Muttermilch aufwärmen wie oft

Nicht immer ist es möglich, das Baby zu stillen. Dafür kann es vielerlei verschiedene Gründe geben. Entsprechend legen viele Mütter einen kleinen Muttermilchvorrat im Kühlschrank oder zur längeren Aufbewahrung in der Tiefkühltruhe an. Bevor die abgepumpte Milch aber wieder an den Nachwuchs verfüttert wird, müssen Eltern zunächst die Muttermilch erwärmen, um so Koliken zu vermeiden.
Außerdem gibt es beim Auftauen und Aufwärmen von Muttermilch einiges zu beachten! Andernfalls können wichtige Nährstoffe zerstört werden oder sich der Säugling beim Trinken verbrühen.

Was beim erhitzen von Muttermilch zu beachten ist

Um wichtige Inhaltsstoffe weitestgehend beizu­behalten, sollte Mutter­milch schonend auf 37°C erwärmt werden. Zu hohe Tem­pera­turen (über 40°C) sind daher zu ver­meiden.
Dies gilt insbesondere für das nicht empfehlens­werte Erhitzen von Mutter­milch in der Mikro­welle. In ihr wird die Milch häufig nicht gleich­mäßig erwärmt. Statt­dessen können aber sogenannte Hotspots entstehen. Dabei handelt es sich um zu heiße Stellen inner­halb der Flüssig­keit, in denen ent­sprechend die wertvollen Eigen­schaf­ten der natür­lichen Baby­nahrung verloren gehen.

Bevor die aufgewärmte Muttermilch schließlich an das Baby verfüttert wird ist diese sorgfältig umzurühren oder zu schütteln bzw. im Fläschchen zu schwenken. Dies sorgt für eine gleich­mäßige Wärme­ver­teilung inner­halb der Milchflüssigkeit.
Um Verbrühungen vorzubeugen, ist die Temperatur vor Verzehr zu prüfen. Viele Eltern testen dies am Hand­gelenk. Die Milch­tem­peratur sollte in etwa die der Körper­tem­peratur (wie auch beim direkten Stillen) ent­sprechen, jedoch nicht überschreiten.

Einmal erwärmte Muttermilch sollte binnen 30 Minuten ver­zehrt und keines­falls mehr­fach erhitzt werden. Auch ein erneutes Ein­frieren bereits auf- bzw. ange­tauter Milch wird nicht empfohlen. Ent­sprechend sind die Portionen schon nach dem Abpumpen einzuteilen.

Allgemein sollten Eltern sich über die Halt­bar­keit von abge­pumpter Mutter­milch im klaren sein. Im Kühl­schrank ist sie besten­falls nach spätestens drei Tagen auf­zu­brauchen. Bei Auf­bewahrung in der Tief­küh­ltruhe (nicht mit dem Tief­kühl­fach zu ver­wechseln) ver­längert sich die Halt­bar­keits­zeit auf etwa einem halben Jahr.

Verschiedene Möglichkeiten zum erwärmen von Muttermilch

Muttermilch lässt sich auf verschiedenen Weisen erwärmen. Sofern es aber die Zeit zulässt, sollte sich stets für eine schonende Methode entschieden werden. Dies lässt die meisten kostbaren Nährstoffe in der natürlichen Babymilch erhalten.

Gefrorene Muttermilch auftauen

Wurde ein kleiner Muttermilchvorrat im Tiefkühlfach angelegt, muss die gefrorene Milch natürlich erst einmal aufgetaut werden. Dies sollte bestenfalls getrennt vom späteren Erhitzen geschehen. Die Trennung beider Vorgänge ist eine besonders schonende Form, um vom Eis- in den flüssigen Zustand zu gelangen.

Außerdem kann die Muttermilch anschließend unter Umständen noch für zwölf Stunden im Kühlschrank aufbewahrt und muss nicht sofort verzehrt werden. Ist sie in einem luftdichten Behälter verschlossen und wurde dieser zwischenzeitig auch nicht geöffnet, hält sich die aufgetaute Milch in der Kühlung sogar doppelt so lange.

Unabhängig von dem Verfahren, darf einmal aufgetaute Muttermilch nicht erneut eingefroren werden!

