Neugeborenes will ständig an die brust

Kennst Du diese Phasen, in denen Dein Baby ständig an die Brust will? Ich habe meine beiden Kinder gestillt und kenne das Phänomen nur allzu gut: Clusterfeeding. Hier erfährst Du, was Clusterfeeding ist und wie Du damit umgehen kannst.

Inhalt

Clusterfeeding – was ist das?

Wenn Du Dich über das Stillen informierst oder Probleme mit dem Stillen hast, bist Du sicherlich schon auf den Begriff “Clusterfeeding” gestoßen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und meint das – meist abendliche – häufige Stillen in kurzen Abständen.

Vor allem kleine Babys in den ersten Lebenswochen haben diese Phasen, in denen sie permanent an die Brust wollen. Oftmals folgt darauf eine längere Schlafphase bis etwa fünf Stunden.

Wichtig zu wissen ist, dass dieses Stillverhalten ganz normal und kein Grund zur Sorge ist.

Warum kommt es zum Clusterfeeding?

Bei Neugeborenen und kleinen Babys ist der Magen noch sehr klein. Bei der Geburt hat er nur etwa die Größe einer Haselnuss! Nach 14 Tagen ist der Magen Deines Babys dann ungefähr so groß wie ein Hühnerei.

Das heißt, dass nur kleine Mengen Milch aufgenommen werden können, bis der Magen voll und das Baby satt ist. Da Muttermilch aber sehr gut verdaulich ist, dauert es nicht lange – im Schnitt 90 Minuten – bis der Magen wieder leer ist und das Baby merkt, dass es Hunger hat. Andererseits ist das Trinken auch sehr anstrengend für Dein Kind und es schläft wahrscheinlich häufig dabei ein. Immer, wenn es wach wird, meldet es sich dann wieder und will weitertrinken.

Ist Clusterfeeding ein Zeichen für zu wenig Milch?

Normalerweise nicht! Viele Mütter sorgen sich, dass die Milch nicht ausreicht und denken darüber nach, zuzufüttern. Diese Sorge ist allerdings fast immer unbegründet. In den ersten Wochen ist es ganz normal, dass Dein Baby ständig an die Brust will.

Wenn Du auf seine Bedürfnisse eingehst und das Clusterfeeding mitmachst – auch, wenn es anstrengend ist – sorgst Du dafür, dass sich alles gut einspielt. Denn durch das häufige Saugen wird Deine Milchproduktion angekurbelt. Wenn Dein Baby nicht an Gewicht verliert und kontinuierlich zunimmt, kannst Du sicher sein, dass Du genug Milch hast, um Dein Kind zu versorgen.

Das Stillen hat aber auch einen weiteren Effekt: Es stillt nicht nur Hunger, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe. Dein Baby bekommt täglich viele neue Reize und Eindrücke. Deine Nähe hilft ihm, das alles zu verarbeiten.

Dein Baby will ständig an die Brust? Diese 3 Dinge solltest Du beachten

Zusätzliche Fläschchen und auch ein Schnuller können den positiven Effekt des Dauerstillens hemmen. Bedenke also:

  • Bitte nicht zufüttern: Clusterfeeding dient dazu, dass die Milchproduktion weiter angeregt wird und sich einspielt. Durch das Zufüttern saugt Dein Baby weniger an der Brust. Die Folge: Du produzierst tatsächlich weniger Milch. Wie eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.
  • Keinen Schnuller in den ersten Wochen: Ein Schnuller kann Dein Baby beruhigen und schläfrig machen — aber er macht es nicht satt. Ein Schnuller wirkt eher wie ein zuckerfreier Kaugummi. Hebammen raten deshalb, in den ersten vier Wochen keinen Schnuller zu geben, damit sich Eurer Stillrhythmus ungestört einpendeln kann und es nicht zu einer Saugverwirrung kommt.
  • Nicht über den Hunger hinwegtrösten: Natürlich sollst Du Dein Baby trösten, wenn es weint. Aber wenn es eindeutige Hungersignale zeigt, obwohl es vor 15 Minuten erst eine gefühlte Ewigkeit an der Brust getrunken hat, dann geh’ dennoch darauf ein. Denn den festen Stillrhythmus gibt es bei den meisten Säuglingen erst einmal sowieso nicht.

Clusterfeeding ist anstrengend. Was hilft?

Ich finde es immer beruhigend, wenn so ein Phänomen einen Namen hat und man weiß, dass Clusterfeeding völlig normal ist – gerade am Anfang einer Stillbeziehung. Und es ist nur eine Phase, die früher oder später vorübergeht. Daher ist es wichtig, sich diese Phase so angenehm wie möglich zu machen. Hier habe ich einige Tipps für Dich:

  • Mach’ es Dir gemütlich: Vielleicht hast Du das Gefühl, nie wieder aufstehen zu können, weil Dein Baby nicht von Deiner Brust will!? Jetzt solltest Du nicht unruhig werden und Dir und Deinem Kind Stress machen. Wenn Du weißt, dass das Stillen momentan länger dauert, dann nimm’ Dir Kissen und Decken und setze oder lege Dich beim Stillen ganz gemütlich hin. Wenn Du entspannt bist, überträgt sich das auf Dein Kind.
  • Essen und Trinken: Während Du stillst, solltest Du auch Essen und Getränke für Dich in greifbarer Nähe haben. Stillen kostet Kraft und Energie und es ist wichtig, sich selbst ebenfalls gut zu versorgen.
  • Entspann’ Dich in den Schlafpausen: Dein Baby wird gerade am Anfang immer wieder einschlafen, während es trinkt. In diesen Phasen solltest auch Du Dich entspannen, indem Du vielleicht auch kurz die Augen schließt. Oder einige Seiten in einem guten Buch liest.
  • Abpumpen statt Zufüttern: Wenn Du einfach nicht mehr kannst, Dich vielleicht noch von Geburtsverletzungen erholen musst oder Du während der Clusterfeeding-Zeit Deines Babys einen wichtigen Termin hast: Beziehe den Papa oder eine andere vertraute Person ein und lass sie Dein Baby mit abgepumpter Milch füttern.
  • Rat einholen: Wenn Dein Baby genug volle Windeln produziert und zunimmt, ist alles im grünen Bereich. Sollte es aber nicht nur phasenweise, sondern den ganzen Tag über länger als eine Stunde an Deiner Brust trinken, kann es sein, dass Dein Kind nicht effektiv genug trinkt. Dann – und auch, wenn es an Gewicht verliert, solltest Du Dir unbedingt Rat bei Deiner Hebamme oder einer Stillberaterin einholen.

