Ohrenschmerzen kleinkind was tun

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Ohrenschmerzen bei Kindern: Das hilft bei Mittelohrentzündung

Säuglinge und Kleinkinder haben oft mit einer Mittelohrentzündung zu kämpfen. Sie ist schmerzhaft und unangenehm. Mit der richtigen Therapie sind die Beschwerden aber meistens in wenigen Tagen verschwunden.

„Fast jedes Kind erkrankt bis zum Schulbeginn mindestens einmal an einer Entzündung der Mittelohrschleimhaut“, sagt Infektionsspezialist Reinhard Berner von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Gründen für den Besuch einer Kinderarztpraxis.

Ursache und Risikofaktoren

Bei einer Mittelohrentzündung geht dem Ohrenschmerz häufig ein Infekt der oberen Atemwege voraus: „Über die Eustachische Röhre, die Ohrtrompete, gelangen Bakterien oder Viren vom Rachen ins Mittelohr und verursachen dort die Entzündung.“ Zugluft oder Kälte führen nicht, wie oft vermutet, zu den Ohrenschmerzen. Es gibt allerdings einige Faktoren, die das Risiko für eine Mittelohrentzündung erhöhen:

Vergrößerte Rachenmandeln, Allergien wie Heuschnupfen und äußere Faktoren, zum Beispiel kalte Füße, die eine Infektanfälligkeit insgesamt erhöhen. Außerdem schadet Passivrauchen, denn die Schleimhäute von Raucherkindern sind anfälliger für Infektionen.

Das sind die Symptome von Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung tritt oft plötzlich auf und äußert sich durch klopfende und stechende Schmerzen, allgemeines Unwohlsein sowie ansteigende Körpertemperatur. „Bei Säuglingen zeigt sich die Entzündung eher uncharakteristisch“, sagt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Wenn die Kinder im Ohr bohren, weinerlich und unruhig sind, sollten Eltern den Verdacht in jedem Fall beim Kinderarzt abklären lassen.“

Ob eine Mittelohrentzündung vorliegt, zeigt der Blick ins Ohr mittels eines Ohrtrichters, dem Otoskop. „Eine Verwölbung, Rötung oder Trübung, aber auch eine Einziehung des Trommelfells sind Krankheitshinweise“, erklärt Fegeler.

Nasentropfen statt Ohrentropfen

Bei einer unauffälligen Erkrankung reicht in der Regel ein Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. „Manche Kinder empfinden auch ein Wärmekissen oder die Bestrahlung durch eine Rotlichtlampe als angenehm“, fügt Fegeler hinzu. „Die Wärme entspannt das beanspruchte Trommelfell.“

Fegeler empfiehlt Eltern, den kleinen Patienten abschwellende Nasentropfen zu geben: „Die Tropfen werden dem Kind in der Rückenhaltung gegeben.“ Danach muss das Kind einige Minuten liegen bleiben, damit sich der Wirkstoff optimal verteilen kann. „Geben Sie Ihrem Kind anschließend ein Kaugummi oder ein Teefläschchen.“ Das Schlucken fördert den Druckausgleich und den Flüssigkeitsabfluss im Ohr.

Vor Ohrentropfen warnen viele Experten. Sie seien wirkungslos und könnten unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Wann sind Antibiotika sinnvoll?

In den meisten Fällen verschwindet die Mittelohrentzündung von selbst. Manchmal öffnet sich das Trommelfell, und Eiter und Schleim fließen ab, manchmal klingen die Schmerzen einfach so ab. „Sollte jedoch nach 48 Stunden keine deutliche Verbesserung eintreten oder das Kind trotz Paracetamol oder Ibuprofen weiterhin Fieber oder Beschwerden haben, ist ein Antibiotikum anzuraten“, sagt Berner.

Eine chronische Entwicklung der Mittelohrentzündung sei ausgesprochen selten, sagt Berner. „Zwei Entzündungen pro Jahr sind ganz normal, manche Kinder haben sogar viermal jährlich eine Mittelohrentzündung.“ Haben Kinder aber länger als drei Wochen oder wiederholt in sehr kurzen Abständen Ohrenschmerzen, muss unbedingt ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Es besteht das Risiko von Trommelfellvernarbungen oder Schallleitungsstörungen, die zu einer Schwerhörigkeit führen können.

Besonders kleine Kinder sind häufig trotz Fieber noch fit und spielfreudig. Wenn das Kind also nicht liegen will, ist Bettruhe auch nicht anzuraten. Das Spiel im Kinderzimmer ist den Experten zufolge absolut in Ordnung. Nach draußen sollten Kinder aber erst, wenn sie fieberfrei sind. Wichtig ist auch eine verstärkte Flüssigkeitszufuhr, damit die Schleimhäute schneller abschwellen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

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Hilfe, mein Kind hat Ohrenschmerzen!

Vor kurzem hat unsere große Maus ganz plötzlich über heftige Ohrenschmerzen geklagt. Ich hatte schon Angst, sie hat eine Mittelohrentzündung, denn sie hat so arg geweint, wie schon lange nicht mehr. In der Zwischenzeit geht es unserer Maus schon wieder besser und ich möchte für euch unsere Infos rund um Ohrenschmerzen beim Kind zusammenfassen: Was hilft gegen Ohrenschmerzen? Welche Hausmittel bei Ohrenschmerzen gibt es? Und woher kommen Ohrenschmerzen überhaupt? Los geht’s!

