Norovirus oder magen darm

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Eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) wird meist durch Viren – etwa Noroviren oder Rotaviren – ausgelöst. Zu den typischen Symptomen eines solchen Infektes zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Zudem können Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Bei gesunden Erwachsenen ist eine ärztliche Behandlung nur selten nötig, meist klingt die Magen-Darm-Grippe nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Bei kleinen Kindern und älteren Personen ist dagegen Vorsicht geboten. Lesen Sie hier, welche Hausmittel bei einer Magen-Darm-Grippe helfen und welche Möglichkeiten es gibt, einem solchen Infekt vorzubeugen.

Viren als Ursache

Eine Magen-Darm-Grippe kann vielfältige Ursachen haben. In der Regel sind Viren, seltener auch Bakterien oder Parasiten die Auslöser. Liegt eine virale Infektion vor, stecken besonders häufig Noroviren oder Rotaviren hinter den Beschwerden.

Bei einer Infektion mit Noroviren ist der Krankheitsverlauf häufig besonders heftig. Vor allem bei älteren Menschen kann es durch den großen Flüssigkeitsverlust zu starken Kreislaufproblemen kommen. Noroviren sind äußerst ansteckend – eine Ansteckungsgefahr ist bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome gegeben. Teilweise werden Noroviren aber auch noch Wochen später ausgeschieden, so dass eine Ansteckung auch dann noch möglich ist.

Bei Kindern wird eine Magen-Darm-Infektion oftmals durch Rotaviren ausgelöst. Die Viren gelten als der häufigste Durchfallerreger bei Kindern unter fünf Jahren. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff gegen das Virus, allerdings ist eine Impfung nur bis zur Vollendung des 6. Lebensmonates möglich.

Magen-Darm-Grippe ist ansteckend

Eine Magen-Darm-Grippe ist hoch ansteckend: In der Regel erfolgt die Übertragung der Erreger durch eine Schmierinfektion. Dabei gelangen die Erreger aus Erbrochenem oder Stuhl an andere Gegenstände. So können sie an die Hände anderer Personen und von dort aus in den Mund geraten (fäkal-orale Übertragung). Sind die Erreger im Körper angekommen, können sie bei der betroffenen Person ebenfalls eine Magen-Darm-Grippe auslösen.

Daneben ist eine Ansteckung aber auch per Tröpfcheninfektion möglich. Dabei übertragen sich die Viren beim Erbrechen über die Luft direkt auf eine andere Person. Desweiteren kann eine Ansteckung auch über das Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel erfolgen. Dies ist jedoch eher in Ländern mit niedrigeren Hygienestandards der Fall. Nach der Ansteckung dauert es zwischen vier und 48 Stunden, bis sich die ersten Symptome der Magen-Darm-Grippe zeigen (Inkubationszeit).

Magen-Darm-Grippe: Typische Symptome

Eine Magen-Darm-Grippe ist meist sehr unangenehm, viele Betroffene fühlen sich während der Krankheitsphase schlapp und elend. Durch die Erreger wird eine Entzündung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt hervorgerufen, die typischerweise mit Symptomen wie Erbrechen und Durchfall einhergeht. Auf diesem Weg versucht der Körper die Erreger so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Beide Symptome können gemeinsam, aber auch einzeln auftreten.

Meist beginnt eine Gastroenteritis relativ plötzlich. Neben Durchfall und Erbrechen kann es zusätzlich zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen und Übelkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Ab und an kann außerdem Fieber auftreten. Welche Symptome im Rahmen einer Magen-Darm-Grippe genau auftreten, ist immer auch vom jeweiligen Erreger abhängig.

Wirksame Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Bei einer Magen-Darm-Grippe sind meist keine Medikamente nötig. In der Regel klingen die Beschwerden nach einer Dauer von zwei bis sechs Tagen von selbst wieder ab.

Der Heilungsprozess kann jedoch durch die Anwendung verschiedener Hausmittel unterstützt werden:

  • Wichtig ist insbesondere, dass Sie sich genügend Ruhe gönnen. Der Körper braucht seine Kraft nämlich, um gegen die Erreger ankämpfen zu können. Schonen Sie sich deswegen ausgiebig – am besten bleiben Sie im Bett.
  • Ein altes Hausmittel zur Behandlung von Durchfall ist Heilerde, da diese die Giftstoffe im Darm bindet. Geben Sie einfach zwei Teelöffel Heilerde in einen halben Liter Wasser oder Tee. Trinken Sie die Flüssigkeit anschließend in kleinen Schlucken.
  • Alternativ kann auch eine Messerspitze (nicht mehr!) geriebene Muskatnuss gegen Durchfall helfen.
  • Gegen Übelkeit und Erbrechen sind Tees in den Sorten Pfefferminz und Ingwer empfehlenswert. Sie beruhigen den Magen und vertreiben die Übelkeit.
  • Ebenso kann ein Tee aus Angelikawurzel dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.

Magen-Darm-Grippe mit Medikamenten behandeln

Bei schweren Verläufen ist eventuell eine medikamentöse Behandlung nötig:

  • Gegen starken Durchfall können Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid, Aktivkohle und Adstringenzien helfen.
  • Bei bakteriellen Erregern ist unter Umständen auch die Gabe von Antibiotika sinnvoll.
  • Geht der Infekt mit starkem Erbrechen einher, können Antiemetika helfen, die Übelkeit zu lindern.

Sprechen Sie die Einnahme von Medikamenten jedoch immer mit Ihrem Hausarzt ab. Ob und welche Medikamente eingenommen werden sollten, hängt nämlich auch vom Erreger-Typ ab.

Magen-Darm-Grippe: Wann zum Arzt?

Wenn die Erkrankung länger als zwei bis drei Tage anhält, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch, wenn zusätzlich zu Erbrechen und Durchfall noch hohes Fieber oder Blut im Stuhl auftritt. Der Arzt kann überprüfen, ob die Beschwerden durch gefährliche Erreger wie beispielsweise Salmonellen ausgelöst werden.

Bei Babys oder älteren Personen sollte bei einer Gastroenteritis schon frühzeitig ein Arzt hinzugezogen werden. Eventuell muss bei ihnen der Wasser- und Salzverlust nämlich durch eine Infusion ausgeglichen werden.

Richtige Ernährung bei Magen-Darm-Grippe

Die richtige Ernährung spielt bei einer Magen-Darm-Grippe eine wichtige Rolle: Gerade bei starkem Durchfall oder Erbrechen kommt es zu großen Wasser- und Salzverlusten. Diese müssen durch die Ernährung wieder ausgeglichen werden. Gleichzeitig ist es aber auch von Bedeutung, den ohnehin schon angegriffenen Magen nicht noch weiter zu reizen.

Am besten nehmen Sie zu Beginn nur Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees zu sich. Auf das alte Hausmittel „Cola und Salzstangen“ sollten vor allem Kinder dagegen besser verzichten. Besser geeignet sind spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Erwachsene können dagegen ruhig ein paar Salzstangen knabbern. Dadurch wird in erster Linie der Natrium-Verlust ausgeglichen. Um auch die Kalium-Speicher wieder aufzufüllen, ist zusätzlich etwas Banane empfehlenswert.

Lässt das Erbrechen nach, können Sie dem Körper vorsichtig auch wieder etwas Nahrung zuführen. Beginnen Sie nicht gleich mit einer großen Mahlzeit, sondern lieber mit wenigen Löffeln und schauen Sie, wie Ihr Körper auf die Nahrung reagiert. Gut geeignet sind unter anderem Zwieback und klare Suppen.

Magen-Darm-Grippe: Vor Ansteckung schützen

Einer Gastroenteritis lässt sich nicht in jedem Fall vorbeugen. Durch gewisse Verhaltensmaßnahmen kann das Risiko für eine Infektion jedoch gesenkt werden:

  • Meiden Sie den Kontakt zu erkrankten Personen: Ist eine Person in Ihrem Haushalt erkrankt, sollten Sie strenge Hygienemaßnahmen einhalten.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände: Nehmen Sie genügend Seife und waschen Sie sich die Hände etwa 30 Sekunden lang. Erst dadurch wird die Erregerzahl an den Händen deutlich verringert. Vermeiden Sie es außerdem möglichst, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  • Achtung beim Kochen: Um eine Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel zu vermeiden, sollten Sie Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte immer gut durchgaren. Reinigen Sie alle Küchengeräte, mit dem das rohe Fleisch bzw. der rohe Fisch in Kontakt gekommen ist, im Anschluss sorgfältig.

6 Tipps bei Magen-Darm-Grippe

Aktualisiert: 03.01.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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Magen-Darm-Grippe • So leicht können Sie sich anstecken

Ganze Kitas werden im Winter geschlossen, weil das Norovirus oder Rotaviren grassieren. Und in der warmen Jahreszeit gibt es oft richtige „Sommer-Durchfall“-Epidemien, von denen kaum einer verschont bleibt. Tatsache ist, dass mindestens 20 Prozent der Deutschen, darunter vor allem Kinder, mindestens einmal im Jahr eine Magen-Darm-Grippe bekommen, medizinisch Gastroenteritis.

Magen-Darm-Grippe auslösende Viren sind extrem aggressiv

Der Grund, warum sich diese Infektionen so rasch ausbreiten können: Manche der Viren und Bakterien, die Magen und Darm durcheinanderbringen, sind ausgesprochen ansteckend. Vor allem das Norovirus, das für 80 Prozent der Magen-Darm-Grippefälle verantwortlich ist, verfügt über ein hohes Ansteckungspotenzial. Schon zehn Viren reichen, um sich zu infizieren. Doch auch die anderen Magen-Darm-Erreger zeichnen sich durch hohe Aggressivität aus.

