Mit kindern überfordert

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Schulstress

Schulstress ist ein Thema, das Eltern und Pädagogen gleichermaßen beschäftigt. An sich gibt es zwei Arten von Stress: Zum einen gibt es den positiven Stress, der dafür sorgt, dass wir besondere Leistungen erbringen können, wenn es erforderlich ist. Zum anderen unterscheidet man davon den negativen Stress, der sich gesundheitsschädigend auf Körper und Seele auswirkt. Beim Schulstress handelt es sich – leider – aber zumeist um negativen Stress, der entsteht, wenn Kinder und Jugendliche mit Situationen konfrontiert werden, die sie überfordern.

Wie entsteht Schulstress?
Wie erkennen Eltern, dass ihr Kind unter Schulstress leidet?
Woran erkennen Eltern die Grenze zwischen „ganz normaler schulischer Herausforderung“ und „zu viel Stress“?
Wie können Eltern ihr Kind bei Schulstress unterstützen?

Wie entsteht Schulstress?

Einerseits gibt es den Leistungsstress. Leistungsstress entsteht, wenn zu bestimmten Zeiten sehr viel gelernt werden muss oder wenn die Kinder und Jugendlichen den geforderten Unterrichtsstoff nicht verstehen. Er entsteht auch, wenn sich Schüler überfordert und unter Druck gesetzt fühlen oder wenn sie Angst vor schlechten Noten haben. Sie fürchten die Reaktionen der Eltern, aber auch die Reaktionen von Mitschülern, die sie für „weniger intelligent“ halten könnten.

Auch das Thema „Versetzung“ in die nächste Klassenstufe ist ein Teil dieses Leistungsstresses. Erreicht ein Kind das Klassenziel nicht, hat es Selbstzweifel und Angst. Es schämt sich wegen seiner schlechten Leistungen und hat Angst, seine Freunde und sozialen Kontakte in der Klasse zu verlieren.

Diesen Leistungsdruck bekommen Kinder bereits im Vorschul- und Grundschulalter zu spüren und häufig suchen sie die Schuld bei sich selbst, wenn sie schlechte Noten heimbringen Als typisches Beispiel für Leistungsdruck im Grundschulalter ist der Übertritt in weiterführende Schulen zu nennen, der für viele Kinder und Eltern eine Situation darstellt, die in den Familien zu Stress und Konflikten führen kann.

Aber unter Schulstress versteht man auch sozialen Stress, der durch verschiedene Ursachen in der Schulumgebung auftreten kann. So bedeutet es großer Stress für ein Kind, wenn es von Mitschülern zum Außenseiter gemacht wird oder sich gegen Mitschüler nicht durchsetzen können (Mobbing). Auch Schüler-Lehrer-Beziehungen, die nicht funktionieren, sind großer Stress für Kinder und Jugendliche.

Wie erkennen Eltern, dass ihr Kind unter Schulstress leidet?

Einige Kinder und Jugendliche empfinden den Leistungsdruck als so groß, dass sie körperliche und seelische Probleme bekommen.

Die häufigsten Stresssymptome bei Kindern sind:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Essstörungen wie Appetitlosigkeit oder auch übermäßiges Essen
  • Konzentrationsprobleme
  • Plötzliches Absacken der schulischen Leistungen
  • Alpträume
  • Veränderung im Verhalten wie sozialer Rückzug, vermindertes Selbstwertgefühl
  • Aggressives oder depressives Verhalten

Gerade jüngere Kinder leiden häufig unter unspezifischen Bauchschmerzen, haben plötzlich Kopfweh. Dies sollte nicht mit Medikamenten behandelt werden, sondern primär als körperliche Warnsignale für Stress gesehen werden.

Da sich Stress nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche auswirkt, verschlechtert sich die kognitive Leistungsfähigkeit und damit die schulische Leistung. Sicherlich kennen die meisten Eltern die Situation, dass man unter Stress eine einfache Frage nicht mehr versteht, die man aber am Vorabend noch leicht beantworten konnte. So wird die Schere zwischen den schulischen Anforderungen und der Belastbarkeit der Kinder durch Stress immer größer. Schlechte Noten sind nur der letzte Beweis dafür. Bei jedem dritten Schulkind hat sich der Stress bereits so manifestiert, dass es unter Lern- und Leistungsstörungen leidet. Im schlimmsten Fall entwickeln sich Depressionen oder eine generelle Schulangst, die bis zur Schulverweigerung führen kann.

Woran erkennen Eltern die Grenze zwischen „ganz normaler schulischer Herausforderung“ und „zu viel Stress“?

Normal ist es sicherlich, dass vor Arbeiten, Referaten oder Prüfungen der Druck auf die Schülerinnen und Schüler wächst. Nicht normal ist es jedoch, wenn Ihr Kind vor einer wichtigen Klassenarbeit unter nervöser Schlaflosigkeit leidet (Prüfungsangst).

Normal ist es auch, dass ein Kind bei Schul- oder Klassenwechsel eine Zeit der Orientierung braucht – das eine Kind mehr, das andere weniger.

Sobald Kinder oder Jugendliche aber über einen längeren Zeitraum körperliche Beschwerden äußern, sollte dies ernst genommen werden. In den meisten Fällen klagen Kinder über Magen- oder Kopfschmerzen. Der Bauch ist ein sehr sensibler Bereich, der auf psychische Belastungen sehr schnell reagieren kann. Es ist sicherlich hilfreich, genau zu beobachten, wann solche Symptome bei ihrem Kind auftreten: Jeden Tag vor der Schule, immer donnerstags vor der Mathestunde oder wenn der in der Sportstunde der Junge aus der Nachbarklasse dabei ist. Daraus können Sie häufig schließen, was die spezifischen Auslöser für Stress bei Ihrem Kind sind. Aber auch wenn Eltern feststellen, dass ihr Kind nicht mehr so viel aus der Schule oder Freizeit erzählt wie früher oder immer stiller wird, sollten sie aufmerksam werden und mit ihrem Kind unbedingt das Gespräch suchen.

Wie können Eltern ihr Kind bei Schulstress unterstützen?

Das Wichtigste ist, dass Sie mit Ihrem Kind immer im Gespräch und in engem Kontakt bleiben. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für Gespräche mit Ihrem Kind, fragen Sie es nach Sorgen und Problemen, ohne es unter Druck zu setzten. Wichtig ist, dass Sie den Stress in diesem Moment ernst nehmen und nicht mit Sätzen wie „Ist doch nicht so schlimm!“ oder „Das schaffst du schon!“ abtun.

Klagt Ihr Kind zudem über körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, entsteht ein Teufelskreis, wenn Sie Ihrem Kind in dieser Situation erlauben, zuhause zu bleiben. Ihr Kind kann damit die wichtige Erfahrung nicht machen, dass der Stress doch nicht so bedrohlich ist, wie es denkt. Wichtig ist nur, dass Sie mit Ihrem Kind dabei immer im Dialog bleiben und es unterstützen, indem Sie ihm diesen Teufelskreis und Ihre Haltung erklären.

Das Wichtigste ist aber, dass Kinder von ihren Eltern nicht bestraft werden, wenn die schulischen Leistungen nicht gut sind und die Kinder dadurch eh schon unter Stress stehen und Selbstzweifel haben. In diesem Fall brauchen Kinder und Jugendliche genau das Gegenteil, nämlich Bestärkung und Motivation, um nicht noch mehr an Selbstvertrauen zu verlieren. Kinder und Jugendliche müssen das Gefühl haben, dass sie auch Fehler machen und Schwächen haben dürfen – und dass sie dann Hilfe bekommen, anstatt bestraft zu werden. Dadurch entsteht bei den Kindern ein gesundes Selbstwertgefühl, das sie weniger anfällig für Stress macht. Wenn Eltern Interesse am Schulgeschehen signalisieren und nicht bestrafen, wenn es in der Schule nicht „rund“ läuft, wird ihr Kind sich ihnen auch eher mitteilen.

Ebenso ist es hilfreich, engen Kontakt mit den Lehrern Ihres Kindes zu suchen, um den Leistungsstand zu erfragen und nach eventuellen Hilfsmöglichkeiten zu suchen (zum Beispiel Förderunterricht, Nachhilfe). Falls Sie als Eltern das Gefühl haben, dass Sie Ihrem Kind bei seinen Schulproblemen nicht mehr weiterhelfen können, wenden Sie sich an Fachleute an der Schule Ihres Kindes, wie Sozialpädagogen und Schulpsychologen oder an externe Beratungsstellen.

Eines sollten Sie auch beachten: Natürlich wünschen sich alle Eltern die bestmögliche Schul- und Ausbildung für ihr Kind. Jedoch haben Kinder unterschiedliche Begabungen und ein unterschiedliches Lern- und Entwicklungstempo. Unser Schulsystem bietet inzwischen so viele Möglichkeiten, dass für jedes Kind die Passende dabei ist. Für Eltern ist es deshalb wichtig, das Lerntempo ihres Kindes zu beachten und zusammen mit dem Lehrpersonal den geeigneten Schulzweig für ihr Kind herauszufinden, damit keine Überforderungssituation durch eine falsche Schulwahl entsteht.

Weitere Tipps gegen Schulstress:

  • Im Alltag zu Hause sind einfache Rituale und feste Regeln im Tagesablauf wichtig, damit die Kinder und Jugendlichen einen sicheren Rahmen haben, der nicht mit Stress besetzt ist.
  • Ebenso wichtig ist es, dass die Eltern auf die Ordnung der Schulmaterialien achten und ihren Kindern helfen, diese Ordnung zu schaffen. Klare Regeln und Absprachen bezüglich der Erledigung der Hausaufgaben sind sinnvoll, um Hektik am Abend und am nächsten Morgen zu vermeiden.
  • Achten Sie als Eltern darauf, dass Ihr Kind während der Schulzeit rechtzeitig schlafen geht.
  • Helfen Sie Ihrem Kind seinen Lernalltag zu strukturieren, indem Sie mit ihm gemeinsam Lern- und Hausaufgabenzeiten planen und dabei auch Pausen und Freizeitaktivitäten beachten.
  • Achten Sie darauf, dass Freizeitaktivitäten nicht eine zusätzliche Quelle für Stress und Termindruck werden. Ihr Kind braucht zur Entspannung auch Zeiten, in denen es nichts tun muss.
  • Halten Sie Ihr Kind dazu an, rechtzeitig mit dem Lernen für Schularbeiten und Prüfungen zu beginnen. Wenn die Zeit zu knapp wird, entsteht neuer Stress.
  • Belohnen Sie Ihr Kind, wenn es sich an diese Abmachungen hält.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind, wenn es auffällige Symptome wie gehäufte Bauch- oder Kopfschmerzen zeigt oder wenn seine Leistungen in der Schule plötzlich stark abfallen.
  • Motivieren Sie Ihr Kind zu sportlichen Betätigungen, möglichst an der frischen Luft. Denn Sport beugt Stress vor und baut ihn ab.
  • Helfen Sie Ihrem Kind seinen Schreibtisch in Ordnung zu halten, durch diese Ordnung kann es sich besser auf das Lernen konzentrieren.

