Nabelbruch BEI kleinkindern

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Nabelbruch (Nabelhernie)

Ein Nabelbruch ist eine Ausstülpung von Gewebe und Organen aus dem Bauchraum durch eine Bruchpforte rund um den Nabel. Auf diese Weise entsteht eine kleine Beule oder auch eine große Vorwölbung der Bauchdecke, die Teile der Eingeweide enthält.

Nabelhernien stellen etwa 10 % aller Hernien bei Erwachsenen dar.

Was ist ein Nabelbruch?

Der Nabelbruch, auch Nabelhernie (lat. hernia umbilicalis), ist eine Hernie am und um den Bauchnabel herum. Unter einer Hernie versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Schwachstelle in der Bauchwand, die sogenannte Bruchpforte. Dadurch entsteht der Bruchsack, eine Beule, der die ausgetretenden Eingeweide (den Bruchsackinhalt) enthält. Bei kleinen Nabelbrüchen ist nur ein Teil der Bauchfettschürze in den Bruchsack vorgefallen, während bei großen Brücken auch Teile von Dickdarm oder Dünndarm in den Sack verlagert sein können.

Ein Nabelbruch ist in den meisten Fällen nicht mit Schmerzen verbunden. Nichtsdestotrotz ist in vielen Fällen ein chirurgischer Eingriff in Form einer Nabelbruch-OP nötig. Ein Nabelbruch kann erworben oder aber bereits angeboren sein. Häufig tritt ein Nabelbruch direkt nach der Geburt auf.

Ursachen eines Nabelbruchs

Die Ursache für einen Nabelbruch ist immer eine Schwachstelle in der Bauchwand. Das gilt sowohl bei angeborenen Beschwerden im Säuglingsalter, als auch bei einem Bruch im Erwachsenenalter.

Der Bauchnabel ist eine natürliche Schwachstelle: Vor der Geburt sind die inneren Organe des Säuglings über die Nabelschnur mit dem Organismus der Mutter verbunden. Damit ist der Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen möglich. Nach der Geburt wird die Nabelschnur entfernt und als Überrest entsteht der Nabel. Anders gesagt stellt der Bauchnabel eine Narbe dar, die wie bei Narbenbrüchen leicht zu einer Bruchpforte werden kann.

Bei Neugeborenen ist die Nabelhernie auf eine nicht vollständig ausgebildete Bauchwand zurückzuführen. Die Bauchwand verfügt noch nicht über die Dehnbarkeit und Belastbarkeit eines Erwachsenen. Die Anspannung verschiedener Bauchmuskeln führt zu einer Druckerhöhung (Bauchpresse) an der Bauchwand – etwa durch Husten oder Schreien. Daher sind Nabelbrüche bei Neugeborenen und Säuglingen noch besonders häufig.

Bei Erwachsenen gelten andere Risikofaktoren:

  • Übergewicht und Adipositas
  • Aszites (freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle)
  • Schwangerschaft
  • starke körperliche Belastung
  • geerbte Bindegewebsschwäche

Diese Faktoren belasten die Bauchwand außergewöhnlich stark. Sie können dazu führen, dass anatomische Schwachstellen der Bauchwand dem Druck des Bauchinneren nicht mehr standhalten. So werden Inhalte der Bauchhöhle durch diese Bruchpforte nach außen gedrückt.

Symptome eines Nabelbruchs

Der Nabelbruch kann unterschiedliche Symptome zeigen, muss aber keine Beschwerden verursachen. Die Symptome hängen insbesondere von der Größe und den Strukturen, die als Bruchsackinhalt vorgefallen sind, ab. Ein kleiner Nabelbruch, der nur Teile der Fettschürze beinhaltet, muss nicht zwingend körperliche Symptome verursachen.

Ein großer Nabelbruch hingegen beinhaltet als Bruchsackinhalt neben Gewebe auch Organteile, wie zum Beispiel Schlingen des Dickdarms oder Dünndarms. Außerhalb der Bauchhöhle sind diese Organe ungeschützt und können durch äußere Einflüsse schneller verletzt werden. Wie bei jedem Bruch können die Organe zudem in der Bruchpforte eingeklemmt werden und dadurch zu Beschwerden führen. Sollte sich der Bruch bläulich verfärben, ist das ein Zeichen für die Verletzung eines inneren Organs. Eingeklemmte Darmschlingen sind ein medizinischer Notfall, der unbedingt schnell behandelt werden muss!


Nabelbruch eines Babys © Kwangmoo / Fotolia

Diagnose eines Nabelbruchs

Ein Nabelbruch ist von außen gut erkennbar und während der körperlichen Untersuchung für den Arzt schnell ersichtlich. Liegt der Patient auf dem Rücken, kann der Arzt die betroffenen Strukturen meist gut ertasten. Bei Anspannen des Bauches durch aktives Pressen oder Schreien (beim Säugling) des Patienten wölbt sich der Bruchsack zusätzlich nach außen.

Ein bildgebendes Verfahren ist erforderlich, wenn die Tastuntersuchung nicht eindeutig ergibt, ob Teile eines Organs durch die Bruchpforte vorgefallen sind. Hier kommt in der Regel eine Ultraschalluntersuchung zur Anwendung.

Behandlung von Nabelbrüchen

Die Behandlung eines Nabelbruchs hängt vom individuellen Fall und vom diagnostizierten Schweregrad ab.

Behandlung von Nabelbrüchen bei Neugeborenen

Bei angeborenen Nabelbrüchen verlagert sich der Inhalt des Bruchsacks in 80 – 100 % der Fälle von allein wieder zurück in seine ursprüngliche Position (selbstständige Reposition). Ist das nicht der Fall, wird bei Säuglingen mit einer Bandage gearbeitet, die das weitere Vorfallen des Bruchinhalts verhindert und eine Rückverlagerung begünstigt.

Behandlung von Nabelbrüchen bei Erwachsenen

Tritt eine Nabelhernie bei einer Frau während ihrer Schwangerschaft auf, kann sie sich nach der Geburt ebenfalls zurückbilden.

In anderen Fällen kann man bei Erwachsenen nicht mehr von einer selbstständigen Rückverlagerung ausgehen. Daher ist hier in den meisten Fällen eine Nabelbruch-OP erforderlich – insbesondere, wenn der Nabelbruch Beschwerden verursacht.

Operationsverfahren bei Nabelbrüchen

Die Auswahl der OP-Technik hängt von der Größe des Nabelbruchs und der täglichen Belastung des Patienten ab. Leistet der Betroffene etwa beruflich schwere körperliche Arbeit, müssen die Ärzte dies berücksichtigen.

Bei kleinen Nabelbrüchen mit einer Bruchpforte von unter zwei Zentimetern Größe kommt in der Regel eine offene Operation (Spitzy-OP) infrage. Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt. Der Chirurg öffnet mit einem Schnitt die Bauchwand und verlagert den Inhalt des Bruchsacks zurück in die Bauchhöhle. In manchen Fällen muss er den Bruchsack noch abtragen, bevor er die Bruchpforte mit Einzelknopfnähten vernäht. Die Narbe ist nach guter Verheilung im Anschluss kaum sichtbar.

Ist der Bruch größer, setzt der Chirurg zusätzlich ein Kunststoffnetz unter der Bauchwand ein, um die Bruchpforte sicher zu verschließen und sie zu stabilisieren. Dieser Eingriff kann auch laparoskopisch, das heißt minimal-invasiv, durchgeführt werden. Hier genügt manchmal eine örtliche Betäubung und häufig kann der Patient die Klinik noch am gleichen Tag wieder verlassen.

Die Rezidivrate (erneut auftretende Nabelhernie) bei der Operation kleiner Nabelbrüche ist äußerst gering und alltägliche, leichte körperliche Aktivität ist knapp drei Wochen nach dem Eingriff schon wieder möglich. Ein eingenähtes Kunststoffnetz verringert die Rezidivrate ebenfalls. Bei schwer übergewichtigen Personen ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens einer Nabelhernie jedoch erhöht.

Prävention von Nabelbrüchen

Einer Nabelhernie kann man nur bedingt vorbeugen. Durch Vermeidung von Übergewicht und schwerer körperliche Belastung können Sie immerhin zwei Risikofaktoren für einen Nabelbruch reduzieren. Zusätzlich können Sie durch gezielte Übungen die Bauchdecke stärken und den Bauchnabel entlasten. Damit unterstützen Sie die anatomischen Strukturen und entlasten gleichzeitig deren Schwachstellen.

Dieser Text wurde geprüft von unserem Experten Prof. Dr. med. Thomas W. Kraus.

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Nabelbruch in der Schwangerschaft: Symptome erkennen und richtig deuten

von Claudia Galler
verfasst am 25.05.2015

Wann sind die Symptome eines Nabelbruchs in der Schwangerschaft deutlich zu sehen? (© Halfpoint – fotolia)Ein Nabelbruch in der Schwangerschaft ist in den meisten Fällen harmlos für Mutter und Kind. In diesem Gesundheitstipp erklärt die jameda Gesundheitsredaktion, was auf einen Nabelbruch hindeutet und in welcher Situation eine Behandlung durch den Arzt notwendig ist.

Nabelbruch: Wenn die Muskeln eine Lücke lassen

Ein Nabelbruch (Nabelhernie) ist ein Weichteilbruch im Bereich des Bauchnabels. Da der Bauch während einer Schwangerschaft stark gedehnt wird, können sich die Muskeln der Bauchdecke auseinander schieben. Besonders leicht bildet sich eine Lücke im Nabelbereich, da dort die Muskelschichten nur durch Bindegewebe miteinander verbunden sind. Tritt durch diesen Spalt, die sogenannte Bruchpforte, eine Ausstülpung von Bauchfell, spricht man von einem Nabelbruch. In der Ausstülpung, dem Bruchsack, können sich auch einzelne Darmschlingen durch die Bruchpforte schieben. Neben einer gedehnten Bauchmuskulatur können Übergewicht, eine angeborene Bindegewebsschwäche, das Heben von schweren Gegenständen und körperliche Belastung einen Nabelbruch begünstigen.

Symptome eines harmlosen Nabelbruchs

Von außen kann ein Nabelbruch kaum zu sehen sein. Der Nabel ist dann lediglich etwas vorgewölbt. Deutlicher zu erkennen ist ein Bruch, wenn der Bruchsack sich als Beule im Bereich des Nabels abzeichnet. In der Regel bereitet ein Nabelbruch während der Schwangerschaft keine Schmerzen, weder Mutter noch Kind sind gefährdet, auch bei der Geburt stellt ein Nabelbruch keine Komplikation dar.

Eingeklemmte Brüche sind selten, aber gefährlich

Treten jedoch plötzliche Schmerzen und rote oder bläuliche Verfärbungen um den Nabelbereich auf, könnte es sich um einen eingeklemmten Bruch handeln. Diese sind in der Schwangerschaft selten, aber sehr gefährlich, da ausgetretene Darmabschnitte von der Blutversorgung abgeschnitten sein können und so das Absterben von Gewebe droht.

Wie wird ein Nabelbruch behandelt?

Eine werdende Mutter sollte bei plötzlichen Schmerzen und Verfärbungen in der Nabelgegend sofort den Arzt aufsuchen. Handelt es sich um einen eingeklemmten Bruch, wird er operiert, um die Durchblutung der Eingeweide wieder herzustellen und einen erneuten Austritt eines Bruchsacks zu verhindern. Unscheinbare Nabelbrüche, die nicht schmerzen, müssen nicht behandelt werden und bilden sich nach der Geburt meist von alleine zurück. Rückbildungsgymnastik ist ideal, um die arg gedehnten Muskeln nach einer Schwangerschaft wieder zu kräftigen. Vor allem Übungen, die die schrägen Bauchmuskeln trainieren, lassen Lücken zwischen den Muskeln im Nabelbereich wieder verschwinden. Bleibt der Bruch dagegen nach der Schwangerschaft bestehen, wird die Lücke in der Bauchwand operativ verschlossen. Dabei genügt bei kleinen Brüchen eine Naht, größere Nabelbrüche werden durch ein medizinisches Netz verstärkt.

