Muttermale BEI kindern

Muttermal

Muttermale sind die häufigsten Fehlbildungen der Haut. Man versteht darunter eine vermehrte Ansammlung von Pigmentzellen, die sich in der Farbe deutlich von der umgebenden Haut unterscheiden. Etwa jedes hundertste Baby kommt bereits mit einem Muttermal zur Welt, die anderen Male entwickeln sich meist von der Pubertät an.

Der Begriff „Muttermal“ hängt jedoch mit den Flecken zusammen, die bereits bei Babys direkt nach der Geburt sichtbar sind oder spätestens in den ersten beiden Lebenswochen auftreten.

Er geht auf einen Volksglauben zurück, der sich im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte. Zu dieser Zeit dachte man, dass die Hautveränderungen von unbefriedigten Gelüsten verursacht würden, die die Mutter während der Schwangerschaft hatte. Sogar die Form der Hautveränderungen wurde mit der Art der Gelüste in Zusammenhang gebracht.

Hat also das Baby ein erdbeerförmiges Mal, schloss man daraus, dass die Mutter in der Schwangerschaft Appetit auf Erdbeeren hatte. Eine plausible Erklärung, warum Muttermale entstehen, gibt es auch heute noch nicht.

Auch wenn die Gelüste der Schwangeren sicherlich keinen Einfluss auf die Muttermale haben – ganz ohne Auswirkung sind sie dennoch nicht. So besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise der Schwangeren oder der stillenden Mutter und den späteren Geschmacksvorlieben des Kindes, wie Forscher inzwischen herausfanden.

Fruchtwasser schmeckt anders, je nachdem, was die schwangere Frau isst. Dadurch lernt bereits das Ungeborene die Essgewohnheiten seiner Mutter und seiner Kultur kennen.

Stillkinder werden noch deutlich stärker mit unterschiedlichen Geschmackserlebnissen konfrontiert, je nachdem, was die Mutter zu sich nimmt. Sie sind dann später weitaus weniger wählerisch, wenn ihnen die gleichen Nahrungsmittel vorgesetzt werden.

Muttermilch prägt Geschmacksvorlieben

Geburtsmale

Was sind Geburtsmale?

Geburts- oder Muttermale sind Flecken auf der Haut Ihres Babys, die entweder ein Leben lang bleiben oder nach einiger Zeit verblassen. Einige Geburtsmale werden „Storchenbiss“ genannt, wenn Sie im Nacken, auf der Stirn, den Augenlidern oder der Nase sind. Die Male im Gesicht heißen auch manchmal „Engelsküsse“. Diese roten, marmorierten Punkte verschwinden irgendwann in den ersten Monaten oder Jahren. Andere Geburtsmale bleiben für immer.

Wie sehen sie aus?

Die häufigsten Formen sind:

  • Leberflecken (Pigmentnaevi) in unterschiedlicher Größe, die erhaben sein können oder mit Haaren bewachsen.
  • Die Blutschwämmchen (Hämangiome) unterteilen sich in zwei Hauptgruppen
    – kapilläre Hämangiome, sind feuerrote, erhabene Male, die etwa bei fünf Prozent aller Babys in den ersten Tagen nach der Geburt entstehen (NHS Direct 2007). Sie wachsen langsam und verschwinden normalerweise, wenn das Kind etwa fünf Jahre alt ist.
    – kavernöse Hämangiome sind eine klumpige bläuliche oder blaurote Masse, die in den ersten sechs Monaten erst schnell, dann langsamer wächst, bevor sie nach etwa 18 Monaten zu schrumpfen beginnt. Normalerweise sind Blutschwämmchen verschwunden, wenn das Kind ins Teenageralter kommt.
  • Braune Male, die entweder ganz dunkel oder mit helleren Flecken durchsetzt sind. Manchmal liegen viele davon dicht beieinander.
  • Bläuliche oder grünliche Mongolenflecken auf dem Rücken oder Po, die normalerweise im Schulalter verschwinden. Sie sind bei Kindern europäischer Herkunft seltener als bei afrikanischen oder asiatischen Babys (Kibbi et al 2007).
  • Feuermale, die aussehen wie blaue Flecken. Sie können zwischen wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß sein (NHS Direct 2007). Etwa eines von 3000 Babys ist davon betroffen, meistens auf einer Gesichtshälfte. Die nicht so stark gefärbten können verschwinden, aber meisten werden sie mit zunehmendem Alter größer, werden farbintensiver und erhaben sein (McClay and Zapalac 2006). Unbehandelt bleiben sie ein Leben lang erhalten.

