Mittagsschlaf kleinkind wecken

Inhalte

Bis zum Alter von etwa einem Jahr schlafen Babys mehrmals über den Tag verteilt, einen klassischen Mittagsschlaf halten sie noch nicht. Die Schlafsequenzen verteilen sich in den ersten vier Lebensmonaten auf vier Tagschläfchen. Mit etwa einem halben Jahr reduzieren sich diese Schlafphasen auf zwei, meist vormittags und nachmittags. Mit etwa einem Jahr oder bei manchen Kindern mit anderthalb Jahren verändert sich der Schlafrhythmus erneut und anstelle der mehreren Tagschläfchen tritt ein größerer Mittagsschlaf. Dieser kann entweder am späten Vormittag oder in den frühen Nachmittagsstunden liegen. Kinder in diesem Alter brauchen die Mittagsruhe dringend, Eltern sollten diese Ruhephase auch ermöglichen. Im Schlaf wiederholen Kinder das Gelernte, sodass es im Gehirn fest verankert werden kann. Schlaf fördert laut Neuroendokrinologen die langfristige Lernleistung. Zudem schüttet das Gehirn beim Schlaf aber auch Wachstumshormone aus, die für die kindliche Entwicklung ebenfalls elementar sind.

Tipps für einen erholsamen Mittagsschlaf Ihres Babys

Nicht immer ist es leicht, das Baby zum Mittagsschlaf zu bewegen. Ideal ist es, wenn Sie das Kind dann schlafen legen können, wenn es die ersten Anzeichen von Ermüdung, wie etwa Augen, Ohren oder Nasen reiben zeigt oder sich ruckartig bewegt. Verpassen Sie diese Chance, dann warten Sie, bis das Kind erneut diese Symptome zeigt: Experten gehen von Zeitfenstern aus, die sich öffnen und schließen und den idealen Zeitpunkt für bestimmte Aktivitäten wie etwa Schlafen darstellen. Die Zeitfenster kehren etwa stündlich wieder. Studien belegen, dass die ideale Zeit für den Mittagsschlaf des Babys zwischen 12 und 14:30 Uhr liegt. Nutzen Sie die Zeit direkt nach dem Mittagessen, in der das Kind Ruhe zum Verdauen benötigt und ohnehin schläfrig werden wird. Nicht für alle Kinder ist das jedoch zutreffend. Bei einigen wird der Schlaf nach dem Mittagessen recht spät, wodurch der Vormittag sehr lang und für das Kind zu anstrengend wird. Zudem zieht sich der Mittagsschlaf bis in den späten Nachmittag hinein, sodass es zu Problemen beim Einschlafen am Abend geben könnte. Dann kann auch der Schlaf vor dem Mittagessen empfehlenswert sein. In jedem Fall sollte der Tagesablauf des Babys und damit auch der Mittagsschlaf gut strukturiert sein und täglich in derselben zeitlichen Abfolge ablaufen. Dieser Rhythmus und weitere kleine Rituale können helfen gut zur Ruhe zu finden: Kuscheln Sie sich gemeinsam ins Bett, singen Sie ein Lied vor oder schauen ein Buch an, bevor es ans Einschlafen geht. Sorgen Sie außerdem für eine ruhige Umgebung. Hilfreich kann ein abgedunkeltes Zimmer sein, das jede Ablenkung in Form von äußeren Reizen fernhält. Mittagsschlaf in diesem Alter muss nicht zwangsläufig im Bett stattfinden. Es bedeutet auch für die Mutter eine Form von Flexibilität, wenn das Kind im Tragetuch schläft. Viele Babys kommen mittags ohne die Bezugsperson nicht zur Ruhe und brauchen die körperliche Nähe. Mütter können das nutzen, um mit dem Baby mitzuschlafen. Ist das nicht möglich, beispielsweise weil Geschwisterkinder im Haus sind, dann ist ein Tragetuch eine sinnvolle und vor allem kindgerechte Möglichkeit dem Baby zum Schlaf zu verhelfen, ohne aber selbst eingeschränkt zu sein. Im Übrigen verhindert das Schläfchen im Tragetuch auch das Stimmungstief nach dem Mittagsschlaf: Während Kinder, die nach dem Mittagsschlaf im Bett aufwachen, oftmals quengelig sind und zum Teil bis zu einer Stunde brauchen, um sich zu akklimatisieren, ist dieses Phänomen bei Kindern, die während des Schlafes getragen werden, im Prinzip nicht zu beobachten. Babys und Kleinkindern fällt es oft schwer, sich von einer Situation auf eine neue einzustellen. Der Übergang aus dem Schlaf zum Wachsein wird deshalb mit einem Stimmungstief kommentiert. Wacht das Kind hingegen im Tragetuch auf, ist der Übergang von Schlaf zu Wachsein weniger hart, da es weiterhin gewogen wird und engen Körperkontakt hat. Um Ihrem Kind den Übergang vom Mittagsschlaf zum Wachsein zu erleichtern, sollten Sie mit ihm kuscheln, bis es völlig wach ist und bereitwillig aufstehen mag.

