Neurodermitis BEI baby

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Neurodermitis – Baby

Neurodermitis bei Kindern: Tipps

Folgende Tipps helfen Ihnen im Umgang mit Neurodermitis-Kindern:

Juckreiz bei Neurodermitis

Besonders Säuglinge und Kleinkinger mit Neurodermitis lassen sich oft kaum davon abhalten, sich aufzukratzen. In die entstehende Wunden können leicht Krankheitserreger wie Bakterien eindringen und eine Infektion auslösen. Um dies zu verhindern, sollten Babies und Kleinkinder mit Neurodermitis nachts Baumwollhandschuhe tragen. Fixieren Sie die Handschuhe an den Handgelenken mit Heftpflaster. So können sie nachts nicht verloren gehen.

Alternativ können Sie für Ihr Kind auch einen Neurodermitis-Overall besorgen. Er ist mit angenähten Kappen an den Ärmeln versehen.

Außerdem sollten die kleinen Fingernägel regelmäßig kurz schneiden. Es empfiehlt sich auch, die Kleinen vor dem Schlafengehen gut einzucremen.

Versuchen Sie es auch mit Streicheln gegen den Juckreiz: Streichen Sie sanft über die juckende Haut der Kinder. Manchmal hilft es auch, wenn man an einer anderen (nicht betroffenen) Körperstelle die Haut leicht reibt. Das kann die Kleinen vom Juckreiz ablenken.

Kühle Umschläge (kein Eis!) können den Juckreiz ebenfalls lindern. Weitere Behandlungstipps lesen Sie unter Neurodermitis: Behandlung.

Die richtige Kleidung

Verwenden Sie für Kinder mit Neurodermitis nur Kleidung aus weichem, hautfreundlichen Material wie Baumwolle oder Viskose. Das gilt auch für Schals und Strümpfe. Die Haut amm Hals und an den Beinen ist bei vielen Neurodermitis-Kinder nämlich besonders empfindlich.

Sinnvoll ist es zudem, wenn die Kleidungsstücke weiß oder zumindest hell sind. Dann reflektieren sie das Sonnenlicht. So wird den Kleinen nicht so leicht warm – Wärme kann den Juckreiz verstärken. Außerdem stecken in dunkler Kleidung oft viele Farbstoffe. Diese können die empfindliche Haut zusätzlich reizen.

Schwitzen lässt sich auch vermeiden, wenn die Kleidung aus mehreren dünnen Schichten besteht statt aus wenigen dicken Lagen („Zwiebellook“).

Die Schlafkleidung bei Neurodermitis-Kindern sollte bis zum Hals geschlossen sein. Je weniger Hautstellen freiliegen, desto geringer ist die Gefahr, dass sich die Kinder im Schlaf aufkratzen. Gleichzeitig sollte die Schlafkleidung aber aus einem leichten Material bestehen, damit sich der Juckreiz nicht durch zu viel Wärme verschlimmert. Aus dem gleichen Grund sollten Sie das Kind nur mit einer leichten Bettdecke zudecken und dafür sorgen, dass der Schlafraum nicht zu warm ist.

Vor dem ersten Verwenden sollten Kleidung und Wäsche immer gewaschen werden.

Viel Verständnis und Zuwendung

Durch den quälenden Juckreiz macht Neurodermitis Baby und Kind schwer zu schaffen. Die kleinen Patienten wissen ihr Unwohlsein und ihre Beschwerden oft nicht anders auszudrücken, als durch Schreien und Unruhe. Haben Sie deshalb viel Geduld mit den Kleinen.

Neurodermitis bei Kindern (und Älteren) verursacht aber nicht nur körperliche Beschwerden – die Seele leidet ebenfalls. Die ständige Juckreiz kann psychisch sehr belastend sein. Außerdem werden manche Kinder wegen ihrer Hautentzündungen manchmal von ihren Spielkameraden gehänselt. Das belastet die Kinderseele zusätzlich.

Schenken Sie Ihrem Neurodermitis-Kind deshalb viel Verständnis und Zuwendung. Sie können auch Kontakt zu anderen Betroffenen suchen oder sich einer Selbsthilfegruppe anschließen. So lernt Ihr Kind, dass es mit seiner Erkrankung nicht allein ist.

Es kann auch helfen, wenn Sie Entspannungstechniken für sich und Ihr Kind kennen.

Familienleben mit Neurodermitis

Gesunde Geschwisterkinder können das Gefühl haben, zu wenig Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu bekommen. Nehmen Sie sich daher genügend „Neurodermitis-freie Zeit“ für die anderen Familienmitglieder.

Die Neurodermitis Ihres Kindes darf nicht zu dessen Persönlichkeitsmerkmal werden. Auch wenn der Krankheit viel Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, sollte Ihr Kind trotzdem lernen, dass es andere Dinge gibt, die es ausmachen. Lassen Sie vor allem das Kratzen nicht zum Druckmittel werden! Manche Neurodermitis-Kinder lernen schnell, dass sie durch das Kratzen Aufmerksamkeit von den Großen bekommen. Reagieren Sie nicht jedes Mal, wenn sich Ihr Kind kratzt, mit voller Zuwendung. Ansonsten wird Ihr Kind versuchen, durch ständiges Kratzen seinen Willen durchzusetzen.

Noch ein Tipp für die Betreuung von kleinen Patienten mit Neurodermitis: Baby und Kleinkind können aufgrund des Juckreizes nachts oft nicht schlafen und beginnen zu schreien oder zu weinen. Eltern sollten sich darin abwechseln, dann aufzustehen und sich um das Kind zu kümmern.

Neurodermitis bei Neugeborenen und Säuglingen

Milchschorf und Kopfgneis

Von der chronischen Hautkrankheit können schon Babys betroffen sein. Erste Merkmale treten zumeist an der Kopfhaut und im Gesicht auf und werden oft als „Milchschorf“ bezeichnet, denn die verkrusteten Stellen sehen angebrannter Milch ähnlich. Leicht zu verwechseln ist der Milchschorf mit einer übermäßigen Talgbildung, „Kopfgneis“ genannt. Mit Neurodermitis hat dieses Phänomen aber nichts zu tun.

Erste Neurodermitis-Anzeichen erscheinen zumeist erst nach dem dritten Lebensmonat. Nässende und verkrustete Stellen bilden sich nicht nur im Gesicht und am behaarten Babykopf, sondern auch an anderen Körperstellen wie Armen und Beinen. Dort ist die Haut auffällig trocken, schuppig, gerötet und juckt. Oft ist der Juckreiz so massiv, dass er zu einem Kreislauf aus Jucken, Kratzen und noch stärkerer Ekzembildung führt.

Ein oft bei Babys vorkommender Hautausschlag im Windelbereich wird zwar als Windeldermatitis bezeichnet, steht aber nicht mit Neurodermitis in Verbindung. Häufiger Windelwechsel und Vermeidung von länger andauernder Nässe beugen Entzündungen vor.

Bei Kindern, die Neurodermitis-Symptome erst im Alter zwischen zwei Jahren und der Pubertät entwickeln, sind oft Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals, Hände und Knöchel betroffen. Sonderformen der Neurodermitis sind die sogenannten Lutsch- und Saugekzeme um den Mund herum, Lidekzeme sowie Hand- und Fußekzeme („Winterfüße“).

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Neurodermitis bei Babys – ein Überblick

5. April 2018 9 Min.

Fast jeder kennt es: Ein einziger Mückenstich kann ganz schön nervig sein. Er juckt und juckt. Von gefühlten 100 Mückenstichen übersäht zu sein, lässt einen dann schier verrückt werden. So ungefähr fühlt sich ein Baby oder Kleinkind, das an Neurodermitis erkrankt ist. Und das ist heutzutage relativ oft der Fall. Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Babys. Was genau es mit der Krankheit auf sich hat und wie Sie Ihrem Kind helfen können, erfahren Sie hier.

Eine Schnellübersicht

  • Ursachen für Neurodermitis
  • Typische Symptome
  • So läuft die Diagnose ab
  • Behandlungsmöglichkeiten
  • Tipps für Eltern

Neurodermitis bei Babys: Was ist der Auslöser?

Auch, wenn bekannt ist, dass 85 Prozent der Betroffenen bereits als Baby an Neurodermitis erkranken – meistens innerhalb des ersten Lebensjahres – bleibt die chronische Hauterkrankung weiterhin ein Rätsel für Forscher. Vor allem, was ihre Ursachen angeht, sind noch nicht alle Einzelheiten geklärt.

Generell lässt sich festhalten, dass Neurodermitis (medizinischer Fachausdruck: atopisches Ekzem) eine chronische, nicht ansteckende Hautentzündung ist, die in Schüben auftritt. Die eine zugrundeliegende Ursache lässt sich nicht ausmachen. Es sind – laut Wissenschaftlern – vielmehr mehrere Puzzleteile, die Neurodermitis bei Babys auslösen können.

Die Hauptrollen für die Entstehung von Neurodermitis bei Babys spielen demnach:

  • eine erbliche Veranlagung für Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Atopie). Das ist der Fall, wenn die Eltern schon an Neurodermitis leiden oder aber von Asthma oder starkem Heuschnupfen betroffen sind. Zwischen diesen Erkrankungen scheint ein Zusammenhang zu bestehen, auch wenn noch nicht ganz klar ist, welcher genau.
  • eine gestörte Hautbarriere des Babys. Diese kann ebenfalls dazu führen, dass es an Neurodermitis erkrankt. Kleinkindern, bei denen das der Fall ist, fehlen Feuchthaltefaktoren und Hornfette. Dadurch ist die Haut trocken und leichter durchdringbar für Krankheitserreger.

