Nachname kind unverheiratet

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Namensrecht & Sorgerecht

Neben dem Wunsch, für ein gemeinsames Kind da zu sein, haben Sie auch die Pflicht und das Recht, für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Das Sorgerecht umfasst alle wichtigen Angelegenheiten, die das weitere Leben Ihres Kindes betreffen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • die Bestimmung des Namens
  • die Anmeldung in einer Kindertagesstätte oder Schule,
  • die Auswahl der Schule,
  • die Ausbildung,
  • die (religiöse) Erziehung,
  • das Aufenthaltsbestimmungsrecht,
  • das Umgangsrecht,
  • medizinische Eingriffe mit der Gefahr von erheblichen Komplikationen (Operationen oder sonstige schwerere Erkrankungen).

Normalerweise tragen beide Eltern die Sorge gemeinsam. Das Kindeswohl steht dabei immer im Mittelpunkt. Es besteht ein gemeinsames Sorgerecht,

  • wenn Sie zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheiratet sind,
  • wenn Sie einander nach der Geburt heiraten,
  • wenn Sie erklären, dass Sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärungen) oder
  • wenn das Familiengericht Ihnen die elterliche Sorge gemeinsam überträgt.

Manchmal ist es zum Wohle des Kindes besser, die elterliche Sorge auf nur einen Elternteil zu übertragen. Diese Entscheidung müssen Sie aber nicht alleine treffen. Sie haben Anspruch auf Beratung durch das zuständige Jugendamt, das Sie beim Entwickeln einer guten Regelung unterstützt. Diese Beratung bieten auch freie Träger der Jugendhilfe, etwa kirchliche oder gemeinnützige Einrichtungen, an. Mehr dazu finden Sie unter Unterstützung, Beratung und Beistand.

Wie bekommt man das Sorgerecht?

Wenn Sie nicht mit einander verheiratet sind und auch keine Sorgeerklärungen abgeben, dann hat die Mutter das elterliche Sorgerecht allein inne. Wenn Sie aber dennoch gemeinsam für Ihr Kind sorgen möchten, müssen Sie erklären, dass Sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen. Diese sogenannten Sorgeerklärungen müssen öffentlich beurkundet werden, zum Beispiel beim Jugendamt oder bei einem Notar. Sie können auch schon vor der Geburt abgegeben werden. Seit 2013 können Väter das gemeinsame Sorgerecht auch ohne die Zustimmung der Mutter beim Familiengericht beantragen und in einem neuen, vereinfachten Verfahren zugesprochen bekommen.

Das Familiengericht überträgt den Eltern die gemeinsame Sorge, wenn und soweit dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Wenn nichts gegen die Übertragung der gemeinsamen Sorge spricht, geht das Familiengericht davon aus, dass die gemeinsame elterliche Sorge zum Wohl des Kindes ist. Die Mutter kann zu einem Sorgerechtsantrag des Vaters mindestens innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt des Kindes Stellung nehmen.

Kann man Vormund für das Kind des Partners werden?

In zwei Fällen können auch Stiefeltern die Vormundschaft für ihr Stiefkind beantragen:

  • wenn das Gericht entschieden hat, dass dem leiblichen Elternteil nicht das Sorgerecht übertragen wird,
  • oder wenn der leibliche Elternteil verstorben ist.

Das sorgeberechtigte leibliche Elternteil kann auch durch ein Testament festlegen, dass das Stiefelternteil als Vormund eingesetzt werden soll. In diesem Fall ist das Gericht normalerweise an die Festlegung gebunden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Stiefkind-Adoption in Frage kommen. Dabei adoptiert ein Ehepartner oder Lebenspartner das leibliche Kind seines Ehegatten. Hier finden weitere Informationen zum Thema Adoption.

Wer bekommt das Sorgerecht im Fall der Trennung?

Eltern steht auch nach einer Scheidung oder Trennung normalerweise das gemeinsame Sorgerecht zu. Sie müssen weiterhin alle wichtigen Angelegenheiten gemeinsam entscheiden. Mehr dazu finden Sie unter Entscheidungsbefugnisse.

Weitere Informationen zum Sorgerecht erhalten Sie beim Bundesjustizministerium.

Doppelnamen für Kinder: Welche Möglichkeit bietet das Namensrecht?