Wenn der Mittagsschlaf unnötig wird

Kleinkinder benötigen ab einem gewissen Alter keinen Mittagsschlaf mehr. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Etwa 25 % der Kinder benötigen bereits vor Vollendung des dritten Lebensjahres keinen Mittagsschlaf mehr. Die Hälfte aller Kinder schafft zwischen drei und vier Jahren das Schläfchen ab. Die übrigen 25 % aller Kinder behalten den Mittagsschlaf länger bei. Wann der Zeitpunkt zum Abschaffen des Mittagsschlafes gekommen ist, erkennen Sie daran, wenn das Kind abends Probleme beim Einschlafen hat. Liegen zwischen dem Nickerchen am Mittag und dem Zubettgehen mindestens vier Stunden und das Kind schläft dennoch nicht ein, dann sollte zunächst die Schlafdauer am Mittag auf eine Stunde oder anderthalb reduziert werden. Nicht selten brauchen Kleinkinder oft sehr lange, um mittags einzuschlafen. Dadurch verzögert sich der Mittagsschlaf so, dass dies zu abendlichen Problemen beim Bettbringen führt. Wird bei diesen Kindern aber auch den Mittagsschlaf verzichtet, so sind sie quengelig und sichtbar übermüdet. Diese Zwischenphase der Entwicklung ist anstrengend für Kinder und Eltern. Überbrücken lässt sich diese Zeit am besten mit einer ausführlichen Mittagspause, die den Mittagsschlaf ersetzt. Die Mittagspause können Sie nutzen zu einem gemeinsamen Kuscheln, bei dem eine CD angehört wird oder aber ein schönes Buch gelesen wird. Eine Pause von etwa 30 Minuten genügt als Auszeit völlig, um neue Energien für den Nachmittag zu mobilisieren. Auch, wenn der Mittagsschlaf bereits abgeschafft wurde, kann er zurückkehren: Phasenweise benötigen Kleinkinder hin und wieder mehr Schlaf, beispielsweise in Wachstumsphasen oder bei Entwicklungsschüben. Achten Sie deshalb immer genau auf Ihr Kind und seine Bedürfnisse. Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Jedes Kind hat ein bestimmtes Schlafbedürfnis, das sich weder verlängern, noch verkürzen lässt; orientieren Sie sich am besten daran.

Mittagsschlaf für Kinder: Wie lange?

Allerdings: Mittagsschlaf wird für Kinder ab 24 Monate Jahren nur noch eingeschränkt empfohlen, weil er die Nachruhe stören kann. Eltern sollten daher darauf achten, welche Schlafgewohnheiten ihrem Kind gut tun und diese auch berücksichtigen.

Brauchen Kinder wirklich einen Mittagsschlaf?

Verschiedene Studien belegen: Ausreichender Schlaf ist für Babys gut und wichtig, wirkt sich positiv auf die gesunde Entwicklung der Kinder aus. Besonders Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit der Kinder, die regelmäßig Mittagsschlaf halten, ist besser als bei solchen, die mittags nicht schlafen.

Grundsätzlich hat jedoch nicht jedes Kind die gleichen Schlafgewohnheiten, diese können je nach Temperament und Ausdauer unterschiedlich sein.

Ebenso ändert sich das Schlafbedürfnis mit dem Wachstum. Braucht das Baby anfangs zwei bis drei Schläfchen zwischendurch, kommt es später oft nur mit einem oder gar keinem Mittagsschlaf aus.

Kinder profitieren nicht immer vom Mittagsschlaf

Auch für die Eltern kann der Mittagsschlaf ihres Kindes wichtig sein. In der Zeit haben sie „Pause“, können sich selbst ausruhen oder etwas im Haushalt erledigen. Viele Eltern halten daher besonders lange am Mittagsschlaf für ihr Kind fest.

Ältere Kleinkinder und Kinder ab etwa zwei Jahren brauchen aber nicht mehr unbedingt einen Mittagsschlaf. Die Auszeit am Tage kann sich sogar negativ auf das nächtliche Schlafverhalten auswirken: So kann es vorkommen, dass Kinder nach dem Mittagsschlaf nachts kürzer oder schlechter schlafen, also häufiger aufwachen.

Wie können Eltern herausfinden, ob ihr Kind einen Mittagsschlaf braucht?

Ist das Kind abends zur Schlafenszeit noch nicht müde oder kann nicht einschlafen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass es noch „zu ausgeruht“ und der Mittagsschlaf nicht mehr nötig ist. Auch, wenn es sich mittags gar nicht hinlegen möchte, benötigt es eventuell keinen Mittagsschlaf mehr. Grundsätzlich gilt: Schläft das Kind nachts durch, ist ein Mittagsschlaf nicht mehr unbedingt erforderlich.

Ist das Kind nach dem Aufstehen gut gelaunt und wird im Laufe des Tages quengeliger, kann dies darauf hinweisen, dass es womöglich eine zusätzliche Ruhezeit benötigt. Auch wenn die Aufmerksamkeit des Kindes nachmittags nachlässt oder sich die Wutausbrüche am Nachmittag häufen, kann dies ein Hinweis auf fehlenden Schlaf sein. Schläft das Kind regelmäßig im Auto oder beim Fernsehen ein, kann dies ebenfalls anzeigen, dass ein regelmäßiger Mittagsschlaf womöglich fehlt und nötig wäre.

Wann Babyschalen für Babys gefährlich werden

TargetVideo

Weitere Anzeichen für Müdigkeit, gegen die ein Mittagsschlaf für das Kind helfen könnte, können sein:

  • Gähnen
  • erhöhter Schmusebedarf und/oder sinkendes Interesse, z. B. am Spielen
  • Ungeduld
  • Wutausbrüche

Wie lang soll ein Mittagsschlaf sein?

Jedes Kind ist einzigartig und benötigt daher auch seine individuelle Schlafdauer. Ist der Mittagsschlaf allerdings zu kurz, ist das Kind nicht erholt. Zwar benötigen einige Kinder nur 30 Minuten Schlaf am Mittag, idealerweise sollte der Mittagsschlaf aber mindestens eine Stunde andauern.

Für Babys kann man sich an einem Zeitraum zwischen einer und drei Stunden orientieren. Der Schlaf von Kindern ist wie der von Erwachsenen in verschiedene Phasen eingeteilt und in diesen schlafen Kinder unterschiedlich tief und haben unterschiedliche Aktivitäten ihres Gehirns. Allerdings gibt es auch hier durch die jeweilige Individualität des Kindes Unterschiede. Manche Kinder kommen tagsüber auch mit recht kurzen Mittagsschlaf gut zurecht. Eltern sollten die beste Lösung für ihr Kind selbst herausfinden.

Wie kann ein Mittagsschlaf stressfrei in den Familienalltag integriert werden?