Wenn Ihr Baby von einem oder beiden der Faktoren betroffen ist, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Neurodermitis-Schübe entstehen können. Diese werden meistens durch sogenannte Trigger hervorgerufen. Zu den möglichen Auslösern gehören neben bestimmten Lebensmitteln wie Zitrusfrüchten oder Nüssen beispielsweise auch raue oder kratzende Kleidungsstoffe (zum Beispiel Wolle oder Leine).

Juckreiz, trockene Haut und Co. – Symptome von Neurodermitis bei Babys

Wie sich die Neurodermitis bei einem Kleinkind äußert, ist individuell verschieden. Die ersten sichtbaren Symptome treten oft zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf. Typisch sind:

  • nässende, gerötete Hautstellen
  • trockene, schuppige Flächen auf der Haut
  • Bläschen oder teilweise Krusten
  • stark anhaltender Juckreiz

Diese Hautveränderungen zeigen sich im Kleinkindalter vor allem am Kopf und den Außenseiten von Armen und Beinen. Mit zunehmendem Alter verändert sich meistens sowohl das Aussehen der Neurodermitis, als auch die Stellen, die betroffen sind. Ab dem vierten Lebensjahr verschwinden die Symptome teilweise sogar ganz. Eine extrem trockene und pflegebedürftige Haut bleibt jedoch oft bis ins Erwachsenenalter.

Milchschorf – erstes Anzeichen für Neurodermitis bei Babys?

Milchschorf ist eine gelbe, schuppige und krustige Schicht, die sich am Kopf eines Babys im Laufe des ersten Lebensjahrs bildet und mit einem starken Juckreiz einhergehen kann. Babys, die von Milchschorf betroffen sind, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, auch an Neurodermitis zu erkranken.

Diagnose Neurodermitis bei Babys

Ob Ihr Baby Neurodermitis hat oder nicht, findet der Arzt bei einer Diagnose in mehreren Schritten heraus. Als Erstes führt er ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte, bei dem er auch abklärt, ob im Verwandtenkreis bereits atopische Erkrankungen bekannt sind. Im Anschluss führt der Kinderarzt eine körperliche Diagnose durch und betrachtet die veränderten Hautstellen. Ein bekanntes Anzeichen für Neurodermitis ist der weiße Dermographismus (weiße Hautzeichnung). Um diesen festzustellen, fährt der Fachmann mit einem Stift oder seinem Fingernagel mit festem Druck über die Haut. Reagiert die Haut, indem sie weiß wird, statt wie bei einer gesunden Haut rot, ist das ein Anzeichen für Neurodermitis.

Festigt sich die Vermutung auf Neurodermitis bei Ihrem Baby, kann noch ein Bluttest durchgeführt werden, der den Immunglobulin E-Spiegel (Eiweiße, die Bestandteile der Immunabwehr sind) misst. Ist dieser erhöht, stützt das den Verdacht einer Erkrankung.

Was hilft gegen Neurodermitis bei Kleinkindern?

Eine Möglichkeit, Neurodermitis gänzlich zu heilen, wurde bislang noch nicht entdeckt. Aber durch Medikamente, Hausmittel oder alternative Methoden können schmerzende Entzündungen und der Juckreiz zumindest gelindert werden.

Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick, welche Maßnahmen die Neurodermitis für Ihr Baby erträglicher machen können.

Hilfsmaßnahmen gegen Babys Neurodermitis

Medikamente Bei einem akuten Neurodermitis-Schub mit entzündeten Hautstellen empfehlen Ärzte bei Babys und Kleinkindern in erster Linie Präparate mit Kortison. Diese wirken entzündungshemmend und lindern gleichzeitig den Juckreiz.
Hautpflege Da die Haut von Babys mit Neurodermitis sehr trocken und leicht reizbar ist, sollten Eltern diese täglich mit einer reichhaltigen und rückfettenden Basiscreme einschmieren. So verbessert sich die Schutzfunktion der Haut wieder und einem erneuten Schub kann vorgebeugt werden.
Hausmittel Als unterstützendes Hausmittel bei Neurodermitis haben sich für Kleinkinder Wickel oder Auflagen bewährt, die vorher eingeweicht (zum Beispiel in Kamillenblütensud) auf die betroffene gereizte Hautstelle aufgelegt werden.
alternative Methoden Viele Eltern setzen als Begleitung zu einer Neurodermitis-Therapie bei ihren Babys auch auf Homöopathie oder andere alternative Heilverfahren wie Akupunktur. Auch hier steht im Vordergrund, vor allem die Entzündungen und den Juckreiz zu lindern.

Wichtig: Jede Behandlungsmaßnahme der Neurodermitis bei Babys sollten Sie vorab mit dem Kinderarzt absprechen, damit keine Komplikationen auftreten.

Tipps: Darauf sollten Eltern bei Babys Neurodermitis achten

Ein Patentrezept, um Neurodermitis bei Babys zu lindern, gibt es nicht. Jede Behandlung sollte individuell auf die kleinen Patienten abgestimmt sein. Für Eltern und Kinder bedeutet das: Geduldig nach der richtigen Therapie für ihr Baby zu suchen. Bis dahin ist es sinnvoll, folgende grundlegende Maßnahmen durchzuführen:

  • eine Creme-Sortiment mit unterschiedlichen Fettgehalten zulegen, da die Haut nicht immer die gleiche Pflege benötigt
  • den Kleiderschrank des Kleinkinds mit kratzfreier und luftiger Kleidung ausstatten
  • neue Kleidungsstücke immer mehrfach waschen, damit diese beim ersten Tragen von jeglichen Chemikalien befreit sind
  • die Fingernägel des Babys möglichst kurzhalten, um ein Aufkratzen der Haut zu verhindern
  • nach dem Händewaschen darauf achten, dass die Kinder sorgfältig jegliche Seifenreste abwaschen
  • ein Ernährungstagebuch führen und aufschreiben, bei welchen Lebensmitteln die Haut des Kindes reagiert. Diese dann bestenfalls meiden.

Diese Tipps können dafür sorgen, dass ein erneuter Neurodermitis-Schub des Babys ausbleibt.

Schon in der Schwangerschaft Neurodermitis bei Babys vorbeugen?

Da Neurodermitis vor allem genetisch bedingt ist, ist eine gezielte Vorbeugung während der Schwangerschaft schwierig. Wichtig ist in jedem Fall, dass werdende Mütter Tabakrauch und Stress meiden. Ist das Baby bereits auf der Welt, sollten Mütter ihr Kind zumindest die ersten vier Monate stillen. Denn in der Muttermilch sind viele wichtige Nährstoffe, die das Immunsystem stärken und so einen wichtigen Schutz gegen Überempfindlichkeitsreaktionen auf harmlose Substanzen bieten.

Juckreiz: Was hilft, wenn es juckt?

Letzte Änderung: 01.08.2019
Zuletzt bearbeitet von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin
Geprüft von Prof. Dr. Wolf-Ingo Worret • Dermatologe Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Ob am ganzen Körper oder nur an einer Stelle – Juckreiz ist ein sehr unangenehmes Gefühl in der Haut. Man möchte sich dort kratzen, scheuern oder reiben. In den meisten Fällen ist Juckreiz zwar lästig, aber harmlos. Was gegen das Jucken hilft.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie
  • Quellen

Was ist Juckreiz?

Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl in der Haut. Meist löst es das Bedürfnis aus, an der Körperstelle zu reiben, zu scheuern oder zu kratzen, zum Beispiel mit den Fingernägeln. Nicht immer bessert sich der Juckreiz, wenn man ihm nachgibt und kratzt – manchmal verschlimmert es ihn sogar. Juckreiz ist das am häufigsten vorkommende Symptom, das von der Haut ausgeht.

Empfindungen der Haut wie Schmerz, Kälte- oder Hitzegefühl dienen als Warnsignal und lösen Schutzreflexe aus – wie zum Beispiel das schnelle Wegziehen der Hand von einer heißen Herdplatte. Auch Juckreiz (Fachausdruck: Pruritus) zählt im Prinzip zu diesen Schutzmechanismen: Er löst Kratzbewegungen aus, die dazu dienen, etwaige Insekten, Parasiten oder Fremdkörper von der Hautoberfläche zu entfernen.

Im Gegensatz zu einem kurzfristigen, akuten Juckreiz – für den es nicht immer einen erkennbaren Grund gibt – kann lang anhaltender, chronischer Juckreiz auf eine Erkrankung oder Störung hinweisen. Verschiedene Krankheiten können dann die Ursache sein.

Tritt der Juckreiz scharf begrenzt auf, fühlt sich eher „kitzelnd-hell“ an und lässt sich gut lokalisieren, bezeichnen Mediziner ihn als epikritischen Pruritus. Ein eher dumpfer, quälender und schlecht lokalisierbarer Juckreiz hingegen heißt protopathischer Pruritus.

Nicht immer sieht man an der juckenden Stelle eine Hautveränderung. Juckreiz kann jedoch auch mit weiteren Beschwerden einhergehen, wie zum Beispiel:

  • Hautrötungen
  • Quaddeln oder Hautbläschen
  • trockener Haut
  • schuppender Haut

Dauert Juckreiz über Wochen an oder stört sogar den Schlaf, kann das den Alltag stark beeinträchtigen und unter Umständen Erschöpfung, Ängste oder depressive Beschwerden nach sich ziehen.