Bei Zimmertemperatur auftauen

Muttermilch kann bei Zimmertemperatur aufgetaut werden. Dies geschieht je nach vorliegender Raumtemperatur unterschiedlich schnell. Auch die Muttermilchmenge und das Behältnis spielen eine wichtige Rolle. In kleineren Mengen und flachen Tüten braucht die Milch entsprechend weniger Zeit, um aufzutauen.

Erfolgt das Auftauen bei Lufttemperatur, muss die Muttermilch gleich verfüttert werden. Dazu ist sie natürlich vorab noch auf Trinktemperatur zu bringen. Erneut darf sie nicht wieder eingefroren werden!

Grundsätzlich ist diese Methode jedoch nicht zu empfehlen, da auf­ge­taute Mutter­milch maxi­mal drei Stunden bei Raum­tem­peratur auf­be­wahrt werden sollte. Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen nach oben, können die Auf­be­wahrungs­zeit enorm verkürzen.

Im Kühlschrank schonend auftauen

Die schonendste Möglichkeit Muttermilch aufzutauen ist im Kühlschrank. Der Vorgang nimmt etwa 8-10 Stunden in Anspruch. Anschließend ist die ungeöffnete Milch noch einen Tag haltbar. Geöffnet dagegen nur 12 Stunden.

Wird die natürliche Babymilch nicht sofort erhitzt und an das Kind verfüttert, sollte sie zur weiteren Lagerung in den untersten und hinteren Bereich des Kühlschranks gestellt werden. Dort ist die Temperatur in der Regel am niedrigsten.

Wichtig ist, die Milch stets verschlossen im Kühlschrank aufzutauen bzw. zu lagern. Dies verhindert unter anderem, dass sie Fremdgerüche annimmt. Bewährt haben sich spezielle Muttermilchbehälter, die sich mit Deckel luftdicht und auslaufsicher verschließen lassen. Um nicht durcheinander zu kommen, empfiehlt es sich außerdem auch den Behälter zu beschriften.

Muttermilch aufwärmen

Vor dem Verzehr sollte Muttermilch auf Raumtemperatur gebracht werden. Dies kann Koliken beim Baby vermeiden. Optimal ist eine Trinktemperatur die in etwa der Körpertemperatur und damit der beim Stillen entspricht. Höher als 37°C sollte die Milch jedoch nicht erhitzt werden.

Erwärmte Mamamilch ist sofort (binnen ca. 30 Minuten) zu verzehren. Ein zweites mal aufwärmen sollte man sie nicht! Stattdessen sind die Milchreste wegzuwerfen, da sich in ihnen schädliche Keime bilden können.
Um die kostbare natürliche Nahrung nicht zu verschwenden, ist sie bereits beim einfrieren entsprechend zu portionieren.

Grundsätzlich ist es zwar nicht problematisch, wenn die gefrorene Muttermilch direkt aufgewärmt wird, jedoch ist es besser sie vorher erst schonend aufzutauen (z. B. bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank). Dies lässt mehr der wichtigen Inhaltsstoffe in ihr erhalten.

Im Wasserbad erwärmen

Aufgetaute Milch oder aus dem Kühlschrank lässt sich im Wasserbad erwärmen. Dazu wird ein zur Hälfte mit Wasser gefüllter Kochtopf auf dem Herd erhitzt. Es darf jedoch nicht zum kochen gebracht werden. Sobald es dampft, ist daher der Topf vom Herd zu ziehen. Alternativ lässt sich der Vorgang mit einem Wasserkocher beschleunigen.

Steht der heiße Wassertopf nicht mehr auf der Herdplatte, kann der Behälter mit der Mutter­milch hinein­ge­stellt werden. Optional lässt sich dieser darin hin und her bewegen, um für eine gleichmäßigere Wärme­ver­tei­lung zu sorgen. Nötig ist dies jedoch nicht zwingen.

Nach einigen Minuten erreicht die Muttermilch die richtige Temperatur. Bevor sie dem Baby gegeben wird, sollte sie besser kurz umgerührt und die Milch­temperatur nochmals geprüft werden.

