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Geschlechtsverkehr: Wann ist die Zeit reif für das erste Mal?

Du bestimmst den Zeitpunkt, du bestimmst mit wem. Um herauszufinden, ob ihr beide bereit seid, hilft nur reden – auch über Schutz und Verhütung. Eine Testphase mit Petting ist eine gute Idee.

Beide müssen bereit sein

Die Zeit ist richtig für das erste Mal Geschlechtsverkehr, wenn ihr beide bereit dazu seid. Ob du selbst bereit bist, kannst nur du für dich selbst sagen. Ob dein Partner oder deine Partnerin bereit ist, findest du heraus, indem du ihn/sie fragst. Miteinander Reden können ist daher eine wichtige Voraussetzung für das erste Mal.

Das Gesetz redet mit

Falls du oder die Person, mit der du das erste Mal haben willst, unter 16 ist, lies bitte diesen Text über das Schutzalter, dann erfährst du zum Beispiel, dass der Altersunterschied in der Schweiz nicht mehr als drei Jahre sein darf.

Es gibt nicht das richtige Alter für das erste Mal

In dieser Umfrage bei 1449 jungen Menschen in der Schweiz sagte jeder dritte Mann mit 20, dass er sein erstes Mal noch nicht hatte, bei den Frauen war es jede fünfte. Umgekehrt hatte etwa jede vierte Frau mit 15 schon Geschlechtsverkehr, bei den Männern war es etwa jeder fünfte. Wenn du die Zahlen anschaust, siehst du, dass es nicht ein Alter gibt, wo die meisten ihr erstes Mal haben, sondern die Spannbreite ist sehr gross:

Quelle: Bericht „Jugendsexualität im Wandel der Zeit“ der eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen, 2009

Du bestimmst den Zeitpunkt

Die Umfrage oben zeigt: Die Leute entscheiden sehr unterschiedlich, wann für sie die Zeit reif für das erste Mal ist. Es ist keine gute Idee, das erste Mal einfach nur darum zu haben, weil du meinst, dass „alle anderen“ es schon getan haben. Und wenn andere finden, es wäre jetzt die richtige Zeit für dich – ja, woher sollen sie das wissen? Sie stecken ja nicht in deiner Haut. Menschen haben ganz unterschiedliche Gründe, wann, warum und mit wem sie das erste Mal haben. Die einen warten auf die grosse Liebe. Anderen ist es vor allem wichtig, dass sie die Erfahrung machen wollen. Nur du kannst sagen, wann und mit wem du den ersten Geschlechtsverkehr haben willst. Wenn irgend jemand dich dazu drängen will, mit dir Sex zu haben, respektiert er/sie dich nicht. Das ist ein sexueller Übergriff! Willst du mit dieser Person wirklich Sex haben? Du allein bestimmst, wann die Zeit reif für das erste Mal ist.

Du bist verantwortlich für die Verhütung

Vor dem ersten Mal miteinander reden ist auch wichtig, weil ihr ja auch planen müsst, wie ihr euch vor unerwünschten Schwangerschaften oder sexuell übertragbaren Infektionen schützen werdet. Wenn du dir das nicht zutraust, bist du nicht bereit für den ersten Geschlechtsverkehr. Lies dazu bitte diesen Text. Verlass dich nicht darauf, dass dein Partner oder deine Partnerin schon aufpassen wird. Du bist selbst für deine Gesundheit verantwortlich. Klär dich also auf über Verhütungsmittel auf. Eine gute Idee ist auch, wenn du allein oder mit deinem Partner eine Beratungsstelle der sexuellen Gesundheit besucht, dort kann man alle deine Fragen beantworten.

Klär dich auf

Bevor du dein erstes Mal hast, ist es logischerweise auch eine gute Idee, wenn du eine Vorstellung davon hast, was Geschlechtsverkehr überhaupt ist. Möglicherweise spielt bei dir das Thema „Entjungferung“ eine Rolle. Viele haben falsche Vorstellungen davon, was das bedeutet. Deshalb empfehle ich dir, unseren Text über den Hymen (das Jungfernhäutchen) zu lesen.

Mach dich mit deinem Geschlecht vertraut

Männer kennen ihren Penis in der Regel recht gut, darum gilt das jetzt vor allem für Frauen: Weisst du wie deine Vulva aussieht? Und weisst du, wie deine Scheide aufgebaut ist? Weisst du überhaupt, was die Vulva und die Scheide ist? Hast du dein Geschlecht schon einmal angeschaut? Wie findest du es, dass dein Partner dein Geschlecht besser kennt als du? Wir finden es sehr wichtig, dass du dich vor dem ersten Mal selbst damit vertraut machst. Daher empfehlen wird dir, auf eine kleine Enteckungsreise gehen. Dazu haben wir ein paar Reisetipps geschrieben.

Übt beim Petting

Es ist normal, dass du bei neuen sexuellen Erfahrungen erst mal gemischte Gefühle hast – vielleicht bist du sowohl neugierig als auch ängstlich. Du kannst lernen, mit diesen gemischten Gefühlen umzugehen. Wichtig ist, dass du dir für jede neue Erfahrung Zeit lässt und schrittweise vorgehst, um herauszufinden, wie es sich für dich anfühlt. Gemeinsam könnt ihr euch beim Petting z.B. langsam mit dem Geschlechtsverkehr vertraut machen. Er kann sich mit der Scheide vertraut machen und sie mit dem Penis. Also wenn ihr beide oder eine(r) von euch noch nicht so sicher ist, ob er/sie das erste Mal haben möchte, gönnt euch eine Testphase mit Petting! Dazu haben wir Tipps geschrieben.

Allein üben lohnt sich auch

Wir haben Tipps für Frauen und Tipps für Männer geschrieben, wie ihr euch allein auf den Geschlechtsverkehr vorbereiten könnt. Wir empfehlen euch sehr, immer mal wieder auch allein zu üben, ihr werdet dadurch geschicktere Liebhaber/-innen und geniesst den Geschlechtsverkehr auch mehr.

Tipps für das erste Mal

Und wenn ihr so weit seid, lest unsere Tipps für das erste Mal.

So hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Mehrlinge

Zwillinge, Drillinge, gar Vierlinge – für viele Paare keine angenehme Vorstellung, schließlich stellt man sich den Alltag mit einem Kleinkind schon anstrengend vor. Doch so oft kommt es ja ohnehin nicht zu einer Mehrlingsschwangerschaft. Oder doch? Die Hellin-Regel besagt, wie wahrscheinlich Mehrlinge sind.

Vater filmt Alltag mit Drillingen – Drillinge fordern gestressten Papa ganz schön heraus

Vater filmt Alltag mit Drillingen
Drillinge fordern gestressten Papa ganz schön heraus

Nach einer 24-Stunden-Schicht begrüßen ihn die Sprösslinge mit einem Brüllkonzert. Video

Für Zwillingsschwangerschaften wird bei deutschen Frauen eine Häufigkeit von 1:85 angenommen. Laut der Hellin-Hypothese ergibt sich die ungefähre Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften aus der Potenz der Häufigkeit von Zwillingsgeburten, wobei der Exponent die Kinderanzahl minus eins ist.

Die Wahrscheinlichkeiten nach der Hellin-Regel

Was äußerst kompliziert klingt, sieht in der Praxis so aus:

Unwahrscheinlicher ist eine eineiige Zwillingsgeburt. Das kommt etwa bei einer von 250 Schwangerschaften vor. Die Wahrscheinlichkeit von eineiigen Vierlingen liegt bei 1:13.000.000, die eineiiger Drillinge sogar bei 1:200.000.000. Letztere sind noch seltener, da es sich dabei um „verhinderte Vierlinge“ handelt.

Zahl der Mehrlingsgeburten steigt

So viel zur Theorie – die Realität sieht anders aus. Statista zufolge ist in Deutschland mittlerweile jedes 28. Kind ein Mehrlingskind. Anfang der 80er-Jahre galt das nur für jedes 55. Kind.

Wissenschaftler ermittelten vor allem zwei Gründe für diese Entwicklung. Der eine ist die Zahl der Kinderwunschbehandlungen, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat. Bei einer Hormonbehandlung werden die Eierstöcke stimuliert. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Reifung mehrerer Eizellen kommt. Durchschnittlich ein Viertel der behandelten Frauen bekommen Mehrlinge. Ähnlich wahrscheinlich ist das bei einer künstlichen Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation, bei der zwei oder drei zuvor im Reagenzglas befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden – maximal drei sind zulässig, üblich sind zwei.

Der zweite Grund: Das Durchschnittsalter der Frauen bei der ersten Schwangerschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Da mit höherem Alter der Körper der Frau mehr Hormone ausschüttet, die einen Eisprung auslösen, geben die Eierstöcke mit höherer Wahrscheinlichkeit auch mehrere Eizellen zur Befruchtung frei. Es wird davon ausgegangen, dass die Menge des sogenannten Follikelstimulierenden Hormons, das die Eizellreifung anregt, in der Endphase des reproduktiven Lebens ansteigt und seine natürliche Konzentrationskurve ändert. Dadurch können sich mehrere befruchtete Eizellen in der Gebärmutter einnisten.

Neigung zur Zwillingsschwangerschaft wird vererbt

Daneben gibt es weitere Faktoren, die in Einzelfällen die Chance einer Mehrlingsgeburt erhöhen. Bei großen Frauen in gutem Ernährungszustand ist die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge 25 bis 30 Prozent höher.

Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Das zeigt sich daran, dass afrikanische Mütter viermal so oft Zwillinge bekommen wie asiatische. Zudem ist Vererbung ein wesentlicher Faktor: Zwillinge kommen in Familien oft mehrmals vor – eine Neigung, die mütterlicherseits vererbt wird. Das betrifft allerdings nur die Wahrscheinlichkeit von zweieiigen Zwillingen, nicht von eineiigen.