Und zu guter Letzt: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, indem Sie bei sich selbst für Ausgeglichenheit sorgen und Mechanismen zur Stressbewältigung entwickeln, die Sie Ihrem Kind weitergeben können.

Stress bei Kindern: So könnt ihr ihnen helfen

Zeitdruck, Erwartungsdruck, Leistungsdruck. Studien bestätigen, was man auch so im Alltag beobachten kann: Kinder sind gestresst. Wie ihr als Eltern gegensteuern könnt.

Leistungsdruck, Angst, die elterlichen Erwartungen nicht zu erfüllen, Streit mit den Freunden: All das macht Kindern großen Stress.

In diesen hektischen Zeiten, in denen fast jeder über Stress klagt, ist es kein Wunder, dass auch Kinder betroffen sind. Studien wie die der Bielefelder Universität (Burn-Out im Kinderzimmer: Wie gestresst sind Kinder und Jugendliche in Deutschland) aus dem Jahr 2015 wurden 2018 durch eine Forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse untermauert. Die Bielefelder Studie geht davon aus, dass fast ein Fünftel der Schulkinder unter hohem Stress leidet. Die Forsa-Studie kam zum Schluss, dass gerade die Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen vermehrt von Stress und Depressionen betroffen ist.

Stress bei Kindern: Was sind die Auslöser?

Dass sich Kinder gestresst fühlen, hat mehrere Ursachen.

  • Leistungsdruck: Sie wollen in der Schule nicht versagen und ihre Eltern nicht enttäuschen. Holger Ziegler, der die Bielefelder Studie verantwortete, kam zum Schluss: „Der insgesamt bedeutsamste Faktor für kindlichen Stress dürfte auf Leistung und mehr noch auf Erfolg orientierte Erziehungspraxis sein.“
  • Termindruck: Wenig Zeit für Langeweile, da auch die Freizeit vollgestopft ist mit Verpflichtungen, seien es Sportverein oder Musikunterricht. Laut Forsa hat ein Drittel der Befragten mindestens drei außerschulische Aktivitäten in der Woche.
  • Streit mit Freunden: Wenn sich Kinder miteinander verkrachen oder sie sogar von der Clique gemobbt werden, führt dies zu einem erhöhten Stresslevel.
  • Soziale Medien: Digitale Reizüberflutung führt nicht unbedingt zur Entspannung, gerade wenn Kinder ängstlich auf ein Like für ihr Foto auf Social Media warten oder sie glauben, dass sie nicht mithalten können.
  • Familiäre Probleme: Natürlich geht es auch an den Kindern nicht vorbei, wenn es den Eltern oder Geschwistern nicht gut geht. Finanzielle Engpässe, Streitigkeiten, Krankheiten verbreiten Stress.

Wie äußert sich der Stress?

„Stress ist eine biologische Fluchtreaktion des Körpers“, erklärt der Leiter der Kinder- und Jugendpsychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prof. Michael Schulte-Markwort. Und so reagiert dann auch der Körper – das sind dann die Symptome:

  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Gereiztheit

Die Gereiztheit resultiert dann meistens aus dem fehlenden Schlaf. Je kleiner die Kinder, desto eher reagieren sie körperlich auf Stress – Bauchschmerzen und Kopfschmerzen sind die Folge. Jugendliche sind wiederum eher anfällig für Angstzustände und Depressionen.

Stress: Was könnt ihr als Eltern tun?

So banal es klingt – Eltern müssen erst einmal erkennen, dass ihre Kinder unter Stress leiden. Sie stehen wahrscheinlich selbst unter Strom und wollen allen Vorgaben gerecht werden – das Kind soll alle Möglichkeiten der Entfaltung haben, die beste Ausbildung, die beste Förderung. Das alles kann aber auch wiederum in Stress ausarten. Am besten schaut ihr euch euren Alltag an, inwiefern er von Druck geprägt ist, wenn es um Zeit, Leistung und Erwartung geht.

Das führt dann auch zu der paradoxen Situation, dass ihr dann alles versucht, damit das Kind entspannter wird. Was dann euch stresst. Atmet tief durch und schaut, wo ihr ansetzen könnt, damit es allen besser geht. Sprecht mit euren Kindern. Wie sieht es denn zum Beispiel mit den außerschulischen Aktivitäten aus? Sportverein, Orchester – macht dies den Kindern überhaupt Spaß? Oder sind das Sachen, die ihr ausgesucht habt, weil ihr dachtet, es würde eure Tochter oder euren Sohn weiterentwickeln? Sind drei Termine in der Woche zu viel? Fragt nach.

Hilfe bei Stress

Autogenes Training: So hilft es Kindern

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Reden, reden, reden ist ein gutes Mantra. Anteilnahme am Leben. Bleibt im Dialog mit eurem Nachwuchs. Wenn euer Kind Versagensängste in der Schule hat, versucht Lösungsansätze zu finden und auch den Erwartungsdruck zu mindern. Viele Kinder haben Angst, ihre Eltern zu enttäuschen, wenn die Noten nicht stimmen. Steht ihnen bei, wenn sie sich mit ihren Freunden gestritten haben. Nehmt eure Kinder ernst, wenn sie das Gefühl haben, gemobbt zu werden.

Ruhe und Rituale – ein klarer Orientierungsrahmen hilft Kindern. Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig, um sich auszutauschen und etwas vom gegenseitigen Alltag zu erfahren. Entspannungsübungen bringen die benötigte Ruhe, um Belastungen zu entschärfen.

Eltern

Work-Life-Balance mit Kindern: So kann’s klappen

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Im Prinzip ist Achtsamkeit das Zauberwort – habt euren Nachwuchs im Auge, aber auch euch selbst. Wenn ihr im Stress versinkt und es nicht schafft, der Belastung standzuhalten, wie sollen es eure Kinder schaffen? Versucht, so gut es geht, eine Work-Life-Balance zu halten und vorzuleben. Es sind anstrengende Zeiten, keine Frage, aber wenn wir es schaffen, den Druck aus dem Leben ein bisschen herauszunehmen, sieht die Welt schon besser aus.

Reizüberflutung beim Kind – Wenn die Synapsen streiken

Wir selbst haben nach und nach gelernt, mit den vielen Umwelteindrücken umzugehen, unser Gehirn blendet vieles ganz automatisch aus. Kinder haben diesen Mechanismus noch nicht entwickelt und nehmen alle Anreize von außen auf. Irgendwann kommt es zum Overload und unsere Kleinen finden keine Ruhe mehr. Aufgabe der Eltern ist es, das richtige Maß zu halten zwischen den nötigen Reizen, die ein Kind zur Weiterentwicklung braucht und dem Zuviel, das unseren Nachwuchs unruhig macht.

Alles neu – Die Welt ist voll von Sinnesreizen

Für Kinder ist jeder Tag angefüllt mit neuen Erlebnissen und einer Vielzahl von Reizen. Der Straßenlärm, das bunte Angebot im Supermarkt oder die Gerüche und Geräusche im Wald. Unsere Kleinen nehmen alles auf, verarbeiten es und speichern es als neue Erfahrung ab. Hören, sehen, fühlen, schmecken, riechen – die Gehirne unserer Kinder sind den ganzen Tag mit neuen Sinneseindrücken beschäftigt. Durch die unterschiedlichen Erfahrungen bilden sich Vernetzungen im Gehirn und der Wissensschatz der Kleinen wie auch ihr Denk- und Kombinationsvermögen wächst und wächst.

Irgendwann wird es zu viel

Die Kapazität des kindlichen Gehirns ist groß, aber dennoch nicht unbegrenzt. Strömen zu viele Reize auf einmal ein, dann wird die Entwicklung des Gehirns nicht mehr gefördert, sondern gebremst und mit ihr auch die kindliche Lust am Experimentieren und Erleben. Wenn der Moment gekommen ist, an dem ein Kind sich überladen und gestresst fühlt, bekommen Eltern das oft unmittelbar zu spüren. Das eben noch gut gelaunte Kind wird maulig, fängt an zu weinen, bekommt einen Wutanfall oder zeigt andere auffällige Symptome. Wird die Reizüberflutung zum Dauerzustand, äußert sich das oft in Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsschwächen und allgemeiner Zappeligkeit. Stellen Sie diese Symptome an Ihrem Kind fest, sollten Sie zuallererst versuchen, mehr Ruhe in seinen Alltag zu integrieren.

Was tun, wenn es zu viel wird?

Stellen Sie fest, dass Ihr Kind von den Außenreizen überfordert wird, können Sie nur eins tun: Nehmen Sie es aus dem Geschehen und sorgen Sie für Ruhe und Abgeschiedenheit. Mitunter hilft es einfach, das Kind in einer ruhigen Ecke auf den Schoß zu nehmen und zu kuscheln, eine kleine ruhige Geschichte zu erzählen oder ein Lied zu singen. Sind Sie zuhause, kann ein warmes Getränk oder ein kleines Schläfchen ebenfalls für Ausgleich und Ruhe sorgen. Was allerdings nicht förderlich ist, ist das Kind zur Beruhigung vor den Fernseher oder den PC zu setzen! Denn gerade dort strömen unzählige Reize auf das Kind ein, gleiches gilt für Hörspiele oder das Radio.

Wir Eltern als Vorbild

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Sich von Reizen abzuschotten, müssen Kinder erst lernen. Wie in so vielen Bereichen sind auch hier Eltern oder andere enge Bezugspersonen wichtige Vorbilder. In unseren schnellen Zeiten tendieren wir dazu, nicht nur eine Sache, sondern gleich drei oder vier gleichzeitig zu erledigen. Das nehmen unsere Kinder auf und integrieren es in die eigenen Erlebens- und Verhaltensmuster. Nehmen Sie sich also Zeit und seien Sie ein Vorbild! Das tut nicht nur Ihrem Kind, sondern ebenfalls Ihnen selbst richtig gut. Halten Sie also wieder einmal inne und betrachten Sie sich selbst: Wenn Sie gleichzeitig Essen zubereiten, am Handy eine Nachricht beantworten und versuchen mit Ihrem Kind über die Schule zu reden, dann ist das schon eine Menge. Versuchen Sie doch einmal, eins nach dem anderen zu erledigen und dafür jedes Mal mit ganzem Herzen dabei zu sein. Davon profitieren Sie selbst ebenso wie Ihr Kind!