Mittels Flaschenwärmer erhitzen

Im Idealfall bietet sich ein Flaschenwärmer an. Derartige Geräte sind speziell für die Babykosterwärmung entwickelt und schon bereits für sehr kleines Geld zu haben. Gute Geräte bieten eine stufenlose Temperatureinstellung und sorgen für eine zuverlässige Temperierung von flüssiger und breiförmiger Babynahrung. Ihre Sensoren geben Acht darauf, dass zu keinem Zeit­punkt über­temperiert wird, wodurch wichtige Inhalts­stoffe verloren gehen könnten. Der Betrieb ist recht einfach und die Milch binnen weniger Minuten erwärmt, ohne direkt dabeistehen zu müssen.
In einem Babyflaschenwärmer mit Warmluft – nicht mit Wasser! – lässt sich ebenso ein­ge­frorene Mutter­milch, in einem Zuge, auf die empfohlene Trink­temper­atur von 37°C auf­tauen und erwärmen.

Um Muttermilch auch unterwegs aufwärmen zu können, empfiehlt sich ein Babykostwärmer mit Auto-Adapterkabel zu kaufen.
Natürlich ist darauf zu achten, dass sich die in einer Kühltasche mit Eisakku gekühlte Milch nicht sehr lange hält. Bei längeren Ausflügen sollte daher besser eine gefrorene Muttermilchportion mitgenommen werden, die zwischenzeitig schonend auftauen kann, oder eine ganz frisch abgepumpte.

Unter fließendem Wasser auftauen und erwärmen

In der Regel wird ein Muttermilchvorrat für unvorhergesehene Notfälle angelegt. So kann es immer mal zu Stillproblemen kommen. Auch ist es möglich, dass Mama plötzlich erkrankt und aufgrund der Medikamenteneinnahme zur Stillpause gezwungen wird. In derartigen Situationen, fehlt es meist an der nötigen Zeit zum sanften Auftauen im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur. Statt nun aber die gefrorene Milch in ein Wasserbad oder in den Flaschenwärmer zu geben, lässt sie sich auch wie folgt unter fließendem Wasser auftauen und auf Trinktemperatur erwärmen:

  1. Den Milchbehälter unter fließendem kalten Wasser halten, bis die Muttermilch vollständig aufgetaut ist. Die Wassertemperatur kann langsam gesteigert werden, sollte jedoch die Raumtemperatur nicht übersteigen. Durch leichtes Schütteln lässt sich vergewissern, dass keine kleinen Eisklumpen mehr enthalten sind.
  2. Die Wassertemperatur nun schrittweise auf Körpertemperatur erhöhen. Natürlich dürfen es auch ein paar Grad mehr sein, jedoch ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht dampft! Um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen, ist das verschlossene Milchgefäß währenddessen kontinuierlich unter dem Wasserstrahl zu schwenken.
  3. Sobald sich die Muttermilch auf maximal 37 Grad erwärmt hat, ist sie verzehrfertig. Vorsichtshalber sollte sie zuvor aber umgerührt und die Temperatur nochmals geprüft werden. Ist die Milch zu heiß, darf und muss sie vorher erst wieder auf Körpertemperatur abkühlen, um das Baby nicht zu verbrühen.

Besonders geeignet für Muttermilcherwärmung unter fließendem Wasser sind sterilisierte Muttermilchbeutel aus dem Fachhandel. Diese müssen natürlich auslaufsicher und außerdem auch BPA-frei sein.

Wann sollte Frau Muttermilch erwärmen? Welche Möglichkeiten gibt es? Stimmt es, dass Erwärmen in der Mikrowelle gefährlich ist? Diese und ähnliche Fragen beantworten wir im Artikel.

Auf den Zustand der Muttermilch kommt es an

Frischmilch liefert unbestritten die beste Qualität für Ihr Baby. Sie besitzt sofort die richtige Temperatur, Menge und Zusammensetzung. Außer ihr Baby an die Brust zu legen, benötigt Frau auch keine weitere Vorbereitung – und hungrige Babys verlangen nach sofortiger Befriedigung. Jede Verzögerung bedeutet lautstarken Protest! Aber: Nicht immer steht Frischmilch zur Verfügung.