Clusterfeeding: Zum Glück nur eine Phase

Gerade in den ersten Tagen mit einem Neugeborenen wunderst Du Dich vielleicht, wenn Dein Baby tagsüber die Ruhe selbst ist – und in den Abendstunden plötzlich schreit und ständig an die Brust will. Wenn Du den allabendlichen Still-Marathon als extrem anstrengend empfindest, sag Dir immer wieder: Es ist nur eine Phase!

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Clusterfeeding – Wenn das Baby ständig an die Brust möchte

Viele stillende Mütter kennen es: Der Nachwuchs trinkt und trinkt und trinkt. Macht zehn Minuten Pause – und will wieder an die Brust. Dieses Phänomen nennt sich Clusterfeeding und wir haben die Erklärung dafür.

Was bedeutet Clusterfeeding?

Viele Mamas sind besorgt, wenn ihr Baby plötzlich scheinbar viel häufiger an die Brust möchte. Sie machen sich Sorgen, dass ihr Kind nicht gut genug versorgt ist oder dass sie nicht genug Milch produzieren. Meist ist solches sogenanntes Clusterfeeding aber völlig harmlos und nur eine Phase, die auch wieder vorbeigeht.

Clusterfeeding: Wenn Baby zum Nimmersatt wird

„Cluster“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Anhäufung“, „feeding“ bedeutet „füttern“. Clusterfeeding beschreibt also eine Periode, in der ein Baby besonders häufig und viel gestillt werden möchte.

Warum kommt es zu Clusterfeeding?

Die genauen Gründe für Clusterfeeding sind noch nicht vollkommen erforscht. Doch es gibt einige plausible Erklärungen für das Verhalten der kleinen Nimmersatts: Der Magen von Babys ist sehr klein. Muttermilch ist leicht verdaulich und wandert rasch vom Magen in den Darm. Das Baby hat also schnell wieder Hunger – vor allem, in den ersten Wochen, in denen das Kleine so viel und so schnell wächst und dafür jede Menge Energie braucht. Um den Energiebedarf zu decken, benötigen Babys in manchen Phasen also einfach ein bisschen mehr Nahrung und verlangen deswegen häufiger nach der Brust. Experten glauben auch, dass Clusterfeeding der natürliche Weg des Babys ist, Mamas Milchproduktion anzuregen.

Außerdem wird der Hunger von Babys anfangs zum Teil von dem Hormon Cholecystikinin (CCK) gesteuert. Ist das Baby an der Brust und saugt, steigt der Wert an und signalisiert dem Körper nach ca. 20 Minuten, dass er satt ist. Nach zehn bis zwanzig Minuten sinkt der Wert allerdings wieder und das Baby hat wieder Hunger und möchte an die Brust. Dieser Ablauf kann sich teilweise mehrfach wiederholen, bis dein Baby dann letztendlich gesättigt einschläft. Das macht auch durchaus Sinn:

Denn Muttermilch ist, wie gesagt, sehr schnell verdaulich und passiert Magen und Darm in etwa 90 Minuten. Durch das Clusterfeeding versucht der Säugling also, seinen Bauch auf Vorrat zu füllen, um sich auf eine Schlafpause vorzubereiten. Experten glauben, dass das auch der Grund ist, warum Clusterfeeding vor allem abends vorkommt: Die Kleinen schaffen Vorräte für die Nacht, wenn sie schlafen (auch wenn dein Kind wahrscheinlich noch nicht die ganze Nacht durchschlafen wird – so lange halten die Vorräte dann doch noch nicht an).

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Clusterfeeding ist völlig normal und kommt vor allem bei sehr jungen Babys vor. Aber auch ältere Kinder, die gerade einen Wachstums- oder Entwicklungsschub erleben, können dazu neigen.

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Dieses Foto beweist die heilende Kraft von Muttermilch

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Clusterfeeding heißt nicht, dass du zu wenig Milch produzierst

Nochmal: Clusterfeeding heißt nicht, dass du zu wenig Milch produzierst. Viele Mamas denken, der Fehler liegt an ihnen, wenn ihr Baby zum Clusterfeeding neigt. Oft schwebt ihnen die Empfehlung im Kopf herum, dass Babys gleichmäßig über den Tag verteilt alle zwei, drei oder gar vier Stunden am Tag gestillt werden sollten. Sie befürchten, zu wenig oder zu wenig nährstoffhaltige Milch zu produzieren. Fühlen sich schlecht und schuldig. Aber diese Sorgen sind in der Regel vollkommen unbegründet.

Wenn man sich die Empfehlung von Stillberaterinnen ansieht, sprechen diese von mindestens acht bis zwölf Mahlzeiten von innerhalb 24 Stunden. Das lässt durchaus Spielraum für mehrere Mahlzeiten gleich nacheinander. Was du nicht tun solltest, wenn du stillst: Aus Angst, dass du nicht genug Milch produzierst, mit Flaschenmilch zufüttern. Denn das hat genau den befürchteten Effekt: dein Körper wird nicht dazu angeregt, mehr Milch zu produzieren und du wirst bald schon tatsächlich zu wenig Milch für dein Baby produzieren. Die Situation wird so zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Wenn du dich aber natürlich selbst dazu entscheidest, zuzufüttern, ist das vollkommen in Ordnung und deine Entscheidung – für die du dich auch nicht schuldig fühlen musst. Außerdem wichtig: Versuche nie, die Muttermilch mit Wasser zu strecken, das kann gefährlich für dein Baby werden. Wenn dein Baby also eine gute Menge voller Windeln produziert und nicht (aus Hunger) zum Schreibaby wird, solltest du dir über Clusterfeeding keine Gedanken machen. Wenn dein Baby dagegen (mehrfach) über eine Stunde an deiner Brust saugt oder an Gewicht verliert, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass es tatsächlich nicht genug Milch bekommt. Sprich in solch einem Fall deinen Kinderarzt, deine Hebamme oder Stillberaterin an.

Tipps, wenn es zum Clusterfeeding kommt

Für Mamas kann Clusterfeeding ganz schön anstrengend sein, sowohl physisch als auch psychisch. Unsere Tipps, um dir die Situation etwas zu erleichtern.

