Mit fieber raus

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Fieber bei Babys: Darf man raus an die frische Luft?

Es ist eine Frage, die sich jede Mama und jeder Papa irgendwann einmal stellt: Darf ich mit Fieber bei Babys draußen einen Spaziergang machen? Und was ist, wenn es kalt ist? Hier gibt es die Antwort.

Fieber bei Babys: Ab welcher Temperatur wird es ernst?

Ab wann man von Fieber spricht, ist bei Babys und Kleinkindern etwas anders als bei Erwachsenen: Als erhöhte Temperatur wird alles zwischen 37,6 und 38,5 Grad Celsius bezeichnet. Fieber ist ab 38,5 Grad gegeben. Und über 39,5 Grad leidet das Kind unter hohem Fieber.

Übrigens: Am genauesten misst immer noch ein ganz klassisches Fieberthermometer, das es zum Beispiel auf Amazon für nur wenige Euro zu kaufen* gibt – und zwar im Po.

Eine Frage, bei der sich viele nicht sicher sind: Darf ich mit meinem Baby raus, wenn es Fieber hat?

Fieber bei Babys: Darf ich mit dem kranken Kind an die frische Luft?

Fakt ist: Die frische Luft im Freien ist gerade im Winter sehr viel gesünder als die trockene Heizungsluft im Haus, denn sie tut den Schleimhäuten und der Atmung gut. Dazu kommt, dass einem mit einem kranken Kleinkind zuhause zwangsläufig irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Aber darf man bei Fieber bei Babys das Kleine einpacken und zu einem Spaziergang nach draußen?

  • Grundsätzlich gilt: Wenn das Kind lediglich erhöhte Temperatur hat und ansonsten fit wirkt, spricht nichts gegen einen Ausflug ins Freie.
  • Bei richtigem Fieber müssen die Eltern selbst entscheiden: Wirkt mein Kind schwach und kränklich? Geht es ihm ganz offensichtlich gar nicht gut? Kommt es mir vielleicht sogar weggetreten vor? Dann sollte man auf einen Spaziergang besser verzichten.
  • Kommen zum Fieber Schmerzen oder Schüttelfrost hinzu oder steigt die Temperatur sehr schnell an, solltest du ebenfalls mit dem kleinen Patienten im Haus bleiben.
  • Falls es bis auf das Fieber einen guten Gesamteindruck macht, spricht nichts dagegen, frische Luft zu schnappen – vorausgesetzt, es ist draußen nicht eisig kalt und die Dauer des Aufenthalts im Freien ist begrenzt.
  • Bei hohem Fieber sollte das warme Haus generell nicht verlassen werden – es sei denn, es geht schnurstracks zum Arzt…

Kleinkind

Fieber – und der Körper dreht die Heizung auf

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Wann muss ich bei Fieber bei Babys zum Arzt?

In den ersten sechs Lebensmonaten solltest du mit deinem Säugling bei Fieber immer einen Arzt aufsuchen. Später reicht es, wenn es dem Kind ganz offensichtlich nicht gut geht, es zum Beispiel lethargisch wirkt oder nichts trinkt.

6 Tipps, um kranke Kinder zu unterhalten

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Auf was muss ich sonst noch achten, wenn ich bei Fieber bei Babys raus gehe?

Wähle dem Wetter angemessene, warme Kleidung, in denen dein Kind nicht auskühlt – auch, wenn es scheinbar noch so glüht. Eine zusätzliche Decke schadet nicht.

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Spazieren gehen im Winter

Darf mein Baby mit einer Erkältung an die frische Luft?
Ja bei einer „normalen“ Erkältung dürfen Babys und Kleinkinder auch im Winter nach draußen. Frische Luft stärkt die Abwehrkräfte und tut nicht nur Ihrem Kind gut. Sogar bei leichten Fieber spricht nichts dagegen. Ihr Baby sollte warm angezogen sein und ist sowohl im Kinderwagen wie auch im Tragetuch bestens aufgehoben.

Wann sollte ich nicht spazieren gehen?
Es gibt nur wenige Ausnahmen bei denen Sie besser im Haus bleiben. Das wäre einmal dichter Nebel, da bei Nebel die Feuchtigkeit in den Kinderwagen/Kleidung/Tragetuch „kriecht“ und das Baby dabei sehr leicht auskühlen kann. Eine weitere Ausnahme ist eine Bronchitis. Bei einer Bronchitis sind die Bronchien entzündet und es kommt zu einer erschwerten Atmung mit Husten. Durch sehr kalte Luft (unter 0°C) kühlen die Schleimhäute aus und es kommt zu einer Verengung der Atemwege durch „Zusammenziehen“ der Bronchien. Dies wirkt sich auf die Abheilung und das Wohlbefinden des Kindes negativ ist. Sollte Ihr Baby im Winter erkältet sein und/oder husten so fragen Sie bei Ihrem Arzt nach ob es sich um eine harmlose Erkältung oder eine Bronchitis handelt.

Wenn es draußen klirrend kalt ist, der Schnee so schön unter deinen Füßen knarzt und dein Atem sichtbar wird – wenn Eisblumen an deinem Fenster wachsen und du dich mit deinem Baby im Arm fragst: „Was muss ich eigentlich alles bei meinem Winterbaby beachten…?“ Dann ist dieser Artikel für dich genau richtig.*

Wärme

Natürlich ist es in erster Linie besonders wichtig, dein Kind warm zu halten. Besonders über das Köpfchen, das ja im Verhältnis zum Körper noch einen größeren Umfang hat als bei einem Erwachsenen, kann leicht Wärme verloren gehen. Ein Mützchen ist also draußen Pflicht. Außerdem verfügen neugeborene Babys noch nicht über das isolierende Unterfettgewebe.
Dein Kind sollte im Winter am besten immer nach dem „Zwiebelprinzip“ angezogen sein. Also in vielen Schichten, möglichst aus Naturmaterialien, die halten warm. Für die Füße sind Wollsocken immer gut.
Zum Rausgehen sollte zusätzlich ein Schneeanzug angezogen werden. Für längere Ausflüge ist für den Kinderwagen ein Fußsack aus Schaffell oder Daunen zu empfehlen, in den bei Bedarf auch noch eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen gesteckt werden kann. Aber Achtung, natürlich nicht zu heiß machen!
Ob dein Kind warm genug ist, lässt sich gut im Nacken testen. Da sollte es schön warm, aber nicht schwitzig-feucht sein. Die Hände dürfen durchaus kühl, aber keinesfalls eiskalt oder gar blau werden. Eine gute Möglichkeit die Temperatur permanent unter Kontrolle zu haben ist es dein Kind direkt am Körper zu tragen.

