Mit 39 schwanger

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„Hart aber fair“ zu später Mutterschaft: Die 5 wichtigsten Erkenntnisse

In der gestrigen Sendung von „Hart aber fair“ hatte sich Frank Plasberg ein Thema vorgenommen, das selten so aktuell war wie heute: die späte Mutterschaft von Frauen. Die Nachrichten sind voll von prominenten Frauen, die sich jenseits der 40 noch für eine Schwangerschaft entscheiden. Jüngstes Beispiel: die 50-jährige Fernsehmoderatorin Caroline Beil, die derzeit im sechsten Monat schwanger ist. Folgerichtig saß Beil auch in der Talkrunde. Offen sprach sie über ihren Entschluss – und die Sorgen und die Kritik, die damit einhergingen.

Beil steuerte interessante Aspekte zu der Diskussion bei. Doch auch die übrigen Talkgäste waren gut ausgewählt: Da saß etwa die Regisseurin Ina Borrmann, die einen Film über ihre jahrelange Kinderwunschbehandlung gedreht hatte und nun Mutter eines neun Monate alten Sohnes ist. Oder die Theologin Michaela Freifrau-Heereman, die daran erinnerte, dass trotz eines innigen Kinderwunsches immer auch das Wohl des zu entstehenden Lebens berücksichtigt werden muss. Der Reproduktionsmedizinier Jörg Puchta klärte über verschiedene Methoden der Kinderwunschbehandlung auf, und Medizinethiker Giovanni Maio mahnte zu einem besonnenen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Methoden.

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Die Talkrunde in „Hart aber fair“ im Überblick: Jörg Puchta, Caroline Beil, Ina Borrmann, Michaela Freifrau, Giovanni Maio und Moderator Frank Plasberg (v.l.n.r)

©WDR/Dirk Borm

Ganz unaufgeregt und in einem dem Thema angemessenen Ton diskutierte die Runde über das Für und Wider bestimmter Kinderwunschbehandlungen wie Insemination und Eizellspende (die hierzulande übrigens nicht erlaubt ist). Dabei kamen zwar die medizinischen Risiken einer späten Schwangerschaft zu kurz. Doch die Runde bot dennoch Raum für echte Erkenntnisse. Wir nennen die fünf wichtigsten.

+++Hier können Sie nachlesen, welche Methoden der künstlichen Befruchtung Paaren zur Verfügung stehen.+++

1. Späte Mutterschaft ist noch immer ein Tabu

Trotz des medizinischen Fortschritts, trotz einer immer stärker alternden Gesellschaft: Wenn Frauen sich in einem fortgeschrittenen Alter für ein Kind entscheiden und dafür Methoden der künstlichen Befruchtung in Anspruch nehmen, reagieren viele Menschen argwöhnisch. Das musste Caroline Beil am eigenen Leib erfahren, wie sie bei Plasberg verrät. „In dieser Gesellschaft wird mit zweierlei Maß gemessen“, glaubt die Moderatorin. „Männer, die in meinem Alter noch Väter werden, denen wird auf die Schulter geklopft. Ich werde kritisiert.“ Sie sei „egoistisch“ und „unverantwortlich“ – all das wurde der 50-Jährigen vorgeworfen.

Diese Diskrepanz wird auch in einer kurzen Straßenumfrage deutlich, die die „Hart aber fair“-Redaktion vorab durchgeführt hat. Sie zeigten Passanten Bilder von Prominenten, die sich spät für ein Kind entschieden hatten. Während von vielen Passanten der werdende Vater George Clooney – immerhin 54 Jahre alt – als weitgehend in Ordnung eingestuft wurde, musste Caroline Beil mächtig Kritik einstecken. Eine Frau ab 50 „sei auf jeden Fall zu alt“, um Mutter zu werden, lautete das Credo. Immerhin eine Frau lobte die Moderatorin für ihren Mut.

2. Auch Männer haben mit dem Alter Probleme, Kinder zu zeugen

Ein Argument, das häufig gegen eine späte Mutterschaft angebracht wird: Das Risiko, dem das Kind ausgesetzt werde, sei zu groß. „Wir Männer werden auch nicht besser mit den Jahren“, gibt da der Mediziner Jörg Puchta zu bedenken. So nehme etwa die Anzahl der Spermien mit jedem weiteren Lebensjahr um ein Prozent ab. Wahr sei aber auch, dass die biologische Uhr bei Männern langsamer ticke als bei Frauen.

3. Kinderwunsch sollte bei Mann und Frau gleichermaßen bestehen

Welch psychische Belastung eine Kinderwunschbehandlung bedeutet, zeigte Plasberg eindrucksvoll mit Ausschnitten aus der Dokumentation „Alle 28 Tage“ von Ina Borrmann (Jahrgang 1969). Die Regisseurin ließ mehrere künstliche Befruchtungen vornehmen und zahlte zusammen mit ihrem Ehemann rund 25.000 Euro für die Behandlung. Alle blieben zunächst erfolglos. Die Dokumentation zeigt, wie Borrmann zusammenbricht, nachdem sie erfahren hat, dass es wieder nicht mit einer Schwangerschaft geklappt hat. Wie ihr Arzt ihr von einem erneuten Versuch abrät, weil er eine zu große emotionale Belastung darstellen könnte.

„So eine Behandlung bedeutet vor allem Druck: Termine, Warten, Hoffnung und sehr viel Enttäuschung, wenn es wieder nicht klappt“, sagt Borrmann in „Hart aber fair“. Eine große Stütze in dieser Zeit sei ihr Ehemann gewesen. Es war wichtig, dass auch er einen großen Kinderwunsch hatte. Geht der Wunsch nur von einem Partner aus, könne das eine Beziehung zerstören, so Borrmann.

4. Vieles ist medizinisch möglich – nicht alles ist erlaubt

Heute ist die Regisseurin Mutter eines neun Monate alten Sohnes. Borrmann entschied sich für eine Eizellspende, die mit dem Samen ihres Mannes befruchtet wurde. Diese Behandlung ist in Deutschland verboten und steht unter Strafe für den ausführenden Arzt. Borrmann ließ sich jedoch in Belgien behandeln und trug das Kind nach der Befruchtung selbst aus.

Für Caroline Beil ist das Verbot unverständlich: „Was ist der Unterschied zwischen einer Eizellspende und einer Sperma-Spende, die erlaubt ist?“, gab die Moderatorin zu bedenken. „Ich weiß auch gar nicht, warum da so differenziert wird.“

Medizinethiker Giovanni Maio klärt auf: Das Verbot soll eine „gespaltene Mutterschaft“ verhindern – zum Wohl des Kindes. Während ein Kind, das durch eine Samenspende entsteht, einen biologischen Vater hat, sind es bei einer gespendeten Eizelle streng genommen zwei – nämlich die genetische Mutter und die, die das Kind ausgetragen hat. Auch letztere habe „einen genetischen Einfluss“ auf das Kind, weil es im Mutterleib einen Dialog zwischen Embryo und Mutter gebe, so Maio.