Darum geht’s

Um den Wissensdurst unserer Kinder zu stillen, gibt es viele Ideen, Anregungen und auch Kursangebote. Die Förderung unserer Kinder gehört heute ebenso zu einer unbeschwerten Kindheit wie spielen, toben, träumen und auch Zeiten der Langeweile.

Neben einer zu den Interessen und dem Temperament des Kindes passenden Förderung brauchen Kinder auch Freiräume und gelassene Eltern, die Zeit zum Trödeln und Träumen zulassen.

In diesem Modul möchten wir die Bedeutung von Ermutigung und Lob für eine gesunde Förderung unserer Kinder aufzeigen, um Stress und Überforderung vorzubeugen und die natürliche Freude am Lernen zu erhalten.

Gut zu wissen

„Ich wollte doch nur das Beste für mein Kind“, sagt eine Mutter leise, deren Tochter dem Kinderarzt vorgestellt wird. Seit einiger Zeit leidet die 9-jährige unter Kopf- und Bauchschmerzen, sie schläft nicht mehr durch und zeigt sich häufig scheinbar grundlos aggressiv. Das sind eindeutige Stresssymptome und es ist leider kein Einzelfall.

Eine Überforderung bleibt nicht selten lange im Verborgenen, da Kinder nicht direkt äußern, wenn ihnen etwas zu viel wird, um ihre Eltern nicht zu enttäuschen.

Nicht nur eine Überforderung in der Schule, sondern auch Streit mit Klassenkameraden, Konflikte in der Familie und zu viele Freizeitangebote können Stress für unsere Kinder bedeuten. Auch das Fernsehen und andere Medienangebote sorgen keineswegs nur für Entspannung, sondern können bei falscher Dosierung durch die unendliche Bilderflut zu einem Stressfaktor werden.

Wir Eltern stehen deshalb immer wieder vor der Frage: “Wie fördere ich meine Kinder ohne sie zu überfordern?”

Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig. Man muss einem Kind das Lernen nicht beibringen, es liegt in der menschlichen Natur. So wie ein Fisch schwimmen, ein Pferd rennen und ein Eichhörnchen klettern kann.

Um diese natürliche Freude am Lernen zu erhalten, ist es wichtig, eine entspannte und stressfreie Umgebung zu schaffen. Zu großer Druck auf das Kind erzeugt Stress und Angst und erschwert oftmals das Lernen. Wenn wir den Blick dagegen auf all die kleinen Fortschritte und Erfolge lenken, die das Kind schon erreicht hat, können wir es ermutigend begleiten und somit seine Freude am Lernen stärken.

In der folgenden Übersicht wird klar, wie wichtig eine positive, wertschätzende Einstellung zum Kind ist:

Lob motiviert zur Weiterarbeit Kritik erzeugt schlechte Stimmung
Lob erzeugt Stolz Kritik kann Versagensängste erzeugen
Lob richtet die Aufmerksamkeit auf das, was das Kind schon kann Kritik richtet die Aufmerksamkeit auf die Fehler, nicht auf die richtigen Lösungen
Lob stärkt die Selbstständigkeit Kritik kann der Anfang eines entmutigenden Machtkampfes sein

„Ein Kind braucht Ermutigung wie eine Pflanze das Wasser“, formulierte Rudolf Dreikurs.

Als Pflanze lässt sich auch die Intelligenzentwicklung von Kindern darstellen, die zeigt, dass es ganz viele Bereiche gibt, in denen Ihr Kind Stärken und Begabungen haben kann. Manche dieser Bereiche nehmen wir im Alltag gar nicht wahr, da unser Blick einseitig auf schulisch verwertbares Wissen gerichtet ist.

Die folgende Abbildung zeigt Ihnen die verschiedenen Arten von Intelligenz und auch, wie sie diese fördern und unterstützen können (der Text wird angezeigt, wenn Sie die Maus auf die entsprechenden Begriffe in der Blume halten ohne zu klicken):

Grafik: Gertraud Funke aus:
Bäcker-Braun, „Kluge Babys – schlaue Kinder”
© Don Bosco Medien GmbH, München

Zum Mitdenken und Mitmachen

Geliebt zu werden um seiner selbst Willen und nicht für erbrachte Leistungen, lässt Kinder (er)wachsen.

  • Spielen, singen und lesen Sie mit ihren Kindern.
  • Lassen Sie Ihre Kinder teilhaben an ihrem Leben, übertragen Sie kleine Aufgaben und freuen sich zusammen an Fortschritten und Erfolgen.
  • Schenken Sie Ihren Kindern Zeit, in der Sie Ihre volle Aufmerksamkeit auf das Kind richten. Nicht Quantität, sondern die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit ist wichtig.

Wichtig ist, dass unsere Kinder glückliche Menschen werden, die selbständig ihr Leben gestalten können!

Und sonst noch

Andere Bausteine

Was ist das Beste für mein Kind?
Fördern im Alltag- Lebensraum als „Lern-Raum“
Entwicklungbereiche des Kindes
Oasen im Alltag

Quellen

Bäcker-Braun, Katharina: Kluge Babys – Schlaue Kinder. Grundlagen, Spiele und Ideen zur Intelligenzentwicklung. Don Bosco Verlag.
Horst, Christof: Kess erziehen: Der Elternkurs. Kreuz Verlag.

Weiterführende Literatur

Holt, John: Wie kleine Kinder schlau werden – Selbständiges Lernen im Alltag. Verlag Bechtermünz.
Stoppard, Miriam: So fördere ich mein Kind – Wie Sie die Anlagen und Talente Ihres Kindes entdecken und entwickeln können. Urania Verlag.
Van den Speulhof Barbara; Lehmann, Frederic: Heilende Geschichten. Kinder wachsen mit Worten. Beust Verlag.
Zimmermann, Irene: Mathe, Stress und Liebeskummer. Verlag Planet Girl.

Links

Wenn Kinder im Stress sind
Studie zur Gesundheit von Kindern
Leidet Ihr Kind unter Stress?

Schulstress: Tipps und Informationen

Wie im DAK-Präventionsradar aus dem Schuljahr 16/17 nachzulesen ist, klagen 24% der befragten Schüler jede Woche oder häufiger über Kopfschmerzen. Solche körperlichen Reaktionen scheinen also keine Seltenheit zu sein.

Quelle: DAK Präventionsradar Schuljahr 16/17

Nervosität beispielsweise ist vor einer anstehenden Prüfung durchaus normal. Problematisch ist es, wenn solche Symptome über einen langen Zeitraum hinweg bleiben. Jedes Kind reagiert zudem unterschiedlich auf Stress. Bei dem einen macht er sich schneller bemerkbar, bei anderen fällt er kaum auf. Achten Sie deshalb genau auf das Verhalten Ihres Kindes. Wenn dieses sich verändert, kann das ein Anzeichen für Schulstress sein:

  • Störung der Aufmerksamkeit
  • Soziale Abschottung
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsdefizite
  • Bettnässen
  • Plötzlicher Leistungsabfall
  • Fingernägelkauen oder Knabbern an Haarspitzen

Wie können Sie Stressreaktionen vorbeugen?

Damit Schulstress gar nicht erst entsteht, können Sie verschiedenes tun:

Musik gegen Schulstress | © Fotolia.com

Einen Ausgleich schaffen
Wenn Sie Stress bei Ihrem Kind reduzieren möchten, ist Entspannung ein zentraler Aspekt. Egal ob ABC-Schütze oder Jugendlicher – Kinder sollten einen Ausgleich zu ihren schulischen Aktivitäten haben. Dieser kann je nach Interessen und Zeit ganz unterschiedlich aussehen:

  • Sport
  • Treffen mit Freunden
  • Lesen
  • Basteln
  • Musik hören oder machen

Lernen lernen
Viele Schulen bieten Programme an, die Kindern vermitteln, wie sie erfolgreich und eigenständig lernen können.

So lernen Kinder richtig | © Fotolia.com

Die daraus resultierenden Erfolgserlebnisse können das Selbstbewusstsein und die Sicherheit Ihres Lieblings stärken.

Tagesabläufe strukturieren
Versuchen Sie, Hektik und Termindruck zu vermeiden. Rituale und ein sinnvoll gestalteter Schulalltag bieten Ihrem Kind Sicherheit. Stehen Sie außerdem früh genug auf, planen Sie Zeitpuffer ein und geben Sie Ihrem Kind auch einmal Zeit, in der es selbst entscheiden kann, was es tut. Dafür kann es ruhig eines seiner Hobbies opfern, wenn es das möchte. Denn nicht nur wer gestresst ist, braucht in seiner Freizeit von Zeit zu Zeit Ruhe und Entspannung.

So kann Ihr Kind Schulstress erfolgreich bewältigen

Wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Kind Stress in der Schule hat, sollten Sie schnell handeln. Denn das Ziel ist es doch, dass es die jungen Jahre unbeschwert verbringen und den Schulalltag erfolgreich meistern kann.

Erfolgreich gegen Schulstress | © Fotolia.com

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2009 stellte fest, dass 67% von 1.000 Befragten Sport und Bewegung als geeignet empfinden, um Schulstress zu bewältigen.

Ursachen analysieren
Bevor Sie etwas gegen den Schulstress Ihres Kindes tun können, müssen Sie herausfinden, was ihn auslöst. Ist es Leistungsdruck und wenn ja, wer übt ihn aus? Hat Ihr Kind Probleme mit Mitschülern oder kommt es mit einem Lehrer nicht aus? In diesem Fall sollten Sie das direkte Gespräch suchen, um die Situation zu entschärfen. Wenn nicht sofort klar ist, was der Auslöser ist, kann ein Stresstagebuch helfen. Lassen Sie Ihr Kind darin folgendes notieren:

  • Zeitpunkt: Wann ist Ihr Kind besonders gestresst?
  • Reaktion: Wie fühlt es sich dabei?
  • Auslöser: Warum verspürt es Stress?
  • Stärke: Wie schlimm ist das Stresslevel in der jeweiligen Situation?

Entspannungsübungen

Je nachdem, wie viel Zeit Sie haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Kinderyoga oder autogenes Training helfen Ihrem Kind, abzuschalten und zu entspannen. Manchmal kann aber auch schon ein ausgiebiger Spaziergang durch die Natur Erholung bringen.

Nachhilfe
Wenn Sie Schulnoten verbessern und damit Druck oder Versagensängste reduzieren möchten, kann Nachhilfe sinnvoll sein. Mit einem entsprechenden Lehrer kann Ihr Kind die Hausaufgaben machen, den Stoff regelmäßig vor- und nachbereiten sowie offene Fragen klären.