Hautschutz&Baden

Wusstest Du, dass die Haut bei einem Säugling noch fünf Mal dünner ist, als bei einem Erwachsenen? Babyhaut ist wunderbar zart und weich und damit das auch so bleibt, sollte die empfindliche Gesichtshaut mit einer fetthaltigen Creme vor Kälte geschützt werden. Hier hat sich besonders die „Wind und Wetter Creme“ von Weleda bewährt. Vor dem ins Bett gehen muss die Creme aber bitte wieder abgewaschen werden damit die Haut über Nacht gut atmen kann.
Apropos Waschen: Auf das Baden kannst du im Winter weitestgehend verzichten. Ein Bad pro Woche reicht völlig aus, da die Haut auf Grund der geringen Wassertemperatur nach dem Baden sehr schnell auskühlt. Am besten badest du dein Baby kurz vor dem Schlafen gehen, weil es danach ins warme Bettchen kommt.

Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau, die Zahnbildung und die Stärkung der Muskulatur. Darüber hinaus hat es eine Schutzfunktion für die Nervenzellen des Gehirns, einen positiven Einfluss auf das Herz- Kreißlaufsystem und es dient der Rachitis-Prophylaxe. Rachitis bedeutet eine mangelnde Mineralisierung der Knochen.
Vitamin D wird nur in sehr geringem Maße über die Nahrung aufgenommen, da es nur in wenigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Räucheraal, Lachs, Vollmilch oder Avocado in etwas höheren Konzentrationen vorhanden ist. Daher gab man Kindern früher Lebertran, um sie so vor Rachitis zu schützen.
Auf natürlichem Wege wird Vitamin D vor allem durch Sonnenbestrahlung der Haut gebildet, was im Sommer natürlich kein Thema ist. Im Winter zeigt sich in unseren Breitengraden die Sonne aber nur recht selten und die Kinder sind bei den ohnehin eher kurzen Aufenthalten im Freien ja auch immer dick eingepackt, so dass nur wenig Haut der Sonne ausgesetzt wird. Es entsteht also recht schnell ein Mangel. Deshalb wird bei Winterkindern empfohlen mindestens das erste halbe Jahr Vitamin D zu substituieren (ersetzen). Ab der zweiten Lebenswoche sollten gestillte Kinder 500 I.E. (internationale Einheiten) Vitamin D zugeführt bekommen. Diese werden in Tablettenform vom Kinderarzt verschrieben und können auf einem Teelöffel mit etwas abgekochtem Wasser gelöst und dann dem Kind gefüttert werden.
Industriell hergestellte Säuglingsnahrung enthält fast immer zugesetztes Vitamin D. Da eine Überdosierung nicht zu empfehlen ist, sollte der über die Ernährung noch nicht abgedeckte Bedarf ausgerechnet und dann dementsprechend verabreicht werden.
Natürlich gibt es auch alternative Möglichkeiten der Vitamin D Substitution. Diese können bei Bedarf mit der Hebamme oder dem Kinderarzt besprochen werden. Bei allergiegeplagten Familien kann es beispielsweise besser sein Vitamin D in Ölform zu verabreichen, um so die Trägerstoffe der Tabletten zu vermeiden.

Zu Hause

In der Wohnung ist es in der Regel jetzt eher zu warm als zu kalt. Achte bitte trotzdem auf eine angemessene Schlaftemperatur. Gerade die trockene Heizungsluft ist nicht so gut für die Atemwege. Ein Luftbefeuchter, der regelmäßig gereinigt werden sollte, kann Abhilfe schaffen. Es reicht aber auch einfach die Wäsche im Schlafraum des Babys aufzuhängen oder ein paar Wasserschalen auf die Heizkörper zu stellen. Vorsicht mit Duftölen – diese können bei Überdosierung leicht die zarten Atemwege reizen.
Um dem Baby auch mal die Möglichkeit zu geben nicht so dick eingepackt zu strampeln, ist ein Heizstrahler über dem Wickeltisch schön. Dann kann eine Wickel-Kuschel-Strampel-Einheit auch bei deinem Winterbaby mal etwas länger ausgedehnt werden. Wer will kann das Kinderzimmer auch einfach mal richtig hoch Heizen und eine Nacktkrabbel-Session einlegen. Danach sollte natürlich wieder gut durchgelüftet werden.

Der nächste Sommer kommt bestimmt! Bis dahin: „Abwarten und Tee trinken…“ 😉

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Das Hörvermögen des Säuglings

Stimmen sind zunächst das liebste Geräusch

In seinen ersten Monaten hört Ihr Baby am liebsten Ihre Stimme und die anderer vertrauter Personen. Es hat Freude daran, wenn Sie mit ihm sprechen, ihm etwas erzählen oder ihm Lieder vorsingen. Damit unterstützen Sie die Entwicklung seines Hörvermögens und wecken gleichzeitig auch seine Freude am Sprechen.

  • Bereits das Neugeborene kann die Laute aller menschlichen Sprachen aus dem Fluss der Geräusche „herausfiltern“ und zieht sie jedem Geräusch vor.
  • Schon bald nach seiner Geburt kann es die Stimme seiner Mutter von anderen unterscheiden.
  • Mit zunehmender „Hörerfahrung“ verfeinert sich das Gehör zusehends: Schon in den ersten Lebensmonaten erkennt das Baby Unterschiede zwischen einzelnen sprachlichen Lauten.
  • Ab etwa drei Monaten erprobt es bereits quietschend, brummend, lachend auf spielerische Weise seine eigene Stimme und „antwortet“ auf seine Art im Rede- und Antwortspiel.