Nabelbruch

Wichtiger Hinweis:
Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen die Webseiten der Leistungserbringer und das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die OP – Aufklärung in der jeweiligen operierenden Einrichtung.
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Hier finden Sie:

  • Was geschieht bei diesem Eingriff?
  • Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?
  • Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?
  • Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?
  • Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?
  • Wie ist das Risiko einzuschätzen?
  • Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?
  • Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?
  • Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Im Mutterleib tritt im Bereich des Nabels die Nabelschnur in den Körper ein, die das Kind mit allen notwendigen Nährstoffen aus dem Blut dem Mutter versorgt. Nach der Geburt wird die nicht mehr benötigte Nabelschnur abgetrennt und die Durchtrittstelle in der Bauchwand verwächst sich normalerweise. Bei einigen Kindern bleibt aber eine Lücke in der Bauchwandmuskulatur bestehen, durch die sich dann bei Druckerhöhung im Bauchraum Eingeweideteile hervorwöben können. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis etwa zum 3. Lebensjahr kann man in der Regel einfach abwarten, da sich die Lücke durch das Wachstum meist von selbst irgendwann schließt und die Einklemmungsgefahr bei Kindern sehr gering ist. Mit Beginn des 3. Lebensjahres sollte die Entscheidung für oder gegen eine Operation getroffen werden. Ist der Bruch aber bei älteren Kindern immer noch vorhanden, sollte er operiert werden, da die Chance einer spontanen Heilung dann sehr gering ist und der Bruch im Erwachsenenalter eher zu Komplikationen führt. Der kleine Eingriff kann in der Regel problemlos ambulant vorgenommen werden.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Durch einen kleinen Hautschnitt am Nabelrand wird der Bruchsack aufgesucht. Der Inhalt wie Darmschlingen und Fett wird zurück in den Bauchraum geschoben und der Bruchsack entfernt und vernäht. Anschließend werden die Bauchmuskeln und die Muskelhaut (Faszie) über der Lücke zusammengeführt und in mehreren Schichten mit Einzelnähten zusammen genäht. Dazu wird die derbe Muskelhaut entweder übereinander gelegt und dann doppelt vernäht (Fasziendoppelung nach Mayo) oder die Muskelhaut wird gegeneinander Stoß auf Stoß vernäht (Operation nach Spitzly). Anschließend wird die Hautwunde mit selbst auflösenden Fäden vernäht. Der Nabel selbst bleibt unverändert erhalten, er wird also nicht „aufgeknotet“.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Die Operation eines Nabelbruchs wird nach dem 3. bis 4. Lebensjahr empfohlen, da die spontane Rückbildungstendenz dann nur noch sehr gering ist. Mit zunehmendem Alter wächst dann auch die Gefahr, dass der Bruch sich irgendwann einklemmt, die Eingeweide sich also nicht mehr durch die Lücke zurück in den Bauchraum drücken lassen. In diesen Fällen droht ein Absterben des eingeklemmten Gewebes und nachfolgend ein Darmverschluss und eine Bauchfellentzündung.
Die Einklemmung eines Nabelbruchs ist im Kindesalter extrem selten. Kommt es doch einmal dazu, muss sofort behandelt (reponiert oder operiert) werden.

Nur bei sehr großen Nabelbrüchen oder Beschwerden durch den Bruch wird manchmal auch eine Operation vor dem 3. Lebensjahr empfohlen.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Die Operation des Nabelbruchs erfolgt bei Kindern in Vollnarkose.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Der Eingriff dauert etwa 20 – 30 Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bei kleinen Kindern unter drei Jahren wird in der Regel noch nicht operiert, da der Nabelbruch sich sehr oft von selbst zurückbildet.

Da der Eingriff in Vollnarkose vorgenommen wird, prüft der Narkosearzt (Anästhesist) vorher die Narkosefähigkeit Ihres Kindes. Würde die Vollnarkose ein zu großes Risiko darstellen, muss der Eingriff möglicherweise verschoben werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Die operative Behandlung eines Nabelbruchs ist im Kindesalter ein sehr risikoarmer Eingriff. Wie bei jedem operativen Eingriff können Komplikationen natürlich nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden.
Über solche seltene Komplikationen wie Verletzungen von Nerven, Gefäßen oder Darm oder Entzündungen wird Ihr Arzt Sie vor der Operation umfassend aufklären.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

6 Stunden vor dem Eingriff sollte Ihr Kind nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken und auch kein Kaugummi kauen.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei der ambulanten Nabelbruchoperation bleibt Ihr Kind nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis es fit genug für den Heimweg ist. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, sodass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist.
24 Stunden nach dem Eingriff muss auch zu Hause immer eine Aufsichtsperson anwesend sein. Eventuell auftretende Schmerzen können durch normale Schmerz-Fiebermittel behoben werden.
In den ersten Tagen sollte Wasserkontakt der Wunde möglichst vermieden werden. Soweit es bei kleineren Kindern möglich ist, sollten Sie darauf achten, dass sich Ihr Kind in den ersten Wochen nach dem Eingriff körperlich noch etwas schont. Wann Ihr Kind wieder in den Kindergarten bzw. in die Schule kann, wird Ihr Arzt abhängig vom Heilungsverlauf entscheiden und mit Ihnen besprechen.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie mit Ihrem Kind zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. Im Interesse Ihres Kindes sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Hat Ihr Kind Fieber, klagt über starke Schmerzen oder beobachten Sie eine starke Rötung des Wundbereiches sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

Nabelbruch: Symptome und Ursachen einer Hernie im Bauchbereich

In den meisten Fällen verursacht ein Nabelbruch keine Schmerzen. Wenn Sie aber Symptome wie Bauchschmerzen oder Übelkeit verspüren, ist ein Arztbesuch unbedingt ratsam. Erfahren Sie mehr über Symptome und Ursachen einer Nabelhernie und wann eine Operation notwendig ist.

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Was ist eine Nabelhernie?

Bei einem Nabelbruch, medizinisch Nabelhernie, kommt es zu einer Ausstülpung von Gewebe im Bereich des Bauchnabels. Der Nabel ist eine natürliche Schwachstelle des Körpers. In dieser Region kann es relativ leicht zu einer Bewegung der hier befindlichen inneren Organe kommen. Diese drücken sich durch eine Lücke in der Bauchwand und bilden den sogenannten Bruchsack. Von außen ist der Nabelbruch dann als Beule sichtbar.

Übermäßiger Druck als Ursache

Wenn im Bauchraum um den Nabel ein großer Druck ausgeübt wird, kann es zu einem Nabelbruch kommen. Der Druck wird zum einen durch hohes Gewicht ausgelöst, wie bei Übergewicht oder einer Schwangerschaft. Zum anderen kann er durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden, zum Beispiel beim Heben schwerer Gegenstände.

Auch Krankheiten, bei denen es zu hohen Flüssigkeitsablagerungen im Bauchraum kommt, haben oft einen Nabelbruch zur Folge. Menschen mit einer Bindegewebeschwäche leiden nach Angaben der „Apotheken Umschau“ häufiger an einer Nabelhernie als andere Menschen.

Nabelbruch: Symptome, bei denen ein Arztbesuch nötig ist

Oft wird die Nabelhernie nicht sofort erkannt. Meist ist nur eine mehr oder weniger auffällige Ausbuchtung am Bauchnabel sichtbar. Der Nabelbruch kann ansonsten unauffällig sein und keine Beschwerden auslösen. Wenn sich jedoch der Bereich um das Geschwulst verhärtet oder verfärbt und Schmerzen auslöst, ist die Lage ernst.

Weitere Nabelbruch-Symptome können Übelkeit und Erbrechen sein. In diesem Fall haben sich wahrscheinlich Teile des Darms im Bruchsack verklemmt. Um weitere Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Laut „Apotheken Umschau“ tritt eine Darmeinklemmung bei drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche auf.

Bei Erwachsenen muss meist operiert werden

Ein Nabelbruch verheilt nur bei Schwangeren, Babys und Kleinkindern von allein. Auch wenn eine Nabelhernie zunächst keine Schmerzen verursacht, kann ein unbehandelter Nabelbruch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Die Nabelhernie kann sich mit der Zeit erweitern und das Risiko für eine Einklemmung des Darms erhöhen. Die Durchblutung wird dabei so beeinträchtig, dass es im schlimmsten Fall zum Absterben des Darms kommen kann. Eine Darmeinklemmung ist ein Notfall und muss sofort operiert werden.

Nabelbruch-OP: Zwei Verfahren

Je nach Art der des Nabelbruches kann der Bruch auf verschiedene Arten operiert werden. Grundsätzlich wird zwischen der offenen und der geschlossenen Operation unterschieden. Bei einer offenen Nabelbruch-OP wird nach einem bogenförmigen Schnitt am Nabelrand der Inhalt des Bruchsacks zurück in die Bauchhöhle geschoben. Je nach Schwere des Bruches wird die Bauchwand mithilfe eines Netzes unterstützt. Die Bruchpforte kann anschließend vernäht werden.

  • Bauchschmerzen: Bauchschmerzen rechts? Achten Sie auf Ihren Körper
  • Magen oder Dickdarm?: Das kann hinter linksseitigen Bauchschmerzen stecken
  • Bauchweh: Bauchschmerzen können viele Auslöser haben
  • Komplikation: Hernie oder Narbenbruch – Mögliche Folge einer Bauchoperation
  • OP notwendig?: Nabelbruch beim Baby – Behandlung und Komplikationen

Bei der geschlossenen Operation wird der Bruchsack über eine Bauchspiegelung (laproskopische Nabelbruch-OP) behandelt. Der Vorteil einer laparoskopischen Operation liegt in ihrem minimal-invasiven Verfahren, also einem minimalen operativen Eingriff. Die Gefahr einer Wundinfektion wird so gemindert und der Patient ist schneller wieder auf den Beinen. die Wahrscheinlichkeit, dass es im Zuge der Nabelbruch-OP zu Komplikationen kommt, ist relativ gering.

Kann ein Nabelbruch von selbst heilen?

von Claudia Galler
verfasst am 02.04.2017

Bei Babys und Kindern verheilt der Nabelbruch meist von selbst (© fotolia-138964473-lavizzara)Ein Nabelbruch kann unter bestimmten Umständen wieder von selbst zusammenwachsen. Wann dies möglich ist und für wen eine Operation unumgänglich ist, erfahren Sie hier.

Wie kommt es zu einem Nabelbruch?

Ein Nabelbruch bezeichnet eine Lücke in der Sehnen- und Bindegewebsschicht der Bauchwand. Vor allem der Nabelbereich bildet eine Schwachstelle, da hier ehemals die Nabelschnur entsprang und zudem die linken und rechten Gruppen der Bauchmuskulatur nur durch eine senkrecht verlaufende Sehnenschicht zusammengehalten werden.

Bildet sich ein Spalt, kann Bauchfell nach außen treten, was als kleine Beule zu sehen ist. Schieben sich Darmschlingen durch die Lücke, kann der Bruchsack sogar tennis- bis handballgroße Ausmaße annehmen. Oftmals kann man die Ausstülpung wieder zurück in die Bauchhöhle schieben. Ist dies jedoch nicht der Fall, besteht der Verdacht auf einen lebensbedrohlichen eingeklemmten Bruch.

Notfall: Eingeklemmter Bruch

Bei einem eingeklemmten Bruch sind die Darmschlingen im Bruchsack von der Blutversorgung abgeschnitten, sodass Gewebe abzusterben droht. Betroffene leiden unter heftige Bauchschmerzen, Übelkeit und Schweißausbrüchen, zudem verfärbst sich die Haut um den Nabel rot. Babys schreien bei einem eingeklemmten Bruch langanhaltend – es muss in jedem Fall sofort operiert werden, denn die Situation ist lebensbedrohlich!

Nabelbrüche bei Babys und Kindern

Darstellung eines Narbelbruchs (© Henrie – fotolia)Viele Säuglinge, vor allem Frühchen, kommen mit einem angeborenen Nabelbruch zur Welt, da ihre Bauchwand noch nicht ausgereift ist. Hier heilt der Bruch meist bis zum 2. Lebensjahr von alleine, selbst bis die Kinder etwa 5 Jahre alt sind, besteht die Chance, dass sich die Lücke spontan verschließt.

Nabelbruch bei Erwachsenen

5 % der Erwachsenen erwerben im Laufe ihres Lebens einen Nabelbruch, Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Risikofaktoren für einen Nabelbruch sind eine angeborene Bindegewebsschwäche, Übergewicht und Schwangerschaft, aber auch das Heben schwerer Lasten, starkes Pressen beim Toilettengang sowie Erkrankungen, bei denen sich Wasser in der Bauchhöhle ansammelt, wie z. B. bei schweren Lebererkrankungen, können einen Nabelbruch begünstigen. Im Erwachsenenalter heilt ein Nabelbruch nicht mehr von selbst, hier wird normalerweise operiert.

Nabelbruch bei Schwangeren

Der wachsende Druck auf die Bauchwand während der Schwangerschaft kann einen Nabelbruch hervorrufen. In der Regel sind solche Brüche harmlos und bilden sich nach der Geburt von alleine zurück. Rückbildungsgymnastik unterstützt hier die Kräftigung der überdehnten Muskeln. Bleibt die Lücke dagegen nach der Schwangerschaft bestehen, wird sie chirurgisch geschlossen.

Wann ist eine Operation notwendig?

Von alleine heilen kann ein Nabelbruch nur bei Säuglingen oder Kindern bis zum Vorschulalter und bei Schwangeren.

