Nasenbluten BEI kleinkindern

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Wie lässt sich unterscheiden, ob die Nase angebrochen, gebrochen oder geprellt ist?

Da die Nase das am weitesten herausragende Körperteil in unserem Gesicht ist, kann sie bei Gewalteinwirkung leicht zu Schaden kommen. Die Folgen sind ein Bruch oder eine Prellung. Es kann bisweilen vorkommen, dass der Nasenknochen nicht vollständig bricht, sondern nur angebrochen ist. Eine endgültige Diagnose kann nur ein Arzt stellen.

Wenn der Betroffene nicht sicher ist, ob es sich um einen Bruch (Fraktur), eine Prellung handelt oder die Nase nur angebrochen ist, sollte er in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Nur er kann beurteilen, welche Diagnose vorliegt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die äußeren Anzeichen, ob es sich um eine gebrochene Nase handelt oder ob sie nur angebrochen ist, lassen sich noch nicht einmal von einem Arzt eindeutig zu unterscheiden, geschweige denn von einem Laien.

Bei einem Nasenbruch kommt es häufig zu einer Schiefstellung der Nase, wenn die Gewalteinwirkung von der Seite kam oder sie wirkt leicht eingedrückt, wenn sie von vorne getroffen wurde. Ist die Nase „nur“ angebrochen, treten diese Fehlstellungen nicht auf. Der Betroffene sollte nicht unterschätzen, dass die Knochenhaut der Nase sehr kräftig ist und auch einen gebrochenen Knochen stützen kann. So ist ein nicht verschiebbarer Bruch der Nase häufig von außen nicht als solcher zu erkennen. Gerade bei Kindern ist das oft der Fall.

Nasenbruch oder Nasenprellung – woran erkennt man es?

Folgende Symptome treten sowohl bei der angebrochenen Nase als auch bei der gebrochenen Nase auf:

  • die Nase ist stark berührungsempfindlich
  • es kommt häufig (aber nicht immer) zu Nasenbluten
  • es bilden sich Hämatome rund um die Nase
  • die Nase schwillt an, was die Atmung erschwert

Ein sicheres Zeichen, dass die Nase gebrochen ist, ist eine Formveränderung. Ist die Nase schief und lässt sich das mit bloßem Auge erkennen, dann ist klar, die Nase ist gebrochen. Auch Kopfschmerzen nach der Gewalteinwirkung können darauf hindeuten, dass die Nase gebrochen oder angebrochen ist.

Bei einer Nasenprellung kommt es häufig zu Nasenbluten, das aber relativ schnell wieder nachlässt. Von außen ist außer einer kleinen Schwellung nicht viel zu erkennen. Wie bei einer Fraktur ist die Nase auch bei einer Prellung sehr berührungsempfindlich, da es sich um eine Knochenprellung handelt.

Bei Verletzungen der Nase sollten Betroffene keine Selbstdiagnose betreiben. Wenn eine Verletzung vorliegt, sollte zeitnah einen Arzt aufgesucht werden. Dieser wird eine Röntgenuntersuchung vornehmen, um die richtige Diagnose zu stellen. Gerade dann, wenn die Nase tatsächlich gebrochen ist, können durch Knochenverschiebungen schwerwiegende Probleme entstehen. Weiterhin kann durch die Röntgenaufnahme ausgeschlossen werden, dass weitere Knochen im Gesichtsbereich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Eine Schädelverletzung kann rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

Nasenbluten bei Kindern: Das kann dahinter stecken

Kinder und Jugendliche haben immer mal Nasenbluten. Meist sieht das dramatischer aus als es ist: Schon fünf Milliliter Blut können ein ganzes Taschentuch rot einfärben. Unterschätzen sollte man Nasenbluten allerdings nicht. Hier finden Sie sechs Fälle, in denen Nasenbluten gefährlich sein kann.

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Häufige Ursachen für Nasenbluten bei Kindern

Die meisten Ursachen für Nasenbluten sind recht alltäglich und vergleichsweise harmlos. Häufig handelt es sich um eine Verletzung in einem Bereich der Nase, der sich Locus Kiesselbachii nennt. Die sich dort befindlichen, feinen Adern der Nasenschleimhaut können schon durch Nasebohren, kräftiges Naseputzen bei einem Schnupfen oder Stoßen der Nase beim Spielen verletzt werden und die Nase fängt an zu bluten.

Aber Nasenbluten kann auch andere Gründe haben: Stürze mit Frakturen der Schädelbasis, Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck, Leberschäden, Gefäßkrankheiten, Vitaminmangelkrankheiten wie Skorbut, akute Infektionskrankheiten, chemische Reizstoffe und im schlimmsten Fall sogar Tumore. Das meiste davon allerdings ist bei Kindern extrem selten.

Blut aus der Nase – ein großer Schreck, aber meist harmlos

„In der Mehrzahl der Fälle ist das kindliche Nasenbluten völlig harmlos und sieht schlimmer aus als es ist“, erklärt Michael Deeg. Der Freiburger Hals-Nasen-Ohren-Arzt warnt aber auch davor, zu bagatellisieren: „Wenn ein Kind innerhalb von ein, zwei Wochen immer wieder Nasenbluten hat und dabei auch kräftig blutet, dann kann es schon problematisch werden. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, dass sich ein Facharzt des Problems annimmt.“.

Fremdkörper vom Arzt entfernen lassen

Bei kleinen Kindern und Babys kommt es auch vor, dass sie sich einen Fremdkörper in die Nase gesteckt haben. Dessen Entfernung überlassen Eltern am besten einem HNO-Arzt, denn der hat die nötigen Instrumente dafür.

Fließt Blut, weil das Kind beim Spielen einen Ball auf die Nase bekommen hat, muss man sich in der Regel keine großen Sorgen machen, sofern die Nase weder verschoben noch geschwollen ist.

Auch Nasenbluten im Schlaf, das bei einem Kind auftritt, ist meist kein Grund zur Sorge. Vor allem in den kalten Monaten können Infekte der oberen Atemwege die Blutgefäße in der Nase schädigen und beim Kind zu starkem Nasenbluten führen.

Wachstumsschübe können Nasenbluten auslösen

Nasenbluten, von den Fachleuten auch als Epistaxis bezeichnet, geht manchmal auch mit dem Wachstum einher. Bei einem Wachstumsschub, kann es sein, dass das Gefäßwachstum nicht nachkommt oder der Blutdruck etwas ansteigt. Auch diese Blutung ist völlig harmlos und dauert nur wenige Minuten.

Sofortmaßnahmen, um das Nasenbluten zu stoppen

Viele Kinder bekommen einen großen Schreck, wenn sie Blut sehen. Es ist daher wichtig, dass Sie das Kind beruhigen und ihm deutlich sagen, dass Sie das Nasenbluten stoppen werden. Dazu setzen Sie sich kleine Kinder auf den Schoß oder ein älteres Kind auf einen Stuhl und lassen es den Kopf leicht nach vorne beugen. Auf gar keinen Fall zurücklehnen! Es besteht nämlich die Gefahr, dass Blut in den Rachen läuft und das kann vor allem bei Kindern schnell zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Mehr Erfolg verspricht das Zuhalten des betroffenen Nasenflügels bei Atmen durch den Mund. Zumindest dann, wenn es sich um eine Verletzung der Äderchen im vorderen Nasenbereich handelt. Man klemmt diese so ab und kittet sozusagen das entstandene Löchlein. Zudem können Sie dem Kind einen kühlen Lappen auf den Nacken legen. Alternativ funktioniert es mit einem Cool-Pack oder einem in ein Tuch gewickeltem Eisbeutel. Die Kälte drosselt die Durchblutung der Nase.

Sobald es aufgehört hat zu bluten, ist die Sache erledigt. Das Kind sollte an diesem Tag nicht mehr allzu wild herumtoben und nicht an der Blutkruste kratzen, damit die Nase wieder verheilt.

Bei längerem Nasenbluten Arzt rufen

Wenn das Nasenbluten gar nicht aufhört, muss man aber auch daran denken, dass eine Gerinnungsstörung oder eine andere Erkrankung dahinter stecken könnte. Grundsätzlich kann man sich daran orientieren, wie lange die Blutung anhält, beziehungsweise ob es immer wieder beginnt, stark zu bluten. Ist das Nasenbluten nach einer Viertelstunde nicht vorbei, dann sollte man zur Sicherheit einen Arzt kontaktieren oder bei Verdacht auf eine schlimmere Verletzung den Rettungsdienst rufen.

In diesen Situationen sollten sie einen Arzt rufen:

  • Das Kind hat sich zuvor den Kopf angeschlagen.
  • Das Kind hat sich möglicherweise die Nase gebrochen.
  • Das Kind hat Atembeschwerden.
  • Das Kind blutet auch an anderen Stellen (z. B. Rachen, Ohren).
  • Das Kind hat einen Fremdkörper (z. B. Spielzeug) in der Nase.
  • Das Nasenbluten lässt sich nicht stoppen – es dauert länger als 15 Minuten an.

Nasenbluten vorbeugen

Hat häufiges Nasenbluten seinen Ursprung in trockenen Schleimhäuten, kann man diese mit speziellen Salben oder Nasenöl aus der Apotheke feucht halten, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung mit einem Luftbefeuchter erhöhen und darauf achten, dass das Kind ausreichend trinkt.

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Neigt das Kind zum Nasenbluten, sollten Eltern ihm vermitteln, dass es sich Nasebohren und kräftiges Schnäuzen abgewöhnen sollte.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

Nasenbluten – Ursachen und Risiken

Nasenbluten tritt auf, wenn die feinen Gefäße in der stark durchbluteten Nasenschleimhaut verletzt werden. Im vorderen Teil der Nase, dem so genannten Locus Kießelbachi, treffen gleich mehrere Blutgefäße zusammen, deshalb entstehen hier die meisten Blutungen (90%). Blutungen im vorderen Teil der Nase sind fast immer harmlos. Gefährliche Blutungen entstehen häufiger im hinteren Teil der Nase.