Manche Eltern halten diese Male nicht für entstellend oder etwas, dass man entfernen muss. Sie sehen darin die Einzigartigkeit ihres Kindes und finden sie hübsch.

Sind sie in irgendeiner Form gefährlich?

Die meisten Geburtsmale sind harmlos. Doch Ihr Arzt sollte sich die Muttermale genau anschauen. Diese harmlosen Muttermale können in sehr seltenen Fällen im Lauf der Jahre zu bösartigen Geschwulsten entarten (NHS Direct 2007). Ihr Arzt wird auch die anderen potentiell problematischen Male untersuchen wollen, dazu gehören Feuermale dicht am Auge, an der Nase, an den Lippen und im Genitalbereich, große Blutschwämmchen auf dem Arm, dem Bein oder größere Ansammlungen brauner Flecken. Jedes Geburtsmal (mit Ausnahme der Mongolenflecken) im Lendenwirbelbereich sollte ebenfalls aufmerksam begutachtet werden.
Feuermale im Gesicht oder im Nacken, selbst ganz kleine, können einem Kind sehr lästig sein. Wenn sie schnell wachsen können sie auch bedrohlich sein, zum Beispiel wenn sie an der Nase, an den Lippen, am Auge oder im Genitalbereich sitzen. Diese werden dann mit einem Betablocker behandelt, durch Einnahme über die Blutbahn oder lokal.

Kann ich die Geburtsmale meines Babys entfernen lassen?

Eltern sind oft versucht, entstellende Muttermale entfernen zu lassen. Aber so lange die Male nicht gefährlich sind, ist es oft besser, darauf zu verzichten, denn sonst können Narben zurückbleiben (McClay and Zapalac 2006), die auch nicht schön aussehen.
Manchmal müssen Blutschwämmchen behandelt werden, wenn sie zu dicht am Auge, dem Hals oder dem Mund sind. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich Sorgen wegen eines Geburtsmales machen.
Behandlungsmöglichkeiten
Diese beinhalten Kryotherapie (Vereisung des Mals), Operation, Strahlen- oder Farbstofflasertherapie oder die Gabe von Steroiden oder anderen Medikamenten (NHS Direct 2007; McClay and Zapalac 2006). Dabei können Narben zurückbleiben, die man eventuell bei einer Schönheitsoperation entfernen lassen kann.
Feuermale lassen sich nur schwierig ganz beseitigen, aber mit Lasertherapie können sie aufgehellt werden. Leberflecken kann man einfach wegoperieren (NHS Direct 2007), aber auch hier können Narben bleiben.

Quellen

Cremer, HJ. Hämangiome im Säuglingsalter – richtig klassifizieren und behandeln in pädiatrie hautnah, 6/2006, München, pp 320 – 327
www.paediatrie-hautnah.de
Kibbi A-G, Tannous Z, Kurban M. 2007. Mongolian spot. e-medicine. www.emedicine.com
McClay JE, Zapalac JS. 2006. Skin Tumors, Vascular Lesions, Face and Neck. e-medicine. www.emedicine.com
NHS Direct. 2007. Birthmarks NHS Direct, Health Encyclopaedia. www.nhsdirect.nhs.uk

Leberflecken bei Kindern – Wann sind Muttermale gutartig?

Wie bedenklich sind Leberflecken?

An den seltsamsten Stellen zeigen sich die kleinen und größeren braunen Muttermale – manche sind von Geburt an da. Die meisten aber entstehen erst im Laufe der Kindheit.

Durchschnittlich 20 Muttermale hat ein Erwachsener – als Baby hatte er dagegen kaum eins. Nur selten passiert es, dass sich ein Leberfleck schon vor der Geburt bildet: Normalerweise lagern sich die Zellen, die später für die Pigmentierung der Haut zuständig sind, während der Entwicklung des Ungeborenen in seiner Oberhaut ab. Manchmal erreichen einige dieser Zellen die oberste Hautschicht nicht, sondern bleiben in einer tieferen Schicht liegen, „entfalten“ sich dort – und geben dem Baby an dieser Stelle ein bleibendes individuelles Merkmal: einen Leberfleck.

