Nachtschreck BEI baby

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Ihr Kind bekommt nachts Wutanfälle? So reagieren Sie richtig

Wutanfälle sind bei einem Kind immer Ausdruck eines Problems. Ihr Kind schreit und brüllt nicht, weil es Sie ärgern möchte. Bekommt Ihr Sohn oder Ihre Tochter diese Wutanfälle auch nachts, ist der gesamte Tagesablauf gefährdet. Versuchen Sie Ihrem Kind zu helfen. Geduld ist dabei der wichtigste Begleiter.

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Wutanfälle in der Nacht haben immer eine Ursache

Bei Kindern haben Wutanfälle, die überwiegend nachts auftreten, eine Ursache, die Sie herausfinden müssen. Andernfalls können Sie Ihrem Kind nicht helfen. Zunächst ist es wichtig, dass Sie ein medizinisches Problem nicht ausschließen. Bauchschmerzen sind ein häufiger Auslöser für Schreiattaken in der Nacht. Auch Probleme mit dem Darm können Schmerzen auslösen. Achten Sie daher auf den Stuhlgang Ihres Kindes. Zahnschmerzen beim Durchbrechen der ersten Zähne, Hunger oder Durst können ebenso Schreianfälle auslösen.

Häufig hat Ihr Kind seelische Probleme. Es kann auf familiäre Spannungen reagieren oder auf das Verhalten der Eltern, wenn es sich beispielsweise vernachlässigt fühlt. Hatten Sie eine unruhige Schwangerschaft, kann Ihr Baby darauf mit übermäßiger Unruhe reagieren.

Wutanfälle, die überwiegend nachts auftreten, können auch auf Albträume zurückzuführen sein. Achten Sie darauf, mit welchen Medien Ihr Kind in Berührung kommt. Ein unverarbeiteter Film oder laute aggressive Musik können bei kleinen Kindern schnell Albträume auslösen.

Bleiben Sie ruhig und geduldig

Werden Sie nach einem anstrengenden Tag mitten in der Nacht von Ihrem schreienden Kind geweckt, ist dies vor allem dann ein großes Problem, wenn sich der Nachtschreck bei Ihrem Kind wiederholt. Konnten Sie keine körperlichen oder seelischen Probleme ausmachen und auch sonst keine Ursache feststellen, ist dies eine schwierige Situation. Begegnen Sie Ihrem Kind trotz Ihrer Müdigkeit und dem Stress, den die Schreianfälle in der Familie auslösen, mit Ruhe und Geduld. Ihr Kind braucht Ihre Liebe vor allem in schwierigen Situationen.

So können Sie Ihr Kind nachts beruhigen

Ein Kleinkind beruhigen Sie am besten, wenn Sie es zu sich ins Bett nehmen. Halten Sie es im Arm und reden Sie beruhigend auf Ihren Sohn oder Ihre Tochter ein. Gewöhnen Sie das Kind an ein Kuscheltier, das ihm ein Freund ist. So fühlt es sich nicht so allein. Auch ein Nucki kann kleinen Kindern Geborgenheit geben.

Kinder, die bereits in den Kindergarten gehen, lassen sich durch Worte beruhigen. Sprechen Sie langsam und mit leiser Stimme. Keinesfalls dürfen Sie das Kind anschreien. Damit verunsichern Sie es und verstärken die Wutanfälle im schlimmsten Fall. Erinnern Sie das Kind daran, was es am nächsten Tag Schönes vorhat und dass das Vorhaben keinen Spaß macht, wenn man müde ist. Fragen Sie, was dem Kind fehlt und gehen Sie auf dessen Probleme ein.

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Auch bei Kindern, die schon in den Kindergarten oder in die Grundschule gehen und nachts Wutanfälle bekommen, kann es helfen, wenn sie in Ihrer Nähe schlafen dürfen. Sie können dann auch schneller reagieren. Möchten Sie ein größeres Kind nicht bei sich im Bett schlafen lassen, können Sie eine Couch oder Liege in Ihrem Schlafzimmer aufstellen. Alternativ ist es hilfreich, wenn Sie die Tür zum Kinderzimmer in der Nacht offen lassen oder ein Licht einschalten, wenn Sie schlafen gehen. Sind Albträume die Ursache für die Schlaflosigkeit, können Sie das Problem auf diese Weise recht einfach lösen.

griegt wutausprüche im Gang schlägt gegen das Treppengeländer. Woher er das hat, weiss ich nicht, wir schlagen ihn nicht und schreien ihn auch nicht an. . VAMPFREE Energievampire verstehen- sich selbst verstehen – Im Kampf gegen Lüge und Kontrolle, auf der Seite der Wahrheit ! der Hauptgrund ist meine Partnerin hat einen 30 jährigen Sohn der zwar in seiner eigenen Wohnung lebt und seit über 2 Jahren harz 4 bezieht. Und das ist einiges: Selbstständiges An- und Ausziehen fällt immer leichter; es kann sicheren Schrittes rennen und springen, geschickt mit Bällen spielen und Bilder malen, die Mama und Papa gerne an den Kühlschrank hängen. Jonas schmeisst sich hin und rotzt und schreit „nicht nachhause!!!!!“ Alina wacht auf, schreit und schlägt um sich: Die vierjährige Alina schreckt drei bis vier Stunden nachdem sie eingeschlafen ist regelmäßig hoch, schreit und schlägt um sich. Oft reagiert es nicht, wenn es angesprochen wird. er macht auch keine Anzeichen sich um eine Arbeit zu bemühen da ja die Mutter jeden Monat mindesten 250 und mehr … Jon ist der eheliche Sohn von Prinz Rhaegar Targaryen und Lyanna Stark.Aufgrund von Komplikationen bei der Geburt, lag Lyanna im Sterben. Die Globuli werden auf die Zunge gegeben und im Mund belassen, bis sie sich aufgelöst haben. Schweißgebadet wachte Thor auf und öffnete seine Augen.Neben sich sah er das Tagtraumännchen auf dem Bett sitzen. Um die Situation nicht weiter hochzuschaukeln, setzten sich die Mädchen im Bus von den Männern weg.  E-J Ein Brief. der Hauptgrund ist meine Partnerin hat einen 30 jährigen Sohn der zwar in seiner eigenen Wohnung lebt und seit über 2 Jahren harz 4 bezieht. Mit großer Top 10 und Top 100 Flachwitze Sammlung. Sie sind nur kurz erklärt, da eine ausführliche Erklärung den Rahmen sprengen würde. Erich Mühsam (1878-1934) Inhaltsverzeichnis der Gedichte: Ich bin ein Pilger, der sein Ziel nicht kennt; Die Sonne lacht, und es lacht die Welt Momentan ist er in seiner Trotzphase und schlägt und schreit um sich. Meist dauert der Spuck so ne viertelstunde bis 20 Minuten, danach schläft er meist weiter als wäre nie was gewesen. UPDATE DLVT TTM UPDATE. Es ist immer gut, den Text auf ein Flipchart zu schreiben und ihn vorher auch einmal langsam zu sprechen. UPDATE DLVT TTM UPDATE. S eid ihr auch so kurz vorm Nervenzusammenbruch, wie ich es war? Mein hochgeehrter Herr von Klein, Ihren schmeichelhaften Brief habe ich erhalten, Der mich einlädt, in Ihrem werten … Advokaten – Schadvokaten. Schweißgebadet wachte Thor auf und öffnete seine Augen.Neben sich sah er das Tagtraumännchen auf dem Bett sitzen. Habe genau das gleiche Problem. Wir verraten, was es mit dem Nachtschreck auf sich hat. Wenn das Kind nachts panisch schreit und sich nicht beruhigen lässt, fühlen Eltern sich hilflos.  Spielekiste. Doch der frisch gebackene Vater hat Lungenkrebs und muss entscheiden, ob er auf einer Palliativ­station sterben will, wo sich trotz Schmerzmittel das Leiden lange hinziehen kann, oder ob er in die Schweiz fahren wird, um sich beim Sterben helfen zu lassen. Pressetext: Elmar May ist mit 52 viel zu jung zum Sterben. Es hatte die für Tagtraumännchen typische lange Nase und braune, ledrige Haut. Es hatte die für Tagtraumännchen typische lange Nase und braune, ledrige Haut. Anstatt dass die Mutter ihn packt und geht, wie angekündigt, bittet sie ihn um ruhe, packt die sachen wieder aus und sagt „wir bleiben noch zum spielen, bitte nicht mehr weinen“. Gerade bei Vorschul- und Grundschulkindern tritt dieser Nachtschreck hin und wieder auf. ich mit 62 Jahren und meine Partnerin 56 Jahren haben uns nach fast vier Jahren getrennt. … Er schläft tagsüber nur noch eine halbe Stunde und geht abends um 20.30Uhr ins Bett.  Abwarten und Tee trinken. Ihr Kind schreckt aus dem Schlaf auf, schreit, weint und schlägt um sich. Achtung, in diesem Geburtsbericht geht es um ein totgeborenes Baby – ein sogenanntes Sternenkind.Es ist, wie ich finde, ein emotional aufwühlender Beitrag und ich möchte nicht, dass ihr aus versehen darüber stolpert. Alles Gute kommt von oben. Ihr Baby braucht noch einen engen Körperkontakt und viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Das Kind meines Nachbars schreit ständig, ob nachts, mittags oder morgens durchgehend. In der Serie Biographie. Texte 1 Die Küchenuhr 2 Nachts schlafen die Ratten doch 3 Das Holz für morgen 4 Mein bleicher Bruder 5 Radi 6 Das Brot 7 Das ist unser Manifest 8 Dann gibt es nur eins! Kurz vor ihrem Tod bat sie ihren Bruder, Eddard Stark, darum, dass er Jon beschützen soll.Eddard nahm Jon bei sich auf und gab ihn als seinen Bastard aus. Am Mittwochnachmittag, gegen 15.20 Uhr wurde in einem Drogeriemarkt im rheinland-pfälzischen Kandel ein 15-jähriges Mädchen zum … Warscheinlich aus dem Kindergarten. Und wenns dann ans Kicken oder Schlagen kam, hab ich den Fuss oder die Hand geschnappt und gesagt ich kann weder Fuss noch Hand verstehen, das Kind muss schon mit mir reden. Wenn also ein auf Baby, das auf dem Arm eingeschlafen war, nachts in seinem Bettchen aufwacht und in der Dunkelheit, Kühle und Stille merkt, dass es allein ist, dann schlägt alles in ihm Alarm und es schreit – natürlich – nach seinen Eltern. er macht auch keine Anzeichen sich um eine Arbeit zu bemühen da ja die Mutter jeden Monat mindesten 250 und … Wenn ich ihn anziehen möchte, oder ihm die Windeln wechseln möchte haut er mich und schreit mich an. Damit die Globuli gut von der Mundschleimhaut aufgenommen werden können, sollte möglichst 30 Minuten vor und nach der Einnahme nichts getrunken oder gegessen werden. Mit drei Jahren ist der Stolz auf das, was man schon alles kann, bei vielen Kindern groß. Warum kann mein Kind nicht einfach alleine einschlafen? Da gab es jeden Abend eine große Portion „Klammern und an Mami hängen“ gratis. Alle Sünden in eine münden. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Wird es das jemals lernen? Es folgt eine Zusammentragung vieler Spiele und Spielideen. Wenn Ihr Baby nicht einschlafen kann oder aufwacht und schreit, benötigt es Zeichen Ihrer Nähe und Fürsorge . Er schlägt dann um sich und lässt sich kaum beruhigen,ich weiss nicht was ich machen soll,das … schreit und weint nachts … Kind nicht auf ihre … Zum Schreien: Wenn sich das Baby einfach nicht beruhigen lässt Angewendete Globuli in der Trotzphase. topt im Gang rum. ich mit 62 Jahren und meine Partnerin 56 Jahren haben uns nach fast vier Jahren getrennt. Dabei hat sie ihre Augen geschlossen, als würde sie noch schlafen. Er schreit dann und wirft sich rum, schlägt auch um sich seit er älter ist läuft er auch orientierungslos in der Gegend rum. Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, wenn ich davon spreche, dass es bei der Kunst, sein Kind schlafen zu lassen, um die eigene Gelassenheit und das Loslassen des Kindes geht. „Da war er dann wieder ruhig – hat uns einfach die ganze Zeit nur wütend angestarrt.“ Adler fängt keine Mücken. Jede Nacht also das gleiche Spiel: Trinken, Windel kontrollieren, Schnuller, Kopf streicheln, Spieluhr an. Dann geht es euch sicherlich wie uns vor ein paar Tagen. Auf Flach-Witze.com gibt es nur die flachesten Witze und Kalauer. Es muss ein Weg gefunden werden, auf dem das Kind nicht mehr nachts wie am Spiess schreit (es hoert ja teilweise nicht mehr auf, wenn es ins Bett der Mutter darf !!! Auch wenn es albern scheint, wird es dazu führen, das viel mehr sich trauen mit zu singen. ), sondern ruhig durchschlaeft und die Mama auch wieder ausreichend Schlaf bekommt. Mein Kind 13Monate schreit Nachts plötzlich … Fängt an zu weinen, schreit manchmal auch panisch und lässt sich kaum beruhigen.

