Müdigkeit in der pubertät

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7 wissenswerte Fakten zur Pubertät

Bei Mädchen beginnt die Pubertät mit zehn Jahren, bei Buben rund zwei Jahre später. ( prudkov / )

Die Pubertät ist eine herausfordernde Phase für Jugendliche und ihre Eltern. Mit Gelassenheit und Wissen über die körperlichen, seelischen und sozialen Veränderungen bei Teenagern lässt sich so manche Krise meistern.

Was genau ist die Pubertät?

Die Pubertät ist die Phase der körperlichen Entwicklung vom Kind bis zum Erreichen der Geschlechtsreife. Die psychischen und sozialen Veränderungen im Jungendalter werden Adoleszenz genannt und finden erst mit rund 21 Jahren ihren Abschluss.

Warum kommen Mädchen und Buben immer früher in die Pubertät?

Im Vergleich zu ihren Altersgenossen vor 100 Jahren sind Kinder und Jugendliche heutzutage deutlich schwerer und größer und erleben ihre Pubertät früher. Genetische Faktoren, aber auch das kontinuierliche Angebot an Nahrung und die verbesserte medizinische Versorgung sind verantwortlich für den immer früher einsetzenden Beginn der Pubertät. Derzeit beginnt die Pubertät bei Mädchen im Durchschnitt mit 10 Jahren, bei Buben zwei Jahre später.

Warum schlafen Pubertierende so viel?

Das Schlafhormon Melatonin steuert den Tag-Nacht-Rhythmus. Unabhängig von den abendlichen Aktivitäten kommt es bei Jugendlichen zu einer Verschiebung der gewohnten Schlafzeiten nach hinten. Sie werden rund ein bis zwei Stunden später müde und schlafen entsprechend später ein. Diese Zeit fehlt dann morgens beim Aufstehen, wodurch sie auch tagsüber oft mit Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwäche zu kämpfen haben. Die verkürzte Schlafdauer führt dazu, dass das Melatonin über Nacht nicht komplett abgebaut wird. Chronische Müdigkeit ist die Folge.

Was passiert beim Stimmbruch?

Mit etwa 13,5 Jahren wird die Stimme bei Buben rau, brüchig und instabil. Der Kehlkopf vergrößert sich unter Testosteron-Einfluss und formt den sogenannten Adamsapfel. Dabei werden die Stimmbänder spitzwinkelig nach vorne gezogen und damit länger, wodurch sich die Stimme verändert. Dieses Wachstum geht schleichend vor sich. Da die beiden Stimmbänder, die gemeinsam den Ton formen, nicht immer symmetrisch wachsen, kann die Stimme brechen oder sich überschlagen. Der eigentliche Stimmbruch dauert etwa sechs bis zwölf Monate. Nach der Pubertät ist die männliche Stimme rund eine Oktave tiefer als bei Frauen.

Umbau im Gehirn

Während der Pubertät vollziehen sich im Gehirn umfangreiche Umbauprozesse. Jenes Hirnareal, das für Emotionen zuständig ist, ist in der Pubertät relativ groß. Jenes, in dem das vernünftige Denken abläuft, relativ klein. Diese Veränderungen sind unter anderem Grund für Launenhaftigkeit, Lernschwierigkeiten oder Risikofreude bei Jugendlichen. Gegen Ende der Pubertät gleichen sich die beiden Gehirnbereiche wieder an, die Jugendlichen werden wieder stabiler und vernünftiger.

Warum werden Eltern plötzlich „peinlich“?

In der Pubertät verändert sich die Wahrnehmung des Kindes. Stand es zuvor noch in enger Symbiose mit den Eltern, so möchte es zunehmend eigene Wege gehen. Die Ablösung vom Elternhaus ist eine wichtige Entwicklung auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Pubertierende ordnen das Verhältnis zu ihren Eltern neu und suchen sich Orientierungs- und Identifikationsfiguren außerhalb der Familie. Von den Eltern nach wie vor behütet und bevormundet zu werden, erscheint ihnen unangebracht, da sie eigenständig sein und selbst entscheiden möchten.

Warum haben Jugendliche so oft Hautprobleme?

Die hormonellen Schwankungen während der Pubertät haben auch Auswirkungen auf die Haut. Die Talg- und Schweißproduktion nimmt zu, besonders im Bereich der Stirn, Nase und Kinn können sich nässende oder eiternde Pusteln bilden. Die Haut wird insgesamt fettiger und beginnt zu glänzen. Jugendliche empfinden diese Veränderung als besonders störend. Hautunreinheiten sehen zwar nicht schön aus, sind aber kein Zeichen mangelnder Hygiene. In den meisten Fällen verschwinden sie gegen Ende der Pubertät von selbst.

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Autoren:
Mag. Astrid Leitner
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Aktualisiert am: 06.09.2016 | 10:32

Dtsch. Ärzteblatt, 2009, Störungen des Pubertätsentwicklung http://www.aerzteblatt.de/archiv/64313
H.Kahl, A. Schaffrath Rosario, M. Schlaud, 2007, Sexuelle Reifung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland edoc.rki.de
Journal für Urologie und Urogynäkologie, 2013, Der frühe, späte und ausbleibende Pubertätsbeginn bei Jungen, www.kup.at

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Jugendliche: In der Pubertät verändert sich der Schlafrhythmus

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„Selbst wenn ich Dias zeige, dunkle ich den Raum nicht mehr ab“, sagt Lauren Boyle, Lehrerin an einer High School im US-Bundesstaat Massachusetts. „Denn wenn ich das tue, schläft mir ein Drittel der Klasse ein.“ Die Vorstellung reizt zum Schmunzeln, doch das permanente Schlafdefizit vieler Heranwachsender ist ein ernstes Problem. Nicht nur die Lernleistung lässt nach, es drohen auch Gesundheitsprobleme. Eltern sollten daher auf eine ausreichende Nachtruhe ihrer Kinder achten.

Jetzt, wo die Nächte wieder länger werden und es morgens noch dunkel ist, wird es zusätzlich schwieriger, die Jugendlichen zum Aufstehen zu bewegen. Mütter und Väter kennen den morgendlichen Kampf zur Genüge. In amerikanischen Umfragen gaben 82 Prozent der Schüler in den oberen Klassenstufen an, sich morgens müde und zerschlagen zu fühlen. Mehr als die Hälfte gab zu, sich an mindestens einem Tag der Woche überhaupt nicht konzentrieren zu können.

Ursache für die ständige Übermüdung ist eine selbst auferlegte Überforderung. Hausaufgaben sind zu erledigen, und häufig kommt noch ein kleiner Job zur Aufbesserung des Taschengelds hinzu. Dann folgt das, was aus jugendlicher Sicht unbedingt sein muss: Surfen im Internet, Videospiele und Telefonieren mit Freundinnen und Freunden und zumindest am Wochenende eine „Late-Night-Party“.

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All das frisst eine Vielzahl von Stunden, die am Schlaf eingespart werden. Nach medizinischen Empfehlungen sollten Heranwachsende zwischen zwölf und 17 Jahren 8,5 bis 9,5 Stunden pro Nacht schlafen. Mit 7,6 Stunden an Wochentagen und 8,9 Stunden an Wochenenden ist die Realität davon jedoch weit entfernt. Herzbeschwerden, Neigung zu Zuckerkrankheit, Dickleibigkeit, Depressionen und eine verkürzte Lebenserwartung als Erwachsener haben Mediziner als Folgen andauernden Schlafdefizits bei Jugendlichen ausgemacht. Viele versuchen, ihr Schlafbedürfnis am Wochenende zu befriedigen. Doch wer einen Großteil des Sonntags verschläft, hat abends Schwierigkeiten beim Einschlafen und bleibt länger auf. So beginnt die Müdigkeit schon am Montagmorgen.

