Oma mit opa

Großeltern Enkel Beziehung – Etwas ganz besonderes

Sie haben Zeit, sind geduldig, offen und wissen, dass vieles, was nicht so schön ist, auch wieder vorbeigeht. Großeltern spielen oft eine ganz besondere Rolle im Leben ihrer Enkel – und umgekehrt. Worin liegt der Schlüssel ihrer besonderen Beziehung zueinander.

Die Gemeinsamkeiten zwischen Großeltern und ihren Enkeln

Großeltern und ihre Enkel haben erst einmal sehr viele Gemeinsamkeiten. Großeltern stehen, wenn auch nicht in dem Tempo wie ihre Enkel, ebenfalls vor großen Entwicklungsaufgaben. Dem Abschied von ihrem Berufsleben, ihrem Lebenspartner oder langjährigen Freunden etwa. Ihre Enkel können ihnen Trost geben und ihnen dabei helfen, sich im Leben neu zu orientieren. Umgekehrt helfen Großeltern ihren Enkeln, sich frei zu machen von kindlichen Bindungen und in die Welt hinauszugehen.

Die Bedeutung der Großeltern für Kinder

Viele Kinder lieben ihre Großeltern heiß und innig. Für fast alle Enkelkinder ist die Beziehung zu ihren Großeltern sehr wichtig. Die meisten Enkel beschreiben ihre Großeltern als liebevoll, großzügig und kameradschaftlich. Das Wichtigste für sie ist, dass Oma bzw. Opa einfach da sind, sich immer Zeit für sie nehmen und zuhören. Bei den Großeltern stehen die Enkel eher im Mittelpunkt und außerdem sind sie meistens nicht so streng. Großeltern sind mit ihrem Enkelkind quasi von Geburt an vertraut und dennoch spürbar anders als die Eltern.

Für die Mehrzahl der Kinder stellen die Großeltern heute sogar die wichtigsten Bezugspersonen nach den Eltern dar. Diese herausragende Rolle von Oma und Opa wird unter anderem durch eine Studie des Generationen-Barometers des Instituts für Demoskopie Allensbach belegt.

Doch was macht diesen Generationenbund so einzigartig?

Wer erinnert sich nicht gerne daran, wenn er zusammen mit Oma Plätzchen gebacken hat.

Großeltern sehen die Kinder in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum. Doch in diesem schenken sie ihnen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Nicht selten lesen Oma und Opa ihren Enkeln deshalb jeden Wunsch von den strahlenden Kinderaugen ab. Sie verwöhnen die Kleinen, helfen ihnen viele neue Dinge zu erlernen und tragen mit ihren Erzählungen und Geschichten Wissen und Vergangenheit weiter. Dies alles ist wichtig für den Familienzusammenhalt.

Enkel fühlen sich durch diese ungeteilte Aufmerksamkeit besonders wichtig, geborgen und wertgeschätzt. „Ich bin so gern bei Oma und Opa, weil wir dann immer tolle Dinge unternehmen und ich bei ihnen mein eigenes Gemüsebeet besitze“, so die 10-jährige Jessica (Name von der Redaktion geändert) über die Zeit mit ihren Großeltern.

Diese positiven Erinnerungen und Erlebnisse prägen die Heranwachsenden in ihrer Persönlichkeit und wirken sich günstig auf ihre Entwicklung aus. Noch Jahre später denken deshalb viele Menschen gern an ihre Zeit mit den Großeltern: An bestimmte Gerüche wie den leckeren Apfelkuchen, an gemeinsame Aktivitäten wie den wöchentlichen Besuch im Schwimmbad oder bestimmte Attribute wie Opas dicke Augenbrauen.

Ein Leben ohne Großeltern-Enkel-Beziehung

Leider gelingt nicht allen Großeltern und Enkeln ein harmonisches Verhältnis, manchmal gibt es Streit aufgrund unterschiedlicher Erziehungsansichten der Eltern und Großeltern. Unter diesem schlechten Verhältnis leiden dann alle Beteiligten.

Ebenfalls schade ist, dass viele Kinder weit weg von ihren Omas und Opas wohnen und diese nur sehr selten sehen. Das persönliche Gespräch, über die Wange streicheln, den Geruch der Großeltern und von ihnen in den Arm genommen werden, können selbst die modernsten Kommunikationsmedien nicht ersetzen.

Die Enkelkinder sind wichtig für Omas und Opas

Enkelkinder halten Großeltern jung.

Die meisten Großeltern empfinden Stolz und Freude wenn sie an ihre Enkelkinder denken. Enkel geben ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden, sie halten sie jung und geben ihrem Lebensalltag wieder den richtigen Schwung. Viele Großmütter empfinden ihre Rolle als Oma sogar schöner als die Mutterrolle – schließlich müssen sie nicht so viel Erziehungsarbeit leisten.

Darüber hinaus erfahren ältere Menschen in der Großelternrolle eine gesellschaftliche Bestätigung. „Alt werden“ ist in unserer Gesellschaft recht negativ behaftet. „Großmutter oder Großvater“ sein hingegen ist viel positiver besetzt.

Hinweis:

Forscher der Edith Cowan University fanden jetzt heraus, dass die Lebenserwartung von Großeltern ansteigt, wenn diese sich um ihre Enkel kümmern. Die Pflege der Enkelkinder kann das Leben der Großeltern sogar um bis zu fünf Jahre verlängern.