  • Clusterfeeding-Tipp 1: Viel trinken! Clusterfeeding kann bedeuten, dass du dich plötzlich viel durstiger fühlen und mehr Flüssigkeit als sonst brauchst. Vergiss also in diesen Perioden das Trinken nicht! Am besten stellst du dir ein großes Glas Wasser zur Seite, wenn du mit dem Stillen beginnst.

  • Clusterfeeding-Tipp 2: Gut essen! Stillen braucht viel Energie – Clusterfeeding noch mehr. Achte also darauf, dass du ausreichend isst. Am besten viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Und: Iss am besten bevor du mit dem Stillen anfängst. Denn dem Baby beim Trinken zu zuschauen, während der eigene Magen knurrt, macht jede Mama knatschig.

  • Clusterfeeding-Tipp 3: Mache es dir bequem! Wenn du weißt, dass du für die nächste Zeit mit Stillen beschäftigt sein wirst, dann suche dir dafür am besten ein gemütliches Plätzchen – und stelle etwas bereit, mit dem du dich beschäftigen kannst. Denn nein: Es macht dich nicht zu einer schlechten Mutter, wenn du beim Stillen nicht die ganze Zeit dein Baby bewunderst, sondern in einer Zeitung blätterst, einem Hörbuch lauschst oder die neueste Folge von „Black Mirror“ schaust.

  • Clusterfeeding-Tipp 4: Fühle dich nicht schuldig! Denn es gibt keinen Grund, sich schuldig zu fühlen.

  • Clusterfeeding-Tipp 5: Frage nach! Wenn du trotzdem Angst hast, dass du nicht genug Milch produzierst und dass dein Kind zu wenig Nahrung bekommt, dann scheue dich nicht, Hebamme, Stillberaterin oder Kinderarzt aufzusuchen.

10 Probleme beim Stillen und wie du sie löst

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Wie lange dauert im Allgemeinen eine Stillmahlzeit?

Die Dauer einer Stillmahlzeit lässt sich nicht einheitlich festlegen, sondern ist von Baby zu Baby ganz unterschiedlich. Das Temperament des Kindes spielt hier eine essentielle Rolle, denn manche Kinder trinken relativ schnell und gierig, andere wiederum sind kleine Genießer und lassen sich gerne Zeit. Auch das Alter des Kindes spielt eine ausschlaggebende Rolle für die Dauer einer Stillmahlzeit, denn Neugeborene brauchen in der Regel etwas mehr Zeit. Auch wenn der Saugreflex angeboren ist, müssen sowohl die Mutter, wie auch der Säugling, das Stillen erst einmal kennenlernen und üben. Einigen Babys reicht eine Brust aus, um satt zu werden, andere Kinder brauchen beide Brüste und trinken längere Zeit. Ihr Baby darf zu einer Stillmahlzeit beide Brüste bekommen, wenn es mag, aber es muss nicht. Nach dem Milcheinschuss spüren Sie, welche Brust gefüllter ist und an dieser sollten Sie dann Ihr Baby stillen lassen.

Lassen Sie Ihr Baby ausgiebig an der Brust stillen und unterbrechen Sie das Stillen nicht. Mit steigender Entleerung der Muttermilch aus der Brust steigt der Kalorien- und Fettgehalt in der Milch. Die Empfehlung lautet: Stillen Sie nach Bedarf Ihres Babys und auch nach Ihrem Bedarf, wenn die Brust drückt. So verpassen Sie keinen Wachstumsschub und Ihre Brust kann Ihrem Baby immer die ml-Trinkmenge bieten, die es benötigt.

An manchen Tagen oder auch am Nachmittag/ Abend kann es zu sehr häufigem Stillen kommen, was für Babys ganz normal ist. Damit sorgt Ihr Baby dafür, dass auch am nächsten Tag wieder reichlich Muttermilch im Angebot vorhanden ist und es selbst ausreichend sättigende Muttermilch trinken kann.

Kommen wir nun zur Frage, wie lange eine Stillmahlzeit dauert. Es gibt kaum eine wahre Aussage dazu, da jedes Baby und auch jede Mutter individuell ist. Der Milchspendereflex ist abhängig von vielen Faktoren und die Bedürfnisse Ihres Babys können variieren. In den ersten 10-12 Wochen verläuft das Stillen anders, als nach diesem Zeitraum. Schauen Sie Ihr Baby an und vertrauen Sie Ihrem Gefühl!

Effektives Trinken oder „nur nuckeln“?

Es gibt diverse Signale, die Ihnen anzeigen, ob Ihr Baby aktiv trinkt oder nur an der Brust nuckelt. Das sogenannte „Nuckeln“ ist ein wichtiger Teil des Stillens, da es dem Baby Entspannung, Trost, Nähe und das Einschlafen ermöglicht. Wenn Sie Ihr Baby an die Brust legen, wird es zu Beginn des Stillens für wenige Minuten kurz und schnell saugen, fast ohne Pausen, bis die Milch zu fließen beginnt. Sobald die Milch fließt, wird Ihr Baby längere Saugvorgänge vollziehen und nach jedem ersten bis zweiten Saugen wird es schlucken. Sie können dies sogar hören. Es kann in dieser Phase des Stillens auch zu kurzen Verschnaufpausen kommen. Nach einiger Zeit fließt die Milch nicht mehr so schnell und reichlich und Ihr Baby schluckt seltener, etwa nach jedem vierten bis fünften Saugen. Wenn Sie das beschriebene Saugverhalten und das hörbare Schlucken für 10 Minuten beobachten konnten, ist davon auszugehen, dass Ihr Baby ausreichend Muttermilch erhalten hat. Ein Neugeborenes macht noch viele Pausen, wobei ein älteres Stillkind auch innerhalb von fünf Minuten ausreichend Muttermilch zu sich genommen haben kann.

Wenn Ihr Baby gut angelegt ist, wird es die Brust, wie beschrieben, entleeren. Sollte das Anlegen noch nicht gut funktionieren oder es nie zu einem regelmäßigen Saugen-Schlucken kommen, zusätzlich auch Schmerzen an der Brust vorhanden sein, dann nehmen Sie umgehend Kontakt zu einer Fachperson auf, um das Stillen zu überprüfen!