An dieser Situation sind die Jugendlichen aber nur zum Teil selbst schuld. Mit Pubertätsbeginn im Alter zwischen zwölf und 14 verschiebt sich der Rhythmus der inneren Uhr. Vor diesem Einschnitt gehen Kinder meist früh schlafen. Aber mit den letzten Schritten der körperlichen Reife wird der Schlafbeginn immer weiter in die Nacht verschoben. Erst im Alter von etwa 20 kehrt sich der Trend erneut um, und der Mensch hat das Bedürfnis, wieder früher schlafen zu gehen.

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Schulen in einigen US-Bundesstaaten haben Konsequenzen daraus gezogen, dass die biologische Uhr in Jugendlichen anders tickt. Sie lassen den Unterricht am Morgen eine Stunde oder sogar 90 Minuten später beginnen. Aufmerksamere Schüler und bessere Noten waren das Ergebnis. Forderungen nach einem späteren Schulbeginn erheben auch deutsche Wissenschaftler wie Christoph Randler, Professor an der Universität Leipzig. Randler konnte nachweisen, dass Studenten, die trotz ihres jugendlichen Naturells früh zu Bett gingen, im statistischen Durchschnitt eine halbe Zensurnote besser waren, als Kommilitonen, die spät schlafen gingen.

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„Morgenstund hat Gold im Mund“ trifft nur auf eine Minderheit der Jugendlichen zu. Die Diskussionen unter den Experten werden weitergehen. Doch es gibt Verhaltensregeln, die Eltern ihren heranwachsenden Kindern nahelegen können. Wem es möglich ist, der sollte ein Mittagsschläfchen halten, aber nicht länger als eine Stunde.

Um die Versuchungen zu minimieren, sollte der Fernseher im Wohnzimmer stehen; im Schlafzimmer hat er nichts zu suchen. Täglich einzuhaltende, feste Bettzeiten fördern geregelten Schlaf ebenso wie eine Ruhephase vor dem Zubettgehen unter nicht zu hellem Licht. Nicht zuletzt zählt das gute Beispiel. Kein Jugendlicher folgt guten Worten, wenn Eltern das Gegenteil vorleben.

Rolf H. Latusseck

Morgenmuffel: Warum sind Teenager immer müde?

Wenn dein Teenager vom fröhlichen Frühaufsteher plötzlich zum Morgenmuffel und Dauerschläfer mutiert, steckt meist keine Krankheit dahinter, sondern die Pubertät. Was passiert da im Körper und wie kannst du helfen?

Teenager sind oft müde und antriebslos. Erst wollen sie abends nicht schlafen gehen, und so kommen sie am nächsten Morgen kaum aus dem Bett. Wenn Jugendliche sich langweilen, könnten sie überall oder sogar im Stehen einschlafen. Nur wenn sie etwas spannend finden oder sie Computerspiele spielen, sind sie plötzlich hellwach. Kein Wunder, dass Eltern mit ihren pubertierenden Kindern besonders häufig aneinander geraten. Was kann man da tun?

Warum sind Teenager solche Morgenmuffel?

Wie ändert sich der Körper in der Pubertät?

Die Pubertät verändert junge Menschen beinahe über Nacht. Auch ihr Schlafverhalten und ihr Schlafbedürfnis wandelt sich. Vom Morgenmenschen zum Morgenmuffel, von der Lerche zur Eule, oder wie auch immer man diese Transformation beschreiben möchte. Der Grund dafür versteckt sich im Gehirn, in der kleinen Zirbeldüse.

Die Zirbeldrüse ist zuständig für die Melatoninausschüttung und damit für unseren Tag-und-Nachtrhythmus. Spätestens mit dem Einsetzen der Pubertät produziert sie jedoch deutlich weniger Melatonin. Weniger Schlafhormone führen zu einer Verschiebung des Müdewerdens und der Einschlafzeit. Auf einmal ist dein Teenager bis Mitternacht munter, aber wenn du ihn morgens wecken willst, ist es immer zu früh – egal, wie spät es ist.

„Es ist für sie, als wären sie in einer anderen Zeitzone“, sagte Dr Michael Farquhar, Kinderarzt und Schlafexperte an dem Evelina Children’s Hospital, gegenüber der britischen Tageszeitung ‘The Guardian’. „Wir verlangen von ihnen, dass sie aufstehen, bevor ihre innere Uhr soweit ist, weil die Erwachsenenwelt nun einmal so tickt. Die meisten Teenager leiden deshalb unter Schlafmangel.“

Fallen dir neben den veränderten Schlafgewohnheiten jedoch noch weitere Symptome auf, kann ein Arztbesuch hilfreich sein, denn es könnte auch eine behandlungsbedürftige Krankheit dahinterstecken, beispielsweise eine Fehlfunktion der Schilddrüse.

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Wie viel Schlaf brauchen Teenager?

Acht bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht brauchen Teenager. Weniger als sieben oder mehr als elf können schädlich sein. Doch bekommen sie diesen Schlaf auch? Eine Studie stellte fest, dass nur 15 Prozent der Schüler im Teenageralter vor Schultagen die empfohlenen 8,5 Stunden schlafen.

Vor 23 oder 24 Uhr ist bei vielen Pubertierenden jedoch an Schlaf gar nicht zu denken. Wer allerdings um 6 oder 7 Uhr schon wieder aufstehen soll, um zu frühstücken und zur Schule zu gehen, baut schnell ein Schlafdefizit auf. Am Wochenende lieben es Jugendliche dann, auszuschlafen und möglichst lange im Bett zu liegen. Das bringt ihre innere Uhr jedoch noch mehr durcheinander.

Die Folgen von zu wenig Schlaf können unter anderem so aussehen:

  • Extreme Müdigkeit

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Stimmungsschwankungen

  • Kopfschmerzen

  • Hautprobleme

  • Gesteigerte Infektionsneigung wegen Schwächung des Immunsystems

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Sollten Pubertierende später zur Schule gehen?

Dass es für Teenies eine übermenschliche Anstrengung darstellt, morgens aufzustehen und pünktlich in der Schule zu sein, ist nicht ihr Fehler. Und es ist nicht überraschend, dass sie – einmal im Klassenraum eingetroffen – unausgeschlafen und gefühlt mitten in der Nacht nicht so leistungsfähig sind, wie sie eigentlich sein könnten.

Experten sprechen sich deshalb für einen Spätstart für Pubertierende aus. Eine Studie aus Seattle kam zu dem Ergebnis, dass 11 Uhr der passende Zeitpunkt für den Schulbeginn sein könnte, um den Schülern ausreichend Schlaf zu sichern. Hierzulande regt sich jedoch noch zu viel Widerstand, um auch nur eine Verschiebung auf beispielsweise 9 Uhr zu beschließen.

20 Alltagsprobleme, die nur Eltern kennen

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Müde Teenager: Erste Hilfe für pubertierende Morgenmuffel

Was Schulen tun können: In Großbritannien wird die Verschiebung des Schulbeginns für Jugendliche immerhin diskutiert. Dort und beispielsweise auch in Frankreich beginnt die Schule ohnehin schon später, nämlich erst um 9 Uhr.Es wäre immerhin hilfreich, wenn der frühe Schultag nicht gleich mit einer Doppelstunde Mathe beginnt, sondern vielleicht lieber mit Sport. Leider hast du dies nicht in der Hand, es bleibt nur zu hoffen, dass sich pubertätsfreundliche Schulzeiten irgendwann etablieren lassen.

Was Jugendliche tun können: Eine wichtige Änderung, die Teenager selbst vornehmen können, wird ihnen sicher nicht gefallen. Laptop, Tablet und Smartphone sollten rechtzeitig vor dem Schlafengehen beiseite gelegt werden, da das blaue Licht dieser Geräte den nachfolgenden Schlaf stören könnte – noch gilt dies nicht als ausreichend erforscht, aber es scheint einiges dafür zu sprechen, dass diese Geräte mindestens eine Stunde vor dem Einschlafen ausgeschaltet werden sollten.