Achtung! Dieser Artikel bezieht sich auf das Namensrecht bei der Wahl von Nachnamen für Kinder. Bei den Vornamen sind Doppelnamen für Kinder grundsätzlich zulässig.

Über den Familiennamen lassen sich Verbindungen zwischen Menschen nach außen hin zeigen und auch herstellen. Gerade Kinder sollen dabei über den Namen mit den eigenen Eltern Verbundenheit spüren. Doch sind diese nicht verheiratet oder haben keinen gemeinsamen Ehenamen gewählt, stehen zwei verschiedene Nachnamen für das Kind zur Auswahl. Doch wären nicht vielleicht auch Doppelnamen für die eigenen Kinder möglich, der dann aus den Familiennamen beider Eltern gebildet wird?

Das Wichtigste in Kürze: Doppelnamen bei Kindern

Dürfen Kinder einen Doppelnamen haben?
Nein. Nach dem deutschen Namensrecht ist es grundsätzlich nicht zulässig, einen Doppelnamen als Nachname für ein Kind festzulegen. Welche Möglichkeiten bei der Wahl des Geburtsnamen des Kindes bestehen, erfahren Sie hier.

Ist ein Doppelname fürs Kind nach der Scheidung der Eltern möglich?
Nein. Hatten beide Ehegatten keinen gemeinsamen Ehenamen oder führt einer der beiden nach der Scheidung eine Namensänderung durch, kann dem Kind kein Doppelname gegeben werden, um einen Bezug zu beiden Eltern zu haben. Grundsätzlich ist die Namensänderung des Kindes allein aufgrund der Scheidung seiner Eltern nicht möglich.

Ist ein Doppelname für ein Kind bei Wiederheirat eines Elternteils möglich?
Nein. Auch hier ist in aller Regel ausgeschlossen, dass bei der Namensänderung bzw. Einbenennung von einem Kind ein Doppelname gewählt wird. Ausnahmen sind zwar möglich, aber es bedarf dann einer triftigen und nachvollziehbaren Begründung hierfür.

Gibt es Ausnahmen?
Ja. Unter Umständen können z. B. bei der Wahl eines anderen Namensrecht als dem deutschen Kinder einen Doppelnamen erhalten. Nähere Infos dazu finden Sie hier. Doch eine Garantie für die Anerkennung der Regelung hierzulande gibt es nicht.

Namensrecht in Deutschland auch bei Kindern klar geregelt

Doppelnachnamen für Kinder nach deutschem Namensrecht unzulässig

Schwierigkeiten bei der Wahl des Familiennamens: Können Kinder nicht auch einen Doppelnamen haben?

Nach außen wirkt kaum ein Aspekt so gemeinschafts- und einheitsbildend wie ein gemeinsamer Nachname. Heiraten zwei Menschen, so können sie nach deutschem Namensrecht daher wählen, ob sie einen gemeinsamen Ehenamen wünschen oder jeder seinen eigenen Familiennamen behalten soll.

Sofern einer der künftigen Ehegatten den Nachnamen des anderen als neuen Familiennamen annehmen will, hat er zwei verschiedene Möglichkeiten:

  1. der Ehename ersetzt den ehemaligen Familiennamen
  2. der Ehename wird dem Familiennamen voran- oder nachgestellt (Doppelname)

Werden Kinder in die Ehe hineingeboren oder in sie hineingebracht, wünschen sich viele Eltern, die entweder einen Doppelnamen oder aber zwei verschiedene Nachnamen haben, dass auch das Kind eine Namensänderung erfährt – idealerweise als Doppelname, um eine Verbindung zu beiden Eltern zu haben.

Aber: Doppelnamen können für Kinder bei der Einbenennung oder der Wahl des Geburtsnamens in Deutschland grundsätzlich nicht gebildet werden. Das gilt auch, wenn ein Doppelname für ein Kind, dessen Eltern unverheiratet sind, gewählt werden soll.