Viele Kinder wehren sich gegen einen Mittagsschlaf und oft fließen Tränen. Eltern können mit bestimmten Ritualen vor dem Mittagsschlaf ihren Kindern eine Regelmäßigkeit beibringen. Die Schlafumgebung spielt oft eine wichtige Rolle: Wird der Raum abgedunkelt und eine kuschelige Atmosphäre geschaffen, kann das Kind womöglich besser zur Ruhe kommen. Auch eine kleine Mahlzeit oder Obst vor dem Zubettgehen erleichtert das Einschlafen manchmal. Auch Schlaflieder oder eine kleine Geschichte kann das zur Ruhe kommen für den Mittagsschlaf unterstützen.

Ruhepause für Eltern und Kind auch ohne Mittagsschlaf

Viele Eltern möchten ungern auf den Mittagsschlaf ihres Kindes verzichten, weil sie in dieser Zeit selbst ruhen oder wichtige Dinge erledigen können. Wird der Mittagsschlaf abgeschafft, heißt das aber nicht unbedingt, dass auf Ruhepausen verzichtet werden soll.

Im Gegenteil: Kinder benötigen genau wie Erwachsene regelmäßige Ruhezeiten. In diesen Ruhezeiten können sich Kinder still beschäftigen, zum Beispiel Malen, Träumen, Puzzeln, Bücher lesen oder anhören.

Mittagspause/Ruhepause für Kinder einführen

Kinder verstehen, wenn ihnen die Eltern sagen, dass auch sie ihre Ruhepausen benötigen, um wieder fit für weitere Aktivitäten zu sein. Die Ruhepausen sollten täglich und zu festen Zeiten stattfinden und von festen Ritualen begleitet werden wie etwa Zimmer verdunkeln, leise Musik oder ein Hörbuch anstellen, „stilles“ Spielzeug wie Puzzle bereitlegen.

Schlafstörungen: Diese sechs Tipps helfen Ihrem Kind beim Einschlafen Zusammenfassung

Der Mittagsschlaf ist nicht für jedes Kind geeignet. Während manche Kinder gerne und lang mittags ein Schläfchen machen, sind andere dafür nicht zu begeistern. Deshalb sollten Eltern sich nach ihrem Kind richten. Kleinkinder ab 24 Monate benötigen nicht mehr unbedingt einen Mittagsschlaf, weil dieser die Nachtruhe stören kann. Aber Ruhezeiten zwischendurch mögen die meisten Kinder, es muss kein fester Schlaf sein. Entwickeln Sie mit Ihrem Kind Rituale, sodass es auch ohne Mittagsschlaf ein Mal am Tag zur Ruhe kommen kann.

Ab wann Kinder laufen lernen: Die richtige Unterstützung

Auf den eigenen Füßen stehen

Nachdem ein Baby gelernt hat, sich zu drehen, zu sitzen und zu krabbeln, entdeckt es mit ungefähr acht Monaten, dass es sich an Gegenständen hochziehen und stehen kann. Hierfür muss auch die Greiffähigkeit schon gut entwickelt sein, damit sich das Baby überhaupt an Gegenständen festhalten kann.

Nach dieser wichtigen Erkenntnis benötigt es viel Erfahrung, ein hohes Maß an Vertrauen und Balance, um die ersten Schritte erst mit Festhalten und später freihändig zu wagen. Der Zeitpunkt dafür ist vollkommen individuell.

Einige Babys laufen schon zu ihrem ersten Geburtstag sicher an der Hand. Andere beginnen erst ein halbes Jahr später mit ihren allerersten, zaghaften Schritten.

Die Entwicklung des Gehens in der Übersicht

Obwohl in den ersten acht Wochen nach der Geburt die ersten Schritte als kaum vorstellbar sind, zeigt Ihr Baby den sogenannten Schreitreflex. Sobald Sie es unter den Armen nehmen und seine Füße mit einer festen Unterlage in Berührung kommen, scheint es loslaufen zu wollen. In diesem Alter kann es allerdings auf keinen Fall sein Gewicht selbst tragen. Diese Reaktion verliert sich im dritten Monat.

Erst um den fünften Monat werden Sie merken, dass Ihr Baby es genießt, auf Ihren Oberschenkeln balancieren und hüpfen zu dürfen, wenn Sie es beim Sitzen vor sich halten. Lassen Sie ihm den Spaß. Diese Übung kräftigt die Beine Ihres Kleinen, denn zum Laufen braucht es eine gut ausgebildete Beinmuskulatur.

Sobald es dann Krabbeln und das Hochziehen an Hosenbeinen und Möbelstücken entdeckt hat, lassen die ersten Schritte oftmals nicht mehr lang auf sich warten. Etwa um den zehnten Monat kann Ihr Kleines stolz ums Sofa herumlaufen. Für niedrige Möbel mit scharfen Kanten empfiehlt sich ein Kantenschutz, um bei einem Sturz Verletzungen zu vermeiden.

Der Zeitraum, bis Ihr Kind keine Stütze zum Laufen mehr benötigt, hängt einerseits von den Lauf-Erfahrungen und andererseits vom Mut Ihres Kleinen ab. Während von „Gehfrei-Lauflernhilfen“ wegen Ihrer schwerwiegenden Verletzungsrisiken aus kinderärztlicher Sicht abzuraten ist, können schiebbare Babywalker oder Puppenwagen für den laufenden Transport der Lieblingsspielzeuge ein spannender Lauftrainer sein.

Das Gehen ganz ohne Hilfe erleben etwa 75 Prozent der Babys rund um den 13. Lebensmonat. Einige Babys versuchen schon mit 14 Monaten die ersten Seitwärtsschritte. Um diesen Zeitpunkt herum beginnen auch viele Kleinkinder, sich ohne umzufallen aus dem Sitzen in den Stand zu bringen.

Treppensteigen ist für viele mit entsprechender Hilfe ab dem 16. Monat möglich. Das Tanzen und Fußballspielen entdecken die Kleinen teilweise schon mit 1,5 Jahren. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr wird Ihr Kind seine Bewegungsabläufe so perfektionieren, dass diese annähernd denen eines Erwachsenen entsprechen.