Was Eltern tun können: Verständnis – ob von Eltern oder Lehrern – ist sicher schon eine große Hilfe. Wenn du weißt, dass deine Tochter oder dein Sohn nichts dafür kann, dass die Zirbeldrüse weniger Melatonin ausschüttet, reagierst du hoffentlich etwas weniger genervt.

Zum Schluss ein tröstliches Zitat aus Jan Weilers Roman ‘Und ewig schläft das Pubertier’ *, dessen Lektüre pubertätsgeplagten Eltern hiermit sehr ans Herz gelegt werden soll – man fühlt sich dann nicht ganz so allein mit seinem jugendlichen Dauerschläfer:

„Ständig einzupennen bedeutet, dem Leben bedingungslos zu vertrauen. Dies ist am Ende eine wirklich beruhigende Erkenntnis. Schlaft schön, liebe Kinder. Wenn ihr aufwacht, liegt immer noch das ganze Leben vor euch.“

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Lange wusste ich nicht, ob es nur eine Ausrede ist oder ob da wirklich was dahinter steckt, wenn mein Kind (4 Jahre) immer wieder meinte: “Ich bin sooo müde!” Meist kam diese Antwort, wenn ich ihn zu etwas auffordern wollte. Als mich dann aber auch die Kindergartenpädagogin darauf ansprach, sind wir zum Kinderarzt gegangen.

Zwischenruf in eigener Sache:VERLOOOOOSUNG!

Welche Rechte haben Eltern in der Schule – und welche nicht? Darf die Schule dem Kind das Smartphone wegnehmen? Und wenn ja, wie lange? Muss ich die Fahrtkosten für die Klassenfahrt übernehmen – obwohl mein Kind krank geworden ist? Und wie ist das mit dem Recht auf individuelle Förderung in der Schule und der Teilnahme an Fridays for Future? Die Antworten auf diese Fragen + Buch GEWINNEN!
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Das Kind ist ständig müde

Ist es nur eine Ausrede?
Oder steckt eine ernste Sache dahinter?

Diese Fragen sind gar nicht so leicht zu beantworten. Wenn man so im Internet sucht, dann kommt man drauf, dass es alles und nichts sein kann – vom Eisenmangel bis hin zu Diabetes und sogar Krebs. Da kann man das Gruseln lernen.

Folgende Dinge haben wir versucht:

  • Fernsehkonsum einschränken
  • pünktlich ins Bett
  • Ruhephase nach dem Kindergarten
  • täglich frische Luft
  • gesundes Essen, mind. 2 x pro Woche Fleisch (Eisen!)

Fazit: Alles nett und gut, es hat aber letztlich nichts geändert. Das Kind klagte weiterhin über Müdigkeit.

Also ab zum Arzt statt Rätselraten und Gruseln im Internet.

Blutuntersuchung beim Kinderarzt

Letztendlich blieb uns aber nur eine Blutuntersuchung beim Kinderarzt.

Jetzt ist es ja so, dass ich mehr leide, wenn ich mit einem Kind sowas machen muss als wenn ich selbst zum Arzt muss. Aber, ich kann beruhigen: Für die Blutabnahme haben wir zwei Termine im Abstand von etwa einer Stunde bekommen. Beim ersten Termin wurden beide Armbeugen mit Salbe und Pflaster vorbereitet – betäubt. Beim zweiten Termin, eine Stunde später, wurde dann das Blut abgenommen. Das Kind war sehr tapfer und hat tatsächlich fast nichts gespürt.

Das Ergebnis: massiver Eisenmangel.

Gott sei Dank nur das!

Aber wir mussten reagieren – mit Ernährung alleine war dieser Eisenmangel nicht zu beheben.

Was man bei Eisenmangel tun kann und auf welchen überraschenden Eisenräuber ich gestoßen bin, lest ihr hier:

  • Bei Müdigkeit auf Eisen in der Ernährung achten!

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Erziehung: Diskussion, Tränen, Wut – das Kind ist müde

Ein schöner Abend, ein laues Lüftchen, ein silbrig schimmernder Swimmingpool und ein Kaltgetränk zur Nacht. Ich war in einem spanischen Hotel, es war abends um neun, die Kinder waren im Bett. Da sah ich, wie ein Vater zeternd seiner Tochter folgte. Ohne Rücksicht auf die anderen Gäste, er war zu sehr mit seinem Kind beschäftigt, brüllte er in die Nacht: „Wenn Du das jetzt nicht aufräumst, gehst Du sofort ins Bett. Was willst Du?“ Das Mädchen schrie; offensichtlich hatte es beim vorangegangenen Abendessen etwas umgeworfen und nicht aufgehoben. Als der Vater die Kleine eingeholt hatte, schlug sie mit den Armen nach ihm. „Was willst Du denn, jetzt sag es mir“. Das Kind schrie nur noch lauter. Dann packte der Vater das Mädchen und verschwand in Richtung seines Hotelzimmers.

Nach zwei Minuten waren beide wieder da. Die Kleine hatte sich beruhigt, die Situation schien klar, als das Spektakel von vorne losging. Immer wieder fragend, bekam der Vater von neuem nur die Antwort: „Ich will nicht“. Wütend stapfte er in Richtung Restaurant und ließ seine Tochter allein am Pool stehen. Sie machte keine Anstalten, ihm zu folgen. Nach fünf Minuten kam der Vater wieder und stellte die gleiche Frage. Was für ein erbärmliches Schauspiel. Fast wäre ich aufgesprungen: das Mädchen war müde nach acht Stunden am Strand und dem langen Sitzen im Restaurant. Nach geschätzten zwanzig Minuten jedenfalls kehrte Ruhe ein und die Kleine war eingeschlafen. Sie wird nicht daran interessiert gewesen sein, ihren Vater zu beherrschen. Vielmehr daran, dass er sie versteht und tröstet. Als er dies endlich begriffen hatte, wird sie sich erlöst gefühlt haben.

Kinder wissen nicht immer, was sie brauchen

Man sitzt da und fragt sich, warum der Vater seiner Tochter mit der immer wiederkehrenden Frage in ein Dilemma stürzt. Sich nicht auf ihre Seite schlägt, weil sie offensichtlich nicht in der Lage ist, ihre Bedürfnis zu benennen. Kinder wissen oft, was sie wollen; aber nicht immer, was sie brauchen. Dafür gibt es Eltern. Das ist ihr Job. Wer sein Kind kennt, muss nicht ständig Anweisungen wiederholen. Und seinem Kind Freiheiten zumuten, zu denen es noch nicht bereit ist. Eltern haften für ihre Kinder. Nicht umgekehrt.

Es tut gut zu wissen, wo es lang geht. Nicht wankelmütig zu sein und Entscheidungen zu fällen. Befreiend ist das. Viele Eltern aber kennen den Weg nicht mehr. Die Kinder würden gerne folgen, kommen aber nicht hinterher. Ihre Eltern bieten keine Orientierung. Sie bieten Gespräche. Wer hat ihnen eingeredet, immer und überall diskutieren zu sollen? Ihren Kindern mit Sätzen zu begegnen, nicht mit Gesten? Ist es wichtig, Kinder kurz vorm Schlafengehen noch mit Fragen nach ihrer Befindlichkeit zu malträtieren? Und ihnen noch mit Worten wie „Vernunft“ zu kommen? Müssen sie immer wissen, wie es ihren Kindern geht? Was die Kleinen fühlen und denken? „Wir Eltern befinden uns in einer ständigen Unruhe in Bezug auf unsere Kinder“, sagt der Hannoveraner Psychologe Wolfgang Bergmann. „Wir ertragen es nicht, wenn sie irgendeine Art von Unzufriedenheit äußern. Wir möchten alles Gute für sie, und wir möchten es im Übermaß. Und genau dies tut Kindern nicht gut.“

Haben Eltern Angst vor Liebesentzug?