Die Ursachen sind entweder lokal, d.h. sie liegen im Bereich der Nase und Nasennebenhöhlen, oder systemisch bedingt, z.B. als Symptom einer Erkrankung oder als Begleiterscheinung einer Medikamenteneinnahme oder einer körperlichen Entwicklungsphase.

Lokale Ursachen von Nasenbluten

Oft reicht schon ein kräftiges Schnäuzen der Nase oder Nasenbohren, um die empfindlichen Gefäße der Nase einreißen zu lassen und dadurch Nasenbluten auszulösen. Dies wird durch eine vorgeschädigte Nasenschleimhaut begünstigt: Überheizte Räume im Winter, Klimaanlagen im Sommer oder Allergien, wie beispielsweise Heuschnupfen sorgen für trockene, gereizte Schleimhäute. Auch abschwellende Nasentropfen oder -sprays sollte man den Nasenschleimhäuten zuliebe nur kurzzeitig verwenden. Ist die Schleimhaut stark geschädigt, können Blutungen auch scheinbar ohne jeden Grund auftreten.

Nasenbluten kann auch durch äußere Einwirkung, wie einen Schlag oder einen Sturz, ausgelöst werden – unabhängig davon, ob das Nasenbein bzw. die Nasenscheidewand gebrochen ist oder keine Fraktur vorliegt. Stecken sich Kleinkinder einen Fremdkörper (z.B. eine Erdnuss, eine Erbse, eine Perle oder einen kleinen Knopf) in ein Nasenloch, kann dies durch eine Verletzung der Nasenschleimhaut ebenfalls Nasenbluten verursachen.

Veränderungen an der Nasenscheidewand, wie z.B. Eiteransammlungen (Abszess) oder kleine Risse bzw. Löcher in der Scheidewand (Perforation), können auch zu Blutungen unterschiedlicher Stärke führen. In seltenen Fällen muss bei wiederholtem Nasenbluten an gut- oder bösartige Tumoren (Neoplasien) in der Nasenhöhle oder in der Nasennebenhöhle gedacht werden.

Systemische Ursachen von Nasenbluten

Nasenbluten als Symptom einer Erkrankung

Nasenbluten kann manchmal auch als Begleitsymptom oder Vorbote einer ernst zu nehmenden Krankheit auftreten. Deshalb sollten Sie bei häufigen, ungeklärten Blutungen Ihren HNO-Arzt aufsuchen.

Zu den so genannten systemischen Auslösern für Nasenbluten gehören vor allem Nierenerkrankungen und Gefäß-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) und Arteriosklerose. Aber auch bei fieberhaften Infektionen wie Grippe oder Masern kommt es zu einer verstärkten Durchblutung der Schleimhäute und damit eventuell häufiger zu Blutungen. Dies gilt ebenso wenn die Nasenschleimhaut in Folge von Erkältungskrankheiten und Allergien entzündet ist.

Auch Patienten mit der Bluterkrankheit (Hämophilie), Leukämie, einer angeborenen Funktionsstörung der Blutplättchen (Thrombopathie) oder der seltenen vererbbaren Gefäßerkrankung Morbus Osler neigen zu Nasenbluten.

Nasenbluten durch Medikamente

Medikamente, die die Blutgerinnung im Körper hemmen, so genannte Antikoagulanzien, nennt man umgangssprachlich auch Blutverdünner. Sie führen zu erhöhter Blutungsneigung und damit öfter mal zu Nasenbluten. Dazu gehören z.B. Acetylsalicylsäure (ASS) und die Wirkstoffgruppe der Kumarine bzw. Cumarine, die gezielt den Spiegel des Vitamins K im Körper senken, welches zur Blutgerinnung benötigt wird.

Nasenbluten bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen kommt es häufig auch ohne Fremdeinwirkung zu Blutungen im vorderen Teil der Nase. Das ist meistens völlig harmlos. Bei Kindern und Jugendlichen passiert das öfter im Zuge starker Wachstumsschübe, z.B. während der Pubertät.

Nasenbluten in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sind alle Schleimhäute stärker durchblutet, daher kommt es leichter zu Nasenbluten. Das ist völlig ungefährlich.

Nasenbluten bei Kindern: Was Eltern unbedingt darüber wissen sollten!

Blut ist für uns immer ein Alarmsignal. Denn wo Blut fließt, liegt eine Verletzung vor. Eltern erschrecken also sehr, wenn ihre Kinder sie zum ersten Mal mit Nasenbluten überraschen. Doch die blutende Nase hat oft harmlose Ursachen. Eltern sollten also ruhig bleiben und nicht in Panik geraten und womöglich auch noch ihr Kind zusätzlich beunruhigen. Um beim Nasenbluten bei Kindern richtig reagieren zu können sollten Eltern daher die folgenden Infos kennen.

Nasenbluten bei Kindern: Das sind die Ursachen

Schuld für das Nasenbluten, auch bei Kindern, ist in der Regel eine geplatzte Ader in der Nasenschleimhaut. Manchmal reicht schon ein Schnupfen oder das kräftige Pusten ins Taschentuch und schon fließt Blut.
Auch die folgenden Ursachen können Nasenbluten hervorrufen:

  • Nasebohren,
  • eine Allergie,
  • trockene Luft,
  • ein (leichter) Stoß gegen die Nase.

Woher kommt das Nasenbluten im Schlaf?
Auch im Schlaf kann das Nasenbluten Kinder und Eltern überraschen. Scheinbar aus heiterem Himmel wachen die Kleinen auf und rufen erschrocken nach Mama und Papa. Zugegeben, das kann, vor allem wenn das Nasenbluten häufiger auftritt, anstrengend und kräftezehrend sein, aber in der Regel ist auch das nächtliche Nasenbluten unbedenklich und auf dieselben Ursachen wie am Tag zurückzuführen.

Warum haben manche Kinder öfter Nasenbluten?

Bei manchen Kindern liegen die Adern im äußeren Bereich der Nasenschleimhaut und sind deshalb empfindlicher für äußere Einflüsse. Weil sie unmittelbar unter der Haut liegen, reicht ein kleiner Stoß, kräftiges Naseputzen oder einfach nur das Reiben der Nase und schon blutet sie.

Nasenbluten bei Kindern: Was tun?

Nasenbluten bei Kindern stoppen: Was ihr tun und was ihr vermeiden solltet!

Die erste Regel für Eltern, wenn ihr Kind Nasenbluten hat: ruhig bleiben. Das Kind ist erschrocken genug über die blutende Nase, wenn die Eltern zusätzlich Panik verbreiten, hilft das niemandem. Dann ist es wichtig, dass das Kind aufrecht sitzt und den Kopf leicht nach vorne beugt. Niemals den Kopf in den Nacken legen (so wie man es früher gern gemacht hat). Das Blut sollte nicht in den Rachen und Magen laufen, denn das kann zusätzlich zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Das richtige Verhalten bei Nasenbluten:

  • den Kopf nach vorn beugen,
  • das blutende Nasenloch (mit einem Taschentuch) vorsichtig zudrücken.
  • dem Kind eventuell zusätzlich einen feuchten, kühlen Lappen in den Nacken legen, um das Nasenbluten zu stoppen.

Nach etwa fünf bis zehn Minuten sollte die Blutung bereits weniger geworden sein. Sollte es noch immer bluten, einfach das Nasenloch ein bisschen länger zudrücken.

Da sich das Blut in der Nase gesammelt hat, kann es dem Kind helfen, einmal ein bisschen kräftiger zu schnäuzen. Es ist unangenehm, wenn man kurze Zeit nach dem Nasenbluten einen großen Blutklumpen schlucken muss. Es kann sein, dass nach dem Schnäuzen noch einmal ein bisschen Blut fließt (weil die Wunde ja erst frisch geschlossen war und so vielleicht wieder aufreißt). Aber auch das sollte sich binnen weniger Minuten einstellen.

Ihr solltet eurem Kind möglichst kein Taschentuch oder ähnliches in die Nase stecken, um das Bluten zu stoppen. Denn wenn ihr das anschließend heraus zieht, kann es sein, dass ihr damit die Wunde erneut aufreißt und es direkt wieder zu bluten beginnt. Besser ist es, das Nasenbluten über den Druck von außen zu stoppen.

Das sollte man bei Nasenbluten vermeiden:

  • den Kopf in den Nacken legen.
  • ein Taschentuch, einen Wattebausch oder ähnliches in die Nase stecken, um das Blut zu stoppen.

Nasenbluten bei Kindern: Wann muss man zum Arzt?

Nasenbluten bei Kindern hat in der Regel keine ernsthaften Ursachen oder Folgen. Es sieht zwar gefährlich aus, wenn das Blut aus der Nase tropft, wenn das Nasenbluten aber nicht übermäßig stark ist und innerhalb von 15 Minuten nachlässt, besteht kein Grund zur Sorge. Auch häufiges Nasenbluten muss Eltern nicht alarmieren. Sollten sie sich Sorgen machen, schadet ein Besuch beim HNO aber nicht.
Unbedingt wegen des Nasenblutens zum Arzt gehen sollten Eltern in den folgenden Situationen:

  • wenn der Nasenrücken schief, geschwollen und schmerzempfindlich ist. Es könnte sein, dass die Nase gebrochen ist.
  • wenn sich das Kind den Kopf vor dem Nasenbluten gestoßen hat
  • Vor allem bei kleineren Kindern kann es sein, dass sie sich etwas in die Nase gesteckt haben, was nun das Nasenbluten verursacht. Auch in diesem Fall sollten Eltern zum Arzt gehen.

Nasenbluten bei Kindern vorbeugen: Das hilft!

