Nachwehen wie lange

Die Nachgeburtsphase

Was es über die Wehen nach der Geburt des Kindes und Nachwehen generell zu sagen gibt, darum soll es in diesem Artikel gehen: Du hast es geschafft, Dein Baby ist auf der Welt und schaut Dir gerade zum allerersten Mal in die Augen. Und während Du Dich verliebst, arbeitet Dein Körper immer noch auf Hochtouren und die allerletzten Geburtswehen sorgen dafür, dass auch die Nachgeburt, also die Plazenta oder der Mutterkuchen geboren werden kann.

Unmittelbar nach der Geburt des Kindes zieht sich Deine Gebärmutter zusammen, um die Blutgefäße klein und die Blutungen so gering wie möglich zu halten. Die Hebamme wird diese äußerst wichtige Kontraktion überprüfen, indem sie Dir auf den Bauch tastet. Das ist nicht schmerzhaft, nur vielleicht ein wenig unangenehm und einfach deswegen nervig, weil man endlich in Ruhe kuscheln möchte. Für einen Geburtshelfer ist die Geburt aber erst mit der Plazenta abgeschlossen, deswegen gratulieren wir auch immer erst, wenn diese ebenfalls geboren ist.

In den meisten Kliniken wird zur Unterstützung dieser Gebärmutterkontraktion sofort ein Wehenmittel gespritzt. Ich als Hebamme habe immer ganz gern ein wenig gewartet, ob die Nachgeburt nicht auch ohne diese Unterstützung kommt. So lange keine außergewöhnliche Blutung auftritt, spricht nichts dagegen, erst einmal nichts zu tun, außer zu beobachten. Ich fand es immer besser, der Muskulatur Zeit zu lassen, diese Arbeit selbst zu schaffen, damit sie nicht allzu schnell faul wird und ohne Unterstützung irgendwann gar nichts mehr macht .

Innerhalb von 10-30 Minuten spürst Du dann noch einmal eine kräftige Kontraktion und die Nachgeburt wird geboren. Diese letzte Wehe ist nicht mit den Austreibungswehen vergleichbar, da es viel weniger Kraft braucht, die Plazenta aus zustoßen und die ja auch weich ist. Die Hebamme unterstützt Dich, indem sie mit einer Hand Deinen Bauch auf Höhe der Gebärmutter und mit der anderen das Ende der Nabelschnur hält. Mit dieser letzten starken Kontraktion ist die Geburt vorbei.

Inhalt

Die ersten Tage nach der Geburt und ihre Nachwehen

Du und Dein Körper habt Großartiges geleistet, das gilt übrigens für jede frischgebackene Mama, völlig egal, wie das Kind auf die Welt kam.

Deine Gebärmutter darf allerdings noch nicht völlig entspannt babyfrei machen, denn die muss noch einiges an Muskelarbeit aufbringen, um wieder in ihre ursprüngliche Form zurück zu finden. Diese Muskelarbeit ist wichtig, damit die Wundfläche an der Gebärmutterinnenwand, wo die Plazenta angewachsen war, immer kleiner und die Blutung, die Du als Wochenfluss sehen kannst, immer geringer wird.

Ob und wie stark Du diese als Nachwehen bekannte Kontraktionen empfindest, ist ganz unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab.

Warum Nachwehen so unterschiedlich sind

Vielleicht hast Du im Krankenhaus eine Bettnachbarin gehabt, die über starke Nachwehen geklagt hat und keine Ahnung, wovon sie spricht oder Du selbst hattest mit starken Nachwehen zu kämpfen und hast ungläubige Blicke und Kopfschütteln geerntet, wenn du davon erzählt hast.