Die Dauer einer Stillmahlzeit hängt vom Temperament des Kindes ab

Die Dauer einer Stillmahlzeit hängt zudem maßgeblich vom Temperament Ihres Babys ab. Es gibt verschiedene „Stilltypen“, die ihre je eigene Umgangsform brauchen:

  • Entschiedene und kräftige Kinder umfassen die Brust schnell und trinken relativ gierig.
  • Das „Genießer-Baby“ spielt vor dem Trinken gerne ein wenig mit der Brustwarze; es saugt, probiert, lässt sie wieder los und beginnt erst dann irgendwann zu trinken. Die Anfangs-Stillphase kann bei diesem Temperament etwas länger dauern, in der Haupt-Stillphase trinkt das Baby dann aber sehr gut.
  • Des Weiteren gibt es Kinder, die vor allem in den ersten Lebenstagen relativ wenig Interesse an der mütterlichen Brust bzw. am Saugen zeigen. Sie schlafen viel und möchten oft „in Ruhe gelassen werden“. Die aus einem solchen Verhalten resultierende Gefahr, kann eine ungenügende Nahrungsaufnahme und damit verbunden, eine deutliche Gewichtsabnahme des neugeborenen Kindes sein. Wir empfehlen Ihnen diese Anfangszeit für das Anlegen des Babys sowie als Kennenlern- und Kuschelzeit zu sehen. Verbringen Sie den größten Teil des Tages mit Ihrem Baby im Haut-zu-Haut-Kontakt, so können Sie als Mutter liebevoll und einfühlsam auf Ihr Baby eingehen und es so sanft zum Stillen hinführen.
  • Ein weiterer Stilltyp ist das „träumende Baby“. Dies sind Kinder, die ein wenig trinken und anschließend gerne Pausen vom Saugen an der Brust einlegen. Oft schläft das Baby sogar ein, obwohl es nicht viel bzw. ausreichend getrunken hat. Kinder dieses Stilltemperamentes brauchen etwas länger mit ihrer Stillmahlzeit um wirklich satt zu werden. Besonders in einem solchen Fall ist es sehr empfehlenswert zu überprüfen, ob genug Milch fließt und ob Ihr Baby die Brust korrekt erfassen kann. In den meisten Fällen kann ein geringer Milchfluss hinter solch einem Saugverhalten stecken.
  • Manche neugeborene Babys sind beim Anlegen bereits sehr aufgeregt. Sie fassen zwar die mütterliche Brust, verlieren diese jedoch wieder relativ schnell, strampeln unruhig und beginnen zu schreien. Hier kann eine sogenannte Saugverwirrung eine mögliche Ursache für ein solch „hektisches“ Verhalten sein. Es ist ratsam das Baby zunächst einmal zu beruhigen, bevor Sie es anlegen.

Achten Sie auf die Stillzeichen, die Ihnen Ihr Baby schon frühzeitig sendet, um es in einem ruhigen, aufmerksamen Zustand stillen zu können! Wenn Ihr Baby hungrig wird, beginnt es die Lippen zu bewegen, die Fäustchen anzuspannen, den Kopf zu drehen, erste Saugbewegungen mit der Zunge zu vollführen und es wirkt angespannt. Dann wäre der richtige Zeitpunkt, Ihr Baby zur Brust zu führen. Warten Sie nicht, bis Ihr Baby weint.
Wenn Sie Ihr Baby dann stillen, können Sie erkennen, dass es die Hände langsam öffnet und sich entspannt. Einige Kinder schlafen mit der Brust im Mund ein, andere lösen sich von der Brust.

Gestillte, zufriedene Babys sehen aus, wie kleine rosige, schlafende Engel. Ablegen lassen sie sich nur für kurze Zeit, denn sie brauchen die Nähe zur Mutter, um sich geborgen, beschützt und sicher zu fühlen. Nutzen Sie gern ein Tragetuch oder eine Tragehilfe, um den Alltag mit Ihrem „kleinen Begleiter“ praktisch gestalten zu können.

wie lange dauert das cluster feeding?

Antwort auf:

wie lange dauert das cluster feeding?

Liebe Valerie,
keine Sorge, Sie machen alles richtig :-).
So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys (und keinesfalls ein Einschlafproblem). Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa acht Wochen zu erwarten.
Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Ihr Kind nicht pausenlos schlafen will und ständigen Körperkontakt sucht.
Alle Stillexperten sind sich schon seit sehr langer Zeit einig: bei einem gesunden, voll ausgetragenen und gut gedeihenden Baby ist Stillen nach Bedarf das Optimale. So wird sichergestellt, dass das Kind die Nahrung, die es braucht, immer dann bekommt wann es sie braucht. Eine Ausnahme stellen schlecht zunehmende Kinder oder kranke Kinder dar, da kann es sein, dass die Mutter regulierend eingreifen muss und das Baby eventuell zum Stillen wecken muss.
Solange das Kind gut gedeiht, können Sie es auch unbesorgt Ihrem Baby überlassen, wie lange oder kurz es an der Brust trinkt.
Das Einzige, worauf Sie sich bei einem Baby verlassen können, ist, dass Sie sich auf nichts verlassen können. Der „Rhythmus“ eines Baby ist ständigen Änderungen unterworfen und keineswegs eine feste Größe.
Gestillte Kinder haben auch nicht allgemein mehr Blähungen als nicht gestillte Kinder, nur kann man einer stillenden Frau so leicht ein schlechtes Gewissen machen mit irgendwelchen Behauptungen, dass „ihre Milch schuld sei“. Blähungen beim Baby kommen nur in ganz seltenen Fällen von dem, was die Mutter gegessen oder getrunken hat und sie kommen auch nicht davon, dass ein Kind „zu oft“ oder in „zu kurzem Abstand“ gestillt wird.
Wichtig ist, dass Sie unbedingt auf gutes Angelegtsein und korrektes Saugen Ihres Kindes achten, das ist ein herausragender Punkt, wenn es darum geht, Bauchprobleme zu vermeiden. Ein gut angelegtes und korrekt saugendes Kind schluckt nur wenig bis gar keine Luft und Luft, die nicht verschluckt wird, muss auch nicht wieder raus.
Lassen Sie sich am besten einmal von einer Kollegin vor Ort beim Stillen zuschauen, möglicherweise lassen sich durch ein paar kleine Veränderungen schon große Verbesserungen bei den evtl. Bauchproblemen Ihres Babys erzielen.
Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).
LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 17.06.2011

Tipps & Infos

Wenn ein Baby, das sonst immer ruhig an der Brust trinkt, plötzlich die Brust ablehnt oder anschreit, ist dies für viele Mütter sehr besorgniserregend. Wir haben Informationen zum Thema Stillstreik für Sie zusammengestellt, die Ihnen und Ihrem Baby durch diese anstrengende Phase helfen können.