Wenn ein Kind häufig zu Nasenbluten neigt, kann ein Besuch beim HNO Arzt helfen. Oft tritt Nasenbluten im vorderen Bereich der Nase auf. Genau da hat der Arzt die Möglichkeit, die betroffenen Gefäße in der Nasenschleimhaut zu veröden. Mit einem speziellen Gerät wird über elektrischen Strom Hitze erzeugt, welche die betroffenen Gefäße verbrennt und verschließt. Das Veröden ist sinnvoll für Kinder, die häufig und schnell Nasenbluten bekommen.
Außerdem können Eltern präventive Maßnahmen ergreifen, um das Nasenbluten ein wenig zu mindern:

  • Es gibt Sprays und Salben, die die Nasenschleimhäute des Kindes feucht halten.
  • Auch ein Luftbefeuchter kann die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung oder im Haus erhöhen und so dabei helfen, das Nasenbluten zu minimieren.

Unmittelbar nach dem Nasenbluten sollte das Kind nicht gleich wieder Vollgas beim Spielen geben. Auch wenn es sich beim Nasenbluten meist um eine kleine, unbedenkliche Wunde handelt, zum Heilen benötigt auch sie ein paar Stunden Zeit.
Das Kind sollte außerdem wissen, dass Nasebohren oder das kräftige Schnäuzen ins Taschentuch Nasenbluten begünstigen kann. Statt also wie Benjamin Blümchen mit voller Wucht ins Taschentuch zu tröten, solltet ihr ihm zeigen, wie es sich vorsichtig die Nase putzen kann.

Nasenbluten bei Kindern: Wann hört es auf ständig zu bluten?

Tatsächlich ‚verwächst‘ sich das Nasenbluten irgendwann. Besonders in starken Wachstumsschüben, wie beispielsweise in der Pubertät, neigen Kinder öfter zu Nasenbluten. Wenn die Schübe also überstanden sind, sollte auch das Nasenbluten weniger werden.

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Nasenbluten bei Kindern

Kinder leiden häufiger unter Nasenbluten.

Nasenhöhlenwand mit Blutgefäßen: Die Blutgefäße sind sehr weich und können daher leicht verletzt werden . ()

Die Nase blutet – was soll man machen?

Kinder erschrecken oft vor dem eigenen Blut. Beruhigen Sie daher erstmal Ihr Kind. Machen Sie ihm klar, dass es sich lediglich um eine Kleinigkeit handelt, die bald wieder vergeht. Danach setzen Sie Ihr Kind auf Ihren Schoß und fordern es auf, durch den Mund zu atmen. Nun drücken Sie ihm beide Nasenflügel gegeneinander. Das können Sie getrost mit den bloßen Fingern oder mit einem Taschentuch machen. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind noch genügend Luft durch den Mund bekommt.

Üben Sie etwa fünf Minuten lang einen gleichmäßigen Druck auf die Nasenflügel aus. Zusätzlich soll dem Kind etwas Kühles in den Nacken gelegt werden, z. B. ein feuchter Waschlappen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind kein Blut schluckt, da dies in der Folge zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Ältere Kinder können – nachdem Sie ihnen das beigebracht haben – sich die Nase auch allein zuhalten. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind dabei den Kopf nicht nach hinten überstreckt.

Um die Zeit zu überbrücken, sollten Sie Ihr Kleinkind ablenken. Lesen Sie ihm z. B. eine Geschichte vor. Nachdem die Blutung aufgehört hat, sollte Ihr Kind für einige Stunden nicht herumtollen. Die Wunde ist noch frisch, die Äderchen würden erneut platzen. Sagen Sie Ihrem Kind auch, dass es in den nächsten Tagen auf keinen Fall in der Nase bohren darf. Blutkrusten können durch die Verwendung von Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung sowie durch Nasensalben leichter gelöst und abgeschnäuzt werden.

Nicht immer gelingt es Ihnen, mit Hilfe des Zusammendrückens der Nasenflügel die Blutung auf Anhieb zu stoppen. Spätestens nach drei missglückten Versuchen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Warum halten Sie die Nase des Kindes zu?

Durch das Zusammendrücken der Nasenflügel klemmen Sie die feinen Äderchen in der Nase ab. Das Loch im Gefäß verklebt und die Blutung hört auf.

Warum muss das Kind aufrecht sitzen?

Wenn Sie Ihr Kind hinlegen würden, hätte das einen höheren Blutdruck im Kopf zur Folge. Dadurch aber wäre auch der Druck in den Äderchen erhöht – die Blutung ließe sich noch schwerer stoppen. Außerdem würde das Blut leichter geschluckt werden und das kann Übelkeit auslösen.

Warum bekommen manche Kinder öfters Nasebluten?

Bei manchen Kindern liegen die Adern im äußeren Bereich der Nasenschleimhaut. Die Nähe zur Haut macht sie gegen äußere Einflüsse wie Schnupfen, Nasenbohren, Naseputzen, Reiben und wildes Spielen empfindlich.

Wann sollten Sie den Arzt aufsuchen?

Der Arzt sollte konsultiert werden, wenn

  • sich das Kind vorher den Kopf angeschlagen hat.
  • Sie befürchten, dass sich Ihr Kind die Nase gebrochen hat.
  • das Nasenbluten nicht gestoppt werden kann, oder es länger als 15 Minuten dauert, bis die Blutung aufhört.
  • Ihr Kind häufig Nasenbluten hat.
  • Ihr Kind Atembeschwerden hat.
  • Ihr Kind auch an anderen Stellen blutet, wie z. B. in Rachen und Ohren.
  • Ihr Kind einen Fremdkörper in der Nase hat oder Sie nicht sicher sind, ob dies der Fall ist.

+++ Mehr dazu: Nasenbluten +++

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Stand der medizinischen Information: Dezember 2018

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Nasenbluten bei Babys und Kleinkindern

Die verschiedenen Ursachen für Nasenbluten

Sehr häufig blutet die Nase, wenn es in der Nasenspitze aufgrund von bohrenden Fingern, Fingernägeln oder anderen mechanischen Reizen zu Verletzungen kommt. Da sich innerhalb der Nase ein sehr dichtes Netz an Blutgefäßen befindet, verursachen schon kleinere Beschädigungen eine stärkere Blutung aus der Nase.

Auch ein Schlag auf die Nase kann zu einer Verletzung dieses Gefäßgeflechts und somit zum Nasenbluten führen. Erkältungskrankheiten, wie Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), sowie trockene Raumluft greifen ebenfalls die Schleimhäute in der Nase an und sind ein häufiger Grund für das Nasenbluten sowohl bei kleinen Kindern als auch bei Erwachsenen.

Weiterhin können Medikamente, die blutverdünnend wirken (wie Aspirin oder Marcumar), bei kleineren Verletzungen in der Nase zu intensiveren Blutungen führen. Kommt es bei einem Kind häufiger zum Nasenbluten ohne ersichtliche Ursache, sollte dies unbedingt ärztlich untersucht werden. Verschiedene Krankheiten, die allerdings bei Kindern sehr selten vorkommen, können zu regelmäßigem Nasenbluten führen. Zu ihnen gehören:

  • Bluthochdruck,
  • Leukämie (Blutkrebs),
  • Wucherungen innerhalb der Nase oder der Nasennebenhöhlen,
  • krankhafte Bildung sogenannter Morbus Osler Gefäßknötchen.

In äußerst seltenen Fällen führen angeborene Blutgerinnungsstörungen, der Kontakt mit Chemikalien, Vitamin-K oder Vitamin-C-Mangel (Skorbut) zum Nasenbluten.

Verlauf und mögliche Gefahren

Oft setzt das Nasenbluten bei Kindern unvermittelt ein und ist nach wenigen Minuten auch wieder vorbei. Je nach Intensität und Dauer kann es allerdings zu Übelkeit und Erbrechen führen, da das Blut auch den Rachen entlang zum Magen läuft. Wenn viel Blut im Magen verklumpt, kann es als Brechmittel wirken.

Es kommt zum Erbrechen, was wiederum den Druck auf die Nasenwände verstärkt und die Blutung anregt. Beim Einatmen von Blut bzw. beim Verschlucken sowie bei zu hohem Blutverlust kann es unter Umständen zu Bewusstlosigkeit kommen. In den letzten Fällen sollte unbedingt ein Notarzt gerufen werden.

Nasenbluten beim Kind – das können Sie tun

In den meisten Fällen des Nasenblutens reicht es, dem Kind ein Taschentuch zu geben und leicht die Nasenflügel zu Blutstillung zusammenzudrücken. Die Haltung des Kindes sollte stets aufrecht sein, damit einerseits das Blut nicht den Rachen entlang läuft und andererseits sichtbar wird, wie viel Blut das Kind wirklich verliert.

Ein kalter Lappen im Nacken kann zudem die Blutung minimieren, da er reflektorisch zu einer Verengung der Nasengefäße führt. Bewahren Sie Ruhe und beruhigen Sie das Kind. Nur wenn die Intensität des Nasenblutens nicht nachlässt oder sich verstärkt, ist ärztliche Hilfe notwendig. Blut, welches in den Mundraum gelangt, sollte ausgespuckt und nicht hinuntergeschluckt werden.

Lässt sich die Blutung in der Nase beispielsweise aufgrund der Einnahme blutverdünnender Medikamente nicht stoppen, haben Ärzte die Möglichkeit die offene Stelle in der Nase mit einer Trichloressigsäure oder Chromsäureperle zu verätzen. Führt dies nicht zum Erfolg, werden Wattetampons genutzt.

In einigen Fällen stoppt eine sogenannte Elektroagulation, die die Verletzung verödet, das Nasenbluten. In äußerst wenigen Fällen, wenn die Blutung nicht gestoppt werden kann, ist ein operativer Eingriff notwendig, bei dem das Hauptgefäß kurzzeitig abgeklemmt wird.

