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Wege aus der Einsamkeit

12 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich einsam, ungeliebt, alleingelassen, ausgeschlossen, ungeliebt, nicht verstanden, verloren, vereinsamt und vom Leben abgeschnitten. Bild © Arrow Studio – Fotolia

Was ist die Ursache von Einsamkeit und wie kann man die innere Leere füllen & die Einsamkeit überwinden?

Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Die Angst, einsam und alleine zu sein und keine Freunde zu haben, kommt für viele Menschen gleich hinter der Angst vor einer Krankheit und der Angst, seine Arbeitsstelle zu verlieren.

Beim Gedanken an das Alter geben rund die Hälfte aller Menschen an, sie haben Angst vor der Einsamkeit im Alter.

Ein Leben in Einsamkeit erleben viele Menschen schmerzhafter als eine körperliche Erkrankung.

Die Einsamkeit wird meist von körperlichen und seelischen Beschwerden begleitet.

Warum fühlen sich in einer Zeit,

  • in der wir per Email und SMS in wenigen Sekunden mit anderen kommunizieren können,
  • mit dem Handy jederzeit erreichbar sind und andere erreichen können,
  • uns auf sozialen Plattformen und in Foren zu jeder Tages- und Nachtzeit mit anderen austauschen können,

immer mehr Menschen einsam und sozial isoliert?

Warum verhungern Menschen seelisch, haben Angst vor Einsamkeit und empfinden eine unstillbare Sehnsucht nach emotionaler Nähe, Geborgenheit und Beziehungen?

Wie Einsamkeitsgefühle entstehen

Viele Menschen verwechseln Einsamkeit mit Singlesein oder Alleinsein.

Sie glauben, dass sie sich zwangsläufig einsam fühlen müssen, wenn sie keinen Partner haben. Doch dem ist nicht so.

Sicher haben Sie auch schon einmal erlebt, dass Sie sich im Kreise vieler Menschen einsam und ausgeschlossen gefühlt haben.

Andererseits haben Sie sich sicher auch schon einmal danach gesehnt, allein mit sich zu sein und die Ruhe zu genießen.

Ob wir uns einsam fühlen oder nicht, hängt also nicht so sehr davon ab, ob wir Single sind, sondern von unserer inneren Einstellung.

Single-sein muss nicht Einsamkeit bedeuten.

Alleinsein kann je nach innerer Einstellung als wohltuend oder als bestrafend erlebt werden!

Von Einsamkeit sprechen wir dann, wenn wir das Alleinsein oder Zusammensein mit anderen als Ausgeschlossensein und Verlassensein erleben.

Eine Patientin beschreibt ihre Einsamkeit so:

Ich sitze bei Freunden, bei Menschen, die mich lieben und schätzen und die mir das auch immer wieder sagen, aber ich fühle mich trotzdem einsam in deren Gegenwart.

Ich fühle mich so einsam und alleine. Ich fühle mich von aller Welt verlassen. Woher kommt diese Einsamkeit? Das zieht mich richtig runter, dass ich nichts dagegen tun kann. Zuhause, wenn ich alleine bin, habe ich das Gefühl als würde mir etwas fehlen, das ich vermisse. Ich komme jedoch nicht darauf, was das sein könnte. Ich weiß nicht, was mich einsam machen könnte.

Einsamkeitsgefühle können auftreten, auch wenn wir

  • verheiratet oder in einer festen Beziehung sind,
  • arbeiten gehen,
  • jung sind,
  • Kinder oder Enkelkinder haben,
  • uns in Gesellschaft anderer Menschen befinden
  • im Internet in sozialen Netzwerken aktiv sind.

Die drei Phasen der Einsamkeit

1. Die momentane, vorübergehende Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern nur kurze Zeit und sind eine Reaktion auf äußere Umstände wie beispielsweise einen Umzug, einen Krankenhausaufenthalt, Arbeitslosigkeit, den Auszug der Kinder.

Ausgelöst durch diese Ereignisse können wir von dem Kontakt mit anderen uns vertrauten Menschen abgeschnitten sein.

Diese Phase der Einsamkeit ist nicht schädlich, sondern kann hilfreich sein, um uns an neue Umstände anzupassen.

Sie deutet eine Veränderung in unserem Leben an.

2. Der langsame Rückzug

Die Einsamkeit beginnt, unser Dauerbegleiter zu sein. Unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und uns mit anderen Menschen zu unterhalten, nehmen langsam ab.

Wir verlernen zu lächeln und über Alltäglichkeiten zu reden.

3. Die chronische Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern Monate oder gar Jahre. Wir versteinern.

Unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und Beziehungen aufrechtzuerhalten, für andere attraktiv zu sein, Anerkennung anzunehmen und zu geben, sind verschwunden.

Unsere Mitmenschen wissen nichts mehr mit uns anzufangen.

Wir fühlen uns abgelehnt, überflüssig und unattraktiv und verlieren immer mehr das Vertrauen in unsere Fähigkeiten.

Wir ziehen uns zurück oder werden anderen gegenüber immer „giftiger“ und gereizter.

Wir sind im Gefängnis der Einsamkeit und Isolation gefangen.

Was macht uns für Einsamkeitsgefühle empfänglich?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte negative Einstellungen uns für Einsamkeitsgefühle empfänglich machen.

Menschen, die sich einsam fühlen, glauben, nicht liebenswert zu sein. Sie haben Gedanken wie:

Außerdem leiden sie unter einer starken Angst vor Ablehnung, d.h sind extrem abhängig vom Urteil ihrer Mitmenschen.

Sie warten auf die Initiative anderer, ihnen mit Lob und Zuspruch entgegenzukommen, weil sie das Risiko fürchten.

Manchmal wirken sie nach außen arrogant und kein Mensch scheint ihnen gut genug zu sein.

Menschen, die mit sich allein zufrieden sein können, aber auch im Kontakt zu anderen Menschen stehen, zeichnen sich durch folgende Einstellungen und Verhaltensweisen aus:

  • Sie können sich selbst annehmen und glauben, anderen Menschen etwas geben zu können.
  • Sie können damit umgehen, dass andere sie ablehnen und ihre Schwächen erkennen.
  • Sie können andere Menschen mit ihren Schwächen akzeptieren.

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Wege aus der Einsamkeit – Wie das Gefühl der Einsamkeit überwinden?

Einsamkeitsgefühle sind ein Signal der Psyche, dass sich in Ihrem Leben etwas geändert hat und/oder Ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Nehmen Sie Ihre Einsamkeitsgefühle zum Anlaß, zu lernen,

  • das Alleinsein und das Singlesein mehr zu genießen
  • mehr auf andere Menschen zuzugehen.

TIPP 1: Behandeln Sie sich liebevoll wie einen guten Freund.

Wenn Sie beispielsweise die Einstellung haben, dass es sich nicht lohnt, für Sie als Single etwas Schönes zu kochen oder den Tisch zu decken, dass der Spaziergang alleine keine Freude machen kann und Sie deshalb zuhause bleiben können, dann behandeln Sie sich abschätzig.

Ein Mensch kann einsam sein, auch wenn er von vielen geliebt wird. Anne Frank

Seien Sie es sich „wert“, sich selbst etwas Gutes zu tun.

TIPP 2: Tun Sie anderen etwas Gutes.

Bieten Sie anderen etwas an, das Sie haben: ein offenes Ohr, Ihre Gesellschaft, Zeit, Wissen, ein Lächeln, usw.

Wenn Sie anderen etwas schenken, dann tun Sie auch sich etwas Gutes.

Sie verspüren ein befriedigendes und gutes Gefühl. Sie haben das Gefühl, gebraucht zu werden und fühlen sich lebendig.

TIPP 3:Werden Sie aktiv und verlassen Ihr Schneckenhaus. Nehmen Sie Kontakt zu anderen Menschen auf – ohne allzu große Erwartungen zu haben.

Wenn Sie nicht rausgehen, sind die Chancen für neue Beziehungen und Begegnungen gleich null.

Beginnen Sie mit dem Nachbarn, dem Verkäufer im Supermarkt, dem Gemüsehändler auf dem Markt, über Alltägliches zu reden: das Wetter, Fernsehprogramm, einen Zeitschriftenartikel, den Sie gelesen haben.

Wenn soziale Ängste und Schüchternheit der Grund für Ihre soziale Isolation sind, dann lernen Sie, unverkrampfter und lockerer auf andere zuzugehen. >>> TIPPS FÜR DIE KONTAKTAUFNAHME & SMALL TALK.

TIPP 4: Interessieren Sie sich für den anderen, seine Person, seine Familie, die Kinder und erzählen Sie etwas von sich.

Hierdurch haben Sie den Eindruck, dazuzugehören und fühlen sich weniger sozial isoliert und ausgeschlossen.

TIPP 5: Stellen Sie an Ihre Umwelt keine hohen Erwartungen.

Mit dem einen Menschen können Sie über die Kinder reden, mit dem anderen Spaziergänge machen.

Ein einzelner Mensch wird nicht all Ihre emotionalen Bedürfnisse erfüllen.

TIPP 6:Suchen Sie einen Sinn für Ihr Leben, eine Aufgabe wie etwa eine ehrenamtliche Betätigung.

Wenn Sie sich eine Aufgabe geben, werden Sie hierdurch Kontakt finden und sich auch wichtig fühlen.

Ihr Leben wird eine Perspektive haben.

Bereits 60.000 Leser vertrauten meinem Ratgeber Einsamkeit >> mehr erfahren

TIPP 7: Suchen Sie sich eine Beschäftigung, mit der Sie die Zeit sinnvoll füllen können.

Ein Hobby wie etwas sammeln, etwas basteln, etwas malen, usw.

Welche Interessen und Hobbys haben Sie? Machen Sie eine Liste und informieren sich dann, wo Sie Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen können.

Wenn Sie z.B. gerne Schach spielen, dann informieren Sie sich über Schachclubs in Ihrer Stadt und besuchen diese.

Wenn Sie sich fürs Kochen interessieren, schauen Sie, welche Events hierzu in Ihrer Stadt angeboten werden.

Allein zu sein. Drei Worte, leicht zu sagen, und doch so unendlich schwer zu tragen. Adelbert von Chamisso

TIPP 8: Fragen Sie sich: Hat es auch Vorteile, alleine zu sein? Eröffnen sich durch das Single-Dasein neue Möglichkeiten? Hier einige mögliche Vorteile des Alleinseins, die vielleicht nur ein schwacher Trost sind, aber immerhin ein Trost:

  • keine Rücksicht nehmen müssen, tun und lassen können, was man möchte z.B. alles stehen und liegen lassen, wenn man keine Lust hat, aufzuräumen; ins Bett gehen, wenn man Lust hat; sich nicht zurechtmachen müssen.
  • sich nicht nach anderen und deren Wünschen und Bedürfnissen richten müssen.
  • sich die Zeit so einteilen können, wie man Lust und Laune hat.
  • keine Kompromisse beim Urlaub machen müssen.
  • keine Klagen, wenn man sehr viel Zeit mit seinem Hobby oder Freunden verbringt.

Fallen Ihnen noch weitere Vorteile ein?

Machen Sie eine Liste der Vorteile, alleine zu sein, die Sie hervorholen können, wenn Ihnen mal wieder die Decke auf den Kopf fällt.

Ganz wichtig: Alleinsein und sich selbst genug sein will gelernt sein.

TIPP 9: Denken Sie daran: Sie benötigen andere Menschen nicht, um zufrieden zu sein.

Sie machen sich Ihre schlechten Gefühle durch Ihre Gedanken, indem Sie sich einreden, nicht liebenswert oder nicht interessant zu sein.

Wenn Sie so von sich denken, fühlen Sie sich auch im Beisein anderer einsam und ausgeschlossen!

Wenn Sie sich einsam fühlen, dann sind Sie sowohl der Gefangene als auch der Gefängniswärter.

Durch Ihre Gedanken halten den Schlüssel in Ihrer Hand, Ihre Einsamkeit zu lindern.

TIPP 10: Akzeptieren Sie Ihr Single-Dasein.

Je mehr Sie Ihr Augenmerk auf Paare lenken, sich mit diesen vergleichen, diese beneiden und sich selbst bemitleiden, umso schmerzlicher erleben Sie Ihr Single-Dasein.

Ein wichtiger Schritt ist deshalb, akzeptieren zu lernen, dass Sie momentan Single sind.

TIPP 11: Gehen Sie mit der Zeit

Seien Sie aufgeschlossen für alles Neue (Handy, Computer, Musik) und die kulturellen Angebote an Ihrem Wohnort.

Wenn Sie sich den vielfältigen Angeboten verschließen, weil Sie sich z.B. für zu alt halten, dann isolieren Sie sich.

TIPP 12: Richten Sie Ihre Wohnung gemütlich ein

Fühlen Sie sich rundum wohl in Ihrer Wohnung? Gefällt Ihnen die Einrichtung? Haben Sie Bilder, an denen Sie sich erfreuen können? Haben Sie Pflanzen oder Blumen?

Je ungemütlicher, kälter oder unaufgeräumter Ihre Wohnung ist, umso weniger fühlen Sie sich zuhause wohl, umso schmerzlicher und kälter erleben Sie das Alleinsein.

Also: gestalten Sie Ihre Wohnung freundlich, warm und gemütlich, so dass Sie sich darauf freuen, nach Hause zu kommen und sich darin wohlfühlen.

TIPP 13: Bereiten Sie sich öfter eine warme Suppe, einen warmen Kakao.

Untersuchungen zeigen eindeutig: Wenn wir etwas Warmes zu uns nehmen, wird uns warm ums Herz.

Ein warmes Getränk hilft, wenn wir uns einsam fühlen.

Kann man sich vor Einsamkeit schützen?

Nein. Gelegentliche Einsamkeitsgefühle spüren wir alle immer mal wieder. Wir können aber Vorsorge treffen, dass wir nicht in eine chronische Einsamkeit fallen und vereinsamen.