Diese Erreger sind Ursache der Magen-Darm-Grippe

Neben dem Norovirus spielen dabei vor allem eine Rolle:

  • Campylobacter-Bakterien stammen von Wild-, Haus- und Nutztieren, die daran nicht erkranken, aber die Bakterien übertragen können. Diese Viren grassieren vor allem im Sommer.
  • Salmonellen sind Bakterien, mit denen etwa Eier belastet sein können und die beim Verzehr in den Körper gelangen.
  • Rotaviren: Ähnlich wie bei Noroviren ist der Mensch Wirt und Überträger des Erregers.
  • Adenoviren sind vor allem als Erkältungsviren bekannt. Es gibt jedoch unterschiedliche Arten, je nach Form lösen sie Bindehautentzündung aus, Erkältung oder Magen-Darm-Grippe.

So erfolgt die Ansteckung mit den Magen-Darm-Erregern

Die wichtigste Ansteckungsquelle für Bakterien wie Salmonellen und Campylobacter sind belastete Tiere beziehungsweise die entsprechenden Lebensmittel. Im Sommer beim Baden im See kann man sich beispielsweise mit Bakterien anstecken, die über den Kot von Enten in das Wasser gelangen.

Entsprechend sind auch bei erkrankten Menschen die Ausscheidungen infektiös, sprich Stuhl, Erbrochenes, aber auch der Speichel. Dabei können Keime über die Toilette, Hände und danach über alles, was angefasst wird, übertragen werden. Wer dann dieselbe Klinke berührt und sich später an den Mund greift, kann sich anstecken. Medizinisch spricht man dann von einer fäkal-oralen Übertragung oder Schmierinfektion.

Gleiches gilt für Adenoviren, Noro- und Rotavirus. Das Ansteckungsrisiko bei diesen Viren ist extrem hoch und wer mit einem Erkrankten Kontakt hat, wird in den meisten Fällen ebenfalls erkranken.

Ansteckung mit Magen-Darm-Viren ist auch über die Luft möglich!

Dabei galt bis vor kurzem noch die Lehrmeinung, dass sich das Norovirus ausschließlich durch Schmierinfektion überträgt. Eine Untersuchung konnte jetzt jedoch aufdecken, dass die Viren – vergleichbar mit Erkältungsviren – auch über die Luft übertragen werden (Tröpfcheninfektion). Das würde erklären, dass Norovirus-Epidemien ganze Krankenhäuser, Kreuzfahrtschiffe und Schulen lahmlegen und sich oft nur schlecht in den Griff bekommen lassen.

Die Studie zeigte, dass die Viren sogar meterweit fliegen können und mit der Raumluft eingeatmet werden. Die Viren haften danach im Rachen und werden später verschluckt. In Magen und Darm lösen sie dann die Infektion aus.

Wer sich also in einen Raum mit einem Erkrankten aufhält, kann sich über die Raumluft anstecken – ohne körperlichen Kontakt. Und weil – wie erwähnt – schon wenige Noroviren krank machen können, ist diese Gefahr nicht zu unterschätzen. Das Ansteckungsrisiko, das von diesen Erregern ausgeht, ist also wesentlich höher als bisher angenommen.

Inkubationszeit: Die Ansteckungsdauer bei Magen-Darm-Grippe variiert stark

Je nachdem, welche Krankheitserreger vorliegen und wie gut das Immunsystem aufgestellt ist, kann es unterschiedlich lange dauern, bis die Gastroenteritis mit den bekannten Symptomen Erbrechen und Durchfall ausbricht. Bei Bakterien wie Salmonellen beträgt sie fünf bis 72 Stunden, bei Campylobacter zwei bis fünf Tage.

Die Viren dagegen schlagen meist schneller zu. Die Inkubationszeit einer Rotainfektion beträgt ein bis drei Tage, ebenso ist das bei Adenoviren, beim aggressiven Norovirus reichen dagegen sechs bis 50 Stunden.

Schon vor und nach der Infektion ansteckend

Besonders tückisch ist, dass bei den meisten Magen-Darm-Infektionen noch Wochen, nachdem die Krankheit überstanden ist, eine gewisse Ansteckungsgefahr weiterbesteht. Auch diese unterscheidet sich je nach Magen-Darm-Keim:

  • Bakterien wie Salmonellen und Campylobacter werden noch etwa einen Monat nach der Erkrankung mit dem Stuhl ausgeschieden, bei alten Menschen und Kleinkindern sogar mehrere Monate. Regelmäßige Tests in der Arztpraxis zeigen, wenn die Erreger dieser meldepflichtigen Krankheiten nicht mehr vorliegen.
  • Adenoviren sind noch rund eine Woche nach Abklingen der Beschwerden ansteckend.
  • Rotaviren bleiben etwa acht Tage danach im Stuhl nachweisbar. Achtung: Rotaviren sind zäh und überleben im Wasser mehrere Wochen.
  • Noroviren sorgen dafür, dass Betroffene bereits während der Inkubationszeit ansteckend sind, also noch bevor die Erkrankung ausbricht. Auch nach überstandener Infektion kann dieses Risiko noch rund zwei Wochen bestehen, so lange werden noch Erreger ausgeschieden. Außerdem überleben Noroviren auf Gegenständen mehrere Tage.

Ansteckungsrisiko senken durch sorgfältige Hygiene

Es ist also gar nicht so einfach, einer Magen-Darm-Grippe aus dem Weg zu gehen. Sich gezielt vor einer Infektion schützen, etwa mit einer Impfung, ist nur bei Rotaviren möglich. Gegen die anderen Erreger gibt es diese Präventionsmaßnahme nicht. Hier hilft nur sorgfältige Hygiene.

Schützen können Sie sich am besten durch diese Regeln:

  • Waschen Sie sich mehrmals täglich die Hände.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen nicht ins Gesicht und an die Augen. Krankheitserreger können über die Bindehaut, die Nasenlöcher und den Mund in den Körper gelangen.
  • Vermeiden Sie, wenn möglich, den Kontakt zu Erkrankten.

Bei der Pflege von Erkrankten ist penible Hygiene wichtig. Benutzen Sie bei akut Erkrankten einen Mundschutz und tragen Sie Einmalhandschuhe. Desinfizieren Sie die Toilette und waschen Sie Wäsche, mit denen der Kranke direkt Kontakt hatte – Leibwäsche, Handtücher, Bettwäsche – bei 90 Grad, um die Keime sicher abzutöten.

Das Magen-Darm-Virus hat Sie trotzdem erwischt? Nach erfolgter Ansteckung können Ihnen bestimmte Hausmittel helfen, die Symptome der Magen-Darm-Grippe in den Griff zu bekommen.

Mehr zum Thema Fieber und Verdauung lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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Magen-Darm-Grippe: Inkubationszeit und Symptome

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Die Inkubationszeit, die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome, dauert zwischen sechs und 50 Stunden.

1. Das Norovirus: Meldepflicht und Immunität

2. Magen-Darm-Grippe: Die Ansteckung

3. Magen-Darm-Grippe: Inkubationszeit und Symptome

4. Magen-Darm-Grippe: Die Behandlung

Die Inkubationszeit

Während eine normale Magen-Darm-Infektion mit leichtem Unwohlsein beginnt und sich allmählich verschlimmert, setzt die Norovirus-Infektion plötzlich und heftig und mit akuten Gastroenteritis-Symptomen ein, es geht einem schlagartig schlecht. Mit dem Auftreten der ersten Symptome ist die Inkubationszeit der Noroviren zu Ende.

Die Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung

Zu den typischen Anzeichen zählen:

  • schwallartiges, heftiges Erbrechen
  • starke, sich wiederholende Durchfälle
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • gelegentlich Gliederschmerzen, erhöhte Temperatur oder Fieber

Eine Magen-Darm-Grippe ist nicht zu unterschätzen. Die Betroffenen verlieren in der akuten Phase durch Durchfall und Erbrechen erheblich an Flüssigkeit. In vielen Fällen der Erkrankung ist die Schleimhaut von Magen und Darm derart gereitzt, dass der Körper nichts bei sich behalten kann.

Das kann vor allem für ältere Menschen, Säuglinge, Kleinkinder und Menschen, die gesundheitlich angeschlagen sind, schnell gefährlich werden kann.

Magen-Darm-Erkrankung ohne Erbrechen

Doch nicht alle Infizierten wissen von ihrer Erkrankung, denn eine Magen-Darm-Grippe kann auch ohne oder mit sehr schwachen Symptomen verlaufen. Erkrankte sind auch noch länger ansteckend, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

Dauer einer Magen-Darm-Infektion

Meist gehen die akuten Symptome fast so schnell vorbei, wie sie gekommen sind: Die Symptome dauert in der Regel um die zwölf Stunden, der Brechdurchfall kann jedoch auch bis zu 48 Stunden andauern. Oft verläuft die Infektion auch leichter und nicht so heftig.

Wichtig zu wissen: Patienten scheiden die Noroviren noch mindestens 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome aus, so lange bleiben Betroffene auch ansteckend. In einigen Fällen wurde das Virus selbst Wochen nach überstandener Infektion noch nachgewiesen.