Darüber hinaus profitieren Großeltern von ihren Enkeln, indem sie durch sie vieles Neues entdecken. Enkelkinder erweitern ihren Horizont und halten sie fit. So mancher über 70-Jährige hat beispielsweise erst durch seine Enkel den Zugang zum Internet oder Smartphone gefunden und ist damit anderen Altersgenossen immer ein Stück voraus.
Beziehung Großeltern zu Enkeln im Wandel

Auch Enkelkinder übernehmen häufig Verantwortung für die Pflege der Großeltern.

Wie jede Beziehung ändert sich auch die Beziehung zwischen Großeltern und ihren Enkeln im Laufe der Zeit. Großeltern wandeln sich im Laufe der Jahre vom Babysitter, zu Spielkameraden und Erzählern hin zu Beratern oder sogar Mentoren.

Je stärker die Bindungen zwischen Großeltern und Enkeln im Kindes- und Jugendalter sind, desto stabiler sind die Beziehungen auch, wenn die Enkelkinder längst eigene Familien haben. So kommen viele Großeltern auch noch in den Genuss, ihre Urenkel zu erleben.

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So wichtig sind die Großeltern für die kindliche Entwicklung

Großeltern sind für viele Familien zuverlässige Babysitter. Die Gründe liegen auf der Hand: Wir wissen, dass sie die Kinder lieben, sie kosten uns meistens nichts und haben ja schließlich auch uns großgezogen. Doch die Wissenschaft hat inzwischen schon oft bewiesen, dass Großeltern noch dazu einen wirklich guten und wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Enkel haben. Es gibt eben ein paar Dinge, die Oma und Opa einfach am besten können – und die jeder, der selbst das Glück hatte, viel Zeit mit Oma und Opa verbringen zu dürfen, garantiert bestätigen wird.

Kinder lernen, wie andere Menschen leben

Das Haus der Großeltern kann der perfekte Ort sein, um Kindern zu zeigen, dass sie auch bei anderen zu Hause sicher sind und geliebt werden. Für Kinder ist es wichtig zu sehen, wie andere Beziehungen funktionieren, welche Regeln in anderen Haushalten herrschen und dass sie sich auch dort geborgen und wohlfühlen können. Dies hilft ihnen dabei, Trennungsängste abzubauen oder vorzubeugen und lässt sie auch offener für Neues sein.

Großeltern wirken Wunder für das kindliche Selbstbewusstsein

Großeltern haftet immer dieses böse Vorurteil an, sie würden die Kinder verwöhnen. Ein Stück weit stimmt das mit Sicherheit, doch es ist durchaus auch gut für ihre Entwicklung, wenn Oma und Opa sie ein bisschen verwöhnen. Kinder lernen schnell, dass sie bei ihren Großeltern besonders behandelt werden, weil sie für Oma und Opa etwas ganz Besonderes sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie vom Rest der Welt erwarten, immer so behandelt zu werden wie bei Oma und Opa.

Aber, dass ihre Großeltern sie für das Größte halten, kann Kindern das nötige Selbstvertrauen geben, um auch an sich selbst zu glauben. Außerdem werden Kinder bei Oma und Opa nicht nur mit materiellen Dingen verwöhnt, sondern meistens auch mit Zeit und ganz viel Liebe. Viele Regeln, die zu Hause gelten, sind dort außer Kraft gesetzt. Mama und Papa bestehen vielleicht darauf, dass die Kleinen in ihren eigenen Betten schlafen, während Oma und Opa es genießen, wenn die Enkel bei ihnen im Bett schlafen und kuscheln.

Kinder lernen von ihren Großeltern

In unserer hektischen, digitalen Zeit fehlt es Eltern oftmals an Gelegenheiten, um ihren Kindern ein paar einfache handwerkliche Fähigkeiten beizubringen. Viele Eltern wissen auch einfach selbst nicht mehr, wie man stickt oder etwas repariert. Großeltern haben dagegen nicht nur die Zeit ihren Enkeln diese Dinge beizubringen, sie haben auch die nötige Geduld dazu. Großeltern müssen nicht von einem Termin zum nächsten hetzen und können den Kindern daher in aller Ruhe beibringen, wie beispielsweise Omas Pfirsichkuchen gebacken wird.

Großeltern vermitteln die Familiengeschichte

Von den Großeltern lernen Kinder zu einem wichtigen Teil, wer sie sind. Großeltern vermitteln durch ihre Geschichten, wie sich die Familie entwickelt hat. Sie können nicht nur erzählen, wie sie selbst aufgewachsen sind und wie die Familie damals gelebt hat, sondern sie wissen meist auch noch wie ihre eigenen Großeltern gelebt haben. So lernen Kinder etwas über die gesamte Familiengeschichte und können diese mit ihrer eigenen Identität in Verbindung bringen. Großeltern helfen also dabei, auf die wichtige Frage „Wer bin ich?“ eine Antwort zu finden.

Beide Seiten leben glücklicher

Inzwischen haben zahlreiche Studien festgestellt, dass das Risiko, an einer Depression zu erkranken, für Kinder, die eine enge Bindung zu ihren Großeltern haben, wesentlich geringer ist. Das gilt für ihre Kindheit, aber auch noch im Erwachsenenalter. Eine Studie des Boston College fand sogar heraus, dass nicht nur das Risiko bei den Kindern sinkt, sondern auch bei den Großeltern.