Handlungsempfehlungen für Sie als Eltern

  1. Achten Sie auf die Warnsignale, hören Sie aktiv zu und nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes ernst. Es ist wichtig, dass es über Probleme mit einer Vertrauensperson reden kann. Bei einem guten Gespräch tun sich vielleicht neue Lösungsvorschläge auf.
  2. Bestrafen Sie Ihr Kind nicht bei schlechten Noten, sondern bestärken Sie es in dem, was es tut. So helfen Sie ihm, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen.
  3. Wenden Sie sich an einen Vertrauenslehrer oder einen Kinderpsychologen, wenn Sie Hilfe brauchen. Diese Experten können mit Ihnen gemeinsam eine Strategie gegen Schulstress erarbeiten und wertvolle Tipps geben. Vor allem beim Thema Mobbing ist es wichtig, dass Bezugspersonen auf das Problem aufmerksam werden, bevor sie es lösen können.
  4. Schaffen Sie Momente, in denen zu Hause Ruhe herrscht. Zeit, in der Ihr Kind ganz frei entscheiden kann, was es machen möchte, ist ebenfalls wichtig. Ein wenig Langeweile kann dabei übrigens nicht schaden, sondern sogar die Kreativität fördern.
  5. Machen Sie Ihrem Schützling klar, dass es nicht nur um das Ergebnis geht, sondern auch darum, sich anzustrengen. Wenn einmal eine schlechte Note dabei herauskommt, ist das kein Weltuntergang.

Leistungsdruck

Beschreibung von Leistungsdruck

Was ist Leistungsdruck?

Unter Leistungsdruck versteht man psychischen Druck ausgelöst durch Zwang zu hoher Leistung. Dieser kann bezogen auf den Arbeitsplatz, die Schul- oder Universitätsleistung oder auch die Gesellschaft empfunden werden. Einigkeit besteht darüber, dass insbesondere der Leistungsdruck in der Arbeitswelt zugenommen hat. Eine Ursache hierfür ist unter anderem die Schnelllebigkeit, welche auf die technologische Entwicklung zurückzuführen ist. Auch die stetige Erreichbarkeit, welche die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen lässt, trägt dazu bei, dass Menschen enormem Stress im Job ausgesetzt sind und ein Erholen kaum möglich ist. Leistungsdruck kann dann positive Auswirkungen haben, solange Betroffene das Gefühl haben, sich in einem sinnvollen Prozess zu befinden und dem Druck gerecht werden zu können. Sieht man allerdings keinen Sinn mehr hinter seiner Leistung, kann dies gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

Wie zeigt sich Leistungsdruck?

Stehen Betroffene unter großem Leistungsdruck, kann sich dies durch körperliche Symptome bemerkbar machen. So geht Leistungsdruck mit Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Nervosität, Atemnot, Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen und Fluchtgedanken einher. Die genannten Symptome können in entscheidenden Momenten zu Denkblockaden bis hin zum Blackout führen.

Ursachen von Leistungsdruck

Wie entsteht Leistungsdruck?

Leistungsdruck bei Erwachsenen
Eine Ursache, welche zu Leistungsdruck beiträgt, ist Stress. Menschen, die Leistungsdruck ausgesetzt sind, haben meist perfektionistische Anforderungen an sich selbst. Auch die Angst vor Ablehnung oder Verantwortung, aber auch vor dem Versagen kann hier eine große Rolle spielen. Die genannten Ursachen stehen meist im Zusammenhang mit einem mangelnden Selbstwertgefühl und einem geringen Durchsetzungsvermögen. Leiden Betroffene im Arbeitsleben unter Leistungsdruck, liegt der Grund hierfür oft in der Angst, gestellte Aufgaben nicht meistern zu können. Diese Versagensängste nehmen derart zu, dass sie sich unmittelbar auf das Wohlbefinden auswirken. Auch der Wunsch, es allen recht machen zu müssen, sorgt für Druck. Den Betroffenen gelingt es nicht, auch mal nein zu sagen – Perfektionismus oder die Angst vor dem Jobverlust können hier eine große Rolle spielen. Ist die Versagensangst Grund für den bestehenden Leistungsdruck, kann dies möglicherweise auf die Kindheit zurückgeführt werden. Mangelnde Anerkennung durch Eltern oder Missachtung in der Erziehung können zu dieser Angst beitragen.

Leistungsdruck bei Kindern
Die Ursache für Leistungsdruck bei Kindern sind häufig die Eltern. Eltern möchten das Beste aus ihrem Kind herausholen und stolz auf dieses sein. Erwarten sie hohe Leistungen in der Schule, steckt meist eine Art Selbstbestätigung dahinter. Denn die Empfindung von Stolz ist lediglich hinsichtlich eigener Leistungserbringung möglich. Auch der Aspekt der Konkurrenz spielt bei elterlichem Druck eine enorme Rolle. Eltern wollen häufig, dass ihre Kinder mit anderen Kindern mithalten oder gar besser als diese sind. Allerdings kann ein Vergleich mit anderen Kindern eher frustrierend sein. So fällt es Kindern gerade unter diesen Umständen schwer, eine Motivation zu finden. Eine Idealisierung des eigenen Kindes, welche in Maßen in Ordnung ist, setzt Kinder weiter mit dem Gedanken unter Druck, diesen Idealvorstellungen auch gerecht werden zu müssen. Sind keine guten Leistungen in der Schule gegeben, wird versucht, durch übermäßiges Lernen schlechte Schulleistungen zu kompensieren. Kinder werden hierbei häufig in Form von Fremdsprachenunterricht, musikalischer Frühförderung oder Nachhilfe überfordert. Äußern sich bei Kindern und Jugendlichen Anpassungs-Angststörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen, liegt der Grund hierfür häufig auch in der digitalen Reizüberflutung, Mobbing in den sozialen Netzwerken oder dem ständigen Vergleich durch soziale Netzwerke.

Behandlung von Leistungsdruck

Was hilft gegen Leistungsdruck?

Um Leistungsdruck zu vermeiden, gibt es einige Empfehlungen, mit dessen Hilfe sich Betroffene auftretender Angst stellen können. Wichtig ist zunächst, dass sich Betroffene bewusst machen, welche Erfolge sie bisher erzielt haben. Auch das Visualisieren von zukünftig eintretendem Erfolg kann hilfreich sein. Hier sollte der Fokus lediglich auf den Erfolg und nicht auf ein mögliches Versagen gelenkt werden. Ein weiterer hilfreicher Gedanke ist, dass Konsequenzen richtig abgeschätzt werden. Denn die mögliche Katastrophe, welche sich Betroffene ausmalen, wirkt derart lähmend, dass sie einer realistischen Wahrnehmung kaum noch entspricht. Um Denkblockaden, Stress und Panik zu vermeiden, kann es helfen, sich auf die körperlichen Auswirkungen von hohem Leistungsdruck zu konzentrieren und diesen mit klassischen Entspannungsübungen wie autogenem Training, Meditation oder Sport entgegenzuwirken. Durch eine Entspannung des Körpers lässt auch meist die Angst nach. Hilfreich können auch Rituale im Alltag sein. Hierbei ist es egal, ob den Ängsten mit einem regelmäßigen Spaziergang, einer kurzen Atemübung oder etwas anderem entgegengewirkt wird.

Wenn die Trotzphase gewinnt – völlige Überforderung!

Kategorie(n): Erziehung

Heute ist einer dieser Tage…

In der Theorie funktioniert Kindererziehung immer so wunderbar. Die Supernanny zeigt einem: Mit Geduld und Liebe funktioniert Erziehung, mit Verständnis und den richtigen Methoden. Hält man sich nach dem tausendsten Seminar auch tatsächlich mal wieder für ein paar Tage ganz strikt nach dem Erziehungsplan spielen die Kleinen vielleicht sogar mit. Deswegen ist es wirklich sinnvoll zwischendurch Seminare wie „Konsequent sein, aber richtig!“ zu besuchen, um Motivation für einen gewissen Zeitraum zu tanken.

Überfordert? Ganz normal!

Doch ganz ehrlich. Ratgeber hin oder her. Welcher Mutter schwindet die ganze Kraft zur Erziehung nicht irgendwann? Wem brennen nicht alle Lichter durch und man möchte einfach nur noch schreien? Schweißausbrüche, Zittern in den Fingern, dass sich (gott sei Dank!) unterdrücken lässt, Tränen in den Augen und im Kopf Chaos – völlige Überforderung. Da steht dieser kleine Erdenbürger vor einem und erwartet eine adäquate Reaktion auf das eben erbrachte Verhalten. Man selber möchte einfach nur in Tränen ausbrechen und die Kindererziehung abgeben. Da hilft dann auch kein gut gemeinter und fachlich sicherlich korrekter Ratschlag wie „die Situation abändern um den Konflikt zu lösen“ oder „nun gilt Konsequenz“ – manchmal ist man all den Theorien einfach überdrüssig. Zwischen dem Gefühl von Kirmes zwischen Kindergeschrei, Kassettenrekorder, umgeschütteter Milch und dem eigentlich verbotenem Eis, sehnt man sich einfach nur noch nach einem stillen Ort ohne Kinder, ohne Stimmen und ohne Ansprache.
„Kinder erst zeigen einem in welchen unendlichen Dimensionen man einem einzigen Wesen gegenüber gleichzeitig Liebe, Freude, Frust und Erschöpfung empfinden kann…“

Wie viel Kraft die Trotzphase fordert…

So ein trotzdendes Kind zwischen 2 und 5 Jahren kann einfach extrem kräftezehrend sein und es ist völlig normal, dass man nicht über Jahre hinweg jeden Tag perfekt handeln kann. Sie tun es ja auch nicht. Die erwartete Reaktion auf korrektes Erziehungsverhalten kommt sicherlich auch nicht in jedem Augenblick zum Vorschein. Kinder sind eben auch keine Maschinen, die auf die richtige Auswahltaste mit der passenden Antwort reagieren. Sie sind unberechenbar, verletzen ungewollt die Gefühle ihrer Eltern und hoffen dennoch im Anschluss so sehr auf Arme die sie auffangen.

Was tun um aus dem Gefühl der Überforderung wieder heraus zu kommen?

Unsere Arme müssen ganz schön stark sein in der Kindererziehung. Da bedarf es guter Methoden um diese Kräfte immer wieder zu sammeln…Was macht ihr um euch in solchen Momenten wieder nach oben zu ziehen? Um den Kopf wieder aufrecht zu halten und eine starke, berechenbare Bezugsperson für die Kinder zu sein? Schafft ihr es immer schnell wieder raus aus einem solchen Erschöpfungstief?