Der Berliner Morgenpost-Ratgeber zur Magen-Darm-Grippe:

1. Das Norovirus: Meldepflicht und Immunität

2. Magen-Darm-Grippe: Die Ansteckung

3. Magen-Darm-Grippe: Inkubationszeit und Symptome

4. Magen-Darm-Grippe: Die Behandlung

Infektionen in Berlin drastisch gestiegen Infektionen in Berlin drastisch gestiegen Video: BMO

( BM )

  • Erkrankte sollten sich körperlich schonen und den Kontakt mit anderen Personen möglichst einschränken.
  • Bei Durchfall und Erbrechen ist es wichtig, viel zu trinken.
  • Um den Verlust von Salzen auszugleichen, kann gegebenenfalls der Einsatz von sogenannten Elektrolyt-Ersatzlösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.
  • Achten Sie auf leicht verdauliche Nahrung mit ausreichender Salzzufuhr.
  • Vor allem Kleinkinder, Schwangere, Senioren oder geschwächte Menschen sollten ärztlich behandelt werden, insbesondere wenn Durchfälle oft auftreten und/oder länger als 2 bis 3 Tage anhalten und zusätzlich Fieber oder Erbrechen hinzukommen.
  • Es können nur die Beschwerden gelindert werden. Antibiotika sind gegen Noroviren unwirksam.
  • Benutzen Sie, wenn möglich, eine eigene Toilette bis zu 2 Tage nach Genesung. Achten Sie besonders in den 2 Wochen nach der Erkrankung darauf, sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und auch die Toilette sauber zu halten!
  • Beseitigen Sie immer sehr zügig die Reste von Erbrochenem oder Stuhl, da diese sehr ansteckend sind. Achten Sie danach auf gründliche Händehygiene!
  • Bereiten Sie im Erkrankungsfall keine Speisen für andere zu. Geschirr kann wie üblich gereinigt werden.
  • Wechseln Sie im Krankheitsfall Leib- und Bettwäsche, Waschlappen und Handtücher häufig und waschen Sie diese mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60°C.
  • Vermeiden Sie auch nach Abklingen der Beschwerden mindestens für zwei Tage den Besuch von Altenheimen oder Krankenhäusern, um eine Ansteckung dort zu verhindern.
  • Achten Sie auch im Anschluss grundsätzlich immer auf sorgfältige Hände- und Sanitärhygiene. Bei einem Ausbruch im Krankenhaus wird das Personal besondere Hygienemaßnahmen ergreifen.
  • Bei Noroviren gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Kinder unter 6 Jahren, bei denen ansteckendes Erbrechen und/oder Durchfall festgestellt wurde bzw. der Verdacht darauf besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Eltern müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung ihres Kindes informieren. In der Regel kann die Einrichtung erst 2 Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder besucht werden. Den genauen Zeitpunkt bestimmt das zuständige Gesundheitsamt. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
  • Wer beruflich mit bestimmten Lebensmitteln zu tun hat, darf bei ansteckendem Erbrechen und/oder Durchfall frühestens 2 Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder arbeiten. Das gilt auch für den Verdachtsfall.

Norovirus: Was ist neu, was ist wahr und was ist zu tun?

Das Norovirus ist ein hoch ansteckender Virus, der zu einer Entzündung des menschlichen Verdauungssystems führen kann. Eine Norovirus-Erkrankung wird manchmal als „Lebensmittelvergiftung“ oder „Magen-Darm-Grippe“ bezeichnet. Aber auch wenn es zu Lebensmittelvergiftungen kommen kann, wird dies nicht durch das Grippevirus verursacht.
Laut Berichten der WHO ist das Norovirus eine der Hauptursachen für Ausbrüche von Lebensmittelkrankheiten sowohl weltweit als auch im europäischen Raum1.
Menschen, die sich mit dem Norovirus infiziert haben, zeigen oft Symptome wie Übelkeit, häufiges und heftiges Erbrechen, Magenschmerzen und/oder Durchfall. Weitere mögliche Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Erschöpfung. Der Ausbruch kann innerhalb von nur 12 Stunden nach Kontakt erfolgen, geschieht aber in der Regel 24 bis 48 Stunden nach Aufnahme des Virus. Die Erkrankung dauert normalerweise ein bis zwei Tage an. In den meisten Fällen verläuft die Genesung ohne Probleme, es sei denn, es kommt aufgrund der Krankheit zu Flüssigkeitsmangel. Dieses Risiko ist höher bei sehr jungen und älteren Menschen sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Noroviren können durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser, durch Berühren von kontaminierten Personen, Gegenständen oder Oberflächen und sogar durch das Einatmen von in der Luft befindlichen Viruspartikeln übertragen werden. Das Virus ist schwer abzutöten und kann auf Oberflächen und Geräten wochenlang überleben. Diese Umgebungen können dann wiederum zur Quelle für neue Infektionen/Ausbrüche werden.
Nach Angaben der ECDC wurden bisher viele verschiedene Lebensmittel mit Norovirus-Ausbrüchen in Verbindung gebracht. Himbeeren und Austern haben mehrere nationale und internationale Ausbrüche verursacht. Grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittel kontaminiert werden, wenn es von einer infizierten Person behandelt oder mit kontaminiertem Wasser gewaschen oder befeuchtet wird. Norovirus-Infektionen verbreiten sich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Hotels, Krankenhäusern, Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeheimen sehr effektiv von Mensch zu Mensch. Auf Kreuzfahrtschiffen, die eine ideale geschlossene Umgebung für die Ausbreitung von Infektionen bieten, wurden bereits mehrere Ausbrüche registriert2.
Das Norovirus hat auch deutliche Auswirkungen auf Unternehmen. Das Potenzial von Personalausfällen, Produktivitäts- und Produktionsverlusten sowie von Druck und Kosten für Gesundheits- und Sozialversicherungssysteme ist erheblich. Zum Glück gibt es einige wichtige Maßnahmen, die Unternehmen treffen können, um das Risiko eines Norovirus-Ausbruchs zu senken. Dies sind einige Tipps zur Senkung des Ausbreitungsrisikos von Noroviren:

  • Bleiben Sie während einer Krankheit und mindestens drei Tage nach Genesung zu Hause

Die primäre Eindämmung von Noroviren beruht auf dem Fernhalten erkrankter Menschen aus der Lebensmittelbranche und der Hotellerie. Mitarbeiter aus der Nahrungsmittelbranche, die sich gerade von einer Norovirus-Erkrankung erholt haben, sollten mit Aufgaben ohne Kontakt mit Lebensmitteln betraut werden.

  • Reinigen und desinfizieren Sie alle Oberflächen

Reinigen und desinfizieren Sie feste Kontaktflächen – insbesondere solche, die häufig benutzt werden – mit BPR-registrierten, gegen Noroviren wirksamen Produkten.

  • Spülen Sie Ihr Geschirr äußerst sorgfältig

Das gründliche Spülen von Geschirr, Gläsern und Besteck hilft, die Ausbreitung von Keimen zu verhindern, besonders da das Virus auf Oberflächen und Geräten wochenlang überleben kann.

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu Erkrankten

Schränken Sie den Kontakt mit Erkrankten ein. Noroviren sind hoch ansteckend und können durch das Berühren kontaminierter Personen, Gegenstände und Oberflächen und sogar durch das Einatmen von in der Luft befindlichen Viruspartikeln übertragen werden.

  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig

Die Händehygiene spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung und Kontrolle von Virusausbrüchen. Da es sich hier um einen primären Übertragungsweg handelt, muss dies auf sinnvolle Weise umgesetzt werden. Gutes und häufiges Waschen ist die beste Kontrolle. Verwenden Sie unbedingt BPR-registrierte, gegen Noroviren wirksame Produkte.

  • Der Umgang mit Lebensmitteln

Lebensmittelverarbeiter und Foodservice-Betreiber müssen sich der durch Noroviren bedingten Risiken bei einigen Lebensmittelklassen bewusst sein.

Zum Herunterladen unserer neuesten Norovirus-Materialien und zusätzlicher Informationen dazu, wie Ecolab Sie und Ihr Unternehmen bei der Vorbereitung auf einen möglichen Norovirus-Ausbruch unterstützen kann, besuchen Sie bitte unsere Website..

Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Website des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Der Norovirus ist für einen Großteil der Magen-Darmerkrankungen in den Wintermonaten verantwortlich. Er kommt zwar auch im Sommer vor, es gibt aber jährlich Krankheitshäufungen in den Monaten von Oktober bis März. Bei Erwachsenen können bis zu 50 Prozent aller nicht bakteriell verursachten Magen-Darminfekte auf den Norovirus zurückgeführt werden, bei Kindern bis zu 30 Prozent.

Expertin Dr. Hess: „Einige Kinder haben nach einer Magen-Darm-Infektion eine vorübergehende Lactoseunverträglichkeit. Dann können sich von Milchprodukten kurzzeitig erneut Norovirus-Symptome ankündigen.“ Foto: privat

Welche Norovirus-Symptome zeigen sich nach Ansteckung?

Es gibt fünf verschiedene, für Menschen pathogene (krankheitsauslösende) Gruppen vom Norovirus, von denen die einzelnen Gruppen wiederum bis zu 20 Untergruppen beinhalten. So wird klar, warum man mehrfach am Norovirus erkranken kann: Da es so viele verschiedene Typen gibt, kann man kaum gegen alle eine Immunität aufbauen.

Eine Infektion mit dem Norovirus ist hoch ansteckend – man kann sich durch Viruspartikel, die an Händen oder Türklinken kleben anstecken und natürlich durch Erbrochenes oder Durchfall. Es reicht schon, kleinste Tröpfchen mit Viruspartikeln einzuatmen, zu, Beispiel wenn sich jemand mit dem Norovirus erbricht.