Ein paar Beispiele zur Veranschaulichung der möglichen Namenswahl

Ehefrau: Clara Schmidt
Ehemann: Fritz Müller
gemeinsamer Ehename: ja (Müller)
Annehmende wählt Doppelnamen: Schmidt-Müller
Name eines Kindes bei Einbenennung oder Geburt in der Ehezeit: Müller

Ehefrau: Clara Schmidt
Ehemann: Fritz Müller
gemeinsamer Ehename: nein
Name eines Kindes bei Einbenennung oder Geburt in der Ehezeit: Schmidt oder Müller (je nach Sorgerechtsverhältnis und Wunsch der Eltern)

Elternteil A: Clara Schmidt
Elternteil B: Fritz Müller
Personenstand: unverheiratet
Name eines Kindes bei der Geburt: Schmidt oder Müller (je nach Sorgerechtsverhältnis und Wunsch der Eltern)

Hat ein Elternteil kein Sorgerecht, so erhält das Kind in der Regel den Nachnamen des Sorgeberechtigten als Geburtsnamen. Haben beide Eltern das Sorgerecht, so können sie zwischen ihren beiden Familiennamen wählen. Ist eine einvernehmliche Einigung nicht möglich, kann die Entscheidung durch das zuständige Familiengericht getroffen werden.

Achtung! Die Wahl des Geburtsnamens eines Kindes gilt auch für alle weiteren Kinder. Haben sich die Eltern also beim ersten Kind für den Nachnamen Müller entschieden, so werden auch alle zukünftigen Kinder automatisch diesen Nachnamen erhalten.

Warum sind Doppelnachnamen für Kinder nicht zulässig?

Unter anderem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof begründete seine ablehnende Haltung gegenüber Doppelnamen für Kinder damit, dass durch die gesetzliche Untersagung für künftige Generationen unnötige Namensketten vermieden werden sollen (vgl. Urteil vom 04.11.2014, Aktenzeichen 5 C 14.2016).

Zwar seien Ausnahmen grundsätzlich möglich, doch genüge als Begründung hierfür nicht, dass ein Doppelnachname für das Kind die Verbundenheit zu beiden Elternteilen zum Ausdruck bringen solle. Die Einschränkung im deutschen Namensrecht, einem Kind einen Doppelnamen zu verwehren, sei zudem weder verfassungswidrig noch schränke es die Persönlichkeitsrechte des Kindes ein.

Doppelname für das Kind: Ausnahme bei Wiederheirat und anderem Namensrecht?

Kinder-Nachname: Ein Doppelname kann im Ausnahmefall bei Wiederverheiratung möglich sein.

Zwar schließt das Namensrecht in Deutschland grundlegend aus, dass ein Doppelnachname für ein Kind gewählt wird, so gibt es doch wie für alle Regeln auch hier potentiell Ausnahmen.

Doppelnamen können für Kinder in einer Patchwork-Familie zum Beispiel im Einzelfall durchaus zugelassen werden. Bei Wiederverheiratung eines Elternteils und der Wahl eines neuen Ehenamens kann auch bei der Einbenennung eines in die Ehe mitgebrachten Kindes der neue Name dem Geburtsnamen des Kindes angestellt werden, um etwa der Verbindung zur neuen Familie Ausdruck zu verleihen.

Aber auch ein anderes Namensrecht kann begründen, dass Kinder mit Doppelnamen ausgestattet werden. Ist zum Beispiel ein Elternteil Staatsbürger eines EU-Landes, in dem Doppelnamen grundsätzlich auch bei Kindern zulässig sind, besteht unter Umständen Wahlfreiheit. In Portugal sind etwa bis zu vier Familiennamen zulässig.

Aber: Diese Voraussetzungen allein genügen nicht zwingend, um Doppelnamen für Kinder auch in Deutschland durchzusetzen. Lehnt das Standesamt die Namenswahl ab, muss im Zweifel ein Gericht hierüber entscheiden. Liegt kein triftiger Grund vor, der objektiv begründen kann, warum für das Kind ein Doppelnachname festzulegen ist, kann das zuständige Gericht dies auch ablehnen. (53 Bewertungen, Durchschnitt: 4,10 von 5)
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Namensrecht – welchen Nachnamen für unser Kind?

Seit 1994 ist es den Ehegatten freigestellt, ob sie einen gemeinsamen Familiennamen bestimmen, jeder der Ehegatten seinen Nachnamen behält oder ein Doppelname geführt werden soll. In diesen Fällen und bei nicht verheirateten Eltern stellt sich jedoch die Frage, welche Namen die gemeinsamen Kinder haben. Die Namensbestimmung ist ein Teil des Sorgerechts und muss als Erklärung gegenüber dem Standesbeamten abgegeben werden.