Woher kommen eigentlich Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen können ganz verschiedene Ursachen haben: Von der Perle im Ohr über Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen bis hin zur Mittelohrentzündung, die vor allem beim Kleinkinde bis 6 Jahren sehr häufig ist. Woher die Ohrenschmerzen bei Kindern genau kommen, kann meist nur ein Kinderarzt mit einem Otoskop erkennen. Er sieht, ob eine Entzündung im Ohr vorliegt und welche Ursache sie hat.

Mittelohrentzündung bei Kleinkindern sehr häufig!

Die Mittelohrentzündung ist bei Kindern zwischen drei Monaten und sechs Jahren keine Seltenheit und auch ich war in meiner Kindheit häufig davon betroffen. Meist geht es mit einer einfachen Erkältung los. Im Zuge des Infekts mit Schnupfen kann die Ohrtrompete, die das Ohr mit dem Nasenraum verbindet und bei Kindern noch kurz ist, verstopfen oder anschwellen. Dringend dann Viren oder Bakterien, entsteht im Mittelohr (weil zu wenig Luft eintreten kann) ein Nährboden für Entzündungen.

Eine solche Mittelohrentzündung bereitet dem Kleinkind heftige, stechende Ohrenschmerzen und oft auch ein unangenehmes Druckgefühl auf den Ohren. Wenn es einmal soweit ist, helfen oft nur schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente, die auch die Entzündung im Ohr bekämpfen. Doch wir können einer Mittelohrentzündung mit Hausmitteln vorbeugen, wenn die ersten Erkältungszeichen auftreten.

Welche Hausmittel kann ich vorbeugend einsetzen?

Bei so vielen Kinderkrankheiten, die im Winter vorkommen, ist Zwiebel unser erstes Hausmittel der Wahl. Zwiebel hilft nicht nur im Akutfall als Hausmittel gegen Ohrenschmerzen, sondern kann auch vorbeugend als Hausmittel gegen eine Mittelohrentzündung eingesetzt werden, denn das warme oder kalte Zwiebelsäckchen wirkt antibakteriell und schleimlösend.

Wie du ein Zwiebelsäckchen herstellen kannst, erfährst du weiter unten auf dieser Seite und in unserem kostenlosen E-Book „Natürlich durch die Erkältungszeit“.

Außerdem ist es eine eine gute Idee, im Winter immer ein Nasenspray oder -tropfen auf Kochsalzbasis vorrätig zu haben. Sie gehören unbedingt in die Hausapotheke, wirken abschwellend und können Schlimmeres verhindern. Wir wenden außerdem bei Ohrenschmerzensehr gerne Kamille und Teebaumöl an: Die Kamille wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und antibakteriell und das Teebaumöl wirkt effizient gegen Viren, Bakterien und Pilze und hat wundheilende Eigenschaften.

Unsere Hausmittel bei Ohrenschmerzen

1 | Zwiebelauflage bei Ohrenschmerzen

Ein Zwiebelsäckchen bringt unseren Kindern schnell erste Linderung bei Ohrenschmerzen. Wir benötigen dafür:

– eine Zwiebel
– ein Taschentuch oder Mulltuch
– ein Wollschal oder ein Stirnband

Zu allererst schneiden wir die rohe Zwiebel klein. Nun kommt es darauf an, ob wir einen warmen oder einen kühlenden Wickel machen wollen. Für ersteren glasieren wir die Zwiebel in einer heißen Pfanne, bevor wir den Zwiebel einwickeln. Für den kühlenden Wickel geben wir die rohen Zwiebelscheiben in ein Taschentuch und kneten alles noch einmal gut durch, damit die ätherischen Öle der Zwiebel austreten.

Dann fixieren wir die Zwiebelauflage mit einem Schal auf dem schmerzhaften Ohr. Der warme Wickel gibt die ätherischen Öle noch besser frei, als der kalte, doch die Temperatur muss dabei dem Kind immer angenehm sein.

2 | Teebaumöl gegen die fiese Viren

Teebaumöl hat eine entzündungshemmende Wirkung, aus diesem Grund kann es für ganz unterschiedliche Symptome angewandt werden, u.a. bei Ohrenschmerzen. Dennoch ist es immer mit Vorsicht zu nutzen und bei Babys und Kleinkinder unverdünnt tabu!

Bei älteren Kindern mit Ohrenschmerzen können das Teebaumöl mit einem Wattestäbchen hinter das Ohr tupfen. Ggf. kannst du auch ein Tropfen auf ein Stück Watte geben und vor das Ohr legen. Vor der Anwendung rate ich aber dazu, vorher einen Verträglichkeitstest beim Kind zu machen. Teebaumöl kann allergische Hautreaktionen auslösen.

Mehr zum Thema ätherische Öle beim Baby und Kleinkind findest du im entsprechenden Blogpost.