5. Verbotene Methode: Gesetzeslage nicht mehr auf neuestem Stand

Der Medizinethiker weist darauf hin, dass das Verbot der Eizellspende aus dem Jahr 1990 stamme. Und da sei der Gesetzgeber eben noch sehr „vorsichtig“ gewesen. „Es gibt keine einzige Studie, die wirklich unüberwindbare Konflikte beim Kind nachweisen kann“, so Maio. Vielmehr sei es so, dass sich Kinder durchaus in die Situation einfinden können. Wichtig sei aber, dass man mit dem Kind frühzeitig über seine Entstehung spreche.“Es wird sehr schwierig, dieses Verbot aufrecht zu erhalten“, lautet daher das Fazit des Medizinethikers.

Schwanger mit 40: Vorteile, Nachteile und Risiken

Mutter werden mit 40 oder älter ist mit gewissen Risiken verbunden. Dennoch entscheiden sich immer mehr Frauen für eine späte Schwangerschaft. Wir erklären Ihnen, was für das späte Elternglück spricht und worauf Sie dabei achten sollten.

Pro & Contra – Schwanger mit 20, 30, 40 – gibt es das richtige Alter?

Pro & Contra
Schwanger mit 20, 30, 40 – gibt es das richtige Alter?

Gründe für eine späte Schwangerschaft

In Deutschland wird inzwischen bereits jedes vierte Baby von einer Mutter über 40 Jahre geboren – Tendenz steigend. Die Gründe dafür sind vielfältig: Häufig sind es allerdings Frauen mit Hochschulabschluss, die zunächst ihre Karriere einem Kinderwunsch vorziehen. Lange Ausbildungszeiten, späte Eheschließungen und hohe Scheidungsraten verstärken diesen Trend.

Wie gut sind die Chancen, mit 40 schwanger zu werden?

Oft wird die Frage gestellt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit überhaupt ist, im fünften Lebensjahrzehnt schwanger zu werden. Allgemein gilt: Eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ist grundsätzlich möglich. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit mit jedem Jahr. Denn mit steigendem Alter sinkt nicht nur die Quantität der Eizellen, sondern auch die Qualität. Deshalb kommt es auch häufiger zu Chromosomenstörungen und Fehlgeburten.

Ergebnisse von Studien weichen stark voneinander ab

Die Schwierigkeit bei Studien zu diesem Thema liegt darin, dass meist nur Frauen mit Kinderwunsch befragt und beobachtet werden. Wie die Fruchtbarkeit von Frauen mit 40 Jahren oder älter sich verhält, die keinen Kinderwunsch haben, wird hierbei häufig außer acht gelassen. Die Ergebnisse von Studien weichen deutlich voneinander ab. In einer Studie wird von einer 10-prozentigen Wahrscheinlichkeit gesprochen, dass eine 40-jährige Frau innerhalb eines Zyklus schwanger wird, in einer anderen wird nur noch von einer fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit gesprochen.
Daher gilt: Sollten Sie nach einem Jahr immer noch erfolglos ihren Kinderwunsch verfolgen, gehen Sie zum Frauenarzt und lassen sich untersuchen.

Vorteile einer späten Schwangerschaft

Zwar sind eine Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt für Mütter, die 40 oder älter sind, anstrengender und die Kraftreserven schneller aufgebraucht, dafür haben sie vielen jüngeren Frauen an psychischer Stärke und Gelassenheit viel voraus – was sich positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Weitere Vorteile sind beispielsweise:

  • Meist sichere finanzielle Verhältnisse
  • Eltern konnten sich in ihrer Beziehung „ausleben“
  • Häufig gesünderer Lebensstil der Mutter

Nachteile und Risiken einer späten Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ab einem Alter von 40 Jahren birgt allerdings auch einige Nachteile und Risiken für Mutter und Kind

  • Bluthochdruck und Diabetes kommen häufiger vor
  • Eizellen haben häufiger chromosomale Defekte
  • Strapazen durch wenig Schlaf und Anstrengung werden nicht so einfach weggesteckt, wie mit Anfang 20
  • Erhöhtes Risiko für Frühgeburten
  • Risiko für Fruchtwasserembolie steigt
  • Komplikationen bei der Geburt sind häufiger
  • Dos and Dont’s: Acht Fakten zu Sport in der Schwangerschaft
  • Geburtsmedizinerin erklärt: So lässt sich das Risiko einer Frühgeburt verringern
  • Schädlich oder harmlos?: Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft

Solange die späte Schwangerschaft ärztlich überwacht und begleitet wird, gilt sie grundsätzlich als unproblematisch. Allerdings ist das Risiko einer Chromosomenstörung, wie beispielsweise dem Down-Syndrom, um einiges höher. Bei Schwangerschaften ab 40 kommt statistisch gesehen eins von 100 Kindern mit dieser Beeinträchtigung zur Welt.

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Angelika Hensel hatte gerade ein lukratives Jobangebot erhalten. Nur ein paar letzte Details waren zu klären, der Umzug von Hamburg nach Stuttgart war beschlossen. Da stellt Hensel fest, dass ihr „Projekt“ nach fünf Jahren doch noch geglückt war: Sie war schwanger – mit 46.

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„Ich weiß nicht, ob ich das alles noch ein zweites Mal durchstehen würde“: Christina Cebullas Tochter kam mit Hilfe eines Reproduktionsmediziners auf die Welt

(Foto: Foto: oh)

Kinder? Die attraktive Wirtschaftsinformatikerin hatte bei dieser Frage immer den Kopf geschüttelt. Sie war glücklicher Single und Managerin bei einem großen Softwarekonzern. Kinder brauche sie für ihr Glück nicht unbedingt, davon war sie überzeugt. Auch ihrem Mann hat sie das erzählt, als sie ihn mit 35 kennen gelernt hat. Doch der ließ nicht locker – bis sie eines Tages beim Abendessen sagte: „Okay, lass es uns versuchen.“ Damals war sie 41.

Gleich in der Woche darauf sind sie zum Arzt gegangen. Wer so spät anfängt, hat keine Zeit zu verlieren. „Wir haben das Ganze wie ein großes Projekt gesehen“, erzählt Hensel, die ihren richtigen Namen wegen ihres Jobs lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Die Ruhestandsfamilie

Nichts konnte sie jetzt mehr davon abbringen. Nicht diese Sätze von Freunden und Verwandten „In deinem Alter noch ein Kind? Überleg dir das gut!“ Oder: „Das arme Kind!“ Nicht die vielen Arztbesuche, nicht die zwei Fehlgeburten. Sechs Jahre und zehn künstliche Befruchtungen später war sie endlich am Ziel. Heute ist Lena zwei Jahre alt und ihre Mutter gibt ihre Erfahrungen mit der Reproduktionsmedizin im Bekanntenkreis weiter. „Durch Lena habe ich erst gemerkt, wie vielen Frauen es in meinem Umfeld genauso geht wie mir.“

Hatten Anfang der neunziger Jahre nur 0,8 Prozent der Erstgeborenen in Deutschland eine Mutter von 40 Jahren und älter, waren es 2003 bereits knapp vier Prozent. Auch das Alter der übrigen Schwangeren steigt: Innerhalb eines guten Jahrzehnts ist die Zahl der werdenden Mütter, die älter als 35 Jahre sind, um zwölf Prozent gestiegen.