So können Sie Ihrem Kind beim Laufenlernen helfen

Generell gilt die Regel, Ihr Kind zwar beim Laufenlernen zu motivieren und es dabei zu unterstützen, es aber gleichzeitig auch nicht zu überfordern. Verlangen Sie also nichts von ihm, zu dem es entwicklungstechnisch noch nicht in der Lage ist.

Sie helfen Ihrem Kind beispielsweise, indem Sie sich vor es setzen oder knien und es mit ausgestreckten Händen ermutigen, auf Sie zuzukommen. Lassen Sie Ihr Baby auch unter Aufsicht einen Stuhl oder einen Babywalker schieben, aber verzichten Sie völlig auf sogenannte Laufhilfen.

Gestalten Sie die Umgebung Ihres Babys sicher, so dass es zu keinen ernsthaften Verletzungen bei Stürzen kommen kann.

Auf Schuhe sollten Sie laut Expertenmeinung zunächst verzichten, da das Barfußlaufen die Koordination und Balance besser trainiert als das Gehen mit Schuhen.

Bei der Wahl der ersten Schuhe sollten Sie unter anderem auf folgende Kriterien achten:

  • Kaufen Sie erst Schuhe, wenn Ihr Baby sicher auf zwei Füßen unterwegs ist und nun seine Laufkünste auch draußen ausprobieren möchte.
  • Ein Schuh sollte mindestens 12 bis maximal 17 Millimeter länger sein als der Fuß, sonst kann Ihr Baby beim Laufen seinen Fuß nicht optimal abrollen.
  • Fertigen Sie eine „Fußschablone“ an. Diese können Sie einfach auf die Schuhsohlen legen und so überprüfen, ob der Schuh passt. Dafür brauchen Sie nur den Fuß Ihres Baby auf eine Pappe zu stellen, den Umriss nachzuzeichnen und auszuschneiden.
  • Wählen Sie eine möglichst flexible, leichte und rutschfeste Sohle.
  • Achten Sie auf einen guten Halt sowie atmungsaktives Material. Schuhe aus Kunststoff können im ungünstigsten Fall neben Schweißfüßen auch Pilzinfektionen verursachen.
  • Lassen Sie Ihr Kind die Schuhe vor dem Kauf erst anprobieren und beobachten Sie, ob es darin gut laufen kann.

Mittagsschlaf bei Kindern

Kinder benötigen wesentlich mehr Schlaf als Erwachsene. Ein Mittagsschlaf von 45 Minuten bis 2 Stunden gehört für die Kleinen in den Kindergärten, Krippen oder bei der Tagesmutter bis zu einem gewissen Alter zur Routine und macht sie fit fürs Spielen und Lernen. Nicht alle Kinder lassen sich jedoch ohne Murren auf den Mittagsschlaf ein. Wir klären die wichtigsten Fragen um das mittägliche Nickerchen.

Warum ist ein Mittagsschlaf für Kinder so wichtig?

Während der mittäglichen Ruhepause tankt Ihr Kind neue Kraft und Energie, die es für die Erkundung der aufregenden Welt um es herum braucht. Noch dazu macht der Mittagschlaf klug, denn Gelerntes festigt sich im Schlaf besonders gut, da dabei die gleichen neuronalen Verbindungen aktiviert werden, wie beim Lernen im wachen Zustand. Wenn Ihr Kind ausgeruht ist, kann es sich außerdem besser konzentrieren und ist ausgeglichener. Übernächtigung zeigt sich oft dadurch, dass Kinder überreizt und aufgedreht sind. Nach dem Mittagsschlaf ist Ihr Kind erholt und offen für Neues.

Bis zu welchem Alter sollten Kinder Mittagsschlaf halten?

Ab einem Alter von zwei Jahren schlafen die meisten Kinder nicht mehr am Vormittag und brauchen daher ein Nachmittagsschläfchen, um ausgeruht durch den Tag zu kommen. Ab einem Alter von spätestens etwa fünf Jahren benötigen die meisten Kinder keine nachmittägliche Ruhepause mehr. Bis zu diesem Alter ist es aber auf jeden Fall kein Fehler, das Kind zum Mittagsschlaf hinzulegen. Auch im Alter von sechs Jahren kann ein Kind noch eine Mittagsruhe halten, wenn es Anzeichen von Müdigkeit aufweist und sich zum Beispiel nach der Schule für eine halbe Stunde hinlegen möchte.

Wie lange sollte ein Kind Mittagsschlaf halten?

Das Bedürfnis nach Schlaf ist bei allen Kindern unterschiedlich. Wie viel Schlaf es tagsüber benötigt, hängt unter anderem auch davon ab, wie viele Stunden es in der Nacht schläft. Kinder ab zwei Jahren brauchen durchschnittlich etwa 12 Stunden Schlaf in 24 Stunden. Je nachdem, wie viele Stunden es in der Nacht geschlafen hat, sollte es dementsprechend lange während des Tages schlafen. Sie sollten den Schlaf Ihres Kindes jedoch nicht mit der Stoppuhr messen, sondern sich vielmehr davon leiten lassen, wann Sie merken, dass Ihr Kind müde ist und ein Nickerchen halten sollte.

Dürfen Kinder während des Mittagsschlafs geweckt werden?

In der Regel sollte Ihr Kind so lange schlafen, wie es seinen Mittagsschlaf benötigt. Es also bereits nach einer halben Stunde wieder zu wecken, ist keinesfalls ratsam. Kinder reagieren zumeist sehr empfindlich und gereizt auf Schlafentzug. Wenn der Mittagsschlaf jedoch zu lang dauert, kann es sein, dass Ihr Kind am Abend nur schwer ins Bett zu bekommen ist oder nicht durchschläft. In diesem Fall können Sie Ihr Kind sanft wecken, indem Sie zum Beispiel nach und nach mehr Licht in das Zimmer lassen oder die Tür öffnen – je nachdem, was zur Situation passt.

Was tun, wenn das Kind sich gegen den Mittagsschlaf stäubt?