3 | Kamillenauflage gegen Bakterien

Ein Kamillensäckchen ist schon für Babys geeignet und kann bei ersten Anzeichen von Ohrenschmerzen eingesetzt werden. Dazu benötigen wir:

– eine Handvoll getrockneter Kamillenblüten
– ein Mulltuch
– ein Tuch / Schal

Für die Kamille-Auflage geben wir eine Handvoll Kamillenblüten in ein Tuch und knoten es zu einem Säckchen. Den kleinen Beutel können wir nun über heißem Wasserdampf erwärmen. Wenn eine angenehme Temperatur erreicht ist, legen wir die Auflage auf das Ohr und befestigen sie mit einem Wollschal oder einer Mütze. Das Kamillensäckchen soll mindestens eine halbe Stunde bis zu einer Stunde auf dem Ohr bleiben und am besten 2-3 Mal täglich angewendet werden.

Gute Besserung und alles Gute!

HINWEIS ZUR VERWENDUNG VON HAUSMITTELN BEI MITTELOHRENTZÜNDUNG

Die genannten Hausmittel bei Ohrenschmerzen sind eine natürliche Hilfe, ersetzen aber auf keinen Fall den Gang zum Arzt. Die unterschiedlichen Hausmittel sind eine gute ergänzende Therapie zu den unterschiedlichen Medikamenten, die bei einer Mittelohrentzündung zum Einsatz kommen. Dazu zählen fiebersenkende und schmerzstillende Mittel wie Paracetamol (ital. Tachipirina) oder Ibuprofen (ital. Nurofen), abschwellende Nasentropfen oder aber Antibiotika, sofern die Mittelohrentzündung nicht durch Viren verursacht ist.

Medizinischer Disclaimer

Hausmittel bei Ohrenschmerzen

Ohne Mütze im Wind spaziert? Der Schnupfen ist so stark, dass er auf die Ohren drückt?

Hausmittel lindern Ohrenschmerzen verlässlich!

Da Ohrenschmerzen besonders gemein sind, kennt die Naturheilkunde viele Rezepte um sie rasch wieder los zu werden. Kinder mögen Hausmittel hat besonders wirksame, beliebte und einfache Anwendungen für dich gesammelt:

Zwiebelohrpäckchen

Die ätherischen Öle der Zwiebel haben die wunderbare Fähigkeit die Entzündung im Ohr abheilen zu lassen. Der Zwiebelduft kann sich ins Ohr hinein ausbreiten und somit direkt dorthin gelangen, wo die schmerzende Stelle liegt.

Die Herstellung von Zwiebelohrpäckchen – Step by Step:

  • Leicht gewärmte Zwiebelscheibe in ein Wattepad legen
  • dazu die beiden Seiten des Pads auseinanderziehen,
  • Zwiebel rein,
  • Wattepad an den Rändern wieder verschließen
  • das Päckchen auf das betroffenen Ohr legen, eventuell etwas Heilwolle dazu,
  • mit Mütze oder Stirnband fixieren. Fertig.

Vorsicht: Zwiebel so nah an Nase und Augen zu verwenden, ist bei Kindern nicht ganz so einfach. Aber die tolle Wirkung überzeugt! Bitte nimm Rücksicht darauf, wenn dein Kind sensibel auf die scharfen Öle der Zwiebel reagiert. Um die Schärfe der Zwiebel etwas abzumildern gib etwas Creme oder eine pflegendes Öl außen an das Ohr. 1 Tropfen ätherisches Lavendelöl kann die Anwendung ebenso unterstützen und den Geruch dieser Anwendung sympathischer machen.

Kinder mögen Hausmittel-Tipp: Bei kleinen Kindern unter 3 Jahren – aber auch später, wenn die Anwendung nicht beliebt ist: Abends in der ersten Tiefschlafphase vorsichtig auflegen ohne das Kind zu wecken. Zwiebelpäckchen an das Ohr, Mütze drüber. Fertig. Sind die Augen geschlossen, können sie nicht durch die Zwiebel gereizt werden.

Wenn dein Kind von der Zwiebel gar nicht begeistert ist, lade es ein diese neue Idee auszuprobieren aber überrumple oder zwinge es nicht. Anwendungen müssen vor allem angenehm sein. Probiere einfach etwas anderes aus:

Weitere Hausmittel zur Linderung von Ohrenschmerzen:

Wärme hilft meist und wird von den geplagten Kindern als angenehm empfunden:

Kirschkernkissen, Rotlichtlampe, Kuscheln oder das Auflegen eines gewärmten Tuches könnt ihr versuchen.

Engelwurzbalsam um das Ohr herum streichen, also außen auch hinter dem Ohr und zu den Lymphknoten hin. Das kann die Zwiebelpäckchen ergänzen – oder aber ersetzen – wenn ihr die Zwiebel gar nicht leiden könnt!

DIY: Lavendel-Heilwolle im Außenohr

Heilwolle, also unbehandelte Schafwolle, ist eine Investition wert – denn sie findet bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen Verwendung. Als wärmende Wickelschicht, bei gerötetem Popo und natürlich als kleiner, wärmender Wollbausch im Ohr, wenn wir erkältet sind!