Was ist ein Stillstreik?

Zunächst sollten Sie wissen, dass ein Stillstreik oder eine Brustschimpfphase in der Stillbeziehung vieler Mutter-Kind-Paare vorkommt. Typischerweise tritt ein Stillstreik auf, wenn das Baby drei bis acht Monate alt ist, aber auch etwas früher oder später ist er möglich. Das gestillte Kind schreit in dieser Phase die Brust an, stößt sich weg und verweigert so besonders am Tag das Stillen. Manchmal sind nur wenige Stillmahlzeiten betroffen, manchmal hält „das Brustschimpfen“ aber auch über Tage hinweg an. Kein Wunder, dass Mütter dann besorgt sind. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen! Kein Streik dauert ewig und sehr wahrscheinlich werden Sie bald wieder eine harmonische Stillbeziehung haben.

Die Ursachen für einen Stillstreik sind vielfältig, manchmal findet sich aber auch kein nachvollziehbarer Grund für das Verweigern der Brust. Die häufigsten Gründe dafür sind Ablenkung, Reizüberflutung, Entwicklungssprung und Zahnen.

Stillstreik – was tun?

Viele Mütter befürchten, dass der Stillstreik den Abschied von der Stillzeit bedeutet. Bei dem Großteil der Kinder ist das aber nicht der Fall. Es gibt in den meisten Fällen auch keine Probleme mit der Milchbildung. Im Alter von drei und mehr Monaten sind die Babys leicht ablenkbar oder von den Reizen der Umwelt vollkommen überflutet. Manchmal hilft es, das Kind in einem ruhigen Raum mit gedämpfter Beleuchtung zu stillen. Kein Fernseher, kein Radio, kein Smartphone oder Geschwisterkinder sollten stören, wenn Sie beide stillen. Sie können auch versuchen, eine Stillkette oder ein kleines Spielzeug in Höhe der Brust zu halten. So kann das Baby möglicherweise die Konzentration bei Ihnen und dem Stillvorgang halten. Viele Mütter bemerken, dass das Stillen in der Nacht, wenn das Baby schläfrig ist, besser klappt. Nachts nehmen die Kinder dann also eine gewisse Menge Muttermilch zu sich. Oft trinken sie während eines Stillstreiks nachts auch häufiger. Achten Sie am Tag besonders auf die frühen Hungerzeichen und legen Sie Ihr Kind immer wieder an, wenn es signalisiert, an die Brust zu wollen. Frühe Hungerzeichen können z.B. sein:

  • die Zunge herausstrecken,
  • Lecken an den Lippen,
  • saugen an der Hand,
  • Sauggeräusche,
  • Hin- und Herdrehen des Köpfens (Suche nach der Mutterbrust).

Nach einem Nickerchen, im halbschlafenden Zustand, funktioniert das Anlegen oft ohne Probleme. Bleiben Sie also zuversichtlich und geduldig. Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten, können Sie mit einer elektrischen Milchpumpe oder Handmilchpumpe nach den Anlegeversuchen oder kurzen Stillmahlzeiten zusätzlich Muttermilch abpumpen.

Stillstreik beim Zahnen

Wenn Babys zahnen, kann es ebenfalls zu einem veränderten Stillverhalten kommen. Aber auch hier gilt: So schnell, wie der Spuk begonnen hat, endet er meist auch wieder. Geben Sie Ihrem Baby Möglichkeiten zu kauen und damit sein Zahnfleisch zu massieren, am besten auf gekühlten Beißringen oder auf gefrorener Muttermilch. Babys brauchen Zeit, sich an das neue „Mund-Gefühl“ zu gewöhnen.

Stillstreik – bitte nicht aufgeben

Ein Baby in der Brustschimpfphase oder in einem Stillstreik braucht viel Zuwendung. Kuscheln Sie ausgiebig und werden Sie nicht müde, die Brust anzubieten. Bleiben Sie auf jeden Fall am Ball. Zufüttern oder Beikost sind nur selten die Lösung für den Streik. Wenn Sie Sorge haben, Ihr Kind könnte nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen, kontaktieren Sie bitte Ihre Hebamme oder Stillberaterin. Sie kann weitere Tipps geben, wie Sie gelassen durch diese nervenaufreibende Phase kommen.

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Stillen Stilltipps Schwierigkeiten beim Stillen

2. Das Baby will ständig trinken. Soll ich nach Bedarf stillen oder kann ich einen Rhythmus einführen?

Stillbeziehungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die daran beteiligt sind. Manche Babys mögen es gemütlich. Sie verbringen, von kleinen Nickerchen unterbrochen, viel Zeit mit einer Mahlzeit. Andere gehen die Nahrungsaufnahme schnell und hastig an und sind dann auch rasch damit fertig. Häufig gelingt es den Frauen gut, sich auf die speziellen Bedürfnisse ihres Babys einzustellen. Wenn die Mutter allerdings den Eindruck hat, dass das Baby mehr oder weniger den ganzen Tag an der Brust hängt, dann erleben das viele auf die Dauer als sehr belastend. Ein ungefähr zwei- bis vierstündiger Rhythmus wird in der Regel als normal angesehen. Die ersten sechs bis acht Wochen gelten beim Stillen als Eingewöhnungszeit. Hier geht es einfach nur darum, den Bedarf des Kindes an Nahrung sicher zu stellen. Das kann auch schon mal bedeuten, dass das Kind sehr häufig angelegt werden muss, um die Milchproduktion gut anzuregen.
Wenn nach dieser Eingewöhnungszeit die Stilldauer von der Mutter als belastend erlebt wird, kann in vielen Fällen ein „Kompromiss“ zwischen den Bedürfnissen des Kindes und denen der Mutter erzielt werden. Das Kind kann mit liebevoller Erinnerung lernen, an der Brust zügiger zu trinken, die Brust schneller und gründlicher zu entleeren, den Magen besser zu füllen und längere Abstände zwischen den Mahlzeiten einzuhalten. Dazu wird das Baby daran erinnert, weiter zu trinken, wenn es längere Pausen macht. Und die Mutter beendet die Mahlzeit, wenn das Kind an der Brust nur noch schnullert.