Wie sollen Kinder anders als durch Schreien und Zetern kundtun, dass die Eltern ihrer Aufgabe gerade nicht nachkommen? „Starke Väter und starke Mütter sind notwendiger als je zuvor“, sagt Wolfgang Bergmann. „Sie dürfen sich nicht selbst abschaffen, weil sie meinen, mit ihren Kindern auf Augenhöhe sein zu müssen.“ Vielleicht gab es mal eine Zeit, in der sich Kinder wünschten, auch eines Tages erwachsen zu sein. Weil Vater und Mutter die Dinge im Griff hatten. Und sie mit Fragen ihn Ruhe ließen: Sag mal, was glaubst du, was jetzt gut für dich wäre?

Warum fürchten Eltern heute die Auseinandersetzung? Die Dinge laufen nicht immer glatt. Warum vermeiden sie Konflikte? Haben sie Angst vor Liebesentzug, wenn sie mal strenger sind zu ihren Kindern? Eltern werden verlässlich, wenn sie nicht vor den Schwierigkeiten ihrer Kinder zurückschrecken. Selbst wenn sie ungeduldig sind und laut werden. „Kinder finden Halt nur an einem Gegenüber, an dem sie ihre Konflikte, ihre inneren Spannungen bewusst erleben können“, schreibt Psychologe Wolfgang Bergmann in seinem Buch „Die gute Autorität“. „Der Konflikt oder das Problem zerfließt und ergießt sich sozusagen in die unfertigen kindlichen Seelen. Und so, wie früher unangemessene Strafen Kinderseelen beschädigten, so beschädigen heute die zerfließenden, nicht ausgehaltenen Konflikte die Seelen unserer Kinder.“

Eltern brauchen Grenzen

Ach, wie schön ist „Basta“-Land. Einfach nein sagen, ab ins Bett und ruh‘ dich aus. Kein Fernsehen mehr, kein Computer, morgen ist wieder Schule: schlaf gut! Nicht Kinder, Eltern brauchen Grenzen. Kinder wollen alles und zwar sofort, das Leben ist bunt, die Welt groß und mit so etwas wie Vernunft können sie überhaupt nichts anfangen. Eltern haben die Aufgabe, sich und ihren Kinder Respekt beizubringen. Das lateinische „Respectus“ bedeutet so viel wie „zurückschauen, Rücksicht, berücksichtigen“: Es beschreibt, was Eltern zu tun haben. Eltern sind ihren Kindern um Jahre voraus, sie haben mehr erlebt und viel erfahren. Kinder müssen sich nicht jeden Tag die Finger verbrennen, um zu merken, dass die Herdplatte heiß ist. Sie erwarten Anweisungen. Sie erwarten, dass Vater und Mutter der Verantwortung, die sie bei der Geburt ihres Kindes eingegangen sind, auch gerecht werden. Dass sie um die Balance wissen, zwischen Festhalten und Loslassen.

Es ist nicht die Aufgabe der Kinder, ihre Eltern zufriedenzustellen. Sie glücklich zu machen. Sie sind auch nicht auf der Welt, schlechte Launen zu kompensieren, weil Vater oder Mutter schlecht drauf sind. Kinder sind keine Fußmatten, an denen man Dreck abklopft. Eltern brauchen Grenzen: Statt Kinder zu ermahnen, die Lebenswelt der Erwachsenen ernst zu nehmen, sollten Eltern auf die Realität ihrer Kinder achten. Sie muten ihnen viel zu. Kinder müssen mit ins quälend lange „Weihnachtsoratorium“ (wo sich mittlerweile auch Herrchen mit Hunden, die unangemessen oft knurren, tummeln). Zur abendlichen Verabredung ins Restaurant. Oder zum Yoga-Kurs des Vaters. Um Vertrauen zu lernen, braucht es keinen Ratgeber wie das „Dalai-Lama-Prinzip für Eltern „, das Meditation „auf dem Spielplatz, im Haushalt, beim Warten an der Bushaltestelle, auf dem Weg zur Arbeit oder zur Kinderkrippe“ empfiehlt. Babies sollten mit Shiatsu-Streicheln willkommen geheißen werden und Akupressur helfen, „Situationen gelassen anzunehmen“. Aus Kinder werden „spirituelle Lehrer“ und elterliche Therapeuten, wenn Buddha mal auf Fahrt ist. Aber vielleicht sind Kinder nur helle – und nicht erleuchtet. Und singen lieber mit den Hamburger Spaßrappern der Gruppe Fünf Sterne Deluxe: „Wir waren im Nirwana, da war es proppenvoll, wir waren im Nirwana – gar nicht so toll“.

Neun Stufen der Müdigkeit, die nur Eltern kennen…

Stand der Dinge: Augenringe! Zugegeben, so kurz nach der Geburt war ja alles halb so schlimm: Als Neo-Eltern hat man diesen hauseigenen Hormoncocktail, den müde Bank-Manager durch Koks erreichen. Und man hat diesen Jungeltern-Stolz an sich. Wie kleine Orden schleppt man seine Augenringe durch den Tag – immerhin sind sie Zeichen, dass man jetzt in einem exklusiven Club aufgenommen wurde. Eintrittskarte ist das Durchtrennen der Nabelschnur – Austreten kann man nie wieder. Und schlafen demnach auch nicht.

Die Magie der ersten Monate ist irgendwann dahin. Man leidet unter Schlafentzug, der ja in manchen Ländern bekanntlich als Folter angewendet wird. Man sehnt sich nicht nach Bei-, sondern viel mehr nach Tiefschlaf. Denn die harte Realität beginnt: die Zähne kommen. Die bohren sich nämlich erst durch das Zahnfleisch des Kindes und gleichzeitg damit auch durch die Nerven der Eltern. ABER VORISCHT! SPOILER: Es wird nicht besser!

Denn wenn die Kleinen erst mal mobil sind, dann beginnt das eigentliche Drama: Mütter meines Alters können sich bestimmt noch an diese rosa Häschen aus der Batterie-Werbung erinnern, oder? Genau so sind die Kinder… Die stehen unter Strom und laufen, und laufen, und laufen… Sie öffnen sich dann selber die Türe von ihrem Zimmer, trappeln den Flur entlang und legen sich ungefragt zu dir ins Ehebett. Quer. Oder sie strecken ihre kleinen Eisezehen auf deinen Oberschenkel und klauen dir mit treuherzigem Blick die Decke. Bei Zwillingen sieht das dann so aus…. Manchmal singen sie einfach in der Nacht. Oder sie wollen, dass du singst. Du bist dir nicht sicher, was davon besser ist…

Es liegt also kaum etwas näher, als ein kleine Typologie der Elternmüdigkeit aufzustellen:

  • Kurzes Hinsetzen führt zu Sekundenschlaf. Besonders gefährlich sind dabei weiche Flächen. Im entfernten Verwandtenkreis wurde von Eltern erzählt, die selbst bei Hautkontakt mit einem Sofa stumm umgefallen sind und sofort einschliefen. Achtung: Das kann zu Hausverbot in Möbelhäusern führen! Weil man als Jungeltern aber gerne seine Zeit in schwedischen Einrichtungshäusern abhängt (klar – dort ists egal ob Essen am Boden landet) sollte man daher besonders aufpassen.
  • Man gähnt. Inbrünstig und oft. Jeder Dentist hat seine wahre Freude, wenn er Eltern als Patienten hat. Schon aus der Ferne kann er eine erste Diagnose stellen. Das Gähnen von Jungeltern ist so herzhaft, dass man im Zoo sogar die Löwen damit anstecken kann.
  • Das Gehör nimmt nur noch ein dumpfes Hintergrundrauschen wahr. Ob die Kinder streiten oder nicht, erkennt man nur an Gestik und Mimik. Was reden die Kinder überhaupt? Ist das Hebräisch? Oder Hindu? Weil man sich eine kurze Auszeit gönnen möchte, verzieht man sich für einen Moment aufs Klo. Das kann allerdings gefährlich sein, wie wir aus Punkt 1 Wissen.
  • Besonders gefährlich ist die Eltern-Müdigkeit beim rituellen Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten: Auch hier lauert die Gefahr des Sekundenschlafs. Folgende Formulierungen sind dabei tunlichst zu vermeiden: „Und der Prinz wurde immer müder. Müüüüder. Müüüüüd. Müüü..
  • Müdigkeit ist anstrengend. Gehirn läuft auf Sparflamme. Die Sprache verarmt. Lange Sätze verwirren. Einfache Anweisungen führen zum Erfolg. Hauptsätze dominieren. Schweigen ist am besten.