Juckreiz (Pruritus): Ursachen

Je nach Art und betroffenem Körperbereich kommen bei Juckreiz (Pruritus) verschiedene Ursachen infrage.

Hauterkrankungen, bei denen oft starker Juckreiz auftritt, sind beispielsweise:

  • Neurodermitis
  • Kontaktallergie
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Hauterkrankungen durch Parasiten, wie z.B. Krätze (Skabies)
  • Pilzinfektionen (Mykosen)
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Sonnenallergie

Juckreiz kann als sogenannter lokalisierter Juckreiz an einer einzelnen Körperstelle auftreten. Beispiele dafür sind Juckreiz am After (etwa als Folge von Hämorrhoiden, Ekzemen oder Würmern) und Juckreiz im Genitalbereich – oder wenn nur die Kopfhaut juckt. Wenn nicht nur ein Bereich, sondern der ganze Körper juckt, spricht man von generalisiertem Juckreiz.

Sowohl für lokalisierten als auch für generalisierten Juckreiz kommen als Ursachen verschiedene Grunderkrankungen in Frage. Der Juckreiz tritt dann meist zusätzlich zu anderen Beschwerden der jeweiligen Krankheit als begleitendes Symptom auf, so zum Beispiel bei:

  • Stoffwechselstörungen, wie
    • Schilddrüsenfunktionsstörungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion)
    • Diabetes mellitus
  • Krebserkrankungen, wie
    • Lymphom
    • Leukämie
    • Plasmozytom
  • neurologischen Erkrankungen, wie
    • Neuropathie
    • multiple Sklerose
  • Arzneimittelüberempfindlichkeiten
  • Blutkrankheiten, wie
    • Eisenmangelanämie
    • Mastozytose
  • Erkrankungen der Leber oder Niere, wie
    • Leberzirrhose
    • Leberentzündung
    • Gallenstauung
    • Nierenversagen
  • Infektionen mit bestimmten Erregern, z.B.
    • Haken- oder Spulwurm
    • Läuse
    • Krätze
  • psychische Erkrankungen, wie
    • Depressionen
    • Angststörungen
    • Zwangsstörungen
    • Dermatozoenwahn, bei dem die Betroffenen fest davon überzeugt sind, von Hautparasiten befallen zu sein – obwohl das nicht so ist.

Weitere mögliche Juckreiz-Ursachen sind:

  • trockene Haut
  • kratzige Kleidung
  • Insektenstiche oder -bisse (z.B. Mückenstiche, Grasmilben)
  • Stress
  • Hautkontakt mit Glaswolle
  • Schwangerschaft

Nicht nur Krankheiten können Juckreiz hervorrufen. Manchmal lösen auch Medikamente als Nebenwirkung ein Jucken aus. Daneben können bestimmte Botenstoffe im Körper, wie zum Beispiel Histamin, zu Juckreiz führen. Histamin spielt eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen.

Lange nahm man an, dass Juckreiz, vereinfacht gesagt, eine schwächere Form des Schmerzreizes sei und beide Impulse auf gleiche Weise im Nervensystem weitergeleitet werden. Mittlerweile weiß man jedoch, dass Schmerzen und Juckreiz auf unterschiedlichen Nervenbahnen ins Gehirn geleitet werden.

Im Tierversuch gelang es, die juckreizvermittelnden Nervenzellen gezielt zu hemmen. Ob solche Ergebnisse in Zukunft auch zur Juckreiz-Therapie genutzt werden können, bleibt abzuwarten.

Juckreiz (Pruritus): Diagnose

Um herauszufinden, welche Ursachen der Juckreiz hat, stellt der Arzt den Betroffenen zunächst einige Fragen, wie etwa:

  • Wo juckt es?
  • Wie stark ist der Juckreiz?
  • Seit wann tritt er auf?
  • Juckt es immer in bestimmten Situationen?
  • Haben Sie in der letzten Zeit Medikamente eingenommen?
  • Sind bei Ihnen Grunderkrankungen oder Allergien bekannt?

Diese und weitere Fragen können dem Arzt erste Hinweise geben und dabei helfen eine Diagnose zu stellen.

Nach der Befragung folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei sucht der Arzt beispielsweise nach Kratzspuren, trockenen Hautstellen, farblichen Veränderungen oder Hinweisen auf Krankheitserreger. In manchen Fällen tastet er außerdem Lymphknoten, Leber und Milz ab.

Zur erweiterten Diagnostik können zählen:

  • Blutuntersuchungen,
  • eine Stuhluntersuchung oder
  • eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums.

Vermutet der Arzt eine Infektion mit einem Erreger, macht er einen Abstrich von der betroffenen Stelle und lässt eine Erregerkultur anlegen.

Abhängig davon, welche Ursache der Arzt hinter dem Juckreiz vermutet, kann er weitere Untersuchungen veranlassen.

Juckreiz (Pruritus): Therapie

Bei Juckreiz (Pruritus) richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache.

Was Sie bei Juckreiz tun können

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, Juckreiz zu lindern und Hautverletzungen durch Kratzen vorbeugen:

  • Besser als zu kratzen ist es, sanft auf die juckende Stelle zu klopfen.
  • Kühlung kann Juckreiz lindern: Legen Sie eine Kühlpackung oder kalte Kompresse auf die Hautstelle. Auch feuchte Umschläge können helfen.
  • Baden oder duschen Sie kühl bis lauwarm.
  • Meiden Sie Kleidung beziehungsweise Stoffe, die Ihre Haut reizen können.
  • Achten Sie bei trockener Haut auf ausreichend Feuchtigkeitspflege und Rückfettung der Haut nach dem Duschen.

Um die Beschwerden zu lindern, kann es in manchen Fällen auch helfen, wenn man die entsprechenden Stellen mehrmals täglich, besonders nach dem Waschen, mit einer wirkstofffreien Fettsalbe eincremt. Zur Körperreinigung sollten Sie nur alkalifreie Seifen verwenden. Cremes oder Lotionen mit Menthol, Kampfer, Harnstoff oder Gerbstoffen können den Juckreiz kurzfristig lindern.

Medikamente gegen Juckreiz

Spezielle Salben gegen Juckreiz enthalten zum Beispiel:

  • Cayennepfeffer-Extrakt (Capsaicin)
  • lokale Anästhetika (z.B. Lidocain)
  • Kortison
  • Calcineurininhibitoren (z.B. Tacrolimus)

Auch Medikamente zum Einnehmen können bei Juckreiz manchmal zum Einsatz kommen. Häufig handelt es sich hierbei um Antihistaminika (z.B. Cetirizin) an. Wenn psychische Ursachen vorliegen, können angstlösende, beruhigende Medikamente (Anxiolytika) und Neuroleptika zum Einsatz kommen. Hilfreich gegen Juckreiz ist außerdem eine Bestrahlung mit UV-B-Strahlen.

Wird der Juckreiz durch eine andere Krankheit (z.B. eine Stoffwechselstörung oder Bluterkrankung) ausgelöst, ist eine gezielte Therapie dieser Grunderkrankung erforderlich.

Mehr zum Thema:

  • Rezeptfreie Medikamente bei Juckreiz
  • Rezeptpflichtige Medikamente bei Juckreiz

Quellen

Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2019

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 18.7.2019)

Itching. Online-Informationen von NHS inform: www.nhsinform.scot (Stand: 5.2.2019)

Fritsch, P., et al.: Dermatologie Venerologie. Springer Verlag, Berlin 2018

Sterry, W., et al.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2018

Itchy skin (pruritus): Online-Informationen der Mayo Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 27.12.2018)

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/048 (Stand: Mai 2016)

Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Sun, Y.-G., et al.: Cellular Basis of Itch Sensation. Science, Vol. 325, Iss. 5947, pp. 1531-1534 (2009)

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Juckreiz (Pruritus)“:

  • Somatoforme Störungen
  • Pruritus

Onmeda-Lesetipps:

  • Juckreiz im Genitalbereich
  • Juckreiz am After
  • Tipps für die Intimpflege
  • Warum jucken Mückenstiche?

Letzte inhaltliche Prüfung: 18.07.2019
Letzte Änderung: 01.08.2019

Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern

Tannosynt® Creme gegen Entzündung und Juckreiz, flüssig, Lotio.
Wirkstoff: (synthetischer Gerbstoff). Anwendungsgebiete: Synthetischer Gerbstoff beeinflusst aufgrund seiner adstringierenden, gerbenden und schorfbildenden Wirkung bestimmte entzündliche, nässende und juckende Hauterkrankungen; er lässt sich bei folgenden Erkrankungen einsetzen: Creme gegen Entzündung und Juckreiz: Unterstützende Therapie von Hauterkrankungen mit Entzündung, Nässen und Juckreiz. Flüssig: Symptomatische Behandlung von akuten, entzündlichen, nässenden und juckenden Hauterkrankungen an schwer zugänglichen Hautpartien, z. B. in den Körperfalten und im Anal- und Genitalbereich; unterstützende Behandlung bei Windeldermatitis und bei übermäßiger Schweißabsonderung (Hyperhidrosis). Lotio: Akut entzündl., nässende u. juckende oberfl. Hauterkrankungen, insbes. in Hautfalten. Windeldermatitis beim Säugling und Kleinkind. Lokalbehandlung juckender Hautausschläge, z. B. Windpocken oder übermäßiger Schweißabsonderung (Hyperhidrosis). Warnhinweise: Creme: Cetylalkohol und Propylenglycol können örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen. Flüssig: Nicht unverdünnt anwenden. Tannosynt flüssig darf nicht in die Augen kommen. Lotio: Methyl-4-hydroxybenzoat kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen. Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen. Tannosynt Lotio nicht auf die behaarte Kopfhaut auftragen, da es an nässenden Hautstellen zu Verklebungen der Haare kommen kann. Stand: Tannosynt Creme: August 2014; Tannosynt flüssig: Februar 2018; Tannosynt Lotio: Juni 2016.