Doch auch andere Geräusche, zum Beispiel die Töne aus der Spieluhr, der Klang eines Windspiels oder eine harmonische Musik, können Ihrem Baby gefallen, und manche Klänge mag es wahrscheinlich lieber als andere.

Fieber bei Kindern – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Warum hat mein Kind Fieber?

In den meisten Fällen, weil es einen Infekt hat. Fieber ist eine Reaktion des Körpers, die dazu dient, Krankheitserreger unschädlich zu machen. Gegen welche Erreger der Körper gerade kämpft, ist nicht so schnell festzustellen und häufig auch gar nicht notwendig. Denn meistens ist es lediglich ein einfacher viraler Infekt. Anhand weiterer Symptome lässt sich aber üblicherweise feststellen, was das Fieber ausgelöst hat.

Muss ich mir Sorgen machen?

Meistens, nein. Fieber ist eine gesunde Reaktion des Körpers. Die Körpertemperatur wird erhöht, damit Keime sich nicht so einfach festsetzen und vermehren können. Diese evolutionär erprobte und erfolgreiche Reaktion wird von allen Mehrzellern bereits seit mehreren Millionen Jahren angewendet. Studien zeigen, dass Infekte häufig länger dauern und schwerere Verläufe nehmen, wenn das Fieber durchgehend mit Medikamenten unterdrückt wird.

Es kann aber Situationen geben, in denen Fieber ein Symptom für eine ernst zu nehmende Erkrankung darstellt. Beispielsweise nach einer Operation kann erhöhte Temperatur Entzündungen ankündigen, die sofort behandelt werden sollten.

Ist mein Kind ansteckend?

Ja. Da das Fieber sehr wahrscheinlich durch einen viralen oder bakteriellen Infekt ausgelöst wird, kann es als solcher natürlich auch übertragen werden.

Wie messe ich die Temperatur?

Wenn ein kurzer Check mit der Hand (oder noch besser, mit den Lippen) an der Stirn Ihres Kindes Ihren Verdacht erhärtet, sollten Sie mit einem Fieberthermometer nachmessen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Temperatur zu messen, aber nur wenige sind zu empfehlen.

  • Oft empfohlen wird die rektale Messung, die aber für Eltern und Kind sehr unangenehm ist, Kinder können Verletzungen im Rektalbereich davontragen. Zudem variiert der gemessene Wert davon ab wie tief der Thermometer in den After eingeführt wurde. Ältere Kinder akzeptieren diese Methode oft überhaupt nicht.
  • Oral gemessen sind die Werte noch weniger exakt und nicht geeignet für kleinere Kinder, aber von älteren Kindern meist gut akzeptiert.
  • Ohrthermometer sind komfortabel, aber schwer richtig an zu wenden: Die gemessenen Werte unterscheiden sich häufig sehr stark, je nach Ausrichtung des Messgeräts im Ohr. Zudem ermöglicht die sehr kurze Messdauer nur Annäherungen der tatsächlichen Temperatur.
  • Die kontinuierliche Messung der Körpertemperatur im Ohr mit degree°TM ist eine neuartige Methode. degree°TM ist akkurat und angenehm in der Handhabung: Es verbindet die Vorteile der Ohrmessung mit einer Genauigkeit, die ansonsten nur Kontaktthermometer erzielen. Kinder akzeptieren das kleine und leichte Gerät sehr gut und die Temperatur des Kindes kann sogar gemessen werden, während es schläft. Zudem liefert degree° TM einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie zeigt Eltern auch ob die Temperatur gerade am Ansteigen, Stagnieren oder am Abfallen ist.

Wie häufig muss ich Fieber messen?

Der Verlauf des Fiebers ist sehr wichtig für die Entscheidungsfindung über die Behandlung und für die Ursachensuche. Die Temperatur kann schnell fallen oder steigen und wie Sie reagieren sollten, hängt nicht von einem bestimmten Wert ab, sondern davon, in welcher Fieberphase Ihr Kind sich befindet. Temperaturkurven sind also vielmehr gefragt als einzelne Werte. Aber natürlich möchten Sie Ihr Kind nicht ständig mit Fiebermessen behelligen.

degree°TM löst dieses Dilemma: Sie erhalten keine insignifikanten Einzelwerte, sondern die exakte Temperaturkurve Ihres Kindes – kontinuierlich und direkt! Weil Sie die Fieberkurve auf Ihrem Smartphone verfolgen können, erfahren Sie unmittelbar, wenn das Fieber steigt oder fällt. Und weil degree°TM komfortabel im Ohr bleibt, müssen Sie Ihr Kind nicht immer wieder aufs Neue stören, um seine Temperatur zu nehmen. Es gibt also keinen Grund, nicht permanent Fieber zu messen – wenn es doch so einfach ist!

Wann sollen wir zum Arzt?

Das hängt vom Alter Ihres Kindes und seiner Verfassung ab. Sie sollten zum Arzt:

  • Wenn Ihr Kind jünger als drei Monate ist und die Temperatur 38° C oder mehr beträgt. Wenn Ihr Baby krank zu sein scheint (schlapp, trinkt nicht), rufen Sie Ihren Arzt auch bei Temperaturen niedriger als 38° C an. Es kommt vor, dass Babys kein Fieber bekommen, wenn sie einen Infekt haben.
  • Wenn das Fieber länger als einen Tag anhält und Ihr Kind jünger als zwei Jahre ist
  • Oder länger als drei Tage, bei Kindern, die älter als zwei Jahre sind
  • Wenn fiebersenkende Medikamente nicht wirken oder zwar die Temperatur senken, das Kind sich aber weiterhin ungewöhnlich verhält
  • Wenn sich weitere Krankheitsanzeichen zeigen, z.B. Unruhe, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Schwierigkeiten beim Atmen oder ein steifer Nacken
  • Wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hatte
  • Wenn Sie sich aus einem anderen Grund Sorgen machen

Trifft keiner der genannten Punkte auf Ihre Situation zu, müssen Sie nicht zwingend zum Arzt, „nur“ weil Ihr Kind Fieber hat.

