Nachname kind nicht verheiratet

Geburt, Familienname des Kindes

Kinder von verheirateten Eltern

Gemeinsamer Familienname

Das Kind verheirateter Eltern erhält den gemeinsamen Familiennamen. Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen, so bestimmen Sie einen Ihrer Ledignamen zum Familienname des Kindes.

Ein einziger Wechsel des Namens

Haben die Eltern bei der Eheschliessung bestimmt, welchen ihrer Ledignamen ihre Kinder tragen sollen, so können sie ein einziges Mal innerhalb eines Jahres seit der Geburt des ersten Kindes gemeinsam schriftlich erklären, dass dieses den Ledignamen des anderen Elternteils tragen soll. Diese Erklärung steht nur denjenigen Eltern zu, welche anlässlich der Eheschliessung eine Namensbestimmung abgegeben haben. Sie gilt für alle weiteren gemeinsamen Kinder, soweit schweizerisches Recht anwendbar ist.

Kinder von unverheirateten Eltern

Familienname der Mutter

Das Kind unverheirateter Eltern erhält den Ledignamen der Mutter.

Seit der Einführung des neuen Namens- und Bürgerrechtsgesetzes per 1. Januar 2013, kann das Kind auch nach Schweizer Recht den Familiennamen des Vaters tragen. Voraussetzung dafür ist jedoch das gemeinsame Sorgerecht oder das Alleinige des Kindsvaters.

Damit das Kind ab Geburt den Namen des Vaters tragen kann, muss der rechtskräftige Sorgerechtsvertrag zum Zeitpunkt der Geburt bereits vorliegen. Wird das gemeinsame Sorgerecht erst nach der Geburt geregelt, so kann beim Zivilstandsamt innert Jahresfrist ab rechtskräftigem Sorgerechtsvertrag eine Namenserklärung abgegeben werden.

Unterstützung und Beratung bei der Erstellung des Vertrages bietet das Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB). Der Unterhaltsvertrag und die Vereinbarung über die gemeinsame elterliche Sorge erlangen aber erst mit der Genehmigung durch die Kindesschutzbehörde (KESB) Gültigkeit. Da dieses Verfahren bei AJB und KESB 4 – 6 Monate in Anspruch nehmen kann, ist es frühzeitig vor der Geburt einzuleiten.

Wenn das Kind eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt

Besitzt das Kind nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit, kann die Namensgebung des Heimatlands berücksichtigt werden. Diesbezüglich informiert Sie das Zivilstandsamt gerne persönlich.

Welchen Namen wird mein Kind tragen?

Das Kind verheirateter Eltern erhält entweder deren gemeinsamen Familiennamen oder – falls diese verschiedene Namen tragen – den Ledignamen, den sie bei der Heirat als Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt haben.

Die Eltern, die bei der Heirat den Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt haben, haben innerhalb eines Jahres nach der Geburt des ersten Kindes die Möglichkeit, den Ledignamen des anderen Elternteils zum Namen des Kindes zu erklären. Den Namen, den die Eltern für das erste Kind bestimmt haben, tragen auch alle weiteren gemeinsamen Kinder.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen und haben sie bei der Heirat nicht bestimmt, welchen ihrer Ledignamen ihre Kinder tragen sollen, so müssen sie direkt mit der Geburtsmeldung des ersten Kindes bestimmen, welchen Ledignamen das Kind erhält. Dieser Name gilt auch für die weiteren gemeinsamen Kinder.

Hat ein Kind das zwölfte Lebensjahr vollendet, so ist für eine Änderung des Familiennamens seine Zustimmung erforderlich.

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Familienname eines Kindes von miteinander verheirateten Eltern

Das Kind miteinander verheirateter Eltern erhält mit der Geburt den Familiennamen, den die Eltern bei der Heirat oder der Geburt des ersten Kindes bestimmt haben. Haben die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen, bekommt diesen auch das Kind. Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen, können sie wählen, ob das Kind den ledigen Familiennamen des Vaters oder der Mutter führt. Familiennamen aus einer früheren Ehe können für das Kind nicht gewählt werden.

Familienname eines Kindes nicht miteinander verheirateten Eltern ohne vorgeburtliche Anerkennung

Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, und hat vor der Geburt des Kindes keine Anerkennung stattgefunden, erhält das Kind den ledigen Familiennamen der Mutter. Um rechtlicher Vater des Kinds zu werden, ist eine Anerkennung notwendig (Vaterschaftsanerkennung).