Für einen Bruch im Erwachsenenalter gibt es in der Regel keine Alternative zur Operation. Bruchbänder, die die Bauchdecke stützen sollen, werden heute nicht mehr eingesetzt, da sie Muskel- und Bindegewebe eher schwächen und die Heilung nicht vorantreiben. Kleine Brüche können vom Arzt zunächst überwacht werden, da sie sich aber im Laufe des Lebens eher vergrößern, werden auch sie in der Regel irgendwann operiert.

Nabelbruch bei Erwachsenen

Direkt nach der Geburt tritt bei Säuglingen oftmals ein Nabelbruch auf, weil die Bauchwand am Bauchnabel noch nicht komplett ausgebildet ist. 98 % dieser Brüche bilden sich allerdings meistens spontan innerhalb der ersten zwei Lebensjahre des Kindes wieder zurück. Bei Erwachsenen hingegen kann sich eine Nabelhernie nicht mehr von selbst zurückbilden. Lesen Sie, welche Ursachen ein Nabelbruch hat, welche Symptome auf eine Hernie hinweisen und welche Beschwerden darauf hindeuten, dass der Nabelbruch behandelt werden sollte.

Der Nabelbruch, auch als „hernia umbilicalis“ bezeichnet, ist eine lochartige Lücke in der stabilisierenden Bauchwandfaszie. Das Bauchfell, die innerste Schicht der Bauchwand, wölbt sich durch diese Lücke in der Muskelhaut, der Faszie, nach außen.

Das Bauchfell bzw. der Bruchsackinhalt schiebt sich weiter nach außen und drückt gegen die Haut im Nabelbereich. Das Wort Bruch ist also eher in seiner Bedeutung als Riss zu verstehen – weniger als tatsächlicher Bruch.

Bei vielen Erwachsenen verursacht der Nabelbruch keine Schmerzen und ist nur durch einen leicht vorgewölbten Bauchnabel zu erkennen.

  • Vorwölbung von Brucheingeweiden durch die Faszienlücke des Nabels
    (=Als Nabelhernie wird ein Spalt in der Muskelhaut beim Nabel bezeichnet, durch den sich Bauchfell nach außen wölbt.)Jeder Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine angeborene oder erworbene Lücke im Bereich der Bauchwand wird als Hernie (griechisch: „Knospe, Spross) bezeichnet – die Klassifikationen nach ICD-10 reichen von K40 der Hernia inguinalis (Leistenhernie) bis zur Schenkelhernie. Hernien werden außerdem unterschieden in:
  • Komplette Hernie: Bruchsack (Auswölbung) enthält alle Hautwand-Schichten und einen Teil des vollständigen Darms.
  • Richtersche Hernie: Bruchsack enthält nur partiellen Anteil an Teilen des Darms.
  • Gleithernie: Eine Seite des Brucksacks wird von Faszie oder Darm gebildet.

Die am häufigsten vorkommende Hernie im Bauchwandbereich ist die Leistenhernie bzw. der Leistenbruch – er betrifft 75 % aller Fälle und vor allem Männer.

Ursachen und Risikofaktoren des Nabelbruchs

Der Großteil der Nabelhernien ist angeboren, der Nabelbruch kann allerdings auch erworben werden. Prädisposition für eine Nabelhernie, die vor allem Frauen betrifft, ist Gravidität (=Schwangerschaft), Adipositas, rasche und starke Gesichtsabnahme, rezidivierender Aszites (Leberzirrhose) oder starke körperliche Belastung, wie z. B. schweres Heben (umstritten).

  • Schwachstellen in der Bauchhaut
  • Operationsnarben
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Bindegewebsschwäche
  • Krankheiten, die eine vermehrte Wassereinlagerung im Bauchraum mit sich bringen

Wissenschaftler gehen sowohl von einer embryologischen als auch einer anatomischen Grundlage für die Entstehung der Hernie aus. Wegen der anatomischen Gegebenheiten sind in der Nabelregion physiologische Schwachstellen vorhanden, aus denen sich Nabelbrüche entwickeln können. Prädisponierend für das Auftreten einer Hernie können außerdem ein fehlerhafter Verstärkungsmechanismus oder eine unvollständige Entwicklung des Nabelrings, ein unzureichendes Aneinanderhaften der Retusmuskeln oder aber ein komplettes oder teilweises Fehlen der Faszie transversalis, ein Teil der Umbilikalfaszie, sein.

Außerdem mögliche Auslöser
Ob schwere körperliche Arbeit tatsächlich einen Nabelbruch auslösen kann, ist noch umstritten. Wenn, dann steht diese Ursache wohl trotzdem immer mit den Schwachstellen in der Bauchwand in Verbindung. Besteht bereits eine anatomische Abweichung, können folgende Ereignisse einen Nabelbruch auslösen:

  • Schweres Heben
  • Heftiges Husten
  • Heftiges Pressen bei chronischer Verstopfung

Durch die aufgezählten Faktoren kann sich der Druck im Bauch so weit erhöhen, dass die Hautschichten rund um den Umbilicus diesem nicht mehr standhalten können und sich das Bauchfell nach außen wölbt.

Symptome beim Nabelbruch

Wie kann man selbst einen Nabelbruch erkennen? Oft wird die Hernie am Umbilicus länger nicht erkannt, weil keine Schmerzen auftreten und sich nur eine minimale Vorwölbung im Bereich des Nabels zeigt. Weitere Symptome bleiben meistens aus.

Symptome im Überblick

  • Verformung und Herauswölbung in der Nabelregion
  • Vorwölbung oberhalb oder unterhalb des Bauchnabels

Die Oberbauchwandbrüche lassen sich in unterschiedliche Brüche unterscheiden: Als supraumbilikale Hernie wird eine Auswölbung bezeichnet, die oberhalb des Nabelringes liegt. Brüche, die durch kleine Lücken in der mittigen Bauchlinie auftreten, werden als epigastrische Hernien bezeichnet. Ein Auseinanderweichen der Bauchmuskeln durch die Wölbung wird als Rektusdiastase bezeichnet – im Großteil dieser Fälle gibt es außer kosmetischen Störungen keine Beschwerden.

Folgende Symbole weisen auf eingeklemmte Darmabschnitte hin:

  • Bläuliche Verfärbung
  • Schmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Stuhlverhalt

Der Arzt tastet die Nabelregion ab, um eine Hernie festzustellen. Meist kann der Nabelbruch rasch entweder durch die Tast- oder Blickuntersuchung festgestellt werden – die Diagnose bereitet meist keine Probleme. Durch das Stethoskop kann außerdem die Ausstülpung abgehört werden – so kann der Arzt feststellen, ob sich Teile des Darms vorgelagert haben. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können helfen, den Bruch einzuschätzen.

Achtung: Verfärbt sich der Bruch bläulich oder treten Schmerzen auf – dann sofort zum Arzt! Ein eingeklemmter Nabelbruch muss sofort operiert werden.

Differenzialdiagnosen

Meist werden Nabelbrüche rasch erkannt, weil die Symptome eindeutig sind. In seltenen Fällen kann die Hernie mit einem Tumor an der Wand im Inneren des Bauches verwechselt werden. Eine wesentliche Differenzialdiagnose des Nabelbruchs ist außerdem die sogenannte Rectusdiastase, eine Ausdünnung der Faszie der Bauchmuskeln, allerdings ohne Einklemmung. Deshalb muss die Rectusdiastase nicht operiert werden – kann aber aus kosmetischen Gründen behandelt werden.

Therapie und Behandlung des Nabelbruchs

Ein Nabelbruch kann, muss allerdings nicht operiert werden. Bei einer angeborenen Nabelhernie kann innerhalb der ersten zwei Lebensjahre noch eine Spontanheilung auftreten. Deshalb besteht in diesem Fall beim Baby keine OP-Indikation und die Therapie beschränkt sich auf „Abwarten“. Es werden auch keine Medikamente verabreicht.
Bei Erwachsenen wird eine Operation immer dann empfohlen, wenn die Gefahr besteht, dass sich der Bruchsackinhalt einklemmen kann bzw. wenn der Bruch größer ist. Ein eingeklemmter Nabelbruch kann durchaus gefährlich werden: Wenn sich Darmgewebe einklemmt, kann die Durchblutung dieses Bereichs gestört werden. Es kann zu einem Absterben von Teilen des Darms kommen. Bei drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche tritt eine Einklemmung auf. In diesem Fall handelt es sich um einen Notfall, der sofort operiert werden muss!

Unbehandelt kann der Nabelbruch gefährlich werden

Auch Nabelbrüche, die schmerzhaft sind und bei denen sich die Haut immer weiter ausdehnt, sollten operativ beseitigt werden. Viele Operationen werden vorbeugend getätigt, um Komplikationen wie Einklemmungen zu vermeiden. Nicht immer ist allerdings eine Operation nötig – vor allem dann nicht, wenn der Nabelbruch mechanisch in die Bauchhöhle zurückgelagert werden kann. Eine Spontanheilung ist bei volljährigen Personen selten.

Nabelbruch-Operationen

Nabelbruch Operationen werden entweder unter Vollnarkose oder ambulant durchgeführt, dies ist von der individuellen Situation abhängig. Wie der Eingriff abläuft, hängt von der Bruchgröße und den individuellen Voraussetzungen ab, prinzipiell werden zwei unterschiedliche Operationsmethoden angewandt:

    • Kleinere Defekte bis etwa 2 cm Durchmesser
      werden durch Nahttechniken beseitigt. Über einen kleinen Schnitt wird an die Lücke in der Bauchwand genäht. Es bleibt keine größere sichtbare Narbe zurück, das Risiko, an derselben Stelle wieder einen Nabelbruch zu erleiden, ist gering. Nach etwa zwei Wochen kann wieder Sport betrieben werden.
    • Größere Defekte oder Rezidiven
      werden behoben, indem die Bauchwand mit einem gut verträglichen Kunststoffpatch (Netz) verstärkt wird. Auch bei adipösen Klienten, bei Klienten mit schweren Belastungen im Alltag (schweres Heben) oder zur Vermeidung von Rezidiven (erneutes Auftreten einer Hernie) wird die Wand im Bauch durch Kunststoff verstärkt. Das eingesetzte Material ist dasselbe wie das Nahtmaterial, das weltweit seit Jahrzehnten bei OPs zum Einsatz kommt. Es ist auch möglich, die Naht durch körpereigenes Gewebe zu verfestigen – meist werden allerdings die Kunststoffnetze angewandt. Diese letztere Methode hat sich vor allem ab einer gewissen Größe von Defekten bewährt, um Rezidiven zu vermeiden. Auch bei adipösen Patienten wird meist das Einsetzen eines Patch empfohlen.Die Ausheilung der Narbe nach einer Operation kann bis zu drei Monaten in Anspruch nehmen. Klienten sollten nach der OP das Heben von schweren Gegenständen, zu starkes Pressen etc. – also Zug- und Druckbelastungen – ein ganzes Jahr lang vermeiden. Übergewicht sollte ebenfalls abgebaut werden, um den Behandlungserfolg zu unterstützen.

Komplikationen bei Nabelbruch-OP

  • Komplikationen bei Nabelbruch-OPs treten nur selten auf. Die allermeisten Eingriffe verlaufen komplikationslos, nach der OP sind keine Narben sichtbar. Mögliche Komplikationen sind:
  • Verletzungen des Darms
  • Bauchfellentzündung
  • Verletzungen innerer Organe
  • Blutungen und Nachblutungen
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen und Narbenbildungen
  • Taubheitsgefühl an der betroffenen Stelle
  • Allergische Reaktionen auf Kunststoffnetz

Vor der Nabelbruch-Operation

Vor der Operation müssen gerinnungshemmende Arzneimittel (z. B. Aspirin oder Marcumar) abgesetzt werden.

Nach der Nabelbruch-Operation

Erfolgt die Operation ambulant, kann der Patient die Klinik bereits nach zwei bis drei Stunden verlassen. Nach der OP sollte eine Woche lang Bettruhe gehalten werden. Außerdem sollte für einige Wochen kein Sport betrieben werden. Kontrolluntersuchungen sollten wahrgenommen werden, etwa zehn Tage nach dem Eingriff entfernt der Arzt die Fäden.

Alles rund um den Nabelbruch

/ ThorstenF

Was bei Säuglingen oft angeboren ist und sich innerhalb des ersten Lebensjahres von selbst heilt, ist bei Erwachsenen alles andere als ungefährlich: Der Nabelbruch. Zwar leiden überwiegend Babys daran, die allerdings haben die wenigstens Probleme damit. Oft ist nicht einmal eine Behandlung notwendig.

Erleidet ein Erwachsener einen Nabelbruch ist eine Operation meist die einzige Behandlungsmöglichkeit. Wer sich nicht behandeln lässt geht ein großes Risiko ein – eine Einklemmung der Organe und damit Lebensgefahr kann das Ergebnis eines nicht behandelten Nabelbruchs bei Erwachsenen sein. Aber wie entsteht der Nabelbruch bei Erwachsenen und welche Rolle spielt Übergewicht dabei?