Bereits zehn bis 100 Viren reichen aus, um sich anzustecken. Sechs bis 50 Stunden nach Infektion zeigen sich Norovirus-Symptome – meist ganz plötzlich: starke Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, heftige Durchfällen, Magen- und Bauchschmerzen. Fieber besteht meist nicht, dafür kann etwas erhöhte Temperatur zu den Norovirus-Symptomen gezählt werden.

Eine Infektion mit Noroviren ist hoch ansteckend. Sechs bis 50 Stunden später zeigen sich plötzlich Norovirus-Symptome wie schwallartiges Erbrechen und Magenschmerzen Foto: Fotolia

Norovirus-Symptome: Was tun, wenn mein Kind sich angesteckt hat?

Da der Flüssigkeitsverlust durch die Norovirus-Symptome Erbrechen und Durchfall innerhalb kurzer Zeit sehr hoch sein kann, sind insbesondere kleine Kinder und ältere Menschen gefährdet, zu dehydrieren (auszutrocknen). Nicht selten müssen sie für ein oder zwei Tage im Krankenhaus mit Infusionen behandelt werden.

Wenn Noroviren in KiTas umgehen, achten Sie bei Ihrem Kind besonders auf Hygiene. Gründliches Händewaschen und -desinfizieren nach dem Toilettengang kann die Kleinen möglicherweise vor Norovirus-Symptomen schützen © Fotolia

Gegen den Norovirus an sich kann man nichts tun. Es existieren keine besonderen Antivirusmittel, um ihn direkt zu bekämpfen. Wichtig ist, dass man den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleicht. Dafür stehen verschiedene Präparate wie zum Beispiel Oralpädon oder Elotrans zur Verfügung.

Wenn starkes Erbrechen besteht, sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass immer nur kleine Mengen des Mittels, dafür aber häufiger verabreicht werden. Wenn Sie also beispielsweise alle zehn Minuten einen Esslöffel der Lösung zu sich nehmen oder Ihrem Kind geben, wird der Magen zum einen jeweils mit nur wenig „Arbeit“ belastet und innerhalb von einer Stunde haben Sie 120ml Flüssigkeit wieder ersetzt.

Norovirus-Symptome: Was essen und trinken?

Eine echte Schonkost wie früher empfiehlt man bei Norovirus-Syptomen nicht mehr, mehrere Studien konnten zeigen, dass dies eher schlecht für die Regeneration der Darmflora ist. Natürlich ist es aber ratsam, mit fester Nahrung vorsichtig wieder zu beginnen, wenn die schlimmste Übelkeit vorüber ist.

Gut sind leicht verdauliche Lebensmittel wie trockenes Weißbrot, Salzstangen, gekochte Kartoffeln und Möhren oder eine leichte Brühe. Wenn das gut vertragen wurde, kann weiter gesteigert werden, bis schließlich selbst fettige Dinge wieder problemlos gegessen werden können.

Hilfreich gegen den möglicherweise noch länger andauernden Durchfall bei einem Norovirus sind Möhren Foto: istock/Dash_med

Lediglich mit Milchprodukten sollte man für ein paar Tage länger (vielleicht eine Woche) noch vorsichtig sein, denn einige Patienten haben nach einer Magen-Darm-Infektion eine vorübergehende Lactoseunverträglichkeit. Dann können sich von Milchprodukten kurzzeitig erneut Norovirus-Symptome wie Durchfall ankündigen, obwohl die Infektion eigentlich überstanden ist.

Wie kann ich eine Norovirus-Ansteckung über die Toilette vermeiden?

Stark ansteckend ist ein Norovirus grob bis circa 48 Stunden nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall. Allerdings können Viruspartikel mit dem Stuhl noch für ungefähr eine Woche ausgeschieden werden.

Auf besondere Hygienemaßnahmen nach dem Toilettengang sollte in der Zeit noch geachtet werden (gutes Händewaschen anschließend, am besten auch Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel, was gegen den Norovirus wirksam ist (Ihre Apotheke kann Sie diesbezüglich beraten) und ein Oberflächendesinfektionsmittel, mit dem Sie die Toilette einsprühen oder abwischen können.

Noro- und Rotavirus: Besonders im Winter verbreitet

Vor allem in den Wintermonaten treten hin und wieder regelrechte Wellen von Magen-Darm-Erkrankungen auf. Ursache sind hier meist die jeweils hoch ansteckenden Rota- oder Noroviren. Beide Viren treffen in erster Linie die Jüngsten: So kommt der Rotavirus am häufigsten bei Kleinkindern und Babys vor, der Norovirus trifft in erster Linie Kinder bis zum Alter von fünf Jahren. Beim Norovirus sind aber auch ältere Menschen häufig betroffen. Gerade für kleine Kinder und Senioren sind solche Magen-Darm-Erkrankungen besonders gefährlich, vor allem der Flüssigkeitsverlust ist hier nicht zu unterschätzen.

Bei beiden Infektionen gibt es mögliche Unterschiede im Verlauf. Beim Norovirus kommt es meistens schon kurze Zeit nach der Ansteckung, allerspätestens aber nach zwei bis drei Tagen zu den Symptomen Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Oft fallen diese typischen Anzeichen sehr heftig aus, klingen aber auch bereits nach einem bis zwei Tagen wieder ab. Es treten aber auch Fälle auf, in denen die Ansteckung unbemerkt bleibt. Betroffene haben dann nicht die üblichen starken Symptome, können aber bis zu zwei Wochen andere Personen anstecken, da die Viren, die ausgeschieden werden, sich über die Luft bewegen und sich auf Oberflächen absetzen, wo andere Menschen mit ihnen in Berührung kommen können. Wenn einem nicht bewusst ist, dass jemand im Haushalt Noroviren verbreitet, ergreift man in aller Regel auch keine Maßnahmen, um eine Ansteckung zu verhindern und am Ende kommt es zu Erkrankungen.

Steckt man sich mit einem Rotavirus an, kann diese Erkrankung ebenfalls vergleichsweise harmlos verlaufen. Häufiger ist jedoch, dass der Virus zu schwerem Durchfall führt, teilweise in Verbindung mit Erbrechen und Fieber. Fieber tritt beim Norovirus wiederum nur selten auf, in den Symptomen unterscheiden sich beide Infektionen also nur leicht. Ähnlich ist beim Rotavirus, dass sich die Symptome sehr schnell entwickeln können, innerhalb von Stunden kann es zu einer schweren Magen-Darm-Erkrankung kommen. Beim Rotavirus dauert diese aber länger, es kann bis zu etwas mehr als einer Woche dauern, bis die Krankheit wieder abgeklungen ist. Übertragen werden Rotaviren in erster Linie durch eine Schmierinfektion.

Da beide Viren extrem ansteckend sind und sowohl Noro- als auch Rotaviren nach ihrem Ausscheiden aus dem Körper noch eine Weile in der Luft überleben können, ist verstärkte Hygiene im Haushalt unbedingt notwendig, um zu verhindern, dass am Ende alle Familienmitglieder betroffen sind. Das Sauberhalten und Desinfizieren von Oberflächen, vor allem im Badezimmer, ist wichtig. Bettwäsche, die der Betroffene genutzt hat, sollte täglich gewechselt und möglichst heiß gewaschen werden, auch hier können sich Viren befinden. Dasselbe gilt für die Kleidung, die von den kranken Personen getragen wurde.

Eine wichtige Maßnahme, um Ansteckung zu vermeiden, ist häufiges Händewaschen. Da sich gerade Noroviren auf Oberflächen befinden können, reicht es bereits aus, diese zu berühren und sich die Hände anschließend nicht zu desinfizieren, um eine Ansteckung zu ermöglichen.

Die Behandlung verläuft im Grunde wie bei sonstigen Magen-Darm- und Durchfall-Erkrankungen ab, wichtig ist vor allem, dass die Betroffenen den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Da solche schweren Durchfall-Erkrankungen gerade bei den Kleinsten gefährlich sind, wird für Babys im Alter zwischen 6 und 26 Wochen eine Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen.

Stuhluntersuchung auf Viren: Noro-, Rota-, Adenoviren

Welche Viren gibt es?

In Deutschland sind meistens folgende Viren der Auslöser von viralen Magen-Darm-Erkrankungen:

Norovirus:
Noroviren sind hoch ansteckend – stehen Eltern neben ihrem Kind, das sich erbricht, kann bereits die Luft virushaltig sein, sodass sich die Eltern darüber anstecken können. Der normale Ansteckungsweg ist jedoch die fäkal-orale Infektion: Der Betroffene hat die von einem Keimträger mit dem Stuhl ausgeschiedenen Viren über seine Hände zum Mund befördert. Die Norovirus-Infektion betrifft alle Altersgruppen und tritt häufig in den Wintermonaten auf. Patienten, die eine Norovirus-Infektion haben, dürfen öffentliche Einrichtungen (Schule, Arbeitsplatz) erst zwei Tage nach dem Ende der Symptome wieder besuchen. Die Viren können im Stuhl nachgewiesen werden, zum Beispiel über einen sogenannten Enzym-Immuntest (EIA) oder einen Nukleinsäurenachweis (PCR). Das letztere Verfahren ist zwar teurer, aber dafür wesentlich sensitiver – und findet bei Noro-Infektionen daher zunehmend Anwendung. Zudem lässt sich damit die Viruslast im Stuhl quantifizieren. Das hilft den Ärzten bei der Beurteilung, wie ansteckend die Patienten sind und wie lange sie die Viren ausscheiden. Die Ausscheidung der Viren kann (selbst nach Abklingen der Symptome) zum Teil über mehrere Wochen anhalten. Außerdem lassen sich mit der PCR die Viren im Zuge von Ausbruchsanalysen typisieren.