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  • Hast du schon mal im Gespräch mit einem Kleinkind den roten Roten Faden verloren? Zugegeben, das ist ein bisschen peinlich – passiert aber bei ausreichend Schlafmangel oft und gerne. Mit passierte das erst kürzlich:
    Kind: „Mama! Bitte! Machen!“
    Mama: „Hä? Was soll ich jetzt machen?“
    Kind: „Bitte! Helfen!“
    Mama: „Womit? Was ist los? Wer bist du eigentlich?“
  • Man agiert ferngesteuert. Hin und wieder kann man sich gar nicht mehr erinnern, was man alles an einem Tag erledigt oder erlebt hat:
    „Die Kinder haben doch heute bei uns im Bett geschlafen?“
    „Nö – das war gestern. Oder doch vorgestern?“
    ODER ABER:
    „Wolltest du nicht die Küche aufräumen?“
    „Sollte ich wohl – oder wir schalten einfach das Licht ab…“
  • Man maht Tipfehla in Blog-Texten. Oder in SMSen. So ein Buchstabenverdreher kann einen ganzen Text urinieren.
  • Habe ich Punkt 9 nicht schon geschrieben? Keine Ahnung… Wie spät ist es eigentlich? Warum tippe ich das hier? Ich lege mich mal kurz hin und stöbere hier…. Nur kurz…

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Wer schreibt hier eigentlich?

Zwillingsmama, Kinderdompteurin, Chaosmanagerin und „Mädchen für eh alles“: Unter dem Pseudonym Anna Attersee schreibe ich hier über das turbulente Leben mit Kindern – schonungslos ehrlich, denn einer schreit bei uns immer… Im richtigen Leben bin ich Journalistin, arbeite im Bereich „Irgendwas mit Medien“ und habe kürzlich mein erstes Buch veröffentlicht. Stolz bin ich auf meine Kinder und meinen Online-Shop. Mehr über mich und meine Familie findest du HIER.

Fit trotz Schlafmangel?

Nathalie von „Eine ganz normale Mama“ hat Tipps

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Müdigkeit überwinden – so wird Ihr Schulkind fit für´s Lernen

Sie kommen morgens nicht aus dem Bett und abends nicht hinein, können nicht ihre Müdigkeit überwinden. In den ersten Schulstunden fallen ihnen ständig die Augen zu und oft wirken sie verträumt, träge und energielos. Mit dem Eintritt in die Pubertät beginnt ein Umbau von Gehirn und Körper, der kraftraubend ist. Kein Wunder, wenn Jugendliche sich mit dem Lernen schwer tun und tagsüber nicht vom Sofa runterkommen. Die Schule nimmt auf die Veränderungen keine Rücksicht, deshalb ist es umso wichtiger, die Teenager zuhause zu motivieren und zu unterstützen. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie hier.

Jugendliche sind besonders oft müde

Wir alle kennen die Frühjahrsmüdigkeit, die Herbstschwere und den Winterschlaf. Diese immer wieder auftretenden Müdigkeitsattacken werden bei Jugendlichen noch um eine weitere Phase ergänzt, die Phasenverzögerung. Das müde machende Hormon Melatonin wird während der Wachstumsphase mit einer täglichen Verspätung von bis zu zwei Stunden produziert (Quelle: Mary Carskadon von der Brown University in Rhode Island). Viele Jugendliche leiden unter dieser „Phasenverzögerung“ sie werden später müde als der Rest der Welt. Da sich das Melatonin aber auch mit Verspätung abbaut, kommen sie morgens mühsamer aus dem Bett. Es fällt ihnen schwer, die Müdigkeit zu überwinden.

Ganz wichtig: Klären Sie ab, ob Ihr Kind gesund ist

Auch wenn die Müdigkeit in der Pubertät ein weitverbreitetes Phänomen ist, sollten Sie unbedingt ärztlich abklären lassen, ob Ihr Kind gesund ist. Erschöpfung und dauerhafte Müdigkeit können noch andere Ursachen als das Heranwachsen und die Pubertät haben. Mögliche Ursachen für die Dauermüdigkeit Ihres Teenagers können u.a. sein:

  • Schlafprobleme
  • Drogen
  • Erschöpfungssyndrom
  • Depression
  • Stress
  • Eisenmangel (Periode)
  • Schilddrüsenunterfunktion

Müdigkeit überwinden? Über 80 % der Jugendlichen fühlen sich morgens nicht fit

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Müdigkeit Ihres Kindes auf die Pubertät zurückzuführen. In amerikanischen Umfragen gaben 82 Prozent der Schüler in den oberen Klassenstufen an, sich morgens müde und zerschlagen zu fühlen. Mehr als die Hälfte gab zu, sich an mindestens einem Tag der Woche überhaupt nicht konzentrieren zu können. Kein Wunder, schlafen Teenager im Durchschnitt doch nur 7,6 Stunden an Wochentagen, ein bis zwei Stunden weniger als benötigt. Nicht nur Müdigkeit, sondern auch Herzbeschwerden, Diabetes, Adipositas, Depression und eine verkürzte Lebenserwartung können die Folgen eines andauernden Schlafdefizits bei Jugendlichen sein. So kann Ihr Kind die Müdigkeit überwinden.

Müdigkeit überwinden: 7 Maßnahmen für Ihr Kind

Auch wenn es schwer ist, Jugendliche abends zeitig zum Schlafengehen zu überreden, können sie das benötigte Schlafpensum erreichen. Abhilfe schafft der bewährte Mittagsschlaf, der besonders in der Pubertät dabei hilft, das Schlafdefizit zu vermeiden. Führen Sie, wenn möglich, in Ihrer Familie nach dem Mittagessen eine Ruhestunde ein. Je früher Sie damit beginnen, desto eher lassen sich auch Jugendliche auf die tägliche Pause ein. Eine halbe bis 1 Stunde werden die Medien abgestellt und das Smartphone weggepackt.

Mein Tipp gegen die Müdigkeit: Zeitung lesen

Lesen ist erlaubt, aber dabei fallen Ihrem Kind vermutlich gleich die Augen zu. Der tägliche Mittagsschlaf, der maximal 1 Stunde dauern sollte, füllt die Energiereserven Ihres Kindes wieder auf.

2. „Entrümpeln“ Sie den Tag Ihres Kindes

Neben dem Schlafmangel kann die permanente Überforderung ebenfalls die Ursache für eine ständige Übermüdung sein. Jugendliche müssen den Anforderungen der weiterführenden Schule genügen, die wesentlich höher sind als das noch in der Grundschule der Fall war. Hausaufgaben, die Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Kontakt zu Gleichaltrigen und Engagement im Sportverein können ganz schön anstrengend werden. Kommt da noch ein kleiner Job zur Aufbesserung des Taschengeldes hinzu, sind die Grenzen der Belastbarkeit schnell erreicht.

Mein Tipp: Vereinstermine reduzieren hilft Müdigkeit überwinden

Begrenzen Sie die Zahl der Hobbys Ihres Kindes. Anstatt jeden Tag im Sportverein etwas anderes auszuprobieren, sollte es sich lieber zwei bis dreimal pro Woche auf seine Lieblingssportart konzentrieren und ein bis zwei Nachmittage unverplant verbringen.