Nicht immer klappt das Schläfchen so, wie Eltern es sich wünschen. Ihr Kind ist so damit beschäftigt, seine Welt zu erkunden und befürchtet, während des Mittagsschlafes etwas zu verpassen. Wenn ein Kind sich gegen den Mittagsschlaf wehrt, obwohl es ganz offensichtlich müde ist, kann das auch daran liegen, dass es tagsüber zu viele Eindrücke erhalten hat, die es nun verarbeiten muss und daher nicht zur Ruhe kommt. Eltern, Tagesmütter und Babysitter sollten daher versuchen, den Vormittag des Kindes nicht mit Ausflügen, Besuchen und anderen Aktivitäten allzu voll zu planen, damit es mittags leichter zur Ruhe kommen kann.

Wenn Ihr Kind ab einem gewissen Alter den Mittagsschlaf konsequent verweigert und ihn außerdem nicht mehr unbedingt braucht, sollte der Schlaf nicht erzwungen werden. Eine kleine Ruhepause am Nachmittag kann in diesem Fall ein guter Kompromiss sein. Erklären Sie die Mittagszeit zu Familien-Ruhezeit, während der Ihr Kind zum Beispiel ein Buch lesen oder ein Hörspiel hören kann.

Der Mittagsschlaf

Keine Frage: Für Mütter ist der Mittagsschlaf, auch wenn er nur eine Stunde dauert, ein Segen. Man kann im Haushalt arbeiten, ungestört wichtige Dinge erledigen – oder sich selbst mal eine wohlverdiente Pause gönnen.

Und für Kleinkinder ist der Schlaf in der Mittagszeit wichtig hinsichtlich ihrer gesunden Entwicklung. Die Kleinen sind täglich vielen Eindrücken ausgesetzt, von denen sie sich in Schlafpausen erholen müssen. Im Schlaf wird das Gelernte sozusagen wiederholt, bis es sich fest verankert hat. Dabei werden die gleichen Nervenverbindungen aktiv wie beim Lernen im Wachzustand.

US-Wissenschaftler von der University of Arizona fanden heraus: Kleinkinder, die mittags schlafen, können sich besser an das Gelernte erinnern, sie können es abwandeln und ähnliche Sachverhalte besser verstehen als Kinder, die tagsüber nicht schlafen. Ausserdem schüttet der Körper im Schlaf mehr Wachstumshormon aus und der strukturierte Tagesablauf wirkt sich in einem besseren nächtlichen Schlafrhythmus aus. Keine Frage, dass Schlaf für Kinder wichtig ist – auch der Mittagsschlaf.

Am besten ist ein Mittagsschlaf zwischen 12 und 14 Uhr, wenn nach dem Mittagessen sich der Körper ohnehin etwas entspannen möchte. Wie lange der Mittagsschlaf dauert, ist individuell sehr verschieden. Aber: Damit das Kind auch abends gut einschläft, sollte der Mittagsschlaf nicht mehr als eineinhalb Stunden dauern und zwischen Mittagsschlaf und Nachtschlaf sollten mindestens vier Stunden liegen.

Wird Ihr Kind allerdings abends nicht müde oder wacht morgens sehr früh auf, kann es sein, dass es mittags weniger Schlaf braucht. Führen Sie dann eine Woche lang ein Schlafprotokoll und entscheiden Sie dann, ob es sinnvoll ist, das Kind eine halbe Stunde früher aus dem Mittagsschlaf zu wecken.

Der beste Ort für den Mittagsschlaf ist das (eigene) Bett. Nach dem ersten Lebensjahr können Kinder nicht mehr ungestört überall unterwegs im Kinderwagen schlafen und brauchen ihre ruhige Umgebung zum Einschlafen. Auch ein Schlafanzug und/oder Schlafsack signalisieren: Jetzt ist Schlafenszeit. Das Zimmer muss aber nicht abgedunkelt sein, damit das Kind den Unterschied zum längeren und tieferen Nachtschlaf erkennt.

Zwingen kann man ein Kind aber nicht zum Mittagsschlaf. Ist es nach 20 Minuten nicht eingeschlummert, nehmen Sie es besser wieder aus dem Bett. So vermeiden Sie, dass sich das Bett als negativer Ort festsetzt.

Der Mittagsschlaf kann probeweise abgeschafft werden, wenn das Kind

  • nachts grundsätzlich durchschläft,
  • sich mittags nicht mehr hinlegen möchte
  • abends nicht müde ist und schwer einschlafen kann.

Ab zwei Jahren können Kinder statt eines Mittagsschlafs auch eine Mittagsruhe (wie in vielen Kindergärten) einhalten mit stiller Beschäftigung wie Malen, Träumen, Puzzeln, Bücher ansehen oder CDs hören. Das ist immer noch besser als gar keine Entspannung. Dafür sollte es eine feste Zeit geben, z.B. die halbe Stunde nach dem Mittagessen. Ab vier Jahren spätestens ist ein Mittagsschlaf nicht mehr nötig.

Warum Kleinkinder einen Mittagsschlaf halten sollten

Da liegt das Kind, völlig entspannt und schläft. Doch wenn aus Babys Kleinkinder werden, verändert sich das Schlafverhalten. Zeit, einen Mittagssschlaf zu etablieren, denn der verhilft dem Kind zu neuer Energie. Auf was Sie dabei achten sollten.

Der Mittagsschlaf bietet Kindern eine sichere Erholungsinsel in einem Alltag voller neuer Eindrücke. (Bild: romrodinka/iStock, Thinkstock)

  • 48

Von Sigrid Schulze

Kommt das Baby auf die Welt, wirbelt es den Alltag der Eltern durcheinander und macht die Nacht zum Tag. Denn es hat noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Nur kurze Zeit ist es wach, bevor es dann erschöpft zurück in den Schlaf fällt, um neue Kraft für weitere Eindrücke und Erlebnisse zu tanken. Erst nach und nach kristallisieren sich zwei Schlafpausen im Tagesverlauf heraus.