Ab welcher Temperatur muss ich das Fieber senken?

Ob Sie fiebersenkende Medikamente geben, sollte nicht von der Temperatur, sondern von der Verfassung Ihres Kindes abhängen. Wenn es 40° C Fieber hat, aber damit gut zurecht kommt, müssen Sie das Fieber gar nicht senken. Andererseits, wenn Ihr Kind eine Temperatur von 38,5° C hat und es sehr unter dem Fieber leidet, kann eine fiebersenkende Medikation bewirken, dass es sich wieder so weit gut fühlt, dass es schlafen oder essen kann und dies ist eine wichtige Maßnahme, um wieder zu Kräften zu kommen.

Kann das Fieber zu Gehirnschädigungen führen?

Nein. Das ist die Befürchtung vieler Eltern, aber tatsächlich ist diese Sorge unbegründet. Erst eine Temperatur von über 42° C kann das Gehirn schädigen, aber auf diese Temperatur steigt das Fieber bei einem einfachen Infekt nicht an, es erreicht selten Werte über 40,5° C.

Der Thermostat des Körpers ist nicht defekt und außer Kontrolle geraten: Fieber ist Temperaturregulation auf einem höheren Niveau.

Welche Medikamente kann ich geben?

Es stehen grundsätzlich zwei fiebersenkende Mittel zur Wahl, die Kinder bekommen dürfen:

  • Ibuprofen (nicht geeignet für Babys unter 6 Monaten)
  • Paracetamol

Geben Sie Ihrem Kind niemals Aspirin!

Achten Sie darauf, dass Sie sich bei Medikamenten an die genaue Dosierungsanweisung halten. Oft reicht auch schon eine einzige Gabe aus, dass das Kind sich besser fühlt und ausreichend schlafen kann und so wieder zu Kräften gelangt.

Darf ich mit meinem fiebernden Kind rausgehen?

Wenn Sie Ihre zu erledigenden Aufgaben so regeln können, dass das Kind im Bett bleiben kann, ist es das Beste. Sollten Sie trotzdem raus müssen, achten Sie darauf, dass Ihr Kind der Außentemperatur und seiner eigenen Temperatur entsprechend angezogen ist (was sehr schwierig ist) und natürlich sollte es sich nicht anstrengen. Beobachten Sie genau ob Sie Anzeichen einer Verschlechterung der Gemütslage Ihres Kindes erkennen.

Darf mein Kind baden?

Wenn es unbedingt sein muss, ja. Aber Sie sollten dabei beobachten, ob Ihr Kind Zeichen von Unwohlsein zeigt. Wenn die Temperatur steigt, friert Ihr Kind und in dieser Phase ist Baden keine gute Idee. Aber wenn das Fieber seinen Gipfel erreicht hat, kann ein handwarmes Bad angenehm wirken, denn es hilft dem Körper dabei, sich herunter zu kühlen.

Kann mein Kind einen Fieberkrampf bekommen?

Das ist eher unwahrscheinlich, aber es kann natürlich passieren. Etwa 3 bis 5 % aller Kinder erleiden ein- oder mehrmals in ihrem Leben einen Fieberkrampf. Bei zwei Dritteln dieser Kinder bleibt es ein einmaliges Ereignis.

Fieberkrämpfe treten üblicherweise bei Kindern bis zu 6 Jahren auf. Und so erschreckend, wie sie auch erscheinen mögen – normalerweise sind sie harmlos. Es gibt aber auch die komplizierten Fieberkrämpfe, bei denen Sie auf jeden Fall Hilfe über den Notruf holen sollten.

Leider kann das Auftreten von Fieberkrämpfen nicht gut vorhergesehen werden. Denn die Höhe der Körpertemperatur ist nicht der Risikoindikator, sondern die schnelle Änderung der Temperatur (steigend und fallend). Aus diesem Grund könnte hier eine kontinuierliche Temperaturüberwachung frühzeitige Warnhinweise möglich machen.

Wann darf mein Kind nach einem Fieber wieder in den Kindergarten/ die Schule?

Grundsätzlich muss ein Kind 24 Stunden fieberfrei sein, bevor es wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen darf. Einige Betreuungseinrichtungen haben gesonderte Regelungen, aber 24 Stunden sind das Minimum an Zeit, die das Kind zuhause bleiben muss.

Fieber bei Kindern: Heilende Hitze

Fieber ist anstrengend, da geht es Ihrem Kind nicht anders als Ihnen. Es fühlt sich schlapp, lässt sich kaum beschäftigen, hat weder Lust auf Bilderbücher noch auf Playmobil oder Schokolade. Trotzdem brauchen Sie sich erst mal nicht zu sorgen, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter plötzlich wie ein Ofen glüht, im Gegenteil: Fieber ist keine Krankheit, sondern die gesunde Reaktion des Körpers auf eine Infektion, zum Beispiel eine Erkältung.

Sobald im Körper etwas nicht stimmt, alarmieren Botenstoffe den Hypothalamus. Dieses Nervenknäuel sitzt in der Mitte unseres Gehirns und ist ein wichtiges Steuerzentrum. Unter anderem reguliert der Hirnkern auch die Temperatur. Signalisiert das Immunsystem über spezielle Botenstoffe, dass Krankheitserreger im Körper sind, sorgt der Hypothalamus dafür, dass die Temperatur steigt.

Fieber kocht Mikroben zu Tode

Wenn Ihr Sprössling fiebert, arbeiten Stoffwechsel und Immunsystem schneller. Hinzu kommt: Wenn’s im Körper wärmer wird als üblich, schadet das auch den Eindringlingen: Bakterien zum Beispiel können dann ihre Zellwände nicht mehr richtig abdichten und lassen sich so leichter von der Körperabwehr besiegen. Kein Fieber, also alles in Ordnung? Das stimmt leider nicht immer: Vor allem kranke Neugeborene und kranke Säuglinge haben oft keine erhöhte Temperatur. Dann sollen Sie auf andere Symptome achten: Babys, die sich nicht wohl fühlen, verweigern häufig die Brust oder die Flasche, manchmal verändert sich auch ihre Hautfarbe. Gehen Sie in solchen Fällen mit Ihrem Kind zum Arzt, auch wenn es nicht fiebert.