Wir können

  • unseren Freundeskreis pflegen
  • Problemlösestrategien aus- und aufbauen
  • Entspannungstechniken erlernen
  • lernen, um Hilfe zu bitten
  • uns trauen, therapeutische Unterstützung zu holen
  • unser Selbstwertgefühl stärken
  • andere Menschen mit ihren Schwächen annehmen und keine allzu hohen Forderungen an diese stellen
  • Angst vor Neuem zulassen und es dennoch tun
  • andere durch Zuwendung und Interesse beschenken – dies gibt ein gutes Gefühl.
  • ehrenamtlich tätig sein.
  • das Leben lieben, statt die Dinge.

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Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Seit 35 Jahren helfe ich Menschen bei der Bewältigung persönlicher Probleme. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von leckeren Kuchen & Gebäck.

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Wie erleben Sie Ihre Einsamkeit?

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  1. Schneisslieschen schreibt am 27.01.2020

    @einsamesHerz: Glaub mir, es gibt Menschen, die zuhören und die dir guttun. Man muss sie nur finden 😉 also, lass dich nicht unterkriegen und finde jeden Tag immer wieder etwas Schönes. Auch das gibt es, man muss nur danach suchen. Wünsche dir eine gute Woche!

  2. einsames Herz schreibt am 26.01.2020

    Vielen, vielen Dank für deine warmen und verständnisvollen Worte, liebe Schneisslieschen. Dein Brief gibt mir Trost und Hoffnung, dass ich mit meiner Einsamkeit nicht ganz Alleine bin. Ich finde es schön, dass doch noch andere Menschen da draußen gibt, denen mein Schicksal und mein Lebensverlauf wohl nicht ganz kalt lässt. Anfang August habe ich im Klinikum Erlangen eine zwei Tägige Testung, ob ich an der Erkrankung FASD leide. Ich versuche stark zu bleiben, aber das ständige Alleinsein und die ständige Einsamkeit, zerfrisst mich Innerlich. Es ist ja niemand da, der/die mich motiviert, mich auffängt und/oder mir mal zuhört und mir Verständnis entgegenbringt. Ich muss alles Alleine mit mir ausmachen. Und wegen den Ärzten, ich war schon bei so vielen Ärzten/Psychologen/Psychiatern, dass ich erstmal davon Abstand nehmen will. Richtig weitergeholfen hat mir keiner von denen. Man kann sich zwar dort bei denen im Moment verbal richtig auskotzen, aber das ist dann schon alles. Wenn man die Praxis dann verlässt und man dann anschließend wieder nach Hause kommt, ist man doch wieder Alleine mit seinen Sorgen, mit seiner Hoffnungslosigkeit und mit seiner Traurigkeit im Herzen. Ich wünsche mir z.B. mal jemanden, der/die für mich mal zu meiner Schwester geht und Ihr erzählt, wie es mir so geht, mit meinen Krankheiten, mit meiner Schwerbehinderung, mit meinem Pflegegrad, mit meinem Alleinsein und mit meiner Einsamkeit. Ich kann und darf ja da nicht hin (§§ 1684+1685 BGB). Das wäre schön.

  3. Schneisslieschen schreibt am 26.01.2020

    @einsames Herz: Gib nicht auf! Es gibt IMMER jemanden, der zuhört. Ich finde es gut, wenn du dich traust, deine Gedanken, die du hier schilderst, mal ganz offen bei einem Arzt deines Vertrauens auszusprechen. Vielleicht war bisher noch nicht die richtige Therapie dabei, deine Klinikaufenthalte scheinen ja schon etwas länger her zu sein. Ich kann leider aus eigener Erfahrung sagen, dass Depressionen einen im Leben häufiger überfallen können. Suche so lange, bis die Hilfe passt, um aus deinem Tal wieder rauszukommen. Die gibt es, glaub mir!! Vielleicht hat sich in Erlangen ja was ergeben? 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Weg!

  4. einsames Herz schreibt am 01.01.2020

    Hallo liebe anderen einsamen Herzen da draußen. Frage: „Was ist wahre Einsamkeit?“ Wenn man zu Weihnachten, zu Sylvester und zum Geburtstag, keine Glückwunschkarten, keine Anrufe, kein Besuch, keine WhatsApps und keine E-Mails, mit Ausnahme von Spam E-Mails, bekommt. Das ist wirklich echt traurig und macht mir das Herz ganz schwer. Und wenn man darüber verbittert und verärgert ist, dann geht man seinen anderen Mitmenschen blöd an (die Wut/die Enttäuschung muss ja irgendwie raus) und dann gehen auch noch die restlichen Mitmenschen auf Abstand zu einem und man wird noch einsamer und die Einsamkeit nimmt immer mehr zu. Ein echter Teufelskreis. Und ich habe nicht den Mut und/oder die Motivation, um aus diesen Teufelskreis, auszubrechen. Ich habe absolut keinen (persönlichen) Kontakt mehr zu meiner Familie, ich habe keine Freunde, meine letzte Freundin hat sich 2008 von mir getrennt und seit dem habe ich auch keine andere Frau gefunden, die mich nett und/oder lieb gefunden hat. Seit Januar 2019 bin ich krankheitsbedingt Erwerbsminderungsrenter, habe einen Schwerbehinderungsgrad von 80 % und habe Pflegestufe 1 (sehr schwere Diabetes Typ 2 und Insulinpflichtig, April 2017 Schlauchmagen-Operation/Magenentfernung, ausgeprägte Fettleber, wegen dem hohen Gewicht (damals vor der Magenentfernung wog ich fast 180 kg, heute 140 kg) ausgeprägtes Asthma und COPD, Herzprobleme, seit kurzem muss ich jetzt eine Vollmaske tragen und habe ein Beatmungsgerät für die Nacht,

  5. einsames Herz schreibt am 01.01.2020

    eil ich sehr ausgeprägte Atemaussetzer mit sehr lautem Schnarchen während meines Schlafens habe, Leide unter „Binge und Night Eating“ (Fresssucht auch während der Nacht), 2010 Selbstmordversuch (habe versucht beide Pulsadern der Länge nach aufzuschneiden) und kam dann für über ein Jahr deswegen in verschiedene Psychiatrische Einrichtungen/Kliniken, habe zeitweise sehr schwere Depressionen, gekoppelt mit einer emotionalen instabilen Persönlichkeit). Im Oktober oder November steht wohl die nächste große Magen-Operation an (Magen-Bypass/Entfernung des Dünndarms). Damit ich noch schneller Körpergewicht abnehme und dadurch mein Herz und meine Lunge entlastet werden und ich auf lange Sicht, das Beatmungsgerät und auch keine Insulinspritzen mehr brauche. Unterstützung bekomme ich von keiner Seite, ist ja niemand Da, der/die mich versteht, mir zur Seite steht und/oder mich mal in den Arm nimmt und mir Trost, Wärme und Liebe gibt. Ein Teil von mir wünscht sich, dass ich bei der Magen-Operation auf den Tisch bleibe und nicht mehr wieder komme. Vielleicht bekomme ich durch meinen Tod hier, die Chance dann woanders, vielleicht zu einer anderen Zeit, ein neues Leben mit einer neuen Chance auf Liebe, Wärme, Geborgenheit zu bekommen. Die Traurigkeit und die Einsamkeit zerfrisst mich jeden Tag mehr innerlich.

Du fühlst dich einsam trotz Beziehung?

Am Anfang ist alles toll. Der Bauch kribbelt, die Hormone spielen verrückt und das Leben macht einfach nur Spaß.
Doch irgendwann holt es dich ein. Du liebst deinen Partner, ihr habt gemeinsame Hobbies und verbringt genug Zeit miteinander. Doch du fühlst dich oft einsam. Und du hast keine Ahnung, wo das herkommt. Schließlich bist du ja nicht allein.
Das kennst du schon aus deiner letzten Beziehung Vielleicht hast du dich deswegen sogar getrennt, weil du dachtest, es läge an ihm.

Lies diesen Artikel, wenn du dich endlich verbunden fühlen möchtest!

Einsam trotz Beziehung – wann kommt es bei dir vor?

Jetzt bitte ich dich, ganz ehrlich zu dir selber zu sein. In welcher dieser 3 Situationen erkennst du dich wieder?

1. Wenn der Partner da ist, ist alles OK
Viele Menschen denken, dass sie eine Partnerschaft davor schützt, einsam zu sein. Sie versuchen das Loch, das sie in sich spüren, durch Gesellschaft zu stopfen. Und es funktioniert – zumindest temporär.
Wenn der andere da ist, fühlst du dich gut. Doch sobald der andere weg ist, fühlst du dich einsam. Du fragst dich: Was soll ich jetzt tun? Mit was beschäftige ich mich jetzt? Mit wem könnte ich statt dessen Zeit verbringen?
Geht es dir so?

2. Einsam trotz Gesellschaft
Du hast einen Partner an deiner Seite. Eure Beziehung läuft soweit ganz gut. Trotzdem fühlst du dich immer wieder einsam. Du verstehst es selber nicht, denn er ist ja da. Und auch andere, wie Freunde, Familie oder Arbeitskollegen. Doch das nagende Gefühl der Einsamkeit holt dich immer wieder ein. Sogar wenn du in Gesellschaft bist.
Kennst du das?

3. Alleine ist alles toll
Alleine weißt du viel mit dir anzufangen. Du genießt es, Zeit für dich allein zu haben. Du kannst dich gut mit dir selber beschäftigen.
Doch in deiner Partnerschaft sieht das ganz anders aus. Ihr habt euch nichts zu sagen. Du fühlst dich unverstanden. Ihr lebt wie Eisenbahnschienen nebeneinander her.

Wo findest du dich wieder? Hier Klarheit zu haben ist entscheidend um zu Wissen, was du tun kannst.

Wenn du dich in Situation 1 oder 2 wiederfindest, dann solltest du hier unbedingt weiterlesen. Dieser Artikel ist genau für dich geschrieben!
Bei Situation 3 solltest du dich um deine Beziehung kümmern. Die Übungen aus diesem Artikel könnten dir helfen.

Einsamkeit ≠ Alleinsein

Oberflächlich beschreiben beide Wörter die gleiche Situation. Doch zwischen Einsamkeit und Alleinsein ist ein großer Unterschied. Ein Mensch kann oft allein sein und muss sich nicht zwangsläufig einsam fühlen.
Umgedreht kann sich ein Mensch auch einsam fühlen, obwohl er nicht alleine ist. Dieses Gefühl kann also auch entstehen, wenn wir in einer Beziehung sind oder viele Freunde haben.

Einsamkeitsgefühle entstehen nicht, weil wir alleine sind, sondern weil wir uns alleine fühlen. Wir können in der dichtesten Menschenmenge oder in den Armen eines geliebten Menschen sein und uns trotzdem einsam fühlen.

Doch was ist es dann, wenn nicht die Gegenwart anderer Menschen, die uns ein Gefühl von Gemeinsamkeit vermittelt?

Die Lösung liegt in dir selber! Es gibt da ein Loch in dir, das nur du stopfen kannst!

In der Einsamkeit suchst du ständig im Außen. Du bist nicht bei dir und in Gedanken beim anderen. Etwas fehlt dir. Du suchst nach deiner Erfüllung außerhalb. Er soll dich glücklich machen. Damit gibst du ihm eine Verantwortung, der er nicht gerecht werden kann.

Lerne das Alleinsein lieben und du wirst dich nie wieder einsam fühlen!

Deine Aufgabe ist es, die Verantwortung für deine Einsamkeit zu übernehmen! Lerne, dass Alleinsein zu lieben. Wenn du glücklich und zufrieden einfach nur mit dir selber sein kannst, findest du Erfüllung. Du brauchst den anderen nicht mehr. Du entdeckst dein Glück in dir selber. Du bist dir genug. (Was nicht heißt, dass ein Partner dir zu deinem Glück nicht beitragen kann.)

Der Ursprung

Wenn wir geboren werden, sind wir hilflos. Neben Nahrung und Fürsorge brauchen wir auch Liebe, sonst sterben wir. Wir möchten uns geliebt, gesehen und verbunden fühlen.
In der Regel sind es unsere Eltern, die uns das geben.
Entsteht in unserer Kindheit ein Defizit auf einer dieser Ebenen, sind wir ein Leben lang bedürftig danach. Doch anstatt im Außen danach zu suchen und immer wieder enttäuscht zu werden, heile diese „Wunden“ in dir selber.

Es liegt in deiner Verantwortung

Was du tun kannst, um diese Wunden zu heilen: Akzeptiere als Erstes, dass niemand anderes dir helfen kann, glücklich zu werden. Du selbst trägst die Verantwortung dafür. In deinem Inneren gibt es nur dich, da bist du immer alleine. Renn nicht davon weg. Bleib stehen, fühle in dich hinein, werde dir selbst bewusst. Lerne das Alleinsein zu lieben, es verrät dir so viel über dich.

Wenn du dir diese 3 Dinge gibst, wirst du dich nie wieder einsam fühlen: Liebe, Verbindung, Gesehen und Verstanden werden. Es liegt an dir, dir das zu geben.

Wenn du das schaffst, bist du nicht mehr auf jemand anderen angewiesen, um dich gut zu fühlen. Das ist Freiheit – und die beste Ausgangslage für eine erfüllte Beziehung!

Verbringe dafür jeden Tag etwas Zeit mit dir selber. Und zwar nur mit dir selber. Geh in dich. Fühle dieses Gefühl des Alleinseins. Fühle die Unabhängigkeit, die mit diesem Gefühl kommt.
Übe dich darin, allein zu sein. Jeden Tag, ein kleines bisschen. Geh in dich und verbinde dich mit deinem Inneren. Ohne Ablenkung. Nur DU.

So wurde ich gezwungen, das Alleinsein lieben zu lernen

Im August 2013 ist es passiert. Bei einem Sturz beim Klettern habe ich mir mein rechtes Sprunggelenk kompliziert gebrochen. Es musste sofort operiert werden. Es folgten ein paar Wochen ruhig halten, mit Bein hoch legen und insgesamt 12 Wochen an den Krücken.

Um mich herum waren alle „normal“ berufstätig, meine beste Freundin gerade zu einer längeren Europareise aufgebrochen… So war ich sehr viel alleine.