Heute ist eine von vier Schwangeren älter als 35. Das Durchschnittsalter werdender Mütter liegt in Deutschland derzeit bei 31,1 Jahren und ist damit eines der höchsten weltweit. Vor allem gut gebildete Frauen verschieben die Familienplanung immer weiter nach hinten. „Eine Umkehr dieses Trends ist erst mal nicht in Sicht“, sagt Michaela Kreyenfeld, Soziologin am Rostocker Max-Planck-Institut.

Gründe dafür gibt es viele: Vor allem gut gebildete Frauen finden häufig keinen Partner. Auch die Unsicherheit am Arbeitsmarkt, Probleme mit der Fruchtbarkeit oder immer kürzere Beziehungsdauern spielen eine Rolle – und natürlich das veränderte Rollenbild der Frau. Die Zahl der berufstätigen Akademikerinnen ist seit 1991 um mehr als 70 Prozent gestiegen.

Lautete früher die Frage „Kind oder Karriere?“, so machen Frauen wie Angelika Hensel heute einfach beides: Erst Karriere, dann Kinder. Während ihr Mann, ein selbständiger IT-Berater, erst mal zu Hause blieb, trat Hensel schon acht Wochen nach der Geburt ihren neuen Manager-Job in Stuttgart an.

Bedenken, dass sie zu alt sein könnte für ein Baby, hatte die heute 48-Jährige nie: „Ein Kind hält uns doch jung. Und wenn wir Glück haben, leben mein Mann und ich noch 30, 35 Jahre.“

Ähnlich sieht das der amerikanische Zukunftsforscher Alvin Toffler: Er schrieb zum Thema Kinder und Karriere schon Ende der sechziger Jahre: „Zukünftig wird man dieses Problem umgehen, indem man die gesamte Aufgabe des Kinderaufziehens in die Zeit nach der Pensionierung verlegt.“ Auch einen Namen hat die Soziologie dem Phänomen bereits gegeben: die Ruhestandsfamilie.

Ein unrealistisches Zukunftsszenario oder bald Wirklichkeit? Fest steht: Nicht nur die gesellschaftliche Vorstellung vom Älterwerden und der Umgang damit haben sich zu Gunsten der reiferen Jahre verschoben, auch der weiblichen Fruchtbarkeit wird heute eine wesentlich längere Zeitspanne eingeräumt.

Mit Hilfe der hierzulande verbotenen Eizellspende ist inzwischen selbst eine schwangere Frau weit jenseits der Wechseljahre kein Ausweis medizinischer Kunst mehr. In Spanien etwa setzen Ärzte über 55-Jährigen noch Eizellen ein. So viel zur Theorie. Die Praxis sieht anders aus – ernüchternder.

Christina Cebulla steht ihn ihrer Küche in Rosenheim und schlägt Sahne. Kinder? „Früher wollte ich immer so viele, wie einmal in mein Haus passen würden“, sagt die zierliche Frau. Am Boden krabbelt Tochter Carolina, 15 Monate alt, um ihre Beine.

Sie ist Cebullas erstes Kind – und vermutlich ihr letztes. An der Größe des Hauses liegt das nicht, Platz wäre genug. Es ist ihr Alter, das der Chef-Stewardess und ihrem Mann die Großfamilie verwehrt. 43 Jahre ist Christina Cebulla jetzt alt, ihr Mann ist drei Jahre älter.

Schon seit elf Jahren sind sie ein Paar, aber zuerst wollten sie einfach die neue Zweisamkeit genießen, reisen und gemeinsamen Hobbys nachgehen. So folgte bei Cebulla ein Monatsdienstplan auf den nächsten. Es war ein wenig wie auf einer guten Party – irgendwann stellt man erschrocken fest, dass es draußen schon hell wird.