In den Fällen, in denen Ehegatten einen gemeinsamen Ehenamen haben, gilt dieser Nachname auch für das Kind. Behält ein Elternteil seinen Namen und der andere führt einen Doppelnamen, so wird der gemeinsame Einzelname Familienname und das Kind erhält den Familiennamen und nicht den Doppelnamen. Das Kind von Frau Schmidt und Herrn Schmidt-Müller kann nur mit Nachnamen Schmidt heißen.

Gibt es keinen gemeinsamen Nachnamen, weil die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind oder verheiratet sind und unterschiedliche Namen haben, ist entscheidend, ob die Eltern die gemeinsame Sorge haben oder nur einem Elternteil die elterliche Sorge zusteht. Bei gemeinsamer elterlichen Sorge erklären die Eltern gegenüber dem Standesbeamten den Nachnamen der Mutter oder den Nachnamen des Vaters zum Nachnamen des Kindes. Dieser gilt dann auch für weitere gemeinsame Kinder, damit es nicht dazu kommt, dass die gemeinsamen Kinder unterschiedliche Nachnamen haben. Eine Kombination der Nachnamen von Mutter und Vater als Doppelname ist rechtlich nicht zulässig. Können die Eltern sich über den Nachnamen nicht einigen, überträgt das Familiengericht einem Elternteil das Bestimmungsrecht für den Nachnamen.

Steht die elterliche Sorge einem Elternteil zu, erhält das Kind den Namen, den dieser Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt. Haben beispielsweise Frau Schmidt und Herr Müller ein gemeinsames Kind und Frau Schmidt hat die Alleinsorge, heißt das Kind ebenfalls mit Nachnamen Schmidt. Wenn beide Eltern möchten, dass das Kind Müller heißen soll, muss Frau Schmidt dies dem Standesbeamten mitteilen und die Einwilligung von Herrn Müller ist ebenfalls erforderlich. Die Einwilligung des Kindes ist dann erforderlich, wenn das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet hat.

Wird die gemeinsame elterliche Sorge nachträglich begründet, können die Eltern den Nachnamen des Kindes innerhalb von 3 Monaten nach Begründung der gemeinsamen elterlichen Sorge neu bestimmen. Die Zustimmung des Kindes ist wiederum ab Vollendung des fünften Lebensjahres erforderlich. Es kann der Nachname des Vaters oder der Mutter gewählt werden.

Wenn sich der Nachname eines Elternteils infolge von Trennung oder Scheidung und anschließender Wiederheirat ändert, kann das Kind nur unter besonderen Voraussetzungen den Ehenamen des neu verheirateten Elternteils erhalten, die sogenannte Einbenennung. Das Kind muss in den gemeinsamen Haushalt aufgenommen werden und die Erteilung des Ehenamens bedarf der Zustimmung des anderen Elternteils (Ex-Partners), wenn dieser sorgeberechtigt ist oder das Kind seinen Namen führt und das Kind muss zustimmen, wenn es das fünfte Lebensjahr vollendet hat. Stimmt der Ex-Partner der Änderung des Nachnamens nicht zu, kann das Familiengericht die Zustimmung des Elternteils nur dann ersetzen, wenn es zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Das bedeutet, dass die Interessen des Kindes an der neuen Namensgebung die Interessen des namensgebenden Elternteils deutlich überwiegen müssen.

Dr. jur. Alexandra Kasten

Unverheiratete Eltern – Alleinige Obsorge

Den Familiennamen des Kindes bestimmt die mit der Pflege und Erziehung (Obsorge) des Kindes betraute Person.

Grundsätzlich kommt die Obsorge (Pflege und Erziehung des Kindes, gesetzliche Vertretung und Verwaltung des Vermögens) für Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind, allein der Mutter zu. Somit bestimmt die Mutter des unehelichen Kindes grundsätzlich den Familiennamen des Kindes.

Hinweis

Die Eltern können jedoch auch die „gemeinsame Obsorge“ vereinbaren. Eine solche Obsorgevereinbarung kann nach erfolgter Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt des Geburtsortes des Kindes getroffen werden.