Wird das Kind nachgeburtlich anerkannt und die gemeinsame elterliche Sorge vereinbart, können die Eltern gemeinsam innerhalb eines Jahres nach Rechtskraftsdatum der gemeinsamen elterlichen Sorge gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten erklären, dass das Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll. Dies ist jedoch nur möglich, sofern es das erste gemeinsame Kind der Eltern ist. Alle gemeinsamen Kinder unverheirateter Eltern müssen denselben Familiennamen haben.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter Namenserklärung minderjährige Person.

Familienname eines Kindes nicht miteinander verheirateten Eltern mit vorgeburtlicher Anerkennung

Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, eine Anerkennung hat stattgefunden, es wurde jedoch keine gemeinsame elterliche Sorge vereinbart, erhält das erste gemeinsame Kind dieser Eltern bei der Geburt den Ledignamen der Mutter. Haben die Eltern bereits gemeinsame Kinder, erhalten weitere gemeinsame Kinder automatisch den beim ersten gemeinsamen Kind bestimmten Familiennamen.

Unverheiratete Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes noch keine gemeinsame elterliche Sorge haben, können nachträglich gemeinsam innerhalb eines Jahres nach Rechtskraftsdatum der gemeinsamen elterlichen Sorge gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten erklären, dass das Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter Namenserklärung minderjährige Person.

Familienname eines Kindes nicht miteinander verheirateten Eltern mit vorgeburtlicher Anerkennung und gemeinsamer elterlicher Sorge

Hat die Anerkennung vor der Geburt stattgefunden, und haben die Eltern des ersten Kindes die gemeinsame elterliche Sorge vereinbart, können sie mit der Namenskarte den Namen (Ledigname der Mutter oder des Vaters) ihres Kindes erklären. Die Namensführung gemäss Namenskarte ist verbindlich und kann nicht mehr geändert werden. Der bestimmte Familienname gilt für alle weiteren gemeinsamen Kinder dieser Eltern. Eine Kopie der Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge ist im Spital zusammen mit der Namenskarte abzugeben.

Familienname eines Kindes von Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Besitzt das Kind nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit, kann die Namensgebung des Heimatlands berücksichtigt werden. Informieren Sie sich bitte direkt bei Ihrer zuständigen Botschaft bzw. Ihrem zuständigen Konsulat.

Uneheliches Kind: Welchen Familienname bekommt das Kind?

Familienname bei Eltern ohne gemeinsames Sorgerecht

Wenn Sie und Ihr Partner nicht verheiratet sind, ist grundsätzlich nur die Mutter sorgeberechtigt. Deswegen erhält das uneheliche Kind den Familienname der Mutter.

Sie können jedoch das gemeinsame Sorgerecht erhalten, indem Sie eine Sorgerechtserklärung abgeben. Innerhalb von drei Monaten nach der Geburt, können Sie dann den Namen Ihres Kindes neu bestimmen.
Ist das Kind mindestens 5 Jahre alt, dann muss es ebenfalls zustimmen.

Familienname bei Eltern mit gemeinsamen Sorgerecht

Wenn Ihnen zum Zeitpunkt der Geburt die elterliche Sorge für das Kind gemeinsam zusteht, können Sie zusammen entscheiden, welchen Namen Ihr Kind erhalten soll.
Wenn Sie sich nicht einigen können, überträgt das Familiengericht die Entscheidung einem der beiden Elternteile. Ein aus beiden Familiennamen zusammengesetzter Doppelname, kann nicht gebildet werden.

Bei alleinigem Sorgerecht

Liegt das Sorgerecht alleine bei einem Elternteil, so erhält das Kind dessen Familienname. Sie können sich jedoch auch einvernehmlich für den Namen des anderen Elternteils entscheiden.

Namensänderung nach der Geburt

Eine nachträgliche Änderung des Familiennames nach den Regelungen des Gesetzbuches, ist nicht vorgesehen und deshalb nur in Ausnahmefällen möglich.
Eine Rechtsgrundlage ist in diesem Fall Paragraph 3 des Gesetzes zur Änderung von Familiennamen und Vornamen.

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Welchen Namen trägt das nichteheliche Kind?

1. Bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften ist zu unterscheiden, ob die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben oder ob ein Elternteil das alleinige Sorgerecht hat:

a) Wie ist die Regelung, wenn die Eltern das gemeinsame Sorge bei Geburt des Kindes haben?