In Bezug auf Nachwehen gibt es wirklich alles, ich hatte sogar schon einmal eine Frau, die meinte, die Nachwehen seien das Schlimmste an der ganzen Geburt gewesen, allerdings war es auch ihr viertes Kind. Und da sind wir schon bei einem ganz wichtigen Punkt : Mehrgebärende, also Frauen, die Kind Nummer zwei, drei oder vier bekommen, empfinden Nachwehen deutlich mehr. “Mehr” meint in diesem Falle, sie spüren häufiger überhaupt Nachwehen, die haben manche Frauen beim ersten Kind nämlich gar nicht, und die Kontraktionen an sich sind auch kräftiger und schmerzhafter. Das liegt einfach daran, dass die Gebärmutter mehr Kraft aufwenden muss, um zur ursprünglichen Größe zurück zu kommen als beim ersten Kind. Das Gleiche gilt für Mamas nach Mehrlingsgeburten (also Zwillingen oder Drillingen ) oder wenn das Baby sehr groß war. Nach einem Kaiserschnitt werden in der Regel Kontraktionsmittel über die Vene verabreicht, was ebenfalls spürbare Nachwehen auslösen kann.

Wie fühlen sich Nachwehen an?

Ich würde sagen, wie Regelschmerzen oder frühe Eröffnungswehen. Manchmal können sie durchaus so kräftig sein, dass Du sie veratmen musst, vor allem beim Stillen oder unmittelbar danach, da die Hormone die Kontraktionen fördern. Vielen Frauen tut Wärme gut, es gibt homöopathische Mittel und, wenn es ganz schlimm ist auch Schmerzmittel, die die Wehenschmerzen lindern. Sprich am Besten mit Deiner Hebamme oder dem Gynäkologen darüber.

Und wann haben die Nachwehen dann endlich mal ein Ende?

Die schlimmsten Nachwehen sind normalerweise zwei bis drei Tage nach der Geburt vorbei, nach etwa zwei Wochen ist die Gebärmutter wieder so klein, dass sie von außen nicht mehr ertastet werden kann und bei den meisten Frauen keine Nachwehen mehr spürbar. Spätestens nach dem Ende des Wochenbettes, also nach Ablauf von 6-8 Wochen treten keine Nachwehen mehr auf.

Ob die Nachwehen damit dann ein Ende haben, liegt bei Euch.

Hilfe bei Nachwehen: Wie lange dauern die Schmerzen und was hilft dagegen?

Das Baby ist endlich da, aber durch die Nachwehen ist die Freude über das Familienglück noch etwas getrübt. Warum tut das nur so weh und was kann man dagegen machen?

Wehen verbinden wir mit der Ankündigung der Geburt und während der Entbindung. Auch erleben viele Frauen schon in der Schwangerschaft Übungswehen und Senkwehen. Aber ist das nicht alles vorbei, wenn die Mama endlich ihr Baby in den Armen halten kann? Leider nicht, denn Mutter Natur hat für den Abschluss noch die Nachwehen eingeplant. Und die fallen bei jeder Mami unterschiedlich intensiv aus.

Deswegen ärgern dich die Nachwehen:

  • Die Geburt verläuft in vier Phasen. Sie beginnt mit der Eröffnungsphase, verläuft weiter in die Übergangsphase und hat ihren Höhepunkt in der Austreibungsphase. Mit der Nachgeburtsphase ist das Wunder beendet. Und genau in dieser Phase kommt innerhalb der ersten zehn Minuten nach der Entbindung eine meist schmerzlose Nachwehe, die die Plazenta ausstößt.
  • Bis kurz nach der Geburt kannst du die Gebärmutter als großes, kugelartiges Gebilde hinter dem Nabel ertasten. In den ersten Tagen im Wochenbett wird sie sich stark zusammenziehen – mithilfe der Nachwehen, die sich als intervallartige Krämpfe entpuppen.
  • Spätestens nach vier Tagen sollten die Nachwehen vorbei sein und nach zehn Tagen ist die Gebärmutter wieder auf die Größe eines kleinen Knäuels geschrumpft.
  • Mit jedem Kind werden die Nachwehen intensiver. Bei der ersten Geburt kann es vielleicht nur ein leichtes Ziehen sein, während es dir beim nächsten Kind schon deutlich schmerzvoller vorkommt. Die Gebärmutter dehnt sich mit jedem Kind mehr und der Körper muss umso mehr Kraft anwenden, damit sie sich wieder zurückbildet.