Rotavirus:
Infektionen mit dem Rotavirus treten häufig in den Monaten Februar bis April auf. Besonders Kinder und Säuglinge sind betroffen. Nach mehrmaliger Infektion mit dem Rotavirus haben die Kinder in der Regel eine gewisse Immunität aufgebaut. Bei Erwachsenen treten Rotavirus-Infektionen ab einem Alter von etwa 60 Jahren wieder häufiger auf. Die Ansteckung erfolgt meistens „fäkal-oral“, die Viren gelangen also vom „Stuhl zum Mund“. Etwa bei der Hälfte der erkrankten Menschen treten auch verschiedene Symptome eines Atemwegsinfektes auf. Die Erkrankung ist meistens nach zwei bis sechs Tagen überstanden.
Der Mikrobiologe kann das Virus im Stuhl über einen sogenannten Enzym-Immun-Test (EIA, Enzyme-Immunoassay) oder die spezifischere und sensitivere PCR nachweisen.

Adenovirus:
Adenoviren können verschiedene Erkrankungen hervorrufen, zum Beispiel Bindehautentzündungen oder eine Lungenentzündung. Die Verursacher der Magen-Darm-Infektion sind die Adenoviren vom Typ 40, 41 und 31. Andere Typen verursachen eine Magen-Darm-Infektion, bei der auch Lymphknoten in der Umgebung des Verdauungstrakts betroffen sind (Typen 1, 2, 5, 6). Adenoviren kommen das ganze Jahr über gleich häufig vor. Die Ansteckung erfolgt meistens über verschmutzte Hände (Kontaktinfektion). Die Viren können manchmal auch noch Monate nach der Infektion im Stuhl nachgewiesen werden.

Besteht eine Meldepflicht?

Der Arzt bzw. der Leiter einer öffentlichen Einrichtung, in der Infektionen mit dem Rota-, Noro- oder Adenovirus auftreten, müssen die Infektion dem Gesundheitsamt melden (Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz ).

Rotavirus-Infektion

Letzte Änderung: 17.04.2019
Nächste Aktualisierung von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Eine Rotavirus-Infektion kommt insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern häufig vor. Rotaviren sind hoch ansteckend und können leicht über eine Schmierinfektion (fäkal-oral) übertragen werden.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Eine Rotavirus-Infektion kann vor allem bei Kindern unter zwei Jahren zu schweren Magen-Darm-Symptomen wie zum Beispiel wässrigen Durchfällen, Erbrechen und Bauchschmerzen führen. Erwachsene können sich über ihre Kinder mit Rotaviren anstecken. Auch Menschen über 60 Jahre sind gefährdet – Rotavirus-Ausbrüche in Altenheimen sind keine Seltenheit.

Was ist eine Rotavirus-Infektion?

Eine Rotavirus-Infektion ist eine durch Rotaviren ausgelöste Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis). Sie wird daher auch als Rotavirus-Gastroenteritis bezeichnet.

Rotavirus-Infektion

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Eine Rotavirus-Infektion trifft vor allem Säuglinge und kleine Kinder. Rotaviren zählen bei den Kleinen zu den häufigsten Ursachen von Durchfallerkrankungen.

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Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren sind häufig betroffen.

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Über 90 Prozent aller Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr haben mit dem Rotavirus Kontakt.

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Aber auch Erwachsene können sich anstecken: Rotavirus-Ausbrüche in Altenheimen sind beispielsweise keine Seltenheit.

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Die meisten Fälle von Rotavirus-Infektionen gibt es von Februar bis April. Nach einer Infektion ist man eine Zeit lang gegen den jeweiligen Virustyp immun.

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In Deutschland ist eine Rotavirus-Infektion meldepflichtig!

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Rotaviren sind hoch ansteckend. Menschen stecken sich über eine Schmierinfektion, kontaminiertes Spielzeug, Wasser und Lebensmittel an.

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Die ersten Symptome treten etwa ein bis drei Tage nach der Ansteckung auf.

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Eine Rotavirus-Infektion kann im Verlauf von leichten Durchfällen bis hin zu schwersten Krankheitssymptomen variieren.

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Typische Symptome sind wässrige Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

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Ein weiteres häufiges Symptom ist Fieber; manchmal treten auch Atembeschwerden auf.

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Durch die starken Durchfälle und das Erbrechen verlieren die kleinen Patienten viel Flüssigkeit.

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Die typischen Beschwerden geben dem Arzt Hinweise darauf, ob eine Rotavirus-Infektion infrage kommt.

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Wenn Personen im Umfeld erkrankt sind ist eine Ansteckung wahrscheinlich. Es gibt aber andere Durchfallerkrankungen, die ähnliche Symptome bereiten.

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Eine Rotaviren-Infektion lässt sich durch eine Stuhluntersuchung oder per Elektronenmikroskopie feststellen.

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Was tun, wenn es tatsächlich das Rotavirus ist? Das Wichtigste ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der durch Durchfall und Erbrechen entsteht!

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Verläuft die Infektion bei Kindern leicht, sollten sie mehr trinken als sonst, je nach Alter Muttermilch, Säuglingsnahrung, ungesüßten Kräutertee oder Wasser.

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Cola-Getränke sind jetzt ungeeignet: Durch Zucker und Koffein werden dem Körper noch mehr Wasser und Kalium entzogen.

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Auch nicht zu empfehlen: Säfte mit hohem Zuckeranteil mit hohem Anteil am Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auch sehr süße Speisen sollten vorerst tabu sein.

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Ein drohender oder bestehender Flüssigkeitsmangel muss durch spezielle Elektrolylösungen ausgeglichen werden.

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Flüssigkeit und Elektrolyte schützen in der Regel vor Austrocknung. Wenn jedoch ein Kind die Flüssigkeit nicht bei sich behält oder es nicht trinken will,…

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… kann eine Infusion im Krankenhaus notwendig sein.

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Anzeichen einer Austrocknung: Durst, Unruhe, trockene Zunge und Schleimhäute, Verwirrtheit, Lethargie, eingesunkene Augen. Eine Austrocknung muss ärztlich behandelt werden!

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Neben reichlich Flüssigkeit sollten Säuglinge jetzt normal gestillt werden bzw. normal essen. Stillende Mütter können ihr Baby zwischen dem Füttern der Elektrolytlösung anlegen.

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Nicht gestillte Babys können ihre gewohnte Säuglingsmilchnahrung unverdünnt über viele kleine Mahlzeiten verteilt einnehmen.

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Säuglinge, die schon Beikost essen, können diese auch während oder nach der Erkrankung wieder erhalten. Eine spezielle Ernährungsumstellung ist nicht nötig!

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Kleinkinder erhalten eine für ihr Alter angemessene Kost, z.B. Brot mit Aufstrich, Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte, Hafer- oder Grießbrei oder Suppen.

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Kinder, die nicht (mehr) erbrechen müssen, können zunehmend Speisen mit normalem Fettgehalt essen.

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Erwachsene brauchen keine spezielle Therapie. Meist können sie den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken kompensieren, z.B. durch Mineralwässer oder ungesüßte Kräutertees.

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Außerdem braucht der Körper jetzt viel Kalium (z.B. in Bananen). In schwereren Fällen können Sie sich Elektrolytpräparate aus der Apotheke besorgen (Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat).

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Auch wenn es schwer ist, einer Infektion vorzubeugen, sollten Sie Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wenn Sie in Kontakt mit erkrankten Personen kommen.

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Am besten meidet man den Kontakt zu Rotavirus-Infizierten – dies ist natürlich nicht immer möglich. Wichtig sind gründliches Händewaschen nach dem Kontakt, …

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… ebenso wie die Desinfektion von Kontaktflächen wie Türgriffen, Toilette und Waschbecken.

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Erkrankte Personen sind so lange ansteckend, wie das Virus mit dem Stuhl ausgeschieden wird – auch, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

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Das Virus ist bis zu acht Tage im Stuhl zu finden, in Einzelfällen kann dieser Zeitraum auch länger ausfallen. Daher sollte man auch in dieser Zeit auf gründliche Hygiene achten!

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Während es ansteckend ist, darf ein infiziertes Kind Gemeinschaftseinrichtungen wie den Kindergarten nicht besuchen und sollte Kontakt zu anderen Personen meiden.

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Rotavirus-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern zählen zu den häufigsten Darminfektionen, die im Krankenhaus übertragen werden.

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Ähnliche Symptome wie eine Rotavirus-Infektion verursacht das Norovirus: Schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle sind typisch.

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Eine Rotavirus-Erkrankung verläuft bei kleinen Kindern unter zwei Jahren meist deutlich schwerer als eine Norovirus-Gastroenteritis und die Symptome halten länger an.

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Ob es sich um das Norovirus oder um eine Rotavirus-Infektion handelt, kann man im Labor anhand einer Stuhluntersuchung herausfinden.

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Im Gegensatz zu Norovirus-Infektionen gibt es eine Rotavirus-Impfung für Säuglinge. Seit August 2013 wird diese Schluckimpfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

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Häufigkeit

Rotaviren sind eine der häufigsten Ursachen von Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Schätzungen zufolge erkranken in Entwicklungsländern jährlich über 100 Millionen Kinder – 350.000 bis 600.000 Kinder unter fünf Jahren sterben daran. Hierzulande infizieren sich am häufigsten Säuglinge und Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren mit dem Rotavirus. In Deutschland treten Rotavirus-Infektionen besonders häufig von Februar bis April auf.