Steckbrief: Nabelbruch

  • Name(n): Nabelbruch; Nabelhernie
  • Art der Krankheit: Bruch bzw. Riss
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Um 1900
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Schwäche der Bauchwand
  • Wieviele Erkrankte: 2 Prozent aller Neugeborenen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Kinderarzt bei Säuglingen
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017-k42.9

Definition Nabelhernie

Ein Nabelbruch, auch Nabelhernie, ist aus medizinischer Sicht viel eher ein Riss bzw. ein Loch als ein echter Bruch. Schon gar nicht ist er vergleichbar mit einem Knochenbruch. Er bezeichnet eine Öffnung der Bauchwand, die die Eingeweide wiederum nach außen deutlich sichtbar macht: der Nabel wölbt sich nach außen und steht in Form einer Beule hervor.

Überwiegend tritt der Nabelbruch bei Säuglingen auf und wird sofort nach der Geburt sichtbar, manchmal auch weniger deutlich. Dann gilt er auch ungefährlich und heilt ohne medizinisches Zutun. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein und müssen in den meisten Fälle sogar operiert werden.

Von außen sieht ein Nabelbruch meist seltsam aus: Die Eingeweide werden nur noch von der Haut im Körperinneren in Position gehalten und treten optisch nach außen hervor. Es bildet sich eine Beule am Bauch. Der Grund dafür ist ein Nabelbruch. Der Nabel wölbt sich dann nach außen und unterscheidet sich sichtbar von einem „normal“ Bauchnabel. Die ausgewölbte Stelle wird auch als Bruchsack bezeichnet.

Am häufigsten sind Säuglinge von einem Nabelbruch betroffen. Die Erkrankung verursacht normalerweise keine Schmerzen und heilt bei Babys von selbst wieder ab. Das bedeutet aber nicht, dass kein Arzt aufgesucht werden muss. Der Kinderarzt sollte immer einen Blick auf einen Nabelbruch werfen, da es möglicherweise auch zu einer Einklemmung kommen kann. Dies würde man an einer blauen Verfärbung erkennen, die auf eine Einklemmung des Bruchsackinhalts deuten lässt.

Da Säuglinge aber ohnehin sehr engmaschig auf ihre Gesundheit untersucht werden, wird der Nabelbruch meist auch sofort festgestellt. Es bedarf dann aber keiner besonderen Behandlung oder Pflege; der Nabel sollte aber beobachtet werden.

Sollte es sich um einen eingeklemmten Nabelbruch handeln, ist sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es handelt sich um eine Komplikation, die meist umgehend operiert werden muss.

Spätestens dann wäre der Nabelbruch auch schmerzhaft. Dabei klemmen die inneren Organe an der Stelle des Risses ein und drohen nicht mehr ordnungsgemäß zu funktionieren. Das kann sogar lebensgefährlich werden, tritt aber nur selten ein. Bei Kindern ist diese Komplikation in der Regel nicht zu befürchten.

Ursachen & Auslöser

Die meisten Nabelbrüche treten bei Säuglingen auf und sind bereits ab dem Moment der Geburt erkennbar und somit angeboren. Die Schwäche der Bauchwand ist oft genetisch bedingt. Wenn die Schwäche nicht schon im Mutterleib einen Nabelbruch ausgelöst hat, kann es im Laufe des Lebens zu einer Entstehung kommen.

Die Ursache ist fast immer ein Druck, wie z.B. ein Pressen, dem die Bauchwand ab einem gewissen Punkt nicht mehr Stand halten kann und schließlich „bricht“. Die Bezeichnung ist medizinisch allerdings nicht begründet, denn die Wand bricht nicht in sich zusammen, sondern weist lediglich ein Loch oder einen Riss auf.

Sie wird im Prinzip undicht und ist geschwächt und die inneren Organe können dann nicht mehr gehalten werden. Sie treten hervor und sind von außen sichtbar. Durch diesen Riss treten dann die Eingeweide hervor und zeichnen sich nach außen hin ab.

Diverse Gründe

/ sbtlneet

Die Ursachen für den Nabelbruch bei Babys sind vielfältig:

  • Durch die ansässige Nabelschnur ist der Bereich ohnehin geschwächt,
  • im Mutterleib kann Druck erzeugt werden, wenn die Mutter schwer hebt oder starkes Übergewicht hat,
  • eine genetische Veranlagung, die den Nabelbruch ohne äußere Einwirkung erzeugt,
  • die Tatsache, dass die Bauchwand nach der Geburt gar nicht erst richtig zusammen wächst oder
  • vermehrtes Schreien in den ersten Lebenswochen, dem die Bauchwand nicht Stand halten kann

Eltern müssen nicht besorgt sein, wenn ihnen nach der Geburt mitgeteilt wird, dass ihr Baby einen Nabelbruch erlitten hat. Es ist möglich, dass dieser Sachverhalt erst einige Wochen nach der Geburt auffällt, wenn der Nabel des Babys hervor tritt oder sich leicht blau verfärbt.

Schreit ein Baby sehr viel kann es auch erst nach einigen Wochen ein Nabelbruch entstehen. Durch das Schreien entsteht ein großer Druck im Bauchraum, der den Körper schwächt.

Nabelbrüche kommen außerdem bei erwachsenen Männern und Frauen vor. Frauen erleiden ihn relativ häufig während der Schwangerschaft. Außerdem ist starkes Übergewicht neben Verstopfung (ausgelöst durch starkes Pressen) der häufigste Auslöser eines Nabelbruchs. Auch Rauchen soll das Risiko erhöhen, denn es schwächt die Haut. Sie wird spröde und dünner und auch die Bauchwand leidet darunter.

Symptome & Anzeichen

Der Nabelbruch tritt immer zuerst optisch in Erscheinung. Weil er keinerlei Beschwerden verursacht und daher nicht bemerkt wird, sind die äußeren Anzeichen alles, was auf einen Nabelbruch hindeuten kann.

Betroffene, die bemerken, dass ihr Bauchnabel sich nach außen wölbt oder gar blau verfärbt, sollten dringend einen Arzt aufsuchen. Da es im schlimmstne Fall zu einer Einklemmung der inneren Organe kommen kann, sollte am Wochenende und in der Nacht der Notdienst aufgesucht werden.

Wölbt sich der Nabel nach vorne spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Säugling oder eine erwachsene Person handelt: Es muss ein Arzt aufgesucht werden. Eltern erkennen dies bei ihrem Säugling trotzdem meist nicht von selbst. Die Kinderarztpraxis wird dies feststellen und die Eltern darüber aufklären, aber keine weiteren Maßnahmen veranlassen.

Bei diesen Anzeichen sollte ein Nabelbruch untersucht werden:

  • Gewölbte Haus im Bereich des Nabels,
  • hervorstheende Bereiche um den Nabel herum (muss nicht direkt am Nabel selbst sein,
  • Schmerzen an betroffenen Stelle selbst,
  • spannende, juckende Haut und
  • eine bläuliche Verfärbung des Nabels

Die Betroffenen fühlen sich nur selten unwohl. Schmerzen entsteht allerdings im Falle einer Komplikation, z.B. wenn die inneren Organe eingeklemmt sind. Dann allerdings ist schnelles Handeln erforderlich. Auch die äußeren Bereiche können weh tun und die Haut könnte durch die Ausdehnung spannen und jucken.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Nabelbruch tritt in etwa 10 Prozent aller Brüche der Bauchwand auf. Am häufigsten sind Säuglinge betroffen, die meist unter der angeborenen Variante des Nabelbruchs leiden.

Der Nabelbereich von Säuglinge sind meist als eine Art Schwachstelle zu sehen, die zunächst nach dem abfallen der Nabelschnur noch zusammen wachsen muss. Das was wir als Bauchnabel kennen ist eigentlich vernarbtes Gewebe.

Bei Erwachsenen ist ein Nabelbruch deutlich seltener. Ein Arzt wird immer einen Ultraschall durchführen, um einen Nabelbruch eindeutig diagnostizieren zu können. Nur so kann er auch sehn, ob die Eingeweide noch ihre ursprüngliche Position haben oder sich bereits verschoben haben. Ausgehend vom Ergebnis des Ultraschalls werden dann weitere Maßnahmen zur Behandlung eingeleitet.

Je nach Ergebnis ist es möglich, dass der Patient sofort operiert werden muss. Wenn die inneren Organe aus der Bauchhöhle gerutscht sind, kann zunächst auch von außen versucht werden, sie durch leichten Druck wieder zurück zu schieben. Das sollte aber vorsichtig und immer auch nur mit Unterstützung eines Ultraschalls gemacht werden. Auf diese Weise wird außerdem das Loch nicht wieder verschlossen und die Eingeweide können einfach wieder heraus rutschen.

Der Riss in der Bauchwand muss immer geschlossen werden. Das wird fast immer durch ein Netz aus Kunststoff gemacht, das der Körper gut verträgt. Die Gestaltung der Operation ist individuell je nach Patient festzulegen. Eventuell ist ein anderes Material zu wählen, wenn eine Allergie den Einsatz von Kunststoff nicht möglich macht.

Das Netz schließt das Loch bzw. den Riss und erzeugt die Heilung damit umgehend. Die OP-Narbe hingegen muss heilen, was in einigen Fällen einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Bis dahin muss der Körper geschont werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Häufig tritt der Nabelbruch bei Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Sie machen die zweite Risikogruppe aus. Am häufigsten allerdings sind Säuglinge betroffen. Etwa bei 10 Prozent aller Neugeborenen liegt dieser Erkrankung vor. Meist bedarf sie keiner weiteren Behandlung, sollte aber beobachtet werden.

Frauen gelten grundsätzlich als vorbelastet, wenn sie bereits eine oder mehrere Schwangerschaften hinter sich haben, da ihre Bauchwand als geschwächt gilt. Kommt zusätzlich Übergewicht ins Spiel ist das Risiko einen Nabelbruch zu erleiden, signifikant erhöht. Aber auch Männer sind betroffen.

Der Auslöser kann auch manchmal nur ein scheinbar harmloser Husten sein. Sobald bei einem Menschen die Bauchwand geschwächt ist – ob angeborene oder nicht – kann jeder Druck und jedes Pressen zu einem Risiko werden.

Ist der Nabelbruch bei Säuglingen und Kleinkindern vorhanden, verheilt er in über 80 Prozent der Fälle von selbst unkompliziert wieder ab. Ein Ultraschall sollte dennoch immer gemacht werden, um die Position und Unversehrtheit der Eingeweide beurteilen zu können.

Komplikationen & Folgen

Normalerweise heilt ein Nabelbruch bei einem Baby von selbst wieder ab und verursacht keine Komplikationen. Der Kinderarzt wird den Nabel beobachten und zum Abwarten raten. Kleine Verfärbungen um den Nabel herum können auftreten und blau sein, dann wäre ein Ultraschall empfehlenswert.

/ silviarita

Innerhalb des ersten Lebensjahres verschwindet der Nabelbruch bei bis zu 90 Prozent der Kinder wieder von selbst. In einzelnen Fällen kann die Bauchwand etwas länger brauchen bis sie wieder zusammen gewachsen ist.

Allerdings ist bei gesteigerter körperlicher Aktivität Vorsicht geboten: Spätestens bis zum Eintritt in den Sportverein oder die Schule sollte ein nicht ausgeheilter Nabelbruch operiert werden. Die gerissene Bauchwand droht sonst weiter einzureißen sobald das Kind sich körperlich mehr bewegt.

Bei Erwachsenen kommt es häufiger zu Komplikationen. Ihr Nabelbruch hat meist eine Ursache wie Übergewicht oder starker innerer Druck und die Bauchwand eines Erwachsenen wächst nicht so unkompliziert wieder zusammen. Fast immer ist eine Operation nötig.

Wann zum Arzt?

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) beim Kinderarzt, wird dieser einen Nabelbruch erkennen. Untersucht wird das Baby erstmals in der Entbindungsklinik bzw. direkt nach der Geburt und auch danach erfolgen engmaschige Kontrollen beim Kinderarzt vor Ort.

Die Kontrolle des Nabels ist ein Bestandteil bei jeder Untersuchung. Sobald hier eine Wölbung auffällt, kann man von einem Nabelbruch ausgehen. Wirklich behandelt wird dieser allerdings nicht, sondern es wird abgewartet. Eine Verschlimmerung, z.B. wenn die Verfärbung immer dunkler und großflächiger wird, sollte allerdings direkt abgeklärt werden.