Ebenfalls auf oesterreich.gv.at:

  • Thema: Obsorge beider Eltern
  • Thema: Freiwillige Anerkennung der Vaterschaft

Die Mutter hat die Möglichkeit sowohl ihren Familiennamen, als auch den Familiennamen des Vaters als Familiennamen für das Kind zu bestimmen.

Voraussetzung für die Bestimmung des Familiennamen des Vaters ist allerdings die rechtswirksame Vaterschaft (Vaterschaftsanerkennung).

Wird der Familiennamen nur eines Elternteils herangezogen und besteht dieser aus mehreren voneinander getrennten oder durch einen Bindestrich verbundenen Teilen, kann sowohl der gesamte Familienname als auch nur dessen Teile verwendet werden.

Beispiel

Die Mutter heißt Daniela Schneider-Huber und der Vater Reinhard Müller. Als Familiennamen für das Kind wird der Familienname der Mutter herangezogen. Es bestehen somit beispielsweise folgende Möglichkeiten: Schneider-Huber, Schneider, Huber.

Alternativ kann die Mutter auch bestimmen, dass das Kind einen aus den Familiennamen beider Elternteile zusammengesetzten Doppelnamen erhält. Dieser darf aber höchstens aus zwei Teilen bestehen und muss durch einen Bindestrich getrennt werden.

Erfolgt keine Bestimmung des Familiennamens des Kindes, erhält das Kind den Familiennamen der Mutter, auch wenn dieser ein Doppelname ist.

Die Namensbestimmung des Kindes kann im Rahmen der Geburtsbeurkundung (Ausstellung der Geburtsurkunde) beim zuständigen Standesamt (Standesamt des Ortes, an dem das Kind geboren wurde) oder auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Da die Bestimmung des Familiennamens zeitlich nicht beschränkt ist, kann es auch dazu kommen, dass das Kind vorerst den Familiennamen der Mutter (mangels Bestimmung eines Familiennamens des Kindes) und erst später durch eine entsprechende Bestimmung einen anderen Familiennamen erhält.

Ebenfalls auf oesterreich.gv.at:

  • Thema: Erstausstellung einer Geburtsurkunde/Anzeige der Geburt
  • Thema: Behördenwege nach der Geburt

Der Familienname des Kindes kann erneut bestimmt werden, wenn sich der Familienname der Eltern oder eines Elternteils ändert oder die Eltern einander heiraten.

Ebenfalls auf oesterreich.gv.at:

  • Thema: Heirat der Eltern nach der Geburt

Rechtsgrundlagen

§§ 155 bis 157 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch: Bundesministerium für Justiz

10 Tipps zur Namensgebung

Es ist nicht immer einfach, die richtige Entscheidung im Leben zu treffen. Und wenn man eine Entscheidung für einen anderen Menschen treffen muss, nämlich seinen Vornamen auszusuchen, dann ist die Verantwortung besonders groß. Schließlich sollte er oder sie das ganze Leben lang mit diesem Namen glücklich sein.

© iStock, becon

Doch wie findet man den passenden Vornamen? Wir geben dafür nachfolgend einige Hilfestellungen. Denn nicht alles was laut Vornamensrecht erlaubt ist, ist auch schön.

Es gibt im Buchhandel viele Vornamen-Bücher und auch das Internet ist eine wahre Inspirationsquelle für Namen. Hier kannst du meist einfacher suchen, dafür ist die Vielfalt größer, die Auswahl schwieriger und man kommt auf Ideen, die man in einem alphabetisch geordneten Buch vielleicht nicht gehabt hätte.

Ein Vorteil unseres Vornamen-Portals ist, dass du dich mit anderen Eltern und Namensträgern austauschen kannst, z. B. im Vornamen-Forum oder über die Kommentarfunktion zu dem jeweiligen Namen. So erhältst du gezielte Informationen und Erfahrungenstipps aus der Praxis.

10 Tipps zur Namensgebung

1. Achte auf einfache Schreibweise

Ist der Vorname einmal vergeben, begleitet er uns ein Leben lang. Mach es deinem Kind nicht schwer und wähle einen Namen mit einer einfachen Schreibweise. So werden Missverständnisse und spöttische Bemerkungen im späteren Alltag vermieden. Französische Namen hören sich zum Beispiel meist toll, an, werden aber von vielen Menschen falsch geschrieben oder ausgesprochen (z. B. Roger oder Madeleine).