Der Pavor nocturnus: harmloser Nachtschreck

Aus dem Kinderzimmer, wo das Kind gerade noch friedlich schlief, tönt mitten in der Nacht ein panischer Schrei, dann angstvolles lautes Weinen. Die Eltern finden ihr Kind vielleicht in Schweiss gebadet, heftig atmend und mit rasendem Puls in seinem Bettchen sitzend. Es scheint ohne Orientierung und nicht ansprechbar, obwohl die Augen weit geöffnet sind. Es schläft nicht mehr, ist aber auch nicht wach. Andere Personen erkennt das Kind in der Regel nicht. Jeder Versuch, es zu beruhigen, indem man es auf den Arm nimmt, ihm gut zuredet oder es streichelt, bleibt erfolglos oder regt es gar zusätzlich auf. Es stösst die Eltern womöglich weg und schlägt um sich.

Und dann, nach einigen Minuten, ist plötzlich alles vorbei. Der Schreck weicht aus dem Gesicht des Kindes und es schläft rasch wieder ein. Am nächsten Morgen kann sich das Kind an nichts erinnern.

Der Pavor nocturnus, unter anderem auch Nachtschreck oder Angstschreck genannt, gehört zu den häufigsten Durchschlaf- bzw. Aufwachstörungen im Kindesalter. Er ähnelt der Schlaftrunkenheit, wirkt in seinem Verlauf aber dramatischer und kann Eltern einen gehörigen Schrecken einjagen.

Was steckt hinter dem Nachtschreck?

Der Pavor nocturnus tritt am häufigsten im Alter zwischen zwei und sechs Jahren auf, meist in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen, wenn ein Kind aus einer traumlosen Tiefschlafphase tritt, dabei aber nicht richtig aufwacht. Das Gehirn hat noch Mühe vom Tief- in den Traumschlaf zu wechseln. Beim Nachtschreck ist sein Körper dann zwar schon wach. Es schaut, es bewegt sich, aber sein Bewusstsein befindet sich immer noch im Schlaf. Der Nachtschreck ist völlig harmlos und hat nichts mit Alpträumen zu tun; er fügt Ihrem Kind weder einen körperlichen noch einen seelischen Schaden zu. Er kann einmal und nie wieder auftreten oder im Abstand von Jahren oder Monaten.

Was begünstigt den Nachtschreck?

In manchen Familien gibt es eine genetische Neigung zu Pavor Nocturnus. Auch Erschöpfung, Übermüdung oder eine Krankheit kann eine Ursache sein, ebenso neue Medikamente oder das Schlafen in einer fremden Umgebung. Häufig tritt der Nachtschreck auf, wenn das Kind Stress hat. Zum Beispiel, wenn es in die Krippe, den Kindergarten oder die Vorschule kommt und sich erst an die neue Umgebung und Bezugspersonen gewöhnen muss. Auch feinfühlige und nachdenkliche Kinder neigen eher zum Nachtschreck.

Was können Eltern für ihr Kind tun?

Als Eltern können Sie lediglich abwarten, bis der Spuk vorbei ist, und darauf achten, dass sich Ihr Kind nicht verletzt, wenn es zum Beispiel aus dem Bett steigt und panisch durch die Wohnung läuft (s.a. Schlafwandeln). So sollten sie darauf achten, dass es nicht vom Bett stürzt oder sich beim Schlagen mit Händen und Kopf stösst. Auch wenn Ihr Kind sich nicht unmittelbar beruhigen lässt, ist es gut, ihm leise immer wieder zu sagen, dass seine Welt in Ordnung ist, Mama oder Papa da ist und es in Sicherheit ist. Versuchen Sie aber nicht, Ihr Kind wachzurütteln, um es von seinem Nachtschreck zu befreien. Ein Kind in dieser Phase aufzuwecken, ist kontraproduktiv, da es dann orientierungslos sowie verwirrt ist und schwer wieder einschläft.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmässigen und ausreichenden Schlaf bekommt. Ein ruhiges, immer gleich ablaufendes Abendritual hilft, geborgen in den Schlaf zu finden. Erst Zähne putzen, dann Schlafanzug anziehen und im Bett eine Geschichte vorlesen oder erzählen oder den Tag Revue passieren lassen – so kann ein solches Einschlafritual aussehen. Genügend Bewegung während des Tages ist für alle Kinder wichtig und macht sie auf gesunde Art müde. Fernsehen vor dem Schlafengehen wühlt ein Kind stattdessen auf.

Auch die Raumtemperatur trägt zu einem guten Schlaf bei. Die Temperatur sollte im Schlafzimmer nicht zu warm sein (ca. 18°C) und das Schlafen sollte in möglichst ruhigen und ungestörten Räumen stattfinden.

Wann ist eine ärztliche Abklärung angebracht?

Wenn der Nachtschreck besonders häufig auftritt und als stark belastend empfunden wird, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen.

Von den Eltern angefertigte Videos sind dann bei der Diagnosestellung oft hilfreich. In wenigen Fällen – insbesondere bei der Abgrenzung epileptischer Anfälle – ist ein EEG und eine schlafmedizinische Untersuchung erforderlich. Eher selten wird eine medikamentöse Therapie empfohlen.

Der Nachtschreck ist kein schlechter Traum! Was hilft

Wenn das Kind plötzlich schreiend aufwacht, nicht ansprechbar ist und wild um sich schlägt, handelt es sich wahrscheinlich um einen „Nachtschreck“, eine Schlafstörung, die auch „Pavor Nocturnus“ genannt wird. Was dann hilft, haben wir den Kinderazt Dr. Fengeler gefragt.

Was ist denn los? Der Nachtschreck ähnelt einem Wutanfall aus heiterem Himmel. Foto: iStock

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Von Sigrid Schulze

Gerade hat das Kind noch friedlich geschlafen. Jetzt hockt es panisch schreiend im Bett, es ist völlig verschwitzt, das Herz rast und es will sich von nichts und niemanden beruhigen lassen. Der Nachtschreck („Pavor Nocturnus“) löst bei Eltern grosse Sorge aus, vor allem wenn er zum ersten Mal auftritt. Natürlich wollen sie ihrem Kind jetzt helfen, es trösten. Aber schnell zeigt sich, dass sich das Kind nicht wie gewohnt in die Arme nehmen lässt, im Gegenteil: Trotz offener Augen scheint es die Eltern nicht zu erkennen. Es schlägt noch mehr um sich. Eltern fühlen sich machtlos. Was hat das Kind denn?