Berichte von Zehnlingen

Wer glaubt, bei Vierlingen oder Fünflingen ist das Maximum erreicht, täuscht sich. Das zeigt ein Blick ins Guinness-Buch der Rekorde. Demnach gab es drei Fälle, in denen zehn Kinder auf einen Schlag geboren wurden: 1924 in Spanien, 1936 in China, 1946 in Brasilien. Die Berichte sind allerdings nicht durch medizinische Akten belegt, weshalb im Buch Nadya Suleman aus den USA als Rekordhalterin geführt wird. Suleman brachte 2009 sechs Jungs und zwei Mädchen zur Welt und wurde daraufhin als „Octomum“ bekannt.

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Was erhöht die Chance auf Zwillinge?

Ob Mehrlinge entstehen oder nicht, hängt von der Mutter ab. Der Vater kann dazu gar nichts beitragen, jedenfalls nicht bewusst.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Anteil der Mehrlingsgeburten an allen Geburten gestiegen. So wurden 2017 in der Schweiz 1566 mal Zwillinge und 24 mal Drillinge . 1

1970 1980 1990 2000 2010 2016 2017
Total 99’181 73’247 83’316 77’600 79’136 86’505 86’129
Einzelgeburten 98’276 72’486 82’363 76’490 77’658 84’797 84’539
Zwillingsgeburten 898 747 949 1079 1456 1668 1566
Drillinge 10 14 29 31 22 39 24
Vierlinge und mehr 2 1

Ungefähr ein Drittel der Zwillinge sind eineiig, zwei Drittel sind nicht-identisch oder zweieiig.

Gründe, warum Sie Zwillinge erwarten könnten

Es gibt gewisse Vorzeiten/Gründe, die die Chance auf eine Zwillingsschwangerschaft erhöhen können:

  1. Alter der Mutter (älter als 35 Jahre): Mit dem Alter reguliert das Hormons FSH (follikelstimulierendes Hormon) das Heranreifen der Eizelle nicht mehr optimal. So kommt es häufiger vor, dass zwei oder mehr Eizellen heranreifen, die befruchtet werden können.
  2. Grösse der Mutter: Grössere Frauen sollen gemäss Statistik eine 25 bis 30 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf eine Zwillingsschwangerschaft haben. Erklärt wird das damit, dass sie mehr Proteine produzieren, die die Hormone und die Tätigkeit der Eierstöcke beeinflussen. 2
  3. Ernährung: Je mehr Milchprodukte und Eiweiss Sie essen, desto höher ist die Chance, Zwillinge zu bekommen. Eine Studie, bei der die Geburtenrate von Zwillingen bei Frauen, die vegan lebten und solchen, die das nicht taten, verglichen wurde, zeigte: Die Chance, Zwillinge zu bekommen, ist fünfmal höher, wenn man Milchprodukte ist, denn Kühe produzieren insulinähnliche Wachstumsfaktoren, die Mütter über die Milchprodukte aufnehmen. 3
  4. Anzahl Kinder: Je mehr Kinder eine Frau schon hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, zweieiige Zwillinge zu bekommen.
  5. Vererbung: Sind Sie selbst ein Zwilling oder gibt es in Ihrer Familie bereits Zwillinge, ist die Wahrscheinlichkeit höher, ebenfalls Zwillinge zu bekommen. So bekam eine 26jährige Israelin innert vier Jahren dreimal zweieiige Zwillinge (ohne Hormonbehandlung/Reproduktionsmedizin). Sie selbst war bereits Zwilling. Oder die beiden eineiigen Schwestern, Kerri Bunker und Kelli Wall, aus dem US-Bundesstaat Utha erwarten im Abstand von zwei Wochen jeweils ihr zweites Zwillingspaar. Sie wurden beide jeweils durch künstliche Befruchtung (IVF) schwanger.
  6. Hormontherapie: Bei der Hormonbehandlung wachsen mehr Eizellen heran.
  7. In-Vitro-Ferilisation IVF oder ICSI: Bei der IVF dürfen der Mutter maximal drei befruchtete Eizellen eingesetzt werden.

25 Fakten über Zwillinge, die du noch nicht kanntest…

1) Häufiger Linkshänder
Etwa 22 Prozent aller Zwillinge sind Links-Händer, während bei Einzelgeburten nur zehn Prozent Links-Händer sind.

2) Eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke
Je früher sich ein befruchtetes Ei in zwei Embryonen spaltet, umso unterschidelicher entwickeln sich die Fingerabdrücke. Bei einer späten Trennung können sich die Abdrücke zwar sehr ähneln, Computer finden die Unterschiede aber schnell heraus.

3) Es gibt Spiegelzwillinge
25 Prozent aller eineiigen Zwillinge liegen gegenüber voneinander, während sie sich entwickeln, man nennt sie so genannte Spiegelzwillinge. Das heißt, dass sie ein exaktes Abbild des anderen sind. Der eine könnte Rechts- und der andere Linkshänder sein, sie könnten Muttermale an der gleichen Stelle haben, nur eben spiegelverkehrt. Das gilt sogar für Haarwirbel.

4) Zwillinge kommen früher zur Welt
Statistisch gesehen erblicken Zwillinge schon in der 38. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt. Eine aktuelle Umfrage dazu gibt es HIER.
5) Zwillingen sind anstrengend
Als Mutter von Zwillingen hast du Nerven aus Stahl. Spätestens dann, wenn beide Kinder gleilchzeitig brüllen, ist Diplomatie gefragt. Die Kinder können sich da nämlich richtig aufschaukeln. Das Gute daran? Zwillingsmütter sind Meisterinnen des Multitasking und der Projektplanung. Sie können nach den ersten drei Jahren als Mutter jeden Manager-Job annehmen.

6) So viele Zwillinge…
Der Cirque du Soleil beschäftigt die meisten Zwillingspaare, mit Ausnahme des „Twins Restaurant“ in New York. Dort können nur Kellner arbeiten, die eineiiger Zwillinge sind.

7) Kinder haben eigenartige Krankheiten
Irgendwann bekommen alle Kinder Hüftschnupfen. Oder Brechdruchfall. Oder aber die „Hand-Fuss-Mund-Krankheit“. Das ist quasi die Maul- und Klauenseuche bei Kindern. Keine Sorge: Diese Krankheit geht ohne Folgen vorbei. Dennoch gilt: Kinder ansich haben eigenartige Krankheiten von denen man noch nie etwas gehört hat. Und im Fall von Zwillingen: Natürlich werden beide Kinder krank.

8) Zwillinge beginnen im Mutterleib miteinander zu spielen
Mit 18 Wochen berühren sie sich gegenseitig öfters als sich selbst. Dabei sind sie aber sehr vorsichtig: Bei den empfindlichen Augenpartien gaben sie besonders Acht. Später ist man dann froh, wenn die Zwillinge zumindest hin und wieder nicht streiten, sich schlagen oder Spielzeug wegnehmen.

9) Du wirst ein Lieblingskind haben
Ja, du wirst ein Kind bevorzugen. Sei ehrlich zu dir selbst und finde Kriterien, die beide Kinder abwechselnd erfüllen können. Kind 1 hat heute durchgeschlafen, aber Kind 2 brav gegessen und nicht so gepatzt. Also 1:1 – jetzt heißt es nach abwarten, welches braver zu Bett geht, dann kann man abends Punkte zusammen zählen.

10) Kinder sind laut – unglaublich laut…
Ein Dreijähriger kann lauter schreien als 200 Erwachsene, die sich in einem voll besetzten Restaurant in normaler Lautstärke unterhalten. Das kannst du nun glauben oder aber versuchen mit deinen Kindern essen zu gehen. Das liegt ganz an dir…

11) Gaaaanz viele Fragen…
Ein Vierjähriger stellt statistisch gesehen 437 Fragen pro Tag. Wie sehr bei dieser Untersuchung differenziert wurde, ist leider nicht bekannt, aber erfahrungsgemäß sind 90 Prozent der Fragen „Waruuum?“

12) Geschwisterkinder haben oft eine Geheimsprache
Da wird gemeinsam gebrabbelt, getuschelt und gelacht. Am Anfang des Sprechenlernens klingt das Plappern zugegebenermaßen wie Koreanisch, die mit chineschischem Akzent. Keinen Stress deswegen – Mütter müssen sich keine Sorgen machen.
13) In Asien werden weltweit die wenigsten Zwillinge geboren
Ein Vergleich der Geburten mehreiiger Zwillinge hat ergeben, dass sie am häufigsten in Afrika vorkommen, weniger häufig in Europa und am seltensten in Asien.

14) Im Jahr 2009 hat die Amerikanerin Nadya Sulemann Achtlinge zur Welt gebracht
Es waren sechs Jungs und zwei Mädchen. Nadya wurde dann als „Octomum“ bekannt. Sie steht mit der Achtlingsgeburt im Guinessbuch der Rekorede.

15) Die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge steigt mit dem Alter der Mutter
Je älter eine Frau ist, desto mehr Eisprung auslösende Hormone produziert ihr Körper. Es ist also möglich, dass die Eierstöcke gleich mehrere Eizellen auf einmal freigeben. Das ist besonders im Alter zwischen 34 und 39 Jahren verstörkt zu beobachten.

„Einer schreit immer“ präsentiert im Blog alles Wissenswerte rund um Zwilllinge. Willst du Infos über die Zwillingsschwangerschaft? Die findest du im Ratgeber „Schwanger mit Zwillingen“

16) Hormonbehandlungen
Etwa ein Viertel aller Frauen, die eine Hormonbehandlung in Anspruch nehmen, erwarten Zwillinge.

17) Jeweils ein Drittel
Etwa ein Drittel aller Zwillinge sind eineiig und damit gleichgeschlechtlich. Ein Drittel ist zweieiig und gleichgeschlechtlich und etwa ein Drittel ist zweieiig und gegengeschlechtlich. Auf Grund der steigenden Zahl der Hormonbehandlungen schätzen Experten, dass die Zahl zugunsten von zweieiigen Zwillingen verschieben wird.

18) Eineiige Zwillinge riechen beinahe gleich
Trainierte Hunde können den Unterschied aber trotzdem erschnüffeln.