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Warum kommen Nachwehen besonders beim Stillen?

Wenn du dein Baby stillst, wird das Hormon Oxytocin, auch als Kuschelhormon bekannt, produziert. Es stimuliert die Brustdrüse zur Milchproduktion und ermöglicht somit das Stillen, hat aber auch die Funktion, dass es die Wehen einleitet. Wenn die Wehenschmerzen so enorm sind, dass sie sogar das Bonding mit deinem Nachwuchs beeinträchtigen, dann musst du nicht auf Schmerzmittel verzichten – trotz Stillen. Frag dazu deine Hebamme oder deinen Arzt. Es ist völlig okay, wenn du auf Medikamente zurückgreifst. Wer will sich schon nach der Geburt immer noch mit Wehen rumplagen? Neben Tabletten kannst du es noch mit diesen Maßnahmen probieren, die dir ebenfalls dabei helfen können, die Beschwerden zu lindern:

  • Abwarten und Tee trinken? Manchmal hilft es. Wärme wirkt oft Wunder. In diesem Fall sollte es als Zusatz Gänsefingerkraut sein, das krampflösend wirkt.
  • Apropos Wärme: Von außen ist sie natürlich genauso hilfreich. Probiere auch eine Wärmflasche (nicht zu heiß) oder ein warmes Bad aus.
  • Ändere die Lage, in diesem Fall meinen wir von Rücken- oder Seitenlage auf die Bauchlage. Das unterstützt die Gebärmutterrückbildung. Falls deine Brüste schon durch die Milchproduktion empfindlich geworden sind, dann lege ein Kissen drunter.
  • Der Gedanke ist vielleicht etwas schräg, aber manchen Mamis hilft es tatsächlich, die Nachwehen wie bei der Geburt zu veratmen.

Fragen an die Hebamme: Was hilft gegen Nachwehen?

Vor einigen Jahren habe ich eine Frau nach der Geburt ihres zwölften Kindes im Wochenbett betreut. Die Geburt beschrieb sie mir als kurz und einfach. Die Nachwehen jedoch waren lang und heftig. Und letztlich half nur die Einnahme eines Schmerzmittels für ein paar Tage. Nach der Geburt hat sich die Gebärmutter zwar schon rasch verkleinert, aber noch steht sie als feste Kugel ungefähr in Nabelhöhe. Eine nach der Geburt einsetzende Dauerkontraktion sorgt für die Blutstillung an der Wundfläche, die von der Ablösung der Plazenta stammt.

Schon nach zehn Tagen wird die Gebärmutter wieder so verkleinert sein, dass sie nicht mehr hinter dem Schambein (Symphyse) zu tasten ist. Dafür muss sie sich weiter zusammenziehen, was sich als Nachwehen bemerkbar macht. Diese treten sporadisch in den ersten Tagen auf und sind vor allem beim Stillen spürbar. Das beim Stillen ausgeschüttet Hormon Oxytocin ist dafür verantwortlich. Beim ersten Kind spüren die Mütter die Nachwehen nur kurz oder auch überhaupt nicht. Mit jedem weiteren Kind muss der Körper aber etwas mehr Kraft aufwenden, um die schon etwas gedehntere Gebärmutter zurückzubilden. Je mehr Kinder also geboren wurden, umso mehr Dehnung tritt auf und umso stärker spürbar sind die Nachwehen.