Als Alternative neben der Muttermilch könnte auch Spenderinnen (Frauenmilch)milch aus einer Milchbank in Frage kommen. Bei sehr kleinen Frühchen und nicht ausreichender Milchproduktion der Mutter ist diese Vorgehensweise deutlich besser, als das Kleine mit Formula zu füttern. Es erhält lebendige Nahrung im Gegensatz zu künstlich hergestellter.
Die folgende Tabelle zeigt eine kleine Übersicht:

Muttermilch/Frauenmilch Muttermilch/Frauenmilch
Kühlschrank Gefrierschrank
2 bis 8°C -18 bis -20°C
erwärmen auftauen

Muttermilch aus dem Kühlschrank bietet eine gute Alternative, wenn Mama gerade mal nicht anwesend ist. Da sich die Kühlschranktemperatur für die Aufbewahrung von Lebensmitteln in der Regel zwischen 2 und 8°C bewegt, besteht zur sonstigen Körperwärme von 36-37°C ein erheblicher Unterschied. Durch Erwärmen wird er vermindert. Aber wie geht das richtig? Auf keinen Fall sollten Sie die gekühlte Muttermilch in einen Topf schütten und einfach erwärmen!

Tipp: Wie Sie abgepumpte Muttermilch über einen längeren Zeitraum richtig aufbewahren können, erfahren Sie in unserem Beitrag: „Muttermilch aufbewahren: Anleitung + Infos zur Haltbarkeit“.

Vorgehen – Muttermilch erwärmen

  1. Muttermilch, die über mehrere Stunden im Kühlschrank steht, entrahmt. Die Fette darin setzen sich an der Oberfläche ab. Einfaches Umrühren mischt die Milch wieder.
  2. Füllen Sie die Trinkmenge in eine saubere Trinkflasche. Sterilisierte Trinkgefäße sind nicht nötig. Gesunde Säuglinge benötigen im ersten Monat meist weniger als 90 ml/Mahlzeit. Für Frühchen, die zu diesem Zeitpunkt schon zu Hause sind, reicht meist eine geringere Menge.
  3. Der Flascheninhalt wird langsam und schonend im Wasserbad oder unter fließendem warmen Wasser erwärmt. Raumtemperatur reicht völlig aus (Milch ist lauwarm!). Bei höheren Temperaturen werden wichtige Inhaltsstoffe zerstört. Außerdem lagert sich Milchfett an den Flaschenwänden ab und steht dadurch als Nährstoff nicht zur Verfügung.
  4. Nach dem Erwärmen/Erhitzen der Flasche im Topf im Wasserbad, nehmen Sie ihn bitte von der Kochplatte.

Muttermilch aus dem Gefrierschrank taut am besten über Nacht oder innerhalb von 24 Stunden im Kühlschrank auf. Zum schnellen Auftauen kann die Flasche auch unter lauwarmes Leitungswasser gehalten werden.

Anschließend wird sie 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt. Im Warmwasserbad erwärmt man sie dann auf Trinktemperatur.

Achtung!

  1. Aufgetaute Muttermilch soll innerhalb der nächsten 24 Stunden verfüttert werden.
  2. Nach dem Öffnen der Flasche ist sie nur noch 12 Stunden haltbar, aber z.B für ein Babybad noch immer ein wunderbares Kosmetikum und dabei völlig natürlich, ohne Chemikalien.
  3. Nach dem Erwärmen für die aktuelle Mahlzeit kann sie maximal noch für eine Stunde verfüttert werden. Danach ist sie für die Ernährung des Babys unbrauchbar.
  4. Vermischen Sie niemals frische Muttermilch mit bereits gekühlter oder angetauter Muttermilch!
  5. Durch den Fettgehalt bedingt verändert sich manchmal der Geruch der eingefrorenen Muttermilch, so dass sie leicht ranzig riecht. Das hat aber keinen Einfluss auf die sonstige Qualität! Manche Babys allerdings sind Feinriecher oder – schmecker und wenden sich dann empört von diesem Angebot ab…

Was ist denn an einer Mikrowelle so gefährlich?

Dass sie im Haushalt für viele Menschen nicht mehr wegzudenken ist, bedeutet noch lange nicht, sie bedenkenlos benutzen zu können. Muttermilch wird in der Mikrowelle ungleichmäßig erhitzt.

  • Hitzeinseln entstehen: führen bei ungleichmäßiger Durchmischung der Milch zu Verbrühungen der kindlichen Speiseröhre
  • Zerstörung biologisch aktiver Stoffe in der Muttermilch: zum Beispiel Vitamine, Fett und Abwehrstoffe (Immunglobuline)
  • Mikroplastik kann sich lösen und Muttermilch verunreinigen
  • bakterielle Verunreinigung der Muttermilch, mit zum Beispiel E coli (Darmbakterium) kann innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zunehmen
  • Zellaktivität der Inhaltsstoffe der Muttermilch wird verändert

Merke: Schützen Sie Ihr Baby vor unguten Einflüssen genau so, wie Sie es sonst auch tun!