19) Das Volk der Yoruba hat die meisten Zwillinge
Bei den Yoruba, einer Bevölkerungsgruppe aus dem Westen Afrikas, liegt die Zwillingshäufigkeit bei rund 20 Prozent.

20) Das Spiegelbild
Eineiige Zwillinge halten ihr eigenes Spiegelbild erst für ihr Geschwisterchen. Erst später bemerken sie, dass sie sich gerade selbst im Spiegel sehen.

21) Zwillingsmütter leben länger
Klar – wir haben einfach keine Zeit um krank zu werden. Eine” Studie im Wissenschaftsjournal “Proceedings of the Royal Society untersuchte die weibliche Bevölkerung im US-Bundesstaat Utah um 1800. Das Ergebnis: Frauen, die Zwillinge zur Welt gebracht hatten, lebten länger. “Zwillinge könnten eine evolutionäre Anpassung sein.

Gesunde Mütter ergreifen hier vielleicht die Chance, ihre Gene gleich doppelt weiterzugeben”, schreibt die Wissenschaftsjournalistin Stephanie Pappas auf dem US-Online-Portal As ”LiveScience”

22) Vier mal so hoch
Wenn es bereits Zwillinge in der Familie gibt, besonders auf der mütterlichen Seite, dann ist die Wahrscheinlichkeit für die Empfängnis von Zwillingen vier mal so hoch.

23) 66 Prozent
Zwei Drittel aller Zwillinge sind zweieiig und entwickeln sich, wenn sich von den Eierstöcken aus zwei Eizellen auf den Weg zur Gebärmutter machen. Dort werden sie dann befruchtet.

24) Eineiige Zwillinge sind im Mutterleib robuster
Wer mit eineiigen Zwillingen schwanger ist, wird vermutlich auch zwei Kinder zur Welt bringen. Denn eineiige Zwillinge haben im Mutterleib höhere Überlebenschancen. Bei zweieiigen Zwillingen kann es in der Gebärmutter eher zur Konkurrenz um Platz und Nährstoffe kommen. Vor allem dann, wenn einer der beiden Embryos dominanter und gesünder ist. Eineiige Zwillinge haben die gleichen genetischen Voraussetzungen, daher kommt es weniger zum Konkurrenzkampf.

25) Die Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge liegt bei 1:85. Die Wahrscheinlichkeit Drillinge zur Welt zu bringen liegt bei 1:825. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf spontan auftretende Mehrlingsschwangerschaften.

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Was Frauen wissen sollten, bevor sie Kinder bekommen

Harte Fakten jenseits von Basteltipps und Kinderrezepten. Was wir wissen sollten bevor wir Kinder bekommen.

Was ein Baby mit sich bringt

Meine Freundin Katrin war richtig wütend. Der Grund: Sie war seit zwei Monaten Mutter.

Katrin hatte bis dato ihre erfolgreiche PR-Agentur geleitet und nun vor Kurzem ihre Tochter zur Welt gebracht. Erst war sie im glücklichen Mama-Rausch. Und dann war passiert, was vielen (oder, sagen wir: fast allen) bis dato berufstätigen, selbstständigen, eigenständigen Frauen passiert: Nachdem die Freudenzeit vorbei und der Alltag eingekehrt war, wurde sie über Nacht mit all dem konfrontiert, was ein Kind, oder besser ein Baby mit sich bringt …

Denn ab dann, so belegen die Statistiken leider, beginnt der offensichtliche Geschlechter-Gap. Dann zieht der Mann durch, während die Frau, vor allem wenn sie Kinder hat, immer weiter zurückfällt. Und das wird auch trotz Ausbau von Betreuungsplätzen und Einführung der Elternzeit nicht wirklich besser …

Katrin tobte: „Ein Kind stellt dein Leben auf den Kopf. Aber warum um aller Welt sagt einem das denn keiner – vorher???“

Zum einen, war mein erster Gedanke, ist es fast unmöglich, „das“ in Worte zu packen. Die menschliche Vermehrung ist ein wundersames Rätsel und wirft große Fragen auf. Ein Kind zu kriegen, so sagte mal meine Freundin Lina, ist die schnellste und härteste Psychotherapie, die es gibt.

Zum anderen scheinen die Abgründe von Elternschaft tatsächlich ein Tabuthema zu sein, das nur selten öffentlichen aufgebrochen wird. Es ist eher etwas, das nur „Betroffene“ heimlich, hinter verschlossenen Türen miteinander teilen, in etwa so wie die Geschichten bei den Anonymen Alkoholikern.

Öffentlich akzeptierte Mütterthemen (nach einem kurzen Check der Mama-Seiten) sind in Deutschland: Outfits, alles zum Thema After-Baby-Body, gesunde Rezepte, die auch Kinder mögen, sexy Daddys und Basteltipps, vielleicht noch der Kita-Streik. Das war so und das wird immer so bleiben, befürchte ich gerade.

„Du musst darüber schreiben“, sagte Katrin zu mir und meinte meinen Blog. Du sprichst doch immer über die ganzen Bauchweh-Themen. Sie machte Dampf: „Wir (also wir Mütter-Frauen) müssen die (also die Noch-nicht-Mütter-Frauen) aufklären!“

„Dann will aber keine mehr Kinder haben“, wandte ich ein. „Ach, Quatsch!“, meinte Katrin. „Wir müssen unser Wissen teilen.“ „Okay, ich schreibe darüber – aber auf deine Verantwortung“, einigten wir uns.

Hier also die Liste, erstellt mit Hilfe einiger engagierter und ehrlicher Mütter, die alle mal jung und naiv waren und wissen, worauf es ankommt. Achtung: Ich nehme kein Blatt vor dem Mund …

1. Liebe ist … endlich

Ich weiß: Es ist unromantisch, ketzerisch, radikal-feministisch oder einfach doof, aber ich muss es leider sagen: Die Liebe auf Lebenszeit ist Schnee von gestern. Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden, die durchschnittlich Ehe-Dauer liegt bei 14 Jahren.

Heute geht das Liebesleben meistens so: Wir haben ein paar Boyfriends, Affären, Flirts und One-Night-Stands und dann eine Beziehung, vielleicht die erste Ehe, die Scheidung, dann wieder das Programm vom Anfang und dann noch eine zweite oder auch eine dritte Ehe, undsoweiter.

Selbst wenn wir 20 Jahre zusammen sind (also überdurchschnittlich lange), dann heißt das in Zahlen von 23 bis 43 – oder von 33 bis 53 – da bleibt dann noch sehr viel Lebenszeit übrig …

Ein wenig ungerecht: Männer haben einen Vorteil. Alter Mann, junge Frau ist gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, es zeichnet den Mann aus. War immer so, wird immer so bleiben. Daran werden auch Madonna und Demi Moore nicht wirklich etwas ändern.

Mein Rat: Sucht euch a) gleich einen alten, reichen Sack oder b) einen Mann, von dem ihr sicher sein könnt, dass er Charakter hat, dass er loyal bleibt und verantwortungsvoll ist und immer ein Freund bleiben wird – auch wenn ihr getrennt seid oder die Liebe, der Sex, der Drive raus ist. PS: Ich empfehle Variante b). PPS: Und wenn es dann doch das ganze Leben hält? Super! Lotto-Gewinn! Schreibt ein Buch und verratet der Welt euer Geheimnis!

2. Welche Mutter bin ich – und wenn ja wie viele?

Helikopter-Mama, Bio-Mama, Karriere-Mama, Viele-Kinder-Mama, früh- oder spätgebärende Mama, Single-Mama, erzkatholische Mama… Es gibt viele Möglichkeiten, Mama zu sein. Und es ist gut, vorher zu wissen, welcher Typ frau sein könnte … Die meisten beschäftigen sich wenig bis gar nicht mit der Idee. Ist aber sinnvoll.

Denn meine Erfahrung zeigt: Gut läuft es, wenn sich zum speziellen Mama-Typ der passende Papa-Typ gesellt. Zwischen den klassischen Alpha-Versorger-Männchen, den „neuen Vätern“ und den soften Hausmännern ist ein weites Feld, alles kann funktionieren – wenn die richtige Kombi aufeinandertrifft. Im gegenteiligen Fall gibt es am Ende meist immer Enttäuschungen. Noch ein Tipp: Wir sollten nicht von unserem Single-Frau-Ich auf unser Mama-Ich schließen. Ich habe schon viele, wilde Party-Mäuse gesehen, die zur Vollblut-Mutti mutierten.

Und noch einer: Aufreißer, Berufsjugendlicher oder Disco-Boy können frischen Wind ins Leben einer jungen Frau bringen, diese Männer-Spezien sind aber gänzlich familienuntauglich oder Schlimmeres. Daher gilt hier die Devise: Sex okay, Kind nee!

3. Gender-Gap oder die Vereinbarkeits-Lüge

Frauen können auf den Mond fliegen, in der Tiefsee tauchen, im Dschungel kämpfen, den Atlantik überqueren und Präsidentin der Vereinigten Staaten werden (zumindest theoretisch). Und Männer können stricken, staubsaugen, Kinder in den Schlaf singen, kochen, den Müll runtertragen und im Brasilianischen Karneval kaum bedeckter Fahnenträger der Sambaschule sein (zumindest theoretisch) – aber eines können wir Frauen nicht (nein, ich meine nicht Priesterin werden): Nämlich ein Kind zeugen. Das können nur Männer.

Und die XY-Chromosomen wiederum können kein Kind bekommen und stillen, das können eben nur wir – beziehungsweise wir müssen es auch. Und das wird auch bis zu unserem Aussterben eines fernen Tages so bleiben und das wird die Welt der Menschheitsgeschichte immer prägen.