Während bei den Geburtswehen noch die Motivation hilft, dass man bald sein Baby in den Armen hält, lassen sich die Nachwehen doch weniger gut „schön reden“. Die meisten Frauen haben nach der Geburt keine Lust mehr auf noch eine einzige Wehe. Und dann sitzt man da plötzlich im Wochenbett und veratmet wieder lautstark die starken Kontraktionen. Gleichzeitig will man sich aber eigentlich gerade entspannen, um vielleicht eine angenehme Stillsituation zu schaffen. Es ist deshalb mehr als nachvollziehbar, dass viele Frauen das Bedürfnis haben, etwas gegen die starken Nachwehen zu tun. Ich habe einige generelle Tipps, die etwas Linderung bringen könnnen:

Wärme wirkt lindernd bei Nach- und Stillwehen

  • Auch wenn man sich vielleicht etwas seltsam dabei fühlt, hilft es auch im Wochenbett, die Wehen genauso wie unter der Geburt zu veratmen. Mit Beginn der spürbaren Wehe atmet man lange und betont aus. Dies wird wiederholt, bis die Wehe ganz abgeklungen ist.
  • Wärme wirkt lindernd bei länger anhaltenden Nach- und Stillwehen. Das können eine Wärmflasche (keine Heißflasche), ein feuchtwarmer Wickel oder auch ein warmes, um den Bauch gewickeltes Wolltuch sein. Auch eine warme Badewanne kann etwas Abhilfe haben. Es spricht nichts pauschal gegen Wannenbäder im Wochenbett.
  • Man sollte darauf achten, regelmäßig auf die Toilette zu gehen, weil eine volle Harnblase die Beschwerden eher verstärkt.

Nachwehen als positives Signal

  • Generell unterstützt das Einnehmen der Bauchlage die Gebärmutterrückbildung und wird von vielen Frauen auch bei Nachwehen als angenehm empfunden. Wenn die Brust durch das Ingangkommen der Milchbildung schon empfindlicher ist, sollte sie durch ein Kissen dabei abgepolstert werden.
  • Es gibt Körperpunkte, die zur Schmerzlinderung akupunktiert werden können. Manche Hebammen haben eine Zusatzausbildung dafür.
  • Gänsefingerkraut wirkt krampflösend und kann zum Bespiel als Tee getrunken werden.
  • Und wenn alles nicht weiterhilft, spricht auch nichts gegen die Einnahme eines entkrampfenden oder schmerzstillenden Medikaments. Dies ist auch möglich, wenn gestillt wird. Welches Medikament passt, kann mit der Hebamme oder dem Arzt besprochen werden.

Generell sind die Nachwehen ein positives Signal, dass der Körper seine Rückbildungsarbeit gut erledigt. Da sie aber durchaus als schmerzhaft und sogar als unangenehmer als die Geburtswehen selbst empfunden werden können, muss man sie sicher nicht klaglos über sich ergehen lassen. Schließlich möchte man ja auch sein Baby genießen und das ist gar nicht so einfach, wenn man die schmerzhaften Wehen laut veratmend im Wochenbett sitzt. Meist sieht die Situation nach wenigen Tagen schon wieder besser aus. Doch bis dahin darf man die Beschwerden auch gerne etwas lindern.