Erwachsene sollten zum Arzt gehen, wenn sie eine hervor stehende Fläche an ihrem Bauch entdecken oder gar eine dunkle Verfärbung um ihren Nabel herum. Ein Ultraschall wird dann nötig sein, um einen Nabelbruch diagnostizieren zu können. Häufig wird dann eine Operation geplant. Sobald Schmerzen eintreten sollte der Arztbesuch keinesfalls in die Zukunft geschoben werden. Komplikationen kommen vor und müssen direkt behandelt werden.

Behandlung & Therapie

/eloisa

Bei Säuglingen sind die Behandlungsmethoden völlig anders als bei Erwachsenen, da ihr Nabelbruch fast immer von selbst innerhalb eines Jahres abheilt. Empfohlen wird für Neugeborene:

  • die Beobachtung des Nabels,
  • engmaschigere Kontrollen, um ggf. blaue Verfärbungen frühzeitig zu erkennen
  • im Allgemeinen: Abwarten

Bei Erwachsenen hingegen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Bauchwand von selbst wieder zusammen wächst. Risse und Löcher bleiben weiterhin vorhanden und drohen sogar noch größer zu werden, weshalb schnelles Handeln nötig sein kann. Der behandelnde Arzt wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Operation für nötig halten. Diese allerdings gilt als recht unkompliziert und heilt in der Regel schnell ab.

Operiert wird unter Vollnarkose. Es gibt verschiedene Techniken zur Durchführung. Ob eine offene oder eine geschlossene Operation gewählt wird, hängt vor allem davon ab, ob die betroffene Person übergewichtig ist und wie groß der Nabelbruch ist. Bei der geschlossenen Variante (auch Schlüssellochtechnik genannt) ist nur ein minimaler Zugang durch die Bauchdecke erforderlich. Von dort aus wird ein Kunststoffnetz über den „Bruch“ gelegt.

Die offene Operation erfolgt, wie der Name schon andeutet, über die offene Bauchdecke. Die Naht ist anschließend deutlich sichtbar und kann eventuell zu späteren Komplikationen führen, wenn jemand unter einer grundsätzlich schlechten Wundheilung leidet.

Operation

Müssen Kinder bei einem Nabelbruch operiert werden?

Fast nie. Säuglinge mit angeborenem Nabelbruch erfahren in 90 Prozent der Fälle eine Selbstheilung. Der Bruch heilt im Laufe des ersten Lebensjahres. Grundsätzlich kann man bis zum 3. Lebensjahr abwarten, ob der Nabelbruch sich von selbst zurück bildet und eventuell mit einer Bandage die Heilung beschleunigen. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, wenn der Nabelbruch noch über der 3. Lebensjahr besteht.

Kann man als Erwachsener eine Operation ablehnen?

Natürlich. Niemand wird zu einer Operation gezwungen. Aber bei Erwachsenen hat sich ein operativer Eingriff bewährt, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Nabelbruch von selbst wieder heilt. Was bei Kindern meist reibungslos funktioniert, tritt bei Erwachsenen nicht ein. Ein Nabelbruch muss aber behandelt werden, da er ansonsten sehr gefährlich werden kann.

Vorbeugung & Prävention

Kann man einem Nabelbruch vorbeugen?

Gegen den Nabelbruch bei Säuglingen können Eltern keine Vorbeugung treffen. Wenn einer geschwächte Bauchwand angeboren ist, dann lässt sich genetisch keinen Einfluss darauf nehmen. Erwachsene hingegen können einiges dafür tun, damit sie keinen Nabelbruch erleiden.

Als Hauptursache bei Erwachsenen gilt Übergewicht. Es schwächt die Bauchwand und erzeugt in Inneren einen Druck.

Wenn dann durch das Rauchen die Haut insgesamt noch von sehr schlechter Beschaffenheit ist, dünn und schlaff wird, ist die Gefahr für einen Nabelbruch sehr groß. Übergewicht erhöht also nicht nur die bekannten Risiken wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Probleme mit den Gelenken, sondern kann auch zu einem Nabelbruch führen.

Eine Impfung gegen eine geschwächte Bauchwand gibt es allerdings nicht. Ebenso sind Frauen im Laufe der Schwangerschaft eher hilflos, wenn es darum geht, das Risiko für einen Nabelbruch zu minimieren. Die Bauchwand wird automatisch geschwächt und kann dem entstehenden Druck eventuell nicht bis zur Geburt Stand halten.

Prognose zur Heilung

Die Prognose zur Heilung bei Säuglingen ist sehr gut. Rund 90 Prozent aller Nabelbrüche bei Säuglingen heilen ohne Komplikationen innerhalb des ersten Lebensjahres ab. Eventuell kann es aber auch bis zum 3. Lebensjahr dauern, bis die Bauchwand vollständig verschlossen ist. Hier sollten Eltern lediglich etwas Geduld haben. Solange keine Schmerzen vorliegen oder ein Ultraschall Komplikationen aufweist, sollte abgewartet werden. Hier kann auf die Selbstheilung vertraut werden.

Bei Erwachsene hingegen kommt es nahezu nie zu einer Selbstheilung. Ist der Mensch ausgewaschen, wird auch seine Bauchwand nicht mehr einfach so zusammen wachsen und von selbst Risse und Löcher verschließen. Natürlich kann dennoch etwas abgewartet werden, aber Erfahrungen der Mediziner haben ergeben, dass im besten Fall direkt operiert wird.

Bei der Operation wird ein Kunststoffnetz über den Riss gelegt und die Heilung so gesichert. Nur selten kommt es danach zu Komplikationen. Wie riskant die Operation aber ist, hängt davon ab, ob sie geschlossen oder offen vollzogen wird. Manche Patienten haben nachträglich Probleme mit der Narbenbildung.

Eventuelle Beschwerden können von außen nicht gelindert werden. Cremes bewirken hier nichts. Es wird aber empfohlen, die körperliche Aktivität so lange einzuschränken wie ein Nabelbruch bei einem Erwachsenen noch nicht behandelt ist. Der Riss kann sonst größer werden und die kommende Operation um ein vielfaches komplizierter.

Während der Geburt

Der Nabelbruch während der Geburt

Manche Frauen leiden von Geburt an bereits unter einer geschwächten Bauchwand und wissen davon gar nichts. Wenn es nie Probleme damit gab, ist es auch eher unwahrscheinlich, dass dieser Sachverhalt im Laufe des Lebens aufgedeckt ist. Es ist außerdem ungefährlich.

/ SweetLeMontea

Durch starken Druck kann es aber zu einem Nabelbruch kommen. Während der Geburt, insbesondere während der Presswehen, wird massiver Druck auf die Bauchwand ausgeübt. Ähnlich wie auch im Falle von Verstopfung wird sehr stark gedrückt.Je länger die Presswehen dauern, desto größer ist das Risiko für einen Nabelbruch.

In einzelnen Fällen kann eine Frau unter der Geburt einen Nabelbruch erleiden. Überwiegend bemerkt sie davon aber nichts und er wird erst nachträglich festgestellt.

Außerdem kann es zwar während der Geburt zu einem Nabelbruch kommen, dieser aber wird erst Wochen später bemerkt, wenn der Nabel sich nach vorne wölbt, weil ein kleiner Riss in der Bauchwand größer geworden ist. Erst einmal kann der betreuende Gynäkologe aufgesucht werden, wenn die frisch gebackene Mutter Bedenken hat, ob sie einen Nabelbruch erlitten hat oder nicht.

Alternative Heilmethoden

Gibt es alternative Behandlungsmethoden bei einem Nabelbruch?

Ein Nabelbruch, der angeborene ist und bei einem Säugling von Geburt an vorhanden ist, kann natürlich nicht behandelt werden. Er wird von selbst ausheilen. Dennoch kann auch ein Baby und seine haut gepflegt werden, wenn die Haut um den gewölbten Nabel herum trocken ist und spannt.

Leichte Massagen

Keinesfalls darf auf den Bauch des Babys zu starker Druck ausgeübt werden, erst recht dann nicht, wenn ein Nabelbruch vorliegt. Leichte Massagen, z.B. kreisende, sanfte Bewegungen, sind dennoch möglich. Sie dienen auch der Beruhigung und können bei Bauchschmerzen helfen, die die Neugeborenen in ihren ersten Lebenswochen häufig haben.

Bandagieren zur schnelleren Heilung

Es besteht die Möglichkeit, den Oberkörper eines Menschen mit einer Bandage dauerhaft etwas enger zu „schnüren“, sodass die Bauchwand es leichter hat wieder zusammen zu wachsen. Dieser Vorgang sollte aber immer ärztlich angeordnet werden und es muss vorab geprüft werden, für wen diese Behandlung geeignet ist. Kinder müssen die Bandage akzeptieren und könnten sie als störend empfinden. Dennoch ist es eine Alternative zu einer womöglich anstehenden Operation.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Den Körper kann man von innen leider nicht dabei unterstützen, eine stärkere Bauchwand zu bekommen. Ist die Schwäche genetisch bedingt, so gibt es kaum Behandlungsmöglichkeiten zur Heikräuter und – Pflanzen. Da aber gerade in der Schwangerschaft unter körperlicher Anstrengung ein Nabelbruch droht, kann man sich trotzdem etwas Gutes tun.

Ingwer

Ingwer

Die Bauchwand wird schwächer, wenn eine Schwangere stark belastet ist. Das kann auch passieren, wenn sie sich ständig übergeben muss, weil sie unter Schwangerschaftsübelkeit leidet. Dann kann Ingwer Abhilfe schaffen. Wer kaum etwas riechen und schon gar nichts essen kann, sollte es langsam mit etwas Ingwertee probieren. Er vertreibt Übelkeit.

Brennessel

Gegen Wassereinlagerungen kann der Genuss von Brennesseltee helfen. Schwangere werden auch so eine weitere Last loswerden oder wenigstens etwas lindern können. Auch Wassereinlagerungen können zu einem Nabelbruch führen – Allerdings spricht man dann eher von Wassereinlagerungen im Bauchraum (Aszites) und nicht in den Gliedern. Schaden kann der Brennesseltee trotzdem nicht.

Ätherische Öle

Säuglinge und Kleinkinder sollten von ätherischen Ölen grundsätzlich fern gehalten werden. Sie reagieren mitunter sehr empfindsam auf neue Gerüche und sehnen sich am meisten nach vertrauten Gerüchen wie z.B. dem der Mutter oder des Vaters. Ihre Sinne sollen nicht überreizt werden. Erwachsene können sich mit ätherischen Ölen etwas Gutes tun.

Einem Nabelbruch kann damit allerdings nicht vorgebeugt werden. Wer unter Übergewicht leidet und einen Nabelbruch befürchtet, kann allerdings mit Pfefferminz-Öl sein Glück versuchen.

Pfefferminz-Öl

Es gilt als heimliches Schlankmacher-Öl: Das Pfefferminz-Öl kann den HeißHunger eines Menschen stoppen und damit sogar das Hungergefühl unterdrücken. Wer Lust auf Süßes oder herzhaftes kann, kann das Öl einfach einatmen, z.B. nachdem es auf ein Tuch geträufelt wurde. So lassen sich Gelüste drosseln und die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas Gewicht verliert, steigt. Somit wird auch das Risiko eines Nabelbruchs verkleinert.

Homöopathie & Globuli

Auch für die Homöopathie gilt: Heilen kann man einen Nabelbruch damit nicht. Dennoch lässt sich damit vorbeugen, indem man sich Ursachen zu bekämpfen versucht.

  • Fucus versiculosus
    Fucus vesiculosus wird aus Blasentang hergestellt. Es soll den Stoffwechsel stimulieren und kann so krankhaftem Übergewicht vorbeugen. Wer gerade ohnehin eine Diät plant, kann diese auf diese Weise unterstützen.
  • Capsicum annuum
    Wer an Übergewicht leidet, hat nicht nur körperliche Beschwerden. die meisten Betroffenen fürchten sich auch vor Krankheiten und sind insgesamt sehr empfindsam. Die Emotionalität kann auf diese Weise gestärkt werden. Die Gewichtsreduktion wird durch eine positive Einstellung beeinflusst.
  • Natrium sulfuricum
    Trägt zum Wohlbefinden bei. Die meisten Menschen berichten über eine angenehme Wärme. Die wohl-warmes Gefühl kann auch die Lebenseinstellung positiv beeinflussen und zu neuem Antrieb verhelfen.

Schüssler-Salze

Auch für Schüssler-Salze gilt: ist der Nabelbruch bereits eingetreten, können sie nichts mehr retten. Für Kinder sind sie ohnehin tabu. Und die Genetik können sie auch nicht beeinflussen.

Aber die Ursachen und die Auslöser für Nabelbrüche können gelindert werden. Ist der Nabelbruch nicht bereits angeboren und entsteht erst im Erwachsenenalter, so ist die Ursache häufig starkes Übergewicht und/oder Nikotinkonsum. Schüssler-Salze können helfen, schlechte Angewohnheiten zu ändern.