Schwanger werden mit 30 bis 39 Jahren

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9 Schritte zum Wunschkind

Top-Tipps für alle mit Kinderwunsch Viele Frauen empfinden das Alter zwischen 30 bis 39 Jahren als genau die richtige Zeit, um schwanger zu werden. Sie sind gefestigter in Beruf und Partnerschaft, was Ihnen eine gute Grundlage für die Gründung einer Familie gibt. Sie und Ihr Partner hatten hoffentlich auch die Chance, gemeinsam einige Abenteuer zu erleben, bevor Sie sich auf das Elternsein, das größte Abenteuer von allen, einlassen.
Das sind die guten Neuigkeiten. Die Schlechte ist, dass die Chance, schwanger zu werden, zwischen Anfang 30 und Ende 30 dramatisch abnimmt. Deswegen ermahnen Spezialisten für Kinderwunsch Frauen um die 30, nicht zu lange zu warten. Besonders, wenn sie mehr als ein Kind haben wollen.
Pro
Im Alter von 30 Jahren Kinder zu bekommen, ist in vieler Hinsicht sinnvoll. Sie haben wahrscheinlich ein höheres Einkommen und ein besseres finanzielles Polster, als Sie es mit 20 hatten. Sie hatten mehr Zeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren und Sie sind noch flexibler als eine Frau um die 40, die es beruflich und persönlich schwierig finden könnte, ihren Karriereaufstieg wegen eines Kindes zu unterbrechen.
Bevor Sie versuchen, schwanger zu werden, ist es eine gute Idee, sich intensiv mit Ihrer finanziellen Situation zu beschäftigen, um sicher zu gehen, dass Ihr Geld für ein Baby und seine Ausbildung reicht. Können Sie zum Beispiel weiterhin Ihre Versicherungen und Hypotheken bezahlen? Müssen Sie vielleicht Einschnitte machen und wenn ja, wo? Haben Sie die günstigsten Abschlüsse für Notwendigkeiten wie Gas, Strom, Internet und Kreditkarten getätigt?
Wenn Sie beschlossen haben, für einige Zeit im Job auszusetzen, sollten Sie trotzdem Ihre Fähigkeiten und Kontakte weiter pflegen. Das macht später den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt leichter. Bleiben Sie über wirtschaftliche Entwicklungen informiert, nehmen Sie an Konferenzen teil, gehen Sie gelegentlich mit früheren Kollegen essen und/oder belegen Sie einen Fort- und Weiterbildungskurs.
Wenn Sie jetzt in Ihrer Karriere die Richtung ändern wollen, dann ist das ein guter Zeitpunkt für eine Umschulung oder für die Geschäftsidee, die Sie schon seit Jahren im Kopf hatten.
Erstgebärende im Alter von 30 Jahren haben eine Menge Ausdauer und Stehvermögen, und das sind Qualitäten, die man zur Erziehung kleiner Kinder dringend benötigt. Natürlich entwickelt sich jeder anders, aber Frauen in diesem Alter kennen sich selbst besser als Frauen um die 20 und sind noch nicht so festgelegt in ihrem Verhalten wie Frauen um die 40.
Und Sie werden viele Altersgenossinnen treffen, wenn Sie Ihr Kind über den Spielplatz jagen, denn die meisten Frauen in Deutschland sind beim ersten Kind zwischen 30 und 34 Jahre alt.
Nicole, Leiterin für Verkaufsförderung in einem großen Hotel, bekam ihr erstes Kind, als sie in den 20ern war, drei weitere in ihren 30ern und eines mit 41 Jahren. Müsste sie wählen, so würde sie sich für das Alter um die 30 als ideales Jahrzehnt fürs Kinderkriegen entscheiden: „Die berufliche Karriere ist auf den richtigen Weg gebracht, man fühlt sich großartig und sieht auch dementsprechend aus, und man hat die nötige Energie, um mit den Kindern mitzuhalten“, sagt sie. „Man ist viel entspannter als man es als mit 20 war. Und deswegen hat man mehr Spaß und ist nicht so erschöpft, wie man es mit 40 ist. Man glaubt, man würde alles schaffen – und mit 30 schafft man es auch.“
Kontra
Jede Studie, die Sie lesen, oder jeder Experte, den Sie konsultieren, wird hier zustimmen: 35 ist das kritische Alter, wenn es ums Kinderkriegen geht. Mit Anfang 30 sind Ihre Chancen, schwanger zu werden, nur unbedeutend geringer als mit Ende 20, und das Risiko einer Fehlgeburt oder ein Baby mit Down Syndrom zu bekommen, sind nur geringfügig höher.
Aber ab 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit einer Frau rapide ab. Die magische 35 ist auch das Alter, in dem sich die Gefahr von genetischen Defekten wie Down Syndrom dramatisch erhöhen. Deshalb empfehlen Ärzte Frauen ab Mitte 30 die Amniozentese, Chorionbiopsie oder andere detaillierte Untersuchungen während der Schwangerschaft.
Mit 30 Jahren steht das Risiko, ein Kind mit Down Syndrom auszutragen, bei eins zu 910. Es steigt auf eins zu 380, wenn Sie 35 Jahre alt sind.
Mit zunehmendem Alter der Frau steigt auch die Rate der Fehlgeburten und schwangerschaftsbedingten Komplikationen. Die Zahl der Kaiserschnitte ist bei Frauen ab 35 auch höher: 40 Prozent der Erstgebärenden in diesem Alter haben eine Geburt per Kaiserschnitt, verglichen mit 14 Prozent bei Erstgebärenden um die 20 Jahre.
Niemand weiß genau, warum die Kaiserschnittrate bei älteren Müttern höher ist. Einige Experten glauben, dass der einzige Grund die Ängstlichkeit der Ärzte ist, die ältere Mütter während Schwangerschaft und Geburt als „risikoschwanger“ einstufen – und das auch, wenn die Schwangerschaft normal verläuft.
Selbstverständlich ist der Alterungsprozess bei jeder Frau unterschiedlich, aber Experten meinen, dass eine Frau mit 35 Jahren ernsthaft darüber nachdenken sollte, ob und wann sie schwanger werden möchte. Besonders dann, wenn sie mehr als ein Kind haben möchte.
„Ich rate Frauen immer, über die zweite Schwangerschaft nachzudenken“, sagt der Spezialist für Kinderwunsch, James Goldfarb. „Im Alter von 35 oder 36 Jahren benötigen Frauen nur geringe bis gar keine medikamentöse Behandlung, um schwanger zu werden. Wenn sie dann aber bereit für das zweite Kind sind, ca. mit 39 Jahren, wirken die gleichen Behandlungsmethoden weit weniger.“
Ihre Erfolgschancen
Dr. Goldfarb, der jeden Tag in seiner Klinik Paare mit Fruchtbarkeitsproblemen kämpfen sieht, zieht die Statistiken heran: „Die Chance auf eine Schwangerschaft lässt ganz deutlich zwischen dem 29. und dem 35. Lebensjahr nach, trotzdem hat die Mehrheit der über 35-jährigen Frauen kein Problem damit. Aber mit 38 oder 39 Jahren wird es deutlich schwieriger.“
Insgesamt gesehen haben Sie nach Aussage des führenden Spezialisten zum Thema Fruchtbarkeit, Sherman Silber (Autor von vier Bestsellern zum Thema Fruchtbarkeit, u.a. „Endlich schwanger“) in Ihren 30ern eine Chance von 15 Prozent, innerhalb eines Menstruationszyklusses schwanger zu werden, innerhalb eines Jahres liegen die Chancen bei 75 Prozent. Aber mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit ab und mit Ende 30 sinkt die Chance, innerhalb eines Jahres schwanger zu werden, auf 65 Prozent.
Das Risiko für eine Fehlgeburt steigt langsam im vierten Lebensjahrzehnt, von 12 Prozent bei 30- bis 34-Jährigen bis auf 18 Prozent bei 35- bis 39-Jährigen. Bei Erstgebärenden über 35 besteht zu 40 Prozent die Möglichkeit einer Fehlgeburt, verglichen mit 14 Prozent bei Erstgebärenden um die 20.
Mit 35 bis 39 Jahren ist es für Frauen auch wahrscheinlicher als in jedem anderen Alter, Zwillinge zu bekommen – sogar ohne eine Hormonbehandlung, die die Chancen einer Mehrlingsgeburt erhöhen. Normalerweise wird nur eine Eizelle pro Menstruationszyklus freigegeben.
Aber mit zunehmendem Alter steigt die Menge an Follikel stimulierendem Hormon (FSH). Bei einem solchen hormonellen Anstieg besteht die Chance, dass mehr als ein Ei freigesetzt wird, und das erhöht die Chancen auf eine Mehrlingsgeburt. Während also, statistisch gesehen, ältere Frauen nicht so leicht schwanger werden, besteht bei ihnen eher die Möglichkeit, Zwillinge zu bekommen.
Lesen Sie mehr:

  • Schwanger werden mit 20 bis 29 Jahren
  • Schwanger werden mit 40 Jahren und älter

Quellen

Dieser Artikel wurde unter Verwendung der folgenden Quellen verfasst:
Crittenden, Ann: „The Price of Motherhood: Why the Most Important Job in the World is Still the Least Valued“, 2. verb. Auflage, New York, 2002
Tremblay, R.E., Nagin, D.S., Seguin, J.R., Zoccolillo M., Zelazi, P.D., Boivin, M., Perusse, D. & Japel, C. (2004): „Physical aggression during early childhood: tracectories and predictors.“ Pediatrics, 114(1), E43-50.
Laucht, M., Esser, G. & Schmidt, M.H. (200a): „Längsschnittforschung zur Entwicklungsepidemologie psychischer Störungen: Zielsetzung, Konzeption und zentrale Befunde der Mannheimer Risikokinderstudie.“ Zeitschrift für Klinische Psychologie und Pszchotherapie, 29(4), 246-262.
Carcio, Helen A.: “ Management of the Infertile Woman“, New York, 1998.
Klipstein, S., Regan, M., Ryley, D.A., Goldman, M.B., Alper, M.M., Reindollar R.H.: “ One last chance for pregnancy: a review of 2,705 in vitro fertilization cycles initiated in women age 40 years and above“, in Fertility and Sterility, August 2005, 84(2), 435-445.

Studie: Späte Schwangerschaft birgt Risiken für Mutter und Kind

Wie gefährlich ist es, dass Frauen in Deutschland immer später Kinder bekommen? Forscher haben untersucht, wie häufig Komplikationen bei Risikoschwangerschaften auftreten.