Wenn die Eltern nicht miteinander verheiratet sind, so kann das gemeinsame Sorgerecht schon vor der Geburt durch eine so genannte Sorgerechterklärung beim Jugendamt begründet werden. Gemäß §§1626a, 1626 b Abs. 2 BGB kann die Sorgerechtserklärung auch schon vor der Geburt abgegeben werden. Existiert eine gemeinsame Sorgerechterklärung, so gilt § 1617 Abs. 1 BG B, der wie folgt lautet:

(1) Führen die Eltern keinen Ehenamen und steht ihnen die Sorge gemeinsam zu, so bestimmen sie durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten den Namen, den der Vater oder die Mutter zur Zeit der Erklärung führt, zum Geburtsnamen des Kindes. Eine nach der Beurkundung der Geburt abgegebene Erklärung muss öffentlich beglaubigt werden. Die Bestimmung der Eltern gilt auch für ihre weiteren Kinder.

Dies bedeutet: wenn die Eltern die gemeinsame Sorgeerklärung vor der Geburt abgegeben, dann können die Eltern den Namen des Vaters oder (!) der Mutter zum Geburtsnamen bestimmen. Als Nachname des Kindes ist also auch der Name des Vaters wählbar, wenn dieser nicht mit der Kindesmutter – also mit Ihnen – verheiratet ist.

Die Wahl eines Doppelnamens der Eltern für das Kind, zusammengesetzt aus ihren jeweiligen Familiennamen, ist nicht möglich.

Sollten Sie dann einmal den Nachnamen für das erste Kind bestimmt haben, so ist die getroffene Namenswahl auch für weitere Kinder bindend (§ 1617 Abs. 1 S. 3 BGB).

Für dieses gemeinsame Bestimmungsrecht gilt eine so genannte Monatsfrist, daß heißt die Eltern können innerhalb eines Monats nach der Geburt den Geburtsnamen des Kindes bestimmen. Sollten Sie sich nicht innerhalb des Monats einigen, überträgt das Familiengericht das Bestimmungsrecht einem Elternteil. Außerdem setzt das Familiengericht eine Frist binnen derer ein Nachname für das Kind bestimmt werden muss.

Wenn das Gericht z. B. die Kindesmutter zu dem Elternteil bestimmt hat, welches über den Kindesnamen entscheiden kann, so kann es den Nachnamen des Vaters oder der Kindesmutter zum Kindesnamen bestimmen; einer Zustimmung des anderen Elternteil bedarf es dann aber nicht. Das andere Elternteil kann die Wahl des Namens dann nicht verhindern.

Sollte die Kindesmutter innerhalb der von dem Gericht bestimmten Frist untätig bleiben, so erhält das Kind automatisch nach Fristablauf den Nachnamen des bestimmungsberechtigten Elternteils, also in unserem Beispiel der Kindesmutter.

b) Was ist wenn kein gemeinsame Sorgerecht bei der Geburt des Kindes besteht?

Haben die Eltern kein gemeinsames Sorgerecht durch eine Sorgerechterklärung bestimmt, so hat per Gesetz die nichtverheiratete Mutter das alleinige Sorgerecht. Dies bestimmt § 1626a BGB, der wie folgt lautet:

(1) Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander ver-heiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge dann gemeinsam zu, wenn sie

1. erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärungen), oder

2. einander heiraten.

(2) Im Übrigen hat die Mutter die elterliche Sorge.

Wenn die Mutter das alleinige Sorgerecht hat, hat sie auch alleine das Recht den Namen des Kindes zu bestimmen. Dies ergibt sich aus der eindeutigen Regelung des § 1617a Abs. 1 BGB die, wie folgt lautet:

(1) Führen die Eltern keinen Ehenamen und steht die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so erhält das Kind den Namen, den dieser Elternteil im Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt.

Dabei kann aber auch der Namen des Partners gewählt werden (1617 a Abs. 2 BGB).

