Ohrringe stechen BEI kindern

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Ohrloch stechen: Ab wann sind Ohrringe bei Kindern unbedenklich?

Mädchen-Eltern wissen, dass sich häufig schon die ganz Kleinen Ohrringe wünschen. Aber ab wann sind Ohrlöcher bei Kindern eigentlich unbedenklich? Wir sagen, worauf Eltern achten sollten.

Bereits kleine Mädchen sind fasziniert von Schmuck – viele Mamas machen es vor und auch der Handel offeriert ein großes Angebot an Armreifen, Ketten und Haarspangen schon für die Allerkleinsten. Einem Kleinkind oder gar Baby Ohrlöcher stechen zu lassen, geht über das reine „Schmücken“ jedoch hinaus.

Ärzte warnen vor Ohrlöchern bei Minderjährigen

Für Kinderärzte ist der Fall klar. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor dem Stechen von Ohrlöchern bei Kindern. „Ohrlochstechen, Tätowierungen und Piercings bei Minderjährigen sind aus unserer Sicht Körperverletzung“, sagt BVKJ-Ehrenpräsident Wolfram Hartmann. „Jeder Eingriff in den intakten Körper eines Kindes ist problematisch.“

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Angriff auf die körperliche Integrität

Die selbe Meinung vertritt der Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie, Friedrich-Wilhelm von Hesler. „Jeder Angriff auf die körperliche Integrität ist eine Körperverletzung – auch das Ohrlochstechen“, findet der in Hannover und Berlin praktizierende Arzt. „Das Kind kann nicht einwilligen und die Eltern dürfen nicht in alles einwilligen.“ Kinder ab 14 Jahren sollten selbst entscheiden – wenn sie strafmündig sind – aber ausdrücklich nur mit Einwilligung der Eltern.

Ohrlöcher bei kleinen Kindern seien nicht notwendig, sagt von Hesler. „Die Ohrringe sind doch eher Schmuck für die Eltern.“ Er habe schon erlebt, dass die Wunden nicht gut heilten. „Wenn das Ohrläppchen abfault, ist man fürs ganze Leben entstellt.“

Wann Juweliere und Piercing-Studios Einwilligung verlangen

Derzeit gibt es für Tätowierungen und Piercings – und damit auch das Stechen von Ohrlöchern – in Deutschland keine gesetzliche Altersgrenze. Die Berufsverbände haben sich unterschiedliche Regelungen auferlegt. Die Europäische Vereinigung für professionelle Piercings (EAPP) spricht sich gegen Eingriffe bei Jugendlichen unter 14 Jahren aus.

„Das lehnen wir grundsätzlich ab“, sagt die EAPP-Vorsitzende Martina Lehnhoff. Bei älteren Jugendlichen werde die Zustimmung beider Elternteile gefordert. Diese müssten auch beim Vorgespräch anwesend sein, wo sie über die Risiken, die Pflege sowie die Nachsorge aufgeklärt würden.

Der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) sieht hingegen keine Notwendigkeit für eine Altersgrenze. „Wir können den Erziehungsberechtigten ihre Verantwortung nicht abnehmen“, sagt BVJ-Geschäftsführer Joachim Dünkelmann. Die Empfehlung des Verbandes lautet, bei unter 16-Jährigen die Einwilligung und Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten zu fordern.

Bei Jugendlichen ab 16 Jahren ist nach Ansicht des BVJ eine schriftliche Einverständniserklärung ausreichend. Der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT) lehnt Tätowierungen für Jugendliche unter 18 Jahren ab.

Das sind die Risiken von Ohrschmuck

Ohrlochstechen wird landläufig als harmlos betrachtet. Doch tatsächlich bestehen einige Risiken:

  • Nickel-Allergie: Seit 1998 dürfen die ersten Stecker, die in der frischen Wunde verbleiben, nicht mehr als 0,05 Prozent Nickel enthalten. Immer wieder ergeben Messungen, dass Ohrstecker weit mehr Nickel enthalten. Entwickelt sich eine Allergie, ist diese dauerhaft. Allerdings ist es äußerst schwierig, im Alltag Nickel zu vermeiden, da der Allergieauslöser in so vielen Gegenständen enthalten ist: Beispielsweise in Schmuck (Gold und Silber), Armbanduhren, Türklinken, Reißverschlüssen, Knöpfen, Scheren, Münzen, Implantaten aus Chirurgenstahl. Achtung: Der Hinweis „Oberfläche nickelfrei“ bedeutet meist nichts anderes, als, dass das nickelhaltige Schmuckstück nur mit einer Lackierung überzogen ist, die sich auflösen kann.
  • Das Schießen: Meist wird eine sogenannte Ohrlochpistole verwandt. Diese Methode ist verbreitet, aber nicht empfehlenswert. Der stumpfe Erststecker wird mit Druck durch das Gewebe gepresst und zerfetzt es gleichsam, es wird geschädigt und heilt langsamer. Die schonendere Methode ist das Stechen mit einer sterilen Einmalnadel von einem Arzt oder in einem seriösen Piercingstudio.
  • Sterilisieren: Ein weiteres Problem der Ohrlochpistolen ist, dass sie nicht medizinisch einwandfrei sterilisiert werden können. Sie könnten also auch Krankheitserreger in die offene Wunde einbringen.
  • Verschlucken: Vor allem bei kleinen Kindern besteht die Gefahr, dass sie Kleinteile verschlucken könnten, wenn sie an den Ohrringen herumspielen und die sich lösen. Am besten sollte man Kleinkindern nur flache Stecker, nicht hängende Ringe oder baumelnden Ohrschmuck geben.

Die richtige Pflege für Ohrlöcher

  • Für die Erststecker eignet sich am besten Titan, der nickelfrei ist. Diese Erstecker verbleiben mehrere Wochen im Ohr. Ist das Ohr abgeheilt, kann auch Gold- und Silberschmuck getragen werden.
  • Juweliere empfehlen zwar häufig, die ersten Stecker täglich im Ohrloch zu drehen, das ist aber nicht nötig, verletzt sogar den Heilprozess im Hautkanal. Verkrustungen und festsitzende Stecker lösen sich von selbst wieder.
  • Diese Erststecker müssen auch beim Sport getragen werden. Dann wegen der Verletzungsgefahr unbedingt mit Pflaster abkleben. Später müssen Ohrringe beim Sport – vor allem bei Mannschaftssportarten mit Körperkontakt – entfernt werden.
  • Reizung meiden: Nicht an den Steckern herumspielen, nicht sofort Haare waschen, zwei Wochen nicht baden gehen, nur mit sauber gewaschenen Händen an das Ohr fassen, täglich Desinfektionslösung an das Loch tröpfeln.
  • Das Einsetzen und Herausnehmen so üben, dass der Stecker nicht verloren gehen kann.

  • Ohrringe: So riskant ist Ohrlochen stechen bei Kleinkindern
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Ohrlöcher stechen bei Babys und Kleinkindern

Es gibt keine gesetzliche Alters­grenze für das Stechen von Ohrlöchern. Der Berufs­verband der Kinder- und Jugend­ärzte (BVKJ) empfiehlt aber: keine Ohrringe für Kinder unter 14 Jahren. „Das Ohrlochstechen bereits bei Babys ist ebenfalls schmerzhaft für die Kinder und daher aus kinder- und jugendärztlicher Sicht mit Skepsis zu betrachten. Auch bei Jungen sehen wir zunehmend entsprechende Ohrstecker bereits im Säuglingsalter. Die Ohrstecker wachsen oft ein, es gibt sehr unangenehme und langwierige Entzündungen, und die Verletzungsgefahr bei Ohrringen ist für Kleinkinder groß, ebenso die Gefahr, dass die kleinen Ohrstecker und Ohrringe in die Atemwege gelangen können“ so der Verband.

Ist Ohrloch stecken bei Babys Körperverletzung?

Eltern, die ihren Kindern Ohrlöcher für Ohrringe stechen lassen, müssen sich bewusst sein, eine nicht rückgängig zu machende Entscheidung für ihr Kind zu treffen, ohne zu wissen, was der Wille des Kindes ist. Auch Babys empfinden Schmerzen und können sich nicht wehren. Deshalb lehnen hierzulande die meisten Kinderärzte den rein kosmetischen Eingriff ab. In anderen Kulturen oder auch in Südeuropa hingegen ist es völlig normal, Babys Ohrlöcher zu stechen. In Deutschland herrscht die Meinung vor, zumindest so lange mit dem Stechen der Ohrlöcher zu warten, bis das Kind seinen freien Willen dazu äußert und auch noch einverstanden ist, wenn es weiß, dass dies schmerzhaft sein wird. Wann das richtige Alter ist, wird unterschiedlich gesehen – manche Juweliere und Piercer nennen das Alter von 4, 6 oder sogar 12 Jahren als Mindestalter. Kritiker argumentieren, dass Ohrlöcher bei Babys nur Schmuck für die Eltern seien.

Nach einem Prozess im Jahr 2012 müssen Eltern in Deutschland jedoch vorsichtig sein, wenn sie ihrem Baby Ohrlöcher stechen lassen. Das Amtsgericht in Berlin-Lichtenberg hat in einem Prozess angedeutet, dass Ohrloch stechen bei Kindern Körperverletzung sein könne, auch wenn die Eltern eingewilligt hätten. Im konkreten Fall hatten die Eltern einer Dreijährigen geklagt, dass ihr Kind durch den Eingriff traumatisiert worden sei und Schmerzen erlitten habe – obwohl die Eltern einverstanden waren. Das Studio, das die Ohrlöcher schoss, zahlte 75 Euro Schmerzensgeld an die Eltern und umging so ein Urteil des Gerichts. Es gibt in Deutschland bislang kein Gesetz, wonach das Ohrloch stechen bei Babys und Kindern verboten ist. Viele Experten fordern jedoch ein Mindestalter hierfür.

Haushalt: Was Kinder verschlucken können

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Entzündungen und Allergien möglich

Laut Berufs­verband der Kinder- und Jugend­ärzte sollten die Ohrlöcher bei Kinder nicht „durchbohrt“ werden, da verschiedene medizinische Risiken bestehen:

  • Häufiges Auftreten einer Nickelallergie (in Ohrringen enthalten)
  • Entzündungen an der Wunde
  • das Verletzungsrisiko durch Ohrringe ist bei Kindern durch Hängenbleiben etc. erhöht
  • Verschlucken von Kleinteilen beim versehentlichen Lösen der Ohrringe

Bei starker Kälte im Winter sollen metallhaltige Ohrringe herausgenommen werden, da sonst Erfrierungen der zarten Hautpartien drohen.

Wenn es Ohrlöcher sein sollen: schießen oder stechen?

Das Schießen von Ohrlöchern mit sogenannten Ohrlochpistolen ist nicht empfehlenswert. Ohrlöcher sollten steril gestochen werden, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, dies gilt natürlich auch bei Babys. Wichtig ist, dass das Baby zumindest bereits gegen Tetanus geimpft ist.

Pflege der Ohrlöcher bei Babys & Kindern

Nach dem Stechen gilt es einige Tipps zur Pflege zu beachten:

  • nickelfreies Titan als Erststecker wählen, bis die Wunden an den Ohrlöchern abgeheilt sind
  • Ohrringe nicht drehen, denn so reißen die Wunde und die Krusten immer wieder auf
  • Bei älteren Kindern: Ohrringe beim Sport mit Pflastern abkleben, um das Verletzungsrisiko gering zu halten
  • Ohrringe in der Heilungsphase nicht rausnehmen (mindestens 6 bis 8 Wochen)
  • Hände waschen, bevor die Ohren des Babys angefasst werden
  • beim Baden, Abtrocknen etc. sehr gut aufpassen, dass Sie nicht mit einem Handtuch oder ähnlichem am Ohrring hängen bleiben
  • saubere Laken und Bettwäsche, um das Infektionsrisiko gering zu halten
  • Babys keine großen oder hängenden Ohrringe anziehen

Umfrage zu Ohrlöchern stechen lassen bei Kindern – was denken Sie?

Umfrage Was halten Sie von Ohrringen für Babys – harmlos oder überflüssig?