Balneum Hermal®, Balneum Hermal® F, Balneum Hermal® Plus
Wirkstoff: Balneum Hermal: Raffiniertes Sojaöl. Balneum Hermal F: Erdnussöl, dünnflüssiges Paraffin. Balneum Hermal Plus Raffiniertes Sojaöl, Macrogollaurylether 6,5 (Polidocanol). Anwendungsgebiete: Balneum Hermal: Zur unterstützenden Behandlung von Hautkrankheiten mit trockener, leicht juckender Haut, wie z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Psoriasis, Ichthyosis, Pruritus senilis, Ekzeme wie Windelekzem, Waschekzem. Balneum Hermal F: Zur unterstützenden Behandlung bei trockener, schuppender, juckender und empfindlicher Haut, wie z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), Psoriasis, Ichthyosis. Balneum Hermal Plus: Zur unterstützenden Behandlung aller Hauterkrankungen, die mit Austrocknung einhergehen, insbesondere wenn diese von Juckreiz begleitet sind, wie z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis), chronisches Ekzem, Pruritus senilis. Zur unterstützenden Behandlung der Psoriasis. Warnhinweise: Balneum Hermal: Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen, Butylhydroxytoluol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und der Schleimhäute hervorrufen. Benzylbenzoat (im Pafümöl) kann leichte Reizungen an Haut, Augen und Schleimhäuten hervorrufen. Balneum Hermal F: Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen, Butylhydroxytoluol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und der Schleimhäute hervorrufen. Balneum Hermal Plus: Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen. Benzylbenzoat (im Parfümöl) kann leichte Reizungen an Haut, Augen und Schleimhäuten hervorrufen. Stand Balneum Hermal: Februar 2015, Stand Balneum Hermal F: August 2018, Stand Balneum Hermal Plus: Juni 2013

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Almirall Hermal GmbH • Scholtzstraße 3 • D-21462 Reinbek • www.almirall.de • E-Mail: [email protected]

Neurodermitis bei Kindern: Hilfe gegen den Juckreiz

Das Leiden hat viele Namen: atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, endogenes Ekzem oder Kleinkinderekzem. Gemeint ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die starken Juckreiz auslöst und in Schüben verläuft. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist sie die häufigste chronische Hauterkrankung überhaupt: Bis zu zehn Prozent der Kinder sind davon betroffen.

Die Eltern solcher Kinder leiden in hohem Maße mit. „Wie bei nur wenigen anderen Erkrankungen fühlen sie sich oft hilflos und von den Ärzten allein gelassen“, sagt Ulrich Wahn, Direktor der Klinik für Kinderheilkunde mit Schwerpunkt Lungenheilkunde und Immunologie an der Berliner Charité. Die wiederum seien selbst mit der Versorgung von Neurodermitis-Patienten überfordert.

Es gibt nicht die eine Ursache

Warum eine Neurodermitis entsteht, ist nicht allein mit einer Allergie zu erklären. Zwar stammen Kinder mit Neurodermitis häufig aus Allergikerfamilien. Sie erben die empfindliche Haut und leiden oft an Nahrungsmittelallergien oder Heuschnupfen. Dennoch gibt es nicht die eine Ursache für das Leiden. Wissenschaftler und Ärzte haben vielmehr unterschiedliche Faktoren ausgemacht, die eine Neurodermitis auslösen oder verschlechtern können. Bei einem Drittel der Kinder mit Neurodermitis spielen zum Beispiel Nahrungsmittelallergien eine Rolle. Hinzu kommen Infektionen, psychische Faktoren, starke Hitze oder Kälte, Allergene aus der Luft wie Pollen oder Hausstaubmilben sowie mechanische Reize der Haut wie Scheuern, Kratzen oder Schwitzen.

Und nicht nur das: Sowohl die Faktoren, die eine Neurodermitis auslösen, als auch jene, die eine bestehende Neurodermitis verschlechtern, unterscheiden sich von Kind zu Kind. Zum Glück bessert sich bei vielen Kindern der Zustand der Haut bis zum Schulalter. Dennoch ist Neurodermitis eine chronische Krankheit, die als nicht heilbar gilt. Wer etwas anderes verspricht, dem sollten Eltern mit Skepsis begegnen. Auch wenn sich das Hautbild bessert, bleiben betroffene Kinder allgemein anfälliger für Allergien, vor allem für Nahrungsmittelallergien und allergisches Asthma.

Symptome

Leidet ein Kind an Neurodermitis, juckt seine Haut sehr stark. Sie ist trocken, gerötet und schuppig, kann aber auch nässen und Bläschen bilden. Das quält die Kleinen sehr. Deswegen sind sie oft unruhig, reizbar und übel gelaunt.

Das Besondere bei Kindern ist, dass je nach Alter unterschiedliche Hautstellen am Körper betroffen sein können:

  • Säuglingsalter bis Zweijährige: Neurodermitis tritt selten vor dem dritten Lebensmonat auf. Meist erscheinen die ersten Symptome an den Wangen, an der Stirn oder der Kopfhaut. Danach breiten sie sich über den restlichen Körper aus. Junge Säuglinge, die sich noch nicht an bestimmten Stellen mit den Händen kratzen können, reiben zum Beispiel ihr Gesicht an der Bettwäsche oder am Bettgestell.
  • Zwei- bis Zwölfjährige: Die Haut ist trocken und rissig, nässt oder bildet Knötchen. Sie sieht verdickt und von der Hautfaltenstruktur vergröbert aus – die Haut erscheint insgesamt älter. Vor allem die Ellenbeugen, Kniekehlen, der Nacken und die seitlichen Körperpartien sind betroffen. Manchmal treten die Symptome auch nur an den Füßen auf.
  • Jugendliche: Bei Jugendlichen verläuft die Erkrankung im Vergleich milder. Sie leiden meist unter trockener Haut und Ekzemen.

Diagnose

Den einen Labortest, mit dem sich eine Neurodermitis nachweisen lässt, gibt es nicht. Vielmehr erkennen erfahrene Kinder- und Hautärzte die Krankheit, wenn sie die typischen Hauterscheinungen sehen. Welche Faktoren die Symptome auslösen oder verschlechtern, können die Eltern durch Beobachtung herausfinden. Auch ein Allergie-Tagebuch kann hier hilfreich sein.

Bei Säuglingen und Kleinkindern bietet sich ein Bluttest an. Mit ihm können Antikörper auf bestimmte Nahrungsmittel, Hausstaubmilben und Tierhaare nachgewiesen werden. Ein Hauttest ist weniger zu empfehlen, weil sie für Kleinkinder sehr belastend sind.

Bei einer allergischen Spätreaktion auf Nahrungsmittel gibt es keinen geeigneten Bluttest. Wenn die Eltern nicht ein bestimmtes Nahrungsmittel im Verdacht haben, das sie gezielt weglassen und wieder zuführen können, bekommt das Kind eine so genannte hypoallergene Diät, bei der die häufigsten Auslöser vom Spieseplan gestrichen werden. Dann werden einzelne Nahrungsmittel nach und nach wieder angeboten, am besten unter ärztlicher Aufsicht. Dieser Provokationstest hilft herauszufinden, bei welcher Speise sich der Zustand der Haut verschlechtert.

Jede Behandlung hat das Ziel, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Dazu gehört unter anderem, den Juckreiz zu lindern und nachts wieder Ruhe zu finden.

Bei der Therapie einer Neurodermitis verfolgen Ärzte zwei Ansätze: Allergenkarenz und Hautpflege. Mit Allergenkarenz ist gemeint, dass Faktoren, die eine Neurodermitis auslösen oder verschlechtern, unbedingt vermieden werden sollten. Dazu gehören Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben, Zigarettenrauch oder Nahrungsmittel, auf die das Kind nachweislich allergisch reagiert. Bei der Hautpflege steht die Behandlung der entzündeten Haut im Vordergrund.

Genug Fett und Feuchtigkeit

Reinigen und pflegen Sie die Haut Ihres Kindes schonend und geben Sie ihr genügend Fett und Feuchtigkeit. Achten Sie auch darauf, dass Pflegeprodukte keine Duftstoffe enthalten, das schützt die Haut zusätzlich. Zum Waschen reicht klares Wasser. Für ältere Kinder sind Duschen mit kühlem Wasser besser als lange, heiße Bäder. Ärzte raten sogar dazu, das Kind nicht zu selten zu waschen, um Salbenrückstände, Schweiß und Bakterien zu entfernen. Häufiges Eincremen lindert die Beschwerden, vor allem, wenn die Salben gekühlt sind. Tragen Sie Cremes oder Salben drei bis sechs Mal täglich auf, damit die Haut geschmeidig bleibt.

Entzündungshemmende Salben enthalten meist Kortison oder Steinkohlenteer. Die Auswahl des Wirkstoffes und die Dosierung hängen jeweils vom Alter des Kindes und der Ausdehnung der befallenen Hautstellen ab. Zwar ist der Einsatz von Kortison immer eine Gratwanderung: Auf der einen Seite will man das Leiden lindern, auf der anderen unangenehme Nebenwirkungen vermeiden. Es gibt jedoch kaum Alternativen. Und manchmal ist dieser Wirkstoff unverzichtbar, weil Juckreiz und Hautentzündungen oft nur damit gelindert werden können.