Das kannte ich nicht. Ich habe mich immer beschäftigt. Zeit für mich alleine habe ich nie gebraucht. Doch durch den Unfall ist das ganz anders geworden!

Ich hatte Zeit, viel Zeit. Ich wusste erst nicht viel mit mir anzufagen. Dann wurden auch lesen und fernsehen langweilig. Und dann habe ich angefangen, die Zeit für mich zu nutzen. Ich habe mich mit mir auseinandergesetzt. Mir viele Fragen gestellt. In mich hineingehört. Und mich auch mit meinem Unfall Beschäftigt. Ich glaube nämlich nicht daran, dass einem so etwas zufällig passiert.
Ich habe mich in dieser Zeit viel besser kennen gelernt. Und vor allem habe ich die Zeit mit mir alleine schätzen gelernt. Heute möchte ich sie nicht mehr missen!

Früher wäre ich nie allein in ein Café gegangen um einen Kaffee zu trinken. Heute liebe ich es!

Was muss bei dir passieren, um dich mit dem Alleinsein auseinanderzusetzen?

Es ist eine Entscheidung, die ganz allein bei dir liegt!

Alles Liebe
Natalie

Guten Morgen,
Ja, das hier wird ein anonymer rumheul-Thread.

Vorab:
Seit 2010 lebe ich bei meiner Mutter und mein Bruder bei meinem Vater.
Ich sehe meinen Vater nicht häufig, da ich mir nicht die Mühe mache zu ihm zu fahren, da er aktuell wieder auf einem sehr „rechten“ Trip gegen Flüchtlinge ist, und man den Typ auch einfach keines besseren Belehren kann.
Jedes mal wenn ich wieder dort bin, meint er aber ich solle häufiger kommen, er würde mich so vermissen, blah.
Kauf ich ihm nicht ab. Er könnte mich ja auch besuchen, meine Mutter ist quasi nie zuhause.

So, zum 01.10. ziehe ich um.
Mein Großvater (mütterlicherseits) hatte im Mai einen Schlaganfall, da meine Mutter zu ihrem Freund ziehen will, zieh ich zu meinen Großeltern um meine Großmutter etwas zu untersützen und meinen Opa ins Krankenhaus bringen zu können, wenn was ist.

Für meine Mutter und mich steht also ein Umzug an, sie hat sich mit ihrem Freund ein Haus gekauft, welches die beiden nun renovieren, und ich bin aktuell dabei die obere Etage des Großelternhauses etwas aufzuhübschen, zu streichen, Boden zu verlegen, etc.
Mein Onkel, dem das Haus inzwischen gehört, unterstützt mich zumindest beim Boden verlegen und hat auch einige Stellen in den Zimmern neu verputzt.

Und damit hätten wir jegliche Hilfe die ich von meiner Familie erhalte abgehakt.
Meine Großeltern lass ich außen vor, ich will auch nicht dass die Zeug die Treppen rauf schleppen.

Meine Mutter war letzte Woche im Urlaub, ich durfte in der Zeit den Sperrmüll aus unserer gemeinsamen Wohnung mehr oder weniger allein stemmen. Sie hat mir meinen Bruder zur Seite gestellt.
Dieser hat sich – nachdem er das Wohnzimmersofa mit einer Kettensäge zerkleinert hat, alles aussah wie sau und er immerhin 3 Teile runter getragen hat – einfach verzogen. Abgehauen.
Und ich stand dann da, mit’nem Schrank, Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Sofaresten, Sessel – die ich alle den 2. Stock und ’ne lange, steile Auffahrt runter schleppen musste – und ’nem verwüsteten Wohnzimmer da.
Hat übrigens gesagt, unser Vater hätte angerufen und er müsse _SOFORT_ gehen.

Nach einem kurzen Nervenzusammenbruch und ausheulen bei meinem Freund – welcher leider 100km weg wohnt und mir deswegen nicht „eben mal“ helfen konnte – hab ich dann alles allein an die Straße gezerrt. Mit steigender Wut natürlich.
Weil meine Mutter lieber Urlaub macht, mein Bruder sich einfach verzieht, und mein Vater es nicht einsieht mal irgendwas zu tun.

Dann wollte ich theoretisch heute mit meiner Mutter zum Ikea. Ich fahr nur einen kleinen Corsa, deswegen bekomme ich Fußleisten und Trittschalldämmung nicht in mein Auto, sonst würd ich lieber allein fahren.
Dann schrieb sie gestern „achja, oh.. Das machen wir Mittwoch, Donnerstag fahr ich das dann dahin!“

Am 01.10. ist Einzug, am Wochenende räume ich Zeug da rüber, und die kommt jetzt mit „Neee, ich fahr das (WICHTIGE ZEUG FÜR DEN BODEN) lieber erst Donnerstag“.

Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass meine Familie mich einfach allein lässt.
Ist ja nicht so, dass wir alle totaaaal weit auseinander wohnen.
Ich zieh in einen ca. 15km entfernten Ort, 3km von mir – und näher an meinem zukünftigen Wohnort – wohnen mein Vater und mein Bruder. Der Ikea ist ca. 20-25km vom zukünftigen Wohnort.
Dennoch scheine ich ja zu viel zu verlangen.

Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Thread erhoffe..
Irgendwie musst ich das einfach mal wem mitteilen.

Nie alleine und doch so einsam: Einsamkeit der Mütter

27. März 2018

  • Autor Mirka Huber
  • Thema Auszeit für mich, Elternleben, Erfahrungen, Zeit für mich

Ein Baby zu versorgen bedeutet viel Arbeit. Doch auch wenn das Baby dauernd nach Aufmerksamkeit schreit, fühlen sich viele Frauen alleine und verlassen. Karenz wird für sie zu einem Synonym der Einsamkeit.

Die spannende Zeit der Schwangerschaft scheint endlos zu sein. Werdende Eltern können es kaum erwarten, das Baby endlich zu sehen, zu spüren, kennenzulernen. Und dann ist es so weit: Das kleine Wesen ist da und nach den Turbulenzen der ersten Tage ist die junge Familie endlich zu Hause. Der Alltag kann beginnen.

Immer mehr Väter verbringen einige Zeit nach der Geburt zu Hause und unterstützen ihre Partnerinnen. Doch wenn diese wertvolle Zeit vorübergeht, bleiben Frauen mit ihren Babys meistens alleine. Und für viele beginnt eine sehr einsame Zeit.

Gespräche mit meinem Baby

„Ich weiß, dass man alte Gewohnheiten aufgeben muss oder will, wenn man Mama wird. Manches geschieht einfach von selbst. Und das ist auch gut so. Ich bin als Mama wirklich sehr glücklich und freue mich über jede Sekunde mit meiner Tochter. Nur hat jede schöne Seite meistens eben auch eine Schattenseite. Klingt so depressiv, soll es aber gar nicht. Ich fühle mich halt manchmal nur sehr einsam. Trotz Tochter. Trotz Mann. Trotz Glück,“ beschreibt ihre Gefühle eine frischgebackene Mama.

Berufliche Herausforderungen, Treffen mit Freundinnen, Ausgehen am Wochenende – das alles scheint so weit weg zu sein. Die vielen Menschen, die uns noch vor wenigen Wochen begleitet haben, sind nicht mehr da. Statt dessen ein Baby, das im besten Fall viel schläft.

Manchmal kommt es vor, dass die Frauen in Karenz tagelang nur das Baby zum Reden haben. Der Partner arbeitet, die Familie und Freunde haben kaum Zeit. „Ich habe mich nach der Geburt monatelang sehr einsam gefühlt. Die Tage waren endlos lang, ich hatte niemanden, der mich besuchte. Und anfangs traute ich mich auch kaum aus der Wohnung, da ich mit dem Baby oft überfordert war,“ verrät eine Frau in einem Elternforum.

Ein Problem aus vielen Gründen

Die Einsamkeit mit Baby kann viele Gründe haben. Manchmal liegt es daran, dass das nähere Umfeld berufstätig ist und außer am Wochenende keine Zeit hat. Manchmal isolieren sich die Mütter aber auch selbst. Oft unbewusst.

„Plötzlich war ich mit dem Baby alleine zu Hause und mir wurde klar, dass sein Leben von mir abhängt. Das machte mir große Angst. Ich kontrollierte es gefühlte tausendmal am Tag und zählte Minuten, bis mein Mann endlich nach Hause kam. Ich war dauernd nur mit meinen Gedanken beschäftigt und wollte nicht rausgehen, obwohl ich mich nach ein wenig Gesellschaft sehnte,“ erzählt eine andere Mutter.

Mit steigender Sicherheit in Sachen Babypflege verschwinden in diesem Fall solche Gefühle meistens und die Frauen trauen sich eine Beschäftigung außerhalb der eigenen vier Wände zu suchen.

Doch was, wenn diese Sicherheit nicht kommt? Was, wenn auch nach Monaten das Baby anders tickt, als man erwartet? „Der kleine hatte Phasen, wo er nur geweint hat. Ich wusste nicht, was er will. Ich habe alles versucht. Ich fühlte mich so unfähig und traute mich nicht mit ihm rauszugehen. Die Vorstellung, dass er in der Stadt anfängt zu brüllen, machte mich wahnsinnig. Ich wollte nicht, dass mich alle anschauen und sich fragten, wieso ich mein Kind nicht beruhigen kann,“ erklärt die Gründe für ihre freiwillige Isolation eine weitere Frau.

Vielfältige Gründe, doch das Ergebnis ist immer gleich: Verzweiflung, Trauer, Nervosität. Das Bedürfnis nach einer Gesellschaft wird immer größer. Frauen sehnen sich nach sozialen Kontakten im erwachsenen Umfeld.

Der Weg aus der Einsamkeitsfalle

Wenn die bisherige Personen im Leben einer Mutter keine Zeit haben, ist es an der Zeit sich andere Verbündete zu suchen. Gerade die Mutterschaft bietet eine wunderbare Möglichkeit, um neue Freundschaften zu knüpfen. Gleiche Sorgen, Aufgaben und ähnliche Tagesabläufe bieten viele Gesprächsthemen. Man tauscht Tipps, teilt Sorgen und sieht, dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist. Gerade ein Austausch mit anderen Müttern kann für die nötige Sicherheit im Umgang mit dem Baby sorgen. Hier ein paar Tipps, wie man die Einsamkeit bewältigen kann:

  • Krabbelgruppen

Heutzutage gibt es eine große Menge an Angeboten für Mütter und Babys. Eine Krabbelgruppe vereint Mütter, die ihre Zeit in einer Gesellschaft verbringen möchten, die sie versteht. Während sich die Babys beschäftigen, können sich die Mütter austauschen.

  • Sport mit Baby

Sportkurse für Mütter mit Babys haben mehrere Vorteile. Die Bindung zwischen Mama und Kind wird gestärkt, der Körper bedankt sich auch nach der anstrengenden Zeit der Schwangerschaft und man trifft andere Mütter, die fit sein wollen.

  • Verschiedene Babykurse

Wer es gemütlicher angehen will und trotzdem ein wenig Herusforderung sucht, kann aus vielen Kursen für Babys wählen: Babymassage, Babyturnen, Babyyoga, Babymusikstunden …

  • Parks

Ein gemütlicher Spaziergang in einem Park kann auch zu neuen Kontakten verhelfen. Hier ist allerdings ein wenig Kontaktfreudigkeit gefordert, denn Mütter mit Kinderwägen gibt es bestimmt genug. Man muss sie nur ansprechen.

  • Internetplattformen für Mütter

Perfekt für Frauen, die sich vielleicht nicht trauen, andere direkt anzusprechen. Bei verschiedenen Themen in Elternforen kommt man sich schnell näher. Man muss nur noch ein Treffen vereinbaren, was einem beim Schreiben oft leichter fällt. Viele Foren veranstalten auch schon ihre regelmäßigen Treffrunden, bei denen man einfach mitmachen kann.

  • Kleine Auszeit vom Elternsein

Wenn die Einsamkeit unerträglich wird und einem die Decke auf den Kopf fällt, ist es vielleicht an der Zeit, sich ein wenig Auszeit zu gönnen. Wenn es möglich ist, kann die Mutter einen Papa-Abend vereinbaren, an dem sich der Papa um das Baby kümmert und die Mama die Zeit für sich nützt. In einem Idealfall betreut das Baby die Oma und man nützt die Zeit für Zweisamkeit. Oft reichen schon wenige Stunden um abzuschalten.