Großeltern und Enkel beeinflussen sich positiv. Den Großeltern vermittelt der enge Kontakt das Gefühl, gebraucht zu werden, während die Kinder in den Großeltern ein weiteres Sicherheitsnetzwerk haben. Egal, was in ihrem Leben passiert, sei es ein Umzug, Mobbing oder sogar eine Scheidung der Eltern – die Großeltern bleiben eine Konstante im Leben der Kinder, die sie bedingungslos liebt. Was uns zum nächsten Punkt bringt…

Mehr Liebe

Natürlich ist die elterliche Liebe noch immer die wichtigste für die Entwicklung des Kindes, aber eine weitere Person, die dem Kind bedingungslose Liebe schenkt, ist immer etwas Gutes. Die Liebe der Großeltern zum Kind ist meistens auch etwas simpler. Denn Großeltern haben keinerlei Erwartungen an ihre Enkel (außer vielleicht mal Urenkel) und sie haben schon lange genug gelebt und Erfahrungen gesammelt, um zu wissen, dass Erfolg nicht am Ende einer geraden Linie wartet. Sie wissen, dass wir alle mal Rückschläge und Stolperfallen wegstecken müssen und in diesen Zeiten vielleicht sogar eine extra Portion Liebe brauchen – die Oma und Opa nur zu gerne geben.

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Die „Super“-Omas: Wenn Großeltern um die Enkel konkurrieren

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Mit den einen Großeltern geht es in den Freizeitpark, mit den anderen in den Kurzurlaub. Von den einen Großeltern gibt es hundert Euro für das Zeugnis, die anderen kontern mit einer Modelleisenbahn.

In manchen Familien konkurrieren Großeltern mit überaus großzügigen Geschenken oder aufregenden Ausflügen um die Zuneigung und Aufmerksamkeit ihrer Enkelkinder.

Diese Rechnung mag kurzzeitig aufgehen, aber langfristig hat die ganze Familie darunter zu leiden. „Die besseren Großeltern sein wollen, das ist ein großer Konfliktpunkt“, erklärt Annemie Wittgen von der Bundesinitiative Großeltern mit Sitz im nordrhein-westfälischen Euskirchen.

Der Wunsch nach Aufmerksamkeit

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Hinter einem solchen Verhalten steckt vor allem der Wunsch nach Aufmerksamkeit, erklärt Winfried Schmidt vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Dabei geht es nicht nur um die der Enkel selbst: „Die Großeltern sind oft nicht mehr berufstätig, vielen fehlt eine Betätigung“, erklärt der Diplom-Psychologe mit Praxis in Arpshagen in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Enkel sind gegenüber Freunden, Bekannten oder Nachbarn etwas, davon kann man erzählen.“ Nicht selten geht das aber noch weiter: „Viele Großeltern definieren sich über ihre Enkel. Und dann wird es kritisch.“

Das sieht Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen mit Sitz in Bonn ähnlich: „Manchmal sind Großeltern so fixiert auf das Enkelkind und betrachten jeden mit Argusaugen, der den Kontakt schmälern könnte.“ Auch die anderen Großeltern.

Kann man sich Zuwendung erkaufen?

Versuchen Großeltern, das Enkelkind mit immer größeren Geschenken und ausgefalleneren Unternehmungen an sich zu binden und die anderen Großeltern zu übertrumpfen, erkaufen sie sich Zuwendung, betont Schmidt. Das steigert sich, schaukelt sich hoch. Und: „Es ist nicht echt, es geht dabei nicht unbedingt um die Enkel.“

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Natürlich gibt es keine festgeschriebene Summe, die Großeltern monatlich für die Enkel ausgeben, oder eine empfohlene Anzahl an Stunden, die sie mit ihnen verbringen sollten. Daher ist es nicht ganz leicht, selbst zu merken, ob man über das Ziel hinausschießt.

Deshalb sollten Großeltern sich bei Geschenken und Unternehmungen immer fragen, was sie damit erreichen wollen, rät Schmidt: Will ich die Bindung verbessern, indem ich womöglich noch die anderen Großeltern übertrumpfe, oder dem Kind eine Freude machen? „Wenn es Richtung Bindung und vor allem Macht geht, wird es kritisch.“

Und was lernen die Kinder daraus?

Denn mit den ausufernden Geschenken geht oft auch einher, dass das Kind alles darf, was es will. Das Ergebnis: „Das Kind lernt, dass man Forderungen stellen kann und die dann auch erfüllt bekommt“, sagt Schmidt. Das kann zu Problemen in der Erziehung führen.

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Um dem vorzubeugen, rät Wittgen zu Absprachen. „Man sollte mit den Eltern klären, was das Kind gebrauchen kann. Von klein auf.“ Auch die Großeltern untereinander sprechen sich am besten ab – vielleicht schenken sie sogar gemeinsam etwas. „Das kommt aber immer auf die Beziehung an.“

Ist die Konkurrenz zu den anderen Großeltern erst mal im Gange, hilft nur Kommunikation. Wer das Verhalten bei den anderen Großeltern bemerkt, spricht das am besten an. „Die Großeltern sollten miteinander und mit den Eltern reden“, erklärt Schmidt. Natürlich müssen sie damit rechnen, dass ein solches Gespräch auch erst einmal im Streit enden kann. „Aber manchmal kann ein klärendes Gewitter helfen.“ Am besten trifft man sich für ein solches Gespräch ohne die Enkel.