Der Nachtschreck ist kein Alptraum

Schnell drängt sich der Gedanke an einen bösen Traum auf. Im Gegensatz zum Albtraum, der ein Kind meist in der zweiten Hälfte der Nacht quält, tritt der Nachtschreck in der ersten Schlafhälfte, oft vor Mitternacht auf. Ein Kind, das einen Nachtschreck erleidet, ist kaum zu beruhigen, ein Kind, das einen Albtraum hat, lässt sich dagegen sanft wecken und wieder in den Schlaf wiegen. Vielleicht kann sich das Kind am nächsten Morgen an seinen Albtraum erinnern – von seinem Nachtschreck dagegen wird es nichts mehr wissen.

Lesetipp

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Pavor Nocturnus ist eine harmlose Schlafstörung

Pavor Nocturnus (lat. Nachtangst), wie der Nachtschreck in der Fachsprache lautet, ist eine Schlafstörung, die vor allem bei Kleinkindern und Kindern im Kindergartenalter auftritt. Babys sind noch nicht betroffen. „Circa drei bis sechs Prozent der Kinder erleben regelmässig Nachtschrecke“, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschland (BVKJ). Pavor Nocturnus tritt ein, wenn ein Kind aus einer traumlosen Tiefschlafphase tritt, dabei aber nicht richtig aufwacht.

Es schläft also nicht mehr, ist aber auch nicht wach, so dass es völlig orientierungslos ist. Sorgen müssen sich Eltern aber nicht: „Der Nachtschreck gehört zum normalen Schlafverhalten eines Zwei- bis Fünfjährigen Kindes und ist keine Verhaltensauffälligkeit und kein Grund zur Sorge“, erklärt die Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern. Pavor Nocturnus ist kein Symptom einer psychischen Erkrankung.

Die Ursache des Nachtschrecks ist oft Erschöpfung

Wenn das Nervensystem des Kindes noch nicht vollständig ausgereift ist, kann es zum Nachtschreck kommen. Das Gehirn hat noch Mühe vom Tief- in den Traumschlaf zu wechseln. Beim Nachtschreck ist sein Körper dann zwar schon wach. Es schaut, es bewegt sich, aber sein Bewusstsein befindet sich immer noch im Schlaf.

In manchen Familien gibt es darüber hinaus eine genetische Neigung zu Pavor Nocturnus. Auch Erschöpfung kann eine Ursache sein. „Übermüdete oder kranke Kinder neigen eher zu der Entwicklung eines Nachtschrecks. Auch neue Medikamente oder das Schlafen in einer fremden Umgebung können einen Nachtschreck provozieren“, erklärt der Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler.

Häufig tritt der Nachtschreck auch auf, wenn das Kind Stress hat. Zum Beispiel, wenn es in die Krippe, den Kindergarten oder die Vorschule kommt und sich erst an die neue Umgebung und Bezugspersonen gewöhnen muss. Auch feinfühlige und nachdenkliche Kinder neigen eher zum Nachtschreck.

Was Eltern tun können – und was zu lassen ist

Eltern, die bereits einen Nachtschreck bei ihrem Kind miterlebt haben, wissen, dass es sich nicht unmittelbar beruhigen lässt. Dennoch ist es jetzt gut, ihm leise immer wieder zu sagen, dass seine Welt in Ordnung ist, Mama oder Papa da ist und es in Sicherheit ist. Versuchen Sie Ihr Kind aber nicht wachzurütteln, um es von seinem Nachtschreck zu befreien: „Ein Kind in dieser Phase aufzuwecken, ist kontraproduktiv da es dann orientierungslos sowie verwirrt ist und schwer wieder einschläft“, so Dr. Ulrich Fegeler.

Solange das Kind panisch ist, können Eltern es aber vor Verletzungen schützen. So sollten sie darauf achten, dass es nicht vom Bett stürzt oder sich beim Schlagen mit Händen und Kopf stösst.

Wie lange dauert der Nachrschreck?

Und obwohl der Nachtschreck sehr unheimlich wirkt, müssen Eltern sich nicht sorgen. Hilfreich ist zu wissen, dass der Spuk meist nach zwei bis zehn Minuten vorübergeht. „Das Aufwachen geschieht abrupt. Das Kind beruhigt sich schnell, fühlt sich müde und schläft bald wieder ein“, erklärt die Mütter- und Väterberatung Kanton Bern.

Wie oft tritt er auf?

Der Nachtschreck kann einmal und nie wieder auftreten oder im Abstand von Jahren oder Monaten. Wenn er in einer kurzen Periode gehäuft und immer wieder bis ins junge Teenageralter auftritt, ist es sinnvoll sich von einem Kinderarzt beraten zu lassen und eine Nacht im Schlaflabor zu verbringen.

Ihr Kind neigt zum Nachtschreck? Was hilft:

1 Es ist wichtig, auf regelmässigen und ausreichenden Schlaf zu achten. Gut ist, wenn sich das Kind im Tagesverlauf ausreichend ausgepowert hat! „Genügend Bewegung während des Tages ist für alle Kinder wichtig und macht sie auf gesunde Art müde“, empfiehlt das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt.

2 Fernsehen vor dem Schlafengehen wühlt ein Kind stattdessen auf. Ein ruhiges, immer gleich ablaufendes Abendritual hilft, geborgen in den Schlaf zu finden. Erst Zähne putzen, dann Schlafanzug anziehen und im Bett eine Geschichte vorlesen oder erzählen oder den Tag Revue passieren lassen – so kann ein solches Einschlafritual aussehen.

3 Auch die Raumtemperatur trägt zu einem guten Schlaf bei. „Die Temperatur sollte im Schlafzimmer nicht zu warm sein (ca. 18°C)“, so das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt. „Das Schlafen sollte in möglichst ruhigen und ungestörten Räumen stattfinden.“