Thema: Wassertrinken hilft bei starken Nachwehen

Unser zweites Kind (das erste ist 26 Monate) kam schon nach zweieinhalb Stunden, fast noch im Auto. Die Treppe in den ersten Stock des Geburtshauses hat mir dann den Rest gegeben, war aber im Prinzip die optimale Geburtsbeschleunigung (als Geburtsvorbereitung empfehle ich jeder einen Stepper! =o) . Es war eine sehr schnelle, heftige, aber zum Glück völlig komplikationslose Geburt. Den Geburtsvorbereitungskurs hätten wir uns komplett sparen können…
Dafür sind die Nachwehen diesmal unerträglich stark gewesen, kamen im Minutentakt. Buscopan-Zäpfchen halfen nur oberflächlich. In der zweiten Nacht habe ich mich nur noch vor Schmerzen gekrümmt, war total am Ende meiner Nerven.
Dann gab mir mein Mann wegen meinem starken Mundgeruch noch ein Glas basisches Wasser (wir haben dafür eigens einen sog. „Elektrodialyse-Wasserteiler“ über der Küchenspüle installiert), und anschließend noch ein weiteres. Und siehe da – die Schmerzen klangen innerhalb von Minuten ab! Insgesamt trank ich diese Nacht 4-5 Gläser. Damit war quasi die „Teufelsspirale“ durchbrochen. Immer, wenn die Wehenabstände kürzer wurden, reichte es, gleich ein Glas Wasser zu trinken, dann ließen sie wieder nach. Sie sind zwar noch da, aber im Vergleich kaum noch der Rede wert. Ich muss einfach nur häufiger zum Wasserlassen (vorzugsweise vor dem Stillen), das ist alles.
Wir hatten gestern alle Foren durchgesucht nach verläßlichen Hilfsmitteln, fanden Wärme, Tees, Homöopathie (z.B. Spascupreel), Schüssler-Salze Nr. 2,7,12 im 20 Min.-Takt, aber nirgends wurde auf die elementare Maßnahme des Wassertrinkens aufmerksam gemacht! Die Hebamme war auch sehr interessiert und bestätigte, dass Schmerz und Übersäuerung/Dehydrierung wohl zusammenhingen.
Es sind oft die einfachsten Dinge, an die man nicht denkt. Im Prinzip müßte auch normales Wasser reichen, aber es sollte dann möglichst mineralarm sein, um gut zu hydrieren (interessanterweise ist basisches Wasser auch sehr weich, trotz seines hohen Kalziumgehalts). Laut dem iranischen Wasserpapst Batmanghelidj ist jede Art von Schmerz ganz einfach nur Wassermangel (sein Buch: „Your Body’s many Cries for Water“), bzw. Energiemangel in den Zellen, der durch Hydration beseitigt wird.
Wir hoffen, dass sich diese einfache, immer verfügbare Maßnahme auch bei anderen Gebärenden noch oft bestätigen und viele unnötige Pein vermeiden wird.

Wehen: Nachwehen

Letzte Änderung: 27.08.2019
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Nachwehen finden in den zwei bis drei Tagen nach der Geburt statt, also zu Beginn des Wochenbetts. Nachwehen haben verschiedene wichtige Funktionen:

  • Blutstillung: Durch die Nachwehen werden Blutgefäße der Gebärmutter zusammengedrückt, sodass sich die wunde Stelle, an der die Plazenta gesessen hat, schließt.
  • Nachwehen bringen den Rückbildungsprozess der Gebärmutter in Gang, sodass diese nach und nach die ursprüngliche Größe erreicht.
  • Gleichzeitig beginnt der Wochenfluss, ein reinigender Blut- und Sekretfluss.

Viele Erstgebärende merken die Nachwehen nur als leichtes Ziehen im Bauch. Beim zweiten oder dritten Kind sind die Nachwehen oft schmerzhafter, da die Gebärmutter weiter gedehnt ist und sich weiter zurückbilden muss.

Nachwehen treten häufig besonders beim Stillen auf, lassen aber nach einigen Tagen nach.

Stillwehen

Stillwehen zählen zu den Nachwehen. Ursache für Stillwehen ist der Saugreiz, der durch das Stillen des Neugeborenen entsteht – er führt dazu, dass die Hirnanhangdrüse das Hormon Oxytocin ausschüttet.

Oxytocin wirkt auf zwei Wegen:

  • Es regt die Milchbildung in der Brustdrüse an.
  • Es bewirkt, dass sich die Muskeln der Gebärmutter zusammenziehen.

Daher fördern Stillwehen die Rückbildung der Gebärmutter.