Das sollten Eltern tun

Lenz sieht auch die Eltern in der Pflicht. Wenn sie einen solchen Konkurrenzkampf bemerken, sollten sie klarmachen: „Wir wollen das nicht“, rät Lenz. Ein Argument, das eigentlich überzeugen sollte – ob es nun von den Eltern oder Großeltern genannt wird: „Ein solches Verhalten ist nicht im Interesse des Kindes beziehungsweise des Enkels.“

Am besten ist es immer noch, wenn Großeltern sich nicht ausschließlich über ihr Enkelkind definieren und es somit gar nicht erst zu einer Konkurrenzsituation kommt. „Je mehr Großeltern in ihren sozialen Bezügen verankert sind, desto weniger Bestätigung bedarf es durch die Enkel“, sagt Schmidt. Das kann etwa über Hobbys, Freunde oder ein Ehrenamt geschehen – Zuwendung lässt sich auf Dauer kaum erkaufen.

1. Kalender freihalten.

Halten Sie sich – wenn möglich – die Tage oder Wochen um den erwarteten Entbindungstermin frei. Im Idealfall sind Sie hier etwas flexibel: Die Zahlen schwanken, aber weniger als 10 Prozent der Babys kommen am errechneten Termin zur Welt. Wenn Sie selbst noch arbeiten oder eine längere Anreise vor sich haben kann dieser Punkt schwierig zu organisieren ein. Sprechen Sie daher frühzeitig alle Beteiligten an.

Wenn Sie Ihr erstes Enkelkind erwarten, sprechen Sie vor allem mit Ihrem Kind und dessen Ehepartner: Vielleicht ist es für die frischgebackenen Eltern hilfreicher, wenn Sie erst dann zu Besuch kommen, wenn der Kindsvater wieder arbeiten gehen muss? Dann ist Ihre Unterstützung besonders wertvoll. Sie können in dieser Zeit der Mutter dringend benötigte Pausen ermöglichen, indem Sie das Baby versorgen, mit ihm spazieren gehen oder im Haushalt helfen. Hören Sie hin, was sich die jungen Eltern am meisten wünschen. Dann klappt der gemeinsam Start in diese neue und aufregende Zeit ganz bestimmt.

2. Geschenke! Aber sicher.

Sie können es sicher kaum erwarten, Ihr zukünftiges Enkelkind nach Strich und Faden zu verwöhnen. Aber auch hier gilt: Erkundigen Sie sich erst bei den Eltern. Vor allem, wenn Sie Großes im Sinn haben.

Der Kuschelhase, das Schnuffeltuch, die handbestickte Krabbeldecke oder die selbst gestrickten Babyschühchen, dies alles sind Geschenke, bei denen Sie nichts falsch machen können. Inspirationen finden Sie hierfür in unseren Geschenketipps. Bei allen anderen Dingen, v.a. bei Kinderwägen, Betten, Tragen, u.v.m. haben die zukünftigen Eltern vielleicht feste Vorstellungen oder andere Wünsche als Sie selbst. Sprechen Sie mit einander!

3. Ahhh, weißt Du noch? Werden Sie nostalgisch!

Das neue Enkelkind ist noch nicht da – Zeit für Sie, auf Ihrem Speicher oder im Keller nach den Familienschätzen zu sehen. Ist da nicht noch die Wiege, die schon seit Generationen gute Dienste leistet in den ersten Lebensmonaten der neuen Familienmitglieder? Oder das Taufkleid? Der heißgeliebte Teddy oder die Lieblingspuppe? Vielleicht muss an der einen oder anderen Stelle noch ausgebessert und repariert werden? Oder die Wiege mit einem neuen Himmel ausgestattet werden? Jetzt ist noch ausreichend Zeit und Sie können ausgiebig planen, selbst Hand anlegen und organisieren.

4. Babysitting neu gelernt.

Ihre eigenen Erfahrungen als Eltern von Neugeborenen liegen unter Umständen mehrere Jahrzehnte zurück. Die Dinge, die damals selbstverständlich waren, sind heute unter Umständen nicht mehr gern gesehen. Das Internet ist eine gute Informationsquelle für aktuelle Tipps und Hinweise in Sachen Neugeborenen-Pflege. Bundesweit organisieren Hebammenpraxen, Mutter-Kind-Zentren oder der Kinderschutzbund Kurse für Großeltern, in denen diese eine Fülle an Informationen erhalten und sich austauschen können. Einige Krankenhäuser bieten ebenfalls spezielle „Großeltern“-Kurse an. Daneben thematisieren viele Bücher das „Großeltern-Werden“, einige Autoren zählen seit vielen Jahren zu den Bestsellern hier:

  • Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, Remo H. Largo
  • Großeltern: Die ersten Jahre mit dem Enkelkind, Dr. Miriam Stoppard

Alles in allem können Sie die verbleibenden Wochen und Monate nutzen, um Ihr Babywissen auf den neuesten Stand zu bringen – und keine Panik: Für ein Baby zu sorgen ist wie Fahrradfahren. Die grundsätzlichen Dinge, alles, was wirklich wichtig ist, verlernt man nie. Und alles andere, Liebe im Übermaß und Begeisterung für Ihr Enkelkind bringen Sie ohnehin sicher mit!