Kinder punkten am meisten

Flächige Leberflecken und punktuelle Muttermale sind medizinisch gesehen das Gleiche. Es handelt sich um eine Fehlentwicklung der Pigment bildenden Zellen („Melanozyten“ und „Nävuszellen“), die von einer Veränderung des Erbguts im Zellkern rührt. Die betroffenen Zellen produzieren zu viel Pigment, das eine kleine Wucherung (medizinisch „Nävus“) bildet. Je weniger Eigenschutz die Haut hat, desto schneller entstehen die harmlosen Fehlbildungen – beispielsweise bei hellen Hauttypen und bei Kindern.

Ein wesentlicher Auslöser ist die Sonneneinstrahlung, besonders wenn Sonnenbrände auf der Haut entstehen. Kinder haben ein viel dünneres Epithel als Erwachsene. Die UV-Strahlen können bis in die oberste Hautschicht eindringen und das Erbgut der Pigment bildenden Zellen (zer)stören. Die meisten Sprenkel bilden sich so in der Kindheit. Immerhin verbringen Kinder beim sommerlichen Planschen, Spielen und Sandburgen bauen dreimal soviel Zeit in der Sonne wie Erwachsene.

Ob Hormone die Zahl der Muttermale beeinflussen, wird in Expertenkreisen ebenfalls diskutiert. Es wäre eine Erklärung, warum viele Punkte erst in der Pubertät entstehen. Eine eindeutige Vererbung der Muttermale ist bisher nicht nachgewiesen. Oft zeigen sich die Male innerhalb einer Familie aber an den gleichen oder ähnlichen Stellen. Klar ist dagegen, dass Eltern mit vielen Leberflecken auch die Haut ihrer Kinder genau beobachten sollten.

Viele Punkte – kein Gewinn

Leberflecken können in Form, Farbe und Größe variieren: Sie zeigen sich von hellbraun bis blauschwarz, liegen flach im Hautniveau oder sind erhaben; manche Male sind behaart. Fast alle dieser kleinen und größeren Sprenkel sind harmlos und gutartig. Der Hautarzt muss einzelne aber entfernen, wenn sie sich verdächtig verändern und bösartig werden könnten. Aus einer bestimmten Form, Fachleute sprechen vom „dysplastischen Naevus“, kann im Erwachsenenalter ein Hautkrebs (malignes Melanom) werden.

Etwa 30 Prozent der bösartigen Melanome entstehen aus Leberflecken. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ist zwar gering (14 von 100.000 Menschen sind betroffen), doch mit der Zahl der Muttermale steigt das Risiko. Ebenso bei einer nicht hauttypgerechten Sonnenbestrahlung und bei einer Immunschwäche. Wer besonders viele, große oder sehr unterschiedliche Leberflecken hat, sollte sie von Zeit zu Zeit vom Hautarzt kontrollieren lassen. Begründeter Verdacht besteht, wenn sich ein Muttermal wie auch immer verändert, juckt, blutet oder nässt.

Ganz selten verschwindet ein Muttermal von selbst wieder, indem sich das angesammelte Pigment in den Zellen auflöst – und nur einen winzigen Punkt zurücklässt. Wie das kommt, wollen die Mediziner jetzt erforschen und so eine weitere Methode entwickeln, wie man unerwünschte oder bedenkliche Male sanft entfernen kann.

Was sind Sommersprossen?

Die vielen hellbraunen Sprossen, die sich vor allem bei hellen Hauttypen (blonden und rothaarigen Menschen) auf unbedeckten Hautstellen (Gesicht, Arme…) zeigen, sind Ergebnis einer Fehlentwicklung der Pigment bildenden Zellen – sie produzieren mehr Pigmente als andere Zellen; der Hautfarbstoff verteilt sich aber nicht gleichmäßig in der Oberhaut, sondern bildet kleine Inseln. Im Sommer werden die Sprenkel durch die Sonneneinstrahlung dunkler, im Winter heller oder verschwinden ganz. Sommersprossen sind allerdings eindeutig erblich und fast immer gutartig. Und seit Pippi Langstrumpf in den 70er Jahren zum Idol aller nachfolgenden Kindergenerationen wurde, gelten Sommersprossen als besonders schick!