Die Nachwehen dürften vielen Müttern bekannt sein. Man sagt, dass sie von Kind zu Kind schlimmer werden, da die Gebärmutter immer mehr Kraft braucht um in ihre ursprüngliche Form zu kommen. Die Nachwehen sind sehr wichtig, allerdings können die Schmerzen vor allem beim Stillen, schnell unerträglich werden. Hier habe ich euch einige Tipps und Mittelchen zusammengestellt, wie ihr euch in diesem Fall Linderung verschaffen könnt.

Die Wehen beatmen

Wie schon bei den Geburtswehen können auch die Nachwehen so intensiv sein, dass du sie beatmen musst. Das Atmen verschafft dir auch hier Linderung und die Nachwehe wird erträglicher.

Tee trinken

Ein Tee aus Frauenmantel, Schafgarbe und Gänsefingerkraut kann Wunder wirken. Den Tee kannst du dir einfach bei deiner Apotheke zu jeweils gleichen Teilen mischen lassen. Er wirkt krampflösend, und schmerzlindernd. Die Kräuter unterstützen aber auch die schnellere Rückbildung der Gebärmutter. Einfach einen Teelöffel der Mischung in eine Tasse geben und mit heißem Wasser übergießen. Das Ganze 10 Minuten ziehen lassen. Und wie bei anderen Tee’s heißt es auch hier: Nicht übertreiben! 2-3 Tassen am Tag sollten reichen, sonst kann das ganze auch nach hinten los gehen.

Wärme

Ein bewährtes Mittel, bei allen Arten von Krämpfen ist Wärme. Oft hilft es, sich eine Wärmflasche, oder ein Kirschkernkissen in den Rücken zu legen. Zusätzlich oder Stattdessen kannst du dir auch eins auf den Bauch legen. Da musst du einfach herausfinden was am angenehmsten ist. Mir hat Wärme leider nicht geholfen, im Gegenteil, die Schmerzen haben sich verstärkt. Allerdings berichten viele Frauen, dass es ihnen geholfen hat.

Plazenta essen

Ich weiß das hört sich eklig an. Du sollst aus deiner Plazenta natürlich kein Gulasch kochen. Allerdings wird der Plazenta ein sehr großer Nutzen zugeschrieben, was alle mögliche Arten von Problemen im Wochenbett anbelangt. Auf der einen Seite könntest du Kapseln aus deiner Plazenta herstellen lassen, dass kostet allerdings Geld und Zeit. Oder du schneidest dir einfach (oder lässt von Partner/ Hebamme schneiden) ein Stück Plazenta ab, dass so groß ist, damit du es ohne zu kauen schlucken kannst. Dann solltest du dir ein Glas Wasser einschenken und *Augen-zu-und-durch* das Stück Plazenta runterspülen. Ich habe es nicht gemacht, allerdings aufgrund der Ausmaße meiner Nachwehen sehr bereut. (Wenn man zitternd und schreiend sein Kind stillt, ist ein Stück Plazenta essen nichts dagegen!)Und hey, sieh’s positiv: Wann im Leben bekommst du noch einmal die Gelegenheit ein Stück von dir selbst zu essen, ohne dir dafür weh zu tun?

Es ist bald wieder vorbei

Zu Guter letzt darf der Gedanke daran, dass der ganze Spuk innerhalb weniger Tage vorbei ist ein Trost sein. Die meisten Frauen haben nach 1-2 Tagen schon deutlich schwächere Nachwehen.

Wenn du trotz der oben genanten Mittel nicht auszuhaltende Schmerzen hast solltest du deine Hebamme um Rat fragen, sie kennt sicher das ein oder andere medizinische Mittel, dass dir helfen wird.

Was sind eigentlich Nachwehen?