2. Vor- und Nachname sollten eine Einheit bilden

Der Vorname deines Kindes sollte gut zum Nachnamen passen. Dies gilt sowohl für die Aussprache als auch für das Schriftbild und den Klang. Zu einem typisch deutschen Namen wie Müller oder Schmidt passt kein exotischer Vorname. Ausnahmen bilden Elternpaare, bei denen ein Teil aus dem Ausland stammt. Aber auch hier lassen sich Vornamen finden, die zu beiden Kulturen passen.

3. Wähle den Vornamen immer in der Vollform

Achte darauf, dass der Vorname deines Mädchens oder deines Jungen in Vollform gewählt ist. Koseformen oder Spitznamen werden im Alltag oft automatisch verwendet. So wird z. B. aus Maurice schnell ein „Momo“, was jedoch meist nur im Kindesalter passend ist. Bei Namen, die inzwischen auch in der Kurzform etabliert sind, wie z. B. Gaby statt Gabriele, kannst du die kurze Form problemlos wählen.

4. Achte auf die Laute im Vor- und Nachnamen

Um eine flüssige Aussprache zu gewährleisten, sollte der letzte Laut des Vornamens nicht derselbe Buchstabe sein, mit dem der Nachname beginnt. Den Vorname sollte also nicht auf -a enden, wenn der Nachname mit einem A beginnt. Außerdem sollten nicht zu viele gleiche Vokale vorkommen (Arabella Aschenbacher klingt unschön).

5. Wähle einen kurzen Vornamen bei einem langen Nachnamen

Wenn du selbst einen langen Nachnamen hast, solltest du für dein Kind lieber einen kurzen Vornamen auswählen (bei kurzen Nachnamen hingegen macht sich ein langer Vorname sehr gut). Das hat zudem den Vorteil, dass der Name dann auch bei gedruckten Formularen in das dafür vorgesehene Kästchen passt.

6. Verzichte auf Reime

Vermeide wenn möglich Vornamen, die sich mit dem Nachnamen reimen. Kombinationen wie Hans Schanz oder Simone Limone wirken schnell lächerlich und können das Kind vor allem im jugendlichen Alter in peinliche Situationen bringen.

7. Du hast die freie Namenswahl, aber…

Als werdende Mutter oder Vater hast du die freie Namenswahl für dein Kind. Es gibt jedoch Einschränkungen, sofern der Name des Kindes gegen den guten Geschmack verstößt oder das Kind der Lächerlichkeit preisgibt. Auf was du darüber hinaus achten musst, findest du auf unseren Internetseiten, z. B. in der Rubrik Vornamensrecht. Die Geburt deines Kindes muss übrigens innerhalb einer Woche beim Standesamt eingetragen sein, der Name kann jedoch bis zu vier Wochen nach der Geburt gemeldet werden.

8. Wähle einen passenden Vornamen zum Geschwisterkind

Wenn du schon ein oder mehrere Kinder hast, achte darauf, dass der Vorname des Neuzugangs zu den anderen Namen passt. Schön kann es sein, wenn alle Geschwisternamen eine ähnliche Silbenlänge haben oder aus einer ähnlichen Namensgruppe (modern, klassisch, alt) stammen.

9. Erstelle eine Streichliste

Wenn du auf Namenssuche gehst, schreibe deine Favoriten anfangs auf ein Blatt Papier – getrennt nach Jungen- und Mädchennamen. In den nächsten Wochen wird die Liste wachsen und sich verändern. Später werden sich Favorien herausstellen. Sprich diese Namen gemeinsam mit dem Nachnamen mehrmals hintereinander aus. Klingt er gut? Lässt er sich einfach aussprechen?

10. Schlaf noch einmal drüber

Lass dir Zeit mit der Namensuche. Werdende Mütter und Väter neigen zu Stimmungsschwanken, da ist es gut, nichts zu überstürzen. Hast du deinen Wunschnamen gefunden, lass ein paar Tage verstreichen und prüfe dann noch einmal, ob deine persönlich wichtigen Kriterien noch gültig sind. Überprüfe im Internet, ob zum gewählten Vornamen Diskussionen und Kommentare vorhanden sind. Oft gibt es Vorbehalte gegen gewisse Namen, an die du noch gar nicht gedacht hast.