Einsam trotz Familie

Hallo
Ich weiß, dass dieses Thema nicht hierher gehört aber ich möchte anonym schreiben, da ich mich für mein Problem schäme aber ich muss irgendwohin mit all meinen Gedanken. Ich bin knapp 30 J., verheiratet, habe zwei Kinder (8 J. und 1 J.) und sollte eigentlich glücklich sein. Doch ich bin so unglaublich traurig und verzweifelt, dass ich mein Glück gar nicht genießen kann. Ich bin so wahnsinnig einsam und das macht mir immer mehr zu schaffen. Ich habe eigentlich nur eine Freundin. Allerdings sehen wir uns sehr sehr wenig. Ansonsten habe ich noch eine Schwester mit der ich seit ein paar Monaten wieder Kontakt habe.
Seit einigen Wochen macht mich diese Einsamkeit so fertig, dass ich anfing mich zu hinterfragen. Wieso ich so bin wie ich nunmal bin… die Antwort kannte ich schon immer. Meine Familie ist schuld!
Ich bin in einem schrecklichen Elternhaus aufgewachsen. Ich habe 5 Brüder und 1 Schwester. Ich bin die Jüngste. Mit etwa 11 fing es an, dass mein Bruder mich missbrauchte. Oft! Fast 2 Jahre lang. Nachdem ich es nicht mehr ausgehalten habe schrieb ich meiner Mutter einen Brief. Danach hörte es auf.
Ein paar Wochen später schnitt sich mein Bruder die Pulsadern auf. Er überlebte und kam in die Psychatrie. Zu Hause wurde alles totgeschwiegen was er mir angetan hat. Niemand verlor je ein Wort darüber. Schlimmer noch… niemand war einfach je für mich da.
Noch dazu war ich überhaupt nicht hübsch. Wurde in der Schule gemobbt. Hatte fast nie Freunde. Ich war überall der Außenseiter. Fast täglich schnitt ich mich heimlich im Badezimmer.
Mein Vater hat die Familie verlassen, da war ich ein Jahr alt. Mein Stiefvater war gewalttätig gegenüber meinen Brüdern und meiner Mutter. Ich habe oft mitbekommen in der Nacht wie er sie schlug oder sie die Treppen runterschubste. Er ging ihr ständig fremd. Meine Brüder waren und sind alle bis auf einer kriminell. Drogen, Schwere Körperverletzung usw.
Meine Mutter starb als ich 17 Jahre alt war ganz plötzlich an Lungenkrebs. Eine Woche nach Diagnose ist sie ist verstorben.
Ich habe sofort meine Sachen gepackt und bin in eine fremde Stadt gezogen.
Ich habe hier meine Schule beendet, meine Ausbildung gemacht und meine Familie gegründet.
Richtig glücklich aus tiefstem Herzen war ich aber nie. Ich habe immer wenn es hoch kommt es geschafft die Gedanken wieder zu verdrängen.
Mir fehlt es so sehr nie einer Liebende Mutter gehabt zu haben. Ihr ging es selbst nicht gut dass weiß ich aber wer Kinder in die Welt setzt sollte wenigstens in der Lage sein Ihnen zu sagen und zu zeigen dass man sie liebt.
Meinen Vater kenne ich kaum, er hat andere Kinder großgezogen und wollte uns nicht.
Doch da ich wie oben geschrieben kaum Kontakt zu jemanden habe und nur eine Freundin habe bin ich seit dem meine Kleine auf der Welt ist ziemlich allein.
Ich liebe meine Familie über alles aber es ist auch nicht einfach mit ihr.
Ich bin zur Zeit einfach nur noch am weinen wenn ich alleine bin. Es überkommt mich einfach. Es ist so anstrengend jeden Tag Mama zu sein wenn einem einfach mal nicht danach ist. Andererseits zwingen sie einen ja schon quasi dazu stark zu bleiben.
Ich weiß jeder ist seines Glückes Schmied aber mir fehlt zur Zeit einfach jegliche Motivation mich aufzuraffen, etwas zu ändern. Mein Mann ist nur noch genervt von mir und meinen Launen.
Er hätte es gern ich wäre den ganzen Tag gut gelaunt und würde meinen Pflichten als Ehefrau nachgehen. Ansonsten sollte hier und da eine Umarmung als seelische Unterstützung ausreichen. Er arbeitet übrigens im Schichtdienst, was ebenfalls unglaublich anstrengend für uns alle ist.
Ich versuche mir immer wieder einzureden, dass es besser wird und das wird es mit Sicherheit auch. In einem Jahr habe ich auch wieder vor zu Arbeiten.
Doch zur Zeit fühle ich mich trotzdem überfordert… mit meinen Pflichten als Ehefrau und Mutter und vor allem mit meinen täglichen Gedanken.
Es tut mir leid wenn alles so durcheinander geschrieben ist und es tut mir leid wenn all das so kalt rüberkommt.
Liebe Grüße …

Die Ostertage sind vorbei. Tage, an denen Familien zusammenkommen, sich Freunde zum Brunch treffen. Für viele sind es aber auch Tage der Einsamkeit. 2012 fühlten sich in der Schweiz 36 Prozent der Menschen einsam. Fünf Jahre vorher waren es noch sechs Prozent weniger gewesen. Manfred Spitzer hat ein Buch über Einsamkeit geschrieben. Er nennt sie „die unerkannte Krankheit“.

Manfred Spitzer

Psychiater

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Manfred Spitzer hat Psychologie, Medizin und Philosophie studiert. Der Facharzt für Psychiatrie ist seit 1998 ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Uniklinik in Ulm. Dort beschäftigt er sich vor allem mit Neurodidaktik.

SRF News: Warum halten Sie Einsamkeit für eine Krankheit?

Manfred Spitzer: Einsamkeit tut weh, sie ist ansteckend und sie bringt uns um – zumindest gemäss den Daten, die wir heute haben. Wenn das keine Krankheit sein soll, dann weiss ich nicht, was man Krankheit nennt.

Wie genau bringt uns die Einsamkeit denn um?

Einsamkeit erzeugt Stress. Das ist nachgewiesen. Und Stress erhöht den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, reguliert die Immunabwehr runter, und damit erhöhen sich die Chancen für Krebs. Genau das zeigen auch die Daten.

Leute suchen das Alleinsein, weil sie mal Ruhe haben möchten. Das ist völlig normal.

Fragen Sie, ob die Leute hohen Blutdruck oder Übergewicht haben, trinken oder rauchen sie oder sind sie einsam? Und schauen Sie nach zehn Jahren, wer noch lebt. Von denen, die einsam sind, leben die wenigsten noch.

Was ist mit den Menschen, die gerne alleine sind?

Es gibt einen grossen Unterschied zwischen dem subjektiven Erleben, dass man einsam ist, und dem Alleinsein. Das hat zwar schon miteinander zu tun, aber nur geringfügig. Das heisst, es gibt Menschen, die dauernd unter Leuten sind, sich aber trotzdem einsam fühlen. Umgekehrt gibt es Leute, die sozial isoliert sind, und sich selten oder gar nicht einsam fühlen. Wenn man das unterscheidet, versteht man, wie es sein kann, dass Leute das Alleinsein suchen, weil sie mal Ruhe haben möchten. Das ist völlig normal. Aber Einsamkeit sucht niemand.

Ab wann ist man Ihrer Ansicht nach zu einsam?

Letztlich dann, wenn man sich oft einsam fühlt. Dieses Gefühl ist das, was einen so hilflos macht. Dann kommen einem Gedanken wie: „Ach, die anderen wollen mich eh nicht, ich gehe denen doch nur auf die Nerven.“ Und wenn es dann tatsächlich chronisch wird, und man dieses Gefühl immer wieder hat, dann wird die Einsamkeit selbst zum Problem, dann wirkt sie krankhaft.

Wer sich einsam fühlt und dann mit anderen zusammen ist, zieht diese runter.

Wie kann man sich mit Einsamkeit anstecken?

Wer sich einsam fühlt und dann mit anderen zusammen ist, zieht diese runter. Das heisst, er kann einem das Gefühl von Einsamkeit vermitteln, obwohl man es selbst gar nicht erlebt. Das zeigt eine grosse Studie aus dem Jahr 2009. Sie galt eigentlich Herzkrankheiten. Forscher fanden dann aber heraus, dass Einsamkeit tatsächlich ansteckend ist. Und dies nicht nur von Freund zu Freund, sondern auch über einen Freund von einem Freund des Freundes – also über drei Ecken.

Das hiesse, dass wir einsame Menschen meiden müssten. Das kann doch nicht in deren Sinne sein?

Das ist richtig, aber andererseits muss man sich immer überlegen, dass es Menschen gibt, die besonders anfällig sind für Einsamkeit. Wenn man merkt, dass man selbst sehr empfänglich ist, hat man keine andere Chance, als zu versuchen, nicht zu viel Kontakt zu einsamen Menschen zu haben. Es gibt auch Menschen, denen das überhaupt nichts ausmacht. Die können durchaus Kontakt mit einsamen Menschen haben, ohne selbst einsam zu werden. Es ist wichtig, einschätzen zu können, ob man selbst dafür empfänglich ist oder nicht. Wenn man es ist, muss man auch ein bisschen auf sich achten.

Warum nimmt die Einsamkeit in der Bevölkerung zu?

Wir haben einen Trend zu mehr Singlehaushalten. Weltweit gibt es einen Trend zur Verstädterung. Im Jahr 1900 haben 13 Prozent der Weltbevölkerung in Städten gelebt, heute sind es über 50 Prozent. In der Stadt leben zwar viele Menschen. Aber die Chance, dass wir jemanden treffen, den wir kennen, ist viel kleiner als in einem Dorf. Denn dort kennt jeder jeden.

Man kommt aus dem Wald als sozialeres Wesen wieder raus, als man reingegangen ist.

Und wir haben auch einen Trend zur Mediatisierung. Junge Menschen verbringen sechs bis neun Stunden täglich mit Medien. Das Medium ist das Vermittlende. Soziales Erleben ist aber zunächst einmal unmittelbar. Wenn ich mit anderen zusammen bin, schaue ich ihnen in die Augen, höre ihre Stimme, die Sprachmelodie, sehe die Gestik, die Mimik. Das ist das Entgegengesetzte von medialem Zusammensein. Soziale Medien gibt es eigentlich gar nicht.

Was kann man tun, wenn man sich einsam fühlt?

Man kann sich in die Natur begeben, sogar allein. Das Verrückte ist, dass neueste Studien zeigen, dass dadurch Einsamkeit bekämpft werden kann. Man kommt aus der Natur als sozialeres Wesen wieder raus, als man reingegangen ist. Man hat entsprechende Experimente gemacht und gezeigt, dass das Erleben der Natur uns zu freundlicheren, zugewandteren und hilfsbereiteren Lebewesen macht als die Betonwüste in der Stadt. Wer das weiss, kann sich sagen: „Okay, ich gehe jetzt mal in den Wald.“ Wenn er nach drei Stunden wieder zu seinen Leuten geht, reagiert er weniger abwehrend und neigt vermehrt dazu, sich der Gemeinschaft zuzuwenden. Das ist ein Befund, den man – gerade heutzutage – nicht laut genug verkünden kann.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

Thema: Ich fühle mich nur noch allein gelassen , was tun?

Hallo,
ich, 26 Jahre und weiblich, fühle mich momentan wirklich schlecht und habe das Gefühl, dass mich niemand versteht. Seit meinem 18. Lebensjahr wohne ich alleine und habe mich finanziell immer selbst über die Runden gebracht. Dementsprechend kriege ich schnell Panik, wenn in meinem Leben etwas nicht funktioniert, weil ich ja selber alles wieder mit voller Kraft (v.a. finanziell) stemmen muss.
Zu meiner Problematik: In letzter Zeit (seit Ende 2014) ist einfach Vieles auf einmal gekommen. Erst hat mich mein Freund verlassen, womit ich 3 Monate lang emotional zu kämpfen hatte… Dann musste ich meinen Job kündigen wegen Mobbings. Ich habe anschließend sofort eine neue Stelle gefunden. Aber der erste Lohn kommt wahrscheinlich erst so spät, dass ich ein Monat ohne Geld da stehe… Meine Eltern sind arm und können mich auch nicht finanziell unterstützen. Hinzu kommt es, dass mich immer andere um Hilfe bitten… Da ich angehende Sozialpädagogin bin, fragen mich alle nach Hilfe, weil sie spüren, dass ich sie vertreten oder Ihnen Tipps geben kann. Das fängt bei meiner Mutter an, die krank ist und 100 km von mir entfernt wohnt und hört bei meinen Kommilitonnen auf, die jeden Mumpitz bei mir nachfragen, weil ich den besten Überblick in der Uni zu haben scheine. Wenn ich meinen Kommilitonnen dann Tipps gebe, finden sie diese Tipps nicht gut und machen ihre Arbeiten einfach falsch. Das merken sie dann spätestens, wenn sie irgendwo durchfallen. Sehen es aber nicht ein, dass ich Recht hatte. In den Gruppenarbeiten werde ich in Stich gelassen und die Uni hilft mir da auch nicht mehr weiter, weil ich es ja selber lernen müsse, in Gruppen zu agieren…
In letzter Zeit weine ich nur noch… Denn jetzt kommt das Schärfste: Meine beste Freundin sagt, ich wäre ja depressiv, weil ich weinen würde und meine Probleme ja gaaar nicht so schlimm wären. Sie ist nämlich auf einem spirituellen Trip und meint, dass man sich von seinen „weltlichen“ Problem losreißen sollte. Ich wäre in ihren Augen schwach und nicht resilient. Ich sollte meditieren und die Welt aus einer anderen Perspektive sehen… Da pack ich mir an den Kopf… Ich habe das Gefühl, dass sie mich überhaupt nicht versteht… Ich glaube nicht, dass ich durch meditieren meinen Lohn früher bekomme oder die Leute einfach anfangen, auf mich zu hören… Und mein Ex kommt dadurch auch nicht zurück… Sie hört mir auch nicht mehr zu, weil sie meine Probleme als Quatsch ansieht. Auch mein Ex hat mich verlassen, weil ich mir zu viel Kopf um alles machen würde. Aber er selbst hat auch immer alles von seinen Eltern in den Hintern gesteckt gekriegt und weiss gar nicht, wie wichtig und schwer es ist, seine eigene Wohnung zu unterhalten und sein Geld selbst zu verdienen, bzw. welche Gedanken man sich machen muss. Die Einzige, die sich meine Probleme anhört, ist meine Mutter, die mir aber nicht helfen kann, weil sie selbst krank ist…
Dementsprechend fühle ich mich einfach nur noch allein… Ich hoffe eigentlich nur, dass der ganze Schmerz irgendwann mal vorbei ist und warte ab… Aber was kann man denn noch so machen? Muss ich ernsthaft zum Psychologen gehen?

Thema: Fühl mich allein gelassen…….