Hilfreiche Elternratgeber

Die Eltern-Schule: Kinder fürs Leben stark machen

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Überfordert mit zweitem Kind

Was tun, wenn man mit dem zweiten Kind überfordert ist?
Foto: © spwidoff

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Was tun, wenn man überfordert ist?
  • Prioritäten setzen
  • Aufgaben delegieren
  • Auszeiten nehmen
  • Beratungsangebote nutzen
  • Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur

Was tun, wenn man mit dem zweiten Kind überfordert ist?

Noch einmal schwanger sein, noch einmal das Baby an der Brust haben, noch einmal die ersten Schritte bewundern. Wie das statistische Bundesamt ermittelte, entscheiden sich 43 % aller Familien für ein zweites Kind. Neben Glück und Freude kann der Nachwuchs aber auch die Nerven der Eltern und des Geschwisterkindes auf eine harte Zerreißprobe stellen. Mit dem zweiten Kind wird noch einmal alles anders und die neue Lebenssituation ist nicht selten auch begleitet von Überforderungsgefühlen, vor allem bei der Mutter. Wenn das zweite Kind geboren wird

Prioritäten setzen

Mit der Geburt des zweiten Kindes verändert sich vieles und jeder in der Familie muss seinen Platz neu definieren. Anders als mit dem ersten Baby können sich die Eltern nicht nur allein um den Familienzuwachs kümmern, sondern das Geschwisterkind ist auch noch da und fordert sein Recht. Die Kombination aus zu wenig Schlaf, schreiendem Baby und um Aufmerksamkeit heischendem Erstgeborenen ist für viele Mütter einfach zu viel. Hinzu kommt der Haushalt, der sich ja bekanntlich auch nicht von alleine macht. In erster Linie sollte es nun darum gehen, Entlastung zu finden. Diese wird unter anderem erreicht, in dem man Prioritäten setzt. Dabei kann ein einfacher Grundsatz hilfreich sein: Menschen vor Dingen. Das heißt, dass die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder über der Haus- und Gartenarbeit stehen sollten. Den Abwasch mal Abwasch sein lassen, durch schmutzige Fensterscheiben schauen, dem Unkraut im Gemüsebeet Freiraum geben – es lohnt sich, diese Gelassenheit zu erlernen.

Aufgaben delegieren

Eine überlastete Mutter kann ihre Aufgaben nicht mehr in der Art und Weise erfüllen, wie sie es eigentlich möchte. Symptome wie depressive Verstimmungen, Müdigkeit, Ungeduld und Aggressivität machen es schwer, ein harmonisches Familienleben zu führen. Priorität hat hier die Entlastung der Mutter. „Erledige zuerst immer die Dinge, welche nur Du allein kannst.“ – wer sich daran hält, der wird sich mit der Zeit schon viel weniger überfordert fühlen. Aufgaben, welche auch von anderen Familienmitgliedern erledigt werden können, stehen auf der To-do-Liste weiter hinten. So können beispielsweise auch der Mann oder das große Kind den Müll runterbringen, die Spülmaschine ausräumen oder den Einkauf erledigen, während die Mutter entspannt am Rückbildungskurs oder am Elterngespräch in der Schule teilnimmt.
Wie kann der Vater nach der Geburt helfen?

Auszeiten nehmen

Eine Überforderung macht sich meist schleichend bemerkbar. Doch reagieren die betroffenen Eltern nicht frühzeitig darauf, so können sich ernste gesundheitliche Störungen entwickeln. Daher ist es so wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen einer Überforderung die Reißleine zu ziehen. Schaffen Sie sich jeden Tag kleine Oasen der Ruhe – und wenn es nur ein paar Minuten sind. Schläft das Baby, so legen Sie sich mit dazu. Sind die Kids im Kindergarten, dann gönnen Sie sich eine halbe Stunde Lesezeit. Abends wenn der Partner zuhause ist, kann ein schönes Bad Entspannung schenken. Und auch ein Abend mit der besten Freundin kann dazu beitragen, wieder gelöster und ausgeglichener zu werden.
Wenn stillende Mütter eine Pause brauchen

Beratungsangebote nutzen

Das eine Kind schreit, weil es in der Trotzphase ist, das andere lässt die pubertären Stimmungsschwankungen gnadenlos an den Eltern aus. Nicht nur die ersten Monate mit einem zweiten Kind können sehr anstrengend sein, sondern auch die folgenden Jahre. Manchmal spitzt sich die Situation so zu, dass man als Eltern einfach nur noch völlig verzweifelt das Handtuch werfen möchte. Die Nerven liegen blank und in solchen Momenten fällt es extrem schwer, strategisch günstige Erziehungsmethoden aus dem Gedächtnis zu holen. Doch für überforderte Eltern gibt es Hilfe – beispielsweise unter der Nummer gegen Kummer des Elterntelefons (0800-1110550). Auch caritative Einrichtungen bieten Unterstützung an. Nach einer telefonischen Anmeldung bekommen Eltern hier einen Beratungstermin, an den sich bei Bedarf weitere anschließen.
Mehr Tipps für überforderte Eltern

Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur

Der Alltag mit zwei Kindern fordert Eltern ganz schön heraus. Gefangen in den täglichen Aufgaben bleibt leider wenig Zeit für die eigenen Bedürfnisse und häufig kommt auch das größere Kind etwas zu kurz, weil das „Nesthäkchen“ der Familie extrem viel Aufmerksamkeit einfordert. In einer Mutter-Kind-Kur oder einer Vater-Kind-Kur können erschöpfte Eltern zusammen mit ihrem Nachwuchs wieder Kraft tanken und neue Anregungen für den Familienalltag erhalten. Neben physiotherapeutischen Anwendungen, sportlichen Aktivitäten und dem Erlernen oder Vertiefen einer Entspannungstechnik stehen hier auch Einzel- und Gruppengespräche auf dem Programm. Die Kinder erhalten ebenfalls Anwendungen und zur Verbesserung der Mutter/Vater-Kind-Beziehung bieten Kurkliniken gemeinsame Unternehmungen zwischen dem Elternteil und dem Nachwuchs an. So gestärkt kann es nach der Kur wieder nach Hause gehen – mit vielen schönen Erinnerungen, guten Denkanstößen und der einen oder anderen bereits umgesetzten Idee im Gepäck.
Weitere Infos zur Mutter-Kind-Kur

Elternsein ist nicht immer leicht. Der Spagat zwischen den eigenen Bedürfnissen, den Ansprüchen des Partners und der Kinder sowie beruflichen Verpflichtungen lässt schnell ein Gefühl der Überforderung aufkommen. Doch schon der Austausch mit anderen Eltern oder die Inanspruchnahme einer guten Erziehungs- oder Familienberatung kann helfen, im Alltag wieder einen klaren Kopf zu bekommen und mit neuer Zuversicht die anstehenden Aufgaben zu meistern.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020
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Mit Kindern überfordert: Diese Eine Frage hilft dir

Seien wir mal ehrlich: Erziehung ist weder ein Wunschkonzert noch ein Ponyhof. Sie kann uns herausfordern, uns ein Beinchen stellen und uns kurz vor den Nervenzusammenbruch bringen. Manchmal geht es sogar so weit, dass wir an unseren Fähigkeiten als Mama oder Papa zweifeln: Machen wir etwa alles falsch? Wieso bekomme ich mein Kind in dieser Situation nicht in den Griff?

Der Erziehungsberater, Vater und Bestseller-Autor („Wie Sie reden, damit Ihr Kind zuhört und wie Sie zuhören, damit Ihr Kind redet“, GU, 17,99 Euro) Jan-Uwe Rogge verriet jüngst in einem Interview in der Halterner Zeitung, dass eine einzige Frage die Lösung in Krisensituationen bildet.

Eine einzige Frage, die in Notsituationen hilft

Wenn alles aus dem Ruder zu laufen scheint, und man als Mama oder Papa einfach nicht mehr weiter weiß, sollte man sich laut Rogge folgende Frage stellen: Wozu macht (m)ein Kind das? Warum hat (m)ein Kind diese Reibereien nötig?

In den allermeisten Fällen rebellieren Kinder, weil sie Aufmerksamkeit brauchen, erklärt Rogge. Vor allem Jugendliche bekommen die gewünschte Aufmerksamkeit eher, wenn sie nerven, statt nett sind. Was genau der jeweilige Auslöser für den Konflikt ist, müssen Mütter und Väter zwar individuell herausfinden. Die Frage, welches Ziel das Kind mit seinem Verhalten verfolgt, hilft jedoch ungemein weiter: Ist das Kind mit der Situation unzufrieden? Hat es seinen Willen nicht bekommen? Oder ist es mit einer Strafe nicht einverstanden?

„Bestrafungen erzeugen einen Machtkampf, den Eltern nur verlieren können“

Von Hausarrest hält Experte Rogge allerdings wenig. „Bestrafungen erzeugen einen Machtkampf, den Eltern nur verlieren können.“ Und allen verzweifelten Eltern gibt der Erziehungsexperte noch einen wichtigen Satz mit auf den Weg: „Ich finde, die meisten Eltern machen einen verdammt guten Job!“ Sie sollten bei Konflikten nicht sofort an ihrer Elternrolle zweifeln. Streitereien gehören zum Elternsein dazu. Schließlich hat man es mit einem kleinen Menschen zu tun, der einen eigenen Willen hat und kein programmierbarer Roboter ist.

Deswegen brauchen Kinder auch mehr Freiraum – von dem im übrigen auch die Eltern profitieren: Sie sollen nicht 24 Stunden am Tag die Mutter- oder Vaterrolle erfüllen, sondern auch ihr eigenes Leben weiterführen. Das Motto sollte lauten: „Ich kann nur für meine Kinder gut sorgen, wenn ich selber gut für mich sorge.“ Recht hat er!

Zu viel Neues für´s Baby

In Zusammenhang mit häufig schreienden oder unruhigen Babys kommt immer wieder der Begriff „Reizüberflutung“ zur Sprache. Was aber genau soll das sein? Und wie kommt sie eigentlich zustande?

Das lässt sich ganz einfach erklären. Wenn man sich nämlich mal bewusst macht, dass das Baby 9 lange Monate im Bauch seiner Mutter gut beschützt war und sowohl Geräusche als auch Licht immer nur stark gedämpft wahrgenommen hat – dann kann man sich wohl am besten vorstellen, was für ein Schock es für das Neugeborene sein muss, in unsere große, laute, schrille und aufregende Welt hineingeboren zu werden! Der reinste Horror.

