgt. Es gibt auch Verfahren, die nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden sind. „Wir arbeiten heute mit der sogenannten 4D-Wirbelsäulenvermessung. Dabei wird der Rücken optisch abgescannt und die Rückenoberfläche mit einem Lichtraster vermessen“, erzählt Schneiderhan. Das hat zwei Vorteile: Zum einen können die Weichteile und die muskuläre Silhouette bildlich wiedergegeben werden – das ermöglicht einen besseren Informationsaustausch zwischen Arzt und Physiotherapeut. Da diese Methode außerdem ohne Röntgenbelastung auskommt, eignet sie sich nicht nur besonders gut für Kinder, sondern auch für regelmäßige Verlaufskontrollen. Ist der Beckenschiefstand zum Beispiel wachstumsbedingt, kann der behandelnde Arzt mit einfachen Mitteln regelmäßig überprüfen, ob er eingreifen muss oder nicht.

Was können die Folgen eines Beckenschiefstands sein?

Das Becken entspricht einer zentralen Stelle der Kraftübertragung in unserem Bewegungsapparat. Es ist fest mit dem Kreuzbein verbunden. Von dort aus ragt die Wirbelsäule nach oben, sorgt für Haltung und trägt unseren Kopf. Da im Becken auch die Hüftgelenke verankert sind, passt es sich jeder Bewegung unserer Beine an. Steht das Becken dauerhaft schief, gerät je nach Ausprägung also beinahe der gesamte Bewegungsapparat aus seiner normalen Position. Die Beschwerden beginnen dann beckenaufwärts in Form von Schmerzen und Verspannungen: bei Frauen meist mehr im Bereich der Halswirbelsäule und bei Männern eher im Bereich der Lendenwirbelsäule. Sogar Kopf- und Kieferschmerzen sind möglich: „Manch ein Zahnarzt schickte seinen Patienten schon zum Orthopäden wegen Zahnschmerzen, die sich als eine Kiefergelenksdysfunktion herausstellten. Verursacht durch ein schiefes Becken“, so Reinhard Schneiderhan. Hat sich bereits eine (funktionelle) Skoliose entwickelt, verschleißen Wirbelgelenke und Bandscheiben schneller.

Beckenabwärts kann eine Schiefstellung auf Dauer zu einer schlechteren Beweglichkeit der Hüft- und Kniegelenke führen. Weil Gelenkkopf und -pfanne nicht gerade aufeinander sitzen, nutzen sich Gelenkknorpel ungleichmäßig ab. Auch Funktionsstörungen im Kreuz-Darmbein-Gelenk – dem sogenannten Iliosakralgelenk – können die Folge eines Beckenschiefstands sein.

Wie kann ein Beinlängenunterschied behandelt werden?

Die Therapieempfehlung bei Beinlängendifferenz hat sich in den letzten Jahren geändert. Früher erhielten Patienten auch bei kleinen Längenunterschieden den Rat, ausgleichende Einlagen zu tragen. Weil aber ein Beckenschiefstand ebenso wie eine Beinlängendifferenz so häufig vorkommt, ohne Beschwerden zu bereiten, betrachten die Experten das Thema heute etwas differenzierter. „Ob eine Beinlängendifferenz ausgeglichen werden sollte oder nicht, hängt unter anderem auch von der Körpergröße ab“, sagt Orthopäde Schneiderhan. Ist etwa ein Bein fünf Millimeter kürzer als das andere, bereitet das einem Zwei-Meter-Mann weitaus weniger Probleme als einer Frau, die rund einen halben Meter kleiner ist. Kommt schleißlich die Schuh-Einlage oder eine Sohlenerhöhung zum Einsatz, heißt es erst einmal Ausprobieren und Beobachten. Im Laufe der Zeit wird der Orthopäde nach Möglichkeit die Korrekturmaßahme nach und nach optimieren. Falls sich aber die Beschwerden innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen verschlechtern oder gar neue Probleme hinzukommen, heißt es vom Längenausgleich wieder abzusehen. Bei einem Längenunterschied von mehr als drei Zentimetern hilft mitunter eine Operation.