So schläft ein Baby, sobald es etwa ein halbes Jahr alt ist, in der Regel am Vormittag und am Nachmittag. Dieser erste Rhythmus kommt nicht nur ihm, sondern auch Eltern zugute. Sie können sich mit der Zeit auf relativ regelmässig eintretende Ruhepausen einstellen.

Vom Genuss des Mittagsschlafes

Nähert sich der erste Geburtstag, ist das Kind am Vormittag wahrscheinlich immer weniger müde. Dann mag es zur bislang gewohnten Zeit einfach nicht mehr schlafen. Auf dieses veränderte Schlafbedürfnis gilt es, flexibel zu reagieren. Wenn sich der gewohnte Morgenschlaf in die Mittagszeit hinein zieht, entfällt dann meist der Nachmittagsschlaf.

Mittagsschlaf bietet ein gut planbares Zeitfenster

Ein guter Zeitpunkt, um den Mittagsschlaf zu etablieren. Er bietet nun für mehrere Monate ein relativ gut planbares Zeitfenster, um selbst auszuruhen oder um Dinge zu erledigen, die mit Kind zusammen nur schwer machbar sind.

Von der Müdigkeit übermannt: Dieses Kind ist am Tisch eingeschlafen. (Bild: gofotograf/iStock, Thinkstock)

Wo Kinder tagsüber am besten schlafen

„Wo macht mein Kind am besten sein Nickerchen?“, fragen sich Eltern oft. Es gibt keine Regel, wo ein Kind tagsüber am besten schläft. Der Mittagsschlaf kann im Tragetuch genauso erholsam sein wie im Kinderwagen oder im Kinderbett.

„Manche Eltern machen gute Erfahrungen damit, ihr Baby tagsüber genau so ins Bett zu legen wie abends – inklusive Abdunkeln des Schlafzimmers“, schreibt die Autorin Nora Imlau in ihrem Buch „Das Geheimnis zufriedener Babys“.

Manche Kinder halten ihr Mittagsschläfchen am liebsten im Kinderwagen. (Bild: pmphoto/iStock, Thinkstock)

Schlaf-Forscher geben jedoch laut Imlau zu bedenken, dass es für die Entwicklung eines Tag-Nacht-Rhythmus gut sei, wenn Babys durchaus den Unterschied zwischen einem kurzen Schläfchen am Tag und einem längeren Nachtschlaf spürten.

„Es darf ruhig etwas Tageslicht einfallen“

„Konkret heisst das: In das Zimmer, in dem das Baby schläft, darf ruhig Tageslicht hereinfallen und niemand muss auf Zehenspitzen durchs Haus schleichen“, so Nora Imlau. Merkt ein Baby oder Kleinkind, dass am Tag das Leben um es herum weiter geht, lernt es: Zum Schlafen ist vor allem die Nacht da.

Wenn das Kind nicht schlafen …

Ein regelmässiger Mittagsschlaf gibt einem Kind Sicherheit. Er wirkt wie eine sichere Erholungsinsel in einem Alltag voller neuer Eindrücke für das Kind. Doch kein Mensch funktioniert nach der Uhr. Manchmal ist ein Kind früher, ein anderes Mal später müde. Und hin und wieder war die erste Tageshälfte so eindrucksvoll, dass das Kind so aufgekratzt ist, dass es gar nicht schlafen will.

Das Zeitfenster zum Schlafenlegen ist relativ eng

Oft hilft es, auf die gewohnten Müdigkeitsanzeichen zu warten. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind quengelig wird, gähnt, am Finger nuckelt und sich die Augen reibt, können Sie es hinlegen und schlafen lassen.

Das Zeitfenster, in dem sich ein Baby leicht hinlegen lässt, wenn es müde ist, ist relativ eng. Es dauert etwa zehn bis 15 Minuten. „Verpassen Eltern so ein Zeitfenster, tut sich erst etwa 45 Minuten später ein neues auf“, erklärt Imlau.

… oder aufwachen will

Schreit Ihr Kind sehr lange, wenn Sie es im tiefen Mittagsschlaf wecken? Dann ist es orientierungslos. Besser ist es deshalb, ein Kleinkind möglichst ausschlafen zu lassen. Schläft es aber grundsätzlich so lange, dass es abends nicht in den Schlaf findet, versuchen Sie, es sanft zu wecken. Etwas mehr Lärm und etwas mehr Licht helfen, das Kind aus dem Schlaf zu holen, sobald er nicht mehr ganz so tief schläft.

Nickerchen in der Kita

Bereit für den Mittagsschlaf: Kinderbetten in einer Kita. (Bild: Ignatiev/iStock, Thinkstock)

Auch in der Kita brauchen Kleinkinder ihren Mittagsschlaf. Eltern können sich oft nicht vorstellen, dass ihr Kind in einem Raum mit vielen anderen Jungen und Mädchen einschlafen kann. Doch in der Regel klappt das gut, denn die Kinder sind nach einem langen Spielvormittag in der Kita einfach müde.

Gewohnte Schlafbegleiter sind wichtig

Wichtig ist, dass die gewohnten Schlafbegleiter mit von der Partie sind: der Nuggi, das Kuscheltier oder das Schmusetuch. Bei der Wahl der Kita sollten Eltern nachfragen, wie die Schlafregeln in der Betreuungsstätte sind. Gehen die Erzieherinnen flexibel auf das individuelle Schlafbedürfnis ein oder gibt es eine fixe Uhrzeit, wo die Kinder schlafen müssen? Wenn bis zu einem gewissen Alter die Kinder grundsätzlich schlafen müssen, gleichgültig ob sie müde sind oder nicht, kann das zu Tränen und Ärger führen …

Mittagsschlaf: Ein Ritual klingt aus

Der Genuss des Mittagsschlafs klingt oft schon im Alter von zwei bis drei Jahren aus. Dann haben die meisten Kinder immer weniger Lust auf den Mittagsschlaf. Sie sind zum gewohnten Zeitpunkt einfach nicht müde. Nach und nach verschiebt sich der Mittagsschlaf immer mehr nach hinten.