Nasenbluten vorbeugen

Indem Sie mechanische Reize, wie zu heftiges Schnäuzen und Nasebohren, bei ihrem Kind sowie trockene Raumluft vermeiden, beugen Sie den häufigsten Ursachen für das Nasenbluten vor. Für eine ausreichende Befeuchtung der Nasenschleimhaut sollten Sie nicht nur auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten.

Auch die Flüssigkeitszufuhr sollte entsprechend hoch sein, um die Selbstbefeuchtung der Nasenschleimhaut zu unterstützen. Animieren Sie Ihr Kind dazu, ausreichend zu trinken.

Nasenbluten (Epistaxis)

Letzte Änderung: 11.05.2018
Verfasst von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Keine Panik: Nasenbluten sieht meist schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist! In der Regel ist die Ursache harmlos und nach einigen Minuten hört es von selbst wieder auf. Trotzdem fragen sich viele: Was tun, wenn plötzlich Blut aus der Nase tropft oder schießt?

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Definition
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Was tun?
  • Quellen

Generell gilt bei Nasenbluten: Bleiben Sie ruhig und beugen Sie Ihren Kopf nach vorne, damit das Blut aus der Nase abfließen kann. Nehmen Sie, wenn möglich, eine aufrechte Position ein – das heißt: Stellen oder setzen Sie sich hin und lassen Sie das Blut aus der Nase herausfließen. Gleichzeitig sollten Sie das betroffene Nasenloch für einige Zeit zudrücken, bis die Blutung stoppt oder bis weitere Maßn­ahmen getroffen werden könn­en.

Hört das Nasenbluten nach 15 Minuten nicht auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren. Der Arzt kann die Blutung mithilfe spezieller Nasentamponaden stoppen.

In den meisten Fällen ist keine weitere Behandlung notwendig. Wer jedoch ständig Nasenbluten ohne ersichtlichen Grund hat, bei dem kann es sinnvoll sein, dass der Arzt das häufig blutende Gefäß in der Nase verödet, zum Beispiel mittels Laser.

Warum man den Kopf nicht nach hinten in den Nacken legen sollte

Bei Nasenbluten sollte man den Kopf stets nach vorne neigen – nicht nach hinten! Neigt man den Kopf nach hinten, fließt das Blut in den Rachen ab und kann so in die Lunge oder in den Magen gelangen. Das kann beim Betroffenen zu Husten oder Übelkeit und Erbrechen (Bluterbrechen) führen. Gelangt beim Nasenbluten Blut in den Mundraum, ist es deshalb auch ratsam, das Blut auszuspucken und nicht runterzuschlucken.

Nasenbluten: Das sind die Ursachen

Nasenbluten (fachsprachlich Epistaxis) entsteht, wenn eines der feinen Blutgefäße der Nasenschleimhaut aufplatzt oder einreißt. Meist gibt es dafür eine harmlose Erklärung. Gerade bei Kindern und Jugendlichen tritt Nasenbluten oft auch ohne erkennbaren Grund auf.

Die häufigsten Ursachen für Nasenbluten sind

  • zu tiefes Nasebohren (vor allem bei Kindern),
  • eine Entzündung der Nasenschleimhaut im Rahmen einer Erkältung,
  • Bluthochdruck und
  • gerinnungshemmende Medikamente (sog. Antikoagulantien).

Insbesondere im Winter kann Nasenbluten häufiger vorkommen, da die warme Heizungsluft die Nasenschleimhäute austrocknet. Die trockene Nasenschleimhaut ist dann nicht mehr so widerstandsfähig und kann schneller einreißen – zum Beispiel beim Naseputzen oder durch heftiges Niesen.

Tipp: Wer im Winter aufgrund einer trockenen Nasenschleimhaut häufiger Nasenbluten ohne Grund bekommt, der sollte auf ein Nasenspray mit Meerwasser oder einer isotonischen Salzlösung zurückgreifen. Diese Präparate befeuchten die Nasenschleimhaut und haben in der Regel keine Nebenwirkungen.

Neben trockener Luft gibt es noch weitere Faktoren, die die Entstehung von Nasenbluten begünstigen können – zum Beispiel eine Schwangerschaft oder Stress.

  • Stress führt dazu, dass der Blutdruck steigt. Anhaltender Bluthochdruck wiederum erhöht das Risiko von Nasenbluten, oft begleitet von anderen Symptomen wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Ohrensausen.
  • Schwangere haben durch die hormonelle Umstellung gerade in der zweiten Schwangerschaftshälfte einen erhöhten Blutdruck. Gleichzeitig wird das Bindegewebe im Körper aufgelockert, was auch die Schleimhaut in der Nase betrifft. Die Blutgefäße in der jetzt stärker durchbluteten Nasenschleimhaut sind anfälliger für Verletzungen – schon kräftiges Putzen kann in der Schwangerschaft manchmal zu Nasenbluten führen.

Darüber hinaus gibt es einige blutverdünnende und gerinnungshemmende Medikamente (wie z.B. ASS, Phenprocoumon, Heparin, Hirudin, Dabigatran oder Rivaroxaban), die Nasenbluten verursachen können. Häufig lässt sich das Nasenbluten bei diesen Patienten nicht so gut stoppen, da die Blutung aufgrund der blutverdünnenden Medikamente länger anhält.

In seltenen Fällen können auch verschiedene Krankheiten hinter dem Nasenbluten stecken, zum Beispiel

  • Nasenpolypen,
  • Nasensteine,
  • Nasennebenhöhlenentzündung,
  • Nasentumoren,
  • Gefäß- und Kreislauferkrankungen (wie Morbus Osler oder Arteriosklerose),
  • ein Vitaminmangel (z.B. ein Mangel an Vitamin C, Vitamin D oder Vitamin K),
  • Bluterkrankheiten (Hämophilie, Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom) oder
  • Leukämie (Blutkrebs).

Bei häufigem Nasenbluten sinnvoll: Diagnose durch den Arzt

Gelegentliches Nasenbluten ist in der Regel harmlos. Bei häufigem und starkem Nasenbluten ist es jedoch wichtig, eine gezielte Diagnose durch den HNO-Arzt stellen zu lassen. Nasenbluten (auch Epistaxis genannt) erkennt man am Austritt von hellrotem oder dunkelrotem, mitunter verklumptem (koaguliertem) Blut aus einem oder beiden Nasenlöchern.

Um herauszufinden, was genau das Nasenbluten verursacht hat, führt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine sogenannte Nasenspiegelung (Rhinoskopie) durch. Meist reicht die Spiegelung der vorderen Nasenabschnitte aus, um die Blutungsquelle zu ermitteln. Dabei betrachtet der HNO-Arzt die Nasenhöhle und die vorderen Nasengänge mittels Nasenspekulum – einem zangenartigen Gerät mit trichterförmiger Spitze, sowie einer Lichtquelle oder einem reflektierenden Spiegel.

Gegebenenfalls sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um Verletzungen auszuschließen. Bei einem schweren Schlag auf die Nase beispielsweise ordnet der Arzt eine Röntgenaufnahme des Kopfs an. Auf dem Röntgenbild kann er erkennen, ob Verletzungen im Nasen- und Kopfbereich vorliegen.

Weitere bildgebende Verfahren, welche der Arzt bei häufigem und starkem Nasenbluten heranziehen kann, sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT), ebenso die Angiographie zur Darstellung der Blutgefäße. Diese Verfahren kommen bei Nasenbluten aber nur sehr selten zum Einsatz.

Um Allgemeinerkrankungen wie Bluthochdruck oder Blutarmut als Ursache des häufigen Nasenblutens nachzuweisen, sind weitere Untersuchungen durch einen Allgemeinarzt oder Facharzt für Innere Medizin (Internist) erforderlich.

Was tun, um das Nasenbluten zu stoppen?

  1. Setzen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie den Kopf leicht nach vorne. Das Blut soll herausfließen. Sollten Sie nicht in der Lage sein, aufrecht zu sitzen, sollten Sie sich auf die Seite legen.
  2. Kühlen Sie den Nacken und den Mundraum – zum Beispiel mit einem kalten Waschlappen oder einer kalten Kompresse. Auch das Lutschen von Eiswürfeln kann helfen. Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße verengen.
  3. Drücken Sie die Nasenflügel ein paar Minuten lang im vorderen Bereich mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Normalerweise hört die Blutung kurze Zeit danach auf.

Will das Nasenbluten einfach nicht aufhören, das heißt wenn es länger als 15 Minuten anhält, sollte man unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren. Der Arzt kann das Nasenbluten stoppen, indem er zum Beispiel spezielle Nasentamponaden in die Nase einführt. Auch abschwellende Nasensprays können manchmal helfen, das Nasenbluten zu stoppen.

Hat der Arzt das blutende Gefäß in der Nase ausfindig gemacht, kann er dieses auch mithilfe von 40-prozentiger Trichloressigsäure verätzen, sodass die Blutung aufhört.

Nasenbluten bei Kindern: Was tun, wenn das Kind Nasenbluten hat?

Nasenbluten kommt bei Kindern – vor allem bei Kleinkindern – häufig vor. Ursache ist dann meist zu tiefes Nasebohren oder ein Schlag auf die Nase beim Spielen oder Raufen. Besonders bei Kleinkindern kann es auch vorkommen, dass sie sich Fremdkörper, etwa eine Murmel, in die Nase stecken und damit die empfindliche Nasenschleimhaut verletzen. Nur selten steckt eine Erkrankung dahinter.

Wenn das Kind auf einmal aus der Nase blutet, ist es zunächst wichtig, dass es den Kopf nach vorne beugt, damit kein Blut in den Magen oder die Atemwege gelangt. Anschließend können die Eltern oder die Aufsichtsperson versuchen, das Nasenbluten durch Kühlung des Nackens zu stoppen. Dazu eignet sich ein kalter, feuchter Waschlappen, den man dem Kind auf den Nacken legt.