Schüssler-Salze bietet eine so genannte Abnehm-Kur an, die die Einnahme der Mittel am Morgen, Mittag und Abend vorsehen:

  • Schüssler-Salz Nr.4 – Kalium chloratum (morgens):
    Es soll Übergewicht abbauen und sogar die Giftstoffe im Körper schneller abbauen. Einige menschen berichten sogar darüber, dass ihr Heißhunger reduziert wurde und endlich kontrollierbar war. Das sind die besten Voraussetzungen im Kampf gegen Übergewicht.
  • Schüssler-Salz Nr.9 – Natrium phosphoricum (mittags:)
    Vor allem bei der Verdauung soll es unterstützen. Es verleiht auf Dauer dem Körper eine gewisse Leichtigkeit, durch die auch der Bewegungsdrang gesteigert werden kann. auch der Harnddrang wird erhöht.
  • Schüssler-Salze Nr. 10 – Natrium Sulfuricum (abends):
    Soll auf optisch bei Übergewicht helfen: Cellulite und Wassereinlagerungen werden reduziert. Und zum Abend hin wird auch wieder der Heißhunger im Zaum gehalten.

Diät & Ernährung

Diät und Ernährung spielen eine große Rolle zur Vorbeugung gegen Nabelbrüche. Das liegt einfach daran, dass inzwischen klar ist, dass die Ursache für eine Erkrankung im Erwachsenenalter fast immer mit Übergewicht einher geht. Außerdem schädigt das Rauchen unsere haut, so dass diese immer weniger elastisch und dünner wird. Häufig entsteht ein Nabelbruch auch in Folge einer Verstopfung durch das starke Presse auf der Toilette.

Eine ausgewogene Ernährung muss immer viel Gemüse enthalten, auch Fleisch und Milchprodukte sollten nicht fehlen. Wurst hingegen ist ein reiner Dickmacher. Kohlenhydrate sollten im Allgemeinen nicht verteufelt werden. Wer am Abend eine große Portion Reis mit Fisch und etwas Gemüse isst, tut sich ganz sicher nichts Schlechtes damit.

Nicht zu verachten ist außerdem die Zubereitung der Speisen. Gemüse wird am besten gegart (z.B. im Dampfgarer) und sollte nicht in einer massiven Menge Öl angebraten werden. Selbes gilt auch für Fisch. Allgemein sollten Übergewichtige so viel wie nur möglich selbst kochen. Nur auf diese Weise erkennt man, was sich wirklich in den Speisen befindet und lernt viel mehr über die eigene Ernährung als beim Konsum von fertiger Nahrung.

Auf das Rauchen sollte vollständig verzichtet werden. Ein sofortiger und kalter Entzug ist das einzige, was gegen die Sucht hilft. Langsames Reduzieren führt hingegen nur sehr selten zum Erfolg und gleicht eher einem Selbstbetrug. Automatisch kann dann auch die Belastung wieder erhöht werden, man fühlt sich besser und bewegt sich lieber.

FAQ – Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Nabelbruch.

Muss man bei einem Nabelbruch immer zum Arzt?

Ja! Säuglinge werden automatisch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen abgetastet und kontrolliert. Erwachsene sollten immer zügig einen Arzt aufsuchen, wenn sie eine Wölbung und/oder eine bläuliche Verfärbung an ihrem Bauchnabel feststellen. Zwar kommt es nicht sehr häufig zu Komplikationen, aber es ist dennoch möglich, dass die inneren Organe eingeklemmt werden. Ein Ultraschall ist immer nötig.

Ist ein Nabelbruch von außen sichtbar?

Das hängt davon ab, wie schlank ein Mensch ist. Bei einem Säugling fällt es optisch eher weniger auf, während es bei einem Erwachsenen aber meist recht eindeutig sichtbar ist, dass sich der Nabel heraus wölbt, weil eine deutlich sichtbare Beule ensteht. Bei schlanken Menschen mit dünnem Bauch ist das von außen aber auch nicht so schnell sichtbar. Durch weite Kleidung dürfte es kaum auffallen.

Wie lange fällt man nach einer Operation aus?

Das hängt davon ab, wie kompliziert die Operation ist. Das kann oft erst währenddessen beurteilt werden. Die geschlossene Operation ist dabei wesentlich einfacher als die über die geöffnete Bauchdecke, denn die Narbenbildung ist ein großer Teil des Heilungsprozesses.

Es ist durchaus möglich, dass man mehrere Wochen danach noch nicht arbeiten kann. Körperlicher Aktivität oder Sport können sogar über mehrere Monate erst einmal nicht ausgeführt werden. Das ist allerdings individuell zu entscheiden und hängt auch von den körperlichen Voraussetzungen des Patienten ab.

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Nabelbruch bei Kindern: Anzeichen, Ursachen, Operation

von Dr. med. Thomas Eule
verfasst am 17.04.2016

Nabelbrüche sind bei kleinen Kindern keine Seltenheit – die Symptome werden aber häufig übergangen (© auremar – fotolia)Viele Eltern sind beunruhigt, wenn der Kinderarzt einen Nabelbruch bei ihrem Nachwuchs entdeckt. Nabelbrüche sind zwar meistens harmlos, müssen in manchen Fällen aber trotzdem operiert werden. Wie Eltern einen Nabelbruch erkennen können, was nun zu tun ist und wann eine Operation notwendig ist, wollte jameda vom Kinderchirurgen Dr. Eule wissen.

jameda: Nachdem die Nabelschnur nach der Geburt abgetrennt wurde, bleibt bei manchen Babys eine Lücke im Bauchraum zurück – ein Nabelbruch ist entstanden. Wie häufig ist diese Kinderkrankheit?
Dr. Eule: Ich würde schätzen, dass jedes fünfte bis siebte Kind mit einem Nabelbruch zur Welt kommt. Häufig werden die Nabelbrüche bei der Geburt entdeckt, aber nicht angesprochen, weil sie sich oft von selbst zurückbilden.

jameda: Wichtigstes Anzeichen eines Nabelbruchs ist eine Vorwölbung im Bereich des Nabels. Können Eltern den Nabelbruch selbst eindeutig identifizieren?
Dr. Eule: Nabelbrüche sind nicht mit Nabelschnürbrüchen zu verwechseln: Bei dieser seltenen Kinderkrankheit gelangen Bauchorgane in den Bruchsack – das Kind muss infolgedessen zeitnah behandelt werden. Nabelbrüche dagegen sind viel harmloser und auch von Eltern einfach zu erkennen. Allerdings sehen die Eltern nicht, wie groß das Loch hinter der Vorwölbung ist. Das findet nur der Arzt heraus. Auch hinter einer großen Vorwölbung, die Eltern oft beunruhigt, kann ein kleines Loch stecken, das vollkommen ungefährlich ist.

jameda: Manchmal entwickelt sich die Wölbung der Bauchdecke langsam. Woran liegt das?
Dr. Eule: Wenn sich der Bauchdruck im Lauf der Zeit erhöht, zum Beispiel durch Blähungen oder eine Bindegewebsschwäche, kann die Vorwölbung größer werden.

Häufigstes Symptom eines Nabelbruchs ist eine Vorwölbung im Nabelbereich (© Henrie – fotolia)jameda: In der Regel verursacht ein Nabelbruch keine Schmerzen. Nur wenn die Bauchmuskulatur angespannt wird, wie etwa beim Husten, können leichte Beschwerden auftreten. Kommt es zu heftigen Schmerzen, sind womöglich Teile des Darms eingeklemmt. Was ist in diesem Fall zu tun?
Dr. Eule: Dann müssen die Eltern mit dem Kind zum Arzt gehen, weil der Nabelbruch sofort operiert werden muss. In den 25 Jahren, in denen ich in der Kinderchirurgie tätig bin, habe ich allerdings nur einmal von einem eingeklemmten Nabelbruch gehört.

jameda: In den ersten Jahren können Eltern einfach abwarten, ob sich der Nabelbruch von selbst zurückbildet. Wie häufig kommt es zu diesen spontanen Rückbildungen?
Dr. Eule: Ich würde behaupten, dass Nabelbrüche bei Kindern in 85 bis 90 Prozent der Fälle von selbst verschwinden.

jameda: Bei älteren Kindern wird eine Operation empfohlen. Gibt es Alternativen zur OP?
Dr. Eule: Eine Operation ist nicht immer notwendig. Wichtig ist, die Größe des Nabelbruchs und den Verlauf zu beobachten, um im sechsten oder siebten Lebensjahr des Kindes zu entscheiden, ob der Eingriff empfehlenswert ist. Hat ein ohnehin schon größeres Loch mit der Zeit an Umfang gewonnen, liegt eine OP nahe. Außerdem werden Mädchen im Hinblick auf eine spätere Schwangerschaft häufiger operiert.

jameda: Was passiert, wenn keine Operation erfolgt?
Dr. Eule: Nach dem sechsten bis siebten Lebensjahr verändert sich der Nabelbruch kaum noch. Ist die Operation ausgeblieben, obwohl sie aufgrund der Größe des Lochs empfehle Dr. Eule rät erst zu einer Operation, wenn die Kinder schon größer sind und das siebte Lebensjahr erreicht haben (© Dr. Eule)nswert gewesen wäre, muss sie eventuell im Erwachsenenalter nachgeholt werden, wenn sich der Bruch doch noch einklemmt. Operationen bei Erwachsenen sind aufwendiger und mit größeren Risiken verbunden.

jameda: Bei der ca. 30-minütigen ambulanten OP wird der Bruchsack entfernt und vernäht. Ist dieser Eingriff kompliziert?
Dr. Eule: Nein, das Loch wird mit Nadel und Faden zusammengenäht, ohne Netze oder andere Hilfsmittel zu verwenden. Die Fäden lösen sich im Anschluss von selbst auf. Die Kinder bekommen eine Vollnarkose, die sie in der Regel gut verkraften. Ich würde sogar sagen, dass die Risiken einer Vollnarkose bei Kindern geringer sind als bei Erwachsenen, weil sie noch keine Grunderkrankungen wie Bluthochdruck haben.

jameda: Wie häufig treten Komplikationen wie Nerven- oder Darmverletzungen oder Entzündungen auf?
Dr. Eule: Diese Risiken liegen im Promillebereich – ich habe noch nie von Komplikationen dieser Art in der Praxis gehört. Was häufiger vorkommt, sind Nachblutungen, weil sich kleine Kinder gerne bewegen und sich manchmal nicht ruhigstellen lassen. Nachblutungen sehen aber schlimmer aus, als sie tatsächlich sind.

jameda: Wann ist das Kleinkind nach dem Eingriff wieder fit?
Dr. Eule: Die Kinder gehen direkt nach der OP nach Hause. Sie machen intuitiv alles richtig – es ist keine strenge Bettruhe erforderlich. Zur Nacht hin sollten Eltern ein Schmerzmittel geben, am nächsten Tag sind die Tabletten oft nicht mehr notwendig. In den ersten zwei bis drei Tagen laufen die Kinder gebeugt, weil das Loch zugenäht wurde, richten sich dann aber von selbst wieder auf.

jameda: Vielen Dank für das Gespräch!

Ihr Ratgeber zu Nabelbruch

Nabelbrüche kommen vor allem bei Neugeborenen und Kleinkindern vor. Sie sind jedoch meist unbedenklich. Auch Erwachsenen können einen Nabelbruch erleiden. Ab wann es gefährlich für die Kleinen oder auch Erwachsene werden kann, erfahren Sie hier.

Nabelbruch-Ratgeber

Kurzfassung:

  • Ein Nabelbruch ist das schmerzlose Austreten von Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand.
  • Ein typisches Kennzeichen ist die kleine Wölbung um den Bauchnabel herum.
  • Häufig betroffen sind Neugeborene und Kinder; meist bildet sich die Wölbung innerhalb der ersten Lebensjahre jedoch wieder zurück.
  • Liegt eine Einklemmung vor – die Wölbung lässt sich nicht mehr in den Bauchraum zurückdrücken, ist hart, bläulich verfärbt und es treten Schmerzen auf – ist das ein Notfall! Eine sofortige Operation ist nötig.
  • Wird die Wölbung immer größer und fängt an zu Schmerzen sollten Erwachsene ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Was ist ein Nabelbruch?

Eine Nabelhernie ist eine Ausstülpung von Gewebe – Bruchsack – durch eine Schwachstelle oder Lücke in der Bauchwand – Bruchpforte. Der Bruchsackinhalt kann gegebenenfalls auch Baucheingeweide enthalten, zum Beispiel Teile des Dick- oder Dünndarms.
Ein Nabelbruch tritt bei Kindern meist direkt nach der Geburt auf, da die Bauchdecke noch nicht vollständig geschlossen ist. Auch Erwachsene können von einem Nabelbruch betroffen sein.