Ab wann darf man Kindern Ohrringe stechen lassen?

Am Thema Ohrringe für Babys und Kleinkinder die Geister: Ist das nun niedlich – oder bereits Körperverletzung?

Für viele Eltern ist es ganz natürlich, Mädchen schon im Baby- oder Kleinkindalter Ohrlöcher stechen zu lassen. Doch immer wieder werden Stimmen laut, die vor den Gefahren warnen und noch weiter gehen, und Ohrringe als Körperverletzung sehen. Doch was sagen Experten?

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland spricht sich ganz klar gegen Ohrlöcher bei Babys und Kleinkinder aus: Zum einen sei es rechtlich bedenklich, da ein Kind keine wirksame Einverständniserklärung abgeben könne – und es somit mit Körperverletzung gleichzusetzen sei. Fälle dieser Art würden sogar manchmal vor Gericht landen. Die Inhaberin eines Tattoo-Studios in Köln wurde zum Beispiel im Jahr 2016 dazu verdonnert, einem dreijährigen Mädchen 70 Euro Schmerzensgeld zu zahlen, da der Eingriff „schmerzhaft und traumatisch“ gewesen sein soll.

Rechtlich bedenklich & Infektionsrisiko

Zum anderen bestehe ein Infektionsrisiko. Dabei gehe es weniger um Entzündungen, die direkt nach dem Stechen aufträten, wenn die Löcher ein ausgebildeter Juwelier sticht. Aber ein Ohrloch sei nun einmal eine Eintrittslücke für Keime, zu Infektionen könne es also auch lange nach dem Verheilen kommen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich Kinder beim Toben und Spielen verletzen und der Ohrring “ausreißt”.

Kein Mindestalter

Daher empfehle der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Ohrringe erst ab etwa zwölf Jahren. Der Handelsverband Juweliere in Deutschland nennt hingegen kein Mindestalter. Es sei jedem Juwelier selbst überlassen, zu entscheiden, ob er dem Wunsch der Eltern nachkommen möchte – oder sich weigert, einem Kleinkind Ohrlöcher zu stechen. Allerdings rät der Verband Eltern so lange zu warten, bis sich die Kinder selbst Ohrringe wünschen.

Ohrloch entzündet: 8 Dinge, die du tun kannst

Wenn ein Ohrloch entzündet ist, ist das zwar in den meisten Fällen nicht weiter gefährlich, kann aber unangenehm sein. Was du tun kannst, wenn dein frisch gestochenes oder auch schon älteres Ohrloch entzündet ist, erfährst du hier.

Ursachen für die Entzündung

Ein entzündetes Ohrloch ist ziemlich einfach zu erkennen. Meist ist es gerötet, schmerzt, blutet oder eitert sogar. Außerdem können das Ohrläppchen oder sogar die umliegenden Lymphknoten geschwollen sein. Meist treten diese Symptome in den Tagen oder Wochen nach dem Stechen bzw. Schießen ein, aber auch Ohrlöcher, die schon Jahre alt sind, können sich hin und wieder entzünden. Das können die Ursachen sein:

  • Infektion durch Bakterien
  • Falsche Pflege
  • Materialunverträglichkeit (z.B. von Nickel)
  • Kleine Verletzungen
  • Reizung durch zu schwere Ohrringe

Zu große und schwere Ohrringe können das Ohrloch reizen und eine Entzündung verursachen.

8 Tipps, wenn das Ohrloch entzündet ist

Egal ob beim Erwachsenen oder beim Kind: Entzündete Ohrlöcher lassen sich gut behandeln.

#1 Kamille

Kamille ist bei entzündeten Ohrlöchern eine gute Hilfe. Entweder, du besorgst dir eine Tinktur* oder verwendest den Sud vom Tee, den du selbst aufgekocht hast.

#2 Kein Schmuck

Klingt simpel, wird aber nicht immer eingehalten, weil es manchmal echt schwerfallen kann, auf Schmuck zu verzichten. Ist dein Ohrloch jedoch entzündet, solltest du erstmal keine Stecker oder Ohrringe mehr tragen. Dies gilt übrigens nur bei älteren Ohrlöchern: Bei neugestochenen können die Gesundheitsohrstecker sogar noch zur Heilung beitragen.

#3 Teebaumöl

Teebaumöl* wirkt desinfizierend und beruhigend. Du bekommst das Öl in der Drogerie oder Apotheke und kannst es mithilfe eines Wattestäbchens mehrmals täglich auf das Ohrloch tupfen.

#4 Zinksalbe

Zink wirkt entzündungshemmend und kann in Form von Salbe problemlos auf das entzündete Ohrloch aufgetragen werden. Beachte jedoch, dass die dicke, weiße Zinksalbe* nicht gerade unauffällig am Ohr wirkt und Haare daran festkleben könnten.

#5 Antiseptikum

In der Apotheke (oder bei neuen Ohrlöchern oft bereits beim Piercer oder Juwelier) bekommst du ein Ohrlochantiseptikum*, das du dir mehrmals am Tag aufs entzündete Ohrloch geben kannst. Dieses desinfiziert und pflegt das Ohrloch zugleich.

#6 Lavendelöl

Lavendelöl* trägst du ebenso wie das Teebaumöl mit einem Wattestäbchen auf. Es kann den Schmerz lindern und die Bakterien abtöten.

#7 Antibiotika

Wenn dein Ohrloch stark entzündet ist, viel Eiter austritt, die Schmerzen kaum zu ertragen sind oder du zusätzlich ohne erklärlichen Grund Fieber bekommst, solltest du dringend zum Arzt gehen. Ist wirklich das Ohrloch die Ursache des Infekts, kann er dir Antibiotika oder eine antibiotische Creme verschreiben.

#8 Vitamin C

Vitamin C von innen stärkt vor allem die Abwehrkräfte. Wenn du öfter zu Entzündungen des Ohrlochs neigst, kann es helfen, regelmäßig Vitamin C in Tablettenform* zu dir zu nehmen.

Ohrloch entzündet: Vorbeugende Maßnahmen

  • Lass deine Ohrlöcher nur in einem hygienischen Studio stechen: Der Piercer sollte Handschuhe tragen, die verwendeten Geräte sterilisieren und dabei hypoallergenen Schmuck verwenden.
  • Lass nach dem Stechen den Gesundheitsstecker für 4-6 Wochen drin, desinfiziere und drehe ihn täglich.
  • Entferne ihn nach den 4-6 Wochen ganz vorsichtig.
  • Gehe danach nicht direkt zu Modeschmuck über, sondern trage zunächst einen Stecker oder Ohrring aus Gold oder Silber.
  • Wenn du eine Nickelallergie hast: Trage keinen Modeschmuck mehr, sondern nur Gold und Silber oder ein als nickelfrei bezeichnetes Material.
  • Neu gekaufte Ohrringe und Stecker solltest du immer desinfizieren, auch öfter mal zwischendurch.
  • Vermeide Reibung an Ohrloch und Ohrstecker, zum Beispiel beim Anziehen oder durch Haare.
  • Wenn dein Ohrloch generell empfindlich ist, solltest du keine zu schweren Ohrringe tragen.
  • Hast du eine akute Entzündung des Ohrlochs? Dann meide erstmal Schwimmbad, See und Whirlpool, wegen der sich dort tummelnden Bakterien.

Wenn du die oben genannten Tipps beachtest, kannst du eine erneute Entzündung des Ohrlochs verhindern und hast weiterhin viel Spaß an deinem Schmuck. Und vielleicht hast du ja dann bald Lust auf eines der folgenden Piercings:

Das sind die 10 coolsten Piercingarten im Ohr

BILDERSTRECKE STARTEN (11 BILDER)

Entzündetes Piercing an einer anderen Körperstelle?

Jede Stelle hat ihre Vor- und Nachteile, wenn es um den Heilungsprozess und die Pflege geht. Wenn du ein entzündetes Piercing an einer anderen Stelle besitzt, kann dir das folgende Video hilfreich sein. Hierbei sollte Nummer 7 in den schlimmsten Fällen unternommen werden!

Hast du an einer anderen Stelle ein Piercing, das sich entzündet hat? Dann erfährst du im verlinkten Artikel, was du dagegen tun kannst. Übrigens ist es generell immer besser, sich ein Ohrloch stechen, statt schießen zu lassen, da Ohrlochpistolen durchaus gefährlich sein können.

Ohrloch entzündet: Hausmittel, die helfen und Tipps zur Vorbeugung

Gerade noch so über die neuen Ohrringe gefreut, jetzt verursachen die frisch gestochenen Ohrlöcher Schmerzen und sind entzündet. Wir verraten dir, was du dagegen tun kannst.

Oft verursacht Schmuck die Entzündung im Ohrloch. (Foto: CC0 / / MAKY_OREL)

Es pocht, hat sich rötlich verfärbt und ist angeschwollen: Ein entzündetes Ohrloch ist keine schöne Angelegenheit. Doch die meisten Ohrring-Träger werden es wohl kennen. Vor allem da ein entzündetes Ohrloch leicht entstehen kann und zwar durch

  • Bakterien
  • falsche Pflege
  • Nickelunverträglichkeit
  • Verletzungen und Reizungen durch zu schwere Ohrringe

Am gefährdetsten sind frisch gestochene Ohrlöcher – diese können sogar eitern. Als erste Maßnahme solltest du unbedingt deinen Ohrschmuck heraus nehmen. Mit Hausmitteln kannst du etwas gegen die Entzündung tun. Wenn diese dann abgeklungen ist, kannst du wieder einen medizinischen Ohrring hineinstecken – das heißt, einen aus Silber, Titan, oder Gold.

Hausmittel gegen entzündete Ohrlöcher

Kmillentee hilft bei entzündeten Ohrlöchern (Foto: CC0 / / congerdesign)

1) Kamille ist eine Heilpflanze, die entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. So kannst du mit ihr entzündete Ohrlöcher behandeln:

  1. Koche dir einen Kamillentee.
  2. Ist er abgekühlt, kannst du einen Lappen in den Tee tunken.
  3. Lege ihn auf die Entzündung oder tupfe diese vorsichtig ab.

2) Auch Teebaumöl hilft, da es desinfizierend wirkt.

  1. Gib einfach ein paar Tropfen auf ein Tuch.
  2. Tupfe damit mehrmals täglich die betroffene Stelle ab.

Tipp: Genau so kannst du mit Lavendelöl vorgehen. Auch dieses Öl ist entzündungshemmend und antibakteriell. Noch dazu lindert es Schmerzen.

3) Wie bei vielen anderen Verletzungen hilft auch eine Zinksalbe bei der Wundheilung, wenn sich dein Ohrloch entzündet hat.

  1. Trage die Salbe über Nacht vorsichtig auf die betroffene Stelle auf. Wie viel du am besten verwendest, erfährst du auf der Packungsbeilage.
  2. Entferne die Rückstände am nächsten Morgen vorsichtig mit einem feuchten Tuch.
  3. Wiederhole dein Vorgang höchstens einmal täglich, die die Salbe stark austrocknend wirkt.

Übrigens: Die Entzündung musst du nicht extra desinfizieren, bevor du die Hausmittel anwendest. Denn die meisten Hausmittel haben von sich aus eine desinfizierende Wirkung.

So kannst du einem entzündeten Ohrloch vorbeugen

Hygiene kann verhindern, dass sich dein Ohrloch entzündet. (Foto: CC0 / / jackmac34)

Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest du einiges beachten, bevor du dir ein Ohrloch stechen lasst. Im Idealfall bleibt dir so eine Entzündung erspart.