Wenn eine Frau, die älter als 35 Jahre ist, ein Kind erwartet, gilt das in Deutschland als Risikoschwangerschaft. Der Trend geht zur älteren Mutter. Die Berufsausbildung dauert länger als früher und viele Frauen wollen ein paar Jahre arbeiten, bevor sie eine Familie gründen. Aber wie hoch ist das Risiko? Wie groß ist die Gefahr, dass es Komplikationen gibt, die Mutter oder Kind betreffen? Ist es unverantwortlich, schwanger zu werden, wenn man über 40 Jahre alt ist?

Risikoschwangerschaft: Ab 40 wird die Schwangerschaft gefährlich

Diesen Frage ist ein Forscherteam um Sarka Lisonkova von der University of British Columbia in Vancouver nachgegangen. Im Rahmen der Analyse werteten die Forscher Gesundheitsdaten von über 800.000 Schwangeren aus dem US-Bundesstaat Washington aus den Jahren 2003 bis 2013 aus. Dabei wurden Faktoren wie Übergewicht oder eine künstliche Befruchtung als Einflüsse herausgerechnet. Als Normalwert legten die Forscher die Komplikationsrate bei 25 bis 29 Jahre alten Frauen fest. Ihre Ergebnisse publizierten die Wissenschaftler im Fachmagazin PLOS Medicine .

Den Analyseergebnissen zufolge gab es ein erhöhtes Risiko für einen Schock mit schwerer Kreislaufstörung bei der Geburt ab einem Alter von etwa 40 Jahren deutlich. Ebenso ist ab diesem Alter das Risiko für eine Fruchtwasserembolie oder Nierenversagen. Bei einer Fruchtwasserembolie dringt während der Entbindung Fruchtwasser über die Gebärmutter in den mütterlichen Kreislauf ein – ein Umstand, der nicht selten tödlich endet.

Risikoschwangerschaft: Komplikationen können tödlich verlaufen

Insgesamt kam es im Mittel bei 16 von 1000 Geburten zu schweren, lebensbedrohlichen Komplikationen, die zum Teil tödlich verliefen. Diese Rate steigt bei einer Schwangerschaft ab dem Alter von etwa 39 Jahren merklich an, wie die Forscher erklären. Bei Müttern im Alter von 40 bis 44 Jahren lag sie demnach um etwa ein Prozent höher als bei den 25- bis 29-Jährigen. So unterlag die erste Altersgruppe laut den Forschern einem drei Mal so hohen Risiko, einen Schock zu erleiden. Das Risiko für eine Fruchtwasserembolie war acht Mal so hoch.

12 Bilder Diese Promi-Damen wurden mit über 40 Mutter Bild: Britta Pedersen, dpa

Forscher wollen bessere Beratung bei Risikoschwangerschaft

Besonders deutlich werden die Gefahren bei Risikoschwangerschaft in der Altersgruppe ab 50 Jahren: Dort war das Gesamtrisiko für gefährliche Komplikationen sechs Prozent höher als der Normalwert.

„Die Ergebnisse sollen die Beratung für Frauen verbessern, die darüber nachdenken, ihren Kinderwunsch auf jenseits der 40 zu verschieben, und dem Gesundheitssystem wertvolle Informationen liefern“, erklären die Forscher. „Da das Alter der Mütter weiter ansteigt, wird wahrscheinlich auch die Rate schwerer mütterlicher Erkrankungen in der Zukunft steigen.“

Risikoschwangerschaft per Definition ab 35 Jahren

Doch was gilt per Definition als Risikoschwangerschaft? In Deutschland gelten Schwangerschaften ab einem Alter von 35 Jahren als Risikoschwangerschaften. Schwangere in dem betroffenen Alter weisen ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und leichtere Komplikationen auf, wie aus Statistiken hervorgeht. Als leichtere Komplikationen bezeichnet man etwa Schwangerschaftsdiabetes, erhöhten Blutdruck, Gestose, eine tiefliegende Plazenta oder Thrombosen. Daher gibt es in solchen Fällen zusätzliche Vorsorgetermine.

2015 wurden in Deutschland fast 13.700 Babys von 40-Jährigen geboren, 2009 waren es gut 13.000. Das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt stieg in dem Zeitraum von 28,8 auf 29,6 Jahre. AZ

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Wie ist die ideale Lebensplanung vieler Frauen? Erst eine Ausbildung, dann ein Studium, ein wenig Erfahrung im Beruf sammeln, einen Mann fürs Leben finden, ein Haus bauen und dann ein Kind? Doch das alles soll am besten möglichst schnell geschehen, denn immer wieder ist zu lesen, dass das Alter der Fruchtbarkeitskiller Nr. 1 ist.

Auch für Anja (39) war immer klar, dass sie Kinder haben wollte. „Ich werde immer wieder gefragt, ob ich denn glücklich bin, so als Karrierefrau. Aber ich habe es mir nie ausgesucht, keine Kinder zu bekommen, ich habe bisher einfach keinen passenden Partner gefunden.“ Seit zwei Jahren ist sie nun glücklich mit ihrem Freund Jens. „Natürlich spielt der Kinderwunsch eine Rolle, wir sind uns einig, dass wir gern Nachwuchs hätten, wenn es denn noch klappt.“

Frauen sind länger fruchtbar als gedacht (© Thinkstock)

Doch wenn Anja im Internet guckt und Zahlen liest, wird ihr eher flau. Die biologisch erfolgreichste Zeit für die Fortpflanzung reiche bis zum Alter von 25 Jahren, erklärt beispielsweise der Ulmer Reproduktionsmediziner Friedrich Gagsteiger in einem Interview der Zeit-Online. Danach beginne bereits die Fruchtbarkeit zu schwinden: erst leicht bis zum Alter von 30 Jahren, dann stärker bis 35. Danach falle die Fruchtbarkeitskurve steil ab. Mit jedem Jahr sinke die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, um einige Prozent. Frauen über 40 könnten nur noch in seltenen Fällen ein Kind bekommen.

Solche Zahlen lesen sich schlimm für viele Frauen. Wen die biologische Uhr schon so früh zu ticken beginnt, wie soll das mit der langen Ausbildungszeit und dem nicht immer einfachen Berufseinstieg zusammen funktionieren? Haben Frauen wie Anja überhaupt gar keine Chance noch ein Kind zu bekommen? Gehässig werden viele Frauen mit späten, oft erfolglosen Kinderwunsch, auch damit gehänselt, unter dem Aniston-Syndrom zu leiden. Einfach zu lange gewartet, Pech gehabt.


Woher kommen die Zahlen eigentlich?

Aber woher stammen eigentlich diese Zahlen, die viele Frauen verzweifeln lassen? Das wollte die amerikanische Psychologin und Wissenschaftsautorin Jean Twenge wissen. Sie selbst hatte nach einer gescheiterten ersten Ehe auch erst mit Mitte 30 einen Kinderwunsch. Viel zu spät sei das, erklärte man ihr. Sie solle sich nicht so viel Hoffnung machen, sagte man ihr, und verwies auf die Zahlen zur weiblichen Fruchtbarkeit.