Da wäre noch der Flaschenwärmer…

Der ist natürlich nicht nur ein Gegenstand, der in beinahe jedem Haushalt mit Baby zu finden ist, sondern auch eine durchaus sinnvolle Anschaffung im Vorfeld einer Baby-Ankunft. Die richtige Auswahl ist eine sehr individuelle Entscheidung. Für die meisten Mütter kommt eine Kombination in Frage, die sie auch später für das Erwärmen von Beikost benutzt können.

Wichtig ist, dass eine gleichmäßige und schonende Erwärmung der Muttermilch erfolgt, und das Gerät bedienerfreundlich ist. In aller Regel hilft dabei das gründliche Durchlesen der Bedienungsanleitung weiter…

Je nach Gerät, ist die Milch schon nach 3 bis 5 Minuten trinkwarm – und Baby freut sich auf seine Mahlzeit.

Wie soll ich mich entscheiden?

Wie auch bei der Wahl eines Babyflaschenwärmers, bleibt die Methode Muttermilch zu erwärmen, individuell. Es gibt an dieser Stelle kein „Richtig“ oder „Falsch“. Die Möglichkeit muss einfach zeitlich, finanziell sowie ästhetisch Ihrem persönlichen Rahmen entsprechen. Ziehen Sie gesundheitliche Aspekte für Ihr Baby in Betracht, rate ich allerdings (wie schon erwähnt) deutlich vom Erwärmen der Muttermilch in der Mikrowelle ab!

Hier schreibt Hebamme Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter. ×

Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter. Latest Posts

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    Muttermilch aufwärmen: Warum nicht in der Mikrowelle?

    Die Behauptung, in der Mikrowelle erwärmte Säuglingsmilch würde riskante Proteinveränderungen entwickeln, ist wissenschaftlich widerlegt. Säuglingsmilchnahrung ist aus hygienischen Gründen für jede Mahlzeit frisch zuzubereiten. Wird dennoch Säuglingsmilchnahrung auf Vorrat zubereitet, kann man zur Erwärmung der im Kühlschrank (+ 4 °C) aufbewahrten Milch die Mikrowelle einsetzen. Unbedingt zu beachten ist dabei aber: Der Inhalt der erwärmten Milchfläschchen kann innerhalb der Flasche unterschiedlich stark erwärmt sein. Die Flaschenwand wird in der Mikrowelle nur wenig erwärmt. Man kann deshalb nicht von der Außentemperatur der Flasche auf die Milchtemperatur schließen. Was sich äußerlich wohltemperiert anfühlt, könnte im Inneren für Babys zu heiß sein.

    Das Fläschchen ist nach Mikrowellenerwärmung deshalb sorgfältig zu schütteln und die Milchtemperatur unmittelbar vor dem Verfüttern durch Vorkosten zu prüfen. Zur Erwärmung von Muttermilch sind Mikrowellengeräte hingegen nicht geeignet! Im Labor kam es bei Temperaturen zwischen 20 und 50 °C während des Erwärmens von Muttermilch in der Mikrowelle zu signifikanten Verminderungen von Lysozym und sekretorischem IgA. Schon bei 20 bis 25 °C wurde die bakterizide Wirksamkeit der Muttermilch massiv reduziert. Bei der Erwärmung von Muttermilch ist also auf elektrische Flaschenwärmer mit Umluft bzw. sog. Babykostwärmer auszuweichen. Bei diesen kann die Temperatur des Wasserbades genau eingestellt werden, vor dem Füttern sollte das Fläschchen aber immer gut durchgeschüttelt und die Temperatur der Milch durch Vorkosten geprüft werden. Muttermilch kann sich übrigens bei längerem Stehen in eine wässrige und eine fetthaltige Phase trennen: Durch vorsichtiges Schwenken (nicht schütteln!) verteilt sich das aufgerahmte Fett wieder.