Sehr häufig geht es bei dem Thema Rhythmus noch um ein ganz anderes Thema, nämlich darum, dass Mutter und Kind lernen, verschiedene Bedürfnisse voneinander zu unterscheiden. Viele Kinder lernen sehr schnell, dass die Brust das Mittel Nr.1 zur Beruhigung in jeder Lebenslage ist, weil sie stets und ständig angelegt werden. Die Mutter kann lernen, dass nicht jedes Quengeln des Babys mit der Brust beantwortet werden muss. Das Kind kann lernen, dass es außer der Mutterbrust noch eine ganze Welt zu entdecken gibt.

Bei den Versuchen, dem Baby mehr Rhythmus zu geben, ist es selbstverständlich wichtig zu beachten, dass die Bedürfnisse des Kindes im Zweifelsfalle Vorrang haben. Andererseits lernt ein Baby erstaunlich schnell, wenn es einmal verstanden hat, was Mama oder Papa ihm zeigen will. Eltern vermitteln ihrem Baby ihre bedingungslose Annahme und Liebe, indem sie ihm zu jeder Tages- und Nachtzeit helfen, seine Bedürfnisse zu befriedigen. Gleichzeitig sind die Grenzen, die das Baby erlebt, wenn die Mutter am Ende einer ausgiebigen Mahlzeit auch mal einen Schlusspunkt setzt, ein Anreiz, unter dieser liebevollen Führung etwas Neues zu lernen. Darin erlebt das Baby Sicherheit und Geborgenheit.

Hilfe bei Stillproblemen.

Lesen Sie mehr:

Die 5 häufigsten Fragen zum Stillen…

und die Antworten von der Hebamme Anne Schwarz und der Stillberaterin Martina Parrish.

1. Kann wirklich jede Mutter stillen?

2. Das Baby will ständig trinken. Soll ich nach Bedarf stillen oder kann ich einen Rhythmus einführen?

3. Mein Kind wird nicht satt, ab wann muss ich zufüttern?

4. Wie kann ich abpumpen für den Babysitter oder den Papa? Und wie vermeide ich eine Saugverwirrung, wenn das Baby auch mit der Flasche gefüttert wird?

5. Was tun bei Stillproblemen wie Hohlwarzen, wunden Brustwarzen, Stillstreik und Milchstau?

aus family-Special „Unser neues Leben mit Baby“, SCM-Bundes-Verlag, Witten

Es gibt immer wieder Phasen da möchte dein Baby vermehrt an die Brust und scheinbar ununterbrochen gestillt werden? Das verunsichert natürlich und oftmals entsteht dann die Frage, ob das Baby nicht mehr genug Milch bekommt, ob die Milch nicht reicht oder warum es denn sonst im 20-Minuten-Takt gestillt werden möchte. Viele Mütter denken sie machen irgendetwas falsch.

Auch ich hatte bei Kind Nr. 1 immer wieder Angst, mein Baby könnte nicht richtig satt werden. Wenn dann noch die vielen, vielen Ratschläge von den ersten Besuchern auf einen Einprallen, dann wird das wirklich zur Nervenprobe! Gerade an Tagen mit viel Action, Besuchen, Unruhe oder Stress wollten meine Jungs häufiger und länger gestillt werden. Auch das Zahnen oder Bauchschmerzen können ein Grund für das ständige Stillen sein. So ging es aber nicht nur mir, sondern das erkennen viele Mamas so, was wiederum ein Zeichen dafür ist, dass Babys nicht nur gestillt werden wollen, weil sie Hunger haben. Sondern zeigt vielmehr das die Brust für Babys nicht nur Nahrung sondern auch Geborgenheit, Sicherheit und Schutz bedeutet. Babys suchen beim Stillen Nähe zu ihrer wichtigsten Bezugperson. Und das bist natürlich du, als Mama!

Die Phase des „ständig Trinken Wollens“ hat sogar einen Namen. „Clusterfeeding“, ein englischer Begriff: „Cluster“ steht für „Häufung“ und „Feeding“ für Mahlzeiten. Bedeutet praktisch: eine Häufung an Mahlzeiten. Ein Baby ist ein Tragling, braucht die permanente Nähe seiner Bezugpersonen, und Liebe, Nähe, Körperkontakt sind ausschlaggebend für eine gute Entwicklung. Außerdem fühlen sich Neugeborene der kalten & lauten Welt oftmals schutzlos ausgeliefert und fühlen sich an Mamas weicher Brust einfach sicher und geborgen, zusätzlich beruhigt das Saugen an der Brustwarze und das Baby kann sich so viel besser entspannen.

Aber Babys haben außerdem auch einen kleinen Magen, den sie immer und immer wieder füllen müssen, um die Energie zu decken, die es zum rasanten wachsen braucht. Gerade in den ersten Wochen wächst das Baby so schnell, dass das Baby sich diese Energie irgendwo herholen muss. Durch das häufige und lange Saugen an der Brust sorgt dein Baby dafür, dass für die kommenden Tage ausreichend Milch zur Verfügung gestellt wird. Nachfrage macht das Angebot! Durch häufiges Anlegen wird vermehrt Milch gebildet! Das Baby spürt diesen Wachstumsschub schon ein paar Tage zuvor und sorgt vor, in dem es häufiger gestillt werden möchte.

Und was genau kannst du an solchen Tagen tun? Wenn möglich versuche an solchen Tagen einfach zuhause zu bleiben. Lass dein Baby einfach so lange und so viel es möchte an der Brust trinken/saugen. Stell dir Getränke und Essen in Reichweite und mach es dir mit deinem Baby bequem. Versuche die Nähe zu genießen (ja, es ist wahnsinnig anstrengend und du hast jeden Grund stolz zu sein, was du leistest!) Stille einfach nach Bedarf, denn dein Baby weiß am Besten wie viel Muttermilch es benötigt. Lass dein Baby nicht nach einem festen Plan trinken, sondern nehme es an die Brust wann immer es möchte, denn so ist es für euch am entspanntesten. Stille nach Bedarf und lass dich nicht verunsichern!

Du kannst stillen und deine Milch reicht aus!

Dein Baby wird satt, denn du und dein Baby seid ein tolles Team!!!