Deswegen sollten Neugeborene unbedingt ausreichend Zeit bekommen, um sich unser Welt anpassen zu können – und dazu gehört natürlich auch Ruhe, Geborgenheit und wenig Hektik. Hektisch und stressig wird es noch früh genug!

Natürlich wird sich Euer Sprössling zweifelsohne nach und nach an die Welt und alles Unbekannte gewöhnen (müssen) – aber es ist eben einfach wünschenswert, wen man dem kleinen, neuen Erdenbürger diesen Anfang so angenehm wie möglich gestaltet.

Aber auch größere Babys sind häufig mit einem Zuviel an Reizen nur noch überfordert und werden infolge dessen unruhig, quengelig und schlafen schlecht. Selbst wenn Eltern es eigentlich nur gut meinen: Weniger ist mehr! Quietschbunte Spielzeuge, Rasseln, fremde Menschen, Gerüche, Eindrücke, die aufs Baby niederprasseln – was zu viel ist, ist zu viel.

Reizüberflutung beim Tragen

Einer der Gründe, warum dringend davon abgeraten wird, ein Baby mit dem Gesicht nach vorne zu tragen, ist genau dieser: die damit zusammenhängende Reizüberflutung. Denn wenn Baby permanent nach vorne schaut, sieht es zwar viel – aber eben manchmal auch zu viel. Zurückziehen kann es sich dabei kaum – wenn es schläft, wo bitte soll es sich hinschnuckeln? Oder wenn es einfach mal nur wegschauen mag, weil ihm alles zu viel wird? Trägt man es hingegen mit dem Gesicht zum Tragenden, kann das Baby sich, wenn ihm mal wieder alles zu viel wird, einfach an Mama oder Papa kuscheln und alles um sich herum ausblenden. Es nimmt sich sozusagen eine willkommene Auszeit von den Reizen, die permanent auf es einprasseln.

Eltern, die also meinen, sie tun ihrem Kind damit etwas Gutes, täuschen sich. Aber auch aus orthopädischer Sicht ist das Tragen nach vorne zu vermeiden.

Reizüberflutung führt zu schreien am Abend

Zu viele Aktionen den ganzen Tag über und zu wenig Ruhe – das hat leider oftmals unschöne Folgen. Die Quittung dafür kommt dann am Abend, wenn Baby einfach mit den Nerven am Ende ist und nicht mehr weiß, wohin mit seinem Frust: es schreit.

Wer mit seinem Baby den ganzen Tag von einer Aktivität in die nächste stürzt, es permanent unterhält und ihm keine Ruhepausen gönnt oder aber sein Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf nicht erkennt oder ignoriert, überfordert es schlichtweg. Und genau dann kommt es zur Reizüberflutung.

Für die lieben Kleinen ist die große weite Welt noch furchtbar aufregend – so viel Neues, Interessantes, Spannendes! Aber eben auch anstrengend und ermüdend. Den ganze Tag Neues sehen, hören, reichen, schmecken und erfahren – das kann schon ganz schön stressigsein. Und nicht jedes Kind reagiert darauf mit Gelassenheit und Schlaf – leider.

Das wiederum bedeutet, dass abends schreiende Kinder eben nicht, so wie man früher angenommen hat, „Bauchweh“ haben, sondern vielmehr einfach mit allem, was am Tag so passiert, noch völlig überfordert sind.

Man darf auch eines nicht vergessen: Ein Baby lernt quasi ununterbrochen, wenn es wach ist. Und das muss ihm erstmal einer nachmachen! Dabei dann noch die Ruhe zu bewahren, ist einfach schwierig. Insofern also kein Wunder, wenn abends die Luft raus ist, Baby mit den Nerven am Ende und sich seinen Frust vom Leib schreit.

Schreibaby? -Hier sind 28 Tipps zusammengefasst, das Baby zu beruhigen>>

Was Du dagegen tun kannst? Zum Beispiel Dein Baby nicht allzu vielen Reizen aussetzen. Das heißt nicht morgens Babymassage, mittags Pekip und danach noch schnell zum Schwimmen, sondern lieber nur ein „Event“ planen und Deinem Nachwuchs die nötigen Ruhe- und Erholungspausen dazwischen ermöglichen. Alles, was Stress bedeutet, also vom einen Termin zum anderen, fremde Menschen, laute Geräusche, Hektik sollte zumindest in der ersten Zeit vermieden werden.

Und, ganz wichtig, Dein Kind braucht Rituale! Herzlichst Eure Familie Schwede

Das erste Jahr mit Baby ist nicht einfach. Das war Dir wahrscheinlich vor der Geburt auch klar. Aber vielleicht erging es Dir dann wie mir und Du hattest keine Ahnung, wie anstrengend es werden würde. Wenn Du Dich darum als Mutter mit Deinem Baby überfordert fühlst, bist Du ganz sicher nicht allein. Akuter Schlafmangel, das bisherige Leben verändert sich stark, soziale Kontakte durch Arbeitsstelle und Freunde fallen weg, Hobbys sind stark eingeschränkt bis unmöglich. Auch die Paarbeziehung verändert sich durch den neuen Fokus. Kein Wunder also, dass Dich das alles überrollt.

Woher genau diese Überforderung mit Baby kommt und was Du dagegen tun kannst, habe ich rückblickend zusammengefasst. Denn heute ist mein Sohn fast 4 Jahre alt. Ich konnte die Überforderung hinter mir lassen und freue mich auf mein zweites Baby, das in drei Monaten kommt.

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Von der Überforderung zur Wut

Zunächst aber einmal ein paar Worte und Hinweise zum Thema Wut. Denn das Resultat der Überforderung ist oft Wut – genau auf das Baby, auf das Du Dich so sehr gefreut hast. Das fühlt sich erst einmal paradox an. Viele Mütter schämen sich für die Wut und wollen sie nicht zulassen.

Dabei ist es wichtig, die Gefühle anzuerkennen und in gesundem Maße auch auszuleben. Viele Mütter projizieren die Wut auch auf den Partner, der viele der Freiheiten noch genießen darf, die ihnen verwehrt bleiben: Er geht arbeiten, hat dadurch soziale Kontakte. Ist abends nicht zu müde, um seinen Hobbys nachzugehen oder Fußball zu schauen. So ging es mir damals.

Mein Blogpost: Warum ich sauer auf meinen Mann bin

Nicht alle Väter haben Verständnis dafür, dass Du überfordert bist mit Baby. „Du bist doch den ganzen Tag nur zu Hause, während ich hart arbeite.“ Solche und andere Aussagen fühlen sich wirklich unfair an und können noch wütender machen.

Ursachen für Wut

Wut ist ein psychologischer Schutzmechanismus. Er kann in diesem Zusammenhang zwei Hauptauslöser haben:

  1. Wenn Du das Gefühl hast, ungerecht behandelt zu werden, gibt Dir Wut die geistige Energie, Dich dagegen zur Wehr zu setzen.
    Wenn Du also wütend auf Deinen Partner bist, fühlst Du Dich und Deine Leistung vielleicht nicht gewertschätzt. Du bist zu Hause die Familienmanagerin, nimmst den Großteil der Verantwortung für das neue Leben auf Deine Schultern. Das fühlt sich nicht nur viel an, das ist für einen einzelnen Menschen viel.
  2. In Situationen großer Angst und Überforderung gibt Dir Wut die Energie, diese zu überwinden und zu „kämpfen“.
    Wenn Du wütend auf Dein Baby bist, wenn Du häufig denkst „Mein Baby macht mich aggressiv“, dann steckt dahinter womöglich Angst und echte Überforderung. Natürlich trifft das nicht nur auf Frauen zu, auch ein Vater kann mit Neugeborenem überfordert sein. Wichtig ist es, in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, denn Wut kann schnell in körperliche Aggression umschlagen.

Ratschlag: Was Du unbedingt tun sollst, wenn Du durch Überforderung nervlich am Ende bist und aggressiv wirst

Atme erst einmal tief durch.

Schüttle Dein Baby oder Kleinkind nie, davon kann es lebensgefährliche Hirnblutungen davontragen!

Wenn jemand anders in der Nähe ist, gib Dein Baby dort ab und geh ein wenig an die frische Luft.

Wenn Du allein bist und es nicht mehr anders geht, lege Dein Kind an einen sicheren Ort, von dem es nicht herunterfallen kann und verlasse für einige Minuten den Raum. Ein schreiendes Baby allein zu lassen, ist nicht schön – aber der kurze Abstand kann die Wut verfliegen lassen. Wenn Du ruhiger bist, geh zurück zu Deinem Baby und tröste es.

Mir hat es in solchen Situationen immer sehr geholfen, mein Baby in die Tragehilfe zu nehmen und möglichst schnell nach draußen zu gehen. Dort hat sich mein Sohn immer schnell beruhigt und ich konnte die Aggression durch schnelles Gehen abbauen. Natürlich funktioniert das auch mit Kinderwagen.

Gib Deinem Baby niemals Schlafmittel oder andere Medikamente. Das schadet dem kleinen Organismus und seiner Entwicklung nachhaltig.

Hilflos Überfordert mit Baby und Kleinkind: Warum das nicht Deine Schuld ist

Wenn Du die Wut unter Kontrolle hast oder sie bei Dir gar nicht erst so stark aufkommt, bleibt immer noch die Überforderung. Überfordert mit Baby zu sein ist keine Schande und kommt bei sehr vielen Eltern vor. In den allermeisten Fällen liegt es weder an Dir, noch an Deinem Baby, sondern an den Umständen und Anforderungen unserer modernen Gesellschaft.

Dein Baby schreit wütend, Dir ist ebenso nach hysterischem Gebrüll zumute und Du würdest am liebsten alles hinschmeißen? Bestimmt fühlst Du Dich, als würdest Du versagen. Als seist Du nicht belastbar genug. Dann kommen auch immer wieder Glaubenssätze hoch wie „Das haben schon so viele Mütter vor mir geschafft“. Du denkst, wenn Du es nicht alleine schaffst, ist das ein Eingeständnis Deiner Unfähigkeit?

Dann verrate ich Dir jetzt eine ganz andere Wahrheit:

1. Nicht alle Babys sind gleich einfach

Jeder neue Erdenbürger bringt seinen eigenen Charakter, ein eigenes Temperament und seine eigenen Ängste und Geburtserfahrungen mit. Wenn Deine Mutter mit Dir gut klar gekommen ist, Du Dich aber überfordert mit Baby fühlst, dann liegt das vielleicht auch an dem Unterschied zwischen Dir als Baby und Deinem eigenen Kind.