Wehen, Wehen, Wehen – hört denn das nie auf? Gerade First-Mums werden häufig eiskalt von der Erkenntnis erwischt, dass sie auch noch nach der Geburt Schmerzen ertragen müssen. Während die Nachgeburtswehen, mit denen die Plazenta aus der Gebärmutter abgestoßen wird, etwa eine halbe Stunde nach der Entbindung einsetzen und meist nicht sehr weh tun, kann es mit den Nachwehen ganz anders aussehen.

Eine natürliche Reaktion des Körpers

Sie beginnen erst ein bis zwei Tage nach der Geburt, während du wahrscheinlich schon unsterblich in dein Baby verliebt bist und auf Wolke sieben schwebst. Gerade, wenn alles am schönsten ist, und du dich einigermaßen von den Geburtsstrapazen erholt hast, schießt die Milch ein und zeitgleich mit der Hormonausschüttung werden meist die Nachwehen ausgelöst. Bist du zum ersten Mal Mama geworden, bemerkst du die Nachwehen vielleicht gar nicht sofort. Sie haben ungefähr die Intensität von Regelschmerzen. Mit jedem weiteren Kind werden die Nachwehen jedoch deutlich spürbarer, unabhängig von der Art der Geburt, also auch nach einem Kaiserschnitt. Manche Frauen behaupten, beim dritten oder vierten Kind seien die Nachwehen sogar schlimmer als die Geburtswehen. Aber egal wie schmerzhaft, sie sind enorm wichtig für deinen Körper. Das Wissen über die Notwendigkeit der Nachwehen kann dir helfen, sie besser zu verkraften. Und das kommt jetzt:

Nachwehen helfen deinem Körper zu heilen.

Nachwehen sind Kontraktionen der Gebärmutter. Die Gebärmutter ist ein Muskel. Zieht er sich zusammen, löst er eine Wehe aus. Wehen pressen das Kind und die Plazenta heraus und nun – nach der Entbindung – sorgen sie dafür, dass das Wundsekret abgeht. Es bildet sich an der Stelle, an der die Plazenta mit deiner Gebärmutter verwachsen war. Damit stillen die Nachwehen die erste Blutung deines Wochenflusses. Die Wunde beträgt anfangs mehr als 12 Zentimeter im Durchmesser. Innerhalb von zwei Wochen halbiert sie sich bereits auf etwa fünf Zentimeter, nach der Wochenbettzeit von etwa acht Wochen ist sie völlig verheilt.

Während der Nachsorge kontrolliert deine Hebamme durch Drücken auf deinen Unterleib regelmäßig, ob sich deine Gebärmutter ständig weiter zurückbildet bis sie auf ihre Normalgröße vor der Geburt geschrumpft ist. Bei Mehrlingsgeburten und Baby zwei, drei, vier ff. muss sich die Gebärmutter für ihre Rückbildung deutlich stärker anstrengen als beim ersten Mal. Stellen sich die Nachwehen nicht von alleine ein, werden sie sogar künstlich ausgelöst, um diesen lebenswichtigen Prozess in Gang zu setzen.

Ich will keine einzige Wehe mehr erleiden! Musst du auch nicht!

Nicht nur während der Geburt, auch nach der Entbindung stehst du dem Schmerz nicht hilflos gegenüber. Sind die Nachwehen sehr stark und rauben dir nachts den Schlaf, lass dir von deiner Hebamme oder dem Klinikpersonal krampflösende Mittel (zum Beispiel Ibuprofen) geben, die sich mit dem Stillen vertragen. Wenn es lediglich beim Stillen (oder Abpumpen) unangenehm zwickt, hilft vielen Müttern meist schon die Vorstellung, dass mit jeder Kontraktion die Rückbildung angekurbelt wird und ihr Körper sich ordentlich anstrengt, bald schon wieder so auszusehen wie früher. Ist doch eigentlich toll, wie die Natur das von ganz allein unterstützt, oder?