So geht’s Step by Step:

  • Reiße etwas Wolle aus dem großen Ballen ab und forme sie zu einer Kugel
  • Gib einen Tropfen 100% biologisches, ätherisches Lavendelöl darauf und
  • Lege es außen in das Ohr – bitte nicht drücken und keinesfalls in den Gehörgang einbringen.

Das Lavendelöl entfaltet seine wunderbar entzündungshemmende, beruhigende Wirkung und bringt rasch Linderung bei fiesen Ohrenschmerzen und festsitzendem Schnupfen. Mehr zur Wirkung des Lavendels findest du hier.

Wenn die Schmerzen sehr stark sind: Auch wenn man kein/e FreundIn von vorschnellen Medikamentengaben ist, sollte man bei Ohrenschmerzen an die Gabe von Schmerzmittel denken. Ohrenschmerzen können richtig fies sein! Die meisten Schmerzmedikamente für Kinder enthalten auch entzündungshemmende Wirkstoffe und können damit eine eventuell beginnende Ohrentzündung auch beim Abheilen unterstützen.

Zusätzlich kannst du, wenn dein Kind das möchte, Hausmittel probieren um Linderung zu verschaffen!

Bestehen die Schmerzen über mehrere Tage, sind sie sehr intensiv oder kommt Fieber dazu, konsultiere bitte die Ärztin deines Vertrauens.

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Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen: Behandlung

Wenn nach einem Spaziergang bei kaltem Wetter, einem Besuch im Schwimmbad oder einer Flugreise leichte Schmerzen oder ein unangenehmer Druck im Ohr auftreten, ist das meist kein Grund zur Sorge. Die Beschwerden klingen meist schnell von allein wieder ab. Eventuell kann man mit Hausmitteln wie einem Zwiebelwickel oder Zwiebelsäckchen nachhelfen.

Gehen Sie aber zum Arzt, wenn die Ohrenschmerzen länger anhalten und/oder von weiteren Symptomen begleitet werden, zum Beispiel von Fieber, Hörproblemen, Schwindel oder dem Austritt von Blut oder anderen Sekreten aus dem Gehörgang. Auch Schmerzen im Ohr, die durch einen Fremdkörper ausgelöst werden oder nach einem Unfall (wie einem Sturz auf den Kopf) auftreten, müssen ärztlich abgeklärt werden!

Was macht der Arzt?

Die Behandlung von Ohrenschmerzen durch den Arzt richtet sich nach Lage und Ursache der Beschwerden. Beispielsweise kann der Arzt bei einer Gehörgangsentzündung je nach dem auslösenden Erreger Antibiotika (gegen Bakterien) oder Antimykotika (gegen Pilze) verschreiben. Die Medikamente werden meist lokal angewendet, etwa in Salben- oder Tropfenform. In schweren Fällen kann es auch nötig sein, die Medikamente systemisch anzuwenden, also beispielsweise in Form von Tabletten oder Infusionen.

Bei einer Mittelohrentzündung verschreibt der Arzt abschwellende Nasentropfen oder -sprays. Sie wirken auch in der Ohrtrompete , dem Verbindungskanal zwischen Mittelohr und Rachen. So wird das Mittelohr wieder gut belüftet. Außerdem kann dann Sekret, das sich entzündungsbedingt im Mittelohr bildet, wieder besser abfließen. Unter Umständen verschreibt der Arzt bei einer Mittelohrentzündung auch Antibiotika.

Gehen die Ohrenschmerzen von einem Furunkel im äußeren Gehörgang aus, werden meist alkoholhaltige Streifen in den gehörgang eingelegt. Zusätzlich erhält der Patient Schmerzmittel und – in schweren Fällen – manchmal auch Antibiotika.

Werden die Ohrenschmerzen durch einen Pfropf aus Ohrenschmalz oder Fremdkörper im Gehörgang verursacht, wird der Arzt diesen vorsichtig entfernen. Dabei hilft ihm etwa ein kleiner Sauger oder ein anderes medizinisches Instrument.

Verletzungen des Trommelfells heilen meist von allein. In manchen Fällen ist aber eine Operation nötig. Beispielsweise heilt eine Verletzung im Randbereich des Trommelfells meist nicht so gut. Zur Unterstützung kann der Arzt das verletzte Trommelfell mit Papier oder Silikon schienen. Unter Umständen muss auch ein künstliches Trommelfell eingesetzt werden.

Ohrenschmerzen: Hausmittel

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen gibt es einige. Sie sollten jedoch nur dann zum Einsatz kommen, wenn eine ernste Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen ist. Als wirksam haben sich folgende Ohrenschmerzen-Hausmittel bewährt:

  • Zwiebelsäckchen: Das in der Zwiebel enthaltene Senföl wirkt stark desinfizierend. Schlagen Sie eine fein gehackte Zwiebel in ein Stück Stoff ein und fixieren Sie den Wickel für etwa 30 Minuten direkt hinter dem Ohr.
  • Zwiebel-Ohrentropfen: Dazu pressen Sie eine rohe Zwiebel aus. Bringen Sie einige Milliliter des Saftes in den Gehörgang und dichten Sie das Ohr mit einem Wattepfropf ab.
  • Senfwickel: Senf hat eine entzündungshemmende, desinfizierende Wirkung. Rühren Sie Senfmehl mit etwas warmem Wasser zu einem Brei, schlagen Sie diesen in ein Tuch und legen Sie sich den Wickel aufs Ohr. Da die ätherischen Öle die Haut reizen können, sollten Sie dieses Hausmittel nur einmal pro Tag und auch nur für zehn bis 20 Minuten anwenden.
  • Ohrendampf: Bei leichteren, häufig auftretenden Ohrenschmerzen kann Wärme wohltuend wirken. Mit einer Tülle und einem Gummischlauch leiten Sie den warmen Dampf aus einem Teekessel mit etwas Abstand an das schmerzende Ohr. Vorsicht: Wasser nur mäßig erhitzen, nicht kochen!
  • Ölwickel: Öl speichert Wärme besonders gut. Tränken Sie eine Kompresse mit warmem Speiseöl und legen Sie sie als Umschlag hinter das Ohr.
  • Infrarotlicht: Bei chronischen Ohrenschmerzen kann auch die Wärme eines Infrarot-Strahlers lindernd wirken. Wärme steigert die Durchblutung und verbessert den Stoffwechsel am kranken Ohr.
  • Prießnitz-Kompresse: Bei akuten Entzündungen des Ohrs kann Kälte gegen Ohrenschmerzen helfen. Schlagen Sie eine mit kaltem Wasser getränkte, ausgedrückte Kompresse in ein Tuch ein und legen Sie diese über das Ohr. Fixieren Sie sie mit einer Wollmütze. Eine Kältewanwendung ist aber nur ratsam, wenn sie vom Patienten als angenehmer als eine Wärmebehandlung empfunden wird.
  • Kalter Lehmwickel: Schlagen Sie einen kalten Brei aus Heilerde oder Lehm in ein feuchtes Tuch und lassen Sie den Wickel auf dem Ohr liegen, bis der Brei getrocknet ist. Auch hier gilt: Kälte nur dann anwenden, wenn der Patient sie im Ohrenbereich als angenehmer als Wärme empfindet.

Akute bakterielle Entzündungen der Nasennebenhöhle oder des Mittelohrs können sich durch Wärme verstärken. In diesem Fall ist Kälte das bessere Mittel. Lassen Sie sich bei der Wahl eines Hausmittels vorsichtshalber von einem Apotheker oder Arzt beraten. Bei falscher Behandlung können sich die Beschwerden unter Umständen verschlimmern!

Ohrenschmerzen bei Babys und Kleinkindern

Jedes Kind bekommt sie irgendwann einmal, und sie tun den Kleinen ziemlich weh. Vorbeugen kann man leider kaum. Woher die Ohrenschmerzen kommen und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Ohrenschmerzen gehören zu den unangenehmsten Dingen, die ein kleines Kind durchmachen muss. Und es erwischt nahezu jedes Kind irgendwann einmal, und wenn es Pech hat, immer wieder. Vielleicht kannst du dich ja auch noch daran erinnern, wie schlimm das bei dir früher war. 90% aller Sechsjährigen haben schon einmal, oder auch mehrfach, eine Mittelohrentzündung gehabt.

Ohrenschmerzen sind ein Fall für eine genauere medizinische Untersuchung.

Ohrenschmerzen – so gut wie jedes Kind bekommt sie

Kleinkinder und Babys haben viel häufiger Ohrenschmerzen als wir Großen. In den ersten drei Lebensjahren kommt es bei Kindern im Durchschnitt drei- bis viermal so oft wie bei Erwachsenen zu Atemwegsinfekten, die schnell aufs Ohr schlagen können. Infektionen sind die Hauptursache – doch nicht die einzige.

Andere Gründe für Ohrenschmerzen können sein:

  • Wasser im Ohr

  • ein Fremdkörper, den sich das Kind beim Spielen ins Ohr gesteckt hat

  • oder das Harmloseste: ein Ohrenschmalzpfropf

Ohrenschmerzen – Warum bekommen sie vor allem die Kleinen?

Kinder sind zwar schmerzempfindlicher als Erwachsene und leiden deshalb auch mehr unter einer Ohrenentzündung. Aber sie bekommen sie leider auch viel schneller als wir Großen.

Das sind die Gründe:

  1. Unausgereiftes Immunsystem: Das Immunsystems bei Kindern ist noch nicht ausgereift und daher viel anfälliger für Infektionen.

  2. Kürzere Luftwege: Bei den Kleinen ist der Weg vom Nasen-Rachen-Raum hin zur Paukenhöhle im Ohr viel kürzer. Daher wirkt sich eine Erkältung oft auf die Ohren aus.

  3. Infektionskrankheiten: Scharlach, Masern oder Mumps haben als Begleiterscheinung häufig Ohrenschmerzen. Nur Impfen hilft dagegen.

  4. Schnullernuckeln: Es wird vermutet, dass das Saugen am Schnuller die Druckverhältnisse zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum verändert, wodurch sich Kinder öfter Atemwegsinfekte einfangen können.