  • Achte auf gute Hygiene. Die Person, die dir ein Ohrloch sticht, sollte sich davor zum Beispiel gründlich die Hände waschen und Handschuhe tragen. Dabei ist es egal, ob du beim Juwelier, Tätowierer oder Arzt dein Ohrloch stechen lässt.
  • Bei Juwelier werden Ohrlöcher oft mit Ohrlochpistolen gestochen. Diese können das Risiko für Entzündungen aber erhöhen, da sie schlecht sterilisiert werden können. Außerdem verheilt das Gewerbe viel schlechter, wenn du dir das Loch mit einer Ohrlochpistole schießen lässt. Besser ist es also, wenn du dir ein Ohrloch mit einer Nadel stechen lässt.
  • Den ersten Stecker, den du nach dem Stechen verwendest, sollte aus Titan sein. Dieses Material ist komplett nickelfrei und verhindert allergische Reaktionen. Außerdem sollte der Stecker noch originalverpackt sein.
  • Lass die erst Stecker mindestens für vier Wochen im Ohr. Nach dem Stechen kann es nämlich vier bis sechs Wochen dauern, bis die Wunde verheilt ist. Erst nach diesem Zeitraum solltest du den Stecker wechseln oder ein Ohrring einsetzten.
  • In dieser Zeit solltest du nicht schwimmen oder tauchen gehen. Unter Wasser könnten Bakterien in die Ohrloch-Wunde kommen.
  • Um zu verhindern, dass dein Ohrloch einreißt, solltest du auf schwere Ohrringe verzichten.

Entzündetes Ohrloch: Wann zum Arzt?

Entzündungen an einem frisch gestochenen Ohrloch kommen leider sehr häufig vor. In der Regel brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wenn die Schmerzen allerdings andauern, die Wunde viel eitert und zusätzlich noch Symptome wie Fieber oder geschwollenen Lymphknoten auftreten, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Ohrloch entzündet: Hausmittel und Tipps

Ein neues Ohrloch und dann das! Eine Entzündung mindert die Freude an dem neuen Körperschmuck mit Schmerzen und Schwellungen. Welche Hausmittel du dagegen anwenden kannst und wann du besser zum Arzt gehst!

Ohrloch entzündet – Ursache und Symptome

Doch nicht nur neue Ohrlöcher können sich entzünden, bereits bestehende sind davor ebenfalls nicht gefeit! Ist das Ohrloch erstmal entzündet, ist das äußerst unangenehm. Wie kommt es überhaupt dazu?

Das Ohrloch stechen ist eine Wunde, die ca. vier bis sechs Wochen benötigt, um zu Heilen und entsprechend behandelt werden muss. Daher kann das zu frühe Entfernen des Gesundheitssteckers die Wunde aufreißen und Bakterien leichtes Spiel verschaffen. Eine Infektion durch Bakterien ist eine der häufigsten Gründe für eine Entzündung. Die Erreger können auch durch falsche Hygiene oder schon beim Ohrloch stechen in die Wunde gelangen. Auch eine Kontaktallergie, wie bspw. eine Nickelallergie, sowie eine Reizung des Ohrlochs, durch z. B. sehr schwere Ohrringe, können eine Entzündung hervorrufen. Folgende Symptome können auftreten:

  • Schmerzen
  • Rötung
  • Pochen
  • Wärme
  • Eiter

Ohrloch entzündet – das kannst du tun

Die erste Maßnahme: Ohrring entfernen. Und dieser sollte auch bis zur Heilung nicht mehr eingesetzt werden. Ist eine Kontaktallergie der Auslöser muss der Ohrstecker (nach der Heilung) ausgetauscht werden gegen ein Schmuckstück, auf das nicht reagiert wird (z. B. Titan). Zudem hilft ein Antiseptikum zum täglichen Desinfizieren (aus der Apotheke). Probieren kannst du auch folgende Hausmittel, die die Heilung unterstützen sollen:

  • Zinksalbe: Der Klassiker in der Wundheilung! Trage etwas von der Salbe vorsichtig auf die Stelle auf. Da sie relativ lange zum Einziehen braucht, bietet sich das Auftragen über Nacht an.
  • Kamillentee: Die ätherischen Öle können nicht nur bei Ohrenschmerzen helfen, sondern auch bei einem entzündeten Ohrloch! Kamille wirkt nämlich entzündungshemmend und antibakteriell. Mit einem in Kamillentee getränkten Pad oder Tuch tupfst du die Entzündung vorsichtig ab.
  • Teebaumöl: Das Öl wirkt desinfizierend. Gib dazu wenige Tropfen von dem Teebaumöl auf ein Tuch und tupfe vorsichtig die Wunde täglich ab.
  • Lavendelöl: Eine antiseptische, wundheilende und schmerzlindernde Wirkung wird dem Öl nachgesagt. Gehe vor wie bei den anderen Hausmitteln.

Tipp: Immer schön die Hände waschen vor der Behandlung! Bei einer akuten Entzündung solltest du zudem aufs Schwimmen oder Tauchen gehen verzichten, denn dabei können leicht Bakterien an die Wunde gelangen.

Übrigens: Teebaumöl ist auch gutes ein Hausmittel bei Nagelpilz, Pickel am Kinn oder einer Nagelbettentzündung.

Ohrloch entzündet – Dann zum Arzt

Bei Eiter, einer starken Schwellung oder Rötung am Ohr solltest du auf jeden Fall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Auch wenn sich nach ein paar Tagen keine Besserung mit Hausmitteln einstellt oder gar Fieber oder eine Schwellung der Lymphknoten auftritt, ist der Gang in die Praxis unabdingbar. Hier kann eine antibiotische Salbe helfen!

Ohrloch entzündet – Vorbeugung und Tipps

Worauf sollte man beim Ohrloch stechen achten und wie kann einer Entzündung vorgebeugt werden? Hier findest du vier hilfreiche Tipps:

  1. Hygiene beachten: Derjenige, der dir das Ohrloch sticht, sollte Handschuhe dabei tragen, eine Einmalnadel und einen originalverpackten Stecker verwenden. Und: Fasse dir nicht mit den Händen an das Ohrloch!
  2. Erststecker: Das Material spielt eine wichtige Rolle, vor allem der erste Stecker sollte aus Titan sein. Denn das ist nickelfrei. Wechsel den Stecker erst, wenn der Zeitraum von vier bis sechs Wochen verstrichen ist. Vorher solltest du keinen Modeschmuck verwenden. Zum Übergang kannst du auch Ohrringe aus Gold oder Silber tragen.
  3. Richtige Stelle wählen: Oberhalb des Ohrläppchens ist keine gute Stelle, da das Knorpelgewebe schlecht durchblutet ist. Eine Entzündung hier kann Monate bis zur Heilung in Anspruch nehmen.
  4. Schmuck: Ganz simpler Tipp: Verzichte auf schwere Ohrringe.

Ohrloch stechen für Kinder

Bei kleineren Kindern besteht ein erhöhtes Entzündungsrisiko, da sie sich oft ans Ohr fassen und so Bakterien leichter an die Wunde gelangen können.

Häufig wird vom Ohrloch stechen für Kinder oder Babys wegen der Allergiegefahr abgeraten. Je früher sich eine Allergie entwickelt, desto schwerwiegender kann sie verlaufen. So rät die Kinderärztin Barbara Mühlfeld gegenüber der Apotheken Umschau, nicht vor der Pubertät Ohrlöcher stechen zu lassen. Kinder- und Jugendärzte empfehlen ein Mindestalter von 14 Jahren.

Schon gewusst? In der Brigitte Community kannst du dich mit anderen rund um das Thema Hautpflege austauschen.

Ohrlöcher – wie schnell wachsen sie zu?

Hallo,
meine Frage steht ja schon oben.
Wisst ihr es?
Meine Löcher sind im Kindergartenalter gestochen worden und leider ist mit der Zeit das Loch am rechten Ohrläppchen so weit nach unten gewachsen, dass ich keine Hänger mehr reinmachen kann, da dann das Loch richtig nach unten gezogen wird – das Loch dann wie ein Schlitz ausieht und ich Angst habe, das Loch reißt aus und bei Steckern sieht es aus, als wenn ich einen Ohrklipp habe, der nach unten gerutscht ist, weil der Stecker mindestens zur hälfte unterhalb des Ohrläppchens hängt.
Deshalb wollte ich das Loch zuwachsen lassen und dann darüber ein neues Loch stechen lassen.
Schließlich gibt es so viele schicke Ohrringe, die getragen werden wollen
Wie lange muss ich also warten, bis das Loch zu ist, oder wächst es nie zu? Muss ich den "Lochkanal" vom Arzt vielleicht "beschädigen" lassen, um durch die Wundheilung gleichzeitig ein Verschließen des Kanals zu erreichen?
Danke für eure Antworten!
LG
Birgit

Ohrlochstechen in der Apotheke

Ohrringe gehören neben Ringen, Ketten und Armbändern zu den wohl beliebtesten Schmuck-Accessoires. Daher ist das Stechen der ersten Ohrlöcher ein durchaus wichtiges Ereignis. Und auch bei weiteren Ohrlöchern soll natürlich alles optimal verlaufen. Deshalb suchen viele Menschen den Rat medizinisch versierter Fachleute, denn sie wissen die Fachkompetenz der Apotheken in allen Belangen rund um das Thema Gesundheit zu schätzen.
Bei Studex-Partner-Apotheken sind Sie in guten Händen: Gerne informieren diese Sie mit unserem praktischen Ratgeber über alles, was Sie über fachgerechtes Ohrlochstechen und die entsprechende Nachsorge wissen müssen. Für Ihre individuellen Fragen zu diesen Themen ist Ihre Apotheke darüber hinaus jederzeit für Sie da. Schönheit und Gesundheit sollten Hand in Hand gehen, auch beim Ohrlochstechen. Ihre Apotheke berät Sie gern.

Was unterscheidet Ohrlochstechen von Body Piercing?

Ohrlochstechen ist das Durchstechen des Ohrläppchens oder des oberen flachen Ohrknorpelbereichs mittels moderner und hygienischer Ohrlochstechgeräte, die sterile Einweg-Kartuschen verwenden. Der sterile Erstohrstecker wird hierbei direkt in das Ohrloch gesetzt, und der Verschluss wird gleichzeitig automatisch an der exakt richtigen Position angebracht.
Body Piercing ist das Durchstechen der Haut mit Ausnahme des Ohrläppchens und des oberen flachen Ohrknorpelbereichs. Zuerst wird die betreffende Stelle am Körper mit einer sterilen Einweg-Hohlnadel durchstochen. Danach wird der sterile Schmuck durch das frisch gestochene Loch eingeführt und anschließend von Hand verschlossen.

Die im Bild pink gekennzeichneten Stellen eignen sich für professionelles Ohrlochstechen mit modernen Präzisionsinstrumenten in Ihrer Apotheke.

Wie unterscheiden sich Ohrlochstechen im Ohrläppchen und im Knorpelbereich?

Das traditionelle Ohrlochstechen im weichen Ohrläppchen (Lobe) mit modernen Instrumenten ist für die meisten Menschen kaum spürbar oder wird allenfalls als kleines Piken wahrgenommen. Das Ohrläppchen wird gut durchblutet. Daher verheilt das Ohrloch hier relativ schnell. Das heißt, die antiallergischen Erststecker können bereits nach 6 Wochen durch andere Ohrringe ersetzt werden. Nach etwa 5 bis 6 Monaten sind die Ohrlöcher in der Regel vollständig verheilt.

Das Ohrlochstechen im oberen flachen Knorpelbereich (Helix) des Ohrs steht heutzutage an zweiter Stelle der Beliebtheitsskala aller Ohrlocharten. Knorpel ist das einzige Gewebe des Körpers, das nicht durchblutet wird. Daher kann das Blut dort nicht dafür sorgen, Stoffwechselprodukte abzutransportieren und Nährstoffe zuzuführen. Dies erfolgt an dieser Stelle durch Diffusion. Deshalb dauert der Heilungsprozess von Ohrlöchern hier wesentlich länger. Die antiallergischen Erststecker dürfen im Knorpel erst nach 12 Wochen durch andere Ohrringe ersetzt werden. Und das vollständige Ausheilen der Ohrlöcher dauert hier etwa 12 Monate.

Wie wird ein Ohrloch gestochen?