Jedes Baby ist anstrengend und hat Bedürfnisse, keine Frage. Aber während manche Babys zufrieden sind, wenn sie satt, ausgeschlafen und in einer ruhigen Umgebung sind, gibt es auch andere, deren Bedürfnisse scheinbar nie enden. Egal, ob Du das nun mit „High Need Baby“, „bedürfnisstark“ oder „hochsensibel“ betiteln magst.

2. Als Mutter überfordert zu sein ist eigentlich normal

Es ist nicht natürlich, entspricht also weder Deinen Bedürfnissen und Urinstinkten, noch denen des Babys, dass ihr beide den Großteil des Tages zu zweit verbringt. Das ist erst seit wenigen Jahrzehnten „normal“. Vorher lebten Menschen über viele Jahrmillionen in Clans, Großfamilien, Dörfern, Höfen, oder anderen Gruppierungen zusammen. Niemals war eine Mutter allein mit ihrem Baby, es gab Eltern, Großeltern, Mägde, befreundete Familien, Nachbarn – kurz: es gab immer Gesellschaft und immer Unterstützung und Vorbilder für eine Mutter mit Neugeborenem.

Im Gegensatz zu früher ist die Unterstützung und Gemeinschaft mit anderen heute nicht mehr selbstverständlich. Wir müssen uns aktiv darum bemühen und Hilfe auch annehmen lernen. Wir müssen umdenken, wie der Alltag als Mutter mit Baby zu sein hat und was wir als normal betrachten.

14 hilfreiche Tipps für überforderte Mütter und Eltern

Viele der folgenden Tipps kommen aus meiner eigenen Erfahrung mit Kind, auf andere musste ich nicht zurückgreifen, wieder andere Optionen standen mir gar nicht zur Verfügung.

Sortiere für Dich aus, was in Frage kommt und was Dir wirklich helfen könnte. Wichtig ist, dass Du etwas unternimmst, damit die Überforderung sich nicht in ernsthaften Problematiken niederschlägt.

Hier kommen meine 14 Tipps, was Du tun kannst, wenn Du Dich überfordert fühlst mit Deinem Baby:

Mach Dir klar, warum Dein Baby schreit

Wütend ist es sicherlich nicht und es will Dich auch nicht provozieren, manipulieren oder seinen Willen durchsetzen – auch wenn es sich für Dich manchmal so anfühlt. Zu so etwas sind Babys kognitiv gar nicht in der Lage. Dein Baby weint, weil es ein Bedürfnis hat. Oft steckt Müdigkeit, Hunger oder das Bedürfnis nach körperlicher Nähe bzw. Hautkontakt dahinter. Auch Schmerzen und körperliches Unbehagen kann Dein Baby nur durch weinen mitteilen. Manche Babys weinen sogar, wenn sie ausscheiden müssen. Manchmal gibt es auch keinen offensichtlichen Grund, warum Dein Baby weint. Dann braucht es einfach nur Deinen Trost.

Informiere Dich über Entwicklungsschübe bei Babys

Viele Eltern treibt eine plötzliche Verhaltensänderung ihrer Babys fast in den Wahnsinn, bis sie feststellen: Es ist ein Wachstums- bzw. Entwicklungsschub und hört bald wieder auf. Mir hat die App „Oje ich wachse“ in dieser Hinsicht oft den Tag gerettet.

Setze Dich mit Deinen seelischen und mentalen Problemen auseinander

Manchmal stecken auch Probleme mit dem Bonding, ein Geburtstrauma oder eine postnatale Depression dahinter. Je weniger Du Dich mit Deinem Baby verbunden fühlst, desto schneller setzt die Überforderung ein.

Vielleicht hattest Du unmittelbar nach der Geburt nicht die Möglichkeit, Dein Baby zu Dir zu nehmen, weil Du einen Notkaiserschnitt hattest oder Dein Baby ein Frühchen war?

Vielleicht ging es Dir aber auch wie mir, und dieser viel beschriebene „magische Moment“, in dem Du Dein Baby zum ersten Mal auf den Bauch gelegt bekamst, war in Wirklichkeit ernüchternd und anstrengend?

Ich habe mich in den Wochen danach gefragt, was mit mir nicht in Ordnung ist, weil ich nicht sofort die überschwänglichsten Gefühle für mein Neugeborenes hatte. Heute weiß ich: Das geht vielen Eltern so, die Liebe muss erst einmal wachsen.

Wenn Du unter einer postnatalen Depression leidest, solltest Du Dir professionelle Hilfe suchen. Ein Geburtstrauma kannst Du entweder mit professioneller Hilfe oder mit viel liebevoller Unterstützung Deines Partners und Deiner Familie / Freunde aufarbeiten. Wichtig ist, dass Du darüber sprichst.

Das Bonding zu Deinem Baby kannst Du durch viel Körperkontakt, Hautkontakt und Stillen fördern. Besorge Dir ein gutes Tragetuch oder eine empfehlenswerte Babytrage. So kannst Du Dich und Deine Muskulatur entlasten und Dein Kind trotzdem immer ganz nah bei Dir haben.

Kommuniziere mit Deinem Partner

Sowohl über den Alltag mit Kind, als auch über eure Beziehung. Sagt euch ehrlich gegenseitig, wie es euch geht und wo euch der andere unterstützen könnte.

Weine Dich bei Deiner besten Freundin aus

Oft hilft es schon, einfach mal darüber zu sprechen.

Stöbere ein bisschen zum Thema „überfordert mit Baby“ in Internetforen

So wirst Du auf viele Gleichgesinnte treffen und erkennen, dass Du nicht allein oder unnormal bist.

Hör auf mit Perfektionismus

Verabschiede Dich von perfektionistischen Vorstellungen. Das Image von Muttersein und Familie, wie es in den Medien dargestellt ist, ist nicht realistisch. Wenn Du denkst, dass Du so eine Mutter sein musst oder kannst, wirst Du zwangsläufig an Deinen eigenen Ansprüchen scheitern. Wenn Du ein Baby zu Hause hast, wird Deine Wohnung niemals perfekt sein und Du auch selten gut gestylt.

Auch weniger oberflächliche Ansprüche können großen Stress auslösen. Bindungsorientierte Erziehung zum Beispiel. So sollst Du Dein Baby Tragen, Stillen, mit Stoffwindeln wickeln, nur in nachhaltige Öko-Mode kleiden und von selbst gekochtem Brei ernähren?

Das sind alles gute Ansätze – aber nur, solange sie für Dich auch gut umsetzbar sind. Wenn Du etwas davon nicht schaffst oder keine Freude daran hast, lass es besser sein.

Stelle den Haushalt in den Hintergrund.

Erledige in der Anfangszeit mit Baby nur das nötigste, sodass ihr genug zu Essen und anzuziehen habt und nicht im Müll lebt. Sachen wie Fenster putzen oder Böden wischen kann auch mal ein paar Monate warten.

Wenn finanziell möglich, stelle eine Haushaltshilfe ein.

Ansonsten verwende die Babytrage, um aufzuräumen, zu kochen, abzuwaschen oder zu putzen, wenn Dein Baby sich nicht ablegen lassen möchte.

Nimm Hilfe aus der Familie und von Freunden an

Am besten in der Kinderbetreuung, wenn das nicht möglich ist – weil Du Dein Baby zum Beispiel nicht abgeben kannst oder möchtest – im Haushalt oder bei anderen To-Dos.

Was sich für Dich vielleicht wie eine große Bitte anfühlt, machen die meisten Deiner Freunde wahrscheinlich gerne. Auch ihnen wird nicht entgangen sein, wie gefordert Du bist – und sie wollen sicherlich gerne helfen.

Aus der Bitte um Hilfe können auch aus Bekanntschaften, z.B. unter Nachbarn, echte Freundschaften entstehen.

Nimm echte Auszeiten

Wenn Dein Kind Dich nicht braucht, z.B. wenn es abends schläft oder ein paar Stunden mit dem Papa verbringt, nimm Dir Zeit nur für Dich.

In dieser Zeit solltest Du nichts „erledigen“, sondern tun, was Dir gut tut. Nimm ein Entspannungsbad, geh kurz in die Sauna, schau ein Video oder telefoniere mit Deiner besten Freundin.

Suche Dir neue Kontakte und Freunde, die zu Deiner Lebenssituation passen

Wenn Du ein Schreikind hast, ein sehr sensibles Baby oder ein sehr aktives Kleinkind, dann kannst Du von Eltern mit ähnlichen Kindern echtes Verständnis erwarten. Ihr könnt gegenseitig von euch lernen und besprechen, wie welches Vorgehen bei den anderen Kindern funktioniert. Im Idealfall haben die Kinder ein ähnliches Alter.

Andere Eltern in der Umgebung kannst Du in Krabbelgruppen, Babykursen oder einfach über das Internet kennen lernen. Du wirst sehen, das ist gar nicht schwierig, denn mit Kindern im gleichen Alter habt ihr von Anfang an ein gemeinsames Thema.

Wo finde ich Krabbelgruppen in meiner Nähe?

  • Suchmaske für versch. Familienangebote in deiner Nähe
  • Ebay-Kleinanzeigen
  • Homepage Deiner Stadt
  • beim Jugendamt oder Familienbüro nachfragen
  • Kirchengemeinde
  • Hebammen fragen
  • Kinderarzt fragen

Such Dir Hilfe, wenn Dein Baby ständig schreit und Du aggressiv und nervlich am Ende bist

Wenn Dein Baby fast ununterbrochen schreit und möglicherweise unter 3-Monats-Koliken leidet, suche eine Schreiambulanz auf.

Bei Angst vor Überforderung kann hilft eine Beratungsstelle

Auch der Gang zu einer Erziehungsberatungsstelle oder zum Jugendamt kann im Notfall weiterhelfen. In größeren Städten gibt es immer Anlaufstellen für junge Eltern, die unterstützen und so verhindern, dass sich eine schlimme Überforderung zu ernsthaften familiären Problemen ausweitet. Es ist keine Schande, dort hinzugehen. Im Gegenteil. Es erfordert viel Mut und Willensstärke und Du solltest stolz auf Dich sein, Dich so für das Wohl Deiner Familie einzusetzen.

Wo finde ich Hilfe, wenn mir mein Baby einfach zu viel wird?

Link-Tipps für Hilfs-Angebote und Beratungsstellen in Deiner Nähe:

  • das zuständige Jugendamt für Deinen Ort
  • profamilia
  • Arbeiter-Wohlfahrt (AWO)
  • Caritas
  • BRK

Beantrage eine Mutter-Kind-Kur

Das kann nicht nur Deinen Alltag entlasten, sondern Dich auch auf andere Gedanken bringen. Du erhältst Unterstützung mit Deinem Baby und triffst auf gleichgesinnte Mütter und Väter.