Wie kann ein Beckenschiefstand behandelt werden?

Bei einem funktionellen Beckenschiefstand müssen vor allem die richtigen Muskeln gekräftigt werden. Wer seinen Körper über längere Zeit sehr einseitig belastet, trainiert auch nur einseitig seine Muskulatur. Das führt dazu, dass beispielsweise das Becken oder die Wirbelsäule in Richtung der stärkeren Muskeln gezogen wird – und mündet im schlimmsten Fall zu einem Beckenschiefstand oder einer Skoliose. Daher gilt es, die Muskeln beider Seiten beispielsweise durch Krankengymnastik ausgewogen zu kräftigen und Defizite auszugleichen. „Das löst nicht nur schmerzhafte Verspannungen, sondern bringt auch das Becken wieder in seine normale Position zurück“, so Schneiderhan.

Ein funktioneller Beckenschiefstand kann aber auch durch eine Blockade entstehen – man hat sich sprichwörtlich „verrenkt“. Solche Verschiebungen und Blockaden lassen sich meist gut manuell therapieren, etwa durch Einrenken. „Das Einrenken bedeutet am Gelenk nur einen vergleichsweise kleinen Schritt. Die Spannung der gesamten umliegenden Muskulatur kann sich dann aber wieder normalisieren“, erklärt Schneiderhan. Ein schiefes Becken oder verschieden lange Beine sollten mit der richtigen Diagnostik und Therapie heute also keine Problem mehr bereiten.

Beckenschiefstand

Bei einem Beckenschiefstand wirkt sich dies auf den kompletten Körper aus. Denn das Becken ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt in unserem Körper. Es verbindet die unteren Extremitäten, die Beine, mit dem beweglichen unteren Teil der Wirbelsäule, dem Kreuzbein. So kannst Du Dir sicher leicht vorstellen, dass eine schiefe Ebene hier weitere schiefe Reaktionen hervorrufen kann.

70% der westlichen Bevölkerung leiden an einem dezent schiefen Becken. Allerdings ist der Körper meist in der Lage dies leicht auszugleichen.

Ursache

Ursächlich unterscheidet man folgendes:

  • Strukturelle Kippung – ist anatomisch bedingt und kann sich dadurch nicht von alleine wieder beheben. Häufig tritt diese Art des Beckenschiefstandes nach Unfällen, Operationen oder bei ausgeprägter Beinlängendifferenz auf.
  • Funktionelle Kippung – beruht im Gegensatz zur strukturellen Kippung auf muskulärer Verspannung, die eine Verschiebung gewisser Strukturen verursacht. Kann diese Verspannung gelöst werden, so gleicht sich der Schiefstand wieder aus und das Beschwerdebild wird besser. Schuld sind hier häufig einseitige Fehlbelastungen wie schweres Heben, mangelnde Bewegung oder eine Blockade im Kreuzbein-Darmbein-Gelenk.

Auch ist wichtig zu wissen, dass manchmal gar nicht zuerst der Beckenschiefstand da war, sondern eventuell eine Schiefstellung an einem anderen Teil der Wirbelsäule. Zum Beispiel kann aus einem dauerhaft verspannten Kiefergelenk eine Fehlstellung der Halswirbelsäule resultieren. Dies wird dann auf die restliche Wirbelsäule bis nach unten zum Beckenbereich übertragen da der Körper ja versucht die Dysharmonie auszugleichen um insgesamt wieder gerade zu werden. (Hier findest Du Informationen was Du selbst bei einem verspannten Kiefergelenk tun kannst.)

Bestehen die Beschwerden schon lange ist dies jedoch genauso eine Frage wie nach dem Huhn und dem Ei. Was war zuerst da? Was bedingte sich daraus? Manchmal sind solche Fragen einfach nicht mehr zu beantworten.