Der Stechvorgang wird mit modernen und hygienischen Ohrlochstechsystemen durchgeführt. In diese Präzisionsinstrumente wird eine sterile Kartusche eingesetzt, die je einen antiallergischen Erststecker und einen Ohrsteckerverschluss enthält. Das Ohrloch wird erzeugt, indem der spezielle Ohrstecker durch die Muskelkraft der Hand, welche das Gerät bedient, mit einer kurzen Bewegung sanft und schonend durch das Ohrläppchen gedrückt wird. Dabei wird der Verschluss des Ohrsteckers hinter dem Ohr automatisch an der richtigen Stelle auf dem Steckerstift positioniert. Beim Ohrlochstechen mit modernen Kartuschen-Systemen kommt das Ohr also nicht mit dem Instrument selbst in Berührung, sondern nur mit dem sterilen Ohrstecker und dem Verschluss. Hier sehen Sie, wie der Stechvorgang abläuft.

Anamnese: Haben Sie Allergien?

Wissen Sie, ob Sie auf bestimmte Stoffe allergisch reagieren? Auf Nickel, Hausstaub, Arznei- oder Desinfektionsmittel zum Beispiel? Oder sind solche Allergien in Ihrer Familie bekannt? Lassen Sie dies ggf. von Ihrem Hausarzt klären, bevor Sie das Ohrloch stechen lassen. Das ist sehr wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Auf welche Materialien sollten Sie achten?

Unterstützen Sie den Heilungsprozess nach dem Ohrlochstechen und vermeiden Sie allergische Reaktionen, indem Sie Wert auf Ohrringe aus hochwertigen Materialien wie Chirurgenstahl 316 L, Titan oder Echtgold legen. Achten Sie darauf, dass Ihre Ohrringe antiallergisch und hautfreundlich sind und der EU-Nickelverordnung 2004/96/EG entsprechen.

Nickel ist im heutigen Alltag an vielen Stellen zu finden, z.B. in Schmuck, Brillengestellen, Armbanduhren, Reißverschlüssen, Knöpfen, Schnallen oder Scheren. Auch jeder Stahl besteht immer aus Nickel und anderen Materialien. Selbst in Kopfsalat und Schokolade ist Nickel enthalten. Allzu billiger Modeschmuck kann teilweise recht stark nickelhaltig sein. Da manche Menschen aber auf Nickel allergisch reagieren, wurde in der EU-Nickelverordnung geregelt, wieviel Nickel pro Woche an die Haut abgegeben werden darf. Für Ohrschmuck sind das maximal 0,2 Mikrogramm pro Quadratzentimeter pro Woche (das heißt 0,2 Millionstel Gramm).

Bei dem für Erstohrstecker häufig verwendeten Chirurgenstahl mit der Bezeichnung 316L sowie bei medizinischem Titan handelt es sich um Materialien, die auch in der Medizin verwendet werden, z.B. für chirurgische Implantate, die ein Leben lang im menschlichen Körper verbleiben, ohne schädliche Nebenwirkungen hervorzurufen. Bei sämtlichen von Ihrem Apotheker eingesetzten Erstohrringen können Sie darauf vertrauen, dass diese antiallergisch und hautfreundlich sind, den Höchstwert der EU-Nickelverordnung deutlich unterschreiten und daher bestens für das Ohrlochstechen geeignet sind.

Welche Altersregelungen gibt es für das Ohrlochstechen?

Minderjährige (unter 18 Jahren) müssen eine von den Erziehungsberechtigten unterschriebene Einverständniserklärung vorlegen. Bei Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren muss außerdem ein/e Erziehungsberechtigte/r beim Ohrlochstechen persönlich anwesend sein.

Erwachsene (ab 18 Jahren) unterschreiben vor dem Stechvorgang ebenfalls eine Einverständniserklärung.

Generell gilt: Ein gesetzliches Mindestalter für Ohrlochstechen gibt es nicht. Eltern bzw. Erziehungsberechtigte dürfen den für ihr Kind besten Zeitpunkt selbst bestimmen. Ihre Apotheke gibt Ihnen hierzu gern individuellen medizinischen Rat.

Aus medizinischer Sicht spielt das Alter beim Ohrlochstechen keine Rolle. Laut Deutschem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte gilt:

Medizinisch betrachtet spielt es keine Rolle, ob sich jemand schon als Kind oder erst später ein Ohrloch stechen lässt. Das Ohrläppchen eigne sich in jedem Alter gleichermaßen dafür, erklärt Michael Deeg vom Berufsverband der HNO-Ärzte in Freiburg. Auch das Schmerzempfinden sei bei Kindern nicht größer als bei Erwachsenen: Das Stechen werde häufig nur als Piks empfunden, so der Facharzt.

Quelle: news.de/dpa, 16.10.2012

Welche Risiken bestehen beim Ohrlochstechen?

Vor dem Ohrlochstechen klärt Ihr Apotheker zunächst so genannte Kontraindikationen mit Ihnen ab und informiert Sie über die Risiken des Ohrlochstechens generell sowie über die Bedeutung der richtigen Nachsorge. Kontraindikationen können beispielsweise die Bluterkrankheit, HIV, Hepatitis oder eine Neigung zu starker Narbenbildung sein. Sie werden ebenfalls zu bereits bekannten Allergien und hierbei besonders zu Metallunverträglichkeiten befragt. Außerdem untersucht die medizinische Fachkraft Ihr Ohr auf eventuelle Schnitte, Hautausschlag oder Erhebungen und empfiehlt in solchen Fällen das Ohrlochstechen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Ein frisch gestochenes Ohrloch ist eine (wenn auch sehr kleine) Wunde. Daher ist Hygiene hier besonders wichtig. Um das Risiko für Infektionen oder Entzündungen zu mindern, die vor allem bei unsachgemäßer oder nicht regelmäßiger Nachsorge auftreten, ist es wichtig, dass Sie den Pflegehinweisen Ihrer Apotheke gewissenhaft folgen.

Wie sieht es mit der Hygiene vor Ort aus?

Ohrlochstechen unterliegt in Deutschland den jeweiligen „Bestimmungen der Überwachung von Betrieben gemäß der Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten“ der Bundesländer, auch kurz „Hygieneverordnungen“ genannt. Spezielle Hygienepläne definieren den Ablauf des Stechvorgangs sowie Anforderungen an die Räumlichkeiten und deren Ausstattung und decken Punkte wie Desinfektion, Reinigung und Entsorgung ab. In Ihrer Apotheke können Sie sich sicher sein, dass das medizinische Fachpersonal alle Hygienevorschriften einhält. Die ausführende Person trägt Einweg-Handschuhe. Ihr Ohr wird ordnungsgemäß desinfiziert. Der antiallergische Erstohrstecker und der Verschluss sind steril in einer versiegelten Einweg-Kartusche verpackt. Diese wird vom Spezialisten in das Instrument eingesetzt, ohne dass der Ohrring oder der Verschluss berührt werden. Das Instrument selbst kommt nicht mit Ihrem Ohr in Kontakt. Dennoch wird es nach jedem Gebrauch desinfiziert, was auch für den Arbeitsplatz und alle Arbeitsflächen gilt.

Was ist bei der Nachsorge zu berücksichtigen?

Die richtige und regelmäßige Nachsorge nach dem Ohrlochstechen ist besonders wichtig, damit Ihre Ohren schön und gesund bleiben. Neue Ohrlöcher müssen mindestens zweimal täglich mit entsprechenden Produkten gepflegt werden. Ihr Apotheker erklärt Ihnen die Nachsorge und gibt Ihnen ein Pflegeprodukt und eine detaillierte Pflegeanleitung für neue Ohrlöcher mit. Wenn Sie dieser Anleitung gewissenhaft folgen, können Sie Entzündungen, Infektionen oder andere Komplikationen leicht vermeiden.

Berühren Sie den Ohrstecker und Ihr Ohr während der Heilphase nach dem Ohrlochstechen nicht unnötig, und wenn, dann nur mit frisch gewaschenen Händen. Der Ohrsteckerverschluss wird vom Instrument automatisch richtig auf dem Ohrsteckerstift positioniert. Drücken Sie den Verschluss auf keinen Fall dichter ans Ohr. So ist sichergestellt, dass der Ohrstecker richtig sitzt und genügend Luft an den Stichkanal gelangt. Ein zu fest sitzender Ohrstecker kann zu einer Infektion führen.

Wie lange sollten Sie die Erstohrringe tragen?

Lassen Sie die antiallergischen Erststecker mindestens 6 Wochen im Ohrläppchen, ohne sie herauszunehmen. Im Knorpelbereich lassen Sie die entsprechenden Stecker mindestens 12 Wochen ununterbrochen im Ohr. Auch zur Pflege der Ohrlöcher sollen die Stecker während dieser Zeit nicht aus dem Ohr entfernt werden.

Was ist beim Duschen, Baden und Haarewaschen zu beachten?

Generell gilt: Zwischen den Reinigungen mit dem Ohrloch-Pflegeprodukt sollten die Ohren so wenig wie möglich mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Vermeiden Sie den Kontakt von Haarspray, Shampoo, Seife o.ä. mit den frisch gestochenen Ohrlöchern. Nach dem Duschen oder Baden sollten Sie das Ohr mit klarem Wasser abspülen und anschließend mit dem Pflegeprodukt behandeln.

Müssen Sie die Ohrringe beim Sport herausnehmen?

In manchen Schulen, Sportvereinen oder anderen Institutionen gibt es Regelungen zum Tragen von Schmuck. Es kann sein, dass Ohrringe dort beim Sport generell nicht erlaubt sind oder abgeklebt werden müssen. Informieren Sie sich hierüber vor dem Ohrlochstechen. Um zu verhindern, dass die neuen Ohrlöcher wieder zuwachsen, sollen die Erstohrringe während der Heilphase nicht entfernt werden. Sollte das aufgrund der jeweiligen Regelungen nicht möglich sein, raten wir Ihnen, das Ohrlochstechen lieber für die Ferienzeit zu planen.

Können Ohrlöcher wieder zuwachsen?

Frisch gestochene bzw. noch nicht verheilte Ohrlöcher würden wieder zuwachsen, wenn man die Ohrstecker herausnehmen würde. Deshalb sollten Sie Ihre Erststecker im Ohrläppchen mindestens 6 Wochen bzw. im Knorpelbereich sogar mindestens 12 Wochen ununterbrochen tragen. Insgesamt dauert es ca. 5 Monate (Ohrläppchen) bzw. 12 Monate (Knorpelbereich), bis Ohrlöcher vollständig verheilt sind.

Einmal vollständig abgeheilte Ohrlöcher wachsen hingegen nicht wieder zu. Im Stichkanal bildet sich innen rundum eine Haut, die somit die durch das Ohrlochstechen entstandene Wunde verschließt. Manchmal entsteht der Eindruck des Zuwachsens, weil sich innen ein Talgpfropfen bildet, wenn man eine Weile lang keine Ohrringe mehr trägt.

Dürfen Sie mit neuen Ohrlöchern schwimmen gehen?

Es ist es ratsam, während der Heilphase (6 Wochen beim Ohrläppchen, 12 Wochen bei Ohrlöchern im Knorpelbereich) möglichst auf das Schwimmen zu verzichten. Schließlich ist das frisch gesetzte Ohrloch zunächst eine Wunde, die möglichst keimfrei gehalten werden sollte. Öffentliche Schwimmbäder sind oft mit Keimen, v.a. Bakterien, belastet. Und Pools, die mit Chlor gereinigt werden, sind bedenklich, da das Chlor und seine Nebenprodukte die Haut austrocknen und irritieren können. Auch in Badeseen oder im Meer lässt sich eine Keimbelastung nicht ausschließen. Falls Sie dennoch schwimmen gehen und das Ohr mit Wasser in Berührung kommen sollte, raten wir Ihnen, das Ohrloch anschließend sofort mit dem Pflegeprodukt zu behandeln. Oder verwenden Sie ggf. ein wasserfestes Pflaster, das Sie nach dem Schwimmen wieder entfernen.

Welche Folgeohrringe sind empfehlenswert?

Auch nach den ersten 6 bzw. 12 Wochen sollten Sie während der weiteren Heilphase Ohrstecker oder Ohrringe mit einem stiftförmigen Innenteil tragen, keine Ohrhänger. Der Steckerstift sollte aus Chirurgenstahl oder einem anderen antiallergischen Material wie Titan, Echtgold oder Sterlingsilber bestehen. Es ist ratsam, auf allzu billigen Modeschmuck zu verzichten, da dieser teilweise viel Nickel freisetzt oder sogar mit den gesundheitsschädlichen Schwermetallen Blei und Kadmium oder dem ebenfalls gesundheitsschädlichen Metall Kobalt belastet sein kann.