Denn um ein Kind großzuziehen – und das dauert eine ganze, lange Weile – brauchen wir Skills, die sich nicht mit einer großen Karriere vereinbaren lassen. Wenn wir Karriere wollen, dann müssen wir unsere Kinder an Kindermädchen abgeben oder einen Mann haben, der sich um sie kümmert. Wer euch was anderes erzählt, lügt. Wirklich! Es geht nicht beides. Fair ist, wenn beide arbeiten und sich beide um die Kinder kümmern … Karriere macht dann aber keine(r) von beiden. Was ja auch nicht schlimm ist.

4. Jede dritte Mutter verdient mehr als der Mann!

„Dass ein Mann weniger verdient als seine Frau, ist für die Mehrzahl der Menschen schwer zu akzeptieren. Nur 43 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer können sich das vorstellen, so das Fazit der Vorwerk-Familienstudie 2013. Und doch kommt es gar nicht so selten vor. In jeder vierten Familie ist die Frau inzwischen die Hauptverdienerin, Tendenz steigend.“ Das ist ein Zitat aus der FAZ. Die Überschrift stammt aus der BILD. In beiden Fällen ging es um Durchschnittsverdiener.

Es ist tatsächlich als Elternteil keine schlechte Strategie, immer ein wenig hinter dem zurückzubleiben, was der andere leistet. So wie in der WG, da hat am Ende immer der den Abwasch gemacht, der den Dreck nicht aushalten konnte… Oder, um Ulrich Wickert zu zitieren: „Der Ehrliche ist der Dumme.“ Oder wie ich sagen würde: Der Fleißige hat immer mehr Arbeit als der Faule .

5. Act like Sisters!

Obwohl Madeleine Albright uns daran erinnert hat, dass es in der Hölle einen ganz speziellen Platz für Frauen gibt, die anderen Frauen nicht helfen, packt sie uns immer wieder: diese lästige, elende Stutenbissigkeit. Als könnten wir nicht anders. Manuela von www.alleinerziehend-erfolgreich.de hat mich daran erinnert. Es beginnt schon in der Schulzeit: Heute beste Freundinnen, aber kaum kommt ein Kerl daher, schon werden wir fies und gemein. Als Mutter wird alles noch schlimmer. Ging es bis dato bloß um Zickereien, werden jetzt weltumspannende Allianzen geschlossen und der Spaß ist endgültig vorbei. Um was es geht? Um die absolut wichtigsten Lebenserhaltungmaßnahmen, die bei Verstoß das Überleben der Menschheit gefährdend würden (Achtung: Ironie), wie zum Beispiel: Stillen versus Flasche, Gitterbett versus Familienbett, Hausfrau versus Karrierefrau und so weiter.

Was dagegen helfen kann? Verstand einschalten. Ist bei Müttern manchmal schwer, wegen der Hormone. Aber wenn wir uns dabei ertappen, wie wir andere Frauen/Mütter verurteilen, müssen wir eins wissen: Wir machen es, um unsere eigenen Position zu stärken und wir spiegeln damit unsere eigene Unsicherheit. Und daraus gibt es nur einen Weg und den kennt Manuela:

  • Lerne, deiner Intuition zu vertrauen: Du gehst deinen Weg, und das ist richtig so! Andere Wege bringen deinen nicht in Gefahr, sie sind einfach genauso richtig.
  • Sei wohlwollend: Wir geben alle unser Bestes!
  • Wer soll zu uns halten, wenn wir es selbst nicht tun?
  • Es fühlt sich gut an, sich gegenseitig zu stärken. Es ist besser, jemanden zu haben, der für einen da ist, als allein zu sein.

So einfach ist das.

6. Kenne deine Rechte

Sandra Ruge von www.smart-mama.de ist Rechtsanwältin, Mama und baut gerade ihr Unternehmen – Coworking-Plätze inkl. Kinderbetreuung – auf. Sie informiert auf ihrer Seite speziell Mütter über ihre Rechte. Das solltet ihr wissen und im Zweifel einfordern, andere Mütter vor euch haben lange, lange dafür gekämpft:

  • zum Beispiel Mutterschutzgesetz, Sonderkündigungsschutz, Beschäftigungsverbote, Freistellungen für Untersuchungen und Stillzeiten oder die Gesetze zu den Elternzeiten.
  • Von staatlicher Seite stehen Müttern Kindergeld, Elterngeld (Plus) und Mutterschaftsgeld zu, es muss jeweils beantragt werden.
  • Der Sonderkündigungsschutz besteht ab dem ersten Tag der Schwangerschaft bis vier Wochen nach der Geburt und dann häufig im Anschluss während der Elternzeit.
  • Am ersten Tag nach dem Wiedereinstieg und am Ende des Mutterschutzes beziehungsweise der Elternzeit endet dieser Schutz, so dass der Arbeitnehmerin theoretisch am 1. Arbeitstag gekündigt werden kann.
  • Nach dem Wiedereinstieg besteht Anspruch auf die Fortführung eines gleichwertigen Arbeitsplatzes, das heißt, die Vergütung, die Arbeitszeiten und der Arbeitsort müssen gleich sein.
  • Unterhalt durch den Vater gibt es nicht mehr: Kein Mann muss euch versorgen, nur weil ihr ein Kind von ihm habt. Bis zum dritten Lebensjahr muss er euch einen Unterhaltsausgleich zahlen, aber nur, wenn ihr keinen Job habt und vorher gut verdient habt. Danach muss er nur noch Kindesunterhalt zahlen, der sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle richtet, meistens so um die 300 bis 400 Euro pro Kind und Monat, aber nur, wenn die Kinder deutlich mehr bei euch sind als bei ihm. Jeder zweite Vater zahlt aber eh gar nichts.
  • Sorgt vor für den Fall der Trennung! Am besten heiraten und Ehevertrag abschließen, der euch als Mutter eine Versorgungssicherheit garantiert, bis ihr wieder finanziell auf eigenen Beinen steht.

Auch die Sorgerechtsfrage, Unterhalt und das Umgangsmodell schon vorab klären, dann sind die Kinder auch bei einer Trennung gut versorgt – und ihr habt Klarheit, nichts ist schlimmer und teuerer, als ein jahrelanger Streit vor Jugendamt und Gerichten um die Kinder.

7. Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann. Und eine Frau auch …

Er führt dich zum Essen aus, er spendiert dir eine Reise? Er hat eine tolle Wohnung und weiß, was er will, er ist lustig, hat viele Ideen. Alles schön, aber wenn das alles ist, was du Positives über den Mann deiner momentanen Laune sagen kannst, ist das nichts Schlechtes, hat aber mit Liebe nicht viel zu tun. Daher prüfe, wer sich ewig bindet.

Ich erlaube ich mir eine kleine Lehrstunde in Sachen Liebe:

Keine Liebe ist:

  1. …Sex. Wenn es in der Leiste kribbelt, euer Herz pocht, ihr nervös seid und feuchte Hände habt, dann ist das Verknalltsein – oder mit anderen Worten: Lust auf Sex. Es ist Spaß. Es ist wie ein guter Kinofilm: Lustig und dann vorbei. Auch wenn manche Männer sagen: „Aber manchmal wird aus Leidenschaft Liebe, Cherie“, klingt das sicher verlockend, ist aber gelogen.
  2. Männer und Frauen sprechen eine andere Sprache, das ist okay, aber den Code sollte frau kennen. Wenn er zum Beispiel nachts eine SMS schickt, in der steht: „Ich denke an dich“, dann heißt das: „Ich will Sex“. Wenn er bei dir auf dem Sofa liegt, dir zuhört und sagt: „Du bist so klug“, dann heißt das: „Ich will Sex“. Wenn er nach drei Wochen sagt: „Ich liebe dich“, dann heißt das: „Ich will Sex“.

Liebe ist:

  1. Wenn du weißt, du kannst ihn anrufen, egal zu welcher Tageszeit, egal wo du gerade bist und er wird dir helfen. Wenn ihr euch trefft und er sich wirklich, wirklich freut, dich zu sehen.
  2. Wenn er empathisch ist: Dich zum Lachen bringt und sich darüber freuen kann. Wenn er traurig wird, wenn du traurig bist. Wenn er dir helfen will, wenn du Probleme hast. Und: Wenn du merkst, dass er dich gerne küssen, anfassen, im Arm halten möchte, aber wartet, bis du ihm ein Zeichen gibst …

Also, bitte nicht vertauschen. Und nicht Liebe gegen Sex tauschen. Ist meist ein schlechter Deal.

8. Zeit ist relativ

Mein Leben vor dem Muttersein: Morgens aufstehen, joggen oder Yoga-Kurs, duschen, Frühstück oder Coffee-to-go, zur Arbeit, unterwegs sein, Meetings halten, Kontaktpflege betreiben, Dinge abarbeiten, Pläne schmieden, Konzepte schreiben, zwischendurch Friseurtermin oder Lunch, nach der Arbeit zur Ausstellungseröffnung, zum Abendessen, ins Theater, danach in die Bar oder den Club, um Mitternacht oder später nach Hause, noch E-Mails checken, was lesen, kurz ’nen Film sehen und morgens wieder raus, oder am Wochenende chillen – ungefähr 67 Menschen pro Woche treffen.

Mein Leben als Mutter: Morgens um 6 Uhr auf, schnell, so lange das Kind noch schläft, soviel wie möglich erledigen. Gegen 7.30 Uhr Kind wach, ab da Chaos, keine Planung mehr möglich. Wenn Kind in der Kita, schnell zur Arbeit, alles wegarbeiten – nix mit Lunch, Kontaktpflege, Friseurtermin – Kind aus der Kita abholen, wieder Chaos, abends sich vornehmen: Heute bringe ich das Kind ins Bett und kümmere mich endlich danach um meine Bewerbung/Steuererklärung/Buch/Doktorarbeit… Mit dem Kind um 20.30 Uhr fix und fertig einschlafen.

Ich habe keine Ahnung, warum, aber Muttersein macht müde. Vielleicht soll es so sein, dass wir total mellow sind. Komisch: Wenn mein Sohn mal woanders schläft, kommt sofort der alte Elan zurück. Ist er wieder da, läuft die Zeit anders. Ob Einstein das meinte?