Symptome

Viele der hier aufgeführten Symptome zeigen sich durch Schmerzen an den jeweiligen Stellen. Denn liegt ein Beckenschiefstand vor, so liegen die Beschwerden oftmals nicht dort, wo man sie erwarten würde – also im Beckenbereich. Sondern durch die Fehlstellung des gesamten Körpers können Organe und Gelenke von Kopf bis Fuß betroffen sein:

Kopf

  • Tinnitus
  • Kiefergelenksschmerzen
  • Kopfschmerzen

Wirbelsäule

  • HWS-Symptomatik
  • Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke
  • Verschleißerscheinungen der Bandscheiben
  • ISG-Beschwerden

Weitere Gelenke

  • Abnutzung von Hüft- und Kniegelenken

Organe

  • Magenschmerzen
  • Atemprobleme
  • Herzprobleme

Beckenschiefstand korrigieren

Wie bereits erwähnt bedarf nicht jedes leicht schief gestellte Becken einer Korrektur. Ganz im Gegenteil viele von uns leben seit Jahren sehr gut damit denn unser Körper kann gerade kleinere Fehler leicht selbst ausgleichen.

Eine Beinlängendifferenz zum Beispiel wird bis zu 6 mm Unterschied noch als physiologisch bezeichnet. Besteht mehr Unterschied wird dieser zunächst beobachtet bzw. dann vor allem bei Beschwerden eingegriffen. Zunächst wird mit Einlagen versucht den Unterschied auszugleichen, manchmal entstehen dadurch mehr Beschwerden, so werden die Einlagen wieder entfernt.

Auch Operationen zum Ausgleich dieses Unterschiedes ist möglich, wird aber nur im letzten Ausweg eingeschlagen.

Wenn die Ursache auf einer funktionellen Kippung beruht – in erster Linie also verspannte Muskeln die Ursache sind – so wird allgemein empfohlen es sich diese zunächst sanft zu lockern und zu dehnen um dann mit gezieltem und seitengleichem Muskeltraining zu beginnen.

Beckenschiefstand Übungen – was kann ich tun?

Da ein Beckenschiefstand oftmals auf einer Muskelverspannung beruht ist es notwendig die verspannten Muskelpartien zu lockern. Möglichkeiten hierfür wären zum Beispiel

  • Yoga
  • Massage
  • Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung

Da die Problematik eines schiefen Beckens meist doch schon länger besteht helfen manchmal Übungen und Entspannung alleine nicht mehr. Hier gibt es zusätzlich die Möglichkeit durch Cranio Sacrale Behandlungen den Körper zu unterstützen um sich selbst wieder zu korrigieren und ins Gleichgewicht zu kommen

Beckenschiefstand & Craniosacrale Behandlung

Da eben sehr oft nicht klar ist, welches Problem zuerst da war und im Folgenden dann andere Beschwerden nach sich gezogen hat liegt der große Vorteil in der Wirkungsweise der Craniosacralen Biodynamik. Es geht nicht darum, dass ich als Behandelnde wissen muss wo die ursächliche Fehlstellung liegt denn das weiß der schmerzende Körper am allerbesten.

Doch durch die sanfte Behandlung mittels Craniosacraler Körperarbeit wird ermöglicht, dass der Körper selbst wieder in der Lage ist, diese Probleme auszugleichen und in eine physiologische Stellung zurück findet.

Hier möchte ich erwähnen, dass gerade Beschwerden, die schon einige Jahre bestehen nicht durch ein oder zwei Behandlungen aufgelöst werden können. Doch jeder Körper reagiert anders und ich habe in meiner Praxis in Wien schon die Erfahrung gemacht, dass zumindest die ersten Schmerzen schon nach wenigen Behandlungseinheiten deutlich besser werden.

Der Körper braucht Zeit in Ruhe wieder in eine natürliche Position zu finden und diese Zeit gebe ich ihm!

Hast Du weitere Fragen zu diesem oder anderen Themen, so melde Dich einfach telefonisch oder per Mail bei mir.

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Christine Altenhöfer

Craniosacrale Biodynamik und K-Taping-Therapeutin bei Christine Altenhöfer Ich biete Craniosacrale Biodynamik für alle Altersklassen an und unterstütze das gern mit tapen. Nebenbei blogge ich zu verschiedenen Gesundheitsthemen, beschäftige mich mit gesunder Ernährung und sportlichem Ausgleich.

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