Twenge forschte nach, woher eigentlich die viel zitierten Stastiken kommen und berichtete darüber in „The Atlantic„. Sie fand heraus, dass fast immer die gleichen Zahlen genannt werden, etwa dass eine von drei 35- bis 40-Jährigen innerhalb eines Jahres nicht schwanger wird. Sie alle berufen sich auf einen Studie, die 2004 im Journal „Human Reproduction“ gedruckt wurde. Und die Datenbasis, auf der diese Studie beruht, bezieht sich auf französische Geburtsregistereinträge aus den Jahren zwischen 1670 und 1830. Wie bitte?!

Das Leben vom 17. bis zum 19. Jahrhundert ist wohl kaum mit dem Leben von heute zu vergleichen. Wo soll man mit dem Vergleichen anfangen? Es gab keine Antibiotika, eine hohe Kindersterblichkeit, Hungersnöte, Kriege, schwere Arbeiten. Die meisten Frauen im 18. Jahrhundert waren sicher froh, wenn die Zeit der vielen Schwangerschaften (keine Verhütungsmittel) endlich vorbei war. Doch heute haben wir nicht nur eine ganz andere medizinische Versorgung, die Frauen in den Industrienationen können selbstbestimmt verhüten, sich gesund ernähren und arbeiten selten körperlich hart. Auch Kriege hat es schon lange nicht mehr gegeben. Eine durschnittliche 35jährige aus Deutschland im 21. Jahrhundert hat ganz andere gesundheitliche Voraussetzungen als eine gleichaltrige Französin vor 300 Jahren!

Neuere Studien zeigen ein ganz anderes Bild der „späten Fruchtbarkeit“

Jean Twenge ist entsetzt und forscht weiter. Tatsächlich stößt sie sehr wohl auf neuere Untersuchungen. Und die ergeben ein anderes Bild. David Dunson veröffentlichte 2004 in „Obstetrics & Gynecology“ eine Untersuchung, deren Grundlage die aktuellen Daten von 770 Frauen aus Europa sind. Diese Untersuchung zeigt, dass die Fruchtbarkeit von Frauen um 35 sich nur um vier Prozent von Frauen um 25 unterscheidet, vorausgesetzt, sie haben zwei Mal in der Woche Sex. Auch die Studie von Anne Steiner von der Universität von North Carolina bestätigt, dass die Fruchtbarkeit der Frauen in den 30ern durchaus noch hoch ist. Von den Studienteilnehmerinnen zwischen 38 und 39 Jahren, die schon Mutter waren und ein normales Gewicht hatten, wurden 80 Prozent innerhalb von sechs Monaten auf ganz natürliche Weise schwanger. Jean Twenge befragt Anne Steiner zu der Untersuchung und die erklärt: „In unseren Daten sehen wir kein großes Sinken der Fruchtbarkeit, das beginnt erst im 40. Lebensjahr.“

Wenn es mit dem Nachwuchs nicht klappt, muss das nicht mit dem Alter zusammenhängen

Tatsächlich gibt es viele Gründe, warum Frauen (und Männer) keine Kinder bekommen. Doch die Fruchtbarkeit hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von vielen anderen Faktoren ab, das beweist beispielsweise das Anti-Müller-Hormon. Wenn Eileiter nicht gut funktionieren oder hormonelle Probleme wie etwa PCOS vorliegen, hat das wenig mit dem Alter tun. Sehr oft wird auch verkannt, dass es eher die Paare sind, die Kinderwunschpraxen aufsuchen, die eben einen Kinderwunsch haben. Es gibt auch viele Frauen Ende 30, Anfang 40 die überhaupt gar keine Kinder haben möchten, aber eventuell noch sehr fruchtbar sind. Sie tauchen in den Zahlen der Praxen nicht auf, da sie ja auch nicht behandelt werden.

Es gibt noch viele Gründe, die dafür sprechen, dass die Zahlen einfach nicht stimmen. Früher gab es keine Pille, Ehen wurden auf Lebenszeit und meist sehr früh geschlossen. Heutige Lebensentwürfe sind ganz anders. Und frisch Verliebte um die 40 haben vermutlich mehr Sex als Paare, die schon über 20 Jahre zusammen sind und gar keinen Kinderwunsch mehr haben. Späte Schwangerschaft über 40 war lange kein Grund zur Freude, sondern eher zur Sorge. Vor allem, weil die Frauen schon viele Schwangerschaften erlebt hatten und oft gesundheitlich angegriffen waren.

Heute jedoch gibt es viele Berichte von Frauen, die auch mit über 40 auch ohne Kinderwunschbehandlung schwanger geworden sind. Und viele Frauen, die gern noch spät Mutter werden. Stefanie (47) ist heute dreifache Mutter. Sie berichtet, dass ihre dritte Schwangerschaft vor vier Jahren sogar diejenige war, die am schnellsten funktionierte. „Je älter ich werde, desto fruchtbarer bin ich scheinbar.“ Mit 43 Jahren wurde sie gleich im ersten Zyklus ohne Verhütung schwanger. „Damit habe ich nicht gerechnet, denn es hat vier Jahre gedauert, bis das erste Kind kam, beim zweiten dauerte es 24 Monate.“ Auch die Geschichte von Anthea Nicholas ging durch die Medien. Die 50jährige Australierin und ihr vier Jahre älterer Mann wurden ohne medizinische Unterstützung Eltern einen kleinen Jungen. Sie fühlt sich nicht als alte Mutter. „Man kann mit 20 alt und mit 70 jung sein. Alles eine Frage der Einstellung und der Gesundheit,“ erklärt sie.

Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft?

Was bedeuteten diese neuen Studien und die Erkenntnis, dass die weibliche Fruchtbarkeit sehr wohl noch länger vorhanden ist, als bisher angenommen wurde, für Frauen mit Kinderwunsch? Auf jeden Fall zeigen sie, dass sich Frauen von Medien und Zahlen nicht verunsichern lassen sollten. Eine statistische Wahrscheinlichkeit ist eine rechnerische Zahl. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich können Frauen Ende 30 und mit Anfang 40 durchaus schwanger werden. Sicher ist das allerdings nicht, denn viele Faktoren müssen zusammen kommen.

Relaxed durch die Schwangerschaft (© Thinkstock)

Die Amerikanerin Jean Twenge selbst jedenfalls wurde eine späte Mutter. Sie hat heute drei Kinder, sie alle wurden geboren, als ihre Mutter älter als 35 war. An ihrem 40. Geburtstag besuchte ihr ältestes Kind zum ersten Mal den Kindergarten und fünf Monate später wurde ihr jüngstes Kind geboren. „Ich mache mir keine Sorgen mehr über meine Fruchtbarkeit, sondern darüber, wie hoch die Betreuungskosten im Kindergarten sind und ob ich es schaffe alle drei gleichzeitig ins Bett zu bringen. Solche Probleme sind gute Sorgen.“


In welchem Alter sind Frauen am fruchtbarsten?

Für viele Frauen zwischen 15 und 30 ist vor allem das Thema Verhütung entscheidend. Sie haben Angst vor einer ungeplanten Schwangerschaft und wollen selber den Zeitpunkt für ein Baby bestimmen. Sie nehmen die Pille, lassen sich eine Spirale einsetzen oder gleich für drei Monate empfängnisunfähig spritzen. Dass sie irgendwann Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit bekommen könnten, haben viele dabei noch nicht auf dem Schirm. Schließlich sind in den Medien immer wieder Frauen präsent, die noch mit 40 oder mehr Jahren ein gesundes Baby zur Welt gebracht haben.