Nachwehen ohne Schmerzmittel überstehen

Wenn du doch lieber auf Schmerzmittel verzichten möchtest, können auch Wärmeanwendungen wie eine Wärmflasche, Kirschkernkissen oder eine warme Dusche helfen. Warme Bäder sind wegen des Wochenflusses noch tabu. Auch bei Nachwehen hilft es den Körper zu entspannen und den Schmerz durch bewusstes Atmen zu lindern. Arnica-Globuli und Kräutertee aus Anis, Fenchel und Kümmel wirken krampflösend. Informiere dich auch bei deiner Hebamme, bestimmt hat sie gute Tipps auf Lager und kann dich schon vorher mit Globuli und Co. versorgen. Übrigens je nach Frau sind die Nachwehen nach zwei bis drei Tagen wieder verschwunden.

Wochenbett: Rückbildung

Letzte Änderung: 08.03.2018
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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In der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter um ein Vielfaches an, um dem Baby, der Plazenta und dem Fruchtwasser genügend Platz zu bieten. Nach der Geburt muss sie sich wieder zurückbilden – bis das geschehen ist, sieht die Wöchnerin weiterhin aus, als sei sie etwa im sechsten Monat schwanger. Die Rückbildung der Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe dauert in der Regel etwa die ersten zehn Tage des Wochenbetts an (sog. „Frühwochenbett“).

Da die Gebärmuttermuskulatur nach der Geburt zunächst erschlafft, steigt der obere Rand der Gebärmutter (Gebärmutterfundus) am ersten Tag nach der Geburt etwas über Nabelhöhe an. Dann aber sinkt er innerhalb von etwa zehn Tagen auf seine ursprüngliche Lage knapp über dem Schambein ab und die Gebärmutter hat ihre Ursprungsgröße erreicht.

Die sogenannten Nachwehen, Kontraktionen der Gebärmutter, die die Wunden zusammenziehen und den Wochenfluss anregen, unterstützen die Rückbildung. Die Nachwehen werden unter anderem durch das Hormon Oxytocin ausgelöst, das auch den Milchfluss anregt. Oxytocin wird aber nur ausgeschüttet, wenn die Mutter stillt.

Stillen unterstützt also die Rückbildung – die Nachwehen werden daher auch Stillwehen genannt.

Nachwehen sind bei Erstgebärenden selten schmerzhaft und treten nur für wenige Tage nach der Geburt auf. Bei Mehrgebärenden muss die Gebärmutter durch die frühere „Vordehnung“ der Muskulatur mehr Kraft aufwenden, um ihre ursprüngliche Form wiederzubekommen. Daher sind die Nachwehen bei diesen Frauen oft von krampfartigen Schmerzen begleitet, die aber von Tag zu Tag nachlassen.

Vollständig abgeschlossen ist die Rückbildung erst nach dem Wochenbett, also nach sechs bis acht Wochen. Dann erst sind alle regulären Wunden, wie etwa die, die die Plazenta hinterlassen hat, abgeheilt.

In einigen Fällen kann die Rückbildung auch etwas länger benötigen, etwa bei:

  • Vielgebärenden
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Schnittentbindungen wie Kaiserschnitt oder Dammschnitt
  • Frauen, die nicht stillen können oder möchten

Neben der Gebärmutter werden auch der Beckenboden und die Bauchmuskulatur stark durch Schwangerschaft und Geburt beansprucht. Viele Frauen haben in der ersten Zeit nach der Geburt daher Probleme, beim Niesen, Lachen oder Husten den Harndrang zurückzuhalten. Nach dem Wochenbett ist es daher an der Zeit, mit Rückbildungsgymnastik zu beginnen, um den Beckenboden und die Bauchmuskulatur wieder zu stärken. Hebammen bieten hierzu spezielle Kurse an – am besten besprechen Sie sich dazu mit Ihrer Nachsorgehebamme. Zudem ist es generell sinnvoll, ab der ersten Geburt regelmäßig Beckenbodengymnastik zu machen.

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