3. Reglementieren Sie den Dauerbeschuss durch die sozialen Netzwerke

Auch wenn es schwer fällt, reglementieren Sie die Nutzung des Smartphones. Der Dauerbeschuss durch die sozialen Dienste wie Snapchat, WhatsApp, Instagram oder Pinterest kostet viel Zeit und Energie. Ist Ihr Kind Mitglied verschiedener Gruppen, gehen Nachrichten im Minutentakt auf seinem Smartphone ein. Erholung und Konzentration ist dabei unmöglich.

Mein Tipp: Soziale Medien beschränken

Viele Jugendliche lassen über die Nutzung des Smartphones mit sich reden. Sie merken selber, wie anstrengend und energieraubend der ständige Kontakt zu anderen sein kann. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind handyfreie Zeiten am Nachmittag und stellen Sie das interne WLAN (per Zeitschaltuhr oder über die FRITZ!Box) gegen 22:00 Uhr ab.

4. Sorgen Sie auch bei Jugendlichen für ein königliches Frühstück

Wer nicht frühstückt, hat auch keine Energie für den Unterricht und das Müdigkeit überwinden fällt schwer. Wenn Ihr Teenager in der 3. Stunde endlich wach ist, kann er sich ohne Energiereserven auch dann nicht konzentrieren. Daher ist es sehr wichtig, den Heranwachsenden ein leichtes aber energiereiches Frühstück zu bieten: Müsli mit Obst oder Joghurt, dazu Frucht und Gemüsesäfte und Vollkornbrot. Manche Teenager greifen schon zu einer Tasse Kaffee, einen ähnlichen Effekt hat aber auch Kakao. Und als Pausensnack sorgt Vollkornbrot mit mit Käse oder weißem Fleisch (Pute) dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu schnell ansteigt und das Gehirn kontinuierlich mit Energie versorgt wird.

Mein Tipp: Gesundes Energiegetränk zum Frühstück

Ein Löffel echter, fair produzierter Kakao, aufgelöst in einem Glas fettarmer Frischmilch, ist ein guter Wachmacher für Teenager. In Kombination mit dem natürlichen Milchzucker sorgt er für einen Energieschub, der mental leistungsfähig macht und wachhält. Eine Wirkung, die im Gegensatz zu gezuckerten Energydrinks oder Limonade, sanft ansteigt sowie lange und konstant anhält.

5. Flüssigkeitsmangel vermeiden hilft Müdigkeit überwinden

Eine zentrale Ursache von Müdigkeit und Konzentrationsschwäche ist die Dehydrierung. Etwa die Hälfte aller Jugendlichen trinkt weniger als empfohlen. Dabei benötigen Kinder und Jugendliche mehr Wasser als Erwachsene, denn ihr Körper enthält mehr Flüssigkeit. Schon ein Flüssigkeitsverlust von 2 % des Gesamtvolumen kann bei Ihrem Kind zu Konzentrationsproblemen führen. Eine gut gefüllte Trinkflasche sollte also eine Selbstverständlichkeit sein. Doch viele Jugendliche finden es peinlich, mit einer Trinkflasche in der Schule zu erscheinen. Damit sie trotzdem genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, müssen Alternativen her.

Mein Tipp: Getränke gemeinsam kaufen

Nehmen Sie Ihr Kind beim nächsten Einkauf im Getränkemarkt unbedingt mit. Hier kann es sich seine Lieblingsgetränke selber aussuchen. Am gesündesten sind Obstsäfte, die mit Wasser zu einer Schorle (1 Teil Fruchtsaft / 3 Teile Wasser) gemischt werden. Kaufen Sie weder zuckerhaltige Limonaden noch Energy Drinks. Möchte Ihr Kind diese Getränke haben, muss es sie von seinem Taschengeld bezahlen.

6. Sonnenlicht, Frischluft und Frühsport

Wenn der Wecker klingelt, kommen Teenager nur langsam zu sich. Um etwas schneller in Schwung zu kommen, sind frische Luft und Sonnenlicht gute Helfer. Ziehen den Rollladen im Zimmer Ihres Kindes hoch und öffnen Sie die Gardinen, so das Licht hereinkommt. Im Winter tut eine Tageslichtlampe gute Dienste, die auch per Zeitschaltuhr bedient werden kann. Öffnen Sie das Fenster und lassen Sie Sauerstoff hinein. Das Licht und die frische Luft wirken belebend. Reine Wunder wirkt die Morgengymnastik, aber ich kenne kaum einen Jugendlichen, der sich dazu bewegen lässt.

Mein Tipp: Lieblingsmusik macht wach

Wir haben es immer wieder mit Yoga versucht, und ab und zu gemeinsam den Sonnengruß gemacht. Lange haben wir das allerdings nie durchgehalten. Aber auch die Lieblingsmusik Ihres Teenagers weckt seine Lebensgeister. Anstatt Stille und Dunkelheit kann Ihr Kind so mit Licht und Musik in den neuen Tag starten.

7. Motivation durch greifbare Vorteile

Wenn Ihr Kind nach der Schule keine Lust auf Hausaufgaben hat und sich müde auf sein Bett wirft, können sie es durch ganz konkrete Anreize motivieren. Drohungen wie: „Wenn du dich jetzt nicht anstrengt, wirst du später keinen Job kriegen,“ erreichen Jugendliche nicht. Je abstrakter die Vorstellung, desto weniger können sie damit anfangen. Probieren Sie es doch mal mit ganz konkreten, zeitnahen Anreizen. „Wenn du jetzt schnell deine Hausaufgaben machst, kannst du mich zum Einkaufen begleiten und im Mediamarkt nach einem neuen Kopfhörer schauen.“

Mein Tipp: Bereiten Sie sich vor

Legen Sie sich eine Reihe von Anreizen zurecht, um gleich etwas zur Hand zu haben, wenn es notwendig ist. Jeder Jugendliche hat andere Vorlieben, für die er zu begeistern ist. Vielleicht braucht Ihre Tochter öfter mal einen neuen Nagellack oder Ihr Sohn begeistert sich für bestimmte Comics.

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Dieser Text ist für Schwangere nicht geeignet. Menschen mit Kinderwunsch rate ich ebenfalls vom Lesen ab. Eltern, deren Kinder relativ schnell problemlos durschliefen, könnten mit blankem Entsetzen oder wahlweise sofortiger Verdrängung reagieren.

Und wer selbst betroffen war von längerem Schlafentzug, mag das vielleicht gar nicht lesen. Heute schlafen alle Kinder gut, und auch ich schlafe wieder genug. Nie wieder möchte ich so müde sein wie nach dem langen, chronischen Schlafentzug in den Jahren 2000-2003. Soviel zum Beipackzettel.

Als mein erstes Kind auf die Welt kam, war ich 34. Die Schwangerschaft war unproblematisch gewesen, die Geburt okay, und ich hatte bereits geplant, 3 Monate nach der Geburt wieder ins Berufsleben einzusteigen. Zuerst über ein Praktikum bei Familie & Co in Hamburg, dann als Content Managerin bei einer Redaktion für People News. Mein Mann wollte sich von Zuhause aus selbstständig machen, und so kamen wir überein, dass er tagsüber auf das Baby aufpasst, während ich das Geld verdiene. Und es war gutes Geld – 6.500 DM standen brutto auf dem Gehaltszettel, das motivierte mich sehr.

Die ersten Wochen ging alles recht glatt, ich hatte noch ein gutes Polster an Schlaf aus der Schwangerschaft. Aber ziemlich zeitgleich mit dem Wiedereinstieg ins Berufsleben merkte ich, dass es sehr schlaucht, wenn das Baby nachts viel schreit und kaum 2 Stunden am Stück schläft. Mein Kinderarzt in Hamburg fand das normal, und so beschloss ich, mich nicht so anzustellen. Dass mein Kind zum ersten Mal mit 3,5 Jahren durchschlafen würde, weil es an Schlafapnoe litt, konnte ich damals nicht ahnen.