Gleichzeitig sollte sich das Kind mit einem Taschentuch die Nase zudrücken, um das Nasenbluten zu stillen. Bei besonders starkem Nasenbluten eignet sich hierfür auch eine Nasentamponade.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind besonders häufig Nasenbluten hat? Dann machen Sie einen Termin beim Kinderarzt aus. Er kann feststellen, warum die Nase bei Ihrem Kind häufiger blutet als bei anderen Kindern. Hat er die Ursachen erkannt, kann der Kinderarzt selbst oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt meist gleich mit der geeigneten Therapie beginnen – zum Beispiel, indem er ein erweitertes Blutgefäß der Nase verödet (Embolisation).

Quellen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Nasenbluten (Epistaxis)“:

  • Blutung aus den Atemwegen

Quellen:

Epistaxis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 22.6.2017)

Almis, H., et al.: Evaluation of vitamin D levels in children with primary epistaxis. International Journal of Pediatric Otorhinolaryngology, Vol. 89, pp. 97-101 (2016)

Schoppmeyer, M.-A.: Gesundheits- und Krankheitslehre. Urban & Fischer, München 2014

Klingelhöfer, E., Wacker, C.: Endspurt Klinik: Innere und Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2013

Schneider, T. et al.: Taschenatlas Notfall & Rettungsmedizin. Springer Verlag, Berlin 2010

Schoppmeyer, M.-A.: Gesundheits- und Krankheitslehre. Urban & Fischer, München 2014

Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin 2007

Mader, F. H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer Verlag, Berlin 2007

Letzte inhaltliche Prüfung: 14.08.2017
Letzte Änderung: 11.05.2018

Nasenbluten tritt auf, wenn die feinen Gefäße der kräftig durchbluteten Nasenschleimhaut verletzt werden. Dabei sieht es meistens schlimmer aus, als es ist. Nasenbluten ist oft harmlos und führt nur in äußerst seltenen Fällen zu schwerwiegenden Problemen. So kann es beispielsweise zu einer Übelkeit kommen, wenn das Blut ausversehen eingeatmet wird und in den Magen gelangt.

Die Ursachen für das Bluten können vielfältig sein: Heftiges Schnäuzen oder Niesen, trockene Nasenschleimhäute, eine innere Verletzung z.B. durch den Fingernagel oder bei einem Unfall bzw. beim Sport. Doch kann Nasenbluten auch durch Stress ausgelöst werden?

Mögliche Ursachen

Durch Stress steigt der Blutdruck und anhaltender Bluthochdruck wiederum erhöht das Risiko von Nasenbluten. Aber natürlich ist es in den meisten Fällen auch eine Wechselwirkung aus mehrere Ursachen. Leidest Du sehr häufig an Nasenbluten, solltest Du versuchen herauszufinden, welche Faktoren das Nasenbluten auslösen.

So kann es auch oft sein, dass der Stress eher durch das Nasenbluten ausgelöst bzw. verstärkt wird und nicht umgekehrt. Bluthochdruck, der nicht unbedingt aus Stresssituationen resultiert, kann man zum Beispiel durch kreislaufstärkenden Maßnahmen, wie regelmäßigen (Ausdauer-)Sport oder auch Saunabesuchen, in den Griff bekommen

Grundsätzlich ist aber natürlich zu beachten: Häufiges ungewöhnlich stark auftretendes Nasenbluten sollte man auf jeden Fall ernst nehmen und sich von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) untersuchen lassen.

Bei Kindern und Jugendlichen kann das Nasenbluten auch öfter im Zuge starker Wachstumsschübe, z.B. während der Pubertät, auftreten. Und auch bei Frauen in der Schwangerschaft sollte man sich nicht zu sehr vom Bluten der Nase erschrecken lassen. In dieser Phase sind alle Schleimhäute stärker durchblutet und daher ist man anfälliger für das Nasenbluten.

Sofortmaßnahmen bei Nasenbluten

Wenn das Blut aus der Nase rinnt, sind die meisten Menschen zuerst etwas geschockt. Du solltest dennoch versuchen, ruhig zu bleiben. Denn mit einigen kleinen Maßnahmen lässt sich die Blutung normalerweise innerhalb weniger Minuten stoppen:

  • Gerade hinsetzen
  • Nacken oder die Nasenwurzel kühlen. Im Idealfall mit einem feuchten Handtuch oder einer Kompresse. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Blutung nimmt ab.
  • Den Kopf nach vorne beugen, damit das Blut aus der Nase fließen kann.
  • Die Nasenflügel für etwa fünf bis zehn Minuten ohne Pause fest zusammendrücken. Dabei entspannt durch den Mund ein- und ausatmen.
  • Anschließend die Nase wieder loslassen.
  • Wenn es weiter blutet, den Vorgang wiederholen

Lässt sich die Blutung nicht stoppen, sollte der Betroffene zum Arzt gebracht werden.

Auf keinen Fall solltest Du den Kopf in den Nacken legen. Viele Betroffene neigen den Kopf reflexartig nach hinten, um den Blutfluss aus der Nase einzuschränken. Dadurch kann das Blut aber nach hinten in den Rachen und so in die Speiseröhre gelangen. Das Blut im Magen kann dann Übelkeit bzw. Erbrechen auslösen. Ebenso besteht die Gefahr, dass das Blut in die Atemwege gerät.

Oft hängt das Nasenbluten mit einer empfindliche Nasenschleimhaut zusammen. Deswegen sollte man diese bei einer gewissen Anfälligkeit regelmäßig pflegen. Außerdem sollte man stets auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit im Raum achten. Denn trockene Luft ist schädlich für Nasenschleimhaut.

Ganz allgemein hilft natürlich auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie ausreichend Bewegung.

Nasenbluten (Epistaxis): Plötzlich einsetzender Blutaustritt aus einem oder beiden Nasenlöchern, meist durch Verletzungen der gefäßreichen Nasenschleimhaut.

Häufigste Ursachen sind Gewalteinwirkung oder starke Trockenheit der Nasenschleimhaut. Nasenbluten ist meist harmlos und führt nur in äußerst seltenen Fällen zum Verbluten – viel reeller ist die Gefahr, dass das Blut aus Versehen eingeatmet wird oder in den Magen gelangt und Übelkeit hervorruft.

Hinweis: Die Blutverluste aus der Nase werden in aller Regel überschätzt (schon 5 Milliliter können ein Taschentuch durchtränken). Daher sehen Blutungen aus der Nase fast immer dramatischer aus als sie sind.

Rechte Nasenhöhle aus endoskopischer Perspektive: Auf der Nasenmuschel ist Blut aufgelagert.
Prof. Dr. med. Gerhard Grevers, Starnberg

Leitbeschwerden

  • Leichte bis starke Blutung aus der Nase

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • wiederholt Nasenbluten auftritt.

Sofort, wenn

  • Nasenbluten die Folge einer Gewalteinwirkung auf Kopf oder Nase ist.
  • die Blutung nach 30 Minuten (bei Kindern nach 20 Minuten) nicht zum Stillstandkommt.
  • Hintergrund­informationen anzeigen

Die Erkrankung

Zu den Aufgaben der Nasenhöhle gehört das Anwärmen der Atemluft. Dazu ist die Nasenschleimhaut mit einem dichten Geflecht von Blutgefäßen durchzogen. Häufigste Quelle von Nasenbluten ist der Locus Kiesselbachii, eine besonders gefäßreiche Gegend im Bereich der Nasenscheidewand.

Ursachen

  • Folge von Gewalteinwirkung, z. B. bei einem Nasenbeinbruch oder bei Kleinkindern durch „Nasebohren“ oder einen Fremdkörper in der Nase.
  • Austrocknen der Nasenschleimhaut durch trockene Raumluft (überheizte Räume im Winter, Klimaanlagen im Sommer) oder virale sowie allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut. Oft heilen die betroffenen Stellen schlecht ab, sodass gebildeter Schorf immer wieder abreißt und es wiederholt zu Nasenbluten kommt.
  • Seltener: Nasenscheidewandverbiegung, starker Bluthochdruck, fieberhafte Infektionen (z. B. Masern) und Blutgerinnungsstörungen bzw. Einnahme gerinnungshemmender Medikamente.

Diagnosesicherung

Der Arzt untersucht die Nase endoskopisch, um die Blutungsquelle zu identifizieren. Dabei achtet er besonders auf trockene und rissige Stellen der Nasenschleimhaut.

Besteht der Verdacht, dass eine innere Erkrankung das Nasenbluten verursacht hat, kommen internistische Untersuchungen wie ein Blutbild, die Bestimmung der Gerinnungsfaktoren oder eine Blutdruckmessung hinzu.

Behandlung

Hat der Arzt die Blutungsquelle gefunden, verschließt er sie durch Verätzung mit Silbernitrat oder mit einem Laser. Manchmal reicht auch schon ein abschwellendes Nasenspray, um die Gefäße zusammenzuziehen.

Lässt sich keine Blutungsquelle identifizieren, die gezielt verschlossen werden kann, muss die Nase tamponiert werden. Dazu führt der Arzt einen mit Salbe getränkten Gazestreifen (z. B. Tampograss®) oder einen speziellen Gel-Schaum in die Nase ein.

Sind zugrunde liegende innere Erkrankungen wie z. B. Gerinnungsstörungen oder fieberhafte Infekte für das Nasenbluten verantwortlich, werden diese ebenfalls behandelt.

Prognose

Nasenbluten ist in den allermeisten Fällen lästig, aber harmlos. Liegt eine Grunderkrankung vor, muss diese natürlich behandelt werden. Das bei Kindern häufige „normale“ Nasenbluten tritt mit zunehmendem Alter immer seltener auf, weil die Gefäße robuster werden.