Was ist für das Bindegewebe zu beachten?

Viele Frauen tragen gerne große Ohrringe. Diese sind allerdings oft auch recht schwer und belasten das Bindegewebe, d.h., sie ziehen es auseinander. Wir empfehlen, schwere Ohrringe eher zu besonderen Anlässen zu tragen, um eine dauerhafte Deformation der Ohrläppchen zu vermeiden.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln:
Vorsicht bei Unverträglichkeit von Antibiotika bzw. Kreuzunverträglichkeiten

Das Ohrlochstechen bei geschulten Spezialisten und medizinischem Fachpersonal verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Dennoch kann es aber gelegentlich vorkommen, dass sich die Wunde entzündet. Meist ist der Grund eine mangelnde Nachsorge. Je nach Schwere der Entzündung kann es dann sein, dass Antibiotika eingesetzt werden müssen. Deshalb unser Rat: Fragen Sie vorher Ihren Arzt nach einer möglichen Unverträglichkeit.

Ebenso kann es eventuell zu Kreuzunverträglichkeiten kommen. Unser Rat: Wenn Sie gerade Antibiotika nehmen, verschieben Sie das Ohrlochstechen lieber auf einen späteren Zeitpunkt.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Eine schwere Entzündung kann beispielsweise eine sehr starke Rötung oder Schwellung zeigen, bluten oder Eiter bilden. Oft ist sie schmerzhaft. Konsultieren Sie in diesem Fall bitte umgehend Ihren Arzt, z.B. Ihren Hausarzt oder Hautarzt. Dieser entscheidet je nach Schwere der Entzündung, ob der Ohrring entfernt werden muss. Er wird die Wunde gründlich säubern sowie desinfizieren und Ihnen sagen, was Sie weiterhin tun sollen, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Ganz besondere Vorsicht ist bei Komplikationen am Ohrknorpel geboten, da hier bei Nichtbehandlung bleibende Schäden des Gewebes entstehen könnten.

CHECKLISTE

Was Sie beim Ohrlochstechen beachten sollten

  • Lassen Sie sich das Ohrloch nur von geschulten Spezialisten bzw. medizinschen Fachkräften stechen.
  • Klären Sie vorab, ob Sie oder Ihre Familie Allergien haben (z.B. Nickel, Hausstaub, Arznei- oder Desinfektionsmittel).
  • Nehmen Sie Medikamente? Sind Sie Antibiotika-resistent? Fragen Sie ggf. Ihren Arzt.
  • Informieren Sie sich vorher über eventuelle Regelungen zum Tragen von Ohrringen in Ihrer Schule, Ihrem Sportverein o.ä.
  • Überlegen Sie sich im Vorfeld in Ruhe, an welcher Stelle Sie Ihr Ohrloch wünschen.
  • Achten Sie darauf, dass das Instrument sterile Einweg-Kartuschen verwendet und mit manuellem Druck arbeitet.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Ohrringe antiallergisch und hautfreundlich sind und der EU-Nickelverordnung entsprechen.
  • Folgen Sie gewissenhaft der Pflegeanleitung, die Sie von Ihrem Apotheker erhalten.
  • Vermeiden Sie den Kontakt der Wunde mit Schmutz, Shampoo oder Seife und verzichten Sie möglichst auf das Schwimmen.
  • Konsultieren Sie bei Entzündungen oder anderen Beschwerden bitte umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Lassen Sie die Wunde völlig verheilen.
  • Wählen Sie später Folgeohrringe aus antiallergischem Material.

Sie haben Fragen zum Ohrlochstechen?

Bitte wenden Sie sich für weiterführende Informationen an Ihren Apotheker, oder nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten.

Medizinische Ohrstecker – Erstohrstecker – Gesundheitsstecker

Ohrloch stechen lassen

Ohrlöcher sollten stets von einem Fachmann wie einem Juwelier oder Piercer gestochen werden. Auch Kosmetiker oder Friseursalons bieten diesen Dienst mitunter an. Seit den 60er-Jahren gibt es dafür spezielle Ohrlochpistolen, die mit einem Federmechanismus arbeiten und die Gesundheitsstecker direkt in das Ohr hinein schießen. Diese Prozedur dauert nur wenige Sekunden und ist kaum schmerzhaft. Der kurze Schmerz ist vergleichbar mit dem Pieken bei einer Impfung.

Nachdem das Ohrloch gestochen wurde, erhalten Sie sterile Ohrstecker, die Sie eine Zeit lang im Ohr tragen müssen. Die speziell für diesen Zweck gefertigten Schmuckstücke waren früher recht langweilig, doch mittlerweile ist die Auswahl sehr umfangreich. Auch auf Mein-Ohrstecker können Sie derartige medizinische Ohrringe kaufen, denn wir bieten Ihnen ein umfassendes Angebot an sterilen Ohrringen in verschiedenen Farben. Nach dem Stechen sollten Sie mindestens sechs Wochen lang Erstohrstecker tragen und diese wenn möglich nicht über einen längeren Zeitraum herausnehmen. Solche Ohrstecker sind steril und tragen daher zu einer problemlosen Wundheilung bei.

Darüber hinaus darf das Ohr nach dem Stechen nur mit sauberen Händen berührt werden. Vermeiden Sie häufige Berührungen, um Infektionen zu vermeiden und sicherzustellen, dass der Stichkanal gut verheilt. Erst nach sechs Wochen sollten Sie die sterilen Ohrstecker durch normale Ohrringe austauschen. Verzichten Sie in der ersten Zeit noch auf lange und schwere Ohrhänger, damit das Ohrloch eine Weile geschont wird. Sie möchten medizinische Ohrstecker tragen und benötigen weitere Informationen? Gern stehe wir Ihnen beratend zur Verfügung, wenn Sie medizinische Ohrringe kaufen wollen.

Erstohrstecker – Sinn und Zweck

Die medizinischen Ohrstecker sind vielen Menschen mit frisch gestochenem Ohrloch ein Dorn im Auge. Gerade jungen Mädchen fällt es schwer, die sechs Wochen abzuwarten, bis sie endlich die ersten eigenen Ohrringe tragen können. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen eine große Auswahl an sterilen Ohrringen an. So können Sie medizinische Ohrstecker kaufen, die Ihnen hundertprozentig gefallen, wodurch es Ihnen sicher leichter fällt, die ersten sechs Wochen mit den Erstohrsteckern geduldig zu überstehen. Anschließend können Sie aus unseren anderen Kategorien aus einer großen Auswahl an modernen Ohrsteckern aus unterschiedlichen Materialien und Farben wählen. Jeder medizinische Ohrstecker aus unserem Sortiment ist antiallergisch. Somit können Sie unangenehmen Entzündungen entgegenwirken.

Zuvor ist es durchaus sinnvoll und notwendig, die medizinischen Ohrringe zu tragen, denn sie erfüllen eine wichtige Funktion. Die Ohrstecker sind steril und bestehen aus einem gut verträglichen und allergikerfreundlichen Material. Sie haben keinen oder nur einen verschwindend geringen Anteil an Nickel oder Palladium und bestehen in der Regel aus Chirurgenstahl. Auf diese Art und Weise verhindern medizinische Ohrringe Entzündungen und Juckreiz und sorgen für eine komplikationslose Heilung des Ohrlochs. Wenn Sie hingegen von Anfang an normale Ohrringe aus Gold, Silber oder einem anderen Metall tragen würden, wären Allergien, Schmerzen, Ausschläge und Entzündungen nur einige von zahlreichen unangenehmen Folgen, die nicht lange auf sich warten ließen. Um das zu vermeiden, sind Gesundheitsstecker in den ersten sechs Wochen nach dem Stechen des Ohrlochs unverzichtbar. Denken Sie an Ihre Gesundheit und entscheiden Sie sich für antiallergische Ohrringe aus unserem Shop. Wir sind erfahrener Händler für modische Ohringe, Fake Plugs sowie Ohrstecker mit Edelsteinen und Perlen. Vertrauen Sie unserer Kompetenz und kaufen Sie medizinische Ohrstecker online beim Fachhändler.

Bei Mein-Ohrstecker können Sie medizinische Ohrstecker kaufen

Ihr Ohrstecker muss medizinisch sein? Kein Problem. Entdecken Sie antiallergische Ohrstecker jetzt im Sortiment. In dieser Kategorie finden Sie eine umfassende Auswahl an medizinischen Ohrsteckern. Wenn Sie medizinische Ohrringe kaufen möchten, haben Sie in unserem Onlineshop die Qual der Wahl, denn wir bieten Ihnen viele verschiedene Ausführungen an. Alle angebotenen Ohrstecker sind steril und bestehen aus 316L Chirurgenstahl. Der Schmuckstein ist synthetisch und hat einen Durchmesser von etwa zwei Millimetern. Es handelt sich dabei um einen Monatsstein, sodass jede Farbe der sterilen Ohrringe für einen speziellen Monat steht. Wenn Sie unsicher sind, welche Farbe die richtige für Sie ist, können Sie einfach den medizinischen Ohrstecker kaufen, dessen Schmucksteinfarbe für Ihren Geburtsmonat steht:

  • Dunkelrot: Januar
  • Lila: Februar
  • Hellblau: März
  • Transparent: April
  • Dunkelgrün: Mai
  • Helllila: Juni
  • Rot: Juli
  • Grün: August
  • Blau: September
  • Pink: Oktober
  • Orange: November
  • Türkis: Dezember

Es fällt Ihnen schwer, sich für einen Schmuckstein zu entscheiden? In diesem Fall sollten Sie sich unser Erstohrstecker-Set genauer anschauen. Bei Mein-Ohrstecker können Sie nicht nur einzelne medizinische Ohrstecker kaufen, sondern auch ein komplettes Set mit allen 12 Schmucksteinfarben. Wenn Ihnen die Auswahl schwerfällt und Ihre Ohrstecker oder Ohrringe antiallergisch sein müssen, ist unser vielfältiges Angebot an günstigen medizinischen Ohrsteckern ideal.

Medizinische Ohrstecker: Silber- oder goldfarben – Sie entscheiden!

Sobald Sie sich für eine Schmucksteinfarbe entschieden haben, bleibt noch eine weitere Frage zu klären, bevor Sie Ihre neuen medizinischen Ohrringe kaufen können. Denn alle Modelle aus der Kategorie „Ohrstecker medizinisch“ führen wir nicht nur in einer silberfarbenen Variante, sondern auch vergoldet.

Unsere Ohrstecker sind medizinisch, steril und zertifiziert

Die hier angebotenen Ohrstecker sind medizinisch, da sie sowohl die EU-Nickelverordnung als auch die CE-Richtlinien der EU und die amerikanischen FDA-Richtlinien erfüllen. Jeder Erstohrstecker aus unserem Sortiment ist steril verpackt. Zum Lieferumfang gehören jeweils ein Einweg-Adapter und ein Einweg-Hygieneaufsatz, um eine sterile Handhabung zu ermöglichen. Alle sterilen Ohrstecker sind mit der STUDEX+ Ohrlochpistole kompatibel. Fragen Sie Ihren Juwelier oder Piercer am besten vor dem Termin, ob er dieses System verwendet und teilen Sie ihm mit, dass Sie Ihre eigenen Gesundheitsstecker mitbringen möchten.

Gesundheitsstecker online bei Mein-Ohrstecker kaufen und von vielen Vorteilen profitieren

Wenn Sie sich dafür entscheiden, in unserem Onlineshop medizinische Ohrstecker zu kaufen, profitieren Sie in jedem Fall von zahlreichen Vorteilen. Wir bieten Ihnen nicht nur eine umfangreiche Auswahl an Gesundheitssteckern in vielen verschiedenen Farben, sondern auch einen kundenorientierten Service, damit Sie nach jedem Einkauf in unserem Shop voll und ganz zufrieden sind.