Dein Vorname: Ein Gefühl, für das wir Worte suchen

Welche Namen passen zum jeweiligen Eltern-Typ?

Da sich immer wieder herausstellt, dass manche Namen bei bestimmten Eltern äußerst beliebt sind, bei anderen aber überhaupt nicht, wollen wir den Versuch wagen, ein paar Kategorien aufzustellen. Schau selbst, ob du zu einem der drei Eltern-Typen gehörst.

1. Der eher konservative Typ

Hierunter dürften viele Akademiker fallen. Menschen, die Wert auf Traditionen legen. Wie heißen wohl deren Kinder?

Viele der Vornamen finden sich in den Hitlisten der letzten Jahre und gelten als sogenannte „alte Namen“. Auffällig an solchen Namen ist, dass sie unauffällig sind. Der konservative Eltern-Typ fühlt sich z. B. mit solchen Vornamen sehr wohl: Ferdinand, Heinrich, Theodor, Maximilian, Robert, Charlotte, Anna, Maria, Elisabeth oder Franziska.

2. Der eher klassisch orientierte Typ

Hier finden wir viele Menschen des Bildungsbürgertums, manche haben ein Häuschen im Grünen oder eine schöne Innenstadtdachwohnung. Sie legen Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Kinder, lassen ihnen aber auch die eine oder andere Verrücktheit durchgehen.

Auch deren Mädchen oder Jungen haben oft Vornamen, die man in den Hitlisten findet, die sich aber durch eine besondere Schreibweise hervorheben. Die Namen sind kurz und knackig und passen zum Nachnamen. Der klassisch orientierte Eltern-Typ wählt solche Vornamen: Sophia, Lucas, Hannah, Niclas, Maya oder Fynn.

3. Der eher modern bis extravagant eingestellte Typ

Zu dieser Gruppe gehören sowohl Eltern aus der Arbeiterklasse als auch Akademiker mit Studienfächern wie Philosophie oder Marketing/PR.

Sie haben einen Hang zu modernen Namen. Die Eltern wollen hip sein, entweder dazugehören oder sich abheben, sie machen jeden Trend mit, orientieren sich am Lifestyle von Promis oder ziehen ihr ganz eigenes Ding durch. Der moderne Eltern-Typ findet diese Namen toll: Stacy, Jamiro, Giuliana, Tyron, Seraphina oder Simeon. Meist sogar als Doppelname: Cheyenne-Lexie oder Jackson-Justin.

4. Der extravagante Typ

In dieser Kategorie finden sich z. B. mache Schauspieler, Musiker oder Sportler wieder, egal ob deutsch oder international.

Die Außergewöhnlichkeit der Eltern soll auf das Kind abfärben. Meist wird aus solchen Kindern eine ähnlich auffällige Person wie Mama und Papa. Und der Name weist den Weg in den Beruf.
Der extravagante Eltern-Typ wählt diese kuriosen, ausgefallenen Vornamen: Wilson Gonzalez, Baer, Tallulah Belle, Yoda, Amadeus oder Jermajesty.

Gut zu wissen: Die negativen Auswirkungen von „Kevinismus“ und „Chantalismus“

Du fragst dich jetzt vielleicht, warum es überhaupt Namen gibt, die zur einen oder anderen Typ-Gruppe gerechnet werden. Kann dir das nicht egal sein? Hauptsache den Eltern gefällt der Name? Was die anderen denken, ist sowieso egal? Nein, es sollte dir nicht egal sein! Denn wie diverse Studien zeigen, werden Kinder sehr wohl nach ihrem Vornamen eingeschätzt und bewertet. Die Uni Oldenburg hat zum Beispiel herausgefunden, dass Lehrer einen Kevin oder eine Chantal weitaus schlechter beurteilen als eine Marie oder einen Alexander.

Mach den „Vornamen-Check“ bevor du dich endgültig festlegst!

Du bist jetzt überzeugt, dass Jason und Geneviève nicht die besten Namen für ein Kind in Deutschland sind? Gut. Dann schauen wir weiter, ob wir etwas Passendes finden. Du kannst dir zum Beispiel selbst ein paar Fragen stellen:

1. Wie zufrieden bin ich mit meinem eigenen Vornamen?

Jeder hatte als Kind die Phase, wo er oder sie gerne anders geheißen hätte. Aber im Großen und Ganzen bist du doch zufrieden damit?