    Wenn Ihr Muttermilch abpumpen möchtet, könnt Ihr die Milch zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Tiefgefroren ist sie bis zu sechs Monate haltbar. Doch was sind geeignete Behältnisse für Muttermilch? Und wie wird die Milch anschließend aufgewärmt? Der Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen (BDL) rät zur Aufbewahrung von Muttermilch folgendes:

    • Auf Hygiene achten
      Pumpen und Behälter, die mit Muttermilch in Berührung kommen, müssen vorher gespült und anschließend sterilisiert bzw. ausgekocht werden. Außerdem solltet Ihr Euch vor dem Abpumpen die Hände waschen. So ist sichergestellt, dass keine Keime in die Muttermilch gelangen.
    • Nicht zu oft umschütten
      Idealerweise pumpt Ihr die Milch gleich in das Gefäß, in dem sie aufbewahrt werden soll. Beim Umschütten in andere Behälter kann es zu Verunreinigungen kommen.
    • Milch kalt stellen und beschriften
      Wenn Ihr die frisch gewonnen Milch nicht sofort an Euer Baby verfüttert, kommt sie zunächst in den Kühlschrank. Die Milch sollte eine Stunde kalt stehen, bevor sie eingefroren werden kann. Damit Ihr bei mehreren Behältern im Kühlschrank nicht durcheinander kommt, beschriftet die Muttermilchbehälter am besten mit der Uhrzeit und dem Datum des Abpumpens.
    • Behälter nicht bis zum Rand füllen
      Milch die gefriert, dehnt sich. Füllt die Muttermilchbehälter deshalb nicht ganz voll, sondern lasst 1 bis 2 cm Platz.

    Geeignete Behältnisse zur Aufbewahrung von Muttermilch

    Der BDL rät zur Verwendung von Glasbehältern oder Bisphenol-A-freien Kunststoffbehältern (BPA-frei). Babyflaschen, die nach Juni 2011 gekauft wurden, sind in der Regel grundsätzlich BPA-frei. Es gibt auch eine Einweg-Alternative zu Glas- und Kunststoff-Flaschen und -behältern. Muttermilchbeutel gibt es von verschiedenen Herstellern. Sie sind bereits sterilisiert und werden nach einmaliger Verwendung entsorgt.

    Wie man abgepumpte Muttermilch richtig erwärmt

    Auf keinen Fall darf Muttermilch gekocht oder in der Mikrowelle erhitzt werden. So werden wichtige Nährstoffe zerstört. Der BDL empfiehlt, eingefrorene Muttermilch im Flaschenwärmer oder im Wasserbad zu erwärmen. Ob die Milch die richtige Trinktemperatur hat, überprüft Ihr am besten, indem Ihr einen Tropfen Milch auf das Handgelenk gebt. Ist sie hier angenehm warm, ist die Muttermilch auch für die nächste Babymahlzeit geeignet. Aufgetaute Milch sollte möglichst schnell verbraucht werden. Zum Füttern verwendet Ihr am besten einen feinen Sauger. Muttermilch ist sehr dünnflüssig.

    Hinweis: Wenn abgepumpte Muttermilch einige Zeit steht, setzt sich das enthaltene Fett oben ab. Die Milch darunter kann bläulich, gelblich oder bräunlich aussehen. Mit der Qualität der Milch hat das Aussehen nichts zu tun. Durch Erwärmen und leichtes Schütteln werden die Bestandteile wieder vermischt.

    Brauchst Du noch mehr Infos? Weitere wissenswerte Tipps und Fakten zum Thema findest Du im Magazin-Artikel “Muttermilch einfrieren und auftauen”.

    Aufbewahrung von abgepumpter Muttermilch

    Die Milch sollte nach dem Abpumpen in sauberen, d.h. ausgekochten Behältern aus Plastik oder Glas aufbewahrt werden. Im Fachhandel gibt es auch spezielle Plastikbeutel, die direkt ans Pumpset gemacht werden können. Dadurch entfällt das Umgiessen der Milch von einem Behälter in einen anderen und eine Verunreinigung mit Keimen wird so gering wie möglich gehalten.

    Was muss man beim Einfrieren von Brustmilch beachten?