Kommt es zu einem Nabelbruch, spürt der Betroffene das meist nicht, da keine Schmerzen auftreten. Im Bereich des Nabels kommt es jedoch zu einer sichtbaren, kleinen Wölbung.

Treten Schmerzen auf oder verfärbt sich der Bauch leicht blau ist der Bruchsackinhalt eingeklemmt. In diesem Fall muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da der Darm – aufgrund unzureichender Durchblutung – absterben könnte. Eine Einklemmung ist jedoch selten und kommt bei circa drei bis fünf Prozent der Nabelbrüche vor.

Werden die Schmerzen und die Wölbung am Bauch größer, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht und der Bruch entfernt werden lassen.

Ursachen

Einen Nabelbruch erleiden meist Kinder, doch auch bei Erwachsenen kann es dazu kommen. Grund dafür ist ein zu hoher Druck im Bauchraum. Dieser kann zum Beispiel ausgelöst werden:

  • durch das Heben schwerer Dinge.
  • durch Übergewicht.
  • durch Schwangerschaften – sie bilden sich jedoch meist von selbst zurück.
  • aufgrund einer Bindegewebsschwäche, die erblich bedingt ist.
  • da die Bauchwand bei Neugeborenen noch nicht vollständig geschlossen ist.

Nabelbruch bei Kindern

Bei Kindern ist ein Nabelbruch keine Seltenheit. Vor allem direkt nach der Geburt steigt das Risiko. Das liegt daran, dass bei ungeborenen Kindern die Nabelschnur beim Nabel ansetzt und dieser Bereich somit zu einer Schwachstelle wird. Steigt der Druck im Bauchraum nun, zum Beispiel durch intensives Schreien kommt es zu einem Nabelbruch. Auch wenn die Öffnung durch das Wegfallen der Nabelschnur nicht zuwächst, kann die kleine Wölbung am Bauch auftreten.

Der Nabelbruch bildet sich jedoch meist innerhalb der ersten Lebensjahre wieder zurück. Ist dies nicht der Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.

Ein Nabelbruch ist in der Regel nicht schmerzhaft. Lässt sich die Wölbung leicht in den Bauch zurückschieben und treten dabei keine Schmerzen auf, besteht vorerst kein Grund zur Sorge. Treten bei diesem Prozess jedoch Schmerzen auf und lässt sich die Wölbung nicht in den Bauchraum drücken und verfärbt sich der Bauch bläulich, besteht Verdacht auf eine sogenannte Einklemmung. Das wäre ein Notfall und der Nabelbruch müsste umgehend operiert werden.

Behandlung

Je nach Schweregrad und Ausprägung des Nabelbruchs sind folgende Möglichkeiten

Nabelbruch Bildet sich entweder von alleine zurück oder wird invasiv behandelt (ambulant oder stationär)
Nabelbruch mit Einklemmung Notfall
Operation unumgänglich

Nabelbruch: Auch bei Erwachsenen möglich

Ein Nabelbruch verursacht nicht immer Schmerzen. Bei Säuglingen verschwindet er meistens von selbst, bei Erwachsenen ist häufig eine operative Behandlung nötig.

Der Nabelbruch (Fachbegriff: Hernia umbilicalis oder Nabelhernie) zählt wie der Leistenbruch zu den Bauchwandbrüchen (Epigastrische Hernie). Dabei entsteht in der Muskelhaut im Nabelbereich ein Riss: die sogenannte „Bruchpforte“. Durch sie dringt die innerste Schicht, das Bauchfell, nach außen und bildet eine Ausstülpung am Nabel. Dieser „Bruchsack“ ähnelt einer Beule, ist jedoch weich.

Wir erklären, welche Ursachen insbesondere bei Erwachsenen dazu führen, und verraten die typischen Symptome und Möglichkeiten der Therapie und Behandlung.

Angeborener und erworbener Nabelbruch

Am häufigsten ist der angeborene, natürliche Nabelbruch. Er entsteht während der Entwicklung des Embryos. Die Bauchwand ist noch nicht ausgewachsen, gleichzeitig wächst der Dünndarm sehr schnell, so dass es in der Bauchhöhle eng wird. Die Schlingen des Dünndarms bilden im Bereich der Nabelschnur eine Art Schleife, die mit dem Baby wächst. In den meisten Fällen ziehen sich die Schlingen mit größer werdendem Bauchraum an die richtige Stelle zurück. Haben sie das bis zur Geburt nicht getan, spricht man von einem „angeborenen Nabelbruch“.

Viele Neugeborene erleiden aber erst kurz nach der Geburt eine Nabelhernie. Er ist dann „erworben“. Die Muskelhaut ist noch unvollständig ausgebildet und der Nabel noch nicht verheilt. Bei Säuglingen und Kleinkindern in den beiden ersten Lebensjahren bildet sich die Hernie in der Regel von selbst zurück. Schmerzen haben sie meistens nicht. Bei Erwachsenen verhält es sich anders.

Mögliche Ursachen bei Erwachsenen

Erwachsene können sich aus folgenden Ursachen Hernien zuziehen:

  • Bindegewebsschwäche im Nabelbereich
  • Erhöhter Druck auf den Bauchraum, vor allem durch körperliche Belastung aufgrund von Übergewicht oder Schwangerschaft
  • Druck durch körperliche Arbeit wie schweres Heben, Reißen oder Drücken
  • Druck durch anstrengende körperliche Aktivität wie Kraftsport
  • Zu starker Druck vom Darm her, z.B. bei Verstopfungen oder bei schweren Lebererkrankungen.
  • Druck durch Husten, Niesen, Schreien, etc.

Ein Nabelbruch kann durch Übergewicht ausgelöst werden. (c) Picture-Factory/Fotolia

Symptome

Eine Nabelhernie bereitet in den meisten Fällen keine Schmerzen und bleibt aus diesem Grund oft lange unbemerkt. Lediglich die Beule im Nabelbereich ist bei genauem Hinsehen sichtbar. Das ist das auffälligste Symptom.

Diese kleine Vorwölbung kann allerdings wachsen, sich blau verfärben und starke Schmerzen verursachen. Dann liegt höchstwahrscheinlich ein „eingeklemmter Nabelbruch“ vor. Das bedeutet, dass innere Organe, etwa Darmgewebe oder Darmschlingen, eingeklemmt sind. Bei einer Einklemmung können folgende Beschwerden auftreten: Fieber, Herzrasen, Übelkeit und evtl. Blut im Stuhl. Suchen Sie dringend einen Arzt auf, denn das kann zu Durchblutungsstörungen und ernsthaften Komplikationen führen.

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Diagnose

Bei Verdacht auf eine Hernie wird der Arzt den Bauch gründlich untersuchen und die vorgewölbte Stelle vorsichtig abtasten. Dabei liegt der Patient in der Regel auf dem Rücken, damit der Mediziner besser an den Nabel herankommt.

Entdeckt der Arzt eine Nabelhernie, kann er im Ultraschallbild erkennen, ob dadurch Darmschlingen eingeklemmt werden. Auch kleinere Hernien werden erst bei einem Ultraschall deutlich sichtbar.

Behandlung: Operation oder nicht?

Stellt der Arzt bei der Diagnose eine eingeklemmte Nabelhernie fest, wird er schnellstmöglich einen operativen Eingriff durchführen. Auch Nabelbrüche, die Schmerzen bereiten oder wachsen, müssen bei Erwachsenen entfernt werden.

Die Bauchwand wird während der konventionellen Operationsmethode von außen um den Nabel herum geöffnet und der Bruchsackinhalt in den Bauchraum zurück verlagert.

Handelt es sich um einen kleineren Bruch, wird die Wunde danach direkt vernäht. Der chirurgische Eingriff erfolgt hier unter örtlicher Betäubung.

Bei größeren Brüchen wird vor dem Vernähen ein Kunststoffnetz in die Bauchwand eingespannt. Es dient der Stabilisierung der Bauchdecke und beugt somit einer erneuten Hernie vor. Diese Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt. Ein Eingriff kann auch minimal-invasiv mit Netzeinlage von innen durch kleine Schnitte seitlich am Bauch durchgeführt werden.

Ausnahmen: Eine Nabelhernie, die durch eine Schwangerschaft ausgelöst wurde, muss meist nicht durch eine Operation behandelt werden, da sie sich nach der Geburt oft zurückbildet. Kleine Nabelbrüche, in denen keine Darmschlingen eingeklemmt sind und die keine Beschwerden verursachen, müssen nicht zwingend operiert werden. Allerdings wird es dem Patienten empfohlen, den Bruch regelmäßig beim Arzt kontrollieren zu lassen.

Nabelbruch vorbeugen

Es gibt keine 100-prozentig sichere Möglichkeit, einen Nabelbruch vorzubeugen. Allerdings können Sie einiges tun, um das Risiko zu minimieren. Mit speziellen Übungen für die Rumpf- und Bauchmuskulatur können Sie die Bauchwand stärken. Außerdem sollten Sie besonders schwere Lasten nicht alleine tragen, um ihre Bauchdecke nicht zu strapazieren. Da ein Nabelbruch auch durch Übergewicht verursacht werden kann, sollten Sie versuchen, dieses zu reduzieren.

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Nabelbruch



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über einen Nabelbruch. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einem Nabelbruch?

Ein Nabelbruch beschreibt eine Lücke beziehungsweise einen Riss in den Bindegewebshüllen im Nabelbereich. Weitere Begriffe, die in der Medizin geläufig sind, sind die Nabelhernie oder Umbilikalhernie, wobei das lateinische Wort Hernie für Bruch steht. Um die Erkrankung besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Ausdrücke Bruchpforte, Bruchsack und Bruchinhalt voneinander abgrenzen zu können. 
Die Bruchpforte bezeichnet die bei einem Nabelbruch entstandene Lücke in den Bindegewebshüllen. Durch diese Lücke kann sich die innerste Schicht der Bauchwand, das sogenannte Bauchfell, schieben, wodurch eine kleine Ausstülpung entsteht – der Bruchsack. Mitunter verlagern sich aber auch Teile der Bauchorgane in diese Ausstülpung, was medizinische Experten Bruchinhalt nennen.

Wie sehen die Symptome von einer Nabelhernie aus?

Bei einer Umbilikalhernie sind meist eine Schwellung und Vorwölbung im Nabelbereich sichtbar, die sich in die Bauchhöhle zurück drücken lassen. In vielen Fällen berichten Patienten über ein gelegentliches Ziehen, Schmerzen bestehen zunächst meist nicht. Körperliche Belastungen und Husten können jedoch die Vorwölbung des Nabels verstärken und Schmerzen verursachen. Bei Kindern kann es infolge des Nabelbruchs zu uncharakteristischen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Darmstörungen kommen. Wenn es zu einer Verlagerung von Darmgewebe in den Bruchsack kommt und dieses eingeklemmt ist, können starke Schmerzen auftreten und der Bruch kann sich bläulich verfärben.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt kann die Diagnose anhand einer körperlichen Untersuchung stellen. Dabei befindest Du Dich in Rückenlage, wodurch der Mediziner die Bruchpforte in der Bauchwand mit den Händen gut ertasten und somit deren Größe und Struktur beurteilen kann. Außerdem überprüft er, ob sich der Bruchsack in die Bauchhöhle zurück drücken lässt, was meist problemlos möglich ist. Lässt sich die Vorwölbung nicht in den Bauchraum zurückverlagern, haben sich voraussichtlich Bauchorgane in den Bruchsack verlagert und sind möglicherweise eingeklemmt, was lebensbedrohlich sein kann. Eine eindeutige Feststellung, ob Bauchorgane eingeklemmt sind, kann eine anschließende Ultraschalluntersuchung liefern.

Welche Ursache hat eine Nabelhernie?

Um die Ursache betrachten zu können, ist eine Unterteilung in eine angeborene und eine erworbene Nabelhernie entscheidend. Während der Schwangerschaft hat der Embryo zunächst natürlicherweise eine kleine Lücke in der Bauchwand, durch die die Nabelschnur führt. Der Sinn dieses Nabelbruchs besteht darin, die sich rasch entwickelnden Darmschlingen in die Nabelschnur zu verlagern, da die noch kleine Bauchhöhle nicht ausreichend Platz für den Darm bieten kann. In den meisten Fällen verschließt sich die Öffnung bis zur neunten Schwangerschaftswoche wieder. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einem angeborenen Nabelbruch, der die häufigste Form eines Nabelbruchs darstellt. 
Mitunter entwickelt sich eine Nabelhernie aber erst im Laufe des Lebens. Die Bauchwand des Körpers verfügt über Schwachstellen wie beispielsweise den Bauchnabel, die bruchanfällig sind. Kommt es nun zu einem erhöhten Innendruck im Bauchraum, kann sich eine Lücke entwickeln. Mediziner sprechen dann von einem erworbenen Nabelbruch.