9. Lerne, das, was du ändern kannst, zu ändern und das, was du nicht ändern kannst, zu akzeptieren!

(und zu unterscheiden, um welche Kategorie es sich jeweils handelt …)

Inga Sarrazin von maternita (www.maternita.de) ist Schwangerschafts-Concierge und hat viel mit frisch gebackenen Müttern zu tun, sie weiß, wo der Schuh drückt. Ihr wichtigster Tipp daher an alle jungen Mütter: Schraubt eure Ansprüche zurück! Noch ganz im Modus des erfolgsorientierten Arbeitens routieren junge Mütter nämlich oft weiter und setzen sich ganz unbewusst unter großen Erfolgsdruck, nach dem Motto: Je mehr ich mache, desto besser. Sie wollen eine gute Mutter sein, alles fürs Baby tun, für den Partner da sein, gut aussehen …

Alles Quatsch, sagt Inga, denn Babys und junge Familien brauchen das Gegenteil. Da gilt: Weniger ist mehr. Je ruhiger und entspannter ich bin, desto ruhiger und entspannter ist mein Kind/meine Familie. Klingt einfach, ist es aber nicht. Inga rät, sich daher für die erste Zeit Hilfe zu holen, um in den Mama-Flow zu kommen: Zum Beispiel eine Mütterpflegerin, Haushalthilfe, Babysitter. Auch eine Massage kann helfen, ein Treff mit Freundinnen, ein Spaziergang. Inga: „Früher war es völlig normal, einen ganzen Clan um sich zu haben, der hilft. Heutzutage muss man ihn sich erst wieder erschaffen.“

10. Erwartet nichts

Wenn ihr euch von Anfang an eine Sache klar macht, erspart ihr euch viele Enttäuschungen: Erwartet: nichts! Nothing. Nada. Niente.

Macht euch klar: 90 Prozent des Lebens sind Routine oder Schlaf. Das bleibt so, egal, ob ihr reich, engagiert, klug, schön, offen und durchgecoacht seid. Routine heißt: Machen, obwohl man hundert bessere Ideen hätte. Zu lächeln, obwohl einem gerade ganz andere Dinge durch den Kopf gehen, aber der Zeitpunkt dafür gerade nicht der richtig ist. Sich zu kümmern, zurückstecken, da zu sein, zu machen ..also: Zähne zusammenbeißen, Augen-zu-und-durch, lie back and think of England. Das Gute: Man gewöhnt sich dran.

Und das Beste: Die restlichen zehn Prozent sind pures Glück. Hier müsst ihr aufpassen, dass ihr diese Momente bloß nicht überseht. Sie sind meist nicht planbar, sondern kommen überraschend einfach so über euch, zum Beispiel wenn euer Kind zum ersten Mal sagt: „Mama, ich hab‘ dich sooo lieb“. Ihr dreht durch. Ich schwör’s euch!

Und am Ende, wenn ihr im Sterben liegt (ja, das wird passieren, ich sage es mit Absicht hier mal ganz deutlich), werden es diese Momente sein, die euer Leben ausmachen. Schiebt daher nichts auf. Es geht am Ende immer darum, zu lieben. Seid mutig. Sonst bereut ihr es. Garantiert.

Ich sag’s daher zum Schluss noch einmal: Machen, nicht (er)warten …

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Ob dies auch auf geflüchtete Mütter und ihre Familien zutrifft, die besonders zwischen 2014 und 2016 nach Deutschland kamen, lässt sich Kuhnt zufolge nicht sagen. Dazu gebe es aktuell noch keine belastbaren Forschungsergebnisse. „Wir wissen aber, dass sich Migranten in vielen Lebensbereichen an ihr Umfeld anpassen – auch in ihrem Fertilitätsverhalten.“ Die Geburtenziffer der zweiten Wanderungsgeneration liege „in der Regel zwischen der von der ersten und der Bevölkerung im Zielland.“ Kinder, die vor Kurzem nach Deutschland kamen oder hier geboren wurden, werden selbst wahrscheinlich weniger Kinder bekommen als ihre Eltern. Studien bestätigen das und zeigen auch: Die Vorstellungen darüber, wie groß die eigene Familie werden soll, ändern sich mit (Canadian Journal of Economics: Beine et al., 2013). Beobachten ließ sich dieser Effekt etwa bei türkischen Migrantinnen und Einwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien. Schon mit der zweiten Wanderungsgeneration passten sich die Geburtenraten unter ihnen an den deutschen Durchschnitt an (Demographic Research Monographs: Milewski, 2009).

3. Frauen werden erst später Mütter

Eine kleinere, aber dennoch prägende Rolle spielen schließlich noch kulturelle Faktoren und gesellschaftliche Strukturen. Sie sind Erklärung Nummer drei. Emanzipation, sexuelle Befreiung und Elternzeit: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich für junge Familien vieles verändert. Und Frauen reagieren darauf, indem sie heute später ihre Kinder bekommen als früher. Lag das Durchschnittsalter deutscher Mütter bei der ersten Geburt im Jahr 2010 bei 28,9 Jahren, stieg es bis 2016 auf 29,1 Jahre. Langsam, aber stetig.

Frauen, die vor einigen Jahren noch mit Anfang bis Mitte 20 Kinder bekommen hätten, warteten nun bis in ihre frühen Dreißiger. Die Konsequenz: Die Geburtenrate brach für einige Jahre ein, allerdings ohne dass wirklich weniger Kinder geboren wurden – sie kamen nur etwas später. Der Anstieg der Geburtenrate ist also teilweise dadurch zu erklären, dass sie in den vergangenen Jahren schlicht verfälscht war. Sozialwissenschaftler sprechen hier von Nachholeffekten.

Das macht deutlich: Die aktuellen Zahlen lassen sich erst im Rückblick zuverlässig beurteilen. Egal wie sehr man sich über die 1,59 Kinder pro Frau im Jahr 2016 freuen mag – besonders große Aussagekraft hat diese Zahl nicht. Denn es ist nach wie vor schwer abzuschätzen, wie genau sich die wandelnde Altersstruktur von Müttern entwickeln und auf die Geburtenrate auswirken wird.

Wer endgültig feststellen möchte, ob Deutschland aktuell einen neuen Babyboom erlebt, muss sich die Geburtenraten in ein paar Jahrzehnten noch einmal anschauen. Aussagekräftiger als die Geburtenrate pro Jahr sind nämlich die Geburtenraten pro Frauenjahrgang. Diese können allerdings erst dann erhoben werden, wenn ein Jahrgang dem gebärfähigen Alter entwachsen ist. Aktuell können Wissenschaftlerinnen und Forscher beispielsweise bestimmen, wie viele Kinder die Frauen der Jahrgänge bis 1972 bekommen haben. Nur so lässt sich auch abschließend beurteilen, ob die Effekte, die wir heute beobachten, nur kurzfristig sind, oder ob Familien tatsächlich wieder mehr Kinder bekommen.

Der demografische Wandel wird nicht aufgehalten

Dass sich derzeit mehr Frauen für Kinder entscheiden, stimmt so aber nicht. Die Kinderlosenquote sinkt nicht, wie manch einer vielleicht denken mag. Tatsächlich blieben 2016 etwa genauso viele Frauen ohne Kind wie schon in den Vorjahren. Überraschend ist auch, dass der Anteil an Dritt- und Viertgeburten gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Prozent ganz leicht anstieg. Obwohl also deutsche Frauen heute später Mütter werden, lassen sie sich nicht davon abhalten, große Familien zu gründen.

Selbst wenn die Geburtenrate langfristig weiter ansteigen sollte, wird die tatsächliche Anzahl an Geburten in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich wieder zurückgehen – dann nämlich, wenn die geburtenschwachen 1990er Jahrgänge Familien gründen. Der Anstieg der Geburtenzahlen 2016 ist also wohl kaum mit dem Babyboom der Nachkriegszeit vergleichbar.

Und die Rate der neugeborenen Kinder ist immer noch weit davon entfernt, die Bevölkerung zu verjüngen. Allein um die aktuelle Anzahl an Menschen im Land zu erhalten, müsste jede Frau im Durchschnitt etwa 2,1 Kinder bekommen. Für die Soziologin Kuhnt ist die aktuelle Entwicklung trotzdem positiv: „Bedenkt man die Folgen des demografischen Wandels – leere Dörfer, Landflucht, Sorgen um die Renten –, ist doch jedes Kind, das hier geboren wird, ein Geschenk.“

Gesund schwanger werden – spielt das Alter eine Rolle?

Viele Frauen fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist und ob das Alter bei der Familienplanung ein wichtiger zu beachtender Faktor ist. Erfahren Sie hier mehr zu dem viel diskutierten Thema.

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Der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist von vielen Faktoren abhängig

Wann soll ich schwanger werden? Gibt es den richtigen Zeitpunkt für ein Kind? Und welche Rolle spielt mein Alter beim Kinderwunsch? Diese Fragen beschäftigen täglich Millionen von Frauen. Dabei ist der richtige Zeitpunkt von verschiedenen Faktoren abhängig. Jede Frau kann nur an maximal sechs Tagen im Monat schwanger werden. Die Wahrscheinlichkeit ist also recht gering: Sie liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent je Zyklus. Ein weiterer einflussreicher Faktor ist tatsächlich das Alter. Rein biologisch betrachtet ist eine Frau in der Lebensphase zwischen 20 und 29 Jahren im besten Alter zum Schwangerwerden, denn dann ist sie am fruchtbarsten. Auch das Risiko einer Fehlbildung des noch ungeborenen Kindes ist jetzt am geringsten. Die Fruchtbarkeit sinkt ab einem Alter von 30 Jahren und hat bei 35 Jahren nur noch einen Durchschnittswert von etwa 25 Prozent erreicht.

Rein biologisch betrachtet ist eine Frau in der Lebensphase zwischen 20 und 29 Jahren im besten Alter zum Schwangerwerden.