Parasomnien im Erwachsenenalter

Zusammenfassung
Die Häufigkeit der Parasomnien und ihre Bedeutung für die betroffenen Patienten wird unterschätzt. Die geäußerten Beschwerden sind vielfältig. Bei Schlafwandeln und Pavor nocturnus ist Tagesmüdigkeit infolge von häufigen nächtlichen Arousals vorherrschend. Folgen des Bruxismus werden primär von Zahnärzten und Kieferorthopäden diagnostiziert. Bei Patienten mit degenerativen Erkrankungen, Intoxikationen und polymorbiden, mit vielen Medikamenten behandelten Patienten muss mit Verhaltensstörungen im REM-Schlaf gerechnet werden. Selbst- und Fremdverletzungen im Schlaf bedürfen diagnostischer und differenzialdiagnostischer polysomnographischer Abklärung. Parasomnien müssen von psychogenen dissoziativen Zuständen und Epilepsien abgegrenzt werden. Die nächtlichen Ereignisse sollten aus differenzialdiagnostischen Gründen interdisziplinär beurteilt werden.
Schlüsselwörter: Somnambulismus, Pavor nocturnus, REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Bruxismus, Motorik im Schlaf
Summary
Parasomnias in Adults
The frequency of parasomnias and their importance in adults is often underestimated. Sleepwalking and sleep terror cause daytime sleepiness due to frequent nocturnal arousals. Dentists and orthodontists mainly diagnose consequences of bruxism. Many patients with degenerative diseases of the central nervous system, intoxication and intake of various
medications can develop REM-sleep behaviour disorder. In case of injuries of the patient or their partners during sleep patients have to be examined by polysomnography. Parasomnias have to be distinguished from psychogenic conditions and epilepsy. The nocturnal events should be examined interdisciplinary in order to consider all differential diagnoses.
Key words: somnambulism, pavor nocturnus, REM-sleep behaviour disorder, bruxism, movements during sleep
Parasomnien sind durch unerwünschte Symptome, die im Schlaf auftreten, gekennzeichnet. Dabei bestehen unterschiedliche Beziehungen zum REM- („rapid eye movement“-)Schlafstadium und den Non-REM-Schlafstadien 1 bis 4 (20). Systematische Klassifizierungen finden sich in der International Classification for Sleep Disorders (ICSD) (13), ICD-10 und DSM-IV. Die Kodierungen von ICD-10 und ICSD werden in der Tabelle gegenübergestellt.
Die klinischen Gemeinsamkeiten der Arousalstörungen sind Verwirrtheit und Desorientiertheit, automatisches Verhalten, herabgesetztes Reaktionsvermögen gegenüber externen Stimuli, geringe Reaktion auf Bemühungen, Wachheit herzustellen, eine retrograde Amnesie für viele während der Ereignisse auftreten-
de Vorgänge und das Auftreten meist im ersten Nachtdrittel aus dem Tiefschlaf (Non-REM 3 und 4) heraus(6).
Die Prävalenz liegt bei Kindern unter zwölf Jahren bei bis zu 12,5 Prozent, bei Erwachsenen bei ein bis vier Prozent. Dabei ist die Rate bei Erwachsenen eher als zu gering anzusehen, wie die zunehmende Zahl von Betroffenen in Schlaflabors zeigt.
Pavor nocturnus und Somnambulismus treten meist gemeinsam auf. Beim Pavor nocturnus kommt es zu einem einfachen Aufrichten, häufig begleitet von einem Schrei und zur Aktivierung des autonomen Nervensystems (Tachykardien, Tachypnoen, Hautrötung) mit intensiver Angst, unverständlichen Verbalisationen, Zerren am Bettzeug oder Bewegungen der Arme. In seltenen Fällen erfolgt ein abruptes Aufspringen aus dem Bett. Die Zustände dauern wenige Minuten.
Bei voll ausgeprägtem Somnambulismus (Schlafwandeln) wird das Bett nach einem Arousal, meist aus dem Tiefschlaf, verlassen. Das Verhalten ist zielgerichtet und komplex, die Motorik vergröbert, das Reaktionsvermögen herabgesetzt. Für das Ereignis besteht eine Amnesie, meist wird das Bett wieder aufgesucht, wenn die Parasomnie in der häuslichen Umgebung auftritt. Da die Orientierung der Schlafwandler unvollständig ist, treten bei 20 Prozent der Betroffenen Selbstverletzungen auf. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit (30 Prozent) und Tagesschläfrigkeit (50 Prozent).
Schlafwandeln ist häufig assoziiert mit anderen parasomnen Ereignissen (1) wie Somniloquie (Sprechen im Schlaf), Bruxismus, Enuresis. Entgegen der Literatur wird von 75 Prozent aller Schlafwandler intensives mit den Ereignissen assoziiertes Träumen erinnert.
Polysomnographisch kennzeichnend ist eine vermehrte Schlaffragmentierung, ein verminderter Anteil der langsam-
welligen EEG-Aktivität (0,75 bis 4,5 Hz) gegenüber Kontrollen in der zweiten Hälfte des ersten Schlafzyklus (9) bei insgesamt vermehrtem Tiefschlaf. Der Tiefschlaf ist durch vermehrt auftretende Arousals unterbrochen (7). Den Arousals gehen besonders bei jüngeren Individuen in der Polysomnographie oft hochamplitudige Deltawellen (4) voraus (Grafik 1, 2).
Somnambule Ereignisse werden im Schlaflabor relativ selten registriert. Der Einsatz von Provokationsmethoden ist daher erforderlich (Schlafentzug über mehr als 24 Stunden mit nachfolgender Lanzeitregistrierung über mindestens 24 Stunden, Namen rufen, Aufstellen im Tiefschlaf (19). Viele Schlafwandler kennen einen gewissen zeitlichen Rhythmus, in dem die Störung auftritt. Zur Erhöhung der diagnostischen Sicherheit sollte die Schlaflaboruntersuchung in diesen Phasen gewählt werden.
Therapeutische Interventionen sind nur erforderlich, wenn Tagesschläfrigkeit oder eine Gefährdung durch Selbst- oder Fremdverletzung vorliegt. Eine Verhaltensberatung beinhaltet Schutz vor Verletzungen und Unfällen (Verschließen von Fenstern und Türen in der Nacht, Abpolsterungen, Vermeidung von Alkohol). Weitere nichtpharmakologische Therapien sind das antizipatorische Erwecken eine bis zweieinhalb Stunden nach dem Einschlafen (8) und die Vorsatzbildung mit Entspannungstechniken (12). Dabei lernt der Patient, auf einen Reiz zu reagieren, der ihm signalisiert, sich wieder ins Bett zu legen, wie zum Beispiel bei Bodenkontakt der Füße.
In der medikamentösen Behandlung wird den Patienten Clonazepam in einer Dosierung von 0,5 mg etwa 30 Minuten vor Schlafbeginn verabreicht, mit dem Ziel der Tiefschlafreduktion in der ersten Nachthälfte.
Schlaf-Wach-Übergangsstörungen
Schlaf-Wach-Übergangsstörungen treten vorwiegend beim Übergang vom Wachen zum Schlafen, das heißt in Leichtschlafphasen auf. Sie sind bis auf die
rhythmischen Bewegungen auch in der Normalbevölkerung sehr häufig. Stress, Medikamente oder Alkohol sind Provokatoren.
Rhythmische Bewegungsstörungen im Schlaf betreffen meist die großen Muskeln, typischerweise von Kopf und Nacken (13). Es werden mehrere Störungstypen unterschieden:
– Kopfanschlagen in anterior-posterior-Richtung (Jactatio capitis),
– laterales Kopfrollen in Rückenlage,
– Körperwiegen auf allen Vieren und
– laterales Körperrollen auf dem Rükken („body rocking“).
Die Bewegungen dauern Sekunden bis Minuten und treten oft in jeder Nacht auf. Sie beginnen um den neunten Lebensmonat, hören oft um das zehnte Lebensjahr auf, bleiben aber häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen. Entscheidend ist die Fremdanamnese und, sofern aufgrund von Verletzungen notwendig, der Nachweis in der Videoaufzeichnung.
Therapeutische Interventionen sollten nur durchgeführt werden, wenn eine Selbstgefährdung entweder durch Verletzungen oder durch Tagesschläfrigkeit vorliegt. Benzodiazepinrezeptoragonisten und trizyklische Antidepressiva haben einen positiven Effekt gezeigt, verschiedene verhaltenstherapeutische Maßnahmen, wie zum Beispiel das Einüben eines konkurrierenden motorischen Verhaltens (Armbewegungen), sind Erfolg verprechend.
REM-Parasomnien
Die Verhaltensstörung im REM-Schlaf kann bei bis zu 0,5 Prozent (18) der Bevölkerung in unterschiedlicher Ausprägung auftreten. Sie ist gekennzeichnet durch die Aufhebung der physiologischen Muskelatonie im REM-Schlaf. Durch das Ausbleiben der motorischen Hemmung im REM-Schlaf kommt es zu motorischer Aktivität, die oft den Trauminhalten entspricht. Häufiges heftiges Ausagieren der Trauminhalte kann zu erheblicher Fremd- und Eigengefährdung führen. Die Häufigkeit der Attacken variiert von einmal in der Woche bis mehrfach je Nacht an mehreren aufeinanderfolgenden Nächten (21). Dabei unterscheidet man als Verlaufsformen die akute passagere Form von der chronischen Form. Die akute wird meist durch medikamentöse Intoxikation oder Entzüge (zum Beispiel Antidepressiva, Alkohol) ausgelöst. Die chronische Form betrifft vorwiegend ältere Patienten. Ein Drittel dieser Patienten weisen ZNS-Schädigungen auf (vaskulär, toxisch-metabolisch, infektiös, degenerativ, traumatisch, neoplastisch ). Bei den idiopathischen Formen haben in Verlaufskontrollen bis zu 65 Prozent der Betroffenen Parkinsonsyndrome oder Demenzen entwickelt (22). Polysomnographisch finden sich entgegen der physiologischen Muskelatonie im REM-Schlaf phasische und tonische Muskeltonuserhöhungen des Musculus mentalis, die von Muskelbewegungen der Extremitäten begleitet werden oder isoliert auftreten. Selbst wenn sich die Patienten verletzen, erwachen sie nicht. Werden sie geweckt, können sie sich aber meist an Träume erinnern, deren Inhalt mit dem beobachteten Verhalten übereinstimmen kann. Die Träume handeln überwiegend von Angriffen, in deren Folge der Träumer sich verteidigt oder flieht. Häufig wird der Bettpartner fälschlicherweise für den Angreifer gehalten und misshandelt. Die Inhalte sind nie sexueller Natur (Grafik 3).
Die Therapie der ersten Wahl besteht in der Gabe niedrigdosierten Clonazepams (0,5 mg) vor dem Schlafengehen. Clonazepam unterdrückt phasische Muskelaktivität im REM. Auch bei langjähriger Clonazepam-Einnahme treten keine Toleranzbildung oder Wirkverlust ein. Einige Patienten scheinen von einer Therapie mit Melatonin zu profitieren (15), das die Muskelatonie im REM-Schlaf wiederherstellen soll.
Unklassifzierte Parasomnien
Die ICSD definiert Bruxismus als eine stereotype Bewegungsstörung, die durch Zähneknirschen oder Zusammenbeißen der Zähne gekennzeichnet ist. Bruxismuspatienten werden vorwiegend von Zahnärzten oder Kieferchirurgen behandelt. Die Prävalenz wird auf sechs bis zwölf Prozent geschätzt (16), am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen.
Die diagnostischen Kriterien fordern eines der folgenden Symptome: Zähneknirschen oder Zusammenbeißen im Schlaf mit abnormer Abnutzung der Zähne, Geräuschen im Rahmen des Bruxismus oder Schmerzen oder Ermüdung der Kiefermuskulatur, Kopfschmerzen.
Polysomnographisch zeigt sich eine vermehrte Aktivität der Kiefermuskulatur im Schlaf (Aktivität von mindestens 20 Prozent der maximalen Willkürkontration, im Wachen bei der phasischen Variante mindestens drei Entladungen von 0,25 bis zwei Sekunden, bei fortlaufender Aktivität Dauer von mehr als zwei Sekunden für tonische Ereignisse).
Zur Therapie empfehlen sich folgende Vorgehensweisen: Okklusale Fehlstellungen können erfolgreich operiert werden. Aufbissschienen mindern die Geräusche, nicht jedoch den Aufbissdruck der Kaumuskulatur und die damit verbundenen Schmerzen und Beschwerden. Biofeedback wirkt nur sehr kurzfristig, akustisches Feedback kann Schlafstörungen verschlimmern. Gammahydroxybuttersäure reduziert Bruxismus deutlich. Botulinustoxinbehandlungen können durchgeführt werden, wirken aber nur zeitbegrenzt symptomatisch. Da bei vielen Bruxismuspatienten die Störung in Stresssituationen verstärkt ist, soll-
te bei persistierenden Beschwerden ei-
ne psychologische Intervention durchgeführt werden.
Pathogenese der Parasomnien
Vom frühen Fetalstadium bis zu drei
Monaten nach der Geburt treten endogen generierte generelle Bewegungen auf (10), die Kopf, Extremitäten und Rumpf ohne ein bestimmtes Muster
oder eine bestimmte Abfolge einbe-
ziehen. Die Ähnlichkeit
fetaler Bewegungsmuster mit elektrophysiologischen Mustern der Parasomnien legt nahe, dass ein unzureichender Reifungszustand der hemmenden zentralen Zentren der Motoneuro-
ne besteht. Parasomnien können vom Kindes- bis in das Erwachsenenalter persistieren oder nach vorübergehendem Sistieren im Erwachsenenalter erneut auftreten. Plötzliche Wechsel von Wach/ NREM/REM lassen sich bei Analyse der polysomnographischen Mikrostruktur nicht nur bei den Parasomnien finden, sondern auch bei anderen organischen Erkrankungen. Sie reichen von subklinischen Verhaltensstörungen im REM-Schlaf bei Multi-Systematrophie bis hin zur posttraumatischen Stressstörung. Lokomotorische Zentren zwischen Medulla und Mesencephalon zeigen abhängig vom Wachzustand oder REM-Schlaf unterschiedliches Verhalten bezüglich Inhibition und Stimulation der Motoneurone. Stimulation des Nucleus pontis oralis (NPO) und Nucleus gigantocellularis im Tierversuch erregt lumbale Motoneurone im Wachzustand und hemmt sie im REM-Schlaf. Das Hypocretinsystem projiziert in beide Kerne. Experimentell lässt sich darstellen, dass Hypocretin auf segmentalen Ebenen die NPO-induzierte Motoneuroninhibition im REM-Schlaf verstärkt (23). In Tierversuchen zeigte sich, dass Verhaltensstörungen im REM-Schlaf Folge kleiner Läsionen des peri-Locus-Coeruleus sind. Beim Menschen kommen Dissoziationen von Komponenten von Schlaf-Wach-Zuständen bei hypothalamischen, thalamischen und Hirnstammläsionen, pharmakogenen Intoxikationen und pharmakogen oder toxisch bedingten REM-Rebound-Phänomenen (zum Beispiel Delirien) vor.
Bei SPECT- („single photon emmision computed tomography“-)Untersuchungen von Schlafwandlern fanden Bassetti et al. (2) eine Verminderung des regionalen Blutflusses in den frontoparietalen Assoziationscortex und eine Zunahme im Gyrus cinguli und anteriorem Cerebellum. Die Autoren interpretieren den Befund als motorische, vegetative und emotionale Stimulation im Gyrus cinguli mit Verminderung der Selbstwahrnehmung durch Beeinträchtigung des frontalen Cortex.
Genetik
Kohortenstudien, epidemiologische Untersuchungen und Zwillingsforschung geben Hinweise für einen hohen genetischen Anteil beim kindlichen und erwachsenen Somnambulismus (3, 11, 14), bei Schlaflähmungen und der Somniloquie. Wie Narkolepsie und Verhaltensstörung im REM-Schlaf scheint Schlafwandeln mit dem Allel DQB1*05 assoziiert zu sein (17).
Diagnostik
Die Parasomnien erfordern eine genaue diagnostische Abklärung, wenn sie zu selbst- oder fremdgefährdenden nächtlichen Verhaltensweisen führen oder durch die gehäufte nächtliche Aktivierung mit einer vermehrten Tagesschläfrigkeit einhergehen.
Die Diagnostik der Parasomnien ist im Erwachsenenalter schwieriger als im Kindesalter. Bei Kindern besteht eine Assoziation zu gewissen Entwicklungsstadien (Somnambulismus und Pavor nocturnus vorwiegend im vierten bis achten Lebensjahr, Schlafstörungen durch rhythmische Bewegungen vorwiegend in den ersten beiden Lebensjahren). Bei Erwachsenen sind umfangreiche Differenzialdiagnosen zu bedenken. Anamnestisch müssen medikamentöse, toxische oder psychiatrische (insbesondere dissoziative Störungen) Ursachen ausgeschlossen werden. Es sollte eine zerebrale Bildgebung (vorzugsweise mit der Kernspintomographie) durchgeführt werden. Neben der Labordiagnostik ist bei unklaren Fällen unter Umständen eine Liquorpunktion zum Ausschluss eines entzündlichen ZNS-Prozesses notwendig.
Insbesondere ist eine Abgrenzung gegen komplex-partielle Anfälle erforderlich. Die polysomnographische Untersuchung muss daher videokontrolliert mit mindestens 16 EEG-Kanälen zum Ausschluss von Epilepsien vorgenommen werden. Kanäle für Bewegungen der Extremitäten und Atmung zur Differenzialdiagnose von Arousals anderer Ursachen (zum Beispiel Restless-Legs-Syndrom und schlafbezogener Atmungsstörungen) sind obligatorisch. Bei Arousalstörungen (Schlafwandeln und Pavor nocturnus) sind zur Diagnostik häufig Provokationsmethoden wie Schlafentzug, sinnvolle verbale Stimulation oder Hinstellen notwendig. Ergänzende Informationen kann eine mobile 24-Stunden-EEG-Registrierung unter stationären Bedingungen bringen.
Die Polysomnographie dient auch der Diagnostik weiterer komorbider Schlafstörungen. Eine Assoziation mit dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom ist häufig, Parasomnien können sogar durch die Arousal nach den Apnoen ausgelöst werden (9). Parasomnien können gelegentlich die Ursache verbleibender Tagesmüdigkeit trotz suffizienter nCPAP- („nasal continuous positive airway pressure“-) Therapie sein. Sie können aber auch zu einer insuffizienten Nutzung der nCPAP-Therapie führen, wenn die Maske in parasomnischen Phasen unbewusst abgesetzt wird.
Gutachterliche Aspekte
Eine Parasomnie bedingt keine Schwerbehinderung eingestuft nach GdB (Grad der Behinderung) oder Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE), weil sie, falls notwendig, adäquat behandelt werden kann. Von Interesse sind seltene nächtliche Straftaten, für die eine Amnesie besteht und bei denen das Schlafwandeln häufig als Ursache angegeben wird, um
eine Exkulpierung zu bewirken. Außer einer eindeutigen Fremdanamnese über ein vorbekanntes Schlafwandeln sind
zur Abklärung polysomnographische und Langzeit-EEG-Untersuchungen erforderlich. Straftaten, die eine gezielte Planung voraussetzen, können nicht während „schlafwandlerischer Phasen“ durchgeführt werden, da Schlafwandeln per Definition und Beobachtung kein hochgradig differenziertes Handeln gestattet.
Fazit für die Praxis
Die Pathophysiologie und Genetik einiger Parasomnien sind in den letzten Jahren erfolgreich erforscht worden. Während Parasomnien im Kindesalter in der Regel harmlos sind, können sie im Erwachsenenalter unter bestimmten Umständen zu Eigen-, Fremdgefährdung oder zu Leistungsminderung am Tage führen. Psychiatrische Erkrankungen, pharmakologische- und Genussmitteleinflüsse sowie komplex-partielle Anfälle müssen differenzialsdiagnostisch ausgeschlossen werden. Polysomnographien mit Videokontrolle sollten erst dann stattfinden, wenn die Differenzialdiagnose klinisch nicht zu stellen ist. Eine Verhaltens- oder medikamentöse Therapie ist angezeigt bei beeinträchtigender Symptomatik. Eine medizinische Beratung und gegebenenfalls eine Abklärung wird bei allen Erwachsenenparasomnien empfohlen.
Manuskript eingereicht: 15. 8. 2003, revidierte Fassung angenommen: 21. 4. 2004
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2004; 101: A 2323–2328
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das beim Verfasser erhältlich oder im Internet unter www.aerzteblatt.de/lit3404 abrufbar ist.
Anschrift für die Verfasser:
Priv.-Doz. Dr. med. Sylvia Kotterba
Neurologische Klinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannsheil
Universitätsklinik
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum
E-Mail: [email protected] 1. Abe K, Amatoni M, Oda N: Sleepwalking and recurrent sleeptalking in the children of childhood sleepwalkers. Am J Psychiatr 1984; 141: 800–801. MEDLINE 2. Bassetti C, Vella S, Donati F et al.: SPECT during sleepwalking. Lancet 2000; 356: 484–485. MEDLINE 3. Bawkin H: Sleep walking in twins. Lancet 1970; 2: 466–467. MEDLINE 4. MEDLINE Blatt I, Peled R, Gadoth N, Lavie P: The value of sleep recording in evaluating somnambulism in young adults. Electroencephalography and Clin Neurophysiol 1991; 78: 497–512. 5. Boeve BF, Silber MH, Ferman TJ, Lucas JA, Parisi JE: Association of REM sleep behavior disorder and neurodegenerative disease may reflect an underlying synucleinopathy. Mov Disord 2001; 16: 622–630. MEDLINE 6. Broughton RH: Sleep disorders: Disorders of arousal? Science 1968; 159: 1070–1078. 7. Espa F, Ondze B, Deglise P, Billiard M, Besset A: Sleep architecture, slow wave activity, and sleep spindles in adult patients with sleepwalking and sleep terrors. Clin Neurophysiol 2000; 3: 929–939. MEDLINE 8. Frank NC, Spirito A, Stark L, Owens-Stively J: The use of scheduled awakenings to eliminate childhood sleepwalking. J Pediatr Psychol 1997; 22: 345–353. MEDLINE 9. Guilleminault C, Poyares D, Abat F, Palombini L: Sleep and wakefulness in somnambulism. A spectral analysis study. Journal of Psychosm Res 2001; 51: 411–416. MEDLINE 10. Hadders-Algra M, Nakae Y, Van Eykern LA, Klip-Van den Nieuwendijk AWJ, Prechtl HFR: The effect of behavioural state on general movements in healthy full-term newborns. A polymyographic study. Early Human Development 1993; 35: 63–79. MEDLINE 11. Hublin C, Kaprio J, Partinen M, Heikkilä K, Koskenvuo M: Prevalence and genetics for sleepwalking: a population-based twin study. J Sleep Res 1996; 5: (Suppl. 1) 96. MEDLINE 12. Hurwitz TD: Mahowald MW, Schenck CH, Schluter JL, Bundlie SR: A retrospective outcome study and review of hypnosis as treatment of adults with sleepwalking and sleep terror. J Nerv Ment Dis 1991; 179: 228–233. MEDLINE 13. Internationale Klassifikation der Schlafstörungen: ICSD; übersetzt nach „The international classification of sleep disorders, diagnostic and coding manual, pocket edition“/erstellt durch das Diagnostic Classification Steering Committee der American Sleep Disorders Association. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Schlafforschungsgesellschaft. Schramm E, Riemann D, eds.: Weinheim: Beltz Psychologie Verlags Union 1995. 14. Kales A, Soldatos CR, Bixler EO, Ladda RL, Charney DS, Schweitzer PK: Hereditary factors in sleepwalking and night terrors. Br J Psychiatry 1980; 137: 111–118. MEDLINE 15. Kunz D, Bes F: Melatonin as a therapy in RBD patients: an open-labeled pilot-study on the possible influence of melatonin on REM-sleep regulation. Sleep 1999; 22 (Suppl.1): 111–112. 16. Lavigne J, Montplaisir J: Bruxism. Epidemiology, diagnosis, pathophysiology and pharmacology. Fricton JR, Dubner R, eds.: In: Orofacial pain and temporomandibular disorders. New York: Raven Press, Ltd. 1995. 17. Lecendreux M, Mayer G, Bassetti C, Dauvilliers Y, Neidhart E, Mouren-Siméoni MC, Tafti M: HLA association in sleepwalking. Molecular Psychiatry 2003; 8: 114–117. MEDLINE 18. Mahowald MW, Schenck CH: Dissociated states of wakefulness and sleep. Neurology 1992; 42: 44–52. MEDLINE 19. Mayer G, Neissner V, Schwarzmyr P, Meier-Ewert K: Schlafentzug bei Somnambulismus. Nervenarzt 1998, 69: 495–501. 20. Rechtschaffen A, Kales A: A manual of standardized terminology, techniques and scoring systems for sleep stages in human subjects. U.S. Public Health Service. Washington D.C.: U.S. Government Printing Office 1968. 21. Schenck CH, Mahowald MW: REM sleep behavior disorder: clinical, developmental, and neuroscience perspectives 16 years after its formal identification. Sleep 2002; 25: 120–138. MEDLINE 22. Schenck CH, Bundlie SR, Mahowald MW: REM behaviour disorder (RBD): Delayed emergence of parkinsonism and/or dementia in 65 % of older men initially diagnosed as idiopathic REM behavior disorder. Sleep 2003; 26: A–316. 23. Yamuy J, Xi MC, Fung SJ, Chase MH: Hypocretinergic modulation of the reticular control of lumbar motoneurons during carbachol-induced atonia. Sleep 2003; 26: A–27. MEDLINE