  5. Naseputzen: Durch zu häufiges und zu heftiges Schnäuzen wird das Nasensekret samt der darin enthaltenen Bakterien bis in die Ohrtrompete gedrückt. Also lieber mal „die Nase hochziehen“, auch wenn das nicht schön klingt und man es normalerweise auch nicht tun sollte.

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Ohrenschmerzen: Wie erkenne ich die bei meinem Kind?

Leider lassen sich Ohrenschmerzen bei Kindern, vor allem wenn sie noch klein sind, nicht so einfach feststellen. Es gibt aber ein paar Symptome, an denen du erkennen kannst, dass es deinem Kind in den Ohren weh tut.

Anzeichen für Ohrenschmerzen können sein:

  • Empfindlichkeit beim Berühren des Ohrs

  • Gereiztheit

  • Mattigkeit

  • Fieber oder erhöhte Temperatur

  • Husten

  • verstopfte oder triefende Nase

  • geschwollene Lymphdrüsen

  • mitunter Erbrechen

Noch schwieriger ist das Erkennen bei den Allerkleinsten, die sich ja noch nicht verständlich machen können. Und bei ihnen treten Ohrenschmerzen sogar am häufigsten auf.

Daher musst du bei deinem Baby vor allem auf diese Anzeichen achten:

  • Das Baby weint oder jammert viel.

  • Es ist unruhig und wälzt sich hin und her.

  • Dein Kind greift sich ständig ans Ohr und reibt daran („Ohrzwang“ genannt).

  • Es möchte nicht flach liegen.

  • Das Kind hat Bauchschmerzen.

  • Es bekommt Durchfall,

  • leidet unter Appetitlosigkeit

  • und Erbrechen.

  • Außerdem zeigt es die typischen Begleiterscheinungen einer Erkältung wie:

  • Husten

  • Tropfnase

Dein Kind hat Ohrenschmerzen – was musst du tun?

Wenn du bei deinem Kind die Merkmale einer Mittelohrentzündung feststellst, ist es angeraten, bald zum Arzt zu gehen. Als schnelle erste Hilfe kannst du versuchen, die Beschwerden deines kleinen Lieblings ein wenig zu lindern.

Zur Linderung gibt es einige erprobte und einfache Mittel:

  1. wärmende Auflagen auf dem Ohr

  2. zum Beispiel ein Kirschkernkissen

  3. oder ein Zwiebelsäckchen mit gehackten, kurz erhitzten Zwiebeln; sie wirken antibakteriell

  4. viel Schlaf oder zumindest Ruhe

  5. ausreichend trinken

  6. Hustenlöser

  7. sekretlösende Mittel wie Nasentropfen für Babys und Kleinkinder

  8. eventuell Schmerzmittel wie Paracetamol-Zäpfchen, aber erst ab drei Jahren

Vorsicht! Was du auf keinen Fall tun solltest: Wattebäuschchen ins Ohr stecken, das kann die Beschwerden sogar noch verschlimmern.

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Mein Kind hat Ohrenschmerzen – wann muss ich zum Arzt?

Ohrenschmerzen sind immer ein Grund, den Arzt zu befragen. Infektionen im Ohr können zu Schwerhörigkeit führen, denn es können Löcher oder Narben im Trommelfell zurückbleiben. Deshalb ist es sehr wichtig, die Ohrenschmerzen so früh wie möglich zu erkennen und behandeln zu lassen.

In diesen Fällen solltest du zum Arzt gehen:

  1. Bei Babys bis zum sechsten Monat: Sofort zum Arzt!

  2. Kinder bis zwei Jahre: bei mittelschweren bis starken Ohrenschmerzen auf beiden Seiten.

  3. Bei Fieber,

  4. Hör- oder Gleichgewichtsstörungen,

  5. Blut im Ohr.

  6. Und immer, wenn du unsicher bist, oder es dem Kind schlecht geht!

Aus Ohrenschmerzen kann sich bei Kindern relativ schnell eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickeln. Damit daraus keine schlimmeren Krankheitsfolgen entstehen, muss die Erkrankung immer gut ausheilen. Eine Mittelohrentzündung ist zwar nicht ansteckend. Da sie aber sehr oft durch Erkältungsviren ausgelöst wird, verbreiten sich die Erreger schnell weiter.

Ohrenschmerzen – wie kann ich vorbeugen?

Leider ist es ziemlich wahrscheinlich, dass auch dein Kind früher oder später einmal Ohrenschmerzen bekommt. Etwa jedes fünfte Kind unter vier Jahren hat mindestens einmal im Jahr eine Ohrinfektion, ausgelöst durch eine Erkältung. Verhindern kannst du das so gut wie nicht, und es gibt auch kaum etwas, was du prophylaktisch tun kannst. Schließlich erwischt eine Erkältung jeden einmal. Das Einzige, was wir dir empfehlen können: Setze deinem Kind, vor allem, solange es noch klein ist, bei Kälte möglichst immer eine Mütze auf und achte darauf, dass es keine Zugluft abbekommt.