In Deutschland besteht Meldepflicht für den Nachweis von Rotavirus-Infektionen.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 22.727 Erkrankungen mit Rotaviren gemeldet – 2014 waren es noch 32.399. Experten bringen die sinkenden Zahlen damit in Verbindung, dass immer mehr Kinder rechtzeitig gegen Rotaviren geimpft werden.

Rotavirus- oder Norovirus-Gastroenteritis?

Auch Noroviren können ein bis drei Tage nach der Ansteckung zu einer schweren Darminfektion führen. Es erkranken nicht nur Säuglinge und Kleinkinder – auch Jugendliche, Erwachsene sowie alte Menschen (vor allem in Altenheimen) sind gefährdet.

Eine Infektion mit Noroviren führt zu ähnlichen Symptomen wie eine Rotavirus-Gastroenteritis: Typisch sind schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle mit zum Teil erheblichem Flüssigkeitsverlust. Die Betroffenen fühlen sich meist schwer krank und schwach, haben starke Bauchschmerzen sowie mitunter Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. Eine Norovirus-Gastroenteritis kann allerdings auch schwächer ausgeprägt sein. Die akuten Beschwerden sind in der Regel nach zwei bis drei Tagen ausgestanden. Eine Rotavirus-Erkrankung verläuft bei kleinen Kindern unter zwei Jahren meist deutlich schwerer als eine Norovirus-Gastroenteritis und die Symptome halten länger an.

Um eine Norovirus- von einer Rotavirus-Infektion zu unterscheiden, wird eine Stuhluntersuchung mit dem Nachweis der Viren durchgeführt. Werden Noroviren gefunden, muss der Arzt dies, wie auch bei einer Infektion mit Rotaviren, dem Gesundheitsamt melden.

Rotavirus-Infektion: Ursachen

Rotaviren werden in sieben sogenannte Serogruppen (A-G) unterschieden: Vor allem Rotaviren der sogenannten Serogruppe A führen weltweit zu schweren Darminfektionen, die in Dritte-Welt-Ländern häufig tödlich verlaufen.

Rotaviren werden fäkal-oral übertragen: Sie werden zunächst mit dem Stuhl ausgeschieden (fäkal). Werden die Hände nach dem Abwischen nicht ausreichend gereinigt, bleiben kleinste Stuhlreste daran zurück und können übertragen werden. Anschließend werden die Erreger von fremden Personen aufgenommen, z.B. über

  • Schmierinfektionen (von einer Person zur anderen, etwa beim Händeschütteln)
  • Spielzeug und andere Gegenstände

Die Ansteckung erfolgt oral: Die aufgenommenen Viren gelangen von der Hand in den Mund und so in den Magen-Darm-Trakt. Seltener befinden sich die Rotaviren in Wasser oder Lebensmitteln.

Wie lange dauert eine Rotavirus-Infektion?

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Darminfektionen (Inkubationszeit) beträgt ein bis drei Tage.

Außerdem ist man über den Zeitraum der akuten Rotavirus-Infektion hinaus so lange ansteckend, wie die Rotaviren mit dem Stuhl ausgeschieden werden – gewöhnlich bis zu acht Tage lang (in Einzelfällen auch länger).

Rotavirus-Infektion: Symptome

Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders stark auf auf eine Rotavirus-Infektion. Typische Symptome sind:

  • wässrige Durchfälle
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchkrämpfe
  • Fieber

Durch die starken Durchfälle und das Erbrechen kann es zu einem hohen Flüssigkeitsverlust mit der Gefahr einer Austrocknung (Dehydratation) kommen. Das ist besonders für Babys gefährlich und muss unbedingt ärztlich behandelt werden.

Zeichen einer Dehydratation sind:

  • Durst
  • Unruhe und Reizbarkeit
  • trockene Zunge und Schleimhäute
  • Verwirrtheit
  • Lethargie
  • eingesunkene Augen
  • verminderte Urinausscheidung

Infolge der Dehydratation können beispielsweise Kreislaufprobleme und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Rotavirus-Infektion: Diagnose

  • Die typischen Beschwerden sowie
  • das Alter der Betroffenen (sehr jung oder über 60 Jahre) und
  • der Impfstatus (keine Impfung gegen Rotaviren)

legen die Diagnose einer Rotavirus-Infektion nahe – besonders, wenn auch andere Personen – zum Beispiel Kinder im Kindergarten – an Rotaviren erkrankt sind. Allerdings gibt es zahlreiche andere Durchfallerkrankungen, die ähnliche Symptome bereiten (z.B. Norovirus-Infektion), daher sind neben der Anamnese weitere Untersuchungen nötig.

Eine Infektion mit Rotaviren lässt sich am besten durch eine Stuhluntersuchung diagnostizieren. Dabei kann im Labor ein spezifisches Antigen mithilfe des sogenannten Enzym-Immun-Test (EIA) nachgewiesen werden.

Aufwändiger ist der direkte Nachweis der Rotaviren mittels Elektronenmikroskopie, der jedoch selten durchgeführt wird.

Mit einer speziellen molekularbiologischen Methode, der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), lässt sich außerdem der genaue Rotavirus-Typ ermitteln.

Rotavirus-Infektion: Therapie

Bei einer Rotavirus-Infektion ist es besonders wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der durch Durchfall und Erbrechen entsteht:

  • In der Regel können Erwachsene den Flüssigkeitsverlust durch ausreichendes Trinken kompensieren.
  • Bei Kindern kann jedoch eine Inufsion im Krankenhaus nötig werden, wenn sie Flüssigkeit nicht bei sich behen oder nicht trinken wollen. Mittel gegen Viren (Virostatika) werden nicht verabreicht, Antibiotika (Mittel gegen Bakterien) helfen bei Virusinfektionen wie der Rotavirus-Gastroenteritis nicht.

Zuckerhaltige Getränke wie Cola sind für erkrankte Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet. Dies hat folgenden Grund: Der enthaltene Zucker fördert die ohnehin schon durch den Durchfall gesteigerte Wasserabgabe aus dem Körper ins Darminnere. Das Kind trocknet so weiter aus. Außerdem verstärkt das in Cola enthaltene Koffein den bereits wegen des Brechdurchfalls bestehenden Kaliumverlust.

Verläuft eine Rotavirus-Infektion bei Kindern leicht, sollten sie lediglich mehr trinken als sonst, je nach Alter und vorheriger Kost Muttermilch, Säuglingsnahrung, ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee oder Wasser. Soweit möglich, sollte das Kind außerdem normal gestillt werden oder essen – es ist nicht nötig auf eine spezielle Schon- oder Aufbaukost umzustellen oder längere Nahrungspausen einzulegen.

Ein drohender oder bestehender Wassermangel muss durch spezielle Elektrolylösungen ausgeglichen werden, die Sie in der Apotheke bekommen (der Kinderarzt stellt hierzu ein Rezept aus). Verzichten Sie auf selbst hergestellte Mischungen aus Saft, Salz, Zucker und Wasser.

Ernährungsempfehlungen für Kinder

Für Kinder mit akuter Durchfallerkrankung empfehlen Fachleute Folgendes:

  • Stillende Mütter können ihre Säuglinge zwischen dem Füttern der oralen Rehydratationslösung (Elektrolytlösung) anlegen.
  • In der Zeit während oder kurz nach dem Durchfall sollten gestillte Säuglinge nicht auf Säuglingsmilch oder Spezialnahrung umgesetzt werden, da dies Nahrungsmittelunverträglichkeiten provozieren kann.
  • Nicht gestillte Säuglinge können ihre gewohnte Säuglingsmilchnahrung unverdünnt über viele kleine Mahlzeiten verteilt einnehmen.
  • Säuglinge, die eine hypoallergene Säuglingsmilch (HA-Nahrung) erhalten, sollen keine andere Säuglingsmilch auf Kuhmilch- oder Sojabasis erhalten.
  • Babys, die schon vor einer Rotavirus-Infektion Beikost erhielten, können diese auch während oder nach der Erkrankung wieder erhalten.
  • Es ist nicht nötig, das Kind auf eine spezielle Nahrung umzustellen, z.B. eine sog. Heilnahrung mit geringerem Milchzucker- (Laktose) und/oder Fettgehalt oder Milchnahrungen auf Basis von Sojaeiweiß oder mit hydrolysiertem Eiweiß.
  • Kleinkinder erhalten eine für ihr Alter angemessene Kost, z.B. Brot mit Aufstrich, Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte, Hafer- oder Grießbrei oder Suppen (Kartoffelsuppe, Möhrensuppe).
  • Kinder, die nicht erbrechen, können zunehmend Speisen mit normalem Fettgehalt essen.
  • Nicht empfehlenswert sind Säfte mit hohem Zuckeranteil (Fruchtzucker, Rohrzucker), wie etwa Apfelsaft, oder Säfte mit hohem Anteil am Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auch sehr süße Speisen sollten gemieden werden.

Erwachsene

Eine Rotavirus-Infektion verläuft bei ansonsten gesunden Erwachsenen auch ohne spezielle Therapie häufig unproblematisch – die Symptome bessern sich von selbst wieder und der Körper überwindet den Brechdurchfall ohne Medikamente. Erwachsenen mit Rotavirus-Infektion, die nur unter leichtem Durchfall und Erbrechen leiden, schadet das Hausmittel „Cola und Salzstangen“ als Therapie zwar nicht unbedingt – empfohlen wird es aber auch nicht. Neben dem in Salzstangen enthaltenen Natrium braucht der Körper auch Kalium. Daher sollte man zusätzlich Bananen essen, sie sind kaliumreich.