Fazit: Warum das Leben mit Baby eine Herausforderung ist

Es ist also völlig normal, dass das neue Leben mit Baby Dir manchmal (oder meistens) einfach zu viel ist. Du bist damit nicht allein und solltest Dir auf jeden Fall Unterstützung suchen. Dass so viele Eltern überfordert sind in der ersten Zeit mit Baby liegt auch an den Lebensumständen unserer modernen Gesellschaft. Wir leben als Vater-Mutter-Kind-Familie oder sogar allein mit Baby in abgeschotteten Häusern oder Wohnungen, statt wie früher in großen Gemeinschaften.

Ansonsten ist die gute Nachricht: Es geht vorbei. Irgendwann wird auch Dein Baby größer und das Leben wird einfacher. Ich spreche da aus Erfahrung.

Bild:

@ HighwayStarz – bigstockphoto.com

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203 Emotionale Überforderung bei Kindern

„Mama mir ist das zu viel!“
Wie kleine Kinder zeigen, dass ihr Alltag sie überfordert

Diesmal geht es in unserer Episode um emotionale Überforderung bei Kindern. Im Familienleben gibt es bestimmte Energien. Diese Energien lösen Emotionen aus und haben somit Auswirkungen auf alle in der Familie. So kann es sein, dass dein Kind emotional überfordert ist, weil es in der Familie Stressfaktoren gibt, in die es vielleicht garnicht involviert ist. „Die höchste Energie setzt sich durch“ ist eine Aussage, die wir heute beleuchten und die dich einlädt, Wutanfälle bei deinem Kind, Streitereien zwischen Geschwistern oder andere Disharmonien bei deinem Kind auf einer anderen Ebene zu lösen. Lass dich überraschen und probier es unbedingt aus, denn diese Herangehensweise ist unglaublich wertvoll und WUNDERbar!

Hier kommst du zu Informationen zu unserem im Podcast erwähnten Online-Kurs

Blogartikel zum Podcast (Im Blogartikel findest du nicht alle Informationen aus der Podcast-Episode. Daher hör doch gerne auch in den Audiobeitrag rein)

Heute geht es um Energien in der Familie und um emotionale Überforderung bei Kindern.

Denn diese Energien sind vielen nicht bewusst und sorgen so auf unbewusster Ebene evtl. dafür, dass das Kind gestresst ist, viel schreit, häufig wütend ist oder dass es in den Geschwisterbeziehungen häufig Streitereien gibt.

Jede Form von Ungleichgewicht im Kind bzw. emotionale Überforderung bei Kindern kann durch diese Energien ausgelöst werden, auf die wir hier näher eingehen.

„Die höchste Energie setzt sich durch!“ Diese Aussage passt hier sehr gut. Damit meinen wir nicht unbedingt eine laute und energische Energie, die sich häufig dadurch zeigt, dass rumgeschrien oder gemeckert wird. Eine hohe Energie kann z.B. auch eine Entspannungs-Energie, eine Energie von Begeisterung oder von Leichtigkeit sein.

All diese Energien spüren Kinder und auch Erwachsene auf unbewusster Ebene und sie lösen Emotionen aus.

Es gibt die Variante, dass sich der Mensch mit der höchsten Energie im Raum durchsetzt. Auch hier ist nicht der Mensch gemeint, der sich mit seiner Stimme durchsetzt. Es kann ähnlich wie im Hunderudel sein, in dem der Hund mit der stärksten Präsenz, der souveränsten und ruhigsten Energie das Rudel führt und anleitet.

Entkoppeln wir die Energie jedoch von einer Person und davon, dass Kinder ihre Eltern spiegeln und sagen auch nicht, dass sich die Person mit der höchsten Energie durchsetzt, wird es für das Zusammenleben in Gemeinschaften noch interessanter.

Das Zusammenspiel zwischen den Familienmitgliedern hat eine bestimmte Energie und manche dieser Energien sind stärker und manche sind schwächer.

Nehmen wir das Beispiel wenn Unzufriedenheit die Partnerschaft belastet und jeder um seine Freiheit kämpft, um endlich mal wieder Zeit für sich zu haben. Das Verständnis auf beiden Seiten ist nicht so groß und beide regen sich innerlich auf. Dieser innere Konflikt von beiden bleibt unausgesprochen und beide sind angespannt und auch wütend auf den anderen, weil der jeweils andere nicht sieht was man den ganzen Tag leistet.

Diese Energie schwingt immer irgendwie mit und auf unbewusster Ebene sendet man Blicke, nimmt eine bestimmte Körperhaltung ein oder die Mimik zeigt den inneren Kampf gegen den Partner.

Das Gefühl dem Partner gegenüber findet sich dann in verschiedenen Situationen im Alltag und sorgt entsprechend für eine Energie in der Familie, die sich nicht gut anfühlt. Durch die Gedanken, die Blicke, die Emotionen oder durch Worte, die nebenbei gesagt werden ist diese Energie nicht nur für das Paar präsent. Auch die Kinder spüren diese Emotionen. Wahrscheinlich gibt es neben diesem Konflikt auch schöne Momente, liebevolle Gesten und schöne Emotionen zwischen den Eltern. Doch die Energie aus dem Konflikt kann stärker sein als die liebevolle Energie. Das werden die Kinder spüren und ebenfalls die Energie übernehmen.

So kann es zur emotionalen Überforderung bei Kindern kommen und zu Problemen führen, die auf der sachlichen Ebene nicht gelöst werden können.

Sie werden nicht 1:1 das Verhalten der Eltern kopieren, sondern es kann sein, dass sie die Energie von Kampf aufnehmen, gegen sich selber richten oder gegen andere. Also dass Kinder vermehrt streiten, schreien, weniger kooperieren oder auch, dass sie sich zurück ziehen.

Manche Kinder versuchen auch auf extreme Art und Weise es ihren Eltern recht zu machen. Denn so wollen sie für nicht noch mehr Anspannung sorgen.

Auch diese Prozesse laufen unbewusst ab und lassen sich daher durch Erklärungen und auf sachlicher Ebene nicht bei dem Kind lösen. Das Kind spürt nur die Energie von Kampf und kann damit selber nichts anfangen, weil es nicht greifbar ist und nur dafür sorgt, dass das Kind ein bestimmtes Gefühl in sich hat, was es versucht zu verarbeiten.

Vielleicht kennst du das auch. Da betritt jemand mit schlechter Laune den Raum und der braucht nicht mal den Mund aufzumachen und was zu sagen und trotzdem geht es einem schlecht, weil sich die Energie im Raum verändert. Das passiert besonders dann, wenn man sich mit dem Menschen verbunden fühlt.

Das was ihr in eurer Familie machen dürft ist, unausgesprochene Konflikte liebevoll zu klären. Denn so könnt ihr die negativ wirkenden Emotionen und Energien aufzulösen.

Gehen wir mal weg von dem Beispiel wenn Unzufriedenheit die Partnerschaft belastet. Es können genauso gut ungelöste Sachen bei dir selber sein, weil du extrem unzufrieden mit dir selber und deinem Leben bist. Vielleicht ist es so, dass die Arbeit bei dir oder deinem Mann dafür sorgt, dass viel Anspannung in der Luft liegt.

Es muss auch nicht immer was total Schlimmes sein. Es geht einfach darum, mal ein bisschen wach dafür zu werden was bei euch so in der Luft liegt. Besonders dann, wenn es zu Disharmonien in eurer Familie kommt. Und wenn es vermehrt schwierige Situationen mit deinem Kind gibt oder dein Kind auffälliges Verhalten zeigt.

Emotionale Überforderung bei Kindern kann viele Ursachen haben. Und häufig wird genau dieser Aspekt der durch Energien hervorgerufen wird außer Acht gelassen.

Also wie seid ihr in anderen Bereichen eures Lebens drauf? Könnt ihr entspannt und begeistert sein? Wie liebevoll ist euer Umgang in der Familie? Welche Stressfaktoren könnt ihr lösen? Wo könnt ihr eure Gedanken verändern oder Konflikte in euch oder mit eurem Partner lösen? Sprecht mit eurem Partner. Überlegt, was ihr im Job anders machen könnt. Guckt, dass ihr wieder selber mehr in eure Kraft kommt und zu euch findet.

Das ist der Punkt, der häufig am meisten verändert und nicht planbar ist. Weil es eben nicht so zu lösen ist, wie es in einem Buch steht.

Es ist deine Energie. Wenn du Stress in der Familie ausstrahlst, dann ist es kein Wunder, wenn dein Kind hibbelig ist und sich nicht konzentrieren kann. Bist du im Kampf, ist es kein Wunder wenn dein Kind darauf reagiert. Gibt es Konflikte in der Familie wird dein Kind im Konflikt sein. Wenn ihr hauptsächlich im Gleichgewicht seid, kann dein Kind ins Gleichgewicht kommen und ein harmonisches Familienleben wird möglich.

Das wichtigste ist die Energie und die kann kleine und große Wunder bewirken.

Lasst uns also die positiven Energien wie Begeisterung, Vertrauen, Lebensfreude, Entspannung und Liebe erhöhen, so dass sich ihnen nicht entziehen kann.

Das ist auch in unserem Online-Kurs so wichtig. Kindererziehung ist zu komplex um nur auf der bewussten Ebene zu agieren.

Es geht auch darum, was man bei sich verändern kann. Denn dadurch kannst du schon das Familienleben viel leichter und schöner zu machen. Natürlich geht es auch um die wichtigen bewussten Konzepte der Kindererziehung. Wir machen auch Sachen in der Kindererziehung, die dich überraschen werden und die du in keinem Buch auf die Art und Weise gelesen hast. Aber eines der wichtigen Punkte ist auch, dass ihr bei euch Energien löst. Dadurch werdet ihr merken, wie leicht es auf einmal für euch im Leben wird.

Auch unsere Blog-Leser und Podcast-Hörerinnen möchten wir mit diesem Artikel dazu anregen, dass wenn ihr immer und immer wieder versucht was zu verändern, weil ihr merkt, dass ihr mit euerm Kind nicht weiter kommt, dann schaut mal auf einer anderen Ebene. Schaut mal bei dem Stress bei euch oder in der Partnerschaft, mit euern Eltern, mit Freunden oder im Job.

Schaut, was viel Raum einnimmt und was starke Emotionen bei euch auslöst. Dort könnt ihr in die Veränderung gehen und Wunder möglich machen.

„Mama das ist mir zu viel!“

Wie kleine Kinder zeigen, dass ihr Alltag sie überfordert und was du als Mama tun kannst, um dein Kind wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
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