In den Dreißigern findet dann bei vielen Frauen ein Umdenken statt. Plötzlich geht es nicht mehr darum, wie sie um jeden Preis eine Schwangerschaft verhindern können. Sie wollen schwanger werden und versuchen ein Baby zu bekommen. Wenn es dann nicht klappt, wächst bei vielen die Verzweiflung.

Die Fruchtbarkeit lässt mit dem Alter nach

Das Alter um Kinder zu kriegen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark nach hinten verschoben. 29,5 Jahre alt sind Frauen heutzutage im Schnitt bei ihrem ersten Kind. Aus biologischer Sicht ist das noch ein unproblematisches Alter. Dennoch lässt die Fruchtbarkeit ab 30 immer stärker nach. Ab 35 Jahren gelten Frauen offiziell sogar als Spätgebärende. Die Risiken während der Schwangerschaft nehmen zu und die medizinische Betreuung dieser Frauen ist dichter als bei jüngeren Frauen.

Wieso werden Frauen mit dem Alter unfruchtbar?

Der Grund für Probleme mit der Fruchtbarkeit bei älteren Frauen liegt in der Abnahme der Eizellen. Frauen sind von Geburt an mit rund einer Million Eizellen ausgestattet. Schon im Pubertätsalter ist die Zahl auf 500.000 geschrumpft. Mit zunehmendem Alter werden es dann immer weniger. Dies liegt nicht nur an den durchschnittlich 400 Eisprüngen, die eine Frau in ihrem Leben hat. Vielmehr ist es die Natur, die die Eizellen absterben lässt.

Alter der Frau Verbleibende Eizellen der bei der Geburt angelegten Reserven
30 Jahre 12 Prozent
40 Jahre 3 Prozent

Zwar wird durch hormonelle Verhütungsmittel der Eisprung unterdrückt und auf diese Weise werden vermeintlich Eizellen “eingespart”. Diese Anzahl ist aber verschwindend gering im Vergleich zu der Anzahl der Eizellen, die einfach so mit den fortschreitenden Lebensjahren abstirbt. Es gibt sogar Faktoren, die das Absterben der Eizellen noch beschleunigen können:

Rauchen: Beim Rauchen werden sogenannte freie Radikale im Körper freigesetzt, die die Zellen schädigen. Dies trifft auch auf die Eizellen zu.

Über- oder Untergewicht: Ein starkes Über- oder Untergewicht erschwert den Eisprung und kann somit die Fruchtbarkeit einschränken.

Die Qualität der Eizellen nimmt mit dem Alter ab

Mit dem Alter nimmt nicht nur die Anzahl der Eizellen ab, sondern auch ihre Qualität. Wichtige Eigenschaften der Zellen funktionieren möglicherweise im fortgeschrittenen Alter nicht mehr richtig. Chromosomenfehler und daraus resultierende Gendefekte werden wahrscheinlicher. Zudem kommt es häufiger zu Fehlgeburten, da die Föten aus geschädigten Zellen entstehen und nicht überlebensfähig sind.

In diesem Alter haben Frauen die höchste Fruchtbarkeit

Je jünger Frauen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft.

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Alter in Jahren Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden
20 bis 24 86 Prozent innerhalb eines Jahres
25 bis 29 78 Prozent innerhalb eines Jahres
30 bis 34 63 Prozent innerhalb eines Jahres
35 bis 39 52 Prozent innerhalb eines Jahres
40 bis 44 36 Prozent innerhalb eines Jahres
45 bis 49 5 Prozent innerhalb eines Jahres
50 plus weniger als 1 Prozent

Frauen sind zwischen 20 und 24 Jahren am fruchtbarsten. Innerhalb eines Jahres werden sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent schwanger. Zwischen 35 und 39 Jahren haben Frauen nur noch eine 50:50-Chance (grob), innerhalb eines Jahres schwanger zu werden.

Die Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit pro Zyklus liegt selbst bei jungen Frauen nur bei 1:3

Frauen zwischen 20 und 30 Jahren haben pro Monatszyklus eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent schwanger zu werden – wenn sie denn überhaupt regelmäßig Sex haben. Mit 33 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 15 Prozent und nimmt dann konstant weiter ab. Nicht mehr in jedem Zyklus erfolgt in diesem Alter ein Eisprung. Das sorgt dafür, dass Frauen länger auf eine Schwangerschaft warten müssen.

Frauen, die ihren Zyklus gut kennen, können die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden selbst beeinflussen – zumindest ein wenig. Wenn sie ihren Eisprung mit der Temperaturmethode berechnen und den Zeitpunkt kennen, können sie die fruchtbaren Tage optimal ausnutzen. Je mehr Sex Frauen in diesen Tagen haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass die gereifte Eizelle befruchtet wird.

Ein Jahr und immer noch nicht schwanger: Wann sollten Frauen zum Arzt?

Wenn eine Frau zwischen 20 und 30 trotz regelmäßigem Sex nicht innerhalb eines Jahres schwanger wird, sollte sie zum Arzt gehen. Er wird ihr wahrscheinlich raten ihren Eisprung zu berechnen (zum Beispiel mit der Temperaturmethode) und dann empfehlen vor allem innerhalb dieses Zeitfensters Sex zu haben.

Eine 35-jährige Frau, die nicht innerhalb eines Jahres schwanger geworden ist, wird ein Arzt hingegen sehr wahrscheinlich direkt genauer untersuchen. Mögliche hormonelle Störungen können ebenso unter die Lupe genommen werden wie die Anzahl der Eizellen pro Monat. Mit einer Kinderwunschbehandlung wird in diesem Alter nicht mehr so lange gewartet wie in jüngeren Jahren. Schließlich ist es irgendwann zu spät, um überhaupt noch Kinder zu bekommen.

Diesen Einfluss haben Verhütungsmittel auf die Fruchtbarkeit

Nach dem Absetzen der Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel dauert es bei einigen Frauen, bis sich ihr natürlicher Zyklus wieder eingependelt hat. Einige bekommen direkt nach dem Absetzen wieder ihre Regel, also nach Ablauf des ersten natürlichen Zyklus. Bei anderen bleibt sie möglicherweise noch ein paar Monate aus oder kommt nur sehr unregelmäßig.

Falls sich nach einem halben Jahr noch nicht wieder ein normaler Zyklus eingestellt hat, sollten Frauen ihren Frauenarzt aufsuchen. Gerade ältere Frauen, die ein Baby bekommen wollen, sollten mit dem Absetzen ihres hormonellen Verhütungsmittels nicht zu lange warten. Wer mit anderen Methoden verhütet wie zum Beispiel der Kupferspirale, hat nach dem Ziehen der Spirale keine Wartezeit. Dadurch, dass nicht in den Hormonhaushalt eingegriffen wurde, muss sich der Zyklus auch nicht erst wieder einpendeln.