Schwanger werden – das Alter der werdender Mütter steigt

Dennoch entscheiden sich viele Frauen heute aus den unterschiedlichsten Gründen bewusst für eine späte Schwangerschaft. Oft ist diese Entscheidung dem Umstand geschuldet, dass der geeignete Partner noch nicht gefunden ist. Immer häufiger hat auch die Karriere einen Einfluss auf die Familienplanung, ebenso wie die finanzielle Situation und die persönliche Reife. Bei deutschen Frauen besteht laut Gender Datenreport ein Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Mutterschaft: Je höher der Schulabschluss, desto größer der Anteil der kinderlosen Frauen im Alter zwischen 35 bis 39 Jahren.

Der Geburtentrend in Deutschland

Ein Kind zwischen 35 und 40 Jahren zu bekommen, ist heute keine Ausnahme mehr – auch wenn eine Schwangerschaft dann bekanntlich als Risikoschwangerschaft gilt. Prominente Mütter machen es vor: Schauspielerin Julia Roberts brachte im Alter von 37 Jahren gesunde Zwillinge zur Welt. Madonna bekam mit 38 Jahren ihr erstes Kind.

In Deutschland sind seit dem Jahr 2012 folgende Trends zu beobachten:

  • Im Jahr 2014 war die Geburtenrate in Deutschland so hoch wie seit zweieinhalb Jahrzehnten nicht mehr.
  • Bei deutschen Frauen ist die Rate der Geburten innerhalb eines Jahres von 1,37 auf 1,42 gestiegen, die der ausländischen Mütter in Deutschland von 1,80 auf 1,86.
  • Dabei lag das Alter im Jahr 2014 statistisch gesehen im Durchschnitt bei 30,9 Jahren und ist seit 2009 kontinuierlich um 0,1 pro Jahr angestiegen.

Dass Frauen ihre Familienplanung weiter nach hinten verschieben, belegt auch eine Studie des Forschungsverbundes Fertilitätsstörungen: Während 20-Jährige bei der Umfrage angaben, mit 26 Jahren schwanger werden zu wollen, verschob sich der geplante Zeitpunkt bei den 21- bis 30-Jährigen um drei Jahre nach hinten. 30-Jährige gaben an, mit 36 Jahren ein Kind bekommen zu wollen. Mit dem chronologischen Verschieben der Familienplanung ist eine wachsende Nachfrage nach Kinderwunschbehandlungen zu verzeichnen. Die Reproduktionsmedizin bietet heute eine Vielzahl an erfolgsversprechenden Behandlungsmethoden an. Denn viele Frauen lassen bei der genauen Planung einen entscheidenden Faktor außer Acht: Eine Garantie, schwanger zu werden, gibt es leider nie – ganz unabhängig vom Alter.

Alter und Auswirkungen auf die Schwangerschaft

Auf die Frage, wann es möglich ist schwanger zu werden, lautet die Antwort ganz schlicht: Sobald eine Frau ihren ersten Menstruationszyklus hatte, ist sie im gebärfähigen Alter. Ist eine Frau 35 Jahre alt, gilt sie in der Regel als Spätgebärende. Die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung bei dem ungeborenen Kind steigt ab diesem Alter. Aus diesem Grund bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen Untersuchungen, die über die normale Schwangerschaftsvorsorge hinausreichen. Die Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopse geben Aufschluss über einen möglichen Gendefekt des Kindes. Eine der häufigsten Störungen ist die Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt. Die meisten Babys von Spätgebärenden kommen trotz der Risiken gesund zur Welt. Es gibt darüber hinaus keine weiteren Erkenntnisse über den Umstand, dass Kinder von reifen Müttern häufiger an weiteren gesundheitlichen Schäden leiden als der Nachwuchs von jüngeren.

Schwangerschafts­komplikationen – eine Frage des Alters?

Schwangerschaftskomplikationen betreffen alle Altersgruppen. Das Risiko auf Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes steigt jedoch von 10,5 auf 19 Prozent ab einem Alter von 35 Jahren an. Diese Beschwerden sind vorübergehend und von der Schwangerschaft abhängig. Eine Überwachung seitens des Gynäkologen ist erforderlich. Häufig entbinden reifere Frauen per Kaiserschnitt. Das entscheiden sie entweder ganz bewusst oder wegen medizinischer Funktionsstörungen. Das können Blutungen aufgrund einer tief liegenden Plazenta, Beschwerden des Nervensystems oder gutartige Wucherungen in der Gebärmutter sein. Diese Komplikationen sind auch bei jüngeren Schwangeren nicht ausgeschlossen.

Wann am besten schwanger werden?

Alter ist somit ein entscheidender Faktor. Haben Sie sich für ein Kind entschieden, ist ganz unabhängig davon eine gesunde und bewusste Lebensweise wichtig. Eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung fördert Ihre Gesundheit. Eine sinnvolle Nahrungsergänzung ist Folsäure, denn diese reduziert das Risiko auf eine Fehlbildung bei Ihrem Baby. Frauen sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung ein Präparat mit synthetischer Folsäure einnehmen, um Neuralrohrdefekten vorzubeugen. Das Präparat sollte schon einen Monat vor dem Versuch, ein Kind zu bekommen, eingenommen werden, damit sich vor dem ungeschützten Geschlechtsverkehr ein ausreichender Folsäurespiegel in Ihrem Blut aufbauen kann. Auch Zink kann die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. Das Mineral fördert die Entwicklung einer befruchtungsfähigen Eizelle. Ganz wichtig: Vermeiden Sie Stress und stellen Sie gegebenenfalls das Rauchen ein. Der Kinderwunsch sollte keinesfalls Ihren Alltag beherrschen. Geben Sie sich und Ihrem Körper die nötige Zeit. Eine entspannte Haltung ist essenziell für das Schwangerwerden – ganz gleich, wie jung oder alt Sie sind. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie, neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, zur Unterstützung einen Mikronährstoffkomplex zu sich nehmen. Er versorgt Sie bei erhöhtem Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen.

Schwanger mit 35, 40 oder gar 50: Wo liegen die Grenzen?

Für immer mehr Paare ist es nichts Ungewöhnliches, wenn die Frau mit 40 oder gar 45 schwanger wird. Selbst 50 ist medizinisch kein Problem mehr. Doch für ältere Frauen gibt es einiges zu beachten.

Ein Kinderwunsch und Schwanger werden mit 40 oder 45 ist für viele Frauen heute nichts Besonderes mehr. Tatsächlich sind Frauen in diesem Alter heute körperlich weit fitter als in vorangegangenen Generationen. Dennoch lässt sich Mutter Natur nicht überlisten: Wenn Frauen mit über 35 Jahren schwanger werden, gehören sie zu den „Spätgebärenden“, bei denen die Schwangerschaft mit besonderen Risiken verbunden ist.

Wenn Frauen mit über 35 Jahren schwanger werden, gehören sie zu den „Spätgebärenden“.

Ab dem 30. Lebensjahr setzt die natürliche Alterung des Körpers ein, die auch vor den Reproduktionsorganen nicht Halt macht. Zudem ist die Zahl der Eizellen im weiblichen Körper begrenzt: Ein junges Mädchen verfügt zum Zeitpunkt der ersten Menstruation über etwa 400.000 Eizellen, doch bis Mitte 35 sind davon nur noch 35.000 übrig, und es kommt häufiger zu Zyklen ohne Eisprung. Eine Schwangerschaft mit 45 oder 50 ohne zusätzliche Fruchtbarkeitsbehandlung ist biologisch nur noch selten möglich – kann aber vorkommen.

Frauen, die mit 40 Jahren schwanger werden, riskieren Komplikationen während der gesamten Schwangerschaft. Dazu steigt das Risiko von Chromosomenstörungen beim Fötus, weil die gealterten Eizellen nicht mehr so „frisch“ sind wie bei einer Frau von 20 oder 25 Jahren. So liegt das Risiko, ein Baby mit Downsyndrom zur Welt zu bringen, bei 25-jährigen Müttern bei 1:1500 und bei 35-jährigen Müttern bei 1:400. Wer schwanger mit 40 wird, hat bereits ein Risiko von 1:109, und wer schwanger wird mit 45 sogar von 1:32. Weiterhin steigt das Risiko für Frühgeburten und Fehlbildungen.

Schwanger über 40: die gesundheitliche Vorsorge

Die Krankenkassen sprechen ab 35 Jahren von einer Risikoschwangerschaft. Ab diesem Zeitpunkt übernehmen sie die Kosten für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, auch wenn die Mutter vollkommen wohlauf ist. Grundsätzlich gilt: Auch wenn der Begriff Risikoschwangerschaft bedrohlich klingt, sollten Sie sich keine Sorgen machen, wenn Sie gesund sind. Das Risiko ist rein theoretisch, führt aber zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse für folgende Leistungen:

  • Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen bei Bedarf
  • Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen
  • Chorionzottenbiopsie (Untersuchung auf genetische Besonderheiten und Stoffwechselerkrankungen)
  • Bei Bedarf Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung)
  • Ggf. Nackenfaltenmessung (Untersuchung auf genetische Besonderheiten sowie Herz- und Skelettfehler)
  • Kardiotokographie (Wehenschreiber, zeichnet Herztöne des Ungeborenen ab der 25. Schwangerschaftswoche auf)

Die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen sind nicht verpflichtend, können aber sinnvoll sein, um zu überprüfen, ob es Mutter und Kind gut geht.

Frauen, die mit 40 schwanger werden, haben ein weit größeres Risiko für Schwangerschaftskomplikationen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bluthochdruck (Gestationshypertonie)
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Blutungen
  • Anämie
  • Gestosen

Je häufiger Sie an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass potenzielle Komplikationen früh entdeckt und behandelt werden. Dies ist wichtig, um schweren Komplikationen wie einer Präeklampsie vorzubeugen. Charakteristika dieser sind ein erhöhter Blutdruck, Wassereinlagerungen und eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin, und bei einem Verdacht auf eine Präeklampsie sind engmaschige Kontrollen beim Gynäkologen erforderlich, damit die Gesundheit von Mutter und Baby gewährleistet ist.