    Es ist sinnvoll, die Milch in Mengen von 60 bis 120 ml einzufrieren. Kleine Mengen tauen schnell auf, lassen sich schnell aufwärmen und es bleibt weniger Milch übrig, die verworfen werden muss, wenn das Baby nicht alles trinkt. Lassen Sie beim Einfüllen etwa 2 cm Platz, damit sich die Milch beim Einfrieren ausdehnen kann, ohne dass die Flasche platzt. Frische Milch kann zu gefrorener Milch hinzugefügt werden, vorausgesetzt, sie wird zuerst abgekühlt und es ist weniger frische als gefrorene Milch vorhanden (die obere Schicht der bereits gefrorenen Milch darf nicht auftauen). Jegliche aufbewahrte Milch sollte beschriftet und mit Datum versehen werden.

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    Das Auftauen von Muttermilch

    Gefrorene Milch können Sie im warmen Wasserbad oder über Nacht im Kühlschrank auftauen. Frieren Sie einmal aufgetaute Milch nicht wieder ein. Ist die Milch aufgetaut, muss sie sofort bis zum Verbrauch wieder in den Kühlschrank. Aufgetaute Muttermilch kann ungeöffnet für 24 Stunden bei +4 °C aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen des Gefässes muss aufgetaute Muttermilch bei +4 °C aufbewahrt und innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden. Reste einer erwärmten Muttermilchmahlzeit müssen weggeworfen werden. Aufgetaute Muttermilch kann seifig riechen oder flocken, was von den Kindern meist problemlos toleriert wird. Wenn sich der wässrige vom fetthaltigen Teil trennt, können Sie vorsichtig mischen.

    Die Haltbarkeit von abgepumpter Muttermilch:

    • 6 Monate und länger in einem separaten Tiefkühlgerät bei konstant mindestens -19 °C.
    • 3 Monate in einem Tiefkühlabteil eines Kühlschranks mit eigenständiger Kühlung (unterschiedliche Temperatur, weil die Tür häufig geöffnet und geschlossen wird)
    • bis 3 Tage bei 4 bis 6 °C im Kühlschrank
    • 4-8 Stunden bei Raumtemperatur (frisch abgepumpt)

    Muttermilch erwärmen und verfüttern

    Erwärmen Sie die Milch auf Körper- oder wenigstens auf Zimmertemperatur, bevor Sie Ihr Kind füttern. Das kann relativ schnell im 37°C warmen Wasserbad geschehen. Benützen Sie dazu besser kein Mikrowellengerät. Durch die ungleichmässige Erhitzung kann es zu Verbrennungen beim Säugling kommen. Ausserdem kann der Gehalt an Abwehrstoffen (Immunglobulin A) und der antibakteriellen Substanz Lysozym beträchtlich sinken. Sie dürfen die Muttermilch auch nicht aufkochen. Allerdings kann man die herkömmlichen Flaschenwärmer benutzen.

    Wissen

    Mythos Mikrowelle

    Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH

    Viele stillende Mütter nutzen die Möglichkeit, Muttermilch abzupumpen und aufzubewahren. Bei der Verwendung gekühlter und gefrorener Milch sollten Sie einiges beachten.

    Muttermilch richtig aufbewahren

    Egal ob Arbeit, Termine, Stillpause oder eine kleine Auszeit – das Abpumpen von Milch ist für stillende Mütter praktisch und verschafft ihnen Freiräume. Muttermilch ist bei Raumtemperatur mehrere Stunden haltbar, sicherer ist es aber, sie gekühlt zu lagern. Im Kühlschrank ist dies einige Tage möglich, am besten in Gefäßen aus Glas oder Kunststoff mit Schraubverschluss. Stellen Sie die Behälter nicht in die Tür, sondern in den hinteren Teil des Kühlschranks, denn dort ist es kühler.

    Wollen Sie die Milch längere Zeit aufbewahren, empfiehlt es sich, sie einzufrieren. Dafür eignen sich Kunststoffbehälter oder spezielle Gefrierbeutel. Eine Alternative sind Einweg-Eiskugelbeutel, die eine genaue Dosierung ermöglichen. Im gefrorenen Zustand ist Muttermilch bis zu 6 Monate haltbar, wenn Sie sie in einer Tiefkühltruhe lagern. Im Gefrierfach eines Kühlschranks verkürzt sich die Aufbewahrungszeit auf 2 bis 3 Wochen. In beiden Fällen sollten Sie zur Kontrolle an der Verpackung das Datum des Abpumpens notieren.