Das Kind leidet unter Pavor Nocturnus, ist zugleich in einem Schlaf- und Wachzustand. Die Eltern sind verstört.
Es ist mitten in der Nacht in dem kleinen Ort in Baden-Württemberg. Alles schläft friedlich. Plötzlich erklingt aus dem Nichts ein gellender Schrei. Ein Kind geistert in panischer Angst mit weit aufgerissenen Augen durchs Haus. Es scheint wach zu sein, doch die herbeieilenden Eltern erkennt es nicht, und alle Versuche der Beruhigung scheinen vergebens. Das Kind gibt zusammenhanglose Sätze von sich und versinkt immer tiefer in seiner Angst.
Würde diese Szene mit einer Kamera aufgenommen, so hätte sie gute Chancen, Teil eines Horrorfilms zu werden. Elisabeth und Thomas (alle Namen geändert) können sich noch gut an die Zeit erinnern, als diese Anwandlungen bei ihrer damals fünfjährigen Tochter Nadine begannen. „Als es die ersten Male auftrat, waren wir sehr schockiert über Nadines Verhalten und versuchten, sie mit allen Mitteln aufzuwecken, damit sie wieder zu sich kommt. Aber das war sehr schwierig – sie schien sogar immer tiefer in ihrer Welt zu versinken. Am schlimmsten waren ihre weit aufgerissenen Augen“, berichtet die Mutter. Während der Phase des Wandelns versuchten die besorgten Eltern, herauszufinden, was ihrer Tochter solche Angst einflößte. Sie fragten sie nach ihren Träumen und ließen sie Bilder malen, konnten mit den wirren Antworten aber nichts anfangen. Ein Arzt verschrieb ihnen ein leichtes Schlafmittel fürs Kind, das sie einige Wochen anwendeten – ohne Erfolg. Auch homöopathische Arzneimittel zeigten keine Wirkung. Als das nächtliche Wandeln, das in der Regel pünktlich eine Stunde nach dem Einschlafen auftrat, nach mehreren Monaten nicht verschwand, recherchierte das Ehepaar in Fachbüchern. Sie erfuhren, dass diese Form der Schlafstörung unter dem Namen „Pavor nocturnus“ oder auch „Nachtschreck“ bekannt ist.
Der Nachtschreck wird, ebenso wie Schlafwandel und Schlaftrunkenheit, nach der „International Classification of Sleep Disorders/ICSD-2“ zu der Gruppe der Parasomnien gezählt. Das Bewusstsein der Wandler ist dabei verändert. Sie befinden sich sozusagen gleichzeitig in einem Schlaf- und Wachzustand. „Schlafwandler verhalten sich so, als ob sie wach wären, die Gehirnströme zeigen aber, dass sich die betroffene Person im Tiefschlaf befindet“, erklärt Oberarzt Heinrich Wenz, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Thoraxklinik Heidelberg. „Ursächlich für das häufige Auftreten im Kindesalter wird eine noch nicht abgeschlossene Reifung des Gehirns angenommen, in der Regel verlieren sich die Episoden mit dem Eintritt in die Pubertät.“ Seltener können auch erwachsene Menschen an Nachtschreck leiden. Er wird zum Beispiel durch Schichtarbeit, Schlafentzug oder Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch hervorgerufen.
Thomas und Elisabeth erfuhren, dass Abwarten und Beruhigen das beste Heilmittel ist. Sie nahmen ihre Tochter während der Phasen fest in den Arm, streichelten sie und redeten ihr mit ruhiger Stimme gut zu. Elisabeth sagt, dass alltägliche Gewohnheiten, wie Händewaschen oder sie auf die Toilette setzen, ihrer Tochter geholfen hätten, sich zu beruhigen. Nach spätestens zwanzig Minuten sei sie ruhiger geworden und habe weiterschlafen können. „Zu vermeiden ist ein unbeherrschtes Auftreten wie heftiges Wecken oder Anschreien der durch den Schlafwandler oder Nachtschrecker geweckten Personen“, betont auch Markus Specht, leitender Psychologe des Schlaflabors Hofheim. „Das oft aggressive und abwehrende Handeln bei Aufweckversuchen kann zu Selbst- und Fremdverletzungen führen.“
Nach mehr als drei Jahren, in denen der Nachtschreck fast jeden Abend eintrat, wurde Nadines Schlaf allmählich ruhiger. Zum „Nachtschrecker“ wurde sie dann vor allem, wenn die tägliche Routine unterbrochen wurde, wie etwa im Urlaub, bei Festen und vor allem bei Krankheit. Mittlerweile ist Nadine 19 Jahre alt und seit ihrem elften Lebensjahr frei von Nachtschreck. Sie hat noch einige Erinnerungen an diese schwierige Phase. „Ich habe mich immer vor dem Gefühl gefürchtet, das zusammen mit dem Nachtschreck auftauchte und auch nach dem Aufwachen noch anhielt. Ich weiß noch, dass ich mich immer davor fürchtete, von meiner Decke erdrückt zu werden und hatte Panik, weil alles so wirr war. Ich träumte von Autoreifen oder dass ich etwas kaufen musste – alles war total zusammenhanglos. Ich realisierte selten, dass noch jemand bei mir war.“ Dieses Gefühl ließ dann nach, wenn Nadine lange im Arm gehalten wurde.
Auch heute noch wird sie in manchen Nächten von einem ähnlichen Gefühl heimgesucht: „Es ist jetzt aber lange nicht mehr so schlimm wie früher. Ich konzentriere mich einfach auf etwas anderes.“ Von den Sorgen ihrer Eltern hat sie nie etwas mitbekommen, und darüber ist sie sehr froh. „Wir wollten nicht, dass sie das Gefühl bekommt, unnormal zu sein“, erklären die Eltern. „Mittlerweile ist uns klar, dass der Nachtschreck uns viel mehr belastet hat als unsere Tochter. Wir selbst hätten eigentlich den Doktor gebraucht.“ Eine schockierende Erfahrung machten die Eltern, als sie erfuhren, dass sie von ihren Nachbarn über längere Zeit beobachtet worden waren. „Wegen der lauten nächtlichen Schreie hatten die Nachbarn uns in Verdacht, unser Kind zu misshandeln.“ Dagegen sprach aber der herzliche Familienkontakt tagsüber.
Natürlich hatten die Eltern Angst vor Spätfolgen. Psychologe Specht beruhigt: „Nachtschreck ist in der Regel ungefährlich und führt nicht direkt zu irgendwelchen Schädigungen in Bezug auf die psychische oder physische Ebene.“ Nadines zwei Geschwister haben die Krankheit nicht, obwohl die Veranlagung, anfällig für Pavor nocturnus oder Schlafwandel zu sein, vererbt werden kann.

Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern: Was sind die Ursachen?

Letzte Änderung: 23.06.2015
Zuletzt bearbeitet von Astrid Clasen • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Woher kommt der Nachtschreck (Pavor nocturnus)? Viele Eltern, deren Kinder nachts aus dem Schlaf aufschrecken, sind zunächst beunruhigt: Das Phänomen des Nachtschrecks kann durchaus ernste Ursachen vermuten lassen – obwohl das in der Regel nicht so ist.

Medizinisch gesehen wird der Nachtschreck zwar unter den psychischen Störungen klassifiziert, mit einer psychiatrischen Erkrankung hat der Nachtschreck jedoch nichts zu tun – ebenso wenig wie mit falscher Erziehung.

Worin genau der Nachtschreck seine Ursachen hat, ist allerdings noch unklar. Zum plötzlichen, angstvollen Aufschrecken kommt es, wenn der Wechsel vom Tiefschlaf in den Traumschlaf gestört und das Nervensystem quasi übererregt ist. Vermutlich spielen bei der Entstehung des Nachtschrecks bestimmte Reifungsprozesse im zentralen Nervensystem eine Rolle: Nachtschreck bei Kindern gilt als Phänomen, das aufgrund des noch nicht voll entwickelten Nervensystems auftreten kann. Beim Kind gibt sich der Pavor nocturnus entsprechend meistens von selbst.