Gesundheitliche Schäden aufgrund von Kortisonsalben sind heute nicht mehr zu befürchten. Der Arzt wird Dosis und Dauer der Anwendung so wählen, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Das Mittel sollte zum Beispiel nicht dazu führen, dass die Haut dünner wird, wie es früher bei starken Kortisonpräparaten oft der Fall war. Und die Dosis muss der Arzt so wählen, dass das Kortison nicht in die Blutbahn des Kindes aufgenommen wird und den Hormonhaushalt beeinflusst.

Verzweifelte Eltern suchen in ihrer Not oft nach einer „Wundersalbe“. Doch Vorsicht: Solche Versprechen sind höchst unseriös. In angepriesenen Mitteln aus dem Internet oder Ausland ist oft schlicht Kortison enthalten, ohne dass darauf hingewiesen wird.

Das Kratzen vermeiden

Die offenen Stellen an der Haut, die durch das permanente Kratzen entstehen, sind ein großes Problem bei Neurodermitis. Das Kratzen schädigt die ohnehin gereizte Haut zusätzlich, was wiederum den Juckreiz verschlimmert. Ärzte raten Eltern daher, die Fingernägel der Kinder kurz zu halten und zu feilen oder ihnen zum Schlafen Baumwollhandschuhe anzuziehen.

Wenn das Kind sich tagsüber kratzen will, versuchen Sie es abzulenken. Spielen Sie mit ihm oder zeigen Sie ihm zum Beispiel, dass es bei Juckreiz hilft, auf die Haut zu klopfen oder sie zu kühlen statt zu kratzen.

Tragen Sie beim gemeinsamen Spielen keine Wollsachen, da sie die empfindliche Haut des Kindes reizen können. Das Kind selbst sollte Kleidung aus Baumwolle, Seide oder Leinen tragen, die häufig und mit wenig Waschpulver gewaschen wird, und möglichst nicht schwitzen.

Ein regelmäßiger Tagesablauf und das Gefühl, sicher und geborgen in der Familie aufzuwachsen, stärkt die Psyche des Kindes. Und das ist wichtig, denn der quälende Juckreiz, die entzündete Haut und die schlaflosen Nächste machen ihm sehr zu schaffen. Ärzte und Wissenschaftler betonen dabei, dass eine labile Psyche meist die Folge von Neurodermitis ist – nicht die Ursache. Stress kann jedoch den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Starke psychische Belastungen können neue Schübe auslösen und die Beschwerden massiv verschlimmern.

Tipps

Säuglinge, die aus einer Familie stammen, in der Neurodermitis bereits aufgetreten ist, oder die schon während des Stillens in den ersten Monaten Symptome entwickeln, sollten erst ab dem sechsten Monat Brei bekommen. So lässt sich einer Nahrungsmittelallergie vorbeugen, die sonst womöglich eine Neurodermitis auslösen könnte. Eltern sollten jedoch immer skeptisch sein, wenn ihnen eine unausgewogene, verallgemeinernde Neurodermitis-Diät empfohlen wird, die nicht mit einem Arzt oder einer Diätassistentin abgesprochen ist. Sie kann zu einer Mangelernährung führen und die Entwicklung des Kindes stören.

In Einzelfällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für spezielle Schulungsprogramme für Eltern und Kinder. Ein Team aus Ärzten, Psychologen, Kinderkrankenschwestern und Diätassistenten informiert dabei ausführlich über die Krankheit, gibt wertvolle Tipps und bringt den Betroffenen Entspannungstechniken bei.

Expertenrat

Die Allergie-Experten von stern.de beantworten Ihre Fragen:

Gibt es psychische Gründe für die Entstehung einer Neurodermitis?

Es gibt keine typische Neurodermitis-Persönlichkeit, obwohl immer wieder behauptet wird, dass eine labile Psyche die Ursache einer Neurodermitis sei. Eher sind Kontaktscheu oder Reizbarkeit Folgen und nicht Ursache von Neurodermitis. Die Kinder sind eher in sich gekehrt, da ihre Haut auffällig aussieht und sie darauf negative Rückmeldungen von ihren Mitmenschen erfahren. Die Reizbarkeit entsteht unter anderem durch Schlafmangel wegen des Juckreizes. Tatsächlich kann aber psychischer Stress den Zustand der Haut bei einer bestehenden Neurodermitis verschlechtern, zum Beispiel die Trennung von der Mutter bei einem Klinikaufenthalt oder sehr hohe Anforderungen in der Schule.

Kann eine Impfung Neurodermitis verursachen?

Immer wieder hört man, dass Neurodermitis durch Impfungen ausgelöst würde. Diese Annahme ist falsch. Bislang gibt es keine seriösen wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass Impfen Neurodermitis verursacht. Vielmehr dürfen und sollen Kinder, die an Neurodermitis erkrankt sind, nach Impfplan geimpft werden. Allerdings müssen die Eltern und der Arzt darauf achten, dass die Impfung möglichst in einer stabilen Phase der Haut erfolgt, da es eventuell zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Symptome kommen kann.

Hilft eine Bestrahlung mit UV-Licht?

Nein, eine UV-Therapie gegen Neurodermitis wird bei Kindern nicht empfohlen.

Forschung

In Finnland verabreichten Forscher werdenden Müttern, deren Babys ein hohes Allergierisiko hatten, ab vier Wochen vor der Geburt Kapseln mit probiotischen Darmbakterien, so genannte Lactobazillen. Nach der Entbindung nahmen stillende Mütter die Kapseln bis zu sechs Monate weiter. Bei Kindern, welche die Flasche bekamen, mischten die Forscher die Kapseln in die Säuglingsmilch. In einer Vergleichsgruppe erhielten Mütter und Kinder ein Scheinpräparat. In der Gruppe, die Probiotika verabreicht bekamen, entwickelten nur noch halb so viele Kinder Neurodermitis.

Die Kinder wurden über einen längeren Zeitraum beobachtet: Auch vier Jahre später trat Neurodermitis in der Lactobazillen-Gruppe nach wie vor seltener auf. Dies galt nicht für Asthma oder Nahrungsmittelallergien. Aber: Die Untersuchungen werden mit unterschiedlichen Bakterienstämmen durchgeführt. Deshalb lassen sich die Ergebnisse dieser Studie keineswegs auf Probiotika allgemein übertragen.

In 60% der Fälle treten im ersten Lebensjahr die Hautsymptome auf.

Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2019 um 12:14

Irgendetwas stimmt nicht. Die Haut des Babys ist trocken, stark gerötet und entzündet, ständig kratzt es sich irgendwo. Es wird mal besser, mal schlechter. Das Baby schreit und hat offensichtlich Schmerzen und kann mit dem Juckreiz nicht gut umgehen. Neurodermitis beim Baby ist kein seltenes Phänomen, sondern sehr häufig. Jedes vierte Kind in Deutschland ist davon betroffen. Erfahren Sie hier die wichtigsten Informationen über Neurodermitis beim Baby.

Inhalt:

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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie wird durch Allergien und Reizstoffe begünstigt, häuft sich in der Familie mit genetischer Veranlagung und betrifft etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland.

90 % der Betroffenen sind Babys und Kinder, in den meisten Fällen ebbt die Erkrankung in der Pubertät ab. Dennoch sind immer noch 1-3 % aller Erwachsenen in Deutschland von Neurodermitis betroffen. Den Großteil machen jedoch Babys aus.

Die Krankheit entsteht wahrscheinlich durch eine zu dünne Hornschicht. Die Hornschicht besteht aus toten Hautzellen, die miteinander quer vernetzt werden. Ist diese zu dünn und kommt ein Mangel an Antioxidantien und essenziellen Fettsäuren dazu, dann hält die Hornschicht nicht, was sie verspricht.

Sie ist dann zu dünn, rau und spröde, anfällig für Infektionen und Entzündungen und verletzt sich schnell. Schon ist Neurodermitis entstanden.

Wie kann ich Neurodermitis beim Baby erkennen?

An den üblichen Hautsymptomen können Sie Neurodermitis beim Baby erkennen. Die üblichen Hautsymptome finden Sie im Artikel Alles über Neurodermitis.

  • Bei Säuglingen häufen sich die Symptome überwiegend am Kopf (teils mit Milchschorf), im Gesicht und an den Streckseiten der Gliedmaßen.
  • Kleinkinder haben die Symptome eher in den Gelenkbeugen, im Nacken, an den Handgelenken und an den Händen.

Je nach Alter sind es häufig unterschiedliche Ausprägungen der Hautsymptome:

Neurodermitis betroffene Körperstellen nach Alter (c)W&B Jörg Neisel

Weitere Neurodermitis Bilder von Neurodermitis beim Baby finden Sie hier:

60 % aller Neurodermitisfälle treten bereits im ersten Lebensjahr auf, daher ist Neurodermitis beim Baby die häufigste Form. Babys sind die verletzlichsten Teile unserer Gesellschaft. Sie so leiden zu sehen, trifft auch uns sehr stark. Wir möchten helfen, wissen aber nicht wie.

Der heutige Beitrag soll Ihnen einen ersten Überblick über Neurodermitis beim Baby bieten. Ausführliche Informationen finden Sie im Übersichtsartikel über Neurodermitis.

Wann beginnt Neurodermitis beim Baby?