3. Kann der Name des Kindes noch abgeändert werden?

a) Abänderung durch den Alleinsorgeberechtigten

Wenn Sie als alleinsorgeberechtigte Mutter den Namen des Kindes gewählt haben, so können Sie mittels einer Erklärung den Namen abändern erlassen. Erforderlich sind jedoch eine öffentlich beglaubigte Einwilligung des Kindes – soweit es das fünfte Lebensjahr vollendet hat – und (!) eine Einwilligung des anderen Elternteils. Sollte der Kindesvater später die alleinige Sorge für das Kind erhalten, so kann dieser mit Einwilligung der Kindesmutter den Namen erteilen.

b) Namensänderung nach späterer Entstehung der gemeinsamen Sorge

Sollten Sie Ihren jetzigen Partner später heiraten oder eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben, so entsteht automatisch auch das gemeinsame Sorgerecht.

aa) Die Eltern können nach Begründung der gemeinsamen Sorge den Kindes Namen innerhalb von drei Monaten einverständlich (!) ändern. Diese drei Monatsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt sollte diese Frist verstrichen sein – gleich aus welchem Grund – kann diese Fristversäumnis nicht geheilt werden. Es bleibt dann dabei, dass das Kind den alten Namen behält. Versäumen Sie diese Frist oder machen sie von der Änderungsmöglichkeit keinen Gebrauch so behält das Kind den bisherigen Namen und dieser bisherige Familienname ist auch für später geborene Geschwister verbindlich.

Sollten Sie sich später wieder trennen so steht ihnen aber auch nicht das Recht einer erneuten Namensänderung zu.

bb) Bei der (späteren) gemeinsamen Heirat, d.h. bei der Heirat nach Geburt des Kindes, ist zu unterscheiden, ob Sie einen Ehenamen bestimmen oder nicht.

Bestimmen Sie einen gemeinsamen Ehenamen, wird dieser Ehename automatisch auch Geburtsnamen des Kindes, falls das Kind, sofern es über fünf Jahre alt ist, dieser Änderung anschließt.

Heiraten Sie nach der Geburt des Kindes ohne einen gemeinsamen Ehenamen anzunehmen, haben die Ehegatten gemeinsam das Recht zur Neubestimmung des Geburtsname des Kindes. Sollten Sie später doch noch einen Ehenamen bestimmen, so geht dieser Ehename aber auch auf das Kind über.

Welcher Familienname für unser Kind?

Seit der umfassenden Reform des Kindschaftsrechts von 1998 sind eheliche und nicht eheliche Kinder beim Namensrecht prinzipiell gleichgestellt. Entscheidend ist, wer das Sorgerecht hat. Nicht verheiratete Eltern können bereits vor der Geburt beim Jugendamt eine gemeinsame Sorgerechtserklärung abgeben und den Namen der Mutter oder des Vaters als Nachnamen bestimmen. Auch in diesem Fall gilt der gewählte Name für weitere Geschwister. Geben die Eltern keine gemeinsame Sorgerechtserklärung ab, erhält – nach derzeit noch geltender Rechtslage – die Mutter automatisch das alleinige Sorgerecht. Sie bestimmt den Nachnamen des Kindes – das kann auch der Name des Vaters sein. Für diese Namensvariante entscheiden sich relativ viele Mütter. Ihr Motiv: Sie sind durch die Geburt ohnehin allerengst mit ihrem Kind verbunden. Der gemeinsame Nachname soll für sie die Verbundenheit von Kind und Vater symbolisieren.

Unverheiratete Eltern können den Nachnamen ihres Kindes auch noch im Nachhinein ändern:

  • wenn sie heiraten
  • wenn sie nach der Geburt eine gemeinsame Sorgerechtserklärung abgeben
  • wenn beide einvernehmlich erklären, dass sie eine Namensänderung wünschen.

Wichtig: Ab einem Alter von fünf Jahren sind Namensänderungen nur möglich, wenn auch das Kind zustimmt, und zwar ganz offiziell beim Standesamt.

Namensänderung nach Scheidung und Wiederverheiratung

Nicht immer gehen Eheleute im Guten auseinander. Deshalb nehmen viele Geschiedene, die während der Ehe den Namen ihres Partners führten, wieder ihren Geburtsnamen an. Frau Schmidt zum Beispiel, will nach ihrer Scheidung schnellstmöglich wieder Maier heißen. Kein Problem. Sie muss nur mit ihrer Scheidungsurkunde und dem Familienstandsbuch zum Standesamt und dort eine Erklärung abgeben, wie sie fortan heißen möchte.