Da freut man sich als Mama auf die zwei Stunden Feierabend. Die Kinder im Bett, man selbst vorm Fernseher oder mit einem Buch in der Hand, die Beine hoch. Aber nix da. Denn mein Kleiner sucht sich genau diese zwei Stunden von acht bis zehn Uhr abends zum Dauerstillen aus. Immer abends. Kaum ist der Große im Bett verschwunden, will der Kleine ran. Und zwar nonstop. Dunkle Erinnerungen kommen hoch – beim Großen war das damals ganz genauso in den ersten paar Monaten. Ja, tatsächlich Monaten! Mal wollte er weniger, mal mehr, aber das erste halbe Jahr war auch er gerne den ganzen Abend an der Brust. Der Kleine jetzt also auch. Stillen. Kleine Pause, etwas schlafen, zehn Minuten später, wieder Mamamilch. Und so geht es munter weiter. Abend für Abend. Bleibt mir nicht viel mehr, als nebenher zu lesen oder mit einer Hand Texte wie diesen zu tippen. Denn jetzt weiß ich, dass das Verhalten ganz normal ist. Es hat sogar einen Namen: Clusterfeeding.Ich finde ja immer, wenn Dinge einen Namen haben, dann verlieren sie gleich ihren Schrecken, ihr Geheimnis, ihr großes Fragezeichen. Das abendliche Dauerstillen nennt sich Clusterfeeding, das heißt, es kommt häufiger vor, ich bin nicht die einzige, die Abend für Abend mit dem Kind auf dem Arm dasitzt und schon beim kurzen Ablegen, um mal aufs Klo zu gehen, lautes Babygeschrei erntet!

Aber wie lange dauert das Clusterfeeding eigentlich? Wann ist das Clusterfeeding vorbei? Und wie kann man das abendliche Dauerstillen beenden?

Wie lange dauert das abendliche Dauerstillen?

Es kann einen als Mutter gewaltig nerven. Und es wirft Fragen auf: Bekommt mein Baby genug Milch? Mein Baby lässt sich nicht ablegen. Dieses Baby möchte im Arm sein, ganz dicht bei Mama und an der Quelle. Um bei Bedarf kurz anzudocken, genüsslich zu saugen, zu schmatzen, kurz zu schlummern und wieder weiter zu trinken. Dauerstillen ist gemütlich fürs Baby, aber wenn Mamas Arm einschläft, ist es weniger gemütlich.

Babys haben immer wieder diese Phasen, in denen sie dauernd gestillt werden wollen. Und zwar richtig lange und sich nicht ablegen lassen. Diese Phasen, in denen man das Gefühl hat, dass die Babys nonstop an die Brust wollen. Pausenlos nuckeln. Die Engländer nennen es Clusterfeeding. Und dieses pausenlose An-die-Brust-Wollen ist kein Zeichen dafür, dass das Baby nicht genug Muttermilch bekommt, wie manche vielleicht glauben!

Aber was tun beim Clusterfeeding? Was hilft beim Dauerstillen?

Ich habe meine Hebamme zu diesem Dauerstillen befragt und auch eine Menge darüber gelesen. Mir hilft es immer, Bescheid zu wissen, was mit meinem Körper, was mit meinem Baby passiert. Denn dann kann ich die Dinge einordnen. Und wenn ich dann noch weiß, dass es ganz normal ist und kein Grund zur Besorgnis, dann kann man mit diesem Dauerstillen auch gleich viel besser und gelassener umgehen.

Dauerstillen ist phasenweise ganz normal

Babys trinken mehrmals über den Tag verteilt, aber der vier Stunden Rhythmus, der immer noch in einigen Krankenhäusern erklärt wird, ist kein natürlicher. Es gibt Phasen, wo sie mehr am Stück trinken und auch schneller wieder etwas trinken wollen. Meistens, bevor sie eine längere Schlafpause einlegen. In Naturvölkern geht man mit dem dauernden Stillen übrigens ganz gelassen um: Dort werden Kinder einfach angedockt, wenn sie Interesse am Stillen zeigen, auch mal so zwischendurch für ein paar Minuten, egal, wo man gerade ist. Brust raus, Baby ran, Muttermilch fließt. Ein fester Stillrhythmus würde den Müttern absurd erscheinen!

Mein Baby lässt sich den ganzen Abend nicht ablegen. Dauerstillen, also Clusterfeeding, ist aber eine ganz normale Phase.

Beim ersten Kind habe ich tatsächlich noch notiert, wann mein Großer gestillt werden wollte. Und dann voller Sorge gewartet, wenn er nicht nach zwei Stunden wieder ran wollte wie sonst. Beim zweiten Kind sehe ich das entspannter. Ich schreibe nix mehr auf, wenn er Hunger hat, hat er Hunger, wenn nicht, dann lasse ich ihn. Und es hat sich so auch ein guter Stillrhythmus eingependelt. Und das Dauerstillen kann ich viel leichter ertragen.

Babys brauchen die Nähe – und sie haben einen kleinen Magen, der die Muttermilch schnell verdaut

Wieso bekommen Babys so schnell wieder Hunger? Weil sie einen ganz kleinen Magen haben! Und gerade in den ersten Wochen wachsen sie wie verrückt – und benötigen dafür natürlich Energie, die sie über die Muttermilch erhalten. Und da das mit der Muttermilch ein Ding von Angebot und Nachfrage ist, trinken sie einfach besonders viel, um so die Milchproduktion anzuregen. Dann weiß der Mama-Körper: Ah, mein Kind braucht besonders viel Milch. Und produziert für den nächsten Tag einfach mehr Muttermilch. Das Clusterfeeding ist also eine Art Bestellvorgang! Und durch das Clusterfeeding füllt das Baby seinen Bauch auf Vorrat. Denn meistens folgt auf das Dauerstillen eine längere Schlafphase (die ja bei kleinen Babys auch schon vier Stunden lang sein kann…). Passt zu uns: Meine Jungs wollten beide immer abends viel trinken – um dann tatsächlich vier bis fünf Stunden am Stück zu schlafen. Und das Clusterfeeding trat tatsächlich immer dann auf, wenn sie wieder gefühlt Tag für Tag um mehrere Zentimeter wuchsen.

Nun ja, manchmal war es auch so, dass das Dauerstillen am Abend gar nicht ausreichte und sie auch in der Nacht am ständigen Trinken waren. Aber das waren dann diese berühmten Wachstumsschübe…

Clusterfeeding ist also kein Grund zur Besorgnis, sondern phasenweise ganz normal für Babys in den ersten Monaten. Aber wenn ein Baby nicht nur abends sondern den ganzen Tag über furchtbar lange und dauerhaft gestillt werden will, dann sollte man mit seiner Hebamme darüber sprechen.