Sobald Ihr Kind abends Schwierigkeiten bekommt, einzuschlafen, weil der Mittagsschlaf noch nicht lange her ist, ist es sinnvoll, ihn ganz abzuschaffen. Das erfordert anfangs einige Nerven, denn ein müdes Kind am Spätnachmittag wachzuhalten bedeutet auch, sein Gequengel geduldig ertragen zu müssen. Dafür kann es nun abends etwas früher ins Bett gehen. Jetzt reicht der Nachtschlaf aus, um Kraft für einen ganzen Tag zu sammeln.

Pause statt Mittagsschlaf

Hält das Kind keinen Mittagsschlaf mehr, ist es sinnvoll, mit ihm eine ruhige Pause zu vereinbaren. In dieser Zeit kann das Kind ein ruhiges Spiel in seinem Zimmer machen, ein Hörspiel hören, Bilderbücher anschauen oder malen. Dies wird dem Sprössling gut tun.

„Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie nach dem Mittag eine halbe Stunde Ruhe brauchen und es sich in dieser Zeit in seinem Zimmer aufhält“, rät die Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern. „Wenn Sie die Pause regelmässig durchführen, entwickelt sich daraus eine selbstverständliche Gewohnheit.“ Ein Küchenwecker helfe, dem Kind zu erklären, wann die halbe Stunde vorüber geht.

Mittagsschlaf stört die Nachtruhe der Kinder

Anzeige

Wer nicht schlafen kann, der solle wenigstens ausruhen, sagten die Erzieherinnen stets. Sich auf die kleine Matratze legen, zudecken, die Augen schließen, und vor allem: den Mund halten. Damit wenigstens ein paar der anderen Kinder richtig einschlafen.

Der Mittagsschlaf gehört zu einem Tag im Kindergarten. Ob die Kinder mittags müde sind oder nicht. So war das vor dreißig Jahren, so ist das in den meisten Kitas bis heute. Der Mittagsschlaf ist schließlich gesund.

Das glauben die Erzieherinnen, das glauben auch viele Eltern, nur die auf den kleinen Matratzen wach liegenden Kinder glauben es nicht. Eine Untersuchung aus Australien gibt nun den Kindern recht. Zumindest denen, die schon älter als zwei sind.

In den ersten fünf Jahren verschiebt sich der Schlaf

Anzeige

Ob der Mittagsschlaf für Kinder gesund ist, ist demzufolge alles andere als wissenschaftlich erwiesen. Das Nickerchen am Tag scheint aber ihren Nachtschlaf zu stören.

Die Forscher um die Psychologin Karen Thorpe von der Queensland University of Technology haben 26 Studien ausgewertet, die sie zum Mittagsschlaf im Baby- und Kindergartenalter fanden. Ihre Ergebnisse publizierten sie im „British Medical Journal“.

Die Kinder waren zwischen ein paar Tage und fünf Jahre alt, als sie in den verschiedenen Studien beobachtet wurden. In den ersten fünf Lebensjahren verschiebt sich der Schlaf eines Kindes mehr und mehr in die Nachtstunden, die Schlafmuster verändern sich.

Anzeige

Während Kinder in den ersten 18 Lebensmonaten oft mindestens zweimal am Tag schlafen, reduziert sich der benötigte Schlaf in der folgenden Zeit. Zweijährige hören nicht selten von allein mit dem Mittagsschlaf auf. Es ist dann nicht sinnvoll sie zum Schlafen zu zwingen. Vielmehr sollte ihnen anderweitig Ruhe gegönnt werden. Geeignet ist es zum Beispiel ein Buch anzusehen, ein Hörspiel zu hören oder ruhig zu spielen.

Lesen Sie auchSchlafen, Stillen, Schreien

Neun der ausgewerteten Studien maßen, wie sich der Tagesschlaf auf den Nachtschlaf der Kinder auswirkte. Vor allem in Japan und den USA haben sich Forscher mit dieser Frage befasst.

Dabei fanden sie immer wieder heraus, was Eltern interessieren dürfte, die Abend für Abend mit schwer in den Schlaf findenden Kindern zu tun haben: Kinder, die älter als zwei sind, und tagsüber schlafen, haben am Abend desselben Tages größere Probleme beim Einschlafen. Außerdem schlafen sie in der folgenden Nacht kürzer und schlechter.

Kinder, die tagsüber schlafen, schlafen abends schlechter ein

Anzeige

Drei Studien verglichen, wie viele Stunden Kinder insgesamt verschliefen, von einem 24-Stunden-Tag, mit oder ohne Nickerchen, und fanden keine Unterschiede. Das Schlafen am Tag verändere nur die Verteilung, nicht aber die Dauer des kindlichen Schlafs, schreiben die Autoren der Auswertung.

Der Schlafdruck, der sich beim Menschen im Laufe eines Tages aufbaut, wird durch ein Nickerchen reduziert. Auch bei zweijährigen Kindern funktioniere dieser Mechanismus vermutlich schon.

Die ausgewerteten Studien maßen auch, wie sich der Tagesschlaf der Kinder auf ihr Verhalten und ihre Gesundheit auswirkte. Lernten sie nach einem Nickerchen besser? Tobten sie weniger, verletzten sie sich seltener? Half der Mittagsschlaf gegen kindliches Übergewicht oder Ängste?

Die Ergebnisse, die zu diesen Forschungsfragen vorliegen, seien zu uneinheitlich, um daraus klare Empfehlungen abzuleiten, schreiben die Autoren aus Australien.

Können Kinder am Abend häufiger nicht schlafen ist es hilfreich ein Schlafprotokoll zu führen. Darin werden die gesamten Schlafzeiten über ungefähr drei Wochen notiert und ausgewertet. Meist lässt sich dann schnell erkennen ob das Kind (nachmittags) zu lange schläft. Gegebenenfalls können danach die Zeiten angepasst werden.