Dann liegt das sicher daran, dass du aus einer Generation stammst, in der die Eltern noch nicht so kreativ waren wie heute.

2. Gab es in der Kindheit Hänseleien?

Kinder kommen auf die blödesten Ideen. Vornamen reimen sich auf Wörter, an die die Eltern nie gedacht hätten (Dennis / Penis), oder die Namen werden von hinten nach vorne lesen (Lana / anal).

Schau dir die Kommentare unter den Vornamen in unserer Datenbank an. Und auch die Spitznamen. Vielleicht geht dir ein Licht auf, warum gerade dieser Name nicht geeignet ist für dein Kind.

3. Gibt es Schwierigkeiten beim Schreiben oder Sprechen/Verstehen des Namens?

Die Zeiten von Maria Becker oder Hans Meier sind vorbei. Heute heißen die Kinder vielleicht Jeannette Kuntzelmann oder Yannik Czerkowsky. Du siehst, wo das Problem liegt?

Jeannette wird nicht nur bei ihrem Nachnamen auf das „t“ hinweisen müssen, auch den Vornamen gibt es in unterschiedlichen Schreibweisen. Und Yannik dürfte sein Leben lang den Standardspruch „mit Y, zwei N und K “ nein ohne C“ auf den Lippen haben.

Vom Nachnamen ganz zu schweigen. Mach es deinen Kindern nicht unnötig schwer. Wähle einen Namen, den sowohl ältere als auch jüngere Mitbürger auf Anhieb verstehen, von dem es maximal zwei Schreibweisen gibt (Stephanie gehörte schließlich in den 70ern auch zu den Exoten) und der deutlich macht, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt.

Nicht wenigen Lehrern oder Vereinstrainern ist es so ergangen, dass sie beim Vorlesen von neuen Kindern in der Gruppe „eine Kim“ erwarteten und ein Junge sich meldete. Noch peinlicher wird es auf Ämtern oder beim Arzt, wenn statt Frau Schröder ein Herr aufsteht. Wenn es unbedingt sein muss, dann wähle den unisex Vornamen als Zweitnamen. Wobei wir bei Punkt 4 wären:

4. Sind der Vorname plus Nachname sehr lang oder sehr kurz?

Der erste Vorname und die weiteren Vornamen plus der Nachname müssen bei offiziellen Schreiben angegeben werden. Alle, ohne Ausnahme!

Da kann es schnell eng werden auf einem Formular, wenn Franziska Clarissa Mathilde Hockenberger beim Arbeitsamt oder auf der Bank ihren Namen schreibt. Aber auch bei kurzen Vor- und Nachnamen kann es problematisch werden: Tim King (Doppelstrafe, der Name klingt zackzack und reimt sich auch noch), Liz Liv Lang ist auch nicht viel besser. Du siehst also, es ist unerlässlich, auch den Nachnamen in die Überlegungen mit einzubeziehen.

Jetzt sagst du womöglich: aber es kann doch nicht jeder so heißen wie die ersten zehn Plätze auf der Vornamen-Hitliste? Laut der Namensstatistiker kommen selbst die beliebtesten Vornamen wie Ben und Mia mit einer Häufigkeit von weniger als 3 Prozent vor. Von 100 Kindern eines Jahrgangs in der Schule tragen also im Schnitt maximal drei denselben Namen. Die Frage ist also, ob es schlimmer ist, wenn auf dem Spielplatz drei Mädchen auf den Ruf „Sophie, komm bitte her“ reagieren oder wenn das Kind seinen ausgefallenen Namen jedes Mal buchstabieren muss.

Schau dir sich auf unserem Vornamen-Portal um, klick die Namen an, die dich interessieren, lies die Kommentare und entscheide dann, welchen Namen du deinem Kind geben möchtest. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders, und du siehst dein Baby nach der Geburt zum ersten Mal, und er/sie sieht plötzlich gar nicht so aus wie ein Lukas oder eine Katharina. Manchmal sind die spontanen Entscheidungen nicht die schlechtesten!

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