Der Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Erstmaßnahmen.

Nasenbluten ist ein häufiges, meist harmloses Symptom, das Sie in der Regel ohne ärztliche Hilfe stoppen können. Als Erstmaßnahme setzen Sie sich aufrecht hin, um die Blutzufuhr zum Kopf zu mindern. Beugen Sie den Kopf leicht nach vorn, damit das Blut nicht den Rachen hinunterläuft und Sie es nicht verschlucken. Das Blut, das in den Mund gerät, spucken Sie am besten aus. Nun drücken Sie beide Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger über zehn Minuten hinweg fest gegen die Nasenscheidewand. Ein kalter Lappen oder ein Eisbeutel im Nacken helfen zusätzlich. Blutet die Nase nach diesen Maßnahmen noch immer, drücken Sie nochmals zehn Minuten lang die Nase zusammen. Lässt sich die Blutung nach einer halben Stunde nicht stillen, ist es Zeit, einen Arzt aufzusuchen.

Geeignete Medikamente

Empfindliche Nasenschleimhaut können Sie vorbeugend mit Vaseline oder einer speziellen Nasensalbe (z. B. Bepanthen® Augen- und Nasensalbe mit Dexpanthenol oder GeloSitin® mit Sesamöl) eincremen.

Prävention

Kreislauf stärken.

Viele Menschen neigen lebenslang zum Nasenbluten. An der Nasenschleimhaut sind die Wände der Blutgefäße extrem dünn, und kleinste Irritationen reißen ein solches Gefäß leicht auf. Kinder verletzen meist beim Nasebohren die Gefäße – bei Erwachsenen ist es eher Stress, eine Erkältung oder eine andere Erkrankung, die sich auf diese Weise ankündigt. Wer an allzu häufigem Nasenbluten leidet, sollte versuchen herauszufinden, welche Faktoren das Nasenbluten auslösen. Viele profitieren spürbar von allgemein kreislaufstärkenden Maßnahmen wie regelmäßigen Saunabesuchen oder Ausdauersport.

Luft befeuchten.

Außerdem empfiehlt es sich, die Raumluft möglichst feucht zu halten. Vor allem im Winter haben zentralgeheizte oder klimatisierte Räume zu trockene Luft (relative Luftfeuchtigkeit < 50 %), Abhilfe schaffen Verdunstungsgefäße auf Heizkörpern oder auch große Topfpflanzen. Die Luftfeuchtigkeit steigt auch, wenn Sie die Räume nur moderat heizen – denn mit jedem Grad über 20 °C sinkt die relative Luftfeuchtigkeit um einige Prozent.

Wer seine Nasenschleimhäute von innen befeuchten möchte, kann seine Nase regelmäßig mit Hilfe einer Nasendusche durchspülen. Viele Patienten empfinden dabei vor allem Meersalzwasser als angenehm. Zusatzeffekt der Nasendusche: Allergene, Keime und Fremdkörper werden dabei gleich mit entfernt.

Autoren

Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Diagnosesicherung und Behandlung“ und „Ihr Apotheker empfiehlt“: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am 14.08.2019 um 12:24 Uhr

Epistaxis: Was jeder über Nasenbluten wissen sollte

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Ein wenig schockierend ist es immer. Wenn es hellrot aus der Nase rinnt und sich dunkle Flecken auf dem T-Shirt bilden, nehmen viele Leute lieber gleich Reißaus. Blut, das möchte keiner so recht sehen, und vor allem möchte niemand damit in Berührung kommen. Zu abschreckend, zu eklig und womöglich ist es ja noch infektiös.

Umso schlimmer ist es für den Blutenden: Es tropft und rinnt eben meist unerwartet und ungelegen – im Restaurant, auf der Familienfeier oder im Theater. Bleibt nur zu hoffen, dass immer ein Päckchen Taschentücher zur Hand ist und vor allem, dass die Blutung so schnell wieder vergeht, wie sie begann.

Nasenbluten bei Kindern etwas anders

Irgendwann bekommt jeder einmal Nasenbluten. In jungen Jahren ist an dem ungewollten Aderlass meist ein stark durchblutetes Gefäßknäuel schuld, das sich im vorderen Bereich der Nase befindet. Das sogenannte Kiesselbach-Geflecht liegt an der Nasenscheidewand – und zwar direkt unter der Schleimhautoberfläche. Dort kann es sehr leicht verletzt werden, gerade bei turbulenten Heranwachsenden.

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Weniger popelnde Kinderfingerchen, sondern vor allem Sportunfälle, teilweise aber auch Erkältungskrankheiten verletzen die Schleimhaut – und damit zugleich ein Gefäß des Kiesselbach-Geflechts. Ist es zu keiner größeren Verletzung wie einem Bruch der Nase gekommen, bleibt das alles weniger dramatisch. Meist versiegt die Blutung nach kurzer Zeit von ganz allein.

Gefäße werden im Alter spröde

Etwas bedrohlicher kann das Nasenbluten im Alter verlaufen. Ältere Menschen bluten meist nicht aus dem Kiesselbach-Geflecht, sondern eher aus Abzweigungen eines größeren Gefäßes im hinteren Nasenabschnitt. Wie auch alle anderen Arterien des Körpers werden diese mit dem Alter spröde und brüchig.

Bei trockener, kalter Luft oder einem Schnupfen können derartig vorgeschädigte Gefäße schnell einmal kaputtgehen. Je nachdem, wie groß der Riss in der Gefäßwand ist, kann es dann zum Nasenbluten mit leichtem Tropfen bis hin zu gefährlichen Blutungen kommen.

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Gerade weil das Nasenbluten hier so unterschiedlich stark verlaufen kann, ist es wichtig, dass die Betroffenen genau beobachten, wie viel Blut sie tatsächlich verlieren. „Wenn ein Tropfen sehr schnell in den nächsten übergeht und das Blut wie bei einem Wasserhahn fließt, sollte man nach ärztlicher Hilfe suchen“, rät Werner Hosemann, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Greifswald und Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Nasenbluten zuhause stoppen

Bleibt es beim leichten Tropfen, genügt meist die Selbstversorgung zu Hause – sofern die richtige gewählt wird. Denn über die Behandlung des Nasenblutens gibt es immer noch einige Mythen. Wenig effektiv ist es zum Beispiel, die Nase einfach zuzukneifen. „Das Zuhalten der Nasenflügel hilft allenfalls beim kindlichen, vorderen Nasenbluten“, wendet Hosemann ein. „Blutende Äderchen des hinteren Nasenraums werden dadurch nie erreicht; die des vorderen Nasenabschnitts aber auch nicht immer.“

Stattdessen rät der Experte zu einem kalten Tuch im Nacken. Bestenfalls würde die Kälte dafür sorgen, dass sich die kleinen Gefäße reflexartig zusammenziehen und so das Nasenbluten beenden.

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Immer klappt das leider nicht. Ein wenig zuverlässiger ist da schon das handelsübliche Nasenspray, das jeder von der Behandlung einer verstopften Nase kennt. Die abschwellende Tinktur lässt Äderchen auf ähnliche Weise verkrampfen. Wer es trotz Blutung schafft, einen Stoß davon in die Nase zu sprühen, hat gute Chancen, sie zu stoppen.

Wann Nasenbluten gefährlich sein kann

Wie gefährlich Bluthochdruck wirklich sein kann

Knapp ein Drittel der Deutschen leidet an Bluthochdruck. Zwar erkranken vor allem ältere Menschen, aber zunehmend sind auch Jüngere betroffen. Das Tückische: Die Betroffen spüren keine Symptome.

Quelle: Die Welt

Gerade wenn das Nasenbluten längere Zeit anhält, ist es wichtig, den Kopf vornüberzubeugen – und nicht etwa in den Nacken zu legen. So behält der Betroffene den Blutverlust nicht nur im Blick, sondern es bewahrt ihn außerdem vor einer besonders unangenehmen Nebenwirkung: der Übelkeit. „Die vielen Proteine im Blut reizen den Magen. Wer zu viel Blut schluckt, dem wird schlecht“, sagt Hosemann.

Wenn man diese einfachen Regeln befolgt, kommt man meist ohne ärztliche Hilfe aus. Trotzdem kann ein Besuch beim Facharzt sinnvoll sein – nämlich dann, wenn das Nasenbluten regelmäßig auftritt. Bestenfalls sind harmlose Fehlbildungen schuld. Sie können vom HNO-Arzt einfach verödet werden. Manchmal steckt aber auch eine angeborene Gerinnungsstörung dahinter.

Richtig ernst wird es, wenn die wiederholten Blutungen einem bösartigen Geschwür entspringen. Tumore der Nasennebenhöhlen werden oft erst spät entdeckt, obwohl sie eigentlich so früh wie möglich behandelt werden müssten. Deshalb rät Hosemann: „Jeder, der unter regelmäßigem Nasenbluten und einer neu aufgetretenen, einseitigen Behinderung der Nasenatmung leidet, sollte sich untersuchen lassen.“

Häufige Risikofaktoren

Immerhin: Bösartige Tumore sind als Blutungsursache recht selten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass der Mediziner bei der Untersuchung einen der häufigen Risikofaktoren findet: Bluthochdruck oder eine erhöhte Blutungsneigung. Denn je mehr Druck auf den kleinen Gefäßen herrscht und je langsamer das Blut gerinnt, umso öfter und länger blutet auch die Nase.

Genau aus diesem Grund leiden besonders ältere Menschen so häufig unter Nasenbluten. Viele Senioren haben nicht nur Bluthochdruck, sondern nehmen auch blutverdünnende Mittel. „Schon 70 Milligramm Aspirin genügen, um bei allen Thrombozyten eine kleine Gerinnungsstörung auszulösen“, sagt Hosemann. Eigentlich ist diese Funktionsstörung ja gewollt: Schließlich mindert sie das Risiko für gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ungewöhnliche Methode mit Schweinefleisch

Andererseits wird dadurch aber auch das normalerweise harmlose Nasenbluten komplizierter. Nicht selten kann nur noch eine Tamponade die Blutung stoppen. Dabei stopft der HNO-Arzt eine Mullbinde in die Nase, die erst nach einem Tag wieder entfernt wird. Nur wenn es danach nicht wieder zu bluten anfängt, kann der Patient nach Hause entlassen werden.