Überzeugen Sie sich selbst von der hohen Qualität unserer medizinischen Ohrringe und von unserem erstklassigen Service. Falls Sie noch Fragen zu unserem Erstohrstecker-Sortiment oder unserem Onlineshop haben, helfen wir Ihnen natürlich gerne. Als Fachhändler für medizinische Ohrstecker und Ohrringe stehen wir Ihnen zu Verfügung.

Ohrlöcher stechen bei Kindern: Ab wann ist es unbedenklich?

Hauptgefahr beim Ohrloch stechen: Nickelallergie

Immer wieder heißt es, dass es bei ganz kleinen Kindern am wenigsten Probleme beim Stechen von Ohrlöchern gibt. Doch stimmt das auch? Anders gefragt: Wann ist das beste Alter dafür und was sollte man dabei unbedingt beachten? Die Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie. Zum größten Teil sind Frauen betroffen. Es gilt als gesichert, dass der frühzeitige und intensive Nickelkontakt durch nickelhaltige Ohrstecker direkt nach dem Ohrlochstechen (später auch bei Bodypiercings!) der wichtigste Faktor für eine Nickelallergie darstellt. Ist der Ohrstecker in der frischen Ohrloch-Wunde nickelhaltig, kann das Metall herausgelöst werden und ohne schützende Hautbarriere leicht in den Körper gelangen. Aufgrund dieser Tatsache hat inzwischen auch der Gesetzgeber reagiert: Seit 1998 dürfen Erststecker, die in der Wunde verbleiben, bis diese verheilt ist, nicht mehr als 0,05 Prozent Nickel enthalten.

Der häufig verwendete Chirurgenstahl 316L, der auch für Implantate in der Chirurgie verwendet wird, enthält jedoch mehr als 0,05 Prozent Nickel. Messungen haben bei einzelnen Steckern einen Nickelgehalt bis zu 16 Prozent ergeben! Hat sich erst einmal eine Allergie gegen Nickel entwickelt, ist es äußerst schwierig, den Allergieauslöser zu vermeiden, da er in alltäglichen Bedarfsgegenständen vorkommt. So sind z. B. Armbanduhren, Gold- (insbesondere Weißgold 333!) und Silberschmuck, Scheren, Türgriffe, Geldmünzen, Metallreißverschlüsse oder -knöpfe sowie Kochtöpfe nickelhaltig.

Weitere Gründe gegen das Ohrlöcher stechen bei Kindern

Wird das Ohrloch mit einer Ohrlochpistole geschossen, kann ein Infektionsrisiko (z. B. für Leberentzündung oder HIV) nicht ausgeschlossen werden, da diese Pistolen nicht sterilisiert werden können. Jedes Ohrloch führt zur Bildung von Narbengewebe und zerstört damit an dieser Stelle Ohrakupunktur-Punkte.

Bei Klein- und Kindergartenkindern besteht die Gefahr, dass sie an den Ohrringen herumspielen und sich dann eine Entzündung bildet. Kinder können an den Ohrringen hängen bleiben, sodass das Ohrläppchen im schlimmsten Fall ausreißen könnte. Kleinkinder könnten den Schmuck herauspulen und verschlucken, sodass er eventuell in die Lunge gerät. Das Ohrläppchen wächst noch, und sehr früh gestochene Ohrlöcher sitzen später manchmal nicht mehr an der optimalen Stelle.

Mein Tipp: Wenn Ihr Kind unbedingt Ohrringe haben möchte

Möchte Ihr Kind unbedingt Ohrringe, sollten Sie ihm zunächst ein Paar Ohrclips kaufen, die so groß sein sollten, dass es sie nicht verschlucken kann. In der Pubertät kann das Thema eines Piercings außerdem wieder sehr interessant für Jugendliche werden!

So minimieren Sie bei Ihrem Kind das Risiko beim Ohrlöcher-Stechen

Um Risiken wie ein Verschlucken des Ohrschmucks zu minimieren, sollten Sie Ihrem Kind möglichst erst ab sechs Jahren Ohrlöcher stechen lassen. Aus allergologischer Sicht gilt: je später, desto besser – am besten erst in der Pubertät.

Extrem wichtig bei Kindern: Die richtigen Ohrstecker

Chirurgenstahl enthält mehr als 0,05 Prozent Nickel und ist für Erststecker nicht geeignet, kann jedoch verwendet werden, wenn das Ohrloch abgeheilt ist. Titan ist nickelfrei und somit für Erststecker gut geeignet. Gold- und Silberschmuck ist erst nach der Abheilung der Ohrlöcher geeignet, sofern keine Nickelallergie besteht. Bei manchen billigen Schmuckstücken (oft mit dem Hinweis „Oberfläche nickelfrei“) ist nur das Teil im Ohr mit einer Lackierung versehen, die meist mit der Zeit abgeht.

Das „Schießen“ der Ohrlöcher mit einer Ohrlochpistole ist zwar die gängigste und in Schmuckgeschäften oder Kosmetikstudios übliche Methode, doch ist es nicht zu empfehlen! Wie schon erwähnt, ist die Ohrlochpistole nicht sterilisierbar. Die verwendeten Ohrstecker sind wesentlich stumpfer als eine Nadel und zerfetzen beim Schießen das Gewebe geradezu, sodass es unnötig geschädigt wird und langsamer heilt. Wesentlich schonender ist es, die Ohrlöcher mit einer sterilen Einmalnadel stechen zu lassen – am besten beim Arzt oder in einem seriösen, hygienisch einwandfrei arbeitenden Piercingstudio.

Mein Tipp: Betäubende Creme

Fragen Sie, ob vor dem Ohrloch stechen eine betäubende Creme aufgetragen werden kann. Sie können die rezeptfrei in Apotheken erhältliche Emla®-Creme auch selbst auftragen, sie ist jedoch teuer.

Richtige Pflege frischer Ohrlöcher bei Ihrem Kind

Um Reizungen zu vermeiden, sollte Ihr Kind nicht an den Ohrsteckern herumspielen. Am ersten Tag Zugluft vermeiden, in den ersten zwei Wochen nicht baden gehen. Beim Haarewaschen (möglichst nicht an den ersten Tagen!) mildes Shampoo verwenden und Shampooreste gut abspülen.

In den ersten 14 Tagen bitte nur mit frisch gewaschenen Händen an die Ohrläppchen fassen! In den ersten zwei Wochen zweimal täglich mit einem feuchten Wattestäbchen (warmes Wasser genügt) eventuelle Krusten entfernen. Dann mit Octenisept®-Lösung (rezeptfrei in Apotheken, 30 Milliliter für 3,25 €) desinfizieren, die jedoch nicht in den Gehörgang gelangen darf. Auf Salben und alkoholische Lösungen verzichten, da Erstere die Wunde aufweichen, Letztere zu stark austrocknend wirken.

Das tägliche Drehen der Ohrstecker ist unnötig, da jedes Mal der sich bildende Hautkanal verletzt wird. Ein eventuell vorübergehend „festsitzender“ Stecker lockert sich nach Abheilung der Wunde von selbst wieder. Die Erststecker müssen mindestens vier bis sechs Wochen im Ohr bleiben. Falls sich das Ohrläppchen infiziert hat, gehen Sie bitte mit Ihrem Kind zum Arzt.

Ohrlochstechen bei Kindern: Tipps und Erfahrungsbericht einer Mutter

Zusammengefasst: Tipps fürs Ohrlochstechen beim Kind

  • Entscheiden Sie sich, ob und wann Sie Ihrem Kind Ohrlöcher erlauben.
  • Lassen Sie zwischen dem geäußerten Wunsch und dem tatsächlichen Ohrlochstechen einige Zeit vergehen. So können Sie herausfinden, ob Ihr Kind die Ohrlöcher wirklich will.
  • Machen Sie sich Gedanken über das Material der ersten Ohrstecker und weiterer Ohrringe. Lassen Sie sich im Bezug auf mögliche Allergien vom Arzt beraten.
  • Fragen Sie einen Heilpraktiker nach den möglichen Auswirkungen von Ohrlöchern auf Akupunkturbehandlungen.
  • Informieren Sie sich, welche Methode des Ohrlochstechens für Sie und Ihr Kind infrage kommt.
  • Suchen Sie einen Ohrloch-Spezialisten bei dem Sie und ihr Kind ein gutes Gefühl haben.
  • Fragen Sie nach dem Mindestalter. Bei Kindern unter 16 Jahren ist immer eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.
  • Erklären Sie Ihrem Kind schon einige Zeit vor dem Stechtermin, was passieren wird. Am besten sollte der Arzt oder die durchführende Fachkraft Ihrem Kind die Geräte, deren Funktionsweise und was im Anschluss passiert erklären.
  • Ihr Kind sollte vor dem Eingriff gut die Hände waschen. Denn das Ohr wird zwar desinfiziert, doch nach dem Stechen möchte das Kind sicher die Ohrringe befühlen und ob diese wirklich in den Ohrläppchen stecken.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind durch „Händchenhalten“ und/oder ein Mut machendes Kuscheltier.
  • Drei Tage nach dem Eingriff keine Haare waschen!
  • Achten Sie darauf, dass der Verschluss nicht zu nah am Ohrläppchen sitzt. Es sollte immer gut Luft an das Ohrloch kommen.
  • Die Ohrläppchen sollten anfangs täglich und anschließend über einen Monat zweimal wöchentlich mit einem Desinfektionsmittel benetzt und anschließend mit sauberen Händen etwas gedreht werden.
  • In den ersten Monaten nach dem Stechen sollten die Ohrringe drin bleiben, sonst wächst das Loch schnell wieder zu.

Mein persönlicher Erfahrungsbericht zum Ohrlochstechen bei Kindern

Ein großer Wunsch geht in Erfüllung – so hätte die Überschrift zu diesem Beitrag auch heißen können. Es gibt Wünsche, die lassen sich nicht so schnell und leicht erfüllen. Manchmal wollen Eltern den Wunsch aus den verschiedensten Gründen einfach auch (noch) gar nicht wahr werden lassen. Genauso war es auch bei uns mit dem Thema Ohrringe. Meine Tochter hat sich schon als ganz kleines Mädchen immer gerne hübsch gemacht. Dazu gehört für sie unbedingt Ohrschmuck. Und so hat sie seit dem Alter von drei Jahren den immer größer werdenden Herzenswunsch, selbst Ohrringe zu haben. Und nein, nicht die harmlose Anclip-Variante. Es sollten „die Echten“ sein – das heißt Ohrringe mit Ohrlöchern, das volle Programm.

Der Traum vieler Mädchen: Bunte Ohrringe.

Nach reiflichen Überlegungen kamen wir als Eltern zu dem Entschluss, dass wir ihr den Wunsch gerne erfüllen, wenn sie „alt genug“ dafür wäre. Für uns bedeutete das den Schulbeginn. In Zahlen: Mindestens sechs Jahre. Bei dieser Entscheidung war der genannte Zeitpunkt noch unendlich weit weg. Und „sechs Jahre“ erschien uns als sinnvolles Alter, bei dem sie dann selbst schon gut mitentscheiden könnte. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob sie diesen Schritt dann immer noch wagen wollte. Mancher Herzenswunsch von heute wird morgen von einem anderen abgelöst.

Doch nicht bei ihr: Als sie endlich eine „Große“ im Kindergarten war, erzählte sie überall herum, dass sie zum Schulstart Ohrringe bekäme. Sie freute sich riesig! Und wir waren zuerst einmal erschrocken: Plötzlich war sie wirklich schon sechs Jahre alt. Nach ein paarmal Schlucken machte ich mich also daran, mich zum Thema Ohrlochstechen bei Kindern zu erkundigen. Denn versprochen ist versprochen und ein Versprechen wird nicht gebrochen!

So hörte ich mich um, bei Freunden und Bekannten, bei Juwelieren, Apotheken und Ärzten im Umkreis. Die Möglichkeit, zu Kosmetikern, Friseuren oder Piercing-Studios zu gehen, verfolgte ich nicht weiter. Meine Recherchen ergaben drei Methoden, zu denen ich genauere Informationen einholte: Das Schießen der Ohrlöcher, das sanfte Stechen und das schmerzfreie Verfahren beim Arzt.