Antje Helms

Was ist Fieber?

Fieber heißt: 38,5 Grad und mehr

Manche Menschen sind heißblütiger als andere. Jedes Kind und jeder Erwachsene hat eine individuelle Körpertemperatur. Sie kann zwischen 36,6 und 38 Grad Celsius liegen. Morgens liegt sie meist um 0,5 Grad niedriger als abends.

Erst ab einer Temperatur von mehr als 38 Grad Celsius – im Po gemessen – sprechen Ärzte von Fieber. Doch es gibt Ausnahmen. So hat rund die Hälfte aller Kinder im Alter zwischen drei Monaten und zwei Jahren eine erhöhte Grundtemperatur: Sie liegt bei 37,8 Grad. Bei ihnen fängt Fieber erst ab 38,3 Grad an.

Messen Sie die Temperatur am besten im Po

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter fröstelt, obwohl es nicht zu kalt sein dürfte, sollten Sie Fieber messen. Denn Frieren ist oft ein Zeichen dafür, dass der Körper seine übliche Temperatur von beispielsweise 37 Grad auf einmal als zu kalt wahrnimmt und sie entsprechend nach oben schraubt.

Messen Sie am besten mit einem Digital-Thermometer im Po, dort lässt sich die Temperatur am genauesten ermitteln. Ohr-Thermometer sind weniger zuverlässig, und auch die beliebte Methode, das Thermometer unter die Achsel zu klemmen, bringt keine exakten Ergebnisse. Unter der Zunge zu messen, funktioniert bei Babys und Kleinkindern fast nie und ist ebenfalls weniger genau als die Po-Methode.

Ab 40 Grad wird’s gefährlich

Fieber ist gut, aber zu viel ist zu viel: Zeigt das Thermometer mehr als 41 Grad, ist das ein Alarmzeichen. Bei derart hohen Temperaturen können Nervenzellen geschädigt werden. Bleibt das Fieber über längere Zeit auf diesem Stand, kann Ihr Kind unter Umständen sogar lebensgefährliche Hirnschäden davontragen. Meist zieht der Körper in solchen Situationen von selbst die Notbremse und schüttet ab etwa 39 Grad Stoffe aus, die die Temperatur senken.

Ganz wichtig: Steigt das Fieber Ihres Kindes dennoch weiter oder bleibt es mehrere Tage lang bei 39 Grad, sollten Sie der Natur auf keinen Fall weiter ihren Lauf lassen. Stattdessen sollten Sie Ihrem Kind Medikamente geben, die das Fieber senken können. Dazu zählen Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Geben Sie Ihrem Kind keine Acetyl-Salicyl-Säure (ASS): Sie kann in seltenen Fällen lebensgefährliche Nebenwirkungen hervorrufen.

Antje Helms

Ursachen

Harmlos: 37,5 Grad

Wenn das Thermometer zwischen 37,6 und 38 Grad anzeigt, hat Ihr Kind kein Fieber, sondern erhöhte Temperatur. Ab 38 Grad, bei Säuglingen unter drei Monaten schon ab 37,8 Grad, sollten Sie zum Arzt gehen.

Sinkt die Temperatur nach einem Tag nicht oder fühlt Ihr Kind sich sehr unwohl, ist das ebenfalls ein Fall für die Kinderärztin, denn nur sie kann die Botschaft des Fiebers zuverlässig interpretieren und herausfinden, was nicht in Ordnung ist.

Jede Entzündung kann Fieber auslösen

Vielleicht sind ja die Mandeln oder das Mittelohr entzündet. Womöglich hat Ihr Kind Bauchschmerzen oder Durchfall. Auch starker Husten ist ein deutlicher Hinweis darauf, wo etwas im Argen liegt. In solchen Fällen ist die Diagnose oft eine schnelle Angelegenheit. Der Arzt schaut in die Ohren, den Rachen, misst Blutdruck und Puls, tastet die Lymphknoten und Organe ab, überprüft oft selbst noch einmal die Temperatur und wird Sie fragen, wie lange der kleine Patient schon fiebert.

Falls Ihr Sprößling eine Kinderkrankheit ausbrütet, kann die Ärztin das in der Regel rasch erkennen. Ein Urintest reicht meist für eine zuverlässige Diagnose aus. Ist das nicht der Fall, wird sie auf aufwendigere Verfahren zurückgreifen, um schwere Krankheiten wie eine Hirnhautentzündung oder ein Lungenentzündung auszuschließen. Bei hohem Fieber sollte die Ärztin einen Bluttest im Labor durchführen lassen. Mitunter kann das Fieber Ihres Kindes auch eine Reaktion auf Impfungen oder Allergien sein.

Toben im Sommer kann auch die Körpertemperatur heben

Oder der Nachwuchs hat einfach zu heftig und zu lange getobt, womöglich auch noch draußen, an einem heißen Sommertag. Schließlich sprechen wir nicht umsonst davon, „erhitzt“ zu sein, wenn wir uns körperlich verausgabt haben. Auch Erwachsene, die intensiv Sport treiben, können währenddessen oder unmittelbar danach eine erhöhte Temperatur haben.

Antje Helms

Was Sie tun können

Lassen Sie Ihr Kind viel trinken!

Wenn Ihr krankes Kind auch bei einer Temperatur von 39 Grad gute Laune hat und sich den Umständen entsprechend wohl fühlt, müssen Sie nichts tun. Schließlich leistet das Fieber seinen Beitrag, damit der Körper schnell wieder gesund wird. Achten Sie aber in jedem Fall darauf, dass Ihr Kind viel trinkt. Denn mit steigender Temperatur braucht der Stoffwechsel mehr Flüssigkeit – pro Grad Celsius etwa zehn Prozent mehr als üblich.