5. Neue Aufgaben

Bereiten Sie sich mental auf das große Ereignis vor. Auch Großeltern müssen erst in die neue Rolle hineinwachsen und mit der veränderten Situation fertig werden. Mit dem Großeltern-Dasein entstehen neue Aufgaben: Sie sind wieder gefordert und möchten zudem ja auch für Ihr Enkelkind da sein. Großeltern haben in der Regel mehr Lebenserfahrung und auch Gelassenheit im Umgang mit dem Kind. Sie tragen nicht die unmittelbare Verantwortung und können dadurch mit mehr Distanz viel entspannter mit dem Kind umgehen.

Viele Großeltern berichten, dass sie – im Gegensatz zu den meistens berufstätigen Eltern – mehr Ruhe haben und dadurch die Enkelkinder mehr genießen können. Sie kommen weniger in Stresssituationen und sind einfach ein wenig entspannter bei der Erziehung. Hiermit können sie die Eltern entlasten und unterstützen.

Großeltern können viel mehr, als nur als Babysitter da zu sein. Sie können die Eltern unterstützen und ihre Lebenserfahrung weitergeben.

  1. Physische Nähe

Wer es zueinander nicht weit hat, hat natürlich um so häufiger die Chance, miteinander zu agieren. Aber das scheint einer der wichtigsten Faktoren zu sein. Enkelkinder, die täglich oder zumindest regelmäßig ihre Großeltern sehen, bauen zu ihnen eine andere Beziehung auf, als wenn mehrere hundert Kilometer zwischen ihnen liegen. Für die Eltern der Enkel ist diese physische Nähe natürlich auch ein großer Gewinn – es sind dann eben nicht nur zwei Personen, auf die sich die Kinder konzentriere, sondern eben mehr Personen. Und Großeltern können ihre Kinder mehr entlasten, wenn sie eben in der Nähe sind.

Die Beziehung zwischen Enkel und Großeltern baut sich schon von Geburt an auf. Wenn die Enkel älter werden, ihre Sorgen und Nöte wachsen, sind auch die Großeltern Ansprechpartner für die Kinder. Das schafft Vertrauen.

  1. Häufigkeit des Kontakts

Aber nicht nur, wer in der Nähe ist, kann eine enge Beziehung zu den Enkelkindern aufbauen. Auch, wer häufig Kontakt hat, aber eben weiter entfernt wohnt, kann eine enge Bindung zu seinen Enkelkindern aufbauen. Leider beeinflussen Scheidungen der Eltern häufig den Kontakt zwischen Enkeln und Großeltern. Vor allem die Großeltern väterlicherseits haben das Nachsehen, wenn der Vater seine Kinder nur unregelmäßig sehen kann oder darf. Die Eltern mütterlicherseits bekommen häufig mehr Kontakt zu ihren Enkelkindern, wenn die Mutter alleinerziehend wird – sie übernehmen dann eine weitere wichtige Rolle in der Erziehung.

  1. Rolle der Großeltern innerhalb der Familie

Wenn die Großeltern die Betreuung der Enkel mit übernehmen, haben sie auch einen wesentlichen Anteil an ihrer Erziehung. Damit nehmen sie innerhalb der Familie auch eine wesentliche Rolle ein. Allerdings kann diese Aufgabe auch dazu führen, dass Großeltern dieses mehr an Verantwortung lieber zurück fahren wollen würden. Aber egal welche Funktion Großeltern übernehmen – es gibt immer eine Möglichkeit, Enkelkindern nah zu sein.

  1. Definition von Familie

Innerhalb einer Familie gibt es Hierarchien: Die Enkel werden erst von den Großeltern umsorgt, die Eltern arbeiten und erziehen. Später, wenn die Großeltern zunehmend Hilfe benötigen, unterstützen die Kinder und Enkelkinder zunehmend. Das ist eine Generationsaufgabe und so definieren viele auch die Institution Familie. Familie, die das so handhaben, haben in Summe einen engeren Zusammenhalt.

  1. Emotionale Bindung

Normalerweise funktioniert das so: Kinder haben eine enge Beziehung zu ihren Eltern und Geschwistern. Sie bilden einen engen Kreis. Die Großeltern bilden einen Kreis drum herum. Wenn die Kinder älter werden, ändern sich diese Kreise und Freunde und Klassenkameraden kommen in diese Kreise. Die Großeltern wandern dann in der Regel weiter nach außen. Aber in der heutigen Zeit, in der Eltern immer häufiger beide arbeiten müssen und Großeltern in den engeren Kreis einbezogen werden, ändern sich die Verhältnisse. Die Bindung wird enger untereinander, eben weil man sich gegenseitig unterstützen muss. Sind Großeltern aufgrund ihrer Entfernung nicht in der Lage, in diesen engeren Kreis zu gelangen, wird sich auch keine sehr enge Beziehung aufbauen können.