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Vielleicht wird dieser Standard aber bald durch eine neue Methode ergänzt, die zurzeit noch recht unkonventionell klingen mag: Ein Team US-amerikanischer Ärzte vom Detroit Medical Center in Michigan hat ein bedrohliches Nasenbluten mit Schweinefleisch stillen können.

Die junge Patientin hat die Streifen von Kassler-Fleisch nicht etwa zu essen bekommen – sondern bekam sie wie eine Mullbinde in die Nase gestopft. Die ungewöhnliche Methode wirkte bestens: Obwohl das Mädchen unter einer schweren, angeborenen Gerinnungsstörung leidet, konnte das Nasenbluten erstaunlicherweise gestoppt werden. Für ihre Erkenntnisse erhielten die Ärzte den eher satirisch zu verstehenden Ig-Nobelpreis.

Nasenbluten: Die klassische Methoden

Statt es den amerikanischen Ärzten sofort gleichzutun, sollte man zunächst auf die etablierten Mittel zurückgreifen: Nasenspray, eine kalte Kompresse im Nacken und vor allem den Kopf nach vorne beugen. Meist vergeht die Blutung dann ganz von selbst, auch ohne Schweinefleisch und Tamponaden.

Nasenbluten mag zwar manchmal bedrohlich aussehen – tatsächlich ist es das nur selten.

Nasenbluten bei Kindern: Ursachen, Verhalten, Linderung

Strömt bei Kindern plötzlich Blut aus der Nase, so erschrecken die meisten und bekommen es mit der Angst zu tun – und nicht nur die Kinder, sondern auch einige Eltern wirken verängstigt und wissen im ersten Moment gar nicht was sie tun sollen, außer dass sie schnell nach einem Taschentuch greifen. Zumal Nasenbluten oftmals schlimm aussieht und nicht leicht zu stoppen ist, ist es in den meisten Fällen dennoch ganz harmlos. Manchmal ist Nasenbluten aber auch eine ernstzunehmende Sache. Blutet ein Kind aus der Nase, so heißt es für Eltern auf jeden Fall erst einmal „Ruhe bewahren“ und dem Kind beistehen. Für Betroffene ist Nasenbluten wirklich äußerst unangenehm. Ob es sich in diesem Fall um harmloses Nasenbluten handelt oder ob es eine tiefgründige Ursache hat, das stellt sich erst später heraus.

Was führt zu Nasenbluten bei einem Kind?

Was tun, wenn ein Kind Nasenbluten hat?

Kinder bluten häufig durch eine Verletzung im vorderen Bereich der Nase, es blutet aus einem feinen Venengeflecht in der Nasenschleimhaut vorne auf der Nasenscheidewand. Die kleinen Blutgefäße befinden sich nah an der Hautoberfläche, sie werden stark durchblutet, sind ziemlich empfindlich und können leicht reißen. Ob nun beim Sport, bei einer Rauferei, beim herumtoben, durch einen Schlag auf die Nase oder auch durch heftiges Niesen und Schnäuzen bei Schnupfen und Erkältung, durch trockene Raumluft, trockene Nasenschleimhäute oder durch häufige Anwendung von Nasensprays. Es gibt einige Dinge, die bei einem Kind zu Nasenbluten führen können. Kinder bluten oft auch nur aus der Nase durch Popeln oder weil sie sich irgendwelche kleinen Gegenstände in die Nase gesteckt und damit verletzt haben. Die kleinen Utensilien sollten aber in jedem Fall von einem HNO-Arzt aus der Nase entfernt werden. Sind die Kinder schon etwas älter, so können auch starkes Wachstum und Pubertät Nasenbluten auslösen. Blutet ein Kind nur leicht und auch nur hin und wieder aus der Nase, so ist dies nicht gefährlich und kann mit ein paar einfachen Mitteln relativ schnell gestoppt werden.
Hat ein Kind häufig und stark Nasenbluten, so sollten Eltern mit ihm zum Arzt gehen und es untersuchen lassen, um die genauen Hintergründe herauszufinden und dem Kind zu helfen.

Optimale Körperhaltung und Verhalten bei Nasenbluten
und wie kann man Nasenbluten bei einem Kind stoppen?

Da Kinder, die aus der Nase bluten oft ängstlich, aufgeregt oder teilweise total außer sich sind, sollten Erwachsene ruhig und gelassen bleiben und die Kinder unterstützen. Bei leichtem Nasenbluten sollten die Kinder in jedem Fall eine aufrechte Sitzhaltung einnehmen und den Kopf nach vorne beugen, damit das Blut abtropfen kann.
Keinesfalls dürfen sie den Kopf in den Nacken legen, denn sonst läuft das das Blut den Rachen hinunter, was zu Übelkeit oder sogar Erbrechen führen kann. Zudem kann überhaupt nicht nachvollzogen werden, wie viel Blut die betroffenen Kinder verloren bzw. geschluckt haben. Außerdem könnte eingeatmetes Blut eine Lungenentzündung und akute Atemnot verursachen, teilte ein Facharzt mit.
Hilfreich ist es auch, dem Kind ein kühles, feuchtes Tuch oder einen umwickelten Eisbeutel in den Nacken zu legen, denn dadurch ziehen sich die Blutgefäße etwas zusammen. Des Weiteren sollte das Kind kräftig ausschnäuzen, damit das bereits geronnene Blut wieder aus der Nase befördert wird. Es können danach dann entweder die Nasenflügel ein paar Minuten mit den Fingern zusammengedrückt werden oder es kann Watte in die Nasenlöcher gesteckt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, dem Kind lokal gefäßverengende Tropfen zu verabreichen.

Hat ein Kind größtenteils in den Wintermonaten Probleme mit Nasenbluten, so ist dies häufig auf zu trockene Nasenschleimhäute zurückzuführen, was zwar unangenehm, aber zum Glück nicht besorgniserregend ist. Leiden Kinder jedoch zu unterschiedlichen Jahreszeiten an Nasenbluten und lässt sich die Blutung auch nur schwer wieder stillen, so ist ein Arztbesuch erforderlich, denn dann ist nicht auszuschließen, dass diese Kinder an einer Blutgerinnungsstörung leiden.

Kann man Nasenbluten vorbeugen?

Wird Nasenbluten durch eine Rauferei, einen ungeschickten Sturz, Nasenbohren oder durch einen Gegenstand in der Nase hervorgerufen, so ist dies natürlich nicht im Voraus zu wissen und dagegen können Eltern im Vorfeld auch nichts tun. Kommt es aber bei Kindern häufig zu einer blutenden Nase durch zu trockene Raumluft und trockene Nasenschleimhäute, so können Eltern abhelfen, indem sie die Schleimhäute mit Nasenöl oder speziellen Nasensalben feucht und geschmeidig halten. Geeignete Öle und Salben sind in Apotheken und Drogerien erhältlich!
Empfehlenswert ist auch, in der Wohnung einen Luftbefeuchter aufzustellen, um die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Zudem sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder genug trinken.

Leiden die Kinder immer wieder an harmlosem, aber trotzdem lästigem Nasenbluten, so ist das Veröden der entsprechenden Gefäßstelle mit einem Laser eine einfache und wirksame Lösung. Darüber hinaus gibt es operative Methoden, wie jedoch nur bei schweren Erkrankungen und einem hohen Leidensdruck zu empfehlen sind, so die Infos aus Fachkreisen.

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Nasenbluten bei Kindern

Gerade bei Kindern und Jugendlichen passiert es sehr häufig: Im einen Moment ist noch alles in Ordnung und im nächsten läuft Blut aus der Nase, färbt ein Taschentuch nach dem anderen rot und lässt alle Eltern mit der Frage zurück, ob das Nasenbluten nun harmlos ist oder ein bestimmter, gefährlicherer Grund für den plötzlichen Blutschwall verantwortlich ist.

Ob beim Toben zu Hause, unterwegs in der Stadt oder in Kindergarten und Schule, immer mal wieder kommt es bei den Kleinen zu einem kräftigen Nasenbluten, das Eltern und Kinder gleichermaßen verunsichern kann. Manche Kinder und Jugendliche neigen mehr zu einer blutenden Nase als andere und kennen das Problem nur zu gut. Zwar musst Du Dir in den meisten Fällen keine Sorgen machen, wenn Dein Kind an Nasenbluten leidet, doch wenn es sehr häufig auftritt oder es länger als 15 Minuten dauert, die Blutung zu stoppen, sollte sich das ein Facharzt einmal genauer ansehen und nach den Ursachen forschen. Die sogenannte Epistaxis kann sowohl durch eine Reizung oder Verletzung der Blutgefäße in der Nase entstehen, als auch Symptom einer schlimmeren Erkrankung sein, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Gefäßkrankheiten und sogar Leukämie. Auch wenn bei Kindern nur selten ernsthafte Krankheiten hinter dem Nasenbluten stecken, kann es also bei häufigem Auftreten nicht schaden, Dir Gewissheit beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu verschaffen.

Wann solltest Du bei Nasenbluten zum Kinderarzt?

Wie entsteht Nasenbluten?