© iStock Die genauen Ursachen für den Nachtschreck sind nicht bekannt.

Wenn der Pavor nocturnus Erwachsene betrifft, sind in deren Schlaf oft außergewöhnlich viele Tiefschlafphasen zu finden: Dies deutet möglicherweise auf eine familiäre Veranlagung für den Nachtschreck hin.

Es ist davon auszugehen, dass bestimmte Faktoren den Nachtschreck auslösen beziehungsweise begünstigen. Hierzu zählen neben der familiären Veranlagung auch körperlicher und psychischer Stress (sog. Stress-Veranlagungs-Modell). Mögliche Stressfaktoren, die den Pavor nocturnus begünstigen, sind etwa:

  • zu wenig Schlaf, Schlafentzug
  • extreme Belastungen
  • Fieber
  • Medikamente
  • Schlafen in einer fremden Umgebung
  • besondere Ereignisse (wie z.B. die Einschulung)

So kann eine Nacht ohne Schlaf dazu führen, dass das Kind in der darauf folgenden Nacht zu vermehrtem Tiefschlaf neigt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für den Nachtschreck, da dieser in der Tiefschlafphase stattfindet.

Nachtschreck

Nachtschreck ist auch unter dem lateinischen Begriff Pavor nocturnus bekannt und beschreibt den Moment, wenn Kinder aus dem Schlaf aufschrecken. Dabei schreien sie oftmals laut, schlagen um sich und wirken schlafwandlerisch. Auf Ansprache, beruhigende Worte oder Berührungen reagieren Kindern währenddessen überhaupt nicht. Dabei handelt es sich bei einem Nachtschreck jedoch nicht um eine Art Alptraum.

Was ist ein Nachtschreck?
Was sind die Ursachen eines Nachtschrecks?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt einen Nachtschreck?
Wie wird ein Nachtschreck behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Nachtschreck-Anfälle sind vor allem bei Kindern zwischen etwa zwei und sechs Jahren ein häufiges Phänomen. Besonders vor und während der Einschulungszeit leiden Kinder vermehrt darunter.

Was ist ein Nachtschreck?

Bei einem Nachtschreck handelt es sich um eine harmlose Schlafstörung, die auch Nachtterror, Schlafschreck oder Pavor nocturnus genannt wird. Etwa zehn Prozent der Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter leiden unter diesem Phänomen. Babys sind meist noch nicht betroffen.

Manchmal tritt ein Nachtschreck als einmaliges Phänomen auf, er kann aber auch in mehreren Nächten in Folge oder regelmäßig über Monate und Jahre wiederholt auftreten. Jungen sind dabei etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Ein Nachtschreck tritt meistens in der ersten Schlafphase, vor Mitternacht auf. Alpträume hingegen treten normalerweise in der zweiten Schlafphase nach Mitternacht auf. Das Phänomen ist zwar harmlos, dennoch kann ein Nachtschreck gefährlich werden, wenn sich Kinder während des Anfalls verletzen. Deshalb ist es ratsam, dass Eltern oder andere Bezugspersonen während des Anfalls beim Kind bleiben, um zu verhindern, dass es sich aus Versehen selbst verletzt.

Was sind die Ursachen eines Nachtschrecks?

Die Ursache eines Nachtschrecks liegt in der Entwicklung des kindlichen Gehirns. Im für das Schlafphänomen typischen Alter ist das kindliche Nervensystem noch nicht vollständig ausgereift. Das Problem liegt im Übergang aus der Tief- in die Traumschlafphase. Dieser Übergang klappt vor allem im Alter bis sechs Jahre nocht nicht vollständig. Während des Nachtschrecks ist der Körper schon wach, aber das Bewusstsein des Kindes noch in einem Schlafzustand. Außerdem fällt in manchen Familien auch eine genetische Anfälligkeit zu Pavor Nocturnus auf.

> Warum träumen wir?

Darüber hinaus gibt es einige Auslöser, die einen Nachtschreck begünstigen können: Übermüdung, Krankheit, Erschöpfung sowie neue Medikamente oder das Schlafen in einer fremden Umgebung. Weitere Faktoren wie Stress, zum Beispiel beim Wechsel in den Kindergarten oder bei der Einschulung, können einen Anfall provozieren.

Feinfühlige und introvertierte Kinder neigen eher zum Nachtschreck. Oft wird er auch in Zusammenhang mit einer Hochbegabung gebracht. Zu den weiteren Faktoren, die ein solches Aufschrecken begünstigen, zählen Operationen, Fieber oder eine fiebrige Erkrankung.

Was sind die Symptome?

Beim plötzlichen Auftreten eines Nachtschrecks schreien Kinder im Schlaf laut auf und schlagen wild um sich. Oftmals weinen Kinder zusätzlich, sind manchmal auch schweißgebadet oder haben eine Gänsehaut. Manchmal beginnt der Nachtschreck auch mit Wimmern, Keuchen oder Husten. Die Augen und vor allem die Pupillen sind vor Angst geweitet.

Die Kinder haben während des Anfalls einen erhöhten Puls und zeigen eine gewisse Schnellatmigkeit. Sie wirken wie in einer anderen Welt, sind nicht ansprechbar und reagieren nicht auf Worte oder Berührungen.

Die Phase des Nachtschrecks dauert zwischen zehn und 30 Minuten. Danach schlafen Kinder friedlich wieder ein, als wäre nichts gewesen. Auch am nächsten Morgen können sich die betroffenen Kinder nicht an den Vorfall erinnern. Anders als bei einem Alptraum, bei dem Kinder nachts wirklich aufwachen und sich auch am nächsten Tag noch an den schlimmen Traum erinnern können.

Einen Nachtschreck-Anfall sollten Eltern besser beaufsichtigen. (c) Anke Thomass / Fotolia

Wie erkennt der Arzt einen Nachtschreck?

Nach dem ersten Auftreten eines Nachtschrecks wird empfohlen, den Kinderarzt aufzusuchen. Auch wenn ein Nachtschreck harmlos ist, können die Symptome auch falsch interpretiert werden. In seltenen Fällen kann es sich auch um eine schlafgebundene Epilepsie handeln. Dies muss vom Kinderarzt abgeklärt werden.

Für die richtige Diagnose benötigt der Arzt eine genaue Beschreibung des nächtlichen Anfalls im Hinblick auf Häufigkeit, Dauer und Ablauf. In unklaren Fällen, und auch um eine Epilepsie auszuschließen, wird der Gehirnstrom in einem EEG gemessen.

Wie wird ein Nachtschreck behandelt?

Während eines Nachtschrecks sind Kinder nicht ansprechbar. Auch wenn man als Eltern will, dass der nächtliche Spuk schnell vorbei ist, ist es nicht ratsam, das Kind wach zu rütteln. Meistens sind die Kinder dann noch verstörter und ängstlicher. Es heißt also: Ruhe bewahren und aufpassen, dass sich das Kind nicht versehentlich selbst verletzt. Die Kinder müssen beobachtet werden, damit sie in Sicherheit bleiben und nicht aus dem Bett fallen oder sich beim wilden Schlagen stoßen.

Da ein Nachtschreck in den meisten Fällen harmlos ist und als Teil einer ganz normalen kindlichen Gehirn- und Schlaf-Entwicklung angesehen werden kann, muss er nicht unbedingt behandelt werden. Falls die nächtlichen Anfälle aber sehr regelmäßig auftreten und auch für das Kind zur Strapaze werden, kann ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie weiterhelfen. Familiäre Probleme, Belastungen und psychische Ursachen können in sehr seltenen Fällen einen Nachtschreck auslösen. Normalerweise reicht es jedoch aus, bestimmte Vorbeugemaßnahmen einzuhalten, um ein erneutes Auftreten zu verhindern oder die Häufigkeit zu reduzieren.

In machen Fällen hilft bei Nachtschreck auch Osteopathie. Hier werden mögliche zusammenhängende Spannungen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen im Körper aufgespürt und therapiert.

Wie kann ich vorbeugen?

Wenn ein Kind in regelmäßigen Abständen oder vielleicht sogar jede Nacht einen Nachtschreck hat, kann man bestimmte Vorbeugemaßnahmen ausprobieren. Ein gesichertes Rezept gibt es aber leider nicht. Wenn Kinder unter Nachtschreck leiden, ist es wichtig, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Auch täglicher Mittagsschlaf ist wichtig für Kinder, die zu Nachtschreck tendieren. Damit sie in den Schlaf finden, ist es wichtig, dass sie sich tagsüber ausreichend bewegen. Viel Bewegung an der frischen Luft macht Kinder müde und ist nebenbei auch noch gesund.

Ein tägliches Ritual vor dem zu Bett gehen hilft, von den Erlebnissen des Tages runter zu kommen und in den Schlaf zu finden. Diese Phase vor dem Schlafen ist sehr wichtig und sollte so gut es geht jeden Tag gleich ablaufen. Eine mögliche Routine wäre: Zähneputzen, Schlafanzug anziehen und ein Buch im Bett lesen.

> Einschlafprobleme bei Kindern: Was kann helfen?

Fernsehen vor dem Schlafengehen wühlt ein Kind stattdessen auf und macht es unruhig. Jegliche Art von Medienkonsum sollte nach einer gewissen Uhrzeit tabu sein, um die ruhige Schlafenszeit einzuläuten. Neben Ruhe trägt auch eine angemessene Raumtemperatur von circa 18 Grad zu einem guten Schlaf bei.

> Ist blaues Licht schädlich?

Wie sind die Heilungschancen?

Der Nachtschreck befällt Kinder meistens vor oder im Einschulungsalter und klingt danach oft schnell wieder ab. In der Pubertät oder im Erwachsenenalter kommt der Nachtschreck fast gar nicht mehr vor. In einigen hartnäckigen Fällen von Nachtschreck sind Kinder besonders häufig und auch über einen längeren Zeitraum betroffen. Dann müssen Therapien wie Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden.