Viele Kinder haben verständlicherweise keine gute Laune, wenn sie krank sind. Sie fühlen sich bereits ab 38,5 Grad schlapp und elend, sie fangen an zu quengeln oder zu weinen. Vielleicht haben sie auch Kopf- und Gliederschmerzen. In solchen Fällen kann das Fieber den Kreislauf belasten. Dann sollten Sie versuchen, die Temperatur zu senken. Schließlich ist das Allerwichtigste, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich möglichst wenig quälen muss.

Die sanfte Methode: lauwarme Wadenwickel

Am besten, Sie versuchen es auf die sanfte Methode – mit den guten alten Wadenwickeln. Feuchte Tücher um die Waden, Arme oder auch um den Bauch leiten die Hitze ab und sind sehr angenehm. Die Wickel dürfen aber nicht zu kalt sein. Gut sind 35 bis 36 Grad.

Wechseln Sie die Umschläge alle drei Minuten, wickeln Sie nicht länger als insgesamt 20 Minuten. Verwenden Sie kein wasserundurchlässiges Material, etwa Folie, um die Tücher abzudichten: Das könnte zu einem Hitzestau führen. Hat Ihr Kind kalte Beine und Füße, sollten Sie nur Brustwickel machen. Und Hausmittel hin oder her: Von den früher gern verwendeten alkoholgetränkten Bandagen raten Fachleute heute ab, weil der Körper den Alkohol möglicherweise durch die Haut aufnehmen kann.

Die bequeme Methode: Tabletten

Sie können Ihrem Kind auch Tabletten geben. Die Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen können das Fieber senken. Geben Sie aber auf keinen Fall Acetyl-Salicyl-Säure (ASS), auch wenn Sie selbst bei Erkältungen drauf schwören. Denn die Chemikalie kann bei Kindern das so genannte Reye-Syndrom auslösen. Dabei wird die Leber lebensgefährlich geschädigt und sendet in der Folge Giftstoffe ans Hirn.

Ibuprofen oder Paracetamol gibt es auch in Zäpfchenform oder als Saft. Die Substanzen senken die Temperatur und helfen auch gegen Schmerzen. Geben Sie die Mittel nur nach Anweisung des Arztes. Bedenken Sie jedoch, dass die gut gemeinte Maßnahme nach hinten losgehen kann: Ihr Kind fühlt sich danach meist wieder so fit, dass es kaum noch im Bett zu halten ist. Bettruhe ist aber wichtig, um schnell wieder gesund zu werden. Viel Spaß beim Argumentieren!

Antje Helms

Hohes Fieber bei Ihrem Kleinkind: So können Sie am besten helfen!

Fieber ist eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers, die das Immunsystem Ihres Kindes in seinem Kampf gegen Krankheitserreger unterstützt. Es ist daher weder nötig noch wünschenswert, jedes Fieber bei Kindern sofort zu senken! Wichtig ist hingegen, dass sich Ihr Kind bei Fieber ruhig hält. Wenn es nicht im Bett oder auf dem Sofa liegen mag, weil es dazu nicht „krank genug“ ist, darf es auch, warm genug angezogen, etwas „Ruhiges“ spielen (Bücher ansehen, Puzzle machen, malen).

Fieber bei Kleinkindern ist nicht gleich gefährlich, nur weil es hoch ist

Von Fieber spricht man erst, wenn die Körpertemperatur über 38°C liegt, und als hohes Fieber werden Temperaturen über 39,5 °C bezeichnet. Die Höhe des Fiebers sagt aber nur wenig darüber aus, wie gefährlich die Erkrankung ist, unter der Ihr Kind leidet. Beim Dreitagefieber, einer harmlosen Viruserkrankung, sind beispielsweise hohe Temperaturen über mehrere Tage typisch, ohne dass der Infekt gefährlich wäre. Aufmerksam werden sollten Sie aber immer dann, wenn bereits morgens hohes Fieber besteht oder die Temperatur sich trotz Wadenwickel und/oder Fieberzäpfchen nicht senken lässt. Auch die Gefahr eines Fieberkrampfes hängt weniger von der Höhe des Fiebers ab als davon, wie rasch die Körpertemperatur steigt.

Richtig Fieber messen

Verlässliche Messwerte erhalten Sie, wenn Sie immer mit der gleichen Methode an derselben Stelle messen. Die genauesten Ergebnisse erhalten Sie mit einem Digitalthermometer bei rektaler Messung, also im Po. Es gibt inzwischen sehr schnell messende Modelle mit flexibler Spitze (z. B. Thermoval rapid flex von Hartmann, in Apotheken für 7,95 ?), die Ihr Kind beim Fiebermessen kaum noch „ärgern“ und insbesondere für Babys ideal sind. Fetten Sie die Spitze des Thermometers etwas mit neutraler Creme oder Vaseline ein. Legen Sie Ihr Kind zum Messen auf die Seite und winkeln Sie seine Beine an. Babys können auch gut in „Wickelstellung“ gemessen werden: Beinchen mit einer Hand hochheben und das Thermometer mit der anderen vorsichtig in den After einführen. Vielen Kindern ist die Messung mit einem Infrarot-Stirn oder Ohrthermometer angenehmer. So erhalten Sie zwar schnelle Messergebnisse, die aber weniger genau sind als die rektale Messung. Ohrthermometer sind bei Babys eher ungünstig, weil bei den Kleinsten die Gehörgänge noch sehr eng sind. Und bei Ohrenentzündungen darf ohnehin nicht mit dem Ohrthermometer gemessen werden, weil dann die Temperatur falsch angezeigt wird. Noch ungenauer sind Schnullerthermometer, die sich zudem nicht wirklich hygienisch reinigen lassen.

Wann müssen Sie mit Ihrem Kind bei Fieber zum Arzt?