Kommt es zu einer Schwangerschaftsdiabetes, bei der der Blutzuckerspiegel der Mutter erhöht ist, kann dies schwere Folgen für das Kind haben. Es kann zu Fehlbildungen, Entwicklungsstörungen oder sogar zu einer Totgeburt kommen. Je früher eine Schwangerschaftsdiabetes erkannt wird, desto schneller können Gegenmaßnahmen zur Senkung des Blutzuckerspiegels ergriffen werden. Begünstigt wird eine Schwangerschaftsdiabetes durch eine kohlenhydratreiche, ungesunde Ernährung.

Schwangerschaft mit 50: Ja oder nein?

Schwanger mit 40 ist heute weitgehend gesellschaftlich akzeptiert. Vielen Frauen bleibt keine andere Wahl, wenn sie zunächst studieren und eine Karriere aufbauen wollen oder wenn der richtige Partner auf sich warten lässt. Schwanger mit 50 Jahren zu werden, ist dagegen umstritten. Sicher gibt es auch Zufälle, zum Beispiel, wenn die Frau mit Beginn der Menopause die Verhütungsmittel absetzt im Glauben, es könne nichts mehr passieren.

Es gibt jedoch auch Frauen, die sich vielleicht auf den „letzten Drücker“ noch einen Kinderwunsch erfüllen möchten. Vielleicht belastet sie die Einsamkeit, weil der erwachsene Nachwuchs ausgezogen ist, vielleicht möchte sie die letzte Chance auf ein Kind nutzen oder wünscht sich mit einem neuen Mann in ihrem Leben eine gemeinsame Familie.

Für eine gesunde Frau stellt die Schwangerschaft bei guter Betreuung körperlich kein Problem dar. Das Risiko für Komplikationen, Fehlgeburten und Gendefekte nimmt bei Schwangeren über 45 eher noch zu, doch auch in diesem Alter gebären die meisten Frauen gesunde Kinder.

Ob eine Schwangerschaft mit 50 noch angestrebt werden sollte, ist umstritten. Viele ältere Frauen sind selbstsicherer, sind finanziell besser gestellt und können ihren Kindern mehr Aufmerksamkeit schenken als junge Frauen. Allerdings werden sie sich mit Mitte 60 meist schwerer tun, die Stürme der Pubertät noch einmal durchzumachen. Auch sollten Sie daran denken, dass selbst wenn Frauen heute das durchschnittliche Lebensalter von 82 Jahren erreichen, das Kind seine Mutter häufig bereits mit um die 30 Jahre verliert.

Schwanger mit 40: die Vorteile

Allen Unkenrufen zum Trotz: Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, ob und wann sie sich ihren Kinderwunsch erfüllt und schwanger wird. Gerade wenn Sie auf natürlichem Weg mit 40 oder gar 45 schwanger werden, sollten Sie sich beglückwünschen und auf das Kind freuen, denn Mutter Natur hat Ihnen ein spätes Geschenk gemacht. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, auf eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung und nehmen Sie alle Vorsorgeuntersuchungen wahr. Dann haben Sie gute Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft.

Eine späte Schwangerschaft bietet einige Vorteile: Ältere Mütter sind beruflich meist etabliert und können leichter eine längere Mutterschaftspause einlegen. Sie verfügen auch eher über die finanziellen Mittel einer guten Kinderbetreuung, wenn sie schnell in den Beruf zurückkehren möchten. Alleinstehende, gut situierte Frauen, die nie den passenden Partner gefunden haben, entscheiden sich heute zunehmend für eine späte Schwangerschaft, um sich selbst den lang gehegten Kinderwunsch zu erfüllen. Paare, die sich erst nach vielen Jahren der Zweisamkeit für ein Kind entscheiden, „ehe es zu spät ist“, können sich außerdem auf ein stabileres Beziehungsgerüst stützen und dem Kind beim Aufwachsen ein harmonisches Familienleben bieten.

Dies alles trägt dazu bei, dass ältere Mütter ihre Schwangerschaft gelassener und optimistischer angehen und weniger unter Stress leiden. Davon profitiert wiederum das Kind im Mutterleib.

Schwanger werden mit über 35 Jahren – fünf Gründe, entspannt zu bleiben

Rein biologisch betrachtet nimmt die Fruchtbarkeit ab dem 30. Lebensjahr bei Frauen ab – das heißt aber noch lange nicht, dass die Eizellen mit dem 35. Geburtstag das Haltbarkeitsdatum überschreiten. Schwanger zu werden, ist ab diesem Zeitpunkt immer noch gut möglich und bringt Vorteile mit sich. Wir verraten Ihnen fünf gute Gründe, einer Schwangerschaft mit Ende 30 optimistisch entgegenzublicken.

Bleiben Sie zuversichtlich: Die Chancen auf eine Schwangerschaft stehen gut

Zahlreiche Artikel in Magazinen und Zeitschriften berichten von einer sogenannten „Fruchtbarkeitsklippe“ bei Frauen ab 35 Jahren. Tatsächlich basieren diese Angaben auf einer Studie, die im 17. Jahrhundert durchgeführt wurde. Angesichts der Tatsache, dass damals noch nicht einmal Antibiotika erfunden waren, sind diese Ergebnisse nicht sonderlich überraschend. Heute sieht es entsprechend vollkommen anders aus. Eine aktuelle Studie gibt Hoffnung: Von 770 Frauen, die schwanger zu werden versuchten, waren 82 % der 35- bis 39-Jährigen innerhalb eines Jahres in freudiger Erwartung. Zu diesen Ergebnissen kam eine im Jahr 2004 in der Fachzeitschrift „Obstetrics & Gynaecology“ veröffentlichte Studie. Im Vergleich: Bei den 27- bis 34-Jährigen lag die Erfolgsquote bei 86 %. Eine Studie in Dänemark kam zu vergleichbaren Ergebnissen: 78 % der 35- bis 40-Jährigen wurden im Zeitraum von einem Jahr schwanger, und Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren erwarteten mit einer Quote von 84 % ein Kind.

Lassen Sie sich nicht verunsichern: Fehlgeburtenraten haben wenig Aussagekraft

Bei der Familienplanung geht es leider nicht nur darum, schwanger zu werden, sondern letztlich auch darum, schwanger zu bleiben – und das Kind gesund zur Welt zu bringen. Statistisch gesehen steigt die Fehlgeburtenrate zwar mit zunehmendem Alter der Frau, allerdings sind die kursierenden Raten von Fehlgeburten nicht unbedingt aussagekräftig. Die medizinischen Berichte beziehen sich meist auf die Fehlgeburten von Frauen mit einer In-vitro-Fertilisation (IVF) – sprich: einer künstlichen Befruchtung. Anders gesagt: Die Abbruchraten beziehen sich auf vorbelastete Frauen, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt ohnehin höher ist – ganz unabhängig von ihrem Alter.

Glauben Sie nicht an Zahlen: Statistiken erzählen nicht Ihre Geschichte

Für eine grobe Einschätzung der Situation sind Statistiken in der Regel eine gute Orientierung, die Zahlen sagen aber nichts über Ihre persönliche Geschichte aus. Sind Sie fit und gesund, haben Sie gute Chancen, bis zum Alter von 40 Jahren und selbst darüber hinaus ein Kind zu bekommen. Zusätzlich gibt es heute mehr moderne Techniken für die menschliche Fortpflanzung als je zuvor. Selbst, wenn Sie keine Unterstützung benötigen, ist es doch beruhigend zu wissen, dass sie da wäre.

Betrachten Sie das Ganze: Ihr Alter ist nur einer von vielen Faktoren

Einen Einfluss hat Ihr Alter auf Ihre Furchtbarkeit – das bleibt unumstritten. Jedoch kommen noch weitere Faktoren hinzu: Vorteilhaft wirkt sich zum Beispiel ein normaler BMI (zwischen 18,5 und 24,5) auf die Fruchtbarkeit aus. Ausreichend Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und Tabak erhöhen ebenfalls Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft.

Seien Sie optimistisch: Es gibt viele Vorteile, eine ältere Mutter zu sein

Ein Kind in den späten 30er-Lebensjahren zu bekommen und damit zu den älteren Müttern zu gehören, hat auch Vorteile. Sie haben jetzt mehr Lebenserfahrung und sind aller Wahrscheinlichkeit nach finanziell besser aufgestellt als in den 20er-Jahren Ihres Lebens. Ihr Lebensstil ist heute vermutlich gesünder, und Sie können Ihrem Kind daher ein gutes Vorbild sein.

Sie sehen: Alles in allem sprechen viele Gründe für eine Schwangerschaft mit über 35 Jahren.

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Finanzielle Hilfen vor und nach der Geburt

Gut zu wissen Kindergeld und Co.

Bei aller Freude auf das Baby – manche Frauen und Paare fragen sich, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen. Doch neben Mutterschafts- und Elterngeld gibt es weitere Hilfen, auf die Familien in Geldnot unter bestimmten Bedingungen zugreifen können. Unterstützung bei der Antragstellung erhalten Sie in den Beratungsstellen.

Es gibt zahlreiche Hilfen, die werdende Mütter und Eltern unterstützen.DCV/ Margit Wild

  • Hilfen während der Schwangerschaft
  • Mutterschutz und Mutterschaftsgeld
  • Elternzeit, Elterngeld und Elterngeld Plus
  • Kindergeld
  • Hilfen für Familien in Geldnot

Hilfen während der Schwangerschaft

Es gibt einige Stellen, die Schwangere und Familien finanziell unterstützen, wenn das Geld knapp wird. Über alle Leistungen erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Schwangerschaftsberatungsstelle. Die Mitarbeiterinnen können Ihnen sagen, welche Einkommensgrenzen es gibt, mit Ihnen die Anträge ausfüllen oder Sie an die richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

Geld vom Staat

Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Sozialhilfe beantragen. Jobcenter oder Sozialamt zahlen werdenden Müttern dann nach der zwölften Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf und die Erstausstattung für Schwangerschaft und Baby. Wichtig: Erst den Antrag stellen, dann notwendige Schwangerschaftskleidung oder Babysachen kaufen und die Quittungen aufbewahren.