Wir erwähnten schon, dass bei 60 % der Fälle im ersten Lebensjahr die Hautsymptome auftreten, dabei konkret zwischen dem siebten und dem 13. Lebensmonat.

Neben den bekannten Problemen in der Hornschicht kommt dazu, dass Babys noch nicht über eine stabile Darmflora verfügen. Die Darmflora hat einen besonderen Einfluss auf die Gesundheit im Körper und besonders auf die Gesundheit der Haut. Sie hat die Möglichkeit, Entzündungen von innen heraus zu verschlimmern und zu verbessern.

Daher ist es sehr wichtig, dass Babys mit Neurodermitis-Vorkommen in der Familie schon früh Probiotika erhalten und auch nach Auftreten der Erkrankung ein gutes Breitband-Probiotikum einnehmen.

Die Erkrankung tritt schubweise auf und ist meistens im Winter schlimmer als im Sommer. Das liegt daran, dass die Temperaturschwankungen die Haut sehr stark reizen. Zudem hat fast jeder Mensch in Deutschland im Winter einen Vitamin-D-Mangel. Vitamin D ist ein essenzielles Vitamin für die Ausbildung eines gesunden Immunsystems und einer gesunden Haut. Vitamin D Mangel ist also bei Neurodermitis nicht gerade hilfreich.

Es empfiehlt sich daher, besonders im Winter zusätzlich Vitamin D zu ergänzen, damit das Baby ein gesundes Immunsystem und eine gesunde und robuste Haut ausbilden kann.

Neurodermitis beim Baby – was tun?

Zunächst einmal sollten Sie von den Symptomen und Bildern schließen, was bei Ihrem Baby vorliegen könnte und einen Hautarzt aufsuchen. Er wird eine Diagnose stellen – oder auch nicht. Hoffentlich nicht, denn Neurodermitis ist eine sehr ungemütliche und schmerzhafte Krankheit.

Einen ausführlichen Überblick über die Diagnose finden Sie im Beitrag über Neurodermitis im Überblick.

Dort finden Sie außerdem übliche Informationen über die schulmedizinische Behandlung bei Neurodermitis, um erste Linderung zu verschaffen und die Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Üblich ist die Gabe von Cortisonsalben und Antihistaminika, um das Immunsystem zu beruhigen und die Entzündung zu lindern. Dies verschafft Ihnen Zeit, die Ernährung sowie den Alltag umzustellen und wichtige Nährstoffe zuzuführen.

Die Vermeidung von Reizstoffen und Allergenen, Kosmetikprodukten, Waschmitteln, Hausmitteln und Lebensmitteln mit Allergiepotenzial ist von essenzieller Bedeutung.

Über die Ernährung bei Neurodermitis gibt es einen eigenständigen Beitrag, der für Sie sehr relevant und hilfreich ist. Denn eine gesunde Ernährung ist der beste Schutz, die beste Prävention und die beste Behandlung von Neurodermitis, die Sie finden können.

Dabei gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten, die in diesem Beitrag besprochen werden.

Kann man Neurodermitis beim Baby vorbeugen?

Wenn sich Neurodermitis in Ihrer Familie bereits ereignet hat oder Sie einfach vorbeugen möchten, gibt es einige Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken: mit Neurodermitis-Prävention.

Bereits in der Schwangerschaft und während der Stillzeit können Sie vorbeugen, indem Sie auf eine gesunde Ernährung und Lebensführung achten.

Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und B-Vitamine. Zudem Jod für eine gesunde Ausprägung des Nervensystems und des Gehirns. Diese Nährstoffe sind von entscheidender Bedeutung, um Neurodermitis vorzubeugen. Eine einhundertprozentige Garantie gibt es nie, aber die hier genannten Ratschläge helfen bereits sehr stark.

Zum Thema Stillen lesen Sie folgenden Artikel: Gesund mit der Muttermilch – alles was das (Baby-)Herz begehrt!

Die empfohlene Ernährungsform bei chronischen Erkrankungen generell ist die Paleo-Ernährung.

Wenn das Kind nicht mehr gestillt wird, Sie jedoch Neurodermitis vorbeugen möchten:

  • Achten Sie auf ausreichend und viel Obst und Gemüse in der Ernährung.
  • Meiden Sie Gluten (Getreide) und Milchprodukte.
  • Achten Sie auf Bio bei Fleisch und Wildfang bei Fisch.
  • Das Kind sollte viel Zeit in der Sonne und in der Natur verbringen.
  • Sorgen Sie zu Hause und im Alltag für ein stressfreies Umfeld, in dem sich das Kind entwickeln kann.
  • Steigen Sie präventiv auf Naturkosmetik um, in diesem Beitrag zu Neurodermitis finden Sie dazu die wichtigsten Informationen.

Warum sind Babys so oft betroffen?

Die meisten Betroffenen der Neurodermitis sind Babys. Warum sind sie so anfällig?

Der wichtigste Grund wahrscheinlich ist, dass Babys noch nicht über eine ausgeprägte Darmflora und ein ausgeprägtes Immunsystem verfügen. Das Immunsystem reagiert schnell mal über. Es siedeln sich zügig mal die falschen Darmbakterien an, die für Entzündungen von innen heraus sorgen. Hinzu kommt ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel bei Babys, da man die Kinder vor der Sonne schützen möchte.

Gelegentliche Aufenthalte in der Sonne sind jedoch von integraler Bedeutung, um ein gutes Immunsystem auszubilden. Zudem ist Zeit in der Natur und Kontakt mit der Erde wichtig, um mit Mikroorganismen in Kontakt zu kommen.

Weitere Ursachen bei Babys sind eine noch nicht ganz ausgereifte Haut. Der Körper ist noch jung, noch nicht alle Prozesse laufen reibungslos ab. Da kann es passieren, dass die Hornschicht zu dünn oder zu anfällig gegenüber Infektionen ist.

Und wenn doch mal eine Infektion „kommt“, so weiß das Immunsystem noch nicht so recht, wie es damit umgehen soll.

Das klingt recht schwammig, entspricht jedoch der Wahrheit. So kommt es zu Neurodermitis beim Baby – in so einem Ausmaß, wie wir es in Deutschland finden. Jedes vierte Kind ist betroffen, es muss einen Grund dafür geben.

Vor 100 Jahren war Neurodermitis noch nicht so verbreitet wie heute (nur 20 % im Vergleich zu heute), die Faktoren der Lebensführung und der Hygiene nehmen daher den größten Anteil ein.

In den folgenden Beiträgen, können Sie alles über Neurodermitis herausfinden:

  • Was hilft bei Neurodermitis? – Hausmittel und Hilfsmittel
  • Neurodermitis Bilder – so sieht Neurodermitis aus!
  • Nachtkerzenöl – Balsam für die trockene Haut
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem) von A bis Z
  • Arganöl als Naturkosmetik – Tipps und Anwendungen
  • Behandlung bei Neurodermitis – Medikamente, Creme, Öl, Ernährung
  • Erfahrungsbericht: Keine Neurodermitis mehr!
  • Was ist Neurodermitis? Neurodermitis auf einen Blick.
  • Die Neurodermitis Ursachen, die Sie kennen sollten
  • Endlich geklärt: So hängen Darmflora und Neurodermitis zusammen

Fazit – Neurodermitis beim Baby erkennen und bekämpfen

Neurodermitis betrifft jedes vierte Baby beziehungsweise Kind in Deutschland und wird als unheilbar eingestuft. Das stimmt jedoch nicht. Es gibt viele Wege, wie Sie gegen Neurodermitis vorgehen können. Sie können auch vorbeugen, in diesem Beitrag haben Sie erfahren, was Sie dafür tun können.

Eine gesunde Ernährung und viel Zeit in der Natur und in der Sonne sind dabei die wichtigsten Beiträge, Neurodermitis nicht nur vorzubeugen, sondern auch aktiv zu behandeln.

Die Behandlung bei Neurodermitis sollte durch eine gesunde Ernährung und Lebensführung ergänzt werden.

Babys sind zu anfällig für Neurodermitis, weil die Darmflora, das Immunsystem und die Haut noch nicht vollständig ausgereift sind und die Haut somit sehr anfällig ist.

Und ein letzter Punkt noch, was Ihrem Baby ungemein hilft – trotz Neurodermitis: Liebe und Nähe. Nehmen Sie es in den Arm, lieben Sie es – Neurodermitis ist nicht ansteckend, aber dem Baby hilft es ungemein.

Quellenverzeichnis Anzeige Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München) und arbeitete in der klinischen Forschung (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

Neurodermitis beim Säugling und Kleinkind: Was hilft gegen den Juckreiz?

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Für Kleinkinder und Säuglinge ist eine Neurodermitis, die von starkem Juckreiz begleitet wird, eine Tortur. Der Juckreiz führt dazu, dass sie sich kratzen und die dadurch entstehenden offenen Stellen können zu Sekundärinfektionen führen, die wiederum den Juckreiz verstärken – ein Teufelskreis. Für die Eltern der von Neurodermitis betroffenen Kinder ist es deshalb das erste Ziel, ihrem Kind den Juckreiz von vornherein zu ersparen. Über Therapien, Tipps und Tricks sprach MeinAllergiePortal mit Nina Höhn, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neurodermitis- und Asthmatrainerin in Hannover.

Frau Höhn, bei Neurodermitis spielt die Basispflege eine wichtige Rolle. Was beinhaltet diese Basispflege?