Genaue Grenzwerte, ab welcher Temperatur Ihr Kind vom Kinderarzt untersucht werden sollte, gibt es nicht. Sie sollten das davon abhängig machen, wie es Ihrem Kind geht und wie alt es ist. Da sich bei Babys Erkrankungen rasch verschlechtern können, ist bei ihnen besondere Vorsicht angebracht. Hier einige Anhaltspunkte, wann ein Arztbesuch zu empfehlen ist:

  • wenn Ihr Kind jünger als zwölf Monate ist
  • wenn es schlapp und apathisch wirkt oder Schmerzen hat
  • bei länger als zwei Tage anhaltendem Fieber
  • bei jeder raschen Verschlechterung des Zustandes
  • wenn sich das Fieber trotz Wadenwickeln und/oder Fieberzäpfchen nicht senken lässt
  • bei weiteren Krankheitszeichen wie Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Gelenkbeschwerden, Atemnot (keuchender Atem), starken Kopfschmerzen, Benommenheit
  • bei einem Fieberkrampf (rhythmische Zuckungen von Armen und Beinen oder auch des Gesichts, blaue Lippen, Kind ist nicht ansprechbar, Anfall dauert meist einige Minuten)

Fieber muss bei Ihrem Kind nicht in jedem Fall gesenkt werden

Wenn Ihr Kind zwar etwas müde ist, ansonsten aber einen fitten Gesamteindruck macht und nicht quengelig ist, können Sie erst einmal gelassen abwarten. Fühlt es sich aber sichtlich schlecht und/oder hat es tagsüber bereits Temperaturen von 40 °C oder mehr, sollten Sie das Fieber senken. Abends ist es sinnvoll, bereits ab 39 °C die Temperatur zu senken, da sich nicht vorhersehen lässt, wie hoch das Fieber in den nächsten Stunden noch steigen wird. Neigt Ihr Kind zu Fieberkrämpfen, sollten Sie die Temperatur bereits ab 38,5 °C senken. Wichtig: Bei Fieber sollte Ihr Kind viel trinken. Aus Erfahrung weiß ich, dass Kinder vor einem Fieberkrampf oft auffallend wenig getrunken haben! Wenn die Temperatur ansteigt, fröstelt oder friert Ihr Kind oder hat es sogar Schüttelfrost. Seine Arme und Beine sind eher kühl. In diesem Stadium dürfen Sie keinesfalls fiebersenkende Maßnahmen wie etwa Wickel ergreifen! Unterstützen Sie Ihr Kind dann mit einem heißen Tee, einer warmen Decke oder auch einer Wärmflasche. Erst wenn Ihrem Kind zu heiß ist und es richtig „glüht“, dürfen Wickel und Waschungen zum Einsatz kommen.

Produktempfehlung
Fieberthermometer für Ihr Baby

Oftmals kann man den Beginn einer Krankheit an einer erhöhten Temperatur feststellen und, wenn der Verdacht besteht, dass ein Infekt im Anmarsch ist, sollte man erst einmal Fieber messen…

Kühlende Wickel und Waschungen senken das Fieber

Pulswickel (ab Geburt möglich): Tauchen Sie zwei Streifen Mullbinde (alternativ zwei längs gefaltete Baumwolltaschentücher) zur Hälfte in lauwarmes Wasser. Auswinden, sodass nichts mehr tropft, und – beginnend mit dem nassen Teil – um das Handgelenk wickeln. Mit dem trockenen Teil weiterwickeln, darüber zum Fixieren das Bündchen des Pullis oder Hemdchens. Der Pulswickel soll nicht warm werden auf der Haut und wird darum nach je zehn Minuten noch zweimal erneuert. Die Pulswickel können bei Bedarf nach einer Pause von mindestens drei Stunden wiederholt werden.

Wadenwickel (ab sechs Monaten): Tauchen Sie zwei Baumwolltücher (Taschentücher oder Geschirrtücher, je nachdem, wie groß die Unterschenkel Ihres Kindes sind) in lauwarmes Wasser. Die Tücher auswinden, bis sie nicht mehr tropfen, und um die Unterschenkel Ihres Kindes wickeln. Darüber ein trockenes Tuch (Geschirrtuch oder Handtuch) wickeln. Wadenwickel werden ebenfalls nach je zehn Minuten noch zweimal erneuert und können bei Bedarf nach 30 bis 60 Minuten noch mal wiederholt werden.

Quarkwickel (ab sechs Monaten, nicht geeignet bei Milchallergie!): Verrühren Sie fünf Esslöffel zimmerwarmen Quark mit einigen Tropfen Essig und so viel Milch, dass eine streichfähige Masse entsteht. Streichen Sie die Masse fingerdick auf eine dreifache Lage Papier von der Küchenrolle. Dieses legen Sie um die Unterschenkel Ihres Kindes und wickeln ein trockenes Tuch darüber. Der Quarkwickel darf 30 Minuten liegen bleiben und kann zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden.

Abwaschung (ab einem Jahr): Geben Sie den Saft einer halben Zitrone in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser. Waschen Sie damit den Körper Ihres Kindes in folgender Reihenfolge feucht ab: Hände und Arme, Füße und Beine, Brust, Bauch und Rücken – immer zum Herzen hin. Wickeln Sie Ihr Kind nach der Abwaschung in ein Frottee- Badetuch ein und lassen es im Bett ruhen.

Produktempfehlung
Braun ThermoScan IRT

Eltern, die das Infrarot-Thermometer von Braun benutzen, sind mit der einfachen Anwendung und dem schnellen Messergebnis rundum zufrieden. Kranke und weinerliche Kinder müssen nicht lange an- und ausgezogen werden, um die Temperatur im Po zu messen…

Die 6 wichtigsten homöopathischen Kindermittel gegen Fieber

Arzneimittel typische Symptome
Aconitum hohes Fieber, plötzlicher Beginn, Folge von Unterkühlung, Haut ist heiß und trocken, Kind ist unruhig und ängstlich
Atropa belladonna
(früher Belladonna)
hohes Fieber, plötzlicher Beginn, heißer, roter Kopf sowie eher kalte Hände und Füße, schwitzt („dampft“) eventuell an bedeckten Körperteilen, Kind ist überempfindlich gegenüber Licht und Lärm
Bryonia alba hohes Fieber, das Kind wirkt sehr krank, friert, ist sehr abweisend und gereizt, hat starke Kopfschmerzen
Eupatorium
perfoliatum
hohes Fieber, Glieder- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, besonders vormittags schlechter Zustand
Ferrum
phosphoricum
eher leichtes Fieber, Gesicht blass, Kind müde und erschöpft
Gelsemium
sempervirens
Fieber steigt nur langsam, Kind ist heiß und schwitzt stark, während es gleichzeitig Kälteschauer hat, Kind ist auffallend müde und schlapp, hat wenig Durst

Auch Tees können sehr gut Ihrem Kind bei Fieber helfen

Bei Fieber bewährt haben sich Schafgarben-, Lindenblüten- und Holunderblütentee. Alle drei Tees sind schweißtreibend, kurbeln das Immunsystem an und sind für Babys ab zwölf Monaten geeignet.