Geld von Stiftungen

Wenn die Sozialleistungen des Staates nicht ausreichen, können Stiftungen helfen. Die Bundesstiftung Mutter und Kind bezahlt zum Beispiel ergänzende Hilfen. Unter bestimmten Bedingungen übernimmt sie auch die Kosten einer Babyerstausstattung. Die Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas und des SkF kennen die Kriterien der Stiftung und prüfen, ob sich ein Antrag lohnt.

  • Informationen zur Bundesstiftung
  • Informationen zur Bundesstiftung in leichter Sprache

Daneben gibt es auch Gelder von Länderstiftungen: Hier sind die Einkommensgrenzen und die Leistungen nicht einheitlich geregelt und es gibt unterschiedliche Ansprechpartner. Auch hier helfen die Berater(innen) der Caritas weiter.

Geld von der Kirche

Liegt eine besondere Notlage vor, können hilfsbedürftige Frauen von katholischen Beratungsstellen finanzielle Unterstützung aus kirchlichen Fonds erhalten. Bei einem Schwangerschaftskonflikt gibt es innerhalb der ersten zwölf Wochen noch besondere Möglichkeiten, hier hilft die Beratungsstelle weiter.

Mutterschutz

Der Mutterschutz gilt für werdende Mütter ab sechs Wochen vor dem Geburtstermin und bis acht Wochen nach der Geburt. Werdenden Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Geburt nur mit Einwilligung beschäftigt werden. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten sind es zwölf Wochen. In dieser Zeit dürfen sie nicht arbeiten und sie dürfen nicht gekündigt werden. In den meisten Fällen sorgen das Mutterschaftsgeld und eine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers dafür, dass das Einkommen der werdenden Mütter nicht sinkt.

Schülerinnen und Studentinnen werden seit dem 1. Januar 2018 auch im Mutterschutzrecht berücksichtigt, soweit die Ausbildungsstelle Ort, Zeit und Ablauf der Ausbildung verpflichtend vorgibt.

  • Informationen zum Mutterschutz auf dem Familienportal des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Mutterschaftsgeld

Generell gilt: Das Mutterschaftsgeld beantragen Sie mit der ärztlichen Bescheinigung über den Geburtstermin bei Ihrer Krankenkasse.

  • Bei gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse bis zu 13 Euro pro Tag. Der Arbeitgeber stockt den Kassen-Betrag auf, bis die Summe dem Durchschnitts-Netto-Verdienst der vergangenen drei Monate entspricht.
  • Sind Sie privat versichert, bekommen sie etwas weniger als Sie zuvor netto verdient haben. Sie erhalten keinen Tagessatz von der Krankenkasse, sondern eine einmalige Zahlung vom Bundesversicherungsamt. Der Arbeitgeber berechnet seinen Zuschuss aber so, als wären Sie gesetzlich versichert.
  • Als Selbstständige erhalten Sie Mutterschaftsgeld, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind und Anspruch auf Krankengeld haben. Dann zahlt Ihnen die Krankenkasse Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes.
  • Hausfrauen, die über ihren Mann gesetzlich krankenversichert sind, bekommen kein Mutterschaftsgeld.
  • Informationen zum Mutterschutzgesetz vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Elternzeit, Elterngeld und Elterngeld Plus

Nach der Geburt eines Kindes gibt es einiges zu regeln. Die Schwangerschaftsberatung steht Ihnen auch hier mit Rat und Tat zur Seite. DCV/ Margit Wild

Wer als Arbeitnehmer sein Kind selbst betreuen will, hat Anspruch auf bis zu drei Jahre Elternzeit.

Elterngeld ist für Erwerbstätige, Erwerbslose oder Hausfrauen und Hausmänner. Elterngeld gibt es auch, wenn Sie vor Geburt des Kindes nicht gearbeitet haben. Elterngeld schafft einen Ausgleich, falls die Eltern weniger Einkommen haben, weil sie nach der Geburt ihres Kindes zeitweise weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Voraussetzung ist:

  • Sie betreuen und erziehen ihr Kind selbst.
  • Sie leben mit Ihrem Kind in einem gemeinsamen Haushalt.
  • Sie sind entweder gar nicht erwerbstätig oder höchstens 30 Stunden pro Woche.
  • Sie leben in Deutschland.

Elterngeld gibt es in drei Varianten, die Sie miteinander kombinieren können:

  • Basiselterngeld
  • ElterngeldPlus
  • Partnerschaftsbonus

Weiterführende Informationen

  • Leitfaden zu Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit herunterladen.
  • Elterngeld ausrechnen mit dem Elterngeldrechner auf dem Familienportal des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Bayern, Sachsen und Thüringen zahlen derzeit auch noch ein Landeserziehungsgeld. Die Modalitäten, Fristen und Termine der Antragstellung sind in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Deshalb sollten sich Eltern frühzeitig erkundigen, wann sie den Antrag stellen müssen.

Kindergeld

Kindergeld gibt es für alle Kinder bis zum Alter von 18 Jahren. Sind die Kinder in Ausbildung, können ihre Eltern das Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr beziehen. Sind die Kinder arbeitslos, gibt es bis zum 21. Lebensjahr Kindergeld. Den Antrag können Eltern bei der Familienkasse stellen. Die finden Sie bei der für Ihre Gemeinde zuständigen Agentur für Arbeit.

Ab August 2019 erhalten Sie für das erste und zweite Kind jeweils 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und ab dem vierten Kind 235 Euro.

  • Kindergeld online beantragen

Hilfen für Familien in Geldnot

Wohngeld

Beim örtlichen Wohngeldamt können Sie einen Zuschuss zu den Mietkosten oder für selbst genutzte Eigentumswohnungen stellen.

Arbeitslosengeld II und Sozialgeld

Wer seinen Lebensunterhalt nicht oder nicht vollständig aus seinem Verdienst bestreiten kann oder keine Arbeitsstelle hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Für Kinder gibt es das sogenannte Sozialgeld. Beides beantragen Sie beim örtlichen Jobcenter.

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag ist für Familien mit kleinem Einkommen. Er wirkt wie ein Zuschlag zum Kindergeld. Familien, deren Einkommen für den Unterhalt der Eltern, nicht aber für den Unterhalt der Kinder reicht, können den Kinderzuschlag beantragen.

Der Kinderzuschlag beträgt monatlich bis zu 185 Euro je Kind und wird für jedes Kind einzeln errechnet. Der Kinderzuschlag wird für sechs Monate bewilligt. Ändert sich in diesen sechs Monaten das Einkommen oder die Wohnkosten, so hat dies keinen Einfluss auf den Kinderzuschlag.

Der Kinderzuschlag muss bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden.

Kinderbetreuungskosten

Das Jugendamt übernimmt in manchen Fällen über die „wirtschaftliche Jugendhilfe“ ganz oder teilweise die Kosten für die Kita oder auch für eine Tagesmutter. In manchen Krippen und Kitas sind die Beiträge auch sozial gestaffelt.

Jugendliche Schwangere

Auch jugendliche Schwangere unter 25 Jahren, die zu Hause wohnen und über kein eigenes Einkommen verfügen, haben Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Das Einkommen der Eltern spielt dabei keine Rolle.

Alleinerziehende

Wer ein Kind alleine groß zieht, kann in finanzielle Engpässe kommen. Jede und jeder sollte sich in dieser Situation Rat und Hilfe holen, sowohl bei Verwandten, Freunden, Nachbarn und nicht zuletzt bei Expert(inn)en, wie beispielsweise bei einer Caritas-Familien- oder Schwangerschaftsberatungsstelle. Dann gelingt es am besten, den Überblick über finanzielle Hilfen zu behalten.

Einige Ratschläge haben wir hier zusammengetragen:

  • Fünf Tipps für Alleinerziehende
  • Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende

Bildungs-und Teilhabepaket

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitmachen: bei Tagesausflügen und dem Mittagessen in Kita oder Schule, bei Musik, Sport und Spiel in Vereinen und Gruppen.

Kinder von Eltern, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, können das Bildungs-und Teilhabepaket in Anspruch nehmen.
Was gehört zum Bildungs-und Teilhabepaket:

  • persönlicher Schulbedarf: 150 Euro im Schuljahr
  • soziale und kulturelle Aktivitäten: 15 Euro pro Monat
  • Kostenerstattung für Ausflüge mit Schule und Kita
  • Kostenloses Bus-und Bahnticket
  • Kostenloses Mittagessen
  • Kostenlose Lernförderung auch ohne Versetzungsgefährdung

Für das Bildungs-und Teilhabepaket ist die Kommune, die Gemeinde, der Landkreis oder die Stadtverwaltung zuständig. Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bezieht, kann sich in der Regel an das örtliche Jobcenter wenden.

Sonstige allgemeine Leistungen

Hebamme

Schwangere haben Anspruch auf eine Hebamme, einen Geburtsvorbereitungskurs und Wochenbettbetreuung. Für die Kosten kommt die Krankenkasse auf. Informationen darüber haben Frauenärztinnen und -ärzte.

Versorgung mit Arzneimitteln

Schwangere haben Anspruch auf die Versorgung mit Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel.

Entbindung

Schwangere haben Anspruch auf ambulante oder stationäre Entbindung. Im Krankenhaus zahlt die Krankenkasse die Kosten für die Unterkunft, die Pflege und die Verpflegung von Mutter und Kind.

Haushaltshilfe

Lebt die Mutter allein und ist wegen der Schwangerschaft oder der Entbindung nicht in der Lage, den Haushalt zu führen und hat keine Person, die das übernehmen kann, so kann sie eine Haushaltshilfe beantragen.

Noch Fragen offen?

Unsere erfahrenen Beraterinnen der Online-Schwangerenberatung helfen Ihnen wochentags innerhalb von 24 Stunden – auch im Chat.

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