Bei einer Selbstuntersuchung auf verdächtige Leberflecken ihrer Kinder können Eltern sich von der „ABCDE-Regel“ leiten lassen:

A = Asymmetrie
Sind die Punkte asymmetrisch oder unregelmäßig?
B = Begrenzung
Sind die Muttermale unscharf begrenzt oder haben ausgefranste Ränder?
C = Colorit
Hat sich die Farbe (Color) geändert oder ist das Mal schwarz, blau oder gräulich?
D = Durchmesser
Ist ein Muttermal größer als fünf Millimeter?
E = Erhabenheit
Ist das Muttermal tastbar oder tastbar geworden?

Sonnenschutz ist wichtig

Die meisten Muttermale entstehen an Stellen, die im Sommer der Sonne besonders ausgesetzt sind, also an Armen, Schultern… Da ihre Haut kaum über Eigenschutz verfügt, sollten Kinder vor Ende des zweiten Lebensjahres am besten keine direkte Sonne abbekommen und auch im Schatten stets eine Mütze und UV-Schutzkleidung tragen. Kinder ab zwei Jahren, die in der Sonne spielen und planschen, benötigen einen konsequenten Sonnenschutz in Form von Kleidung (nach australischem UV-Standard) und Cremes (mind. Faktor 30).
Je jünger die Kinder sind, desto höher sollte in den Cremes der Anteil an physikalischem Lichtschutz und umso geringer der chemische sein. Ein Lichtschutzfaktor der Stärke 50 im UVB-Bereich filtert bereits 92 Prozent der UVB-Strahlung ab, ein 60er Schutzfaktor nimmt etwa 93,5 Prozent der Strahlung.

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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Muttermale: Entstehung und Ursachen

Ein Muttermal entsteht, wenn sich an einer Stelle besonders viele pigmentbildende Zellen (Melanozyten) ansammeln, die den Hautfarbstoff bilden. Deswegen haben die meisten Muttermale eine braune oder schwarze Farbe. Allerdings können Muttermale auch rötlich oder bläulich sein. Daneben gibt es noch die sogenannten Nävuszellen, die eng verwandt mit den Melanozyten sind und ebenfalls Muttermale oder Leberflecken bilden können.

Muttermale können entweder angeboren sein oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Genetisch bedingt tendieren besonders Personen mit einer sehr hellen Haut dazu, viele Muttermale auszubilden. Neuere Studien weisen allerdings daraufhin, dass die Anzahl der Muttermale nicht nur durch die Gene bestimmt wird. Daneben spielt wohl vor allem die Zahl der Stunden, die man als Kind und Jugendlicher ungeschützt in der Sonne verbracht hat, eine entscheidende Rolle.

Aufgrund von hormonellen Einflüssen können sich auch während der Schwangerschaft vermehrt Muttermale bilden. Zudem kommt es während dieser Zeit besonders häufig vor, dass sich gutartige Male zu bösartigen Flecken entwickeln. Deswegen sollten schwangere Frauen ihre Muttermale besonders sorgfältig kontrollieren.

Muttermale und Hautkrebs

Muttermale an sich sind gutartig – jedoch können sich einige Muttermale zu Hautkrebs entwickeln. Als gefährlich gelten Male, deren Größe, Form oder Farbe sich verändern. Solche Muttermale werden als dysplastischer Nävus bezeichnet. Im Gegensatz zu den übrigen Muttermalen vermehren sich bei ihnen verstärkt atypische Zellen. Ein dysplastischer Nävus kann – muss aber nicht – die Vorstufe eines schwarzen Hautkrebses (malignes Melanoms) darstellen.

Als besonders gefährdet gelten Menschen, die sehr viele Muttermale (mehr als 40) oder unregelmäßig geformte Muttermale haben. Sie haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Daneben steigt auch durch Hautkrebsfälle im engen Verwandtenkreis das Risiko, selbst zu erkranken, deutlich an.

Gefährliche Muttermale erkennen: Die ABCDE-Regel

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, ob ein Muttermal gefährlich sein könnte, kann man seine Muttermale nach der ABCDE-Regel untersuchen.