Tagsüber arbeitende Mama, nachts ständige Schlafunterbrechungen

Die Arbeit in der Redaktion war anspruchsvoll und machte mir Spaß – aber die Nächte zuhause waren die Hölle. Wenn ich von der Arbeit kam um 18:30, übernahm ich sofort das Baby, und es blieb mir auch überlassen, nachts aufzustehen, wenn das Kind schrie – was es oft tat. Im Prinzip arbeitete ich 8 Stunden pro Tag und war nach Feierabend und morgens Mutter. Sogar in der Mittagspause kam ich oft nach Hause, weil die Firma an der Alster nur 5 Minuten von unserer Wohnung in St. Georg lag. Die Müdigkeit sorgte dafür, dass ich in der Partnerschaft keine Kraft für lange Diskussionen über die Rollenverteilung aubringen mochte, und somit startete ein fataler Teufelskreislauf.

2000, mit erstem Kind in Hamburg

Nach 9 Monaten, ziemlich genau, als unsere Tochter 1 Jahr alt wurde, war ich total durch. Und nicht sehr traurig, dass die Redaktion, in der ich arbeitete, Insolvenz anmelden musste – ich gedachte, nachzuschlafen.

Daraus wurde aber nichts, denn es blieb dabei, dass das Kind abends auf keinen Fall einschlafen wollte (kein Wunder, wenn sie Angst vor dem Schlafen hatte), nachts 3-4 Mal wie am Spieß schreiend aufwachte, und die Nacht morgens um 5 Uhr zuende war. Auch ein Wechsel des Kinderarztes, bedingt durch den Umzug nach Konstanz, brachte da keine Besserung – das sei normal, wurde mir auch hier gesagt.

Endlich eine Diagnose – durch einen neuen Kinderarzt

Erst als meine Tochter 3 Jahre alt war, und wir erneut umzugsbedingt den Kinderarzt wechselten, bemerkte jemand, dass hier Handlungsbedarf war. Die neue Kinderärztin sah die extrem großen Mandeln der Tochter und fragte: „Schläft sie gut?“ Dieser Satz änderte mein Leben zum Besseren. Denn er leitete eine Polypenoperation ein, die vorgenommen wurde, als das Kind 3,5 Jahre alt war, und die dazu führte, dass meine Tochter mit ziemlich genau diesen 3,5 Jahren zum ersten Mal 8 Stunden am Stück schlief. Das war eine Woche nach der Operation.

Mit dem zweiten Kind war ich klüger, und die Infrastruktur für Eltern war besser entwickelt – als der Sohn 2006 sich und mich im Alter von 8 Monaten mit langen Phasen nächtlicher Schlaflosigkeit quälte, machte ich einen Termin im sozialpädiatrischen Zentrum bei der Klinik. Das kann ich sehr empfehlen, dort arbeiten Kinderärzte, Kinderpsychologen und Psychologen eng zusammen. Das Schlafproblem ging bald vorüber, auch, weil ich mich ernstgenommen und beraten fühlte.

Kind 3 schlief von Anfang an wie ein Profi. Ich konnte sie ins Bettchen legen, und sie lächelte mich an, so wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Beim ersten Kind dauerte es 2 Jahre, bis ich sie erstmalig schlafen sah – auch tagsüber schlief das Mädchen nämlich nicht, auch nicht im Kinderwagen oder im Auto. Ich habe damals, im Jahr 2002, ein Foto gemacht, weil ich so fasziniert war, dass meine Tochter die Augen zu hat – vorher war sie stets hellwach gewesen, selbst wenn sie müde war. Auch für ein Kleinkind kein schöner Zustand. Hinterher tat auch sie, die oft durch das nächtliche Schreien Aggressionen in mir geweckt hatte, sehr leid. Ich kann mich nur damit trösten, dass ich Rat bei insgesamt 4 Kinderärzten gesucht habe und sogar im Schlaflabor anrief, und man mich überall abwimmelte.

Fazit: Wenn Ihr das Gefühl habt, mit eurem Kind stimmt etwas nicht, oder es geht ihm nicht gut, hört auf euren Bauch. Ihr seid der Experte für euer Kind. Genau das ist die Position meiner jetzigen Kinderärztin, bei der wir seit 10 Jahren ein und ausgehen.

Linktipp innerhalb des Blogs: Feste Schlafenszeiten – Nicht bei uns.

Frühaufsteher-Kinder: Wie Eltern trotzdem länger schlafen

Kinder sind das größte Glück auf Erden. Dies wird allerdings empfindlich gestört, sobald die Sprösslinge Mama und Papa in den frühen Morgenstunden um den Schlaf bringen. Was können Eltern tun, um am Samstag- oder Sonntagmorgen wenigstens einige Minuten mehr Ruhezeit für sich herauszuschlagen? Wir haben einige Tipps und Tricks parat.

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„Eine echte Tortur“

Es sind vor allem die Eltern von Klein- und Kindergartenkindern, die sich in Foren austauschen, in der Hoffnung endlich das richtige Rezept zu finden, ihre kleinen Frühaufsteher in ihrem morgendlichen Tatendrang zu bremsen. So schreibt Ute: „Hilfe! Unsere zweieinhalbjährige Tochter treibt uns momentan in den Müdigkeitswahn. Sie geht zwar immer etwa um 19.30 Uhr todmüde ins Bett, weckt uns aber zurzeit etwa um 4.30 Uhr. Das ist eine echte Tortur. Was sollen wir tun?“

Und Bea jammert: „Gähn! Leni wird seit neuesten immer um 5 Uhr wach. Bis 5.30 Uhr kann ich sie noch in ihrem Bettchen halten, aber danach fängt sie an, heftig herumzuzicken, möchte etwas zu essen und dann spielen. Der Leidensdruck bei uns ist gerade groß und die Müdigkeit auch. Gähn!“

Frühaufsteher müssen kein Schlafdefizit haben

Eine Patentlösung, wie sich der Schlafrhythmus von Kindern zugunsten des Morgenschlafes nach hinten verschieben lässt, gibt es nicht. Denn der kindliche Schlaf befindet sich in einem ständigen Wandel, je nach Entwicklung und Reife. So können kleine Frühaufsteher, die eine Zeit lang etwa um 5 Uhr topfit waren, einen Monat später schon etwas länger morgens schlafen.

Wichtig ist, dass Kinder insgesamt genug Schlaf bekommen. Wer früh aufsteht, muss deshalb noch lange kein Schlafdefizit haben. Neugeborene benötigen in den ersten Wochen etwa 16 bis 18 Stunden Schlaf täglich. Nach einem halben Jahr haben sie sich im Idealfall an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt und schlafen nachts mehr als acht Stunden. Im Alter von zwei Jahren benötigen die meisten Kinder nur noch etwa 13 Stunden Schlaf, machen ein längeres Mittagsnickerchen und schlafen nachts durch. Vier bis Sechsjährige schlafen mittags kaum noch und kommen mit elf bis zwölf Stunden Schlaf aus. Im Grundschulalter sind es dann ungefähr noch zehn Stunden.

Von Eulen und Lerchen

Doch nicht nur das Alter der Kinder spielt bei ihrem Schlummerrhythmus eine Rolle, sondern auch zu welchem „Chronotyp“ der jeweilige Schläfer gehört. So unterscheidet die Wissenschaft sogenannte Lerchen, Eulen und Normalschläfer, eine Einteilung, die auch schon auf Kinder zutrifft und angeborenes Verhalten umschreibt. Bei Eulen handelt es sich tendenziell um Menschen, die morgens nicht in die Gänge kommen, nachmittags ihr Hoch haben und abends lange munter sind. Im Gegensatz dazu stehen Lerchen: Sie sind Frühaufsteher, vormittags besonders aktiv und werden abends zeitig müde. Grundlegend umpolen kann man den Bio-Rhythmus nicht. Das verhindern die Gene.