    Schonendes Aufwärmen

    Beim Auftauen und Aufwärmen der Milch ist Vorsicht geboten. „Am besten lässt man eingefrorene Muttermilch schonend und langsam über 24 Stunden im Kühlschrank auftauen“, rät Anke Weißenborn, Wissenschaftlerin im Netzwerk Gesund im Leben. Um die Milch für den Gebrauch aufzuwärmen, auf keinen Fall die Mikrowelle benutzen. Denn dabei leidet die Qualität. Durch das Erwärmen in der Mikrowelle erhitzt sich die Milch ungleichmäßig und punktuell zu stark. Wertvolle Bestandteile wie Antikörper und Enzyme werden zerstört und es besteht Verbrennungsgefahr für das Kind. Schonender ist es, die Milch im Wasserbad oder unter fließendem Wasser zu erwärmen. Am besten vertragen die Kinder die abgepumpte Milch, wenn sie Körpertemperatur hat, also circa 37 Grad Celsius.

    Einmal aufgetaute Milch sollten Sie innerhalb von 12 Stunden aufbrauchen und keinesfalls erneut einfrieren. Auch erneutes Aufwärmen ist nicht ratsam. Denn es können sich Keime bilden, die dem Kind schaden.

    Autoren

    Katrin Stegherr | zuletzt geändert am 04.03.2013 um 17:47 Uhr

    Hygiene rund um die Muttermilch

    Hygiene im Umgang mit abgepumpter Muttermilch

    Wenn Sie stillen und sich einmal eine „Auszeit“ – zum Beispiel für einen Kinobesuch – gönnen möchten, können Sie zuvor Milch abpumpen. Der Vater oder eine gute Freundin kann dann dem Kind zu gegebener Zeit die Milch in der Flasche geben. Auch wenn Sie wieder berufstätig sind, aber keine Möglichkeit haben, Ihr Kind während der Arbeitszeit direkt zu stillen, können Sie die Zeit mit abgepumpter Milch überbrücken. Vielleicht möchten Sie Ihr Kind aber auch während seines Aufenthalts in der Kita oder in der Kindertagespflege mit Muttermilch ernähren. Milchpumpen können Sie in der Regel in allen Apotheken ausleihen oder kaufen.

    Um die Qualität der Muttermilch zu erhalten, ist eine sorgfältige Hygiene unerlässlich. Sie sollten daher unbedingt auf diese Punkte achten:

    • Füllen Sie die Milch gleich im Anschluss an das Abpumpen in ein sauberes Gefäß und lagern Sie sie am besten im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe beziehungsweise in einem Tiefkühlfach.
    • Im Kühlschrank hält sich Muttermilch bei einer Temperatur unterhalb von +5° Celsius bis zu 72 Stunden. Die Flaschen sollten aber im kältesten Bereich des Kühlschranks stehen (an der Hinterwand nahe dem Kühlaggregat).
    • Tiefgefroren können Sie die Milch bis zu sechs Monate (bei -18 bis -22° C) lagern. Sie sollte dann aber schonend und langsam über Nacht im Kühlschrank oder unter fließendem warmem Wasser bzw. im Flaschenwärmer mit Warmluft aufgetaut werden. Nach dem Öffnen des Gefäßes muss aufgetaute Milch innerhalb von zwölf Stunden verbraucht werden und darf nicht wieder eingefroren werden. Ungeöffnet kann aufgetaute Milch bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.
    • Ohne Kühlung hält sich abgepumpte Milch nur sechs bis acht Stunden und sollte dann umgehend verfüttert werden.
    • Die Milch sollte wegen der ungleichmäßigen Erhitzung keinesfalls in der Mikrowelle erwärmt werden. Empfehlenswert ist es, die Milch vor dem Füttern unter fließendem warmem Wasser oder im Flaschenwärmer mit Warmluft auf Trinktemperatur zu erwärmen (37° Celsius).
    • Aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren, einmal aufgewärmte Milch nicht weiterverwendet werden. Reste werden weggeschüttet.

    Achten Sie darauf, dass alle Teile der Milchpumpe, die mit Ihrer Brust und Ihrer Muttermilch in Berührung kommen, vor dem Abpumpen abgekocht oder auf andere Weise steril gemacht wurden. Eine sorgfältige Reinigung der Flaschen, Deckel und Sauger sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Ihre Hände brauchen Sie nicht zu sterilisieren, gründliches Waschen reicht hier. (Stand: 18.4.2019)

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