  1. Gemeinsame Werte vertreten

Enkelkinder bekommen in ihrer Erziehung die Werte der Eltern und der Großeltern vermittelt. Werden Enkelkinder erwachsen, entwickeln sie eigene Werte. Allerdings zeigen Statistiken, dass junge Menschen häufig ihre eigenen Kinder genauso erziehen wollen, wie sie selbst erzogen wurden – damit übernehmen sie Werte über Generationen hinweg. Dass sich eine gewisse Kluft zwischen Generationen entwickelt ist ganz normal und gehört zur Differenzierung dazu. Allerdings macht die Bindung einer Familie ihre Werte aus.

So gewinnen Grosseltern die Liebe ihrer Enkel

Heute leben viele Menschen nicht mehr in einem Drei-Generationen-Haushalt. Stattdessen leben die eigenen Kinder mit den Enkeln weit weg und besuchen sich zu bestimmten Anlässen.

Ob man nah beieinander oder weiter entfernt wohnt, spielt aber für die Qualität der Beziehung zwischen Grosseltern und Enkeln keine Rolle. Grosseltern können selbst viel tun, um eine Bindung zu den Enkeln herzustellen und deren Liebe auf wundervolle Weise zu gewinnen.

Lebenserfahrung und Weisheit
Kinder bewundern Erwachsene, weil sie auf alle Fragen der Kinder eine hilfreiche Antwort haben. Ältere Menschen verfügen über sehr viel Lebenserfahrung und ein ausgeprägtes Allgemeinwissen.

Die Technik war in ihren jungen Jahren noch nicht so weit fortgeschritten, so dass sie viele handwerkliche und hauswirtschaftliche Kenntnisse haben, die sie vermitteln können.

Wenn Oma und Opa bereits ihr Rentenalter genießen, haben sie weniger Stress und können sich genügend Zeit nehmen, um mit dem Enkeln zu experimentieren, Ausflüge zu machen und viele Fragen zu beantworten.

Oma und Opa wollen dem Enkel Gutes tun
Während Mama und Papa die Erziehung im Blick haben und klare Regeln durchsetzen, drücken Oma und Opa gerne mal ein Auge zu.

Bei der Übernachtung darf der Enkel ein bisschen länger wach bleiben, zwischendurch gibt es noch einen Schokoriegel mehr und hier und da erhalten die Enkel ein großzügiges Taschengeld.

Die Grosseltern meinen es gut und wollen, dass es ihrem Enkel an nichts fehlt.

Wenn die Kinder älter werden
Ab etwa 10 Jahren beginnt für Kinder der Abnabelungsprozess von Eltern und Grosseltern. Die Meinungen und das Zusammentreffen mit gleichaltrigen Kindern werden wichtiger.

Damit der Kontakt zu den Enkeln bestehen bleibt, sollten Oma und Opa die Enkelkinder nicht zu Besuchen drängen. Sie sollten aber an ihrem Leben interessiert bleiben, ohne darüber zu werten.

Sicher freuen die Enkel sich auch weiterhin über den selbstgemachten Lieblingskuchen, wenn sie die Grosseltern besuchen.

Fazit
Grosseltern können aktiv am Leben der Enkel teilnehmen und durch positive Bindung ihre Liebe gewinnen. Sie sollten bei älteren Kindern gegenüber neuen Kommunikationswegen per E-Mail und Smartphone aufgeschlossen sein.

Mit diesen praktische Möglichkeiten bleiben sie leichter mit dem Enkel in Kontakt und Kinder sind stolz, wenn sie ihren Grosseltern die neuste Technik beibringen dürfen.

Oma (Deutsch)

Wortart: Substantiv, (weiblich)

Silbentrennung:
Oma, Mehrzahl: Omas Aussprache/Betonung:
IPA: , Mehrzahl: Wortbedeutung/Definition:
1) familiär: Großmutter; Mutter des Vaters oder der Mutter 2) umgangssprachlich: alte Frau Begriffsursprung:
kindsprachliches Zusammenziehen von Großmama,, eine Zwischenstufe war Omama Synonyme:
1) Großmutter Gegensatzwörter:
Opa Männliche Wortformen:
Opa, Großvater Verkleinerungsformen:
Omachen, Omalein Übergeordnete Begriffe:
1) Großeltern Anwendungsbeispiele:
1) Meine Oma arbeitet in einem Supermarkt. 2) Vorsicht, da vorn läuft eine Oma über die Straße. Typische Wortkombinationen:
1) Opa und Oma Abgeleitete Wörter:
1) Uroma Fälle:
Nominativ: Einzahl die Oma; Mehrzahl die Omas Genitiv: Einzahl der Oma; Mehrzahl der Omas Dativ: Einzahl der Oma; Mehrzahl den Omas Akkusativ: Einzahl die Oma; Mehrzahl die Omas

Übersetzungen

Ähnliche Begriffe:
Oman, Koma, Roma, Opa

Praktische Beispiele

Automatisch erzeugte Anwendungsbeispiele:

„Die 42-Jährige hat sich auf Instagram von ihrer Oma Esseline Kerssenberg-Bradley.“
Heute.at, 19. November 2018

„Ein Youtuber aus Japan hat sich jetzt was einfallen lassen, um seine Oma zu erschrecken.“
Tag24, 10. August 2019

„Das war nicht der Spaziergang, den sich Kira (5) und ihre Oma (55) vorgestellt hatten. Auf dem Weg zu einer Bekannten von Kiras Oma stürmte plötzlich ein ausgewachsener Rottweiler auf die beiden zu.“
RTLNext, 20. August 2018