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

So gut wie alle Eltern kennen die Symptome: Mitten in der Nacht wacht das Kind weinend auf, fasst sich ständig an ein Ohr oder sagt – je nach Alter – direkt, dass es Ohrenschmerzen hat. Die Ursache dafür ist in der Regel ein Infekt der oberen Luftwege mit Schnupfen. Dadurch schwillt nicht nur die Nasenschleimhaut, sondern auch die sogenannte Eustachiische Röhre zu, eine Verbindung zwischen Nase und Ohr, die für die Belüftung des Innenohres zuständig ist.

ExpertinDr. med. Nadine McGowan: „Eine antibiotische Therapie ‚einfacher‘ Mittelohrentzündungen ist häufig nicht notwendig, da es sich in vielen Fällen um virale Erkrankungen handelt. Zudem gibt es diverse naturheilkundliche Mittel, die zur Unterstützung eingesetzt werden können.“Foto: Privat

Bei Kindern ist diese Verbindung kürzer und Erreger aus dem Nasen-Rachenraum haben es bis zum Innenohr nicht weit. Zudem behindern bei Kindern häufig Adenoide (umgangssprachlich auch Polypen genannt = vergrößerte Rachen- und/oder Gaumenmandeln) eine funktionierende Belüftung der Eustachiischen Röhre und damit des Innenohres, was entzündliche Vorgänge beschleunigen kann. Auslöser für eine Mittelohrentzündung können Viren oder Bakterien sein, bei Kindern ist eine Mischinfektion mit beidem häufig*.

Schmerzmittel gegen Ohrenschmerzen?

Doch was hilft bei Ohrenschmerzen in so einem Fall? Die wichtigste Erstmaßnahme ist dann, ein Schmerzmittel zu verabreichen. Bei Kindern ist das Paracetamol- oder Ibuprofensaft (oder –Zäpfchen), wobei Ibuprofen aufgrund der zusätzlich antientzündlichen und leicht abschwellenden Wirkung als Mittel der ersten Wahl gilt. Darüberhinaus sollten altersentsprechend konzentrierte, abschwellende Nasentropfen verwendet werden, um die Belüftung der Eustachiischen Röhre und den Abfluss von entzündlichem Sekret aus dem Mittelohr zu ermöglichen. Falls sich damit keine Besserung zeigt, sollten Sie spätestens nach 48 Stunden einen Arzt aufsuchen, Kinder unter zwei Jahren sollten bereits nach 24 Stunden dem Kinderarzt zur Kontrolle vorgestellt werden.

Stellen Sie hinter dem Ohr eine starke Schwellung und Rötung fest, die sehr schmerzhaft ist, sollten Sie sofort ein Krankenhaus aufsuchen, auch nachts und am Wochenende. Es könnte sich um eine Mastoiditis handeln, eine Entzündung im Bereich des Ohres, die bereits auf den Knochen übergegriffen ist und von dort in das Gehirn einbrechen könnte. Was hilft bei Ohrenschmerzen, die durch dieses Phänomen verursacht werden? Eine chirurgische Behandlung durch einen HNO-Arzt ist in einigen Fällen nicht zu vermeiden, in jedem Fall muss eine antibiotische Behandlung im Krankenhaus durchgeführt werden.

Was hilft bei Ohrenschmerzen? Die beste Behandlung kann der Kinderarzt anhand der Diagnose festlegenFoto: iStock

Eine antibiotische Therapie „einfacher“ Mittelohrentzündungen ist häufig nicht notwendig, da es sich in vielen Fällen um virale Erkrankungen handelt. Zudem gibt es diverse naturheilkundliche Mittel, die zur Unterstützung eingesetzt werden können. Ihr Kinderarzt berät Sie sicher gern.

Ohrenschmerzen bei Kindern – vom Symptom bis zum Hausmittel

Kategorie(n): Gesundheit

Nicht nur das nasse Herbstwetter, auch das Frühjahr bringt häufig Erkältungen mit sich. Das Wetter hat sich im April nämlich allen Namen gemacht und uns Eltern das Leben schwer. Zwischen warmen Sonnenstrahlen und kaltem Aprilwind war es gar nicht so einfach die richtige Kleidung zu wählen. Das sorgt für verschwitzte Kinderköpfe unter warmen Mützen oder zugigen Ohren an der frischen Luft. Gerade der ständige Wetterwechsel macht es auch dem Immunsystem nicht leicht. Der Körper hat gut zu arbeiten, die Temperatur passend zu regulieren. So ist es also nicht verwunderlich, dass die Arztpraxen nach wie vor mit kleinen Patienten voll sind. Denn, fast kein Kind kommt an den lästigen Ohrenschmerzen vorbei. Es muss allerdings nicht immer sofort Antibiotikum bei Ohrenschmerzen eingesetzt werden um Entzündungen schnell los zu werden. Sanfte Hilfe kann ebenso mit guten homöopathischen oder verschiedenen Hausmitteln erreicht werden.