Im ersten Schritt sind heilpflanzliche Mittel wie Globuli oder Schüssler Salze zu empfehlen, wie etwa Kalium phosphoricum D6.

Psychiatrie, Psychosomatik & Psychotherapie

Formen von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Schlafstörungen werden u.a. nach organischer oder nicht-organischer Ursache unterschieden, nach Störungen bzw. physiologischen Ereignissen, die im Schlaf auftreten, sowie Formen, bei denen Schlafdefizite oder eine erhöhte Schlafneigung vorhanden sind. Nachfolgend sind einige wichtige Formen von Schlafstörungen beschrieben:

Bei dem Überbegriff Dyssomnien (Insomnie, Hypersomnie; Störungen des zirkardianen Schlaf-/Wachrhythmus handelt es sich um Zustandsbilder, die mit einer Störung von Dauer, Qualität oder Zeitpunkt des Schlafes einhergehen und die deutlichen Leidensdruck verursachen oder sich störend auf die soziale und schulisch-berufliche Leistungsfähigkeit auswirken. Die nicht-organische Insomnie, die Hypersomnie und Störungen des zirkardianen Wachrhythmus gehören zu den Schlafstörungen mit nicht-organischer Ursache.

Insomnie

Bei der Insomnie handelt es sich um Schlafmangelsyndrome, die durch Ein- und Durchschlafstörungen und eine nicht zufriedenstellende Schlafqualität und -dauer charakterisiert sind, die mindestens 3-mal pro Woche über die Dauer eines Monats auftreten. In der Folge kommt es bei Betroffenen zu verstärkter Tagesmüdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit und Beeinträchtigungen bei Alltagsaktivitäten. Hinzu kommen psychische Symptome, wie Gereiztheit, Stimmungsschwankungen sowie Gedanken und Ängste zum Nicht-Schlafen-Können. Der Häufigkeitsgipfel der Insomnien liegt im Kleinkindalter.

Hypersomnie – erhöhte Schlafneigung

Eine erhöhte Schlafneigung wird als Hypersomnie bezeichnet. Hierbei kommt es zu einer Tagesmüdigkeit mit Einschlafen, die nicht durch Schlafmangel erklärt werden kann. Die Häufigkeit des Auftretens einer Hypersomnie wird im Kindes- und Jugendalter auf 5 Prozent geschätzt – der Häufigkeitsgipfel liegt in der Adoleszenz.

Störungen des zirkardianen Schlaf-/Wachrhythmus

Von Störungen des zirkardianen Schlaf-/Wachrhythmus sind überwiegend Jugendliche betroffen. Hierbei handelt es sich um eine anhaltende, regelmäßige Verschiebung der individuellen Schlaf-/Wachperiodik, die mit einer Beeinträchtigung des Schlafs und der Alltagsaktivität einhergeht. Es liegt also eine unzureichende Synchronisierung zwischen den individuellen Schlaf-Wachrhythmus und dem der Umgebung vor. Betroffene berichten, dass sie vor 3 oder 5 Uhr morgens nicht einschlafen können und am Morgen große Mühe haben, rechtzeitig aufzustehen. Für die Eltern ergibt sich hierdurch oft das Problem, dass sie ihr Kind jeden Morgen nur mit großer Anstrengung aus dem Bett bekommen. Diese Störungen können im Jugendalter auch durch adoleszente Verhaltensweisen (bewusstes Aufbleiben), durch Schichtarbeit oder auch lange Flugreisen ausgelöst werden.

Bei Parasomnien handelt es sich um Aktivierungen des motorischen und/oder autonomen Nervensystems, die während des Schlafs oder des Schlaf-Wach-Übergangs auftreten. Diese Ereignisse können mit oder ohne Einschränkung des Bewusstseins ablaufen. Selten liegen hierfür organische Ursachen (z.B. Schlafapnoe) zugrunde. Der Häufigkeitsgipfel von Parasomnien liegt in der Kindheit, nach der Pubertät treten sie nur noch selten auf – dann meist in Verbindung mit psychopathologischen Auffälligkeiten. Die wichtigsten Parasomnien im Kindes- und Jugendalter sind:

Schlafwandeln (Somnambulismus)

Das Schlafwandeln tritt meistens in der ersten Nachthälfte aus dem Tiefschlaf heraus auf – es kann durch Lichtreize oder Geräusche ausgelöst werden. Das Schlafwandeln kann von einfachem Aufsetzen im Bett bis hin zum nächtlichen Umhergehen führen. Obwohl sich die Kinder scheinbar sicher und mit offenen Augen bewegen, sind sie dennoch orientierungslos, schwer erweckbar und daher erhöht verletzungsgefährdet.
Das kindliche Schlafwandeln beginnt meist zwischen dem vierten und achten Lebensjahr und verliert sich meist in der Pubertät.

Nächtliches Hochschrecken (Pavor nocturnus)

Der Pavor nocturnus oder auch Nachtschreck lässt die Kinder mit einer ausgeprägten Angstreaktion und oft einem Schrei aus dem nächtlichen Tiefschlaf aufschrecken. Sie sind dann meist verschwitzt, nicht ansprechbar, desorientiert und haben eine erhöhte Herzschlagfrequenz. Häufig lassen sie sich nicht anfassen und schlagen um sich. Dann versinken sie ebenso plötzlich wieder in Tiefschlaf und können sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern. Solche nächtlichen Attacken treten wie das Schlafwandeln im ersten Drittel der Nacht auf.

Alpträume

Im Gegensatz zum Pavor nocturnus entstehen Alpträume gewöhnlich im Traumschlaf (REM-Schlaf) und kommen daher vermehrt im letzten Drittel der Nacht vor. Häufig enden die Alpträume durch abrupte Bewegungen, die dann zum Erwachen führen. Für kleine Kinder sind Alpträume besonders bedrohlich, denn sie können Traum und Realität nicht unterscheiden. Auch nach dem Aufwachen fühlen sie sich von ihren Trauminhalten bedroht. Alpträume sind behandlungsbedürftig, wenn Ängste vor erneutem Einschlafen oder dem Zubettgehen bestehen oder die Störung des Schlafes einen erheblichen Leidensdruck verursacht.

Gegenüberstellung: Erscheinungsbild von Somnambulismus, Pavor nocturnus und Alpträumen

Somnambulismus Pavor nocturnus Alpträume
Komplexe Verhaltensmuster mit Aufstehen und Herumgehen Plötzliches Erwachen mit gellendem Schrei und intensiver Angst Angstbesetzte Träume, die das Kind aus dem REM-Schlaf wecken
Schwere Erweckbarkeit und Desorientierung, Sprechen und Schreien, physiologische Angstreaktion, keine Erinnerung Betroffene sind schwer erweckbar und desorientiert, physiologische Angstreaktion, keine Erinnerung an den Vorfall
1. Nachtdrittel 2. Nachtdrittel 3. Nachtdrittel
Non-REM Non-REM

REM-Schlaf

Weitere schlafbezogene Störungen

Bettnässen (Enuresis nocturna)

Bei jedem dritten Kind im Alter von 4 Jahren tritt noch Bettnässen auf. Aus medizinischer Sicht stellt Bettnässen nur dann eine Störung dar, wenn es nach dem 5. Lebensjahr anhält oder auftritt. Mehr Informationen zu diesem Störungsbild sind im Artikel „Bettnässen & Kontrolle des Darms“ vorhanden.

Schlafbezogene rhythmische Bewegungsstörungen

Manchmal fallen Säuglinge und Kleinkinder beim Eintreten des Schlafes in rhythmische Bewegungen. Sie werfen beispielsweise ihren Kopf von einer auf die andere Seite oder wiegen den ganzen Körper hin oder her. Eltern reagieren oft sehr besorgt – insbesondere wenn der Kopf oder der Körper des Kindes gegen die seitlichen Begrenzungen des oder gegen die Wand schlagen. Sorgen sind jedoch in der Regel unbegründet, denn die Betroffenen, verletzen sich fast nie. Diese Störung entwickelt sich meist innerhalb des 1. Lebensjahres und nimmt ab dem 4. Lebensjahr wieder ab. Nur wenn das Kopfschlagen erstmals im 2. Lebensjahr auftritt oder von Entwicklungsverzögerungen begleitet wird, ist der Gang zum Arzt erforderlich.

Schlafbezogene Störungen mit organischer Ursache

Auch körperliche Störungen oder Erkrankungen können eine Ursache für Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen sein. Schmerzzustände unterschiedlichster Ursache können den Schlaf von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Möglich sind beispielweise Hals-, Ohren-, Kopf- oder Bauchschmerzen. Diese Schlafstörungen verschwinden sobald das Kind wieder gesund ist und halten länger an, wenn es sich um eine chronische Krankheit handelt (z.B. Neurodermitis, chronische Mittelohrentzündung und Atemwegserkrankungen, Koliken, Epilepsien etc.). Zwei wichtige Erkrankungsbilder für das Kindes- und Jugendalter, die Schlafstörungen verursachen, sind die Schlafapnoe und das Restless-Legs-Syndrom.

Schlafapnoe

Atemstörungen – wie die obstruktive Schlafapnoe – können eine mögliche Ursache für Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen sein. Da Betroffenen die Erholung des Tiefschlafs fehlt, kann dies eine erhebliche Tagesmüdigkeit nach sich ziehen. Als psychische Folgen sind emotionale Unausgeglichenheit, Konzentrationsstörungen und motorische Unruhe möglich.

Etwa 2 Prozent der Kinder leiden unter einer obstruktiver Schlafapnoe. In einem Schlaflabor kann der Verdacht auf eine Schlafapnoe abgeklärt werden.

Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom tritt im Kindes- und Jugendalter selten auf. Symptome sind ein Gefühl der Unruhe oder des Kribbelns in den Beinen, die vor allem abends auftreten und beim Einschlafen am stärksten ausgeprägt sind. Dadurch kann das Einschlafen beeinträchtigt sein sowie auch die Leistungsfähigkeit am Tage.

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