Erwachsene müssen ebenso wie Kinder darauf achten, ausreichend zu trinken, zum Beispiel Mineralwässer oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. In schwereren Fällen können sie sich Elektrolyt-Präparate aus der Apotheke besorgen (Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat).

Rotavirus-Infektion: Verlauf

Eine Rotavirus-Infektion kann von leichten Durchfällen bis hin zu schwersten Krankheitssymptomen alles mit sich bringen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sind schwere Verläufe möglich, da ihr Immunsystem noch nicht stark genug ausgebildet ist. Die größte Gefahr besteht darin, aufgrund des Flüssigkeitsverlusts durch den Durchfall und das Erbrechen auszutrocknen (Dehydratation). Die Infektion dauert in der Regel zwei bis sechs Tage.

In Entwicklungsländern nimmt die Rotavirus-Infektion häufig einen drastischeren Verlauf: Hier versterben jedes Jahr zwischen 350.000 und 600.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren an den Folgen.

Rotavirus-Infektion: Vorbeugen mit Rotavirus-Impfung

Im Gegensatz zu Norovirus-Infektionen, die ebenfalls zu schweren Durchfallerkrankungen führen können, gibt es eine Impfung gegen Rotaviren. Es handelt sich um sogenannte Lebendimpfstoffe, die Säuglingen in zwei oder drei Dosen oral (über den Mund, als Schluckimpfung) verabreicht werden. Die Rotavirus-Impfung wird seit Juli 2013 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Möglicherweise besteht innerhalb der ersten Woche nach der ersten Impfdosis ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine sogenannte Darminvagination, bei der sich ein Teil des Darmes über einen anderen stülpt (1 bis 2 Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder). Da dieses Risiko mit dem Alter der Kinder zunimmt, empfiehlt die STIKO, möglichst früh zu impfen:

  • Die erste Impfdosis sollte ab dem Alter von 6 Wochen verabreicht werden,
  • die folgenden mit einem Mindestabstand von 4 Wochen.
  • Die letzte Dosis sollte je nach Impfstoff vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (bei zwei Impfungen) beziehungsweise bis zum Alter von 20-22 Wochen (bei drei Impfungen) erfolgen.
  • Die Impfserie muss vor Vollendung der 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein!

Die zweite beziehungsweise dritte Impfung kann zeitgleich mit den anderen Standardimpfungen im Säuglingsalter gegeben werden. Der Impfschutz hält für etwa zwei bis drei Jahre an – was gewöhnlich ausreicht, da die Erkrankung besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich ist.

Allgemeine Maßnahmen

Es ist schwierig, einer Rotavirus-Infektion nur durch Hygienemaßnahmen vorzubeugen, da die Erreger sehr hygiene- und umweltresistent sind. Dennoch empfiehlt es sich, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn man in Kontakt mit erkrankten Personen kommt:

Idealerweise sollten Sie den Kontakt zu Rotavirus-Infizierten gänzlich meiden – das ist aber weitgehend unmöglich. Wichtig sind gründliches Händewaschen nach dem Kontakt sowie die Desinfektion von Kontaktflächen wie Türgriffen, Toilette und Waschbecken. Ein infiziertes Kind darf Gemeinschaftseinrichtungen wie den Kindergarten so lange nicht besuchen, wie es ansteckend ist. Auch sollte es den Kontakt zu anderen Personen in dieser Zeit meiden (wie Großeltern, Freunde).

Video: 5 Hygienetipps: So schützen Sie sich vor Keimen

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In Kliniken gelten besondere Vorsichtsregeln bei Rotavirus-Infektionen (z.B. das Tragen von Handschuhen, besondere Desinfektionsmaßnahmen). Allerdings zählen Rotavirus-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern zu den häufigsten Darminfektionen, welche innerhalb des Krankenhauses übertragen werden (sog. nosokomiale Infektion).

Quellen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Rotavirus-Infektion „:

  • Virusbedingte und sonstige näher bezeichnete Darminfektionen

Onmeda-Lesetipps:

  • Rotaviren

Quellen:

Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2018

Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2016. Robert Koch-Institut, Berlin, 2017

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2.11.2017)

Rotavirus-Infektionen. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 8.6.2017)

Epidemiologisches Bulletin 6/2016: Meldepflichtige Infektionskrankheiten (15.2.2016)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie DGPI: DGPI Handbuch. Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Thieme, Stuttgart 2013

Epidemiologie der Rotavirus-Erkrankungen in Deutschland im Zeitraum von 2001 bis 2011. Epidemiologisches Bulletin, Nr. 44/2012 (5.11.2012)

Doerr, H., Gerlich, W.: Medizinische Virologie. Thieme, Stuttgart 2010

Rotavirus. Online-Informationen der WHO: www.who.int (Stand: 12.4.2010)

Letzte inhaltliche Prüfung: 12.12.2017
Letzte Änderung: 17.04.2019

Wie lange bin ich mit einem Magen-Darm-Virus ansteckend?

Wenn sich die ersten Symptome bemerkbar machen, also während der Inkubationszeit, wissen die meisten gar nicht, dass sie einen Magen-Darm-Virus haben. Doch schon in diesem Zeitraum ist die Krankheit ansteckend und Familie, Freunde oder Kollegen sind gefährdet.

Auch nach dem Abklingen der Symptome sind die Keime weiterhin im Stuhl nachweisbar. Besonders hartnäckig sind die gefürchteten Noroviren, die noch etwa 48 Stunden oder sogar bis zu zwei Wochen lang überleben können (im Stuhl, Wasser und auf Gegenständen). Auch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter werden teilweise noch über mehrere Wochen hinweg ausgeschieden – so lange können Sie also auch noch ansteckend sein.

Mehr zum Thema Magen-Darm-Beschwerden: Diese Hausmittel helfen

Deshalb sollten Betroffene auch nach ihrer vermeintlichen Genesung noch einige Zeit verstärkt auf die Hygiene achten, um ihre Mitmenschen und auch sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen. Auch, wenn Sie sich selbst schon wieder topfit und gesund fühlen, besteht immer noch das Risiko, Ihr Umfeld anzustecken.

Unter dem Video geht der Artikel weiter:

Im Krankheitsfall unbedingt auf die Hygiene achten

Regelmäßiges Händewaschen ist in Zeiten, in denen Magen-Darm-Viren die Runde machen, besonders wichtig. Auch das Nutzen von Desinfektionsmitteln hilft dabei, sich nicht anzustecken. Zudem sollten natürlich die Abwehrkräfte gestärkt werden.

Leider schützt aber auch penible Hygiene nicht immer vor einer Infektion – deshalb sollten Sie bei ersten Anzeichen darauf achten, dass sich der Virus nicht unnötig ausbreitet. Gerade dann, wenn Sie von Menschen mit geschwächtem Immunsystem (wie Kindern, Älteren oder chronisch Kranken) umgeben sind, ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Ursachen und Symptome eines Magen-Darm-Infekts

Wer sich einen Virus eingefangen hat, ist nämlich absolut nicht zu beneiden. Ein Magen-Darm-Infekt kann den Erkrankten einige Tage aus dem Verkehr ziehen, zudem ist die Ansteckungsgefahr extrem hoch. Es ist also größte Vorsicht geboten. Meist erkranken Betroffene aufgrund einer Tröpfen- oder Schmierinfektion, aber auch Lebensmittel können die Verursacher sein.

Bemerkbar macht sich ein Magen-Darm-Virus durch Symptome wie Brechdurchfall und Schlappheit, auch Fieber ist möglich. In der Regel klingen die Symptome nach ein bis zwei Tagen wieder ab, eine heftige Infektion kann für die Betroffenen aber auch durchaus bis zu zwei Wochen Durchfall bedeuten.

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Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe, Magen-Darm-Virus, Brechdurchfall)

Kurzfassung:

  • Die Magen-Darm-Grippe hat mit der klassischen Grippe (Influenza) nichts zu tun.
  • Eine Ansteckung erfolgt meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Lebensmitteln oder Gegenständen.
  • Es treten Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Übelkeit auf.
  • Brechdurchfall kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern zu einer Austrocknung führen und somit gefährlich werden.
  • Patienten mit einer Magen-Darm-Grippe müssen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Magen-Darm-Grippe

Erreger:

Viren, Bakterien, Parasiten

Ansteckung:

direkter oder indirekter Kontakt mit
kontaminierten Lebensmittel oder Gegenständen

Inkubationszeit:

1 bis 7 Tage

Symptome:

Erbrechen, Übelkeit, breiiger Stuhl, Bauchschmerzen

Behandlung:

ausreichend Flüssigkeit, Peristaltikhemmer, Aktivkohle

Vorbeugung:

Händewaschen, Hygienemaßnahmen

Im Allgemeinen klingt die Erkrankung innerhalb weniger Tage ohne Einnahme von Medikamenten von selbst wieder ab. Wichtig ist, die verloren gegangene Flüssigkeit aufzufüllen, sprich, viel zu trinken.

Mit der klassischen Grippe (Influenza) hat die Magen-Darm-Grippe nichts zu tun.

Welche Erreger kommen als Auslöser in Betracht?

Mögliche Auslöser der Gastroenteriti sind:

  • Viren
  • Bakterien
  • Parasiten

Viren als häufigste Auslöser von Magen-Darm-Grippen

Abb. 1: Noroviren (© medicograph – Fotolia.com)

Generell handelt es sich bei einer Magen-Darm-Grippe fast immer um eine Infektion mit Viren. Bei nicht geimpften Säuglingen und Kleinkindern sind Rotaviren die häufigsten Krankheitserreger, gefolgt von Noroviren. Die häufigsten Auslöser von Brechdurchfällen sind Noroviren, Sapoviren, Adenoviren und Astoviren. Gemeinsam sind diese Viren für die hälfte der Darminfektionen verantwortlich.