Methode 1: Das Schießen der Ohrlöcher

Diese Variante kannte ich noch von früher (als ich selbst noch ein Kind war und Ohrlöcher bekam): Das Einschießen der medizinischen Ohrstecker – natürlich nach vorherigem Einzeichnen und Abnicken der Einschuss-Stelle an den Ohrläppchen – über eine sogenannte „Pistole“ durch einen Juwelier. Dies kann durch eine Person erfolgen, die ein Ohr nach dem anderen behandelt. Oder durch zwei Personen gleichzeitig geschehen… Letzteres hat den Vorteil, dass man nach einem Mal alles überstanden hat und das andere Ohrläppchen nicht noch einmal „hinhalten“ muss. Denn das Durchschießen der Ohrläppchen tut natürlich weh und beim zweiten reicht der zusammengenommene Mut dann vielleicht nicht mehr aus. Ich habe einige Freundinnen, deren Kinder nach dem ersten Ohr abbrechen wollten. Mein Tipp bei dieser Methode wäre deswegen auf alle Fälle das gleichzeitige Stechen durch zwei erfahrene Personen. Das wird auch von einigen Juwelieren so angeboten.

©fotolia/Igorzvencom

Gleich macht es „Klack“ und der Ohrstecker wird durch das Ohrläppchen geschossen.

Heutzutage wird diese beschriebene Methode des Ohrlochstechens immer noch vielerorts angewandt und die meisten, die ich kenne, haben sich auch für diese Variante entschieden. Hierbei muss man mit Kosten um etwa 50 Euro inklusive der medizinischen Ohrstecker rechnen. Allerdings gibt es bei vielen Juwelieren für dieses Verfahren ein Mindestalter von 7 Jahren.

Methode 2: Das sanfte Ohrlochstechen ohne Schuss

Bei meiner Recherche bin ich auf eine Methode des „sanften“ Ohrlochstechens gestoßen. Angeboten wird es von verschiedenen Apotheken. Hierbei sticht ein Gerät nahezu geräuschlos – eben ohne Schuss – die Ohrlöcher sanft durch.

Die Ohrläppchen werden vorab mit einem Alkoholtupfer gereinigt, anschließend wird die Stelle markiert, an der das Ohrloch gestochen werden soll. Ist die Positionierung in Ordnung, wird die Markierung weggewischt und es bleibt nur ein Punkt sichtbar. So weit, so gleich mit dem altbekannten „Schießen“.

Das Stech-Instrument wird nun an das Ohr herangeführt, die Ohrsteckerspitze präzise auf die markierte Stelle positioniert und von Hand durchgedrückt. Gleichzeitig schließt das Gerät an der Rückseite des Ohres den Stecker sofort. Dieser Vorgang ist nahezu geräuschlos und soll kaum spürbar sein. Klingt gut. Doch scheidet diese Methode in unserem Fall aus. Denn auf meine Rückfragen hin nennen mir alle befragten Apotheken ein Mindestalter von 7 Jahren.

Methode 3: Schmerzfreie Ohrlöcher beim HNO-Arzt

Als weitere Alternative zum „Ohrschuss“ gibt es noch die – von uns erwählte – Variante des Besuches beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. In unserem Fall kostete der Eingriff 35 Euro inklusive der medizinischen Ohrstecker. Unser HNO-Arzt sah die Prozedur des Ohrlochstechens als kleinen, harmlosen kosmetischen Eingriff. Er versprach ein schmerzfreies Verfahren, das ein möglichst schnelles Ausheilen gewährleistet. Das ist der Grund, warum diese Variante beim HNO-Arzt auch schon bei kleineren Kindern ab vier Jahren durchgeführt werden kann. Im Prinzip ist es eine Art Weiterentwicklung der Methode 1.

Der Arzt trägt ein Lokalanästhetikum in Form eines Gels auf beide Ohrläppchen auf und deckt diese für mindestens 45 Minuten mit einer Folie ab. Meine Tochter und ich waren während dieser Wartezeit Abendessen – um den abendlichen Hunger zu stillen und die Aufregung etwas zu dämpfen.

©Kirsten R.

Gleich gehts los: Beim HNO-Arzt werden die Ohrläppchen mit einem Lokalanästhetikum betäubt.

Zurück in der Praxis werden Folie und Gel wieder von den Ohrläppchen entfernt und die Löcher eingezeichnet. Was mir besonders gut gefallen hat: Bevor irgendwas gestochen wurde, hat der Arzt mit meiner Tochter alles genau besprochen. Außerdem ist das „Schießgerät“ zum Kennenlernen des Klackens beim Stechen einmal ein paar Zentimeter neben ihrem Ohr abgeschossen worden. Meine Tochter war mutig, saß auf der Liege und ließ sich die 2 Ohrlöcher eines nach dem anderen – Klack – Klack – stechen. Dass sie dabei meine Hand fest gedrückt hat, lässt mich immer noch schmunzeln. Der Verschluss wird bei dieser Variante ebenfalls von der Pistole sofort hinten am Ohr geschlossen. Und wir beide waren unendlich stolz, als wir es geschafft hatten!

Nachsorge: So waren die ersten Wochen mit Ohrringen

Im Anschluss bekamen wir noch ein paar Nachsorge-Ratschläge in Papierform mit auf den Weg. Dazu gehörten: Drei Tage keine Haare waschen, die Ohrläppchen anfangs täglich und dann über einen Monat zweimal wöchentlich mit einem Desinfektionsmittel benetzen und etwas drehen, damit nichts festwächst. Zudem sollten die medizinischen Ohrstecker mindestens sechs Wochen lang im Ohrläppchen verbleiben, sodass sich ein Hautkanal bilden und sich das Ohrloch nicht gleich wieder verschließen kann.

©fotolia/silentalex88

Nachsorge ist wichtig, damit das Ohr gut heilt und sich keine Entzündung entwickeln kann.

Die Rötung an den Ohrläppchen ließ auch schon am nächsten Tag nach und wir hatten nun eine stolze große Tochter, die mit ihren neuen Ohrringen um die Wette strahlte! Für den Fall, dass die Rötung oder Schwellung nicht nachlässt, sollten wir noch einmal beim Arzt vorbeikommen. Bei uns lief allerdings glücklicherweise alles gut. Allerdings haben wir die medizinischen Ohrringe noch einige Zeit länger in den frisch gestochenen Ohrläppchen gelassen als empfohlen. Denn das Heraus- und Hereinstecken tat ihr doch anfangs noch sehr weh. Es hieß also abwarten, bis der richtige Zeitpunkt für ein neues Paar Ohrringe gekommen war. Aber bei so schönen medizinischen, antiallergischen Erst-Steckern ist das ja kein Problem! Fand auch meine Tochter.

Mein Fazit als Mutter

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Möglichkeiten des Ohrlochstechens. Jeder sollte für sich selbst oder sein Kind entscheiden, welches die beste Variante und auch das für das Kind individuell richtige Alter dafür ist. Und natürlich, ob Ohrringe überhaupt infrage kommen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinem Erfahrungsbericht einen kleinen Eindruck und ein paar Informationen darüber vermitteln.

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Ohrloch stechen: Verführerisch, aber auch riskant

Die Auswahl an Ohrringen für Kinder ist gross. Sie reicht von kleinen Beschützer-Eulen über bunte Glücks-Käfer bis hin zu roten Herzchen. Doch gesundheitlich unbedenklich ist das Ohrloch stechen für Kinder nicht.

Das Ohrloch stechen ist nicht ganz ungefährlich. Foto: angelacolac, iStock, Thinkstock

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Von Sigrid Schulze

„Mama, ich möchte auch Ohrringe tragen!“ Spätestens, wenn die beste Freundin bunte Ohrstecker trägt, beschäftigt das Thema „Ohrloch stechen“ die Familie. Viele Eltern können den Wunsch verstehen, hübsche und bunte Ohrringe tragen zu wollen. Doch sie sehen auch den Schmerz beim Ohrringe stechen und die gesundheitlichen Risiken.

Ohrloch stechen: Gesundheitlich unbedenklich?

Rolf Temperli, Co-Präsident bei Kinderärzte Schweiz, dem Verband der Kinder- und Jugendärzte, steht dem Ohrloch stechen skeptisch gegenüber. „Es handelt sich dabei um einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Kindes, der nicht notwendig ist, Schmerzen bereitet und überdies ein – wenn auch geringes – Komplikationsrisiko aufweist“, sagte er dem Tages-Anzeiger. Auch die Stiftung Kinderschutz Schweiz lehnt Ohrloch stechen ab. „Die Stiftung Kinderschutz Schweiz hält fest, Kinder seien eigene Rechtssubjekte und hätten nicht die Schönheitsvorstellungen der Eltern zu befriedigen, wie es bei Ohrsteckern oft der Fall ist“, schrieb der Tagesanzeiger.

Ohrloch stechen bei Babys

Viele Eltern glauben, sie täten ihrem Kind etwas Gutes, wenn sie ihm bereits als Baby Ohrlöcher stechen. Sie sind der Ansicht, sie würden ihm so die Angst vor dem Schmerz ersparen, den sie wahrscheinlich haben, wenn sie älter sind. Doch vor allem Säuglinge können vom Ohrloch stechen leicht Infektionen davon tragen. „Hier sehen wir immer wieder ernsthafte Komplikationen“, berichtet Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Die Ohrstecker wachsen ein, dies führt zu schmerzhaften, langwierigen Entzündungen.“ Darüber hinaus sei die Verletzungsgefahr bei Ohrringen für Kleinkinder gross. Vor allem bei kleinen Kindern bestehe darüber hinaus die Gefahr, dass sie Kleinteile verschlucken, wenn sie an Ohrringen herumspielen und diese sich lösen. „Als Kinder- und Jugendärzte raten wir daher davon ab, Säuglingen und Kleinkindern Ohrlöcher stechen zu lassen.“

Das Kind will unbedingt Ohrringe haben? Zwar kann es die gesundheitlichen Risiken nicht überschauen, doch Bilder von entzündeten Ohrlöchern könnten es durchaus abschrecken. Vielleicht lässt sich das Kind mit einer besonderen Kette oder einer aussergewöhnlich schönen Haarklammer vertrösten? Oder finden sich schöne Ohrklipse?

Ohrlöcher stechen: So geht es

Wer seinem Kind dennoch Ohrringe schenken will, sollte sich umhören. Gibt es einen Juwelier des Vertrauens? Wo haben sich Bekannte Ohrlöcher stechen lassen – und welche Erfahrungen haben sie gemacht? Auch viele Apotheken versprechen, Ohrlöcher hygienisch und weitgehend schmerzfrei zu stechen. Pistolen, die durch Federantrieb einen Chirurgenstahl mit Ohrstecker durch das Ohr schiessen, gelten allerdings als veraltet. Sie belasten stark das weiche Gewebe im Ohrläppchen. Als schonender gelten Systeme wie „Studex“, in die sterile Kartuschen mit einem medizinischen Ohrsteckern gesetzt werden. Der spitze Ohrstecker, der einen Durchmesser von ca. 0,8 mm hat, wird nun durch die Muskelkraft der Hand in das Ohrloch gedrückt. Der Verschluss rastet dann hinter dem Ohr am Steckerstift ein. Die Person, die das Ohrloch sticht, kommt bei dieser Methode weder mit den Ohrsteckern noch mit dem Verschluss in Berührung. Für ein Paar Ohrringe inklusive Stechen ist mit ca. 40 Franken zu rechnen.

Ohrloch stechen: Gesundheitsstecker

Bei dem medizinischen Ohrstecker handelt es sich um einen nickelfreien Gesundheitsstecker, meist aus Titan, der im Ohr bleibt, bis die Wunde vollständig verheilt ist. Wer die Ohrringe zu früh herausnimmt, läuft Gefahr, dass sich Narben bilden, die das Wechseln der Ohrringe erschweren oder gar unmöglich machen. Das Drehen der Ohrringe reizt die Wunde. Das Kind sollte möglichst nicht mit dreckigen Händen an die Wunde fassen, denn so haben es Keime leicht, sich in der Wunde einzunisten. Auch im Schwimmbad kann sich die Wunde entzünden. Sinnvoll ist es, gelegentlich das Ohrloch mit einem Antiseptikum aus der Apotheke zu behandeln. Sind die Ohrlöcher gut verheilt, verträgt das Kind in der Regel Gold- und Silberschmuck, der in jedem Fall nickelfrei sein sollte. Wichtig ist, auf Qualität zu achten.