„Oma wird 90 – und da lässt sich die Verwandtschaft nicht lumpen, auch die Enkelkinder nicht, bis aus Leipzig reist die Familie an, um mit Oma Irmgard zu feiern.“
Merkur, 18. September 2018

„Felix Platte widmete nach langer Verletzungspause sein Sieg-Tor zum 2:1 in Köln seiner kranken Oma. Auch die Fans geben der Oma Kraft.“
BILD.de, 28. April 2019

Wörterbucheinträge

Einträge aus unserem Wörterbuch, in denen „Oma“ vorkommt:

Wasser: …Gärung der Früchte. 5) Das Wasser des Diamanten entscheidet über den Preis. 6) Meine Oma sagt, sie habe Wasser in den Beinen. Redensart/Redewendungen: an jemandem…

gehen: …zu einer widerstrebend abgegebenen oder für unmöglich gehaltenen Leistung: Nu gibt der Oma mal das schöne Händchen und sag guten Tag … na siehste, geht doch! geht’s noch?…

kochen: …1) Wir kochen uns eine Gemüsesuppe. 2) Susi kocht heute für uns. 2) Meine Oma konnte besser kochen als meine Mutter. 3) Das Wasser für den Kaffee kocht bereits. 4) Diese…

Tafel: …Buchstabentafel, Logarithmentafel Anwendungsbeispiele: 1) Ich habe von meiner Oma eine Tafel Schokolade bekommen. 2) Ich wische die Tafel. 3) Komm an meine Tafel und…

Koma: Koma (Deutsch) Wortart: Substantiv, (sächlich) Fälle: Nominativ: Einzahl das Koma; Mehrzahl 1 die Komas; Mehrzahl 2 die Komata Genitiv: Einzahl des Komas; Mehrzahl 1 der…

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„Oma“ beim Online-Wörterbuch Wortbedeutung.info (3.2.2020)

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Folgende Begriffe

Omaheke, Omahekes, Oman, Omanas, Omaner

Oma und Opa – was bedeutet das?

Sie kaufen uns Geschenke, gehen mit uns in den Tierpark, lassen uns so lange fernsehen, bis unsere Augen viereckig sind, und so viele Süßigkeiten essen, bis uns der Appetit vergeht. Außerdem flicken sie unsere Lieblingshosen und erzählen uns die tollsten Geschichten. Nirgendwo sonst schmeckt das Essen so gut, und bei niemandem sonst haben wir so viel Spaß wie bei den Großeltern. Gerade jetzt in den Ferien wird das wieder deutlich, da nun mehr Zeit da ist, um sie mal wieder zu besuchen oder von ihnen besucht zu werden. Sie „heißen“ Oma und Opa.

Aber warum nennen wir die Eltern unserer Eltern eigentlich so? Nun, die Wörter Oma und Opa sind eigentlich aus zwei verschiedenen Wörtern zusammengesetzt. Denn das „O“ vor „ma“ und „pa“ kommt von dem englischen Wort „older“. Und „older“ bedeutet in unsere Sprache übersetzt „älter“.

„Ma“ und „Pa“ hingegen, sind ganz einfach die Abkürzungen für Mama und Papa. Oma und Opa sind also genau genommen eine Abkürzung für „Older Mama“ und „Older Papa“, was auf deutsch bedeutet: „Ältere Mama“ und „Älterer Papa“. Irgendwie logisch. In Süddeutschland wird das sogar noch deutlicher. Denn dort nennen Enkel ihre Großeltern Omama und Opapa.

Großeltern: warum Oma und Opa so wichtig für die Familie sind

Jeder, der Kinder hat, kennt das: Der Alltag ist durchgetaktet und gerät schnell ins Wanken, sobald etwas Unvorhergesehenes passiert. Das Kind krank wird zum Beispiel. Doch auf eins ist Verlass. Die Großeltern. Oma hat in der Not immer ein Taschentuch dabei und Opa stets die Karamellbonbons in der Mittelkonsole. Im Ernst: Niemand hilft uns so selbstlos aus der Klemme wie unsere Eltern und Schwiegereltern. Zeit, einmal danke zu sagen.

Obwohl es kaum noch Großeltern gibt, die mit ihren Enkelkindern unter einem Dach wohnen, verbringen sie viel Zeit mit ihnen. Oma und Opa springen ein, wenn die Schule ausfällt, der Große zum Fußball gebracht werden muss oder die Grippe uns niedergestreckt hat.

Laut dem deutschen Jugendinstitut verbringt jedes Kind bis zu drei Jahren mindestens einmal pro Woche mehrere Stunden bei Oma und Opa. Zwei Drittel aller Eltern setzen die eigenen Eltern sporadisch als Babysitter ein. Dabei sind sie nicht nur ein Fels in der Brandung für die Familie, sondern wertvolle Bezugspersonen für unsere Kinder. Aber was macht sie eigentlich so besonders?

Das muss auch mal gesagt werden.

Alles können. Nichts müssen.