Hallo,
ich hoffe einige von Euch können mich verstehen und mir vielleicht ein paar Tips geben.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren zusammen davon 7 verheiratet. Wir haben zwei Kinder ( 5 und 12 Jahre den großen habe ich mit in die Ehe gebracht).
Vorweg möchte ich sagen das ich meinen Mann sehr liebe und ihm sehr viel zu Verdanken habe. Unser großer war sehr krank und mein Mann war immer für ihn da und hat mich super unterstützt.
Unsere Probleme sind eigentlich keine Eheprobleme oder so, mehr Meinungsverschiedenheiten.
Seit März arbeite ich nun wieder mehr Stunden (25 die Woche) weil mir zu Hause einfach alles zu stumpf war und ich nicht nur die Wasch-Putz….Frau sein wollte.
Wir haben uns gemeinsam dafür entschieden und mein Mann und unser großer waren bereit „auch mal mehr“ zu Hause zu helfen.
Die Kinder sind super, selbst der kleine hilft mir total süß z. B. beim Spülm. ausräumen usw.
Es hat ja nun auch jeder was von dem „mehr“ Geld was nun in der Kasse ist.
Leider fühle ich mich von meinem Mann etwas allein gelassen. Ja er hat Nachtschicht , dafür schläft er auch Tags das respektiere ich alles.
Aber auch andere Männer haben Nachtschicht und müssen mal den Rasen mähen…….
Von alleine klappt überhaupt nix oder wird auch nichts angefangen. Erst wenn ich sage, das Auto wäre mal wieder fällig, der Rasen, ……
Wir hatten uns drauf geeinigt das wir uns Sonntags Abends zusammen setzten und die Woche durchsprechen.Welche Termine liegen an , wer könnte was übernehmen, was kochen wir die Woche ( Einkaufszettel).
Tja mein Mann verlässt sich da auf mich und wartet quasi das ICH komme und ihm sage was zu tun ist.
Ich verlange doch wirklich nicht viel, trotz meiner 25 Stunden Woche, halte ich unsere 130 Quadrat Wohnung alleine sauber. Kümmere mich um Schulangelegenheiten, Kiga-Sachen.
Schmeiss den Haushalt, kleide die Kinder ein, plane Geburtstage mit allem drum und dran, fahre die Kinder zu ihren Hobbies, ……..
Fahren wir in Urlaub packe ICH für alle. Weihnachten besorge ICH alle Geschenke selbst für SEINE 3 Patenkinder.
Klar mein Mann saugt mal die Wohnung , geht mit einkaufen…..was mir fehlt ist, das er von SELBER mal sagt Du ich habe das Auto gemacht oder nächste Woche hat mein Patenkind Geburtstag sollen wir was kaufen……
Das kommt NIE.
Es wird sich auf mich verlassen bei einfach allem.
Er sagt zwar ja ich vergesse das halt immer, aber wenn jemand was am PC kaputt hat das erledigt er sofort oder weiß genau wann er da sein muss.
Pfingsten hat er z.B. eine Motorradtour mit Arbeitskollegen gemacht. Ich staunte nicht schlecht als ca. eine Woche vorher das Motorrad sauber war, sämtliche Utensilien gekauft waren….
WIESO geht das bei so etwas ????
Ich liebe meinen Mann wirklich aber ich bin einfach mit meiner Kraft am Ende.
Alles bleibt an mir hängen, ich sehe aber nicht ein meine Arbeit wieder dran zu geben um hier die Herren der Schöpfung wieder konmplett zu bedienen.
Dazu kommt noch unser größter Streitpunkt.
ERZIEHUNG.
Eigentlich regle ich die Erziehung alleine und man sagt meine Jungs wären sehr gut erzogen und lieb. Das stimmt wirklich wir haben halt gewisse Regeln hier und es klappt damit sehr gut.
Meine Kinder dürfen nicht täglich fernsehen denn mir ist frische Luft und gemeinsame Unternehmungen wichtiger.
Da hatten wir noch nie Probleme mit, sie aktzeptieren es wenn ich sage nach dieser Sendung wird aus gemacht.
Mein großer Sohn darf nur bestimmte Stunden pro Woche an seinen Comupter was ebenfalls super klappt.
Das Problem ist wieder mal mein Mann !!!!
Er setzt den Kindern elektronisches Speilzeug vor ohne es mit mir abgesprochen zu haben.
Die Regeln darf ich dann stellen und durchführen
was dann schon mal zu Disskusionen führt.
Den größten Streit hatte mein Mann und ich letztes Weihnachten als er dem kleinen einen Game boy kaufen wollte und ich sagte NEIN einen Lük-Kasten.
Wir haben nun hier zu Hause ein Arsenal an sorry „shit“ elektr. Spielzeug was ich am liebsten aus dem Fenster schmeissen würde.
( eine Playstation, eine PSP, eine Wii und den normalen PC)
Mein Mann kauft es einfach mit den Worten :……..du spinnst wir leben im 21 Jahrhundert da ist das normal!!!! Du lebst wohl noch hinterm Mond…..
Das bekomme ich zu hören.
Ich versuche meinen Kindern andere Sachen zu vermitteln, wir lesen im Bett viel Bücher, machen Spiele, sind einfach viel draußen.
Tja Papa kommt und macht was elektronisches an. ICH könnte schreien , wegen mir könnte man auch den Fernseher abschaffen ICH bekomme meine Jungs auch ohne all diesen Kram groß.
Manchmal wünsche ich mir eine eigene kleine Wohnung für mich und die Jungs das endlich diese Disskusionen aufhören.
Weil ich bin doch eh für alles selbst verantwortlich und zuständig.
Irgendwie macht mir das Angst das ich das schon denke !?
Wir finden einfach keinen gemeinsamen Nenner.
Was könnte ich machen ??
Petti

Einsamkeit – innere Leere

Einsamkeit, innere Leere, das Gefühl, überflüssig und ungeliebt zu sein: warum fühlen wir uns einsam, wie kann man der Einsamkeit vorbeugen und was tun, wenn man sich einsam fühlt?

Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Was ist Einsamkeit?

Die Einsamkeit hat mich gelehrt, daß das Zusammensein mit anderen etwas ziemlich Schönes ist.

Und das Zusammensein mit anderen hat mich gelehrt, daß die Einsamkeit etwas ziemlich Schönes ist. Günter Radtke

Nicht alle Menschen können der Einsamkeit etwas Positives abgewinnen.

Die meisten Menschen empfinden Einsamkeit und Alleinsein als sehr schmerzhaft und belastend.

So Sandra, eine Klientin von mir. Sie erlebt ihr Alleinsein und ihre Einsamkeit so:

Ich bin so einsam. Meine Einsamkeit zerfrisst mich von innen. Das ist so ein Gefühl, wie wenn man in einem dunklen Raum ganz alleine sitzt. Ich sehne mich so sehr nach Liebe und Geborgenheit. Mich hat seit Jahren keiner mehr in den Arm genommen.

Ich weiß nicht mehr weiter. Seit 6 Jahren, seit ich berufstätig bin, habe ich zwar Kollegen, aber habe es nie geschafft, einen davon richtig kennen zu lernen. Ich rede mit fast niemandem, es sei denn, jemand spricht mich mal an.

Irgendwie war ich schon immer schüchtern, bin im Umgang mit anderen Menschen total unsicher und ängstlich. Wenn ich Paare sehe, kommen mir die Tränen. Das ist die Hölle. Alle haben jemanden, nur ich nicht. Was ist bloß an mir verkehrt, dass ich so wenig liebenswert bin?

Bei Gefühlsmusik wie von Xavier Naidoo kriege ich die Krise. Ich sitze abends in meiner Wohnung und grüble über mich nach. Ich habe überhaupt keine Kraft mehr. Welchen Sinn macht das Leben noch?

Viele Menschen, auch jüngere Menschen, fühlen sich einsam, ungeliebt, alleingelassen und vom Leben abgeschnitten.

Die Einsamkeit und Isolation ist für sie ebenso schmerzhaft wie eine körperliche Erkrankung.

Viele Menschen verwechseln Einsamkeit mit Alleinsein. Sie glauben, man müsse sich zwangsläufig einsam fühlen, wenn man Single ist und keinen Partner hat.

Dem ist jedoch nicht so. Allein sein bedeutet nicht zwangsläufig einsam sein!

Einsamkeitsgefühle können auftreten, auch wenn wir

  • verheiratet sind,
  • einen Beruf haben,
  • von anderen gemocht werden,
  • jung sind,
  • Kinder haben,
  • uns in Gesellschaft befinden.

Alleinsein führt nicht zwangsläufig zum Gefühl der Einsamkeit!

Viele Menschen haben Angst vor der Einsamkeit oder Vereinsamung, während es andererseits Menschen gibt, die bewusst die Einsamkeit und Zurückgezogenheit suchen, indem sie für einige Wochen in ein Kloster gehen.

Einsamkeit kann (körperlich) krank machen, wenn wir uns ihr ausgeliefert fühlen. Sie kann aber auch die Persönlichkeit stärken, wenn wir sie bewusst aufsuchen, um z.B. zu meditieren.

Warum gibt es so viele vereinsamte Menschen? Mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel können schneller und leichter Kontakt aufnehmen, als je zuvor.

Wir können eine Nachricht innerhalb weniger Sekunden per Email oder SMS abschicken, mit dem Handy jederzeit erreichbar sein und andere erreichen.

Wir können uns in sozialen Netzwerken zu jeder Tages- und Nachtzeit mit anderen austauschen.

Ursachen von Einsamkeit – warum wir uns einsam und isoliert fühlen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte negative Einstellungen uns für Einsamkeitsgefühle empfänglich machen.

Menschen, die sich einsam fühlen, glauben, nicht liebenswert zu sein.

Sie glauben, unbedingt einen Partner zu brauchen, um glücklich zu sein.

Das Gefühl, nicht liebenswert zu sein, entsteht sehr oft in der Kindheit. Sandra beschreibt ihre Kindheit so:

Seit ich mich erinnern kann, war ich ein Außenseiter, musste Hänseleien über mich ergehen lassen, keiner wollte mit mir spielen. Meine Eltern lebten selbst sehr zurückgezogen, genügten sich. Die sagten mir immer, dass Freunde wichtig sind, konnten mir aber auch nicht helfen.

Ich stand dann am Fenster und schaute sehnsüchtig, wie die anderen Kinder auf der Straße ihren Spaß? hatten. Ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll, endlich Freunde zu finden.

Wenn mich mal jemand anspricht, dann setze ich mich wahnsinnig unter Druck, um ihm zu gefallen. Ja, und doch bin ich wohl immer nicht interessant genug.

Wie Sandra leiden viele Betroffene unter einer starken Angst vor Ablehnung und lehnen sich selbst ab.

Da sie sich selbst ablehnen, sind sie in starkem Maße auf Anerkennung, Lob und Zuspruch anderer angewiesen.

Manchmal wirken sie aufgrund innerer Unsicherheiten arrogant und überheblich.

Umgekehrt zeichnen sich Menschen, die mit sich allein zufrieden sein können, aber auch im Kontakt zu anderen Menschen stehen, durch folgende Einstellungen aus. Sie können

  • sich selbst annehmen und glauben, anderen Menschen etwas geben zu können
  • damit umgehen, dass ein anderer sie ablehnt und ihre Schwächen erkennt
  • andere Menschen mit ihren Schwächen akzeptieren.

Ob wir uns einsam fühlen, hängt also nicht davon ab, ob wir allein sind, sondern von unserer Einstellung zu uns und unserem Leben.

Auch Veränderungen in den Lebensumständen können die Entstehung von Einsamkeitsgefühlen begünstigen.

Wenn der Partner sich von uns trennt, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, wenn wir pensioniert werden, wenn wir eine chronische Erkrankung bekommen oder körperliche Beschwerden uns einschränken und behindern.

Wie chronische Einsamkeit entsteht

1. Die momentane, vorübergehende Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern nur kurze Zeit und sind eine Reaktion auf äußere Umstände wie beispielsweise einen Umzug, einen Krankenhausaufenthalt, Arbeitslosigkeit, den Auszug der Kinder.

Ausgelöst durch diese Ereignisse können wir von dem Kontakt mit anderen uns vertrauten Menschen abgeschnitten sein.

Diese Phase der Einsamkeit ist nicht schädlich, sondern kann hilfreich sein, uns den neuen Umständen anzupassen.

Sie deutet eine Veränderung in unserem Leben an.

2. Der langsame Rückzug

Die Einsamkeit beginnt, unser Dauerbegleiter zu sein. Unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und uns mit anderen Menschen zu unterhalten, nehmen langsam ab.

Wir verlernen zu lächeln und über Alltäglichkeiten zu reden.

3. Die chronische Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern Monate oder gar Jahre. Wir versteinern.

Alle unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und aufrechtzuerhalten, für andere attraktiv zu sein, Anerkennung anzunehmen und zu geben, sind verschwunden.

Andere wissen nichts mehr mit uns anzufangen. Wir fühlen uns abgelehnt und unattraktiv und verlieren immer mehr das Vertrauen in unsere Fähigkeiten.

Wir ziehen uns zurück, kapseln uns ab oder werden anderen gegenüber immer abweisender und gereizter.

Faktoren, die emotionale Isolation und Einsamkeit begünstigen

Die folgenden Faktoren können dazu beitragen, dass sich Menschen einsam fühlen:

  • Viele Menschen leben in der Großstadt. Der Kontakt zu den Angehörigen wird oder kann nicht mehr so gepflegt werden. Außerdem ist die Anonymität in einer Stadt größer als auf dem Land.
  • Jede dritte Ehe zerbricht und hinterläßt zunächst einmal zwei alleinstehende Menschen.
  • Die Lebenserwartung steigt. Da Frauen länger leben, gibt es mit zunehmendem Alter auch mehr alleinstehende Frauen.
  • Die Menschen setzen sich immer mehr Ziele, legen ihren Schwerpunkt auf Erfolg und Leistung, denken zunächst einmal an sich selbst. So werden Partnerschaften erschwert oder die Bildung von Partnerschaften vernachlässigt.
  • Der Einzug des Computers in den beruflichen und privaten Bereich erschwert die soziale Kommunikation. Menschen sind es nicht mehr gewohnt, miteinander zu sprechen und aufeinander ein- und zuzugehen.
  • Es ist für viele junge Menschen unmodern, sich in einem Verein oder ehrenamtlich zu engagieren.
  • Viele Eltern sind beide berufstätig, so dass sie wenig Zeit haben, mit ihrem Kind zu sprechen, es in der sozialen Kommunikation zu schulen. Sie können dem Kind nur schwer ein Gefühl des Geborgenseins und der Annahme vermitteln.
  • Mangelnde Selbstliebe: wer sich selbst nicht genügt, der braucht andere, um das Gefühl zu haben, liebenswert zu sein.

Können wir Einsamkeitsgefühle vollkommen aus dem Leben verbannen?