Bei Patienten mit Neurodermitis ist durch die trockene Haut die Hautschutzbarriere gestört. Reize von außen können viel leichter eine Entzündungsreaktion hervorrufen und diese verstärken. Durch die Basispflege soll eine Schutzschicht geschaffen werden, die die Haut weniger verletzlich macht.

Die Basispflege beinhaltet das regelmäßige (morgens und abends) Auftragen einer pflegenden Creme oder Lotion unabhängig vom Hautzustand. Auch bei einem guten Hautzustand wird die gesamte Haut eingecremt, um so eine Schutzschicht zu schaffen, die es den Auslösern erschwert, die Haut zu schädigen und eine Entzündungsreaktion hervorzurufen.

Wie finden Eltern die richtigen Produkte zur Reinigung und Pflege?

Es gibt nicht DIE Pflegecreme, die jedem Kind zu jeder Jahreszeit und immer hilft. Daher ist es nicht so einfach, die richtigen Pflegeprodukte zu finden. Leider müssen die Eltern oft viele verschiedene Produkte am Kind ausprobieren, um das richtige Produkt für ihr Kind zu finden.

Durch das regelmäßige Cremen werden der Haut Feuchtigkeit und Fette zugeführt. Nach ihrem Fett- und Wassergehalt unterscheidet man Salben, Cremes und Lotionen.Salben haben einen sehr hohen Fettgehalt. Sie können genauso wie Öle, die nur aus Fett bestehen zu vermehrtem Schwitzen und einer verstärkten Entzündungsreaktion führen. Cremes sind Emulsionen aus Wasser und Fett. Sie lassen sich auf der Haut besser verteilen und ziehen auch schneller ein als die Salben. Lotionen haben einen noch höheren Wasseranteil und ziehen sehr schnell in die Haut ein, sie wirken aber weniger rückfettend. Die Produkte sollen pH-Haut-neutral und ohne Zusätze von Substanzen, die Allergien auslösen können wie Wollwachsalkohol (Wollwachs, Lanolin), Cetylstearylalkohol, Konservierungs-, Duft- und Farbstoffen sein.

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Da die Hauterscheinungen meistens symmetrisch ausgeprägt sind, empfiehlt es sich, ein neues Produkt im Halbseitenversuch am Kind zu testen. Das bedeutet: z.B. der linke Arm des Kindes wird mit dem neuen Produkt eingecremt und der rechte Arm mit dem bereits bekannten Pflegeprodukt. Auf diese Weise kann gut erkannt werden, welches Produkt besser hilft.

Und ein TIPP: Es lohnt sich, nicht nur die meist teuren Cremes und Reinigungsprodukte aus der Apotheke zu verwenden, sondern auch die verhältnismäßig günstigen Produkte aus der Drogerie oder dem Discounter auszuprobieren.

Anlage eines fett-feuchten Verbandes bei Neurodermitis

Neurodermitis oder Atopisches Ekzem, ©Nina Höhn, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neurodermitis- und Asthmatrainerin in Hannover Basispflege, ©Nina Höhn, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neurodermitis- und Asthmatrainerin in Hannover
Feuchter Verband, ©Nina Höhn, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neurodermitis- und Asthmatrainerin in Hannover

Trockenverband, ©Nina Höhn, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neurodermitis- und Asthmatrainerin in Hannover

Viele Eltern von Kindern mit Neurodermitis wenden Cremes, die Kortison enthalten, nicht so gerne an, weil sie die Nebenwirkungen fürchten. Ist diese Angst berechtigt? Welche Alternativen gibt es?

Bei einem akuten Neurodermitis-Schub sollte möglichst frühzeitig antientzündlich behandelt werden. Eine Cortison-Creme ist bei einem Neurodermtiis-Schub die wichtigste und wirksamste antientzündliche Therapie. Cortison ist in der Medizin seit mehr als 40 Jahren im Gebrauch. Seine Wirkungsweise und unerwünschten Nebenwirkungen sind sehr gut erforscht. Bei einem vernünftigen Gebrauch überwiegen die Vorteile – Entzündungshemmung und Juckreizstillung – bei weitem die möglichen Nachteile. Denn auch ein unterlassender Einsatz kann ebenso hautschädigend sein, wie die verantwortungslose Anwendung über einen längeren Zeitraum. Es gilt: so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Die Cortison-Cremes werden, gemessen an der Stärke des Cortisons, in vier verschiedene Stärke-Klassen eingeteilt. In jeder Wirkklasse gibt es verschiedene, aber ähnlich stark wirksame Präparate. Für die Neurodermitisbehandlung reichen oft Cremes mit einem schwach wirkenden Cortison aus, entsprechend gering sind auch die unerwünschten Nebenwirkungen. Ein abrupter Abbruch der Therapie kann zu einem Rückfall bzw. erneutem Neurodermtis-Schub führen, deshalb sollte die Therapie langsam ausgeschlichen, d.h. die Dosis reduziert werden.

Beachten sollte man die unterschiedliche Resorption des Cortisons in den verschiedenen Hautregionen. Im Gesicht, der Windelregion und am Hals ist die Haut dünner und empfindlicher. Dort wird viel mehr Cortison vom Körper aufgenommen als zum Beispiel an den Händen, den Füßen oder am Stamm.

Erfreulicherweise wurden die unerwünschten Nebenwirkungen, wie Hautverdünnung, vorzeitige Hautalterung, erhöhte Gefäßverletzlichkeit, Erweiterung oberflächlicher Hautgefäße, verstärktes Haarwachstum, verändertes Fettgewebe, Hautinfektionen, Gewichtszunahme und Wassereinlagerung im Gewebe, in den letzten Jahren bei äußerer Cortisonanwendung nur noch sehr selten beobachtet. Sie treten häufiger auf, wenn stark wirksame Cortisone über längere Zeit, d.h. mehrere Wochen bis Monate, ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Als Alternative zu den Cortison-Cremes können zur Entzündungshemmung in der Haut die topischen Calcineurininhibitoren (Wirkstoffe: Pimecrolimus und Tacrolimus) eingesetzt werden. Diese sind jedoch erst bei Kindern über 2 Jahren zugelassen.

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Neurodermitis (atopische Dermatitis)

Die stark juckende allergische Hautkrankheit Neurodermitis oder atopische Dermatitis tritt bei 5-20% aller Kinder und meist schon im Säuglingsalter auf. Je früher der Beginn, umso wahrscheinlicher ist die Rückbildung im Kindesalter; je später, desto häufiger häufiger wird die Erkrankung chronisch.

Das erste Symptom kann Milchschorf auf dem behaarten Kopf und im Gesicht sein. Die übrige Haut ist trocken und rau und an den tieferen Hautfalten (Gesäss, Knie und Ellenbogen) gerötet und schuppig. Bei Kindern im zweiten und dritten Lebensjahr finden sich trockene, stark juckende Hautbereiche an den Beugeseiten der Arme und Beine, am Hals und im Nackenbereich.

Später verläuft die Krankheit oft in Schüben, ausgelöst vor allem durch Stresssituationen. Wegen dieser seelischen Beteiligung nennt man die Neurodermitis auch „endogenes Ekzem“. Aber auch bestimmte Nahrungsmittel, Allergene in der Luft, Tierwolle, Seifen oder Bekleidungsstoffe können eine Verschlechterung auslösen.

Die Behandlung wird von hautärztlicher und kinderärztlicher Seite eng begleitet, denn oft muss die Therapie neu angepasst werden. Je trockener die Haut ist, umso mehr muss sie eingefettet werden. Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit, deshalb sollte nur ganz kurz gebadet werden. Feuchte Umschläge mit zum Beispiel Schwarztee lindern den Juckreiz. Denn der Juckreiz führt zu Kratzen oder Reiben und dies wiederum zu einer Entzündung der Haut und noch mehr Juckreiz. Entzündungshemmende Salben mit Harnstoff- und Teerzusatz, spezielle Bäder und Hautpflegemittel, Antihistaminika zur Juckreizstillung und Klimawechsel (Hochgebirge oder Meer) sind die wesentlichen Bestandteile der Neurodermitis-Behandlung. Auch Alternativmethoden wie die Therapie mit Nachtkerzen- und Schwarzkümmelöl, Homöopathie und Akupunktur haben sich bewährt. Für kurze Zeiträume dazwischen muss immer wieder Kortisonsalbe (Corticosteroide) eingesetzt werden. Neuere Studien haben gezeigt, dass topische Cannabinoidantagonisten wie N-Palmitoylethanolamin (PEA) – haltige Pflegecremen eine sehr schnelle und gute Wirkung gegen den Juckreiz gebracht haben. Die Wirkung setzt in ein bis 2 Tagen ein und hält kontinuierlich an. Quälender Juckreiz und Schlaflosigkeit wird so stark vermindert. Neue Präparate, die kein Kortison enthalten und wahrscheinlich genauso gut wirken, sind jedoch bereits entwickelt und zum Teil schon im Handel, z.B. Tacrolimus und Bufexamac. Diese Produkte sind wie Cortison haltige Cremen (ausser Cremen mit Hydrocortison) rezeptpflichtig und müssen vom Arzt verschrieben werden.

Linktipps

Das Schweizerische Zentrum für Allergie, Haut und Asthma (aha!) hat diverses Informationsmaterial für Eltern von Neurodermitis-Kindern und bietet Elternschulungen in Aarau, Basel, Bern Luzern und Zürich an.

Wundermittel gegen die Neurodermitis gibt es allerdings noch nicht. Von den Eltern wird viel Geduld verlangt, denn die Kinder können durch den quälenden Juckreiz nicht schlafen, sind müde und gereizt. Die Neurodermitis verschwindet in vielen Fällen erst nach der Pubertät. Leider wird sie häufig durch Heuschnupfen und Bronchial-Asthma ersetzt.