Schwieriger wird es, wenn Frau Maier (ehemals Schmidt) möchte, dass ihre Kinder ebenfalls ihren Geburtsnamen annehmen. Oder wenn sie in zweiter Ehe einen Herrn Schulze heiratet und wünscht, dass die Kinder aus der Ehe mit Herrn Schmidt auch den Nachnamen Schulze erhalten. Namensänderungen nach einer Scheidung oder einer so genannten Einbennennung im Falle einer Wiederverheiratung müssen nicht nur die Kinder zustimmen – sofern sie fünf Jahre oder älter sind – sondern auch der Elternteil, dessen Namen die Kinder tragen. Verweigert dieser seine Zustimmung, entscheidet das Familiengericht über eine Namensänderung. Die Erlaubnis wird jedoch nur erteilt, wenn es für das Kindeswohl zwingend erforderlich ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Kind nachweislich (medizinisches Attest) unter der Namensungleichheit leidet oder wenn der namensgebende Elternteil weder Umgang mit dem Kind pflegt, noch sein Umgangsrecht wahrnimmt. Wenn es mit einer Namensänderung nicht klappt, kann alternativ beantragt werden, dass die Kinder einen Doppelnamen führen. Dies ist in der Regel leichter durchzusetzen, da der „alte“ Name zumindest als Ergänzung des neuen Familiennamens erhalten bleibt.

Patchworkfamilien: die große Namensvielfalt

Nichts dauert ewig, schon gar nicht Liebesbeziehungen und Ehen. Immer häufiger bestehen Familien aus Geschiedenen und Wiederverheirateten oder gar nicht erst Verheirateten, ihren gemeinsamen Kindern und Kindern aus früheren Partnerschaften. Jede siebte Familie in Deutschland soll mittlerweile eine solche „ Patchworkfamilie“ sein. So bunt die Familien sind, so groß kann auch die Namensvielfalt ihrer Mitglieder sein. So wie bei Ulrika Kleber, Jan Kocracz, Emily Millner, Marc Schönhauer und Pelle Rainer.

Wie es dazu kam? Haben Sie eine Idee? Hier die Auflösung:

  • Ulrika Kleber war früher mit Peter Millner verheiratet. Bei der Eheschließung hat sie seinen Namen angenommen. Beide haben eine gemeinsame Tochter: Emily Millner.
  • Nach der Scheidung hat Ulrika wieder ihren Geburtsnamen Kleber angenommen. Emily behielt den Namen ihres Vaters, zu dem sie nach wie vor guten Kontakt hat.
  • Vier Jahre lebte Ulrika – nun wieder Kleber – mit Roman Schönhauser zusammen. Gemeinsam entschieden sie, dass ihr Sohn Marc nach seinem Vater heißen sollte. Eineinhalb Jahre nach Marcs Geburt trennten sich die Eltern, behielten aber das gemeinsame Sorgerecht.
  • Jan Kocracz hat mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Andrea Rainer einen Sohn, Pelle, der den Nachnamen der Mutter trägt. Mittlerweile wurde ihm das Sorgerecht für Pelle übertragen.

Inzwischen erwarten Ulrika und Jan ihr erstes gemeinsames Kind und planen, baldmöglichst zu heiraten. Beim Familiennamen schwanken sie noch, eigentlich können sie sich beides vorstellen – Kleber oder Kocracz – nur sollten möglichst alle Familienmitglieder den gleichen Namen tragen. Das fänden auch die Kinder gut. Kann das klappen? Und wenn ja, wie? Was meinen Sie?

Unser Vorschlag: Ulrika und Jan wählen den Namen Kleber. Jan hat bereits das Sorgerecht für Pelle. Andrea Rainer hat für die Namensänderung bereits grünes Licht gegeben. Auch Marcs Vater könnte sich vorstellen, dass sein Sohn den Namen der Mutter annimmt; einer Änderung in Kocracz würde er allerdings auf keinen Fall zustimmen. Nur Emilys Vater verweigert sein Einverständnis. Also müssen Emily und ihre Mutter ihn dazu bewegen, für seine Tochter den Doppelnamen Kleber-Millner zu akzeptieren.

Zum Weiterlesen:

  • Martin Löhnig, Andreas Gietl und Mareike Preisner: Das Recht des Kindes nicht miteinander verheirateter Eltern: Abstammung – Sorgerecht – Umgangsrecht – Namensrecht – Unterhalt. Erich Schmidt Verlag, 22,80 Euro

Weiterführende Links:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Namensrecht: Kurze Darstellung und historischer Abriss des deutschen Namensrechts
  • http://www.scheidung-online.de/namensr.html: Die wichtigsten Informationen zum Namensrecht bei Kindern
  • http://www.familien-wegweiser.de Stichwortverzeichnis mit Informationen des Bundesfamilienministeriums zu Namensrecht und Namensänderungen

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