Nein. Es wird immer wieder Momente geben, in denen wir uns auf uns selbst zurückgeworfen und alleine fühlen.

Augenblicke, in denen wir uns ungeliebt, hilflos und völlig isoliert von allen anderen Menschen fühlen.

Wir können jedoch etwas tun, dass aus der gelegentlichen Einsamkeit keine chronische Einsamkeit wird.

Wie Einsamkeit überwinden? Wege aus der Einsamkeit

„Ich bin einsam und allein, was soll ich tun?“ Diese Frage stellen mir viele Menschen in der Therapie und in Leserbriefen.

Einsamkeitsgefühle sind ein Alarmsignal, dass sich in Ihrem Leben etwas geändert hat und/oder Ihre Bedürfnisse nicht (mehr) erfüllt werden.

Nehmen Sie diese Gefühle zum Anlaß, herauszufinden, was Ihnen fehlt und zu lernen, mit sich selbst alleine zufrieden zu sein und/oder um zu lernen, auf andere Menschen zuzugehen.

Der Einsamkeit nicht mehr ausgeliefert sein. Bereits 66.000 Leser vertrauten meinem Ratgeber Einsamkeit >> mehr erfahren

TIPP 1:Behandeln Sie sich liebevoll wie einen guten Freund.

Wenn Sie die Einstellung haben, dass es sich nicht lohnt, für Sie alleine etwas Schönes zu kochen oder den Tisch zu decken, dass der Spaziergang alleine ohnehin keine Freude machen kann und Sie deshalb lieber zuhause bleiben sollten, dann behandeln Sie sich abschätzig.

Sie sind es sich nicht „wert“, für sich alleine etwas Gutes zu tun.

TIPP 2:Nehmen Sie Kontakt zu anderen Menschen auf.

Erwarten Sie von sich dabei keine „hochgeistigen“ Gespräche, denn sonst nehmen Sie erst gar keinen Kontakt zu anderen auf.

Beginnen Sie über Alltägliches zu reden: das Wetter, das Fernsehprogramm, einen Zeitschriftenartikel, den Sie gelesen haben.

Interessieren Sie sich für den anderen und erzählen Sie auch etwas von sich.

Hierdurch bleiben Sie in Übung und haben den Eindruck, dazuzugehören.

Üben Sie sich im Small Talk.

TIPP 3:Stellen Sie an Ihre Umwelt keine allzu hohen Erwartungen.

Mit dem einen Menschen können Sie vielleicht über Kinder reden, mit dem anderen Spaziergänge machen, mit wieder einem anderen vielleicht einem Hobby nachgehen.

Ein einzelner Mensch braucht und wird nicht alle Ihre Bedürfnisse erfüllen.

TIPP 4:Geben Sie Ihrem Leben einen Sinn

Geben Sie Ihrem Leben einen Sinn, indem Sie sich eine Aufgabe suchen wie etwa eine ehrenamtliche Betätigung.

Durch eine ehrenamtliche Betätigung fühlen Sie sich gebraucht und Sie haben Kontakt zu anderen Menschen.

Sie helfen also anderen und sich selbst.

Um Ihr Bedürfnis nach Zuwendung und Gebrauchtwerden zu befriedigen, könnten Sie auch z.B. in ein Tierheim gehen und dort anbieten, regelmäßig einen Hund auszuführen.

Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.Alfredo Le Mont

TIPP 5:Lernen Sie, sich selbst mehr anzunehmen.

In dem Maße, in dem Sie sich selbst mögen und für liebenswert halten, werden Ihre Einsamkeitsgefühle abnehmen. TIPP: Sich selbst lieben lernen.

TIPP 6:In einem Einsamkeit Forum können Sie sich mit anderen austauschen und Rat einholen.

Ein Forum bietet auch die Möglichkeit, Kontakte mit Menschen herzustellen, denen es ähnlich geht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie es schaffen, sich aus dem Gefängnis der Einsamkeit zu befreien und sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen.

Einsamkeitsgefühle und Gefühle des Isoliertseins sind kein unüberwindbares Schicksal. Sie können Ihre Einsamkeit überwinden.

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Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und dem Backen leckerer Kuchen.

Machen Kinder unglücklich?

Mein Mütter-Gewissen ist ein dauernd schlechtes

Ich bin es leid, mit einem schlechten Gewissen aufzuwachen; leid, mich meinem Gegenüber zu verstellen, Liebe darzustellen, leid, mich den Zwängen der Gesellschaft verpflichtet zu fühlen – und damit mir untreu zu werden.

Ich habe Kinder, ich habe sie auch gewollt, und ich liebe sie natürlich, aber ich habe es mir ganz anders vorgestellt. Mein Leben war sehr schön vor den Kindern – deshalb dachte ich, ich würde dem Ganzen mit den Kindern noch die Krone aufsetzen. Das war nicht der Fall.
Ich habe nicht „alles vergessen“, wenn mich mein Kind das dritte Mal nachts aus dem Bett holte und dann anlächelte. Ich habe kein Gefühl der völligen Glückseligkeit erreicht, als die Familie mit dem zweiten Kind „perfekt“ war. Ich habe mein Leben für die Kleinen aufgegeben, und am Anfang habe ich es gerne getan. Mit der Zeit jedoch stellte ich fest, dass ich eine andere Vorstellung vom Leben mit Kindern gehabt habe und noch immer habe. Mir fehlt Geduld. Mir fehlt Dankbarkeit und Anerkennung meiner „Arbeit“. Mir fehlen andere Mütter, die ähnlich denken, die ehrlich sind, und mutig genug, um sich mit ihnen auszutauschen. Andere Rabenmütter. Ich habe aber eher den Eindruck, dass ich die einzige Mutter mit solchen Gefühlen bin – jedenfalls die einzige, die es auch laut ausspricht: Meine Kinder strengen mich maßlos an, denn ich muss mich total zurücknehmen.

Ich kann wohl behaupten, aus „gutem Hause“ zu sein. Ich bin unbeschwert, und rückblickend betrachtet, sehr wohlbehütet aufgewachsen. Ich musste keinen Verzicht üben, durfte die Welt bereisen und mich frei entfalten. Mein Leben war super. Heute mag ich mir gar nicht vorstellen, was meine Eltern mit mir durchmachen mussten.

Tatsache ist, dass man heute als Mutter meist Kinder und Beruf bewältigen muss. Dazu der Stress, den man sich mit den Kindern macht, damit diese sich auch gesellschaftskonform entwickeln (können). Im meiner Elternzeit war Pekip hip. Was für ein Stress war das für mich! Eine Stunde in einem total überhitzten Raum sitzen und dem drei Monate alten Kind mit raschelndem Papier die Happtik dieses Objekts beibringen. Das verknüpft nämlich die Synapsen, und wir wollen ja ein intelligentes Kind, das mit links Abitur macht. Da wollen wir nicht durch Faulheit oder das Schwänzen eines solch elementar wichtigen Kurses die Zukunft des Kindes gefährden! Hier habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich anders bin als andere Mütter- nämlich genervt.

Nun kann man mir vorwerfen, ich hätte mich ja auch gegen Pekip-Kurse und Babyschwimmen entscheiden können. Sicher. Ist es nicht aber so, dass man beim ersten Kind alles richtig machen will, und dem Zweiten nicht weniger zuteil kommen lassen möchte? Es wäre doch unfair, wenn das eine Kind das Gymnasium besucht, das Andere aber nicht – womöglich, weil die Mutter zu träge und erziehungsfaul war. Ein Skandal wäre das. Oder nicht?

Mit dem zweiten Kind war ich dann nicht bei Pekip, und es macht sich in der Schule sogar besser als mein Erstgeborenes. Die Anfeindungen der Eltern aus der Erstkindzeit, mit denen ich da noch Kontakt hatte – einige von denen bekamen auch gerade ein zweites Kind -, waren erschreckend. Da gab es kein Vertun, sie waren alle ganz sicher: Mein Handeln war total egoistisch und unfair gegenüber dem zweiten Kind.

Mit der Zeit merkte ich, wie ich wegen meiner Unzufriedenheit meinen Kindern gegenüber zunehmend ungerechter wurde. Dies äußerte sich zunächst in Ungeduld, dann in totalem Gestresstsein. Im Bekanntenkreis gab es niemanden, der dies so richtig nachvollziehen wollte, und es wurde mir zu Johanneskraut geraten.

Um meine Kinder vor mir und meinen Launen zu schützen, nahm ich Kontakt zu sozialen Einrichtungen auf, da ich fürchtete meinen Kindern nicht gerecht zu werden. Man schickte mich zu einer Mutter-Kind-Kur, wohl bemerkt: mit den beiden Kindern, damals ein und drei Jahre alt.
Was für ein sensationeller Plan! Am Ende meiner Nerven wurde ich also allein mit zwei Kindern losgeschickt.

Ich sollte Kurse besuchen, mich schulen und bei Anwendungen erholen.
Ich möchte mich nur stichwortartig an diese Zeit erinnern: Überfüllter Frühstücksraum mit völlig überforderten Müttern, die alle allein mit meist zwei Kleinkindern kämpften und diese bei jeder Gelegenheit anschrien. Überforderte, fremdelnde Kinder, die heulend in der angeschlossenen Kita zurückgelassen wurden, um total gestresst, gehetzt und mit schlechtem Gewissen die jeweiligen Termine einzuhalten. Heulende Kinder und Mütter mit Nervenzusammenbruch auf der ganzen Anlage. Personal, welches nur in geringem Maße unterstützte. Der Zuspruch „Ach, so schlimm ist das doch gar nicht“ hilft in so einer Situation gar nicht. Eines der schlimmsten Erlebnisse meines Lebens, und niemand, der nicht dort gewesen ist, kann dies nachvollziehen.

Die verstörten Gesichter der Mütter, die scheinbar Alles immer und ganz selbstverständlich hinbekommen, wenn man erzählt dass man Hilfe in Anspruch genommen hat: „Wo warst Du? Aha…“ Hilfe einfordern? Nein, das ist doch peinlich. Darüber spricht man nicht. Klappt doch alles wunderbar. Solange man nicht drüber spricht, liegt auch nichts im Argen.
Den Ansprüchen der Gesellschaft und nicht zuletzt auch Meinen nicht zu genügen, frustrierte mich. Ich sah in meinem Umfeld auch andere Mütter, die Schwierigkeiten hatten, den Anforderungen, die das Leben mit Kleinkinder stellt gerecht zu werden, aber offenbar stellte sich keine so an wie ich. Jedenfalls konnte mir niemand einen Rat geben oder anders als geschockt reagieren, wenn ich eröffnete, daß ich keine Erfüllung im Mutterdasein fand, und das Kinderkriegen für mich vielleicht ein Fehler war. Das sind harte Worte, mit denen man sich nicht auseinandersetzen möchte.

Ich habe keinen einzigen Kontakt mehr zu einer der Mütter aus den Spielgruppen meiner Kinder. Alle haben sich abgewandt, und ich habe mich zunehmend isoliert.
Auch schulische Kontakte interessieren mich heute wenig. Auch hier erwarte ich kein Verständnis oder Offenheit. Meine Kinder gehen beide auf ein Gymnasium. Darauf kann man sich aber dieser Tage nichts mehr einbilden. Denn auch hier gilt es als Elternteil, immer am Ball zu bleiben. Die Eltern müssen unterstützend zur Seite stehen. Das wird sogar öffentlich bei der Einschulung propagiert: „… und freuen wir uns auch über engagierte Eltern die Dieses und Jenes nicht nur finanziell, sondern auch mit persönlichem Einsatz unterstützen!..“ Bitte?!

Ich habe die Schule früher nicht gemocht, und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich habe also keine Motivation, hier immer einen Schritt voraus sei. Ich kenne Eltern, die sich auf semi-kriminellen Abwegen Lösungshefte organisieren, damit die Kinder in der Schule glänzen. Da werden freie Wochenenden geopfert um Landschulheime zu putzen, ja ganze Elternstammtische (und zwar jeden Monat!) organisiert, um sich auszutauschen. Aber nur über die Kinder. Keiner tauscht sich mal darüber aus, wo man die Reißleine zieht zwischen Unterstützung und Selbstaufgabe.

Also habe ich aufgegeben und mich damit arangiert, angestrengter zu sein als jede andere Mutter die ich kenne. Frustrierte oder überforderte Mütter haben kein Forum. Weder auf dem Spielplatz, noch am Elternstammtisch, noch in der Gesellschaft.
Einzig die Zeit hilft, mein Problem zu bewältigen. Meine Kinder wachsen und werden selbstständiger. Das hilft. Nun werden sie groß, und wieder bin ich nicht eine, die sagt „wo ist die Zeit geblieben?“ , sondern „Warum eigentlich dauert das bei Menschen so lange, und im Tierreich maximal vier Jahre?“ Hunde zum Beispiel werden mit zwölf Wochen abgegeben.
Ich liebe meine Kinder, aber ich liebte auch mein selbstbestimmtes Leben, und deshalb
habe ich in meinem nächsten Leben zwei Hunde.

Frauen wie Sie machen einem ja schon ein bisschen Angst: Zwei liebe Kinder, ein toller Ehemann, Traumjob, ein hübsches Haus mit Garten, Familienurlaube – das klingt wie im Bilderbuch. Läuft in Ihrem Leben wirklich immer alles so perfekt?

Für mein Leben empfinde ich das so, ja. Aber im Alltag läuft natürlich auch bei mir nicht immer alles rund. Wie jede Mami komme auch ich häufig an meine Grenzen und habe so meine Stressfaktoren. Mich ärgert zum Beispiel die Handysucht meines elfjährigen Sohnes, und der enorme Leistungsdruck in der Schule belastet die ganze Familie. Gerade zurzeit gibt es deswegen oft Streit bei uns daheim. Das sind diese unerträglichen Phasen, die sicherlich viele Mütter kennen.

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Und wie kommen Sie halbwegs entspannt durch solche Tage?