Wer ist davon betroffen?

Statistisch betrachtet sind Neugeborene relativ häufig von einer Nabelhernie betroffen. Das gilt insbesondere für Neugeborene, die zu früh auf die Welt kommen und dadurch über ein niedrigeres Geburtsgewicht verfügen. Zwei von drei Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm leiden unter einem Nabelbruch. 
Im Erwachsenenalter haben Frauen im Vergleich zu Männern ein etwa viermal so großes Risiko an einem Nabelbruch zu erkranken. Besonders kritisch für Frauen ist das 40. bis 50. Lebensjahr. Risikofaktoren stellen hierbei vorausgegangene Schwangerschaften und ein schwaches Bindegewebe dar. Generell ist bei einer Schwangerschaft die Bauchdecke großen Belastungen ausgesetzt. Das gilt auch für Übergewicht und häufiges schweres Heben. Weitere Risikofaktoren können eine genetische Veranlagung zur Bindegewebsschwäche, ehemalige operative Eingriffe im Bauchraum sowie Rauchen sein. 
Des Weiteren können bestimmte Erkrankungen wie unter anderem Diabetes, Leberzirrhose, Bauchwassersucht und chronische Lungenerkrankungen zu einem Nabelbruch führen.

Welche Folgen kann ein Nabelbruch haben?

Wenn Darmgewebe im Bruchsack eingeklemmt ist, kann akute Lebensgefahr bestehen. Der Körper kann dann unter Umständen eine ausreichende Durchblutung und Versorgung mit Sauerstoff des Darmanteils nicht mehr gewährleisten, wodurch dieser droht, abzusterben. 
Eine solche Einklemmung betrifft statistisch drei bis fünf Prozent der Personen, die unter einem Nabelbruch leiden. Beschwerden, die auf eine Einklemmung hinweisen, sind plötzlich auftretende starke Schmerzen, die mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber einhergehen können. Weiterhin kann es im Rahmen einer Einklemmung zu einer Blaufärbung des Nabelbruchs kommen und die Vorwölbung lässt sich nicht mehr zurückdrücken.

Wann ist eine Nabelbruch-OP notwendig?

Bei Kindern kommt es meist bis zum vierten Lebensjahr zu einem Spontanverschluss des Nabelbruchs, weshalb in diesem Zeitraum keine Operation notwendig ist. Auch liegt in diesem Alter ein geringes Risiko vor, dass es zu einer Einklemmung von Darmabschnitten kommt. Ebenso verschließt sich oftmals eine in der Schwangerschaft aufgetretene Nabelhernie von selbst. 
Bei älteren Kindern und Erwachsenen tritt in den meisten Fällen jedoch kein Spontanverschluss ein und es besteht die Gefahr einer Einklemmung, weshalb hier in der Regel eine Operation des Nabelbruchs erforderlich ist. 
Zwingend notwendig ist ein sofortiger operativer Eingriff, wenn es zu einer Einklemmung gekommen ist, da hierbei akute Lebensgefahr bestehen kann.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Eine Nabelbruchoperation erfolgt in den meisten Fällen unter Vollnarkose, alternativ ist der Eingriff auch im Dämmerschlaf möglich. Durchführbar ist sie sowohl ambulant als auch stationär. Welche Narkoseart und Operationstechnik bei Dir zur Anwendung kommen, hängt von individuellen Faktoren ab und entscheidet sich im Vorfeld im Rahmen der Diagnostik und Operationsplanung.

Wie verläuft die Nabelbruchoperation?

Grundsätzlich lassen sich ein geschlossenes und ein offenes Operationsverfahren voneinander unterscheiden.

Offenes Operationsverfahren

Bei kleineren unkomplizierten Brüchen kommt meist die sogenannte Spitzy-Methode zum Einsatz. Dabei setzt der Mediziner einen bogenförmigen Schnitt am Nabelrand, um anschließend den Bruchsack vom Nabel entfernen zu können. Im nächsten Schritt sorgt er für einen Verschluss der Bruchöffnung, indem er die Bindegewebsschichten mit einer direkten Naht vernäht. Abschließend verschließt er den anfangs gesetzten Hautschnitt mit einer speziellen Nahttechnik.

Handelt es sich hingegen um einen ausgeprägteren Nabelbruch, kommt bevorzugt die sogenannte Dick-Mayo-Methode zur Anwendung. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Bauchwand nachhaltig zu stärken und mehr Stabilität zu gewährleisten. Mediziner wählen diese Methode daher auch dann, wenn im Vorfeld wiederholt Nabelbrüche aufgetreten sind.
 Mithilfe einer speziellen Nahttechnik, der Fasziendopplung, vernäht der Operateur die Bauchwandschichten überlappend und verbindet diese fest mit dem Nabel. Mitunter setzt er ein stabilisierendes Kunststoffnetz ein, was weiteren Nabelbrüchen vorbeugt.

Geschlossenes Operationsverfahren mit Laparoskopie

Hierbei handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem der Operateur nur einen kleinen Hautschnitt setzt. Durch diesen führt er eine Kamera und spezielle Operationsinstrumente ein und verschließt anschließend den Bruch. Unter Umständen kann auch hierbei ein verstärkendes Kunststoffnetz erforderlich sein. 
Die Vorteile bei diesem Operationsverfahren bestehen unter anderem darin, dass postoperativ weniger Schmerzen auftreten und Betroffene eine kürzere Erholungszeit benötigen.

Was muss ich nach der Behandlung beachten?

In der Regel verläuft die Heilungsphase ohne Komplikationen, leichte Schwellungen und Blutergüsse können jedoch auftreten. Gegen bestehende Schmerzen kann Dir Dein Arzt Schmerzmittel verschreiben. Je nach Beruf kannst Du nach ein bis zwei Wochen wieder arbeitsfähig sein. Innerhalb der ersten drei Monate solltest Du jedoch keine schweren Lasten heben. Wenn bei Dir nur ein kleiner Nabelbruch vorlag, kannst Du nach ungefähr drei Wochen leichte körperliche Tätigkeiten ausüben. 
Bei Kindern sollten Eltern nach dem Eingriff darauf achten, dass diese zunächst nicht zu wild toben. Treten ansonsten keine weiteren Beschwerden auf, ist ein Besuch des Kindergartens bereits nach wenigen Tagen wieder möglich. Das Risiko des Wiederauftretens einer Nabelhernie ist mit acht bis zehn Prozent relativ gering. Es ist dabei umso höher, je größer die Brustpforte war. Auch bei schwer übergewichtigen Personen besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens.

Kann ich eine Nabelhernie vorbeugen?

Eine angeborene Nabelhernie lässt sich nicht vorbeugen, aber Du kannst das Risiko für das Auftreten eines erworbenen Nabelbruchs reduzieren, indem Du die Risikofaktoren Übergewicht und schwere körperliche Belastung vermeidest. Speziell beim Heben schwerer Lasten solltest Du die Bauchdecke nicht zu stark belasten. Gezielte Übungen können die Bauchdecke stärken und den Bauchnabel entlasten. Weiterhin ist der Verzicht auf Nikotinkonsum ratsam.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Nabelbruch-Operation. Bei einigen Krankenkassen kann es jedoch vorkommen, dass zusätzliche Kosten anfallen, beispielsweise bei einem stationären Krankenhausaufenthalt, bei dem Du pro Pflegetag einen Kostenbeitrag leisten musst. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um keine Not-Operation handelt.

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Der Nabelbruch (Nabelhernie, Hernia umbilicalis) tritt in einer Häufigkeit von etwa 10% aller Bauchwandbrüche auf. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Der Nabelbruch kann sowohl angeboren als auch erworben sein.
Bei einem Nabelbruch handelt es sich um einen Eingeweidebruch im Bereich im oder um den Bauchnabel. Durch eine sogenannte Bruchpforte, sprich eine Schwachstelle bzw. Lücke in der Bauchdecke am Nabel, treten dabei Teile der Eingeweide, z.B. Teile des Darms, aus der Bauchhöhle hervor. Die hervorgetretenen Eingeweide, die auch als Bruchinhalt bezeichnet werden, sind dabei immer noch im Bauchfell eingeschlossen. Dieses stülpt sich in Form eines sogenannten Bruchsacks durch die Pforte in der Bauchdecke hervor und bildet eine sackartige Ausstülpung, die von außen tastbar und auch sichtbar ist.

Angeborener oder erworbener Nabelbruch

Der angeborene Nabelbruch, der in der Regel direkt nach der Geburt auftritt, nimmt eine Sonderstellung ein, da der Nabelbruch beim Baby keinerlei Einklemmungen verursacht. Die Bauchwand ist schließlich noch nicht trainiert oder richtig funktionsfähig. Bis zu einem Lebensalter von etwa drei Jahren kann sich ein Nabelbruch noch spontan zurück bilden. Deswegen werden die Nabelbrüche bei Kindern bis zu einem Alter von 2 – 3 Jahren nicht operativ behandelt, sondern mittels einem Verband oder einer sogenannten Bandagierung in ihre ursprüngliche Position zurück gedrängt.
Erworbene Nabelbrüche entstehen durch eine Schwachstelle in oder um den Bauchnabel. Dies wird durch eine Reihe von Faktoren begünstigt. Zu diesen Faktoren gehört z.B. eine Bindegewebsschwäche durch eine Störung des Kollagenstoffwechsels. Aber auch Erkrankungen, die den Druck im Bauchraum erhöhen, gehören dazu. Hierzu zählen z.B. chronische Bronchitis, COPD, Verstopfung (Obstipation) oder Aszites (Bauchwasser). Auch eine Schwangerschaft zählt zu diesen Faktoren. Und letztlich ist auch das Übergewicht ein Risikofaktor.

Der Nabelbruch kann unterschiedliche Symptome verursachen, kann aber auch ohne Beschwerden bestehen. Die Symptome hängen insbesondere von der Größe und den Strukturen, die als Bruchsackinhalt vorgefallen sind, ab. Das bedeutet, dass ein kleiner Nabelbruch, der nur Teile der Fettschürze beinhaltet, keine Symptome verursacht, außer, dass er unschön aussieht. Ein großer Nabelbruch hingegen beinhaltet als Bruchsackinhalt neben Gewebe auch Organteile, wie zum Beispiel Darmschlingen. Diese können durch den Nabelbruch eingeklemmt sein und dadurch zu Beschwerden führen. Gleichzeitig ist das freiliegende Bauchorgan ungeschützt und somit äußeren Verletzungen ausgesetzt.

Die Diagnose eines Nabelbruchs wird durch Anamnese und klinische Untersuchung gestellt. Ein Nabelbruch ist von außen gut erkennbar und für den Arzt einfach ersichtlich. Der Nabelbruch benötigt nicht unbedingt ein bildgebendes Verfahren, da er und die betroffenen Strukturen meist ertastet werden können. Dabei kann der Arzt die sogenannte Faszienlücke des Nabelbruchs erfühlen. Bei Anspannen des Bauches durch aktives Pressen oder Schreien (beim Säugling) des Patienten wölbt sich der Bruchsack zusätzlich nach außen.

Eine Nabelbruch-OP ist in den meisten Fällen beim Erwachsenen zwingend erforderlich, da man hier nicht mehr (wie beim Säugling) davon ausgehen kann, dass sich der Bruch von selbst zurück bildet. Eine Operation des Nabelbruchs ist insbesondere dann wichtig, wenn es zu Beschwerden kommt. Dabei gibt es die unterschiedlichsten OP-Verfahren, um einen Nabelbruch beim Erwachsenen zu beheben. Die Auswahl der OP-Technik hängt dabei insbesondere von der Größe des Nabelbruchs ab, sowie der täglichen Belastung des Patienten. Dabei wird grundsätzlich zwischen offenen OP-Verfahren und minimal-invasiven Techniken unterschieden.
Bei kleinen Nabelbrüchen werden offene Techniken bevorzugt. Dabei werden spezielle Nahttechniken verwendet, die auch den kleinen Hautschnitt vernähen und anschließend zu einer kaum sichtbaren Hautnarbe führen. Die Rezidivrate bei der Operation kleiner Nabelbrüche ist äußerst gering und alltägliche, leichte körperliche Aktivität ist knapp drei Wochen nach dem Eingriff schon wieder möglich.
Bei großen Nabelbrüchen und Defekten der Bauchwand sowie beim erneuten Auftreten eines Bruches muss die Verstärkung der Bauchwand mit einem Kunststoffnetz erfolgen. Dieses Netz kann sowohl offen (Sublay-Technik, offenes IPOM) als auch minimal-invasiv (laparoskopisches IPOM, MILOS) eingebracht werden. Welches Verfahren individuell für den Patienten das Beste ist, wird der erfahrene Hernienchirurg mit dem Patienten besprechen. In der Regel ist die Bauchwand sechs Wochen nach der Operation wieder voll belastbar.

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