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Rhythmusverschiebungen im Laufe der Entwicklung

Dennoch verschieben sich gewisse Schlafvorlieben im Laufe des Lebens: Jüngere Kinder haben grundsätzlich die Tendenz, auch wenn sie eher zu den Eulen zählen, zunächst einmal früher als Erwachsene aufzuwachen. Kaum in der Pubertät, verschiebt sich der Rhythmus dann altersbedingt zeitlich etwas nach hinten. Ein paar Jahre später rutscht der Takt dann erneut zurück. All dies geschieht jedoch im Rahmen der angeborenen Anlagen. Wer genetisch zur Lerche neigt, wird als Jugendlicher also eher zum Normaltyp und im Alter wieder zur Lerche. Wer eher der Eulen-Kategorie angehört, entwickelt sich als Teenager vermutlich eher zum notorischen Langschläfer und wird mit den Jahren zur moderaten Eule.

  • Schlaftabelle: So viel Schlaf brauchen Kinder je nach Alter
  • Schlafen im Elternbett: Tabu oder sinnvolle Sicherheitsmaßnahme?
  • Schlaf: Wie wichtig sind geregelte Zubettgehzeiten für Kinder?
  • Dauermüde: Wie Mütter mit jahrelangem Schlafentzug fertig werden

Wenn das Kind frühmorgens wach ist: Tipps für übermüdete Eltern

Solche beruhigenden Aussichten helfen erschöpften Eltern von kleinen Frühaufstehern leider nur wenig. Ihnen bleibt angesichts der „Schlummer-Programmierung“ nur die Option, nicht das Schlafverhalten ihres Kindes zu verändern, sondern mit den richtigen Strategien die frühmorgendlichen Wachphasen zu ihren Gunsten zu strukturieren. Wir haben 14 Tipps:

  • 14 Tipps: So schlafen Eltern endlich mal wieder aus
  • Geborgen durch die Nacht: Nachtlichter für Kinder im Vergleich
  1. Kuschelkleidung vorbereiten: Legen Sie Ihrem Kind abends Sachen wie etwa warme Socken oder einen Jogginganzug hin, die es anziehen kann, wenn es morgens vor Ihnen aufsteht. Das setzt allerdings voraus, dass sich Ihr Kind schon ohne Probleme selbstständig anziehen kann.
  2. Regeln absprechen: Klären Sie genau ab, was Ihr Sprössling morgens allein machen darf und was nicht. Dazu gehört auch, dass das Kind nicht versucht, früh morgens auf dem Herd Milch heiß zu machen oder ohne Aufsicht mit gefährlichen Küchenutensilien oder Werkzeugen hantiert.
  3. Frühstück hinstellen: Bereiten Sie schon am Vorabend ein einfaches Frühstück wie Cornflakes mit Milch vor oder stellen sie Obst und Kekse hin, damit Ihr Kind ohne Ihre Unterstützung seinen Hunger stillen kann.
  4. Spiele bereitlegen: Besprechen Sie mit Ihrem Kind schon abends, was es am nächsten Morgen machen möchte und legen Sie gemeinsam das gewünschte Spielzeug heraus. Spaß macht auch, wenn Eltern eine „Morgenmalerei“ bei den kleinen Künstlern in Auftrag geben, die dann später gebührend bewundert wird.
  5. Ruhiges Spielen vereinbaren: Ein großer Vorteil ist, wenn die Frühaufsteher morgens zu zweit oder zu dritt sind und so vielleicht ein wenig länger ohne Papa und Mama auskommen. Man sollte dem Nachwuchs nahelegen, nicht zu laut den Tag einzuläuten, sondern sich mit ruhigen Spielen zu beschäftigen.
  6. DVDs und Hörspiele: Nutzen Sie möglichst nicht das Fernsehgerät als bequemen Babysitter. Sie haben dann nämlich keine Kontrolle, was das Kind morgens ohne Ihre Aufsicht anschaut. Nehmen Sie lieber Sendungen auf oder erlauben Sie Ihrem Kind, eine DVD zu schauen. Dafür muss es allerdings in der Lage sein, die Technik zu bedienen. Eine gute Morgenunterhaltung sind auch Hörspiele oder Bücher.
  7. Weckzeiten verabreden: Wenn Kinder schon in der Lage sind, die Uhr zu lesen, kann man Vereinbarungen treffen, ab wann die Eltern geweckt werden dürfen. Solche Fristen sollte man allerdings nicht überstrapazieren. Niemand darf von seinem Kind erwarten, dass es sich über mehrere Stunden alleine beschäftigt, damit Papa und Mama bis „in die Puppen“ schlafen können.
  8. Zimmer abdunkeln: Um die innere Uhr der Kinder vielleicht doch ein wenig auszutricksen – auch eine halbe Stunde ist schon ein Gewinn – sollte man das Kinderzimmer so abdunkeln, dass die Kinder nicht schon bei Sonnenaufgang kerzengerade im Bett sitzen und nach elterlicher Betreuung verlangen.
  9. Abwechselndes Ausschlafen: Wenn alle Maßnahmen nicht fruchten, könnten Eltern versuchen, sich mit dem Ausschlafen am Wochenende abzuwechseln. Das ist keine Ideallösung, aber besser als nichts. Die „Frühschicht“ sollte natürlich gerecht verteilt werden. Argumente wie „du kommst ja sowieso immer besser aus den Federn als ich“ dürfen dabei nicht zählen.
  10. Morgenbesuch im elterlichen Bett: Eine Notlösung könnte auch darin bestehen, den wachen Racker morgens ab und an ins elterliche Bett zu holen. Oft sind kleine Kinder schon zufrieden, wenn sie nah bei Mama und Papa sein können. Sie spielen dann häufig ganz friedlich oder schauen sich ein Bilderbuch an, während die Eltern noch ein wenig dösen können.
  11. Gemeinsame Nachtruhe: Pädagogisch nicht besonders wertvoll, aber ziemlich effektiv ist es, gemeinsam mit dem Nachwuchs im Familienbett zu nächtigen. Viele Kinder schlafen nämlich erfahrungsgemäß besser, wenn sie nachts bei den Eltern sein können. Solche Maßnahmen sollten aber eine Ausnahme bleiben und sind nur dann sinnvoll, wenn lediglich ein Kind mit an Bord ist. Ansonsten besteht das Risiko, dass es auf dem Matratzenlager zu eng wird und alle eine unruhige Nacht erleben.
  12. Schlafrhythmus des Kindes beibehalten: Eltern sollten auf jeden Fall vermeiden, ihr Kind am Abend länger aufbleiben zu lassen. Nur selten schlafen die Kleinen dann am nächsten Morgen länger. Häufig ist sogar das Gegenteil der Fall, denn ihr gewohnter Takt wird so gestört. Das Ende vom Lied ist schließlich ein nörgelndes Kind, das die Eltern auf Trab hält und die Wochenendplanung über den Haufen wirft.
  13. Übernachten bei Oma und Opa: Die Ausschlafoption mit der größten Erfolgsaussicht ist, die Kinder ab und zu über Nacht „auszulagern“ – am besten zu Oma und Opa oder anderen Verwandten, die gerne mal eine Morgenschicht übernehmen.
  14. Gelassen bleiben: Falls all diese Tricks nicht greifen, sollten sich Väter und Mütter in Gelassenheit üben und warten, bis ihr Nachwuchs so weit ist, dass er sich garantiert morgens ohne elterliche Präsens beschäftigen kann. Schließlich tröstet auch die Aussicht, dass alles nur eine vorübergehende Phase ist.

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