Wenn mir alles zu viel wird, klinke ich mich kurz aus. Ich brauche dann einfach meine Zeit, gehe vor die Tür und laufe um einen nahegelegenen See. Außerdem habe ich immer eine Flasche Prosecco im Kühlschrank. Ein Gläschen, dazu ein heißes Bad mit Kerzen, hat meine gestresste Mutterseele schon oft aufgemuntert. Da habe ich auch kein Problem damit, die Kinder in dieser Zeit mal vor den Fernseher zu setzen.

Klingt ziemlich lässig. Aber ist das wirklich so einfach? Ein Glas Prosecco, und schon ist alles wieder gut?

Nein, das ist ein Prozess. Aber es sind die kleinen Gesten, mit denen wir uns im Alltag selbst aufbauen können. Viele Mütter funktionieren nur noch. Sie wollen alles perfekt machen, setzen sich unter einen enormen Druck und verlieren ihre Gelassenheit und sich selbst dabei aus den Augen. Muttersein ist der schwierigste Beruf, den es gibt. Keiner fragt nach einer Qualifikation, aber wenn was schief läuft, ist immer die Mama schuld. Deshalb sind immer mehr Mütter unglücklich und unzufrieden mit ihrem Leben.

Die Supermami gibt es also gar nicht?

Für mich ist jede Frau eine Supermami, die es schafft, aus dem Jammertal herauszukommen. Natürlich gibt es Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Aber wer gesund und gut aufgestellt ist, sollte nicht ständig so viel jammern, sondern die Dinge anpacken und ändern.

Drew Barrymore Keine Weihnachtsgeschenke für Kids – das sagt der Experte! Bei Drew Barrymore kommen keine Spielsachen unter den Weihnachtsbaum. Und? Macht das jetzt aus ihren Töchtern, 4 und 2, bessere Menschen und glücklichere Kinder? Wir haben einen Experten gefragt.

Ist das etwa so einfach?

Nein, es ist schwer, sich aus eingefahrenen Situationen zu befreien. Es erfordert, dass man sich erstmal mit sich selbst auseinandersetzt. Aber was ich damit auch sagen will: Wir neigen immer dazu, nur das Negative zu sehen, statt anzuerkennen, was wir haben und wie gut es uns geht. Muss es immer das NOCH größere Auto, die NOCH schönere Wohnung, der NOCH bessere Klavierlehrer sein? Haben wir nicht schon alles, oder zumindest sehr viel, was wir zum Glücklichsein brauchen?

Hm, mag sein. Aber wir in der Mama-Redaktion haben oft ganz andere Sorgen: nämlich Kind, Job, Haushalt, Partnerschaft unter einen Hut zu bekommen. Darf man sich nicht mal ausheulen?

Klar, das machen wir alle mal. Aber wer sich ständig beklagt, sollte das als Warnsignal verstehen. Wenn sich auf Dauer etwas nicht richtig anfühlt im Leben, wird es höchste Zeit, den Kurs zu ändern. Sonst staut sich immer mehr Frust an, und das kann krankmachen. Es gibt simple Methoden, sich zu entstressen und seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. (Anm. der Redaktion: Unter www.katharinahoferschillen.com könnt ihr euch kostenlos die Arbeitsblätter aus dem Basis-Coaching „Die Mami-Challenge“ herunterladen; unbedingt machen!)

Die Wahrheit über die Trotzphase Darum sind Wutanfälle ein echter Liebesweis! In der Trotzphase werden Mutterherzen auf eine harte Probe gestellt. Ihr ahnt nicht, wie wichtig Wutanfälle für Eure Kinder sind…

Was machen Mamis denn falsch?

Das A und O für berufstätige Mütter ist Organisation und ein gutes Zeitmanagement. Außerdem sollte jede Mutter ihr Netzwerk nutzen, wenn sie Hilfe braucht. Darauf greifen einfach zu wenig Frauen zurück. Sie verlieren sich und ihre Träume aus den Augen, umgeben sich mit den falschen Wegbegleitern, legen immer weniger Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild und haben ständig ein schlechtes Gewissen. Irgendwann beklagen sie sich nur noch und geraten immer tiefer in einen negativen Strudel. Wertzuschätzen, was alles prima läuft, wäre schon mal ein guter Anfang.

Stecken deutsche Mütter also in der Krise?

Immer mehr Frauen haben Probleme mit ihrer Mutterrolle, haben aber Hemmungen, das zuzugeben. Wenn ich in meinen Seminaren „Ich will mehr vom Leben“ mit den Frauen ins Gespräch komme, dann sprudeln sie los. Natürlich lieben sie ihre Kinder, ihre Familien über alles, aber es fehlt ihnen eine Anleitung, besser durchs Leben zu kommen.

Mehr Themen für Mamas, Papas und solche, die es werden wollen findet Ihr hier

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Unglücklich als Mutter

Mir geht es zur Zeit auch nicht anders. Mein Kleiner ist morgen 2 Wochen alt und seit ich zu Hause bin bin ich nur noch am heulen. Einerseits hätte ich ihn noch gerne in mir drin (war sehr gerne schwanger trotz der üblichen wehwechen) auf der anderen Seite bin ich glücklich das er endlich da ist und ich weiss wie er aussieht und so weiter. Letztendlich hab ich meine Mutter gefragt ob sie mir helfen kann. Und prompt fuhr sie die 100km und war da. Ich konnte mich mal eine Nacht ausschlafen (hab seit einem halben Jahr nie länger als 4 stunden gschlafen), konnte ein wenig Verantwortung abgeben und mich erholen. Ich hab einfach nicht gemerkt das ich total überfordert war. Mein Mann war mir da auch keine große Hilfe da er sich nicht in mich hineinversetzen kann. Hab dafür viel mit meiner Mutter gesprochen und auch mit meinem Hausarzt. Der ebenfalls meinte das es vielen Frauen so geht und dies völlig normal sei. Man darf es jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen und bald etwas unternehmen wenn es nicht besser wird, auch wenn man Hilfe von der Familie bekommt.

Alleinerziehend oder alleine mit Baby?

Alleinerziehend oder wie in meinem Fall alleine lebend mit Baby und irgendwann Kind kann ziemlich anstrengend sein. Ist es meistens. Mama ist alleine verantwortlich, keiner hilft, putzt, tröstet Kind (und Mama) oder steht mal nachts auf. Wer sich gerade überlegt, ob er auch das Familiemodell Co-Elternschaft oder sogar Singlemom by choice leben möchte, der hat sicher besonders davor am meisten Respekt. Zu Recht. Keiner verdient mehr Respekt als alleinerziehende Elternteile, egal ob nach einer Trennung oder von vornherein.

Ein paar kleine Vorteile hat es aber schon, wenn man alleine mit Baby ist und die zähle ich hier auf. Ist ja meistens auch einfach eine Sache der Perspektive und Einstellungssache, aber nicht nur, manche Sachen sind wirklich einfacher. Manche nicht. Wer also am Zweifeln ist, ob Elternschaft als Single etwas für ihn ist, der bekommt hier vielleicht nochmal Input. Wie es sich entspannt lebt als Alleinerziehende mit zwei Kindern, das lest ihr sehr schön bei der Perlenmama.

Ps: Wir haben zwar einen sehr engagierten Papa, aber er wohnt eben nicht mit uns in einer Wohnung, daher ergeben sich auch bei uns die folgenden Situationen.

Klare Vorteile, wenn man mit Baby alleine ist

  1. Man schläft alleine in einem Bett und somit ist genug Platz für das Baby. Meins schläft an mir dran, selig angekuschelt und nimmt niemandem den Platz weg, besonders mir nicht, wir kommen auf unseren 1,80m zu zweit ganz gut hin. Also sie kreuz und quer auf 1,60m und ich darf die restlichen 20 Zentimeter ganz alleine haben.
  2. Man ist nachts alleine. Klingt wie ein Nachteil, ich weiß, macht aber vieles leichter, nur das Wachsein nicht. Aber wenn das Baby schreit oder Nachtschichten einlegt, dann muss man nicht krampfhaft versuchen, möglichst ruhig zu sein oder ins Wohnzimmer umziehen, weil der andere am nächsten Tag arbeiten muss. Ich kann die ganze Wohnung benutzen und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Wenn sie um 02:00 wach ist und spielen möchte, dann denke ich mir: ‚oh, wie schade, ich hätte gerne noch geschlafen, aber egal‘ (hier lief ein Höflichkeitsfilter drüber, ich denke, ihr wisst, was man da so denkt), stehe auf und beginne den Tag eben mit ihr um 02:00. Machen wir halt um 09:00 Mittagsschlaf. Und nein, Licht auslassen und betonen, dass nachts nicht gespielt wird, das funktioniert bei uns nicht, falls jemand diesen guten Tipp gerade geben wollte.
  3. Zwei machen mehr Dreck als einer. Selbst der ordentlichste Mensch verursacht Unordnung und Arbeit allein durch Anwesenheit, ist so. Doppelte Wäsche waschen und aufhängen, mehr Spülen, kochen etc., ihr wisst was ich meine. Ich wasche einmal die Woche ungefähr unsere Klamotten und gut. Ich koche immer für 2 Tage für uns beide. Und esse gerne das kindgerechte Essen. Wenn man sich selber dann noch gut unter Kontrolle hat und einfach alles sofort wieder da hinstellt wo es hingehört , dann ist auch so ein Haushalt schnell(er) gemacht. Es sei denn, das Baby will nicht, dann nicht.
  4. Es interessiert keinen, ob ich mit einschlafe. Das ist zwar schade, aber so muss ich mich nie nochmal aus dem Bett quälen, um mit meinem Partner Quality time zu verbringen oder zu streiten, Nach 3 Stunden Einschlafbegleitung schlafe ich einfach mit ein. Manchmal sogar vor dem Baby.
  5. Wenn dann doch mal jemand da ist (Papa im Urlab oder Oma oder so), dann macht zumindest mich das so richtig wütend, wenn derjenige mir dann nicht hilft, sei es, weil keine Lust, keine Ahnung wie oder weil er/sie schläft. Meistens aber, weil das Baby das nicht will oder derjenige keine Milch gibt. Bin ich alleine, weiß ich, ich muss es machen, egal, was es ist und es ist ok. Sind andere da, nervt es mich total, dass ich muss.
  6. Ich habe nur wenige Rollen. Ich bin ich und ihre Mutter. Weder muss ich Partnerin noch Geliebte sein, ich muss mich nicht um meine sich aufgrund des Kindes verändernde Beziehung noch um meinen After Baby Body kümmern oder um sonst eine zwischenmenschliche Beziehung, die unter Schlafmangel, Hormonen und Stress leiden könnte. Nur um sie und mich.
  7. Keinen nervt das Stillen. Konnte ich gar nicht glauben, aber so einige Männer nervt das Stillen anscheinend kolossal. Warum? Neid auf die Bindung oder weil sie die Milchbar lieber für sich haben wollen? Wer weiß, aber um so einen Quatsch muss ich auch nicht kümmern.
  8. Es stört den Papa bei uns nicht, dass ich nur deshalb auf ihn warte, damit er schnell das Kind nimmt. Das nehmen Partner ja gerne mal übel, dem Co-Papa ist es egal, er besucht ja sie und nicht mich. Kenne ich von mir selber, wenn Rettung naht, dann wird man gerne ungeduldig und wenn die Kleine anstrengend war, drückt man sie dem anderen Eternteil einfach in dem Arm und rennt weg. Weil man eben doch mal gerne alleine aufs Klo gehen möchte oder irgendetwas vorhat, was ohne Kind besser geht.
  9. Seit ich wieder arbeite, übergeben wir oft einfach das Kind, einer kommt vom Flug, der andere geht, gemeinsame Zeit gibt es nicht. Stört aber keinen. Fliegerpaare haben oft genau dieses Problem, dass zwar die Betreuung des Nachwuchses perfekt geregelt ist, das Paar sich aber so gut wie gar nicht sieht.
  10. Er nimmt sie mit zu sich und dann habe ich DIE WOHNUNG GANZ FÜR MICH ALLEINE. Manchmal sogar 2 volle Tage am Stück. Wer noch keine Kinder hat, weiß nicht, wie wertvoll diese Zeit ist. Und wie selten Mamas das ohne schlechtes Gewissen genießen können. Ich aber kann es, sie ist super happy bei Papa, er froh und glücklich, auch mal ran zu dürfen und ich in der Badewanne. Perfekter setup.

Alles eine Sache der Perspektive

Ich hoffe, ich konnte euch damit ein bisschen Mut machen, es auch ohne Partner zu versuchen oder einen neuen Blickwinkel einzunehmen, wenn euch der Partner abgesprungen sein sollte.

Was zusätzlich noch einen riesen Unterschied macht, ist, dass man von Anfang an anders an die Sache herangeht, wenn man weiß, man wird den Großteil der Säuglingspflege machen oder eben alles alleine. Meist handelt es sich bei den unkonventionellen Familienmodellen um Mamas und Papas, die für ihren Kinderwunsch alles tun würden und sich sehr gut überlegt haben, wie das laufen könnte. Das hilft natürlich und ist viel einfacher, als wenn man auf einmal alleine gelassen wird vom Partner. Das ist dann erstmal so richtig sch…..