Zubereitung:

  • Holunderblüten: 1/2 Teelöffel pro Tasse
  • Lindenblüten: 1 Teelöffel pro Tasse
  • Schafgarbenkaut: 1/2 Teelöffel pro Tasse

Die angegebene Menge getrocknete Heilkräuter in eine Tasse geben, mit 250 Milliliter (= ein Viertelliter) kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Abseihen und mit etwas Honig gesüßt so heiß wie möglich zu trinken geben.

Anwendung: Kinder ab zwölf Monaten erhalten 2- bis 3-mal täglich 1/2 Tasse, ab 2 Jahren 3-mal täglich 1 Tasse. Auch und gerade für Babys ist es ganz wichtig, dass sie bei Fieber genügend trinken. Leider sind fiebernde Säuglinge oft etwas „trinkfaul“. Legen Sie Ihr Baby am besten jede Stunde zum Stillen an. So erhält es durch die wässrige Vormilch mehr Flüssigkeit. Bekommt Ihr Baby die Flasche, geben Sie zusätzlich abgekochtes Wasser oder Tee (z. B. Fencheltee) zu trinken.

Fieber senken mit der Kraft der Homöopathie

Eine bewährte Methode bei Fieber ist die Homöopathie. Sechs der am häufigsten eingesetzten Mittel finden Sie auf Seite 2 in Tabelle 1. Geben Sie das passende Mittel in der Potenz D12, anfangs dreimal hintereinander im Abstand von 30 bis 60 Minuten fünf Globuli oder eine Tablette. Später geben Sie das Mittel bei Bedarf. Wenn Sie das richtige Mittel gewählt haben, tritt normalerweise nach etwa einer halben Stunde eine deutliche Besserung der Beschwerden ein. Bitte geben Sie Ihrem Kind nicht mehrere Mittel hintereinander, falls zwei Mittel nicht gewirkt haben, sondern wenden Sie sich an einen Homöopathen. Für Kinder gibt es auch einige homöopathische Fertigarzneimittel, die sich bei Fieber bzw. Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen (etwa grippale Infekte), bewährt haben.

Erste Hilfe bei einem Fieberkrampf

Zwei bis vier Prozent aller Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren bekommen einmal einen Fieberkrampf. Das sieht zwar beängstigend aus, doch glücklicherweise hinterlässt ein Fieberkrampf in der Regel keine Spätfolgen. Übrigens: Die Neigung zu Fieberkrämpfen ist erblich. In vielen Fällen bleibt es aber bei einem einzigen Fieberkrampf. Bei einem Fieberkrampf zuckt Ihr Kind am ganzen Körper, oder es verkrampft sich und wird steif. Manche Kinder verdrehen auch die Augen. Rufen Sie den Arzt. Bis er eintrifft, nehmen Sie Ihr Kind auf den Schoß und waschen ihm mit lauwarmem Wasser Stirn, Unterarme und Unterschenkel ab.

Wichtig: Beim ersten Fieberkrampf sollten Sie immer den Arzt rufen. Auch bei bereits bekannten Fieberkrämpfen sollten Sie Ihr Kind sicherheitshalber am gleichen oder spätestens am Folgetag untersuchen lassen, insbesondere wenn es noch im Säuglingsalter ist. So ist sichergestellt, dass eine schwere Erkrankung, die sich auch mit Krämpfen äußern kann (z. B. eine Gehirnhautentzündung), nicht übersehen wird!

Bezugsquellen: Alle angegebenen homöopathischen Mittel sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Homöopathische Fertigarzneimittel gegen Fieber

(mit Ausnahme der Weleda Fieber- und Zahnungszäpfchen)

Präparat Zusammensetzung Dosierung pro Tag Packungsgrößen
und Preis
Contramutan® N
Saft

Aconitum D4,
Atropa belladonna D4,
Echinacea Ø,
Eupatorium perfoliatum Ø,
enthält 3,6% Alkohol

Kinder ab 1 Jahr:
anfangs einmalig 1 Esslöffel Saft, dann stündlich 1 Teelöffel
Säuglinge:
anfangs einmalig 1 1/2 Teelöffel Saft, dann stündlich 1/2 Teelöffel
100 ml für 8,37€
150 ml für 11,70€
Fieber-Zäpfchen N
Cosmochema
Aconitum D2,
Vincetoxicum hirundinaria D6,
Lycopodium clavatum D6,
Toxicodendron quercifolium D4,
Pulsatilla pratensis D4,
Chamomilla recutita D2,
Sulfur D10, Lachesis mutus D10,
Echinacea D2, Baptisia D3
Säuglinge: 2-mal 1 Zäpfchen
Kinder (1-2 Jahren):
3-mal 1 Zäpfchen
Kinder (2-6 Jahren):
4-mal 1 Zäpfchen
12 Zäpfchen
für 5,65€
Viburcol® N
Zäpfchen
Chamomilla recutita D1,
Atropa belladonna D2,
Plantago major D3,
Pulsatilla pratensis D2,
Calcium carbonicum Hahnemanni D8
Säuglinge maximal 1 Zäpfchen
Kinder bis 6 Jahre 1 bis 2 Zäpfchen
12 Zäpfchen
für 5,65€
Weleda Fieberund
Zahnungszäpfchen
Atropa belladonna D3,
Chamomilla recutita D2,
Echinacea Ø,
Papaver somniferum D3,
Argentum metallicum D19
Kinder ab 1 Jahr:
2- bis 4-mal 1 Zäpfchen
10 Zäpfchen
für 5,75€

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