Entzündungen am Ohrloch: Auf zum Kinderarzt!

Das Ohrloch ist gerötet oder eitert? Der Ohrring lässt sich nicht herausnehmen? Wichtig ist, nicht mit Gewalt das Problem lösen zu wollen. Besser ist ein Gang zum Kinderarzt. Eine professionelle Behandlung kann viele hässliche Narben und wulstige Narbenwucherungen verhindern.

Ohne Notwendigkeit wird Kindern das Ohrläppchen durchstochen und Schmuck hineingesteckt. Für die einen grenzt das an Körperverletzung, die anderen haben keinerlei Bedenken. Das Thema wird in unserem Kulturkreis viel diskutiert und jede Seite hat ihre stichhaltigen Argumente. Doch was sagt die Rechtsprechung zum Ohrloch stechen bei Kindern? Ab welchem Alter sind Ohrstecker oder gar Piercings okay? Und an wen sollten sich Eltern mit ihren Kindern wenden, wenn nichts mehr gegen den Modeschmuck spricht?

Die Meinungen zum Ohrloch stechen gehen weit auseinander

Ohrringe oder Ohrstecker zu tragen ist nichts, was die Welt bewegt. Was bewegt, ist aber das Alter des Menschen, der diesen Schmuck trägt. Während bei einer erwachsenen Person niemand hinschaut, sofern der Schmuck nicht außergewöhnlich designt oder in einer hohen Anzahl vorhanden ist, schlägt die Empörung bei Kindern hohe Wellen. Oft kommt es hierzulande zu Mahnungen und Beschimpfungen, wenn jemand seinem Kind Ohrlöcher stechen lassen will und nach Meinungen fragt. Dabei gehört das Loch im Ohrläppchen zu einem der unkompliziertesten Piercings.

Im Jahr 2011 kam es zu der Petition “Verbot des Stechens von Ohrringen bei Kindern unter 7 Jahren” mit immerhin knapp 1000 Unterzeichnenden. Der Deutsche Bundestag lehnte ab – er sähe das “körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes gefährdet.” Das Wohl ist nur dann gefährdet, wenn sich bei “der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt.” Demnach können schon Neugeborene Ohrringe tragen, sofern die Eltern dies möchten. Aber: Ohne Beisein und Einwilligung der Eltern macht sich das ausführende Personal jedoch laut § 223 Strafgesetzbuch strafbar.

Aus medizinischer Sicht macht es wohl keinen Unterschied, ob Ohrlöcher schon sehr früh oder erst im Erwachsenenalter gestochen werden. Die Frage ist eher: Dürfen dem Kind ohne seine Einwilligung und ohne Notwendigkeit Schmerzen zugefügt werden? Neben dieser moralischen Frage spielt auch die psychische Ebene eine große Rolle. Das Ohrloch stechen kann ein Trauma nach sich ziehen. Sei es, weil das Kind festgehalten wird und im nächsten Moment Schmerzen spürt, sei es, weil sich die Wunde entzündet und nicht abheilt. Zudem dürfen frische Ohrlöcher über Wochen nicht angefasst werden – je kleiner das Kind, umso größer die Gefahr, dass es den Ohrstecker herauszieht.

Dieses Baby scheint schon sehr früh Ohrlöcher bekommen zu haben – oder sind die funkelnden Ohrringe nur angeklippt?

Welches Alter eignet sich am besten, um Kindern ein Ohrloch stechen zu lassen?

Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Einige Eltern sind der Meinung, das Babyalter ist die beste Zeit, da sich Kinder später nicht mehr an den Schmerz erinnern können (ein Trugschluss, wenn der Schmerz mehrere Wochen anhält). Doch viele fachliche Positionen empfehlen, bis zu einem Alter zu warten, in dem das Kind die Entscheidung bewusst treffen und mit den Konsequenzen umgehen kann. So lehnt zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Piercing das Ohrloch stechen bei Kindern unter 14 Jahren gänzlich ab.

Anderen Piercingstudios und fachärztlichem Personal reicht es, wenn Kinder den Wunsch klar äußern können und verstehen, dass er mit Schmerzen verbunden ist. Solange das Kind unter 14 Jahre ist, sind in jedem Fall die Anwesenheit sowie die schriftliche Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten erforderlich. Zudem sollte das Kind gesund sein.

Ist die Entscheidung gefallen, bereits im frühen Alter das Kind mit Ohrringen zu schmücken, so sollten die ersten Impfungen abgewartet werden. Vor und bei dem großen Ereignis selbst empfiehlt es sich, auf die passenden Begriffe achten. “Ohrloch schießen/stechen” kann durch “Ohrloch setzen/machen” ausgetauscht werden, statt “Pistole” und “Nadel” “Ohrlochgerät” oder “Ohrlochsetzer”. Das nimmt den Schrecken und beunruhigt die Kinder nicht unnötig.

Obwohl ich keinen Ohrstecker mehr trage, äußerte meine Tochter mit 8 Jahren den Wunsch nach Ohrlöchern. Da sie jedoch gerade mit dem Schwimmunterricht begann und die frischen Wunden nicht ins Wasser dürfen, musste sie sich gedulden. Als die letzte Schwimmstunde vorbei war und der Wunsch nach wie vor da, bekam sie, mit 9 Jahren, ihre Ohrlöcher. Mir war wichtig, dass sie genau weiß, was passiert und passieren kann, wenn es schief läuft, sodass sie sich bewusst dafür entscheiden konnte. Bereut haben wir es beide nicht.

Ohrloch stechen: Wer macht’s und wie teuer wird es?

Ohrlöcher lassen sich in einigen Juweliergeschäften, in Piercingstudios sowie in HNO-Praxen oder beim allgemeinmedizinischen Fachpersonal stechen. Hier sind jedoch Hygiene und Erfahrung wesentliche Faktoren, die bei der Wahl berücksichtigt werden sollten. Piercingstudios stehen in Sachen Sauberkeit den ärztlichen Praxen in nichts nach. Für viele Ärzte und Ärztinnen gilt jedoch, dass Ohrlöcher stechen nicht zum Tagesgeschäft gehört. Piercer und Piercerinnen bringen hier wesentlich mehr Erfahrung und Kompetenzen mit, darüber hinaus sind sie auf dem neuesten Stand, was Verfahren und Methoden rund um den sich ständig entwickelnden Körperkult betrifft.

Die Preise für das Loch im Ohrläppchen schwanken zwischen 5 Euro im Juweliergeschäft und rund 25 Euro im Piercingstudio, wo meist noch Erststecker, Kontrolltermine und Wechsel zu den gewünschten Ohrringen enthalten sind. Die notwendigen Erststecker bestehen aus Titan, Chirurgenstahl oder Echtgold, sodass eine Unverträglichkeit des Materials nahezu ausgeschlossen werden kann.

Die Vielfalt an Ohrringen macht den Schmuck so beliebt.

Es ist soweit: Der Nachwuchs bekommt Ohrlöcher

Wenn möglich, sollte das Kind vor dem Termin Kleidung tragen, die nicht über den Kopf ausgezogen werden muss, wie Sweat- und Strickjacken oder Poloshirts mit Knopfleiste. Zum Termin werden Eltern und Kind über Art und Umfang des Eingriffs sowie Risiken aufgeklärt und müssen die Einwilligung unterschreiben. Danach geht es los: Die Ohrläppchen werden wie die Hände des Fachmanns bzw. der Fachfrau desinfiziert. Nadel und Erststecker sollten sich in einer sterilen Packung befinden. Das Ohrloch schießen (mit einer Ohrlochpistole) beinhaltet die Gefahr, dass das Gerät nicht komplett sterilisiert werden kann. Zudem wird der Ohrstecker mit Druck durch das Gewebe gepresst, wodurch es zerstört wird. Schonender und zudem hygienisch unbedenklicher ist die Nadel-Variante, da sie im Gegensatz zur Pistole nur einmal Verwendung findet.

Ist das Loch gesetzt, kommt der Erststecker für 6 Wochen hinein. Am Ohrläppchen verheilt das Piercing besonders schnell, weshalb es vermutlich schon für Kinder so beliebt ist. Die gute Durchblutung und die fehlende Belastung durch Reibung und Druck fördern die schnelle Heilung. Hierfür müssen die Ohrlöcher 2x täglich für etwa 2 Wochen mit einer antiseptischen Lösung desinfiziert werden. Solange die sogenannten Gesundheitsstecker im Ohr sind, sollten sie nicht angefasst oder gedreht werden. Auch Haare waschen in den ersten Tagen und Baden gehen in den ersten Wochen sind tabu – es herrscht erhöhte Infektionsgefahr. Nach den 6 Wochen werden die ersten Stecker durch die eigentlichen Stecker oder Kinderohrringe ersetzt. Während der ersten Monate ist es wichtig, dass der Ohrschmuck nicht herausgenommen wird, da das Loch wieder zuwachsen kann – auch über Nacht. Erst nach rund 5 Monaten ist die Wunde komplett verheilt, sodass die Löcher nicht mehr zuwachsen.

Trotz guter Pflege kann es zu Entzündungen kommen, die den Heilungsprozess verlangsamen. Die Ohrlöcher eitern und die Wunde schmerzt. Sofern eine Materialunverträglichkeit ausgeschlossen werden kann, sollte das Ohr weiterhin sorgsam mit dem Antiseptum behandelt werden. Es tötet zeitgleich Keime und pflegt die Wunde. Wird die Entzündung nicht besser oder sogar schlimmer, ist das Piercingstudio oder ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Das Mädchen hat sich ein sogenanntes Nostril-Piercing stechen lassen – eines der beliebtesten Piercings im Gesicht.

Und andere Piercings?

Neben den Lobes, wie die Ohrläppchen in der Fachsprache bezeichnet werden, gehören das Bauchnabelpiercing, das Nasenpiercing sowie das Helix-Piercing (an der oberen Ohrmuschel) zum häufigsten Körperschmuck bei Minderjährigen. Ganz so ungefährlich wie die weit verbreiteten Ohrlöcher sind diese jedoch nicht, da im Gesicht viele Nerven verlaufen. Zudem ist das Piercing am Bauchnabel Reibungen und Druck ausgesetzt. Wird ein Knorpel durchstochen, wie an der Nase oder an der Ohrmuschel, so bedarf das Piercing einer intensiven und langwierigen Pflege. Knorpelgewebe besitzen keine eigene Blutversorgung und brauchen einige Monate länger, um komplett abzuheilen. Diese sorgfältige Pflege und vorsichtige Handhabung sind Kinder oftmals nicht in der Lage zu leisten, sodass solcher Schmuck frühestens im Teenageralter diskutiert werden sollte. Möglicherweise kann das Piercing vom Körper abgestoßen werden und aus dem Bindegewebe herauswachsen, wodurch es zu einer Narbenbildung kommt. Ein Argument, das es nicht zu vernachlässigen gilt, wenn Jugendliche darauf bestehen, sich löchern zu lassen.

Ein niedlicher Schildkrötenohrring schmückt die Ohren dieses Kleinkindes.

Kinderohrringe ganz ohne Pieksen

Zu “echten” Kindersteckern, für die Ohrlöcher benötigt werden, gibt es auch eine Alternative. Sogenannte “Ohrclips” werden einfach an das Ohrläppchen geclippt und bieten optisch kaum einen Unterschied. Allerdings können diese nach einer Weile drücken oder leichter abfallen. Außerdem gibt es offene Ohrringe, die an der Ohrmuschel wie eine Klammer sanft zusammengedrückt werden und dadurch Halt bekommen. Neben dem Ohrschmuck kann der Körper aber auch mit Armbändern und Ketten verschönert werden.

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