Nachtschlaf als Zeichen für die Reife des Gehirns

Ausreichender Schlaf ist in jedem Fall wichtig für die Gesundheit der Kinder und auch für ihre Lernfähigkeit. Möglicherweise sei die Verfestigung des Schlafmusters, also die Verschiebung des Schlafs in die Nacht, auch ein Zeichen für die Reife des kindlichen Gehirns. Kinder, die tagsüber schneller keine Schläfchen mehr brauchen, sind einer Studie zufolge anderen in ihrer Sprachentwicklung voraus.

Die Autoren sind der Ansicht, dass der Schlaf der Kinder, tagsüber und in der Nacht, genauer untersucht werden sollte. Ärzte, die mit nächtlichen Schlafstörungen kleiner Patienten zu tun haben, sollten in jedem Fall fragen, ob und wie viel die Kinder tagsüber schlafen. Oder sogar: schlafen müssen.

Mehr zum Thema SchlafSchlafstörungenEvolution

Nach dem Essen ist Ruhezeit. Für Eltern und kleine Kinder ist so ein kleines Schläfchen eine wunderbare Auszeit, die richtig gut tut. US- Forscher von der University of Arizona konnten nun wissenschaftlich beweisen, was viele schon lange geahnt haben: Kleinkinder, die mittags schlafen, können sich besser an Gelerntes erinnern.

Um dies zu belegen, hatten die Wissenschaftler Kleinkinder bestimmte Sätze vorgespielt. In einem späteren Test sollte dann erforscht werden, ob die Kinder sich daran erinnern und ähnlich gebaute Sätze erkennen. Fazit der Forscher: Die Kinder, die nach der Lektion geschlafen hatten, konnten ihr Wissen besser anwenden, da ihr Gehirn in der Ruhepause das Gehörte optimal verarbeitet hatte.

Auch deutsche Experten erklären, dass eine Mittagspause wie ein Lebenselixier wirke. Denn er helfe Babys und kleinen Kindern, die ständigen und vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten. „Im Schlaf wird das Gelernte so lange wiederholt, bis es sich fest verankert hat“, erklärt der bekannte Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley. Auch beim Wachsen helfe der Mittagsschlaf, denn im „Stand-by-Betrieb“ schüttet der Körper ein Wachstumshormon aus.

Geregelter Tagesablauf tut Kindern gut


Experten betonen, dass für Kinder besonders wichtig ist, dass ihr Tagesablauf geregelt ist – dan wird auch der Nachtschlaf ruhiger und zuverlässiger. „Durch Regelmäßigkeit kann sich ein Kleinkind leichter an den Schlafrhythmus gewöhnen“, sagt Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Thüringen. Ähnliche Abläufe wie beim Zubettgehen – ein festes Ritual, abgedunkeltes Zimmer – und eine immer gleiche Umgebung erleichtern es dem Körper, sich tagsüber auf Schlaf einzustellen. „Ein idealer Zeitpunkt für die Siesta ist die Zeit nach dem Mittagessen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr“, so die Kinderärztin aus Weimar.

Die Dauer des Mittagschlafs richtet sich nach dem einzelnen Kind. Bei der Dauer des Mittagsschlafes kommt es ganz auf das jeweilige Kind an. Die Bedürfnisse können sehr verschieden sein. Wichtig ist, dass der Tagschlaf zum Nachtschlaf passt. Damit das Kind abends wieder einschlafen kann, sollte der Mittagsschlaf nicht länger als eineinhalb Stunden dauern. Viele Eltern kennen das Problem, dass ein Kind, das „zuviel“ geschlafen hat, nörgelig ist und nicht wieder richtig aktiv wird. Bis es dann ins Bett gehen soll.

Der Expertenrat ist daher, zwischen Mittagsschlaf und Zu-Bett-Gehen mindestens vier Stunden vergehen zu lassen. „Hat ein Kind abends häufig Probleme einzuschlafen, während es nachmittags sehr lange schläft, sollten Eltern versuchen, das Nickerchen etwas zu verkürzen und ihr Kind sanft aufwecken“, empfiehlt Dr. Niehaus.

Von Kind zu Kind bleibt der Schlafbedarf verschieden

Je älter Kinder werden, desto mehr sinkt ihr natürliches Schlafbedürfnis. Während Säuglinge insgesamt etwa 16 Stunden pro Tag schlafen, kommen Jugendliche mit 8 Stunden aus. Zweijährige brauchen etwa 12 bis 13 Stunden Schlaf, Kindergartenkinder meist etwa elf Stunden. Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind völlig normal.

Viele Eltern fragen sich, wie viel Schlaf Ihr Kind wirklich braucht. Experten raten dann zu einem Schlafprotokoll. Tragen Sie zwei bis drei Wochen lang ein, wann und wie lange Ihr Kind schläft. Und wie seine Stimmung war. So können Sie feststellen, ob die Bettzeiten tatsächlich dem Schlafbedarf entsprechen. Eventuell sollten Sie den Mittagschlaf abkürzen, wenn es Probleme beim Nachtschlaf gibt.

Ihr Kind wird seinen Mittagsschlaf selbst regeln

Irgendwann mögen die meisten Kinder keinen Mittagschlaf mehr halten. Auch wenn es ihnen vielleicht noch gut täte. Es gibt zwar Kinder, die auch noch als Grundschüler ein wenig ruhen, die meisten schlafen aber nicht mehr. Ein guter Tipp: Erklären Sie die Mittagszeit in der Familie zur ruhigen Pausenzeit. So können müde Mütter ein wenig ruhen, Kleinkinder schlafen und wache Kindergartenkinder eine CD hören oder ein Buch anschauen.

Mittagsschlaf sollte nicht erzwungen werden – erst recht dann nicht, wenn es dann abends einen Kampf um das Ins-Bett-gehen gibt.

Die Kinder der Redakteurinnen Christine und Silke jedenfalls machten schon mit zwei Jahren keinen Mittagschlaf mehr. Immerhin gelingen gelegentliche Ruhezeiten. Dafür ist der Nachtschlaf bei den fünf Kindern meist unproblematisch, es sei denn die Sonne scheint so schön wie im Hochsommer…

Wie ist das bei Ihren Kindern? Schlafen die mittags noch? Wenn ja, wie lange?

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.