Bakterien: Seltener, aber schwerer im Verlauf

Bakterielle Infektionen verlaufen schwerer, sind aber seltener. Sie sind durch eine längere Krankheitsdauer, starke Magen-Darm-Krämpfe, intensiven (Brech-)Durchfall (bis zu 30x am Tag) und teils hohes Fieber gekennzeichnet.

Abb. 2: Salmonellen (© Sebastian Kaulitzk – istockphoto.com)

Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Campylobacter, Salmonellen (verursachen Salmonellen-Enteritis), Shigellen, Yersinien und bestimmte krankheitserregende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli).

Hierzu gehört vor allem der Toxin-bildende Stamm EHEC (enterohämorrhagisch E. coli), der 2011 Schlagzeilen mit 53 Todesfällen in Deutschland machte. Infektionen mit Clostidium diffizile treten als Nebenwirkung einer Antibiotikatherapie im Krankenhaus auf.

Im Gegensatz zu viralen Infekten sind die meisten der bakteriell bedingten Erkrankungen beim zuständigen Magistratsamt bzw. Gesundheitsamt meldepflichtig – entweder durch den Arzt oder das Labor. Zur Bestätigung ist eine Stuhlprobe notwendig.

Magen-Darm-Grippe im Urlaub wegen Parasiten

Parasiten kommen hauptsächlich nach Fernreisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard als Auslöser in Betracht. Hierzu gehören Lamblien (verursachen die Giardiasis bzw. Lambliasis, Lamblienruhr, Kryptosporidien, Cyclospora) und Entamoeba histolytica (verursacht die Amöbenruhr).

Wie kann man sich anstecken?

Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt oder indirekt über infizierte (kontaminierte) Lebensmittel und Gegenstände. Erkrankte scheiden die Erreger über Stuhl und Erbrochenes aus und verteilen sie auf diesem Weg unbemerkt in der nahen Umgebung.

Durch Berührung gelangen die Erreger über die Hände in den Mund bzw. in den Verdauungstrakt einer anderen Person (fäkal-orale Übertragung). Bei viralen Infektionen können sich die Erreger mitunter auch über die Luft verbreiten (Tröpfcheninfektion mit winzigen Partikeln von Erbrochenem).

Einen akuten Magen-Darm-Katarrh kann man sich auch durch bakterielle Toxine (Gifte) in der Nahrung holen, ohne dass lebende Krankheitserreger darin vorhanden sind. Man spricht dann von einer Lebensmittelvergiftung im engeren Sinn.

Wie lange ist die Magen-Darm-Grippe ansteckend?

Sobald sich jemand mit einem Magen-Darm-Virus infiziert hat, ist er ansteckend, auch wenn noch keine Symptome auftreten. Eine Übertragung auf andere Personen kann also bereits in der Inkubationszeit erfolgen.

Auch nach dem Abklingen der Beschwerden scheiden Betroffene noch für einige Tage die verursachenden Keime mit dem Stuhl aus. Es besteht weiterhin Ansteckungsgefahr. In der akuten Phase der Gastroenteritis ist die Gefahr einer Ansteckung aber am höchsten und nimmt im Verlauf der Erkrankung ab.

Wie lange dauert die Inkubationszeit bei der Magen-Darm-Grippe?

Je nach Erreger variiert die Inkubationszeit bei der Magen-Darm-Grippe zwischen einem und sieben Tagen. Während sich Lebensmittelvergiftungen nach etwa ein bis sechs Stunden bemerkbar machen, kann es beim Norovirus oder beim Rotavirus 10 bis 50 Stunden dauern, bis Symptome auftreten.

Welche Symptome treten bei einem Magen-Darm-Infekt auf?

Eine Magen-Darm-Infektion setzt meist plötzlich ein. Der Körper versucht, die Erreger bzw. die Toxine möglichst rasch wieder loszuwerden, indem er sie ausschwemmt. Im Vordergrund stehen folgende Beschwerden:

  • Erbrechen
  • breiige, wässrige, teilweise übel riechende Stühle
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit

Abhängig von der Art des Erregers können folgende Symptome hinzukommen:

  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • Beimengungen von Schleim oder Blut im Stuhl
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Hautausschlag

Wie gut kennen Sie Ihren Darm?

Er fällt nur auf, wenn er Probleme macht. Eigentlich unfair! Testen Sie Ihr Darm-Wissen in unserem Quiz.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

In folgenden Situationen sollten Sie zeitnah einen Arzt zur Abklärung aufsuchen:

  • die Beschwerden bessern sich nicht innerhalb weniger Tage
  • anhaltendes, hohes Fieber
  • Blut im Stuhl
  • Erkrankung nach Rückkehr von einer Fernreise
  • Erkrankung kurz nach Spitalsentlassung

Wann sollte man mit Kindern zum Arzt?

Brechdurchfall kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern rasch zu einer Austrocknung (Dehydrierung) führen. Dabei gilt: je jünger das Kind, desto größer die Austrocknungsgefahr.

Folgende Zeichen deuten auf einen relevanten Flüssigkeitsmangel und sollten unverzüglich Anlass für einen Arztbesuch geben:

  • apathisches Verhalten
  • schwacher Saugreflex, Trinkschwäche
  • eingesunkene Fontanelle (nicht verknöchertes Areal im Bereich des Schädeldaches)
  • weniger als zwei bis drei nasse Windeln pro Tag
  • anhaltendes hohes Fieber
  • Hautausschlag, blutiger Urin
  • schlechter Allgemeinzustand
  • andauerndes Erbrechen und hohe Stuhlfrequenz

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Üblicherweise stellt der Arzt die Diagnose anhand der typischen Beschwerden und einer körperliche Untersuchung. Blutproben sind nur unter bestimmten Bedingungen nötig.

Bei anhaltenden Durchfällen mit Blutbeimengung, die nach einer Therapie mit Antibiotika aufgetreten sind, besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer „pseudomembranösen Kolitis“. Der Stuhl muss dann auf Clostridium-difficile-Toxin untersucht werden, ggf. ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) notwendig.

Ihr Arzt wird eine Stuhlprobe anordnen, wenn er den Verdacht auf eine meldepflichtige Infektion, etwa eine Vergiftung mit Salmonellen oder Campylobacter, hat.

Auf folgende Fragen sollten Sie vorbereitet sein:

  • Seit wann haben Sie Durchfall bzw. Brechdurchfall?
  • Wie oft haben Sie Stuhlgang?
  • Welche Beschaffenheit hat der Stuhl?
  • Gibt es weitere Erkrankungen im Umfeld?
  • Waren Sie vor Kurzem im Ausland?

Wie kann man eine Gastroenteritis behandeln?

Bei der Behandlung einer Gastroenteritis ist es wichtig ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Peristaltikhemmer (hemmen die Darmtätigkeit) sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie den Körper an der Ausscheidung der Krankheiterreger hindern.

Andere Mittel wie Aktivkohle, Probiotika oder Hefe können helfen, die Symptome zu lindern und die Genesung zu beschleunigen.

Antibiotika sollten wegen der Gefahr der Resistenzentwicklung bei komplikationslos verlaufenden Infektionen nicht eingesetzt werden.

++ Mehr zum Thema: Behandlung bei Gastroenteritis ++

So können Sie einer Ansteckung vorbeugen

Bei allen Fällen von Magen-Darm-Grippe spielt die Hygiene eine wesentliche Rolle. Wichtig sind:

  • Händewaschen nach dem Toilettengang
  • Händewaschen vor dem Kochen und Essen
  • Händewaschen nach dem Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • gründliche Reinigung von Toilette, Händen und Türklinken nach dem Erbrechen bzw. nach der Reinigung von Erbrochenem.
  • Stofflappen und Stoffhandtücher meiden, stattdessen lieber Papiertücher verwenden
  • Im Krankheitsfall zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen Menschen vermeiden, um eine Ansteckung anderer zu verhindern

In manchen Fällen kann eine Impfung gegen Erreger der Magen-Darm-Grippe vor der Erkrankung schützen. So gibt es seit 2006 eine Impfung gegen Rotaviren, die von Fachgesellschaften für Säuglinge, auch Frühgeborene, empfohlen wird. Gegen das Norovirus steht bisher kein Impfstoff zur Verfügung.

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Autoren:
Dr. med. Anita Kreilhuber
Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Axel Beer, Silke Brenner

Stand der medizinischen Information: Juni 2018

Patienteninformation der BMJ Group „Diarrhoea in adults“ Oktober 2011 (Zugriff im Juni 2016)
Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Akute infektiöse Gastroenteritis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 068/003, April 2008
Vorgehen bei Gastroenteritis-Ausbrüchen durch Noroviren in gesundheitsversorgenden und anderen Gemeinschaftseinrichtungen. Empfehlungen der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit
Koletzko S, Osterrieder S: Akute infektiöse Durchfallerkrankung im Kindesalter. Deutsches Ärzteblatt 2009, Jg. 106, Heft 33, S. 539-548
Allen S et al: Probiotics for treating acute infectious diarrhoea. Cochrane Database Syst Rev, 2010 Nov 10; (11): CD003048
Spina, Alexander, et al. „Spectrum of enteropathogens detected by the FilmArray GI Panel in a multicentre study of community-acquired gastroenteritis.“ Clinical Microbiology and Infection 21.8 (2015): 719-728.

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