Opa hat auch nach der dritten Runde Mensch ärger dich nicht noch ein mildes Lächeln übrig und bleibt an jeder Baustelle geduldig stehen, um Baggern und Kränen bei der Arbeit zuzuschauen. Großeltern widmen den Enkeln ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und schenken ihnen etwas, das unglaublich wichtig ist: Zeit. Und Zeit sagt vor allem eines: „Du bist wichtig.“

Natürlich verbringen auch Eltern Zeit mit ihren Kindern, in der sie sich ganz ihnen widmen. Aber allzu oft muss man nach einer halben Stunde eben doch nur mal ganz kurz die Mails checken oder den Geschirrspüler einräumen. Das ist dieser sogenannte Alltag, von dem immer alle reden. Eltern sind im Dauereinsatz, während die Großeltern Bereitschaftsdienst leisten. Auf freiwilliger Basis. Und das Schöne daran: Sie können, müssen aber nicht. Denn eins ist auch klar – Großeltern sind heute mobiler denn je und genießen ihre Freiheit.

Liebe, die stark macht

Großeltern sind einfach eine Bereicherung. Oft sind sie nach den Eltern die wichtigsten Bezugspersonen und geben ihren Enkeln die Gewissheit, dass es neben Mama und Papa noch jemanden gibt, der sie bedingungslos liebt.

Eine Studie der Brigham Young University (USA) zeigt, dass junge Erwachsene mit einem tiefen Vertrauensverhältnis zu ihren Großeltern sozialer und selbstsicherer sind. Und wenn ich sehe, wie mein Sohn seinen Opa anschaut, habe ich keinen Zweifel, dass dieses starke Band ganz wichtig für seine Entwicklung ist. Nicht nur, weil er einen Freund für’s Leben hat, sondern, weil er über das Leben lernt.

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Großeltern sein ist was wunderschönes 😘#henri #enkelkind#julikind2017 #borkum#sonne#strand

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Oma und Opa – vertraute Ratgeber

Großeltern bauen Brücken. Zwischen damals und heute, aber auch zwischen Kind und Eltern. Durch die Großeltern öffnet sich den Kindern eine andere Welt. Wenn Oma erzählt, dass es in ihrer Kindheit keinen Fernseher gab, bekommt das Enkelkind eine Vorstellung davon, dass die Welt sich verändert. Und Opa? Opa kann einen Buchfinken von einem Rotkehlchen unterscheiden. Ohne heimlich zu googlen. Oder Pfannkuchen backen ohne sich bei chefkoch.de einzuloggen. Er hat auch ein riesiges Repertoire an Reimen und Liedern, die fast schon in Vergessenheit geraten sind.

Großeltern sind so etwas wie das Familiengedächtnis: „Als dein Papa klein war, hat er immer seine Hausaufgaben vor mir versteckt.“ Manchmal ist es einfach wichtig, das Supermann-Kostüm von Mama und Papa für einen Moment abzustreifen, und da unter jemanden zu entdecken, der auch mal klein angefangen hat.

Aber auch die Perspektive der Eltern ändert sich. Nicht nur, weil man vom ersten Moment an mit ihnen die unbändige Freude über den Nachwuchs gleichermaßen wie die Sorge über 3-Monats-Koliken oder Milchstau hemmungslos teilt. Sondern auch, weil es den Blick verändert auf das, was die eigenen Eltern geleistet haben. Und zwar in Zeiten, in denen es nicht selbstverständlich war, dass beide Elternpaare einen Anteil an Erziehung und Haushalt tragen.

So unterstützen Großeltern – Quelle: Nido Magazin

Großeltern oder in der Ruhe liegt die Kraft

In meinem Bekanntenkreis gibt es Eltern, die immer noch reflexartig die Hand vor die Tischkante legen, wenn ihre Tochter daran vorbeigeht. Das Kind ist sieben. Natürlich ist es richtig, dass wir unsere Kinder beschützen wollen und uns sehr genau überlegen, wie wir sie erziehen. Wenn dabei am Ende aber lauter Prinzen und Prinzessinnen herauskommen, die nicht gelernt haben, auf sich selbst zu vertrauen oder mit Widerständen und Frust umzugehen, wird es schwierig. Da diese Spezies an Eltern immer häufiger anzutreffen ist, hat das Phänomen auch längst einen Namen: „Helikopter-Eltern.“

Großeltern sind oftmals viel gelassener. Das bringt allein schon ihre Lebenserfahrung mit. Sie haben so viel gewuppt, dass sie nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann. Oftmals sind Oma und Opa auch bei alltäglichen Entscheidungen, die Eltern heute sehr bewusst treffen, entspannter. So sind Großeltern nicht zwangsläufig der Überzeugung, dass ein Glas Saft gesundheitsgefährdend ist oder Schokoladenkuchen nur einmal im Jahr – nämlich am Geburtstag – vertretbar ist.

Diese Gelassenheit kann sehr erfrischend sein. Denn die Kinder sind nicht zwangsläufig nach jedem Besuch bei den Großeltern auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Selbst kleine Kinder sind in der Lage zu verstehen, dass bei Oma und Opa manchmal andere Regeln gelten als zuhause.

Erziehung läuft, genauso wenig wie das Leben, nach einem festen Programm. Es ist Folge des Zusammenlebens in der Familie. Und die entwickelt sich am besten, wenn alle voneinander lernen. Großeltern haben einen wichtigen Anteil daran. Sie sind für uns da und bereichern unser Leben.

Zeit, das Rad einmal anzuhalten und es laut zu sagen: „Liebe Oma, lieber Opa: Schön, dass ihr da seid!“

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