Und wie alle Phasen bei Babys legt sich übrigens auch diese Dauerstillen-Phase… irgendwann ganz plötzlich. Und dann vermisst man es auf einmal, das Baby den ganzen Abend so kuschelig und nah auf dem Arm zu halten!

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{Family} Hilfe, mein Baby hängt rund um die Uhr an der Brust

Wie schon in meinem Beitrag über die Schlafenszeit alleine mit Baby und Kleinkind geschrieben, habe ich auch beim zweiten Baby mehr gegooglet als ich mir vorgenommen hatte. Leider oft ohne Antworten zu finden (aber immer mit dem Gefühl, nicht alleine zu sein mit meinem Problem). Nachdem ich beide Kinder gestillt habe (bzw. Helena ja noch stille) und beide weder Schnuller noch Fläschchen akzeptiert haben (jedenfalls nicht länger als ein paar Wochen – ich denke, dann hat eine Reifung eingesetzt und sie haben gemerkt, dass das nicht die Brust ist und diese einfach favorisiert), hab ich (mehr als einmal) „Mein Baby, x Monate, hängt rund um die Uhr an der Brust, ist das normal?“ in die Suchmaske eingetippt.

Was ich dabei gefunden habe? Ganz viele ähnliche Fragen, in vielen verschiedenen Altersgruppen. Auch auf Englisch kam ich zum selben Ergebnis, das „Problem“ ist also ein internationales. Aber wie ist das jetzt mit dem Nuckeln an der Brust, wieviel ist normal? Und wenn ich dem Baby erlaube, an der Brust einzuschlafen und sie als Schnuller zu verwenden, werde ich es dann jemals abstillen können?

Wie oft stillen ist normal?

Heutzutage wird ja den Babys kein Zeitplan mehr „aufgedrängt“, sondern es wird meist nach Bedarf gestillt. Dieser Bedarf ist allerdings von Baby zu Baby und auch von Tag zu Tag sehr unterschiedlich, und bringt so so manche Mama zum Zweifeln. Es gibt nämlich kein „normal“, es gibt Babies die trinken bei einer Mahlzeit mehr, andere lieber weniger, dafür öfter. Gerade in den ersten Tagen muss die Milchproduktion erst angeregt werden, und das Baby neigt zum sogenannten „Clusterfeeding“: das Baby trinkt sehr lange und auch sehr häufig, was übrigens auch während der späteren Entwicklungsschübe wieder vorkommt.

Nach ein paar Wochen pendeln sich die Stillabstände oft auf 2,5 bis 4h ein (auch nachts), das sind aber alles nur Richtwerte. Am besten ist, seinem Baby zu vertrauen – es weiß am besten, wann es Hunger hat und wie viel es trinken muss. Ich habe es mit beiden meiner Kinder so gemacht, wußte nie, wie viel sie getrunken haben. Und beide haben sich prächtig entwickelt. Die Milchmenge passt sich ja auch den Bedürfnissen des Babies an, die Natur hat das schon sehr gut eingerichtet. Du hast also nicht automatisch zu wenig Milch, wenn das Baby häufig nuckeln will!! Bzw. ev. schon, daher regt das Baby durch das häufige Stillen die Milchproduktion an und die Milchmenge wird so wieder angepasst. Natürlich ist das manchmal anstrengend, vor allem, wenn man sich mit Flaschenmamas vergleicht. Aber meiner Meinung nach wiegen die langfristigen positiven Eigenschaften von Muttermilch und einer guten Stillbeziehung die (relativ kurzfristigen, was sind schon ein paar Monate oder Jahre in einem ganzen Leben?!) Anstrengungen auf jeden Fall wieder auf.

Oh und nachdem stillen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern auch Nähe zur Mama und Beruhigung, wird oft auch nicht aus Hunger, sondern aus diesen anderen Gründen gestillt. Was mich zur nächsten Frage bringt:

Mein Baby nuckelt zur Beruhigung an der Brust

Als mein Sohn ganz offensichtlich nicht nur aus Hunger stillen wollte, sondern auch zur Beruhigung, hab ich mir ernsthafte Sorgen gemacht. Ich dachte, er würde sich das angewöhnen, wie andere den Schnuller, und ich hätte dann arge Probleme mit dem Abstillen. Dem war nicht so, nicht einmal annähernd – er hat sich mit 13 Monaten von selbst abgestillt (siehe hier).

Es ist nun mal so wie oben schon gesagt: Stillen dient nicht alleine der Nahrungsaufnahme! Warum wurde wohl der Schnuller erfunden? Um das Nuckelbedürfnis der Babies zu stillen und der Mama trotzdem mehr Freiraum zu geben. Eigentlich eine tolle Erfindung, sie lässt nur eines außer Acht: ein Plastikteil wird nie die selbe Beruhigung bieten, wie ein menschliches Wesen. Keine Wärme, keine Nähe, keine Sicherheit. Ihr merkt schon, ich bin kein Schnullerfreund (und habe sie meinen Kindern trotzdem angeboten, aber nicht sehr vehement, was wohl auch dazu geführt hat, dass sie ihn beide nicht wollten). Ich habe aber auch nichts dagegen, auch Schnullerkinder werden groß. Trotzdem fand ich es für meine Kinder am besten, dem Baby doch einfach das zu geben was es wirklich braucht, nämlich die Brust der Mama, und nicht einen Ersatz. Langfristig zahlt sich das aus, denke ich.

Ich lasse also auch mein zweites Kind, meine Tochter, zur Beruhigung an meiner Brust nuckeln. Helena stillt mit ihren 7 Monaten momentan unter tags nur 3-4x relativ kurz (ein paar Minuten), in der Nacht darf meine Brust sich allerdings nie länger als ein paar Minuten aus ihrem Mund bewegen – da braucht sie sie anscheinend eben zur Beruhigung und Sicherheit. Oliver hatte diese Phase auch, sie hat allerdings weit kürzer gedauert, mit 7 Monaten hat er dann schon durch geschlafen, trotz Stillen. Wie gesagt, jedes Baby ist anders, und auch Helena wird die Brust irgendwann nicht mehr brauchen!

Weiterführende Literatur:

  • Nächtliches Dauerstillen – Abstillen während der Nacht
  • Stillen Sie einfach intuitiv
  • Stillen – kurz und bündig

Wie sind eure Erfahrungen? Ich würde mich freuen, davon zu lesen!

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