Die Einsamkeit der Mütter

„Geh‘ doch einfach mal wieder unter Leute!“ Vielleicht hast auch du diesen gut gemeinten Rat schon gehört. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn keine hilfreichen Großeltern in der Nähe wohnen oder du dein Kind vielleicht noch gar nicht abgeben möchtest. Sowieso ist es oft nicht leicht, die alten Freundschaften zu pflegen, vor allem wenn die Freunde selbst noch keine Kinder haben. Was du aber machen kannst, wenn dir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt: Aktivitäten ausprobieren, bei denen dein Baby oder Kleinkind dabei sein kann:

  • Sport mit Baby
    Dein Baby darf mit ins Lady-Fitness-Studio, zum Mama-Baby-Fitnesskurs und zum Outdoor Workout mit Baby und Buggy, wie sie in vielen Städten angeboten werden. Außerdem gibt es Yoga- oder Pilates-Kurse speziell für Mütter mit Babys. Veranstalter sind Fitness-Studios und andere kommerzielle Anbieter sowie Hebammenpraxen (Yoga, Pilates).
  • Ehrenamt mit Kind – gemeinsam statt einsam
    Du kannst dich ehrenamtlich engagieren, auch mit Kind. Der Paritätische, die Freiwilligen-Zentren der Caritas oder die „Känguru“-Projekte der Diakonie suchen Frauen, die überlastete Familien, Alleinerziehende oder auch Flüchtlinge unterstützen: beim Ausfüllen von Anträgen helfen, ihnen mal das Baby abnehmen oder mit dem älteren Kind spielen.
    Auch mit Kind möglich sind Besuche bei alten Leuten in der Gemeinde oder im Altenheim, vermittelt z. B. vom Besuchsdienst des DRK oder ASB. Die meisten Senioren tauen schnell auf, wenn ein kleines Kind dabei ist. Aber auch der Großeinkauf wird geselliger, wenn man eine alte Nachbarin mitnimmt, die kein Auto hat.
  • Andere Mütter mit Babys treffen
    Vielleicht glaubst du, in Müttertreffs oder Krabbelgruppen würde nur über volle Windeln und Kochrezepte gesprochen? Aber dieses Vorurteil trifft oft nicht zu. Jede Gruppe ist anders, und meist findet man eine, die zur eigenen Wellenlänge passt. Angeboten werden sie von Familienbildungsstätten, Nachbarschaftsheimen, Kirchengemeinden und dem Kinderschutzbund.
  • Selbst eine Krabbelgruppe gründen
    Gibt es kein Angebot in der Nähe, kannst du auch selbst eine Krabbelgruppe ins Leben rufen – über einen Aushang im Gemeindezentrum, in der Bäckerei, am Schwarzen Brett der Stadtteil-Bücherei oder der Kita. Auch durch Gründung eines urbia-Clubs kannst du Mütter aus deiner Gegend finden. Getroffen wird sich reihum zu Hause, oft stellt aber auch die Kirchengemeinde einen Raum zur Verfügung.
  • Mama und Baby gemeinsam aktiv
    Ist dir reine Geselligkeit zu wenig, sind Mitmach-Angebote ideal, wie Pikler-, DELFI- oder PEKIP-Gruppen, Babygymnastik oder -massage, Musikkurse für Babys und Babyschwimmen. Mit einem Kleinkind kannst du Wassergewöhnungkurse, Eltern-Kind-Turnen, Kurse im Singen und Tanzen für Kleinkinder sowie Bewegungskurse besuchen. Veranstalter: Schwimmbäder, die VHS, Häuser der Familie oder Familienbildungsstätten sowie Sportvereine, aber auch kommerzielle Anbieter.
  • Neue Freundinnen finden
    Wenn deine früheren Freunde weit weg wohnen oder berufstätig sind, kannst du über unsere Rubrik „Mitgliedersuche“ eine Freundin finden, die auch gerade in der Babypause ist und in deiner Nähe wohnt. Hier hat sich schon manch schöne Freundschaft ergeben!

KidsAway – Reisen & Urlaub mit Baby & Kind

Single-Eltern-ReisenAllein unterwegs mit Kind – 10 Überlebenstipps

Alleinerziehende auf Reisen haben es schwer. Wir haben zehn Tipps gesammelt, mit denen allein reisende Eltern die Nerven bewahren und den Anschlussflug bekommen. Damit es ein toller Single-Familienurlaub wird!

von KidsAway-Redaktion

  • Heute verreisen viele Eltern ohne Partner

    © Max Topchii – Fotolia.com

    Es gibt viele denkbare Gründe, warum eine Mutter oder ein Vater allein mit Kind(ern) reist – auch Eltern, die in einer Partnerschaft zusammenleben, gehen bestimmt irgendwann einmal allein mit den Kindern auf Reisen. Sei es, weil ihr umzieht und euer Partner den Umzugswagen fährt, weil nur einer von euch Urlaub bekommen hat oder weil ihr einen besonderen Mutter-Tochter-Trip macht.

    Unsere Überlebensstrategien für allein reisende Eltern sind also auch für Verheiratete nützlich!

    Wichtig, wenn man allein mit Kind unterwegs ist (oder gar mit mehreren): Die unterstützende zweite Hand eines anderen Erwachsenen fehlt, die nicht nur zusätzliches Gepäck trägt, sondern auch schnell benötigte Feuchttücher heraussucht, die rettende Spielidee hat oder den eigenen Wutanfall beim Zubettbringen abfängt. Gute Vorbereitung ist also hier das A und O.

    1. Clever packen

    Es mag verlockend sein, das gesamte Kinderzimmer einzupacken, gerade wenn man einfach alles in den Kofferraum wirft (immerhin fehlt ja das Gepäck eines zweiten Erwachsenen …). Aber je weniger ihr mitschleppt, desto besser wird eure Reise werden, versprochen!

    Ohne Partner muss man alles allein tragen!

    © olesiabilkei – Fotolia.com

    Reist ihr mit Kindern, die selbst laufen, gilt: Eine Hand muss frei bleiben. Rucksäcke und Babytragen sind daher besser als Rollkoffer und Kinderwagen, für die ihr eure Hände braucht. Eine Hüfttasche, in der ihr die wichtigsten Dokumente und Kleingeld für den Bus sofort parat habt, ist Gold wert.

    Kinder sind schon ab dem Vorschulalter perfekt in der Lage, ihren eigenen kleinen Rucksack zu tragen oder einen kleinen Rollkoffer zu ziehen. Ihr seid kein Held, wenn ihr euch sämtliches Gepäck selbst aufladet – und dann nicht mehr in der Lage seid, auf die Kinder zu achten und gleichzeitig den richtigen Bahnsteig zu finden.

    2. Vorbereitung ist alles

    Allein mit Kindern reisen kann anstrengend sein, besonders wenn ihr ein Baby oder ein zweijähriges Trotzkind dabei habt. Wenn Eltern schon Tage vor der Reise vor Sorge nicht schlafen können, nervös sind und nur das Schlimmste erwarten, dann spüren Kinder das – und verhalten sich wahrscheinlich so, dass genau das eintreten wird.

    Besser ist es, wenn ihr eure Ängste Schritt für Schritt durchgeht und euch auf alle Eventualitäten vorbereitet. Nicht nur Flughäfen haben heutzutage eigene Websites, ihr könnt auch die Rastplätze an der Autobahn schon zu Hause darauf abchecken, wie kinderfreundlich sie sind und wo sich Toiletten mit Wickeltischen befinden. Geht so gut vorbereitet wie möglich auf eine Reise und stellt euch auf alle möglichen Verzögerungen und Pannen ein.

    Geht dann wirklich etwas schief, könnt ihr (hoffentlich) darauf reagieren. Geht alles glatt, werdet ihr doppelt dankbar sein.

    3. Genug Verpflegung

    Dinner for two kann auch mit Kind Spaß machen

    © levranii – Fotolia.com

    Das letzte, was allein reisende Eltern brauchen, ist eine Heißhungerattacke oder ein Schwächeanfall wegen zu niedrigem Blutzuckerspiegel; weder bei sich selbst noch bei den Kindern. Als Alleinverantwortliche/r müsst ihr immer auf der Höhe sein; packt also genug Müsliriegel, Studentenfutter und Obst ins Handschuhfach oder die Reisetasche, um mindestens für die Dauer der Anreise (besser einige Stunden zusätzlich einkalkulieren) gerüstet zu sein. Ausreichend trinken ist natürlich ebenso wichtig.

    4. Sicher unterwegs

    Habt ihr eine lange Strecke vor euch, dann überlegt, wie ihr die am sichersten bewältigt. Wann immer es möglich ist, solltet ihr das Auto stehen lassen und mit der Bahn fahren.

    Steigt mit kleinen Kindern nur ins Auto, wenn ihr sichere Fahrer seid und euch mit dem Fahrzeug auskennt; ihr solltet mindestens wissen, wo das Warndreieck sind, wie man die Motorhaube öffnet und wie man tankt.

    Je kleiner euer Kind ist, desto eher wird es nötig, dass ihr euch auch während der Fahrt mal eben fix um etwas kümmern müsst – sei es ein heruntergefallener Schnuller oder ein Wutanfall, weil ihr „immer noch nicht da seid“. Ein kleines Kind oder auch streitende Geschwister können für den Fahrer des Autos eine extreme Ablenkung darstellen und damit zur Gefahr werden.

    Auch wenn es generell nicht der sicherste Platz für ein Kind ist: Wenn kein anderer Erwachsener mitfährt, kann und sollte ein Kind besser auf dem Beifahrersitz mitfahren. Achtung: Bei Babyschalen muss dazu der Airbag ausgeschaltet sein.

    5. Pausen einplanen

    Eile mit Weile, sagt ein altes Sprichwort. Ist die Reise länger als eine bis zwei Stunden, dann versucht unter allen Umständen, mehrere längere Pausen zu machen, wenn ihr allein mit Kindern unterwegs seid. Eine Pause, bei der Kinder sich richtig austoben und frische Luft tanken können, ist mindestens eine halbe Stunde lang.

    Der Trick: Erst danach wird die Verpflegung freigegeben; bei älteren Kindern notfalls dann wieder im Auto während der Weiterfahrt.

    Achtung: Kinder bis zum Alter von vier Jahren solltet ihr unter keinen Umständen allein essen lassen, wenn ihr selbst am Steuer sitzt. Zu schnell verschluckt sich ein Kind oder verschüttet sein Getränk, was euch als Fahrer zu sehr stresst und dann alle Fahrzeuginsassen gefährdet.

    6. Kinder in Bewegung halten

    Je mehr und je wilder Junior während der Rastpause oder beim Zwischenstopp herumrennen, -toben und -turnen darf, desto ruhiger und zufriedener wird er auf dem Rest der Fahrt sein. Drehen eure Kids nicht von selbst auf (die älteren tun sich da manchmal schwer), dann fordert sie zum Wettlauf auf, gebt ihnen ein Springseil oder spielt Fangen. Und was für Kinder gut ist …

    7. Andere Familien ansprechen

    Reiseprofis halten schon beim Check-in am Flughafen oder im Hotel Ausschau nach anderen Familien, suchen sich einen Platz neben Familienzelten, wenn sie campen gehen und wählen einen Tisch in der Nähe der Spielecke.

    Ihr wollt lieber eure Ruhe? Es müssen ja nicht eure besten Freunde werden, aber anderen Eltern könnt ihr auch mal kurz euer Gepäck anvertrauen, wenn ihr dringend mit den Kindern zur Toilette müsst; andere Eltern werden abends nicht sofort an die Wand klopfen, wenn euer Kind im Hotelzimmer tobt und andere Eltern haben oft nette Kinder, mit denen eure netten Kinder sicher gern ein Weilchen spielen.

    8. Um Hilfe bitten

    Allein mit Kind unterwegs – das verlangt Selbstständigkeit

    © vsurkov – Fotolia.com

    Es ist keine Schande, Hilfe von anderen anzunehmen, auch wenn viele deutsche Mütter das zu denken scheinen. „Ich schaffe das schon“, lächeln sie verkniffen, während sie 20-Kilo-Koffer vom Gepäckband wuchten und dabei ein schreiendes Kind auf dem Arm jonglieren.

    Was würdet ihr tun, wenn ihr eine allein reisende Mutter mit Kindern seht, die Hilfe zu brauchen scheint? Eben.

    Hotelangestellte und Flugpersonal werden immerhin dafür bezahlt, ihren Gästen zu helfen, und in den meisten Ländern freuen sich auch komplett Fremde auf der Straße, einem Elternteil unter die Arme zu greifen.

    Wer mit verkniffenem Gesicht die Kinder anschreit oder nervös das Gepäck balanciert, bemerkt das vielleicht zu spät oder gar nicht – also einfach fragen, den Rufknopf im Flugzeug drücken oder wenigstens freundlich fragend schauen, bevor ihr einen Nervenzusammenbruch habt (oder euch die vierte Tasche vom Buggy gefallen ist).

    9. Freiraum

    Irgendwann braucht jeder Erwachsene mal ein wenig Erholung oder wenigstens kurz Ruhe, um etwas zu erledigen. Leider sind kleinere Kinder selten davon zu überzeugen, sich in genau diesem Moment ruhig zu verhalten oder sich allein zu beschäftigen.

    Ein tragbarer DVD-Player oder ein iPod, mit dem die Kinder (und ihr selbst) während der Reise (und im Hotel) Filme anschauen, Kinderlieder hören, Spiele spielen oder Bücher lesen können, ist der beste Freund allein reisender Eltern.

    Soll es kein technisches Gerät sein, dann bringt etwas anderes mit, das die Kinder zuverlässig eine Weile beschäftigen kann. Oder bucht eine Unterkunft, in der (altersgerechte) Kinderbetreuung angeboten wird.

    Wer keinen Resort-Urlaub oder All-inclusive-Hotels mag: Auf Campingplätzen finden Kinder auch ohne Animateure viele Spielgefährten; viele Campingplatzbetreiber bieten zumindest in der Hochsaison auch kostenlose stundenweise Kinderprogramme an, wo sich die Älteren allein vergnügen können.

    10. Ihr seid nicht allein

    Gut vorbereitet, macht die Reise auch allein Spaß

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    Ihr reist allein? Mit Kind? Dann seid ihr doch gar nicht allein. Klar, als einziger Erwachsener habt ihr letztlich die Verantwortung und den Überblick, aber das heißt nicht, dass ihr den Rest der Reise ebenso auf euch allein gestellt seid.

    Teilt eure Unsicherheit am Flughafen mit eurem Baby („Oh je, wo ist denn jetzt das richtige Gate? Lass uns mal schauen…“), bittet den Dreijährigen um seine Hilfe („Jetzt müssen wir den Bahnsteig 3 finden; wo steht denn hier eine Drei?“) und lasst euer Schulkind die richtige Autobahn-Ausfahrt ausrufen oder die Verantwortung für den Stadtplan übernehmen.

    Wenn Kinder ihren Eltern „helfen“ dürfen, macht sie das nicht nur stolz, sie lernen dabei auch eine Menge; und sei es nur, dass Mama oder Papa auch nicht perfekt sind, aber sich nicht unterkriegen lassen.

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