Schwangerschaft: Auch mit 35 stehen die Chancen nicht schlecht

Grundsätzlich gilt, dass Frauen unter 35 mit größerer Wahrscheinlichkeit schwanger werden als Frauen über 35. Auch der Verlauf der Schwangerschaft birgt weniger Risiken. Dennoch sollten auch Frauen über 35 ihren Kinderwunsch keinesfalls aufgeben.

Schließlich kann es sein, dass sie jahrelang nicht den richtigen Partner hatten und erst jetzt die Möglichkeit haben überhaupt schwanger zu werden. Auch andere berufliche oder persönliche Gründe können dazu führen, dass es erst im fortgeschrittenen Alter zum Kinderwunsch kommt.

Der Großteil der Schwangerschaften älterer Frauen verläuft unauffällig und die meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Mit einer Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent pro Jahr stehen die Chancen im Alter von 35 bis 39 zudem noch ganz gut. Frauen, die ihren Zyklus mit der Temperaturmethode begleiten, können die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden optimal ausreizen. Wenn es nach einem Jahr immer noch nicht mit einer Schwangerschaft geklappt hat, sollten sie ihren Arzt um Rat fragen.

Schwanger mit 40: Welche Risiken kommen auf mich zu?

Die meisten Frauen können sich heute zum Glück selbst aussuchen, ob und wann sie mit der Familienplanung beginnen – auch wenn sie mit blöden Sprüchen oder schrägen Blicken rechnen müssen, wenn die Familienplanung anders ausfällt als im traditionellen Familienmodell. Das betrifft nicht nur Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, sondern auch die, die erst spät schwanger werden. Aber schwanger mit 40 zu werden, birgt auch Risiken.

Schwanger mit 40: Risiko wird ab den 30ern höher

Viele 40-Jährige stehen heutzutage mitten im Leben, haben einen Job und sind unabhängig. Wenn der Wunsch nach Nachwuchs dann doch noch kommt, ist die Panik oft groß. Klappt das überhaupt noch mit der Schwangerschaft ab 35? Sind die Risiken nicht zu hoch, um mit 40 noch schwanger zu werden? Ärzte sind gegenüber Schwangerschaften in diesem Alter oft skeptisch. Immer wieder heißt es, ab dem 30. Lebensjahr, spätestens aber ab dem 35., nimmt die Fruchtbarkeit der Frau drastisch ab. Die biologische Uhr tickt bei Frauen also besonders laut. Oder?

Die amerikanische Psychologin und Wissenschaftsautorin Jean Twenge glaubte nicht daran und forschte nach, woher die viel zitierten Statistiken eigentlich kommen. Sie fand heraus, dass fast immer die gleichen Zahlen genannt werden. Zum Beispiel: Eine von drei 35- bis 40-Jährigen wird innerhalb eines Jahres nicht schwanger. Sie alle berufen sich jedoch auf eine Studie, die 2004 im Journal „Human Reproduction“ gedruckt wurde. Und die Datenbasis, auf der diese Studie beruht, bezieht sich auf französische Geburtsregistereinträge aus den Jahren zwischen 1670 und 1830. Schon ziemlich lange her also. Diese Zahlen dürften längst überholt sein. Allein die Lebenserwartung hat sich verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht.

Die biologische Uhr tickt langsamer, als wir denken

Jean Twenge ist entsetzt über das Ergebnis und forscht weiter. Tatsächlich stößt sie auch auf neuere Untersuchungen. Und die ergeben ein anderes Bild. David Dunson veröffentlichte 2004 in „Obstetrics & Gynecology“ eine Untersuchung, deren Grundlage die aktuellen Daten von 770 Frauen aus Europa sind. Diese Untersuchung zeigt, dass die Fruchtbarkeit von 35-jährigen Frauen sich nur um vier Prozent von 25-jährigen Frauen unterscheidet – vorausgesetzt, sie haben zwei Mal in der Woche Sex.

Auch die Studie von Anne Steiner von der Universität von North Carolina bestätigt, dass die Fruchtbarkeit der Frauen in den 30ern durchaus noch hoch ist. Von den Studienteilnehmerinnen zwischen 38 und 39 Jahren, die schon Mutter waren und ein normales Gewicht hatten, wurden 80 Prozent innerhalb von sechs Monaten auf ganz natürliche Weise schwanger.

Laut Elternkompass liegen die Chancen auf eine Schwangerschaft einer Frau über 40 bei etwa 40 bis 50 Prozent. Ab 45 allerdings wird es unwahrscheinlicher, da in dieser Zeit bereits die Wechseljahre einsetzen können. Künstliche Befruchtung ist aber auch dann noch möglich.

Aus diesen Gründen ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass die Geburtenrate bei Frauen über 40 stetig steigt. Der Gender Datenreport der Bundesregierung zeigt, dass 1991 nur 0,8 Prozent der erstgeborenen Kinder eine Mutter haben, die älter als 40 Jahre war. Im Jahr 2000 waren es 1,8 Prozent und 2003 schon 3,9 Prozent. Heute werden in Deutschland jährlich rund 20.000 Kinder geboren, deren Mütter 40 oder älter sind.

Höheres Risiko: da ist was dran

Wer sich später für ein Kind entscheidet, muss zwar keine Angst haben, dass es nicht klappt, dafür aber durchaus mit höheren Risiken rechnen. Frauen ab 35 Jahren haben eine Risikoschwangerschaft, weil sie eher an Schwangerschaftsdiabetes, hohem Blutdruck und einer Plazentaschwäche leiden. Das höhere Risiko einer Chromosomen-Anomalie, wie etwa Trisomie 21 (Down-Syndrom), besteht ebenfalls. Ist die werdende Mutter 31, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:800, ist sie 40, bereits bei 1:100. Ältere Schwangere werden daher feindiagnostisch gründlicher untersucht.

Auch steigt das Risiko auf Fehlgeburten ab 40 Jahren auf 34 Prozent. Ab 45 liegt es sogar bei 53 Prozent. Im Gegensatz dazu erleiden 10 Prozent der 30-jährigen Frauen eine Fehlgeburt.

Es handelt sich bei all diesen Werten aber eben auch nur um Möglichkeiten. Auch eine junge Frau kann Schwangerschaftsdiabetes bekommen, auch Kinder junger Frauen können mit Gendefekt zur Welt kommen. Das Risiko ist nur eben im Alter höher. Dessen sollte sich jede Frau bewusst sein, die mit über 40 schwanger werden möchte.

Ein Problem ist es also erst einmal nicht unbedingt, schwanger mit 40 zu werden. Allerdings sollten Sie sich auf gründlichere Untersuchungen einstellen und in der Zeit der Schwangerschaft auf Ihren Körper achten und die ärztliche Versorgung wahrnehmen, damit Schwangerschaft und Geburt reibungslos ablaufen. Achten Sie etwa nach Absprache mit Ihrem Arzt darauf, einen eventuellen Vitaminmangel auszugleichen.

Sollten Sie sich schon die Frage stellen: bin ich schwanger? An bestimmten Anzeichen erkennen Sie es. Übrigens beeinflusst auch die Ernährung des Mannes vor der Zeugung Schwangerschaft und Kind.

Mehr zum Thema Schwangerschaft lesen Sie auf unserer Themenseite.

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