Dass Dein Kind Nasenbluten hat, erkennst Du natürlich sofort. Meist ganz plötzlich und auch oft ohne direkt ersichtlichen Grund fließt dem Kleinen ein Blutrinnsal aus der Nase. Dieses kann mehr oder weniger heftig auftreten und auch schnell wieder vorbei sein. Weniger leicht ist es für Dich jedoch, die genaue Ursache für das Nasenbluten zu erkennen. Die Nase ist gut durchblutet und vor allem die Nasenscheidewand wird ganz nah an der Oberfläche von einem feinen Netz aus Blutgefäßen, dem sogenannte Locus Kiesselbachi, durchzogen. Dieses Gefäßnetz ist recht empfindlich und reagiert auf kleinste Verletzungen, die Dein Kind vielleicht nicht einmal bemerkt, schnell mit einer Blutung. Wenn Dein Kind einmal zu kräftig schnäuzt, in der Nase bohrt oder beim Spielen einen Ball oder einen Schlag ins Gesicht bekommt, kommt es daher rasch zu Nasenbluten. Auch ein Schnupfen oder trockene Schleimhäute durch die Heizungsluft im Winter wirken begünstigend für die Epistaxis. Oft liegt die Ursache für die blutende Nase auch im Wachstum des Kindes, sodass es vor allem während der Pubertät vermehrt zu einer solchen Blutung kommen kann. Wenn also im Zuge dieser Faktoren die Nase Deines Kindes einmal blutet, musst Du Dir keine Gedanken machen. Wahrscheinlich verebbt der Blutstrom genauso schnell, wie er gekommen ist!

Lange Zeit wurde bei Nasenbluten empfohlen, den Kopf in den Nacken zu legen. Diese Methode die Blutung zu stillen gilt jedoch nicht mehr als Mittel der Wahl, da das Blut so nicht abfließen kann und in den Magen gelangt. Dadurch kann es sogar dazu kommen, dass Dein Kind sich übergeben muss. Besser ist es, Dein Kind aufrecht hinzusetzen – zum Beispiel auf Deinen Schoß – und ihm mit den Fingern oder einem Taschentuch mit leichtem Druck die Nasenflügel gegeneinander zu drücken. Dadurch werden die feinen Äderchen abgeklemmt und die Blutung sollte nach etwa fünf Minuten aufgehört haben. Zusätzlich kannst Du Deinem Kind einen kalten Waschlappen in den Nacken legen. Dies hilft zusätzlich, den Blutfluss zu stoppen. Wenn Dein Kind sich vor dem eigenen Blut erschrocken hat, solltest Du es beruhigen und ihm versichern, dass das Nasenbluten völlig normal ist. Du kannst ihm auch eine Geschichte vorlesen, um es abzulenken.

Nach dem Nasenbluten

In den meisten Fällen wird das Nasenbluten nach einer kurzen Zeit von alleine wieder abklingen. Dennoch sollte Dein Kind für eine Weile nicht herumtoben, da die Äderchen sonst erneut platzen könnten. Außerdem solltest Du Deinem Schatz sagen, dass er die nächsten Tage nicht in der Nase bohren sollte. Sollten sich nach dem Nasenbluten Krusten bilden, können diese durch eine Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung oder durch Nasensalben gelöst werden.

Wann solltest Du mit Deinem Kind zum Arzt?

Falls das Nasenbluten nach 15 Minuten nicht abgeklungen ist, oder falls Du das Gefühl hast, dass Dein Schatz besonders häufig daran leidet, solltest Du den Kinderarzt oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, was der Grund für die Epistaxis ist und zum Beispiel ein erweitertes Blutgefäß in der Nase veröden. Dieser kurze Eingriff wird Embolisation genannt und ist im Grunde ein künstlicher Verschluss des Gefäßes durch die Zufuhr von flüssigen Kunststoffen oder Kunststoffkügelchen. Sollte eine Krankheit wie eine Blutgerinnungsstörung, eine Infektionskrankheit oder eine Vitaminmangelkrankheit hinter dem Nasenbluten stecken, kann der Arzt auch dies feststellen. Doch sei beruhigt: Bei Kindern steckt meist keine schlimme Ursache hinter der Epistaxis.

Nasenbluten kommt bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Grund sind unter anderem Wachstumsschübe, Verletzungen im Nasenbereich oder trockene Schleimhäute. Krankheiten stecken bei den Kleinen nur äußerst selten hinter dem Nasenbluten, doch wenn eine Blutung länger als 15 Minuten andauert oder sehr häufig auftritt, ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen.

Nasenbluten bei Kindern

Bei Kindern im Alter zwischen drei und acht Jahren kommt es häufig auch ohne Fremdeinwirkung zu Blutungen im vorderen Teil der Nase (Epistaxis). Zudem kann dem Kind übel sein bis zum Erbrechen.

Das sieht gefährlich aus, ist aber meistens völlig harmlos. Schon fünf Milliliter Blut können ein ganzes Taschentuch rot einfärben. Schuld daran ist häufig eine Verletzung in einem Bereich der Nase, der sich Locus Kiesselbachii nennt. Vor allem im Winter, wenn die Schleimhäute durch die trockene Luft gereizt sind, platzen die Äderchen sehr leicht.

Bei Kindern und Jugendlichen passiert das gelegentlich im Zuge starker Wachstumsschübe, z.B. während der Pubertät. Direkter Auslöser ist aber bei Kindern fast immer das Nasenbohren oder ein Stoss oder Schlag auf die Nase beim Spielen oder Raufen. Nasenbluten kann aber auch durch Schnupfen und heftiges Schnäuzen, Niesen wegen einer Allergie, auch nach operativen Eingriffen im Rachen- oder Nasenraum (z.B. das Entfernen der Polypen). verursacht werden. Manchmal kann Nasenbluten eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Aber nicht zuletzt kann auch ein Fremdkörper (z.B. eine Erdnuss, eine Erbse, eine Perle, Murmel oder ein kleiner Knopf) in einem Nasenloch stecken und eine Verletzung der Nasenschleimhaut bewirken.

Wenn ein Kind innerhalb von ein, zwei Wochen immer wieder Nasenbluten hat und dabei auch kräftig blutet, ist es sinnvoll, dass sich ein Facharzt des Problems annimmt. Er kann feststellen, warum die Nase bei Ihrem Kind häufiger blutet als bei anderen Kindern. Hat er die Ursachen erkannt, kann der Kinderarzt selbst oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit der geeigneten Therapie beginnen – zum Beispiel, indem er ein erweitertes Blutgefäß der Nase mit einem Laser verödet (Embolisation).

  • Besonders Kinder geraten leicht ausser sich, wenn sie zum ersten Mal mit Nasenbluten zu tun haben und sich das Taschentuch schnell dramatisch rot färbt. Bleiben Sie ruhig, dann beruhigt sich auch Ihr Kind. Nehmen Sie es in den Arm, trösten Sie es liebevoll und erklären sie ihm, warum sie ihm kurz die Nase oder ein Nasenloch zuhalten und den Nacken kühlen müssen.
  • Es soll – optimalerweise auf Ihrem Schoss sitzend – seinen Kopf leicht nach vorn beugen, am besten über ein Lavabo. Nicht zurücklehnen! Sonst läuft das Blut den Rachen hinunter in den Magen oder die Atemwege und verursacht Übelkeit und Erbrechen. Wenn viel Blut im Magen verklumpt, kann es als Brechmittel wirken. Das wiederum verstärkt den Druck auf die Nasenwände und regt die Blutung an. Blut, welches in den Mundraum gelangt, sollte ausgespuckt und nicht hinuntergeschluckt werden.
  • Legen Sie einen kalten, feuchten Waschlappen oder ein Cool-Pack (in ein Tuch gewickelt) in den Nacken des Kindes. Durch die Kälte verengen sich die Gefässe.
  • Die Blutung lässt schneller nach, wenn Sie oder Ihr Kind mit Daumen und Zeigefinger den oberen Teil der Nasenflügel zusammendrücken – natürlich so, dass Ihr Kind noch Luft bekommt. Ausnahme: Eine gebrochene Nase sollten Sie nicht berühren.
  • Auf keinen Fall dürfen Sie Watte, Mull oder Ähnliches in die Nase Ihres Kindes stecken. Es ist günstiger, wenn das Blut nach aussen abfliessen kann. Ausserdem könnten Sie beim Entfernen der Watte die Wunde wieder aufreissen.
  • Nach zehn Minuten sollte es nicht mehr bluten. Lässt die Blutung nach 15 Minuten nicht nach oder beginnt sie immer wieder, rufen Sie den Rettungsdienst. Bei schweren Blutungen legen Sie das Kind auf den Bauch, der Kopf liegt mit der Stirn auf den verschränkten Armen. Wenn das Nasenbluten gar nicht aufhört sollte eine Gerinnungsstörung in Betracht gezogen werden.
  • Das Entfernen eines Fremdkörpers sollte man dabei unbedingt dem Arzt überlassen. Am besten einem HNO-Arzt, der die entsprechenden Instrumente dafür hat .

Vorbeugung von Nasenbluten:

  • Mit speziellen Salben, Spülungen oder Sprays kann man die Schleimhäute feucht halten.
  • Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung lässt sich zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter erhöhen.
  • Das Abheilen der Wunde kann bis zwei Wochen dauern. Achten Sie besonders jetzt darauf, dass Ihr Kind nicht in der Nase bohrt oder heftig schnäuzt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

  • Wenn die Blutung auch nach einer Viertelstunde noch nicht aufgehört hat.
  • Wenn das Nasenbluten sehr häufig auftritt, z.B. mehrmals die Woche.
  • Bei sehr starken Blutungen, die sich nicht unter Kontrolle bringen lassen, kann ein Rettungswagen gerufen werden.
  • Wenn Ihr Kind vorher gestürzt ist und den Kopf angeschlagen hat und/oder Sie sich nicht sicher sind, ob die Nase gebrochen ist.
  • Wenn Ihr Kind auch an anderen Stellen (z.B. Rachen und Mund) blutet.
  • Wenn Ihr Kind Atemwegsbeschwerden hat.

Letzte Aktualisierung : 15-01-20, BH

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