  • A: Asymmetrie (Flecken, die nicht gleichmäßig rund oder oval sind, gelten als auffällig.)
  • B: Begrenzung (Die Begrenzung des Muttermals sollte scharf sein. Bei verwaschener Begrenzung ist dagegen Vorsicht geboten.)
  • C: Color (Weist das Muttermale mehrere Farbtöne auf, sollte es vom Hautarzt kontrolliert werden.)
  • D: Durchmesser (Muttermale, die größer als fünf Millimeter sind, sollten beobachtet werden.)
  • E: Entwicklung (Besondere Beachtung sollte Muttermalen geschenkt werden, die sich in einem der vier oben genannten Punkte verändern.)

Hat man besonders viele Muttermale oder meint, ein verdächtiges Muttermal entdeckt zu haben, sollte man nicht zögern, seinen Hautarzt aufzusuchen. Denn wird Hautkrebs in einem frühen Stadium erkannt, betragen die Heilungschancen nahezu 100 Prozent. Daneben sollte man auch einen Hautarzt aufsuchen, wenn man ein Muttermal aufgekratzt hat, wenn ein Muttermal juckt oder schmerzt und wenn ein Muttermal entzündet ist, nässt oder blutet.

Muttermale untersuchen: das Hautkrebs-Screening

Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte seine Muttermale regelmäßig (etwa einmal pro Jahr) beim Hautarzt kontrollieren lassen. Dieser sucht den gesamten Körper nach Muttermalen ab und kann gefährliche Muttermale schnell erkennen. Zudem kann mithilfe von Fotos das Aussehen der Muttermale festgehalten werden – so können beim nächsten Kontrolltermin Veränderungen leicht festgestellt werden. Ob ein Muttermal tatsächlich bösartig ist, kann endgültig jedoch erst nach dessen Entfernung durch die Untersuchung des Gewebes (Biopsie) festgestellt werden.

Ab dem 35. Lebensjahr wird von der gesetzlichen Krankenkasse alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening bezahlt – privat Versicherte können sich jedes Jahr kostenfrei untersuchen lassen. Vor dem 35. Lebensjahr müssen gesetzlich Versicherte das Hautkrebs-Screening selbst bezahlen, je nach Praxis kostet das Screening etwa zwischen 30 und 50 Euro. Unter bestimmten Umständen können die Kosten der Untersuchung jedoch auch von der Krankenkasse übernommen werden.

Entfernung von Muttermalen

Steht ein Muttermal im Verdacht, bösartig zu sein, wird es – zumeist unter örtlicher Betäubung – entfernt. Zur Entfernung des Muttermals stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Größere Muttermale werden mit einem Skalpell herausgeschnitten, kleinere Muttermale können auch herausgestanzt werden. Wird das Mal mit einem Skalpell herausgeschnitten, muss die Wunde anschließend – je nach Größe – in der Regel mit einem oder mehreren Stichen genäht werden.

Wenn möglich sollte das Muttermal – sofern es sich nicht um einen kosmetischen Eingriff handelt – nicht mit einem Laser entfernt werden, da das Gewebe dabei verbrannt wird und anschließend nicht mehr untersucht werden kann. Auf keinen Fall sollte man übrigens versuchen, das Muttermal selbst zu entfernen. Dies kann nicht nur zu hässlichen Narben führen, sondern auch lebensgefährliche Infektionen zur Folge haben.

Wurde ein Muttermal entfernt, sollte etwa zwei Wochen lang auf sportliche Aktivitäten sowie Bewegungen, die die betroffene Region besonders belastet, verzichtet werden. Zudem sollte die Wunde über einen bestimmten Zeitraum nicht mit Wasser in Kontakt kommen.

Vier Tipps zum richtigen Verhalten bei Muttermalen:

  1. Falls Sie einer Risikogruppe angehören, sollten Sie Ihre Haut einmal pro Monat genau untersuchen und auf Veränderungen achten. Stellen, die Sie selbst nicht gut einsehen können, wie beispielsweise die Kopfhaut, sollten von einer anderen Person untersucht werden.
  2. Lassen Sie Ihre Muttermale regelmäßig vom Hautarzt kontrollieren. Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn Sie verdächtige Veränderungen an einem Muttermal beobachten, sollten sie sofort einen Termin bei Ihrem Hautarzt ausmachen.
  3. Wenn Sie unter besonders vielen oder unregelmäßig geformten Muttermalen leiden, sollten Sie die pralle Sonne meiden und sich im Sommer eher im Schatten aufhalten. Wenn Sie in die Sonne gehen, sollten Sie sich mit einem hohen Sonnenschutzfaktor eincremen. Besonders bei Kindern ist ein ausreichender Sonnenschutz wichtig, da Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache ansteigen lassen.
  4. Verfallen Sie nicht sofort in Panik, wenn Sie ein unregelmäßiges Muttermal entdecken. Nur selten steckt hinter dem Muttermal tatsächlich ein schwarzer Hautkrebs – meistens sind die Flecken harmlos.
    Quelle: www.gesundheit.de

Hautkrebs-Früherkennung: Wann zum Arzt?

Wann sollte man zum Arzt gehen?

„Immer, wenn sich die Haut verändert hat“, sagt Dr. med. Jessica Hassel, Leiterin der Hautkrebsambulanz am Universitätsklinikum Heidelberg. Etwa wenn ein Leberfleck größer oder dunkler geworden ist, juckt oder blutet. Das können Anzeichen für ein Melanom sein. Solche Hautveränderungen treten auch an Körperstellen auf, die selten dem Licht ausgesetzt sind. Kinder und Erwachsene mit vielen oder auffälligen Muttermalen sollten regelmäßig zum Arzt. Oft entfernt er bestimmte Male, um auszuschließen, dass es sich um ein Melanom handelt.

Wer kann am Screening teilnehmen?

Unabhängig davon raten Experten, das Hautkrebs-Screening zu nutzen. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können die Früherkennungsuntersuchung alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. „Ein früh erkanntes Melanom ist zu 100 Prozent heilbar, ein fortgeschrittenes nur zu 30 Prozent“, so Stockfleth. Einige Kassen bieten das Screening auch für unter 35-Jährige an oder zahlen eine jährliche Kontrolle. Auch private Krankenkassen bieten eine Vorsorge an.

Wie läuft das Hautkrebs-Screening ab?

Zur Untersuchung kann man entweder zum Haut- oder Hausarzt gehen. Wichtig ist, dass er für das Screening zertifiziert ist.

Zunächst erkundigt sich der Arzt nach dem Gesundheitszustand und fragt nach Vorerkrankungen. Dann folgt die Untersuchung. „Mit dem bloßen Auge wird die Haut, auch auf dem Kopf, im Mund und an den Genitalien, betrachtet“, erklärt Hassel.

Was bringen zusätzliche Untersuchungen?

Manche Hautärzte bieten das Screening mit Auflichtmikroskop (Dermatoskop) an. Damit kann man in zehnfacher Vergrößerung auch tiefer gelegene Hautschichten betrachten. Die Methode muss privat bezahlt werden. „Für Risiko-Patienten ist es aber sinnvoll“, sagt Stockfleth.

Zusätzlich gibt es die Video-Dermatoskopie. Dabei werden Bilder von auffälligen Pigmentmalen gemacht und können bei späteren Kontrollen verglichen werden. „Das empfehle ich Patienten, die viele Leberflecke haben“, sagt Hassel. Aber auch das ist keine Kassenleis­tung, die Kosten sind um einiges höher als mit dem Auflichtmikroskop.

Anders, wenn man einen verdächtigen Fleck abklären lässt oder der Hausarzt wegen einer Auffälligkeit zum Hautarzt überweist: Dann übernimmt die Kranken­kasse die Kosten.

Leberfleck oder Krebs?

Hautkrebs kann sehr unterschiedlich aussehen. Um ein auffälliges Pigmentmal einzuschätzen, hilft die ABCDE-Regel. Trifft einer der Punkte zu, sollte der Arzt den Fleck prüfen:

  • A wie Asymmetrie: ungleichmäßig ­geformt, asymmetrisch
  • B wie Begrenzung: unscharfe, ausgefranste oder unebene Ränder
  • C wie Colorit: auffällige Färbung, hellere und dunklere Farben in einem Fleck
  • D wie Durchmesser: an der größten Stelle ist der Fleck größer als drei bis fünf Millimeter
  • E wie Erhabenheit oder Entwicklung: Male, die höher sind als die umgebende Haut oder sich verändert haben

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