Neurodermitis – oder zumindest die Anlage zu einer allergischen Erkrankung (Atopie) – wird zu einem grossen Teil vererbt. Zwei Drittel aller Kinder mit atopischer Dermatitis haben Eltern mit Allergien. Vorbeugende Massnahmen in den ersten Lebensjahren des Kindes, wie zum Beispiel Stillen, können dieses Risiko deutlich senken. Aber Achtung: Wenn beim Säugling bereits eine Neurodermitis als Diagnose feststeht, kann es sein, dass die Muttermilch mehr schadet als nützt. Dann sollte als erster Schritt durch Allergietests herausgefunden werden, ob es bestimmte Bestandteile in der mütterlichen Nahrung sind, auf die das Kind reagiert. Diese sollten vermieden werden. Wenn das nicht möglich ist, sollte nach Meinung einiger Experten (Dermatologen) besser abgestillt und auf therapeutische hypoallergene Säuglingsnahrung (sog. semielementare Spezialmilch aus der Apotheke, da normale HA-Nahrung noch zuviele Restallergene enthält) umgestellt werden.

Häufige Fragen zum Thema

Unser Sohn hat Neurodermitis. Sollte ich während des Stillens auf Kuhmilch in meiner Ernährung verzichten?

Die beste Ernährung für ein Allergie-Kind ist sechsmonatiges ausschliessliches Stillen. Meines Wissens wird derzeit weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit empfohlen, dass die stillende Mutter eine bestimmte Diät einhält. Nur bei Nahrungsmittelallergie der Mutter selbst sind natürlich…

vollständige Antwort lesen Unsere vier Wochen alte Tochter hat rote Flecken und Pickelchen im Gesicht. Ist das nur eine Neugeborenenakne oder kann das auch schon eine Neurodermitis sein?

Die Symptome bei Ihrer Tochter sehen typisch nach einer Neugeborenenakne (Babyakne) aus. Neurodermitis macht sich nicht durch Eiterpickelchen, sondern durch gerötete, schuppende Haut bemerkbar und wäre auch nicht nur auf das Gesicht und den Hals beschränkt.

Im Zweifelsfalle sollten Sie aber die…

vollständige Antwort lesen

Newsticker

Gegen den Juckreiz | 19.06.2018

Die Ursachen von Neurodermitis (atopische Dermatitis) und dem damit verbundenen quälenden Juckreiz sind bislang noch unbekannt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Haut von Neurodermitis-Patienten von anderen Keimen besiedelt ist als die Haut von Gesunden. Durch eine Bakterienübertragung konnten Forscher jetzt das Mikrobiom der Haut von Neurodermitis-Patienten verbessern. Roseomonas mucosa-Bakterien, die natürlicherweise auf der menschlichen Haut zu finden sind, werden auf die Haut aufgesprüht. Bei vier von fünf Kindern gingen die typischen Symptome daraufhin deutlich zurück. Um zu sehen, wie effektiv die neue Therapie tatsächlich ist, sollen aber noch weitere Studien folgen.

Impfungen | 24.06.2016

Das typische Dilemma in Allergiker-Familien: Eltern von Kindern, die zu Allergien neigen, haben oft Bedenken, wenn Impftermine näher rücken. Kinder mit erhöhtem Allergierisiko werden deshalb oft gar nicht, unvollständig oder mit Verzögerung geimpft. Doch damit steigt die Gefahr schwerer Infektionsfolgen. Kinderärzte geben deutlich Entwarnung: Anders als häufig befürchtet, fördern spezifische Standardimpfungen die allergische Sensibilisierung gegen Umweltallergene wie Pollen oder Nahrungsmittel nicht. Auch die Entwicklung allergischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen wird durch die Standardimpfungen nach derzeitigem Wissensstand nicht begünstigt.

Blaues Licht gegen Neurodermitis: Insgesamt 36 Patienten mit schwerer Neurodermitis, die auf die übliche Kortison-Behandlung nicht mehr angesprochen hatten, wurden an der Mainzer-Uniklinik mit blauem Licht behandelt. Das Ergebnis: Die Lichttherapie verstärkte deutlich die Kortisonwirkung. Die Hautentzündungen verbesserten sich drei Monate nach der Therapie durchschnittlich um 41 Prozent, nach sechs Monaten sogar um 54 Prozent. Noch sind keine Nebenwirkungen der Behandlung bekannt. Bislang ist auch noch unklar, auf welche Weise das Blaulicht die Symptome der Neurodermitis lindert. Die Forscher vermuten, dass Substanzen in der Haut das blaue Licht absorbieren und Sauerstoff erzeugen. Das könnte das Immunsystem beeinflussen. (swissmom Newsticker, 26.12.14)

Cortisonfrei gegen Juckreiz: Gute Nachricht: Eine Pflegecreme auf Haferbasis bessert die Hautsymptome bei kleinen Neurodermitikern. In einer internationalen Studie mit 108 Kindern sank unter der Anwendung nicht nur die Dauer und Zahl der Schübe, sondern auch der Verbrauch von Kortikosteroid-haltigen Präparaten. Das neue Pflegeprodukt enthält Extrakte aus dem Setzling der Haferpflanze und ist reich an Flavonoiden und Avenacosiden. Diese sollen sowohl antientzündliche als auch immunstärkende Wirkung haben und die natürliche Barrierefunktion der Haut wiederherstellen. Getestet wurde dies in einer Studie an 108 Kindern zwischen sechs Monaten und sechs Jahren mit mittelschwerer atopischer Dermatitis.(swissmom Newsticker, 9.4.15)

Letzte Aktualisierung : 07-11-19, BH

Lotties Dermata Fäustlinge
mit 2% Silberanteil
Fäustlinge aus weichem Doppelripp schützen Ihr Kind vor Kratzattacken. Die Fäustlinge können am Handgelenk gebunden werden, um ein Ausziehen zu verhindern.
Die Eigenschaften von Silber sind so faszinierend wie altbekannt: Bereits in der Antike nutzte man Silber, um Wasservorräte zu desinfizieren. Heute weiß man: Silber setzt Ionen frei, die in der Lage sind, Keime und Krankheitserreger wirksam abzutöten. Die Auswirkungen von Silberionen können vor allem Neurodermitis geplagten Kindern Linderung verschaffen. Mit diesem Wissen wurde die Dermata-Kleidung entwickelt. Mit Silberfäden durchwirkte Kleidung zeichnet sich durch ein elastisches und silberionenaktives Gewebe aus, welches zu Hautwäsche (z. B. Body und Unterwäsche) verarbeitet wird. Ein weiterer besonderer Effekt der Silberfaden-Wäsche ist ihre klimasteuernde Wirkung: Sie wirkt im Sommer kühlend und im Winter wärmend.
• Made in Germany
• Farbe: natur/grau
Pflegehinweise: waschbar bei 60°C, nicht trocknergeeignet, nach dem Waschen in feuchtem Zustand in Form ziehen
Bei stark entzündeter Neurodermitishaut empfehlen wir den Einsatz von Padycare Silbertextilien.
Zusatzinformationen: Dermata Neurodermitiskleidung- die Innovation für Haut, die mehr Schutz braucht

Die Baby Fäustlinge von BINAMED eignen sich für Babys, die an chronischen Hauterkrankungen wie beispielsweise Neurodermitis leiden. In das Produkt wurde ein spezieller Silberfaden eingearbeitet, der dafür sorgt, dass die entzündete Babyhaut schneller abheilen kann. Zudem kann ein Juckreiz auf der Haut rasch gelindert werden.

Nahtlose Verarbeitung und weiche Materialien

Bei der Verarbeitung der BINAMED Baby Fäustlinge wurde auf eine nahtlose Verarbeitung Wert gelegt. Das angenehm weiche Micromodal-Silbergarn-Gestrick ist atmungsaktiv und schmiegt sich aufgrund seiner Elastizität perfekt an die Hände des kleinen Patienten an.

BINAMED: medizinische Spezialtextilien mit Silber

BINAMED entwickelt weiche Spezialtextilien mit einem eingestrickten Silberfaden. Die Produkte eignen sich besonders für Menschen, die unter Neurodermitis, Schuppenflechte, Hautekzemen oder Allergien zu leiden haben.
Silber ist in der Lage, Bakterien abzutöten. Aufgrund dieser Eigenschaft wird das Edelmetall häufig im medizinischen Bereich eingesetzt. Zudem kann elementares Silber bei chronischen Erkrankungen der Haut schon nach kurzer Zeit juckreizstillend wirken und dabei helfen, geschädigte Haut schneller abheilen zu lassen.

BINAMED Silber Baby Fäustlinge auf einen Blick

  • anerkanntes Medizinprodukt für Babys mit Hautproblemen
  • von BINAMED
  • hautfreundliches Micromodal-Silbergarn-Gestrick
  • elastisch, leicht und atmungsaktiv
  • reduziert Juckreiz
  • sehr gute Passform
  • nahtlose Verarbeitung
  • hergestellt in Deutschland
  • maschinenwaschbar bei 60° C
  • Öko-Tex Standard 100
  • antimikrobiell
  • ohne Nano-Technologie und Beschichtung

Materialzusammensetzung:

48 % Silbergarn (aus reinem Silber), 43 % Micromodal, 7 % Polyamid, 2 % Lycra
100 % Silbergarn auf der Hautseite

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