Ohrenschmerzen – ständige Begleiter der Kindheit

In den ersten Lebensjahren des Kindes können Mittelohrentzündungen sehr häufig auftreten. Das hat vor allem anatomische Gründe, denn der luftgefüllte Hohlraum, das Mittelohr, zwischen Trommelfell und Innenohr, kann sich besonders als Folge einer Erkältung entzünden. Bei einer Entzündung schwillt die Schleimhaut in der Ohrtrompete an und bildet ein Sekret. Wir alle kennen den selben Vorgang aus der Nasenschleimhaut. Nämlich dann, wenn in Folge des Anschwellens und einer Sekretbildung ein Schnupfen entsteht. Da bei Kleinkindern die Ohrtrompete noch sehr eng ist, verstopft sich diese durch die Schwellung wesentlich schneller völlig. Das gebildete Sekret fließt dann gar nicht mehr ab, staut sich und drückt auf das benachbarte Trommelfell. Resultat = Paukenergüsse. Das Kind hört schlecht und verspürt einen starken Druck auf dem Ohr. Bei der Mittelohrentzündung sind Mittelohr und Trommelfell zudem mit Erregern infiziert und gleichzeitig entzündet. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern können Keime weit schneller in das Ohr eindringen als bei Erwachsenen, da die Ohrtrompete noch relativ kurz ausgebildet ist.

Symptome für leichte Ohrenschmerzen bis hin zur Mittelohrentzündung

Der Tubenkatarrh (Entzündung der Schleimhaut) tritt nur als Begleitung zum typischen Schnupfen auf. Die Kinder haben stechende Schmerzen im Ohr und erzählen oft davon schlecht zu hören oder/und ein ständiges Klacken im Ohr zu hören.

Die Mittelohrentzündung wird mit noch schlimmeren Ohrenschmerzen begleitet, wobei sie meist zudem Fieber mit dem Schmerz verbunden ist. Das Ohr des Kindes ist in der Regel feuerrot und es geht ihm weit schlechter als bei einfachen Ohrenschmerzen.

Symptome für Mittelohrentzündung

  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein
  • Schnupfen
  • ständiges Greifen zum Ohr
  • Fieber

Bei einer Mittelohrentzündung handelt es sich fast immer um eine Erkrankung in Verbindung mit Bakterien. Diese lassen sich meistens nur mit einem Antibiotikum richtig in den Griff bekommen, weil andere Medikamente nicht greifen.

Was hilft bei Ohrenschmerzen bei Kindern?

  • Flüssigkeit
    Sollte das das eigene Kind an Ohrenschmerzen leiden, sollte wie bei fast jeder Erkrankung vor allem für ausreichend Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.
  • Zwiebelwickel gegen Ohrenschmerzen
    Zusätzlich können Zwiebelwickel helfen. Dabei werden gehackte Zwiebeln (oft auch leicht in der Pfanne angeschwitzt um die ätherischen Öle noch besser zu lösen) in einem kleinen Säckchen oder Waschlappen auf das Ohr gelegt. Die Öle sorgen für ein Abschwellen der Schleimhaut.
  • Homöopathie gegen Ohrenschmerzen bei KindernDie richtige Wahl an homöopathischen Mitteln gegen Ohrenschmerzen ist gar nicht so einfach. Sie hängt stark vom genauen Bild der Erkrankung ab. Ist der Schmerz in Verbindung mit einer Erkältung? Ist es eher ein Druck oder ein Stechen? Etc. Hilfreich sind Bücher zur homöopathischen Behandlung von Kindern, bei denen man einfach von den speziellen Symptomen zum passenden Globuli für Ohrenschmerzen geleitet wird.
  • Nasentropfen
    Altersgerecht dosiert, können auch Nasentropfen als Hilfe bei Ohrenschmerzen dienen. Durch das Abschwellen der Nasenschleimhaut wird auch die Belüftung der Ohren besser.
  • Fiebersenker & Schmerzmittel
    Wirkungsvolle Medikamente wie Paracetamol können anstelle von Antibiotikum verabreicht werden wenn es sich nicht um eine hartnäckige, über Tage andauernde Infektion mit Viren, sondern um eine eher leichte Erkrankung aufgrund von Bakterien handelt.
  • Infrarotlicht
    Bei Kindern sollte man sich in sensiblen Bereichen wie dem Hörsinn, nicht zu lange mit Hausmitteln versuchen. Der Arzt ist im Stande ein Blutbild zu erstellen und so genau festzustellen, um welche Art Erreger es sich handelt und wie stark das Immunsystem bereits zu kämpfen hat. Die Anzahl weißer Blutkörperchen (unsere eigene Krankheits-Abwehr-Einheit im Körper) steigt während einer Erkrankung nämlich enorm an. Bei anhaltenden Schmerzen über Tage hinweg ist ein Gang zum Arzt sicherlich besser, vor allem auch, weil die Kinder die Schmerzen oft noch nicht klar verständlich machen können. Eine anhaltende Infektion im Mittelohr kann mitunter zu Schwerhörigkeit, bis hin zum Hörverlust führen oder dauerhafte Schädigungen verursachen.

Andere mögliche Ursachen für Ohrenschmerzen

Nicht immer handelt es sich um eine Mittelohrentzündung oder einen Tubenkatarrh. Viele andere Erkrankungen oder Beschwerden können zu Schmerzen am Ohr führen oder bis zum Ohr ausstrahlen. So beispielsweise:

  • Zahn- oder Gaumenmandelentzündungen
  • Verletzungen am oder im